A/N von fakeasmile: (gekürzt):
1) Harry legt für sein morgendliches Workout keine Schutzzauber über den Raum der Wünsche, da alle seine Freunde Bescheid wissen und er dabei keine besonderen Talente verwendet. Für Ginny ist es also kein Problem morgens den Raum der Wünsche zu betreten.
2) Ron und Hermine: Sie werden etwas negativ dargestellt und das ist Absicht, aber ich (fakeasmile) glaube nicht, dass ich gute Arbeit geleistet habe zu zeigen, dass sie sich im Alltag noch immer sehr gut verstehen. Das ist etwas, an dem ich arbeiten muss, aber ich wollte das nur klarstellen. Harry versucht die Freundschaften aufrecht zu erhalten, aber er distanziert sich definitiv um seine Geheimnisse geheim zu halten etc.
Ron ist also grundlegend nicht immer ein Blödmann, nur öfters als sonst. Und Hermine nervt Harry nicht immer, aber oft genug um ihn auf die Nerven zu gehen. Ich habe die Tatsache betont, dass es Spannungen gibt und es dabei so aussehen lassen als sei das alles was es gibt. Das war nicht absichtlich.
An von mir: vielen Dank an meinen Beta Aragock
Kapitel 9: Fröhlicher Jahrestag: Eine Halloween Party
Als die Woche verging, begann ein wachsendes Angstgefühl sich in Harrys Bauch breit zu machen, und er glaubte, zu wissen, warum. Er offenbarte seine Sorgen während ihrer wöchentlichen Okklumentikstunden gegenüber dem Schulleiter. „Ich glaube, Voldemort plant etwas. Ich glaube, es wird bald starten ... morgen."
Dumbledore seufzte schwer, das sonst übliche Zwinkern in seinen Augen war nicht vorhanden: „Ich hatte mir darüber Gedanken gemacht ... es würde Sinn machen, dass er seine Rückkehr am 15. Jahrestag seines angeblichen Falls öffentlich verkünden würde. Hattest du eine Vision?"
„Nein", erwiderte Harry und schüttelte müde seinen Kopf. „Keine Vision oder so etwas. Und ich kann nicht behaupten, dass meine Narbe mir mehr als üblich Ärger bereitet. Es ist nur ein Bauchgefühl, als wüsste ich, dass etwas Schlechtes im Anflug ist."
Dumbledore nickte. Er faltete seine Hände vor seinem Gesicht. „Der Orden wird morgen in voller Bereitschaft sein, aber ich fürchte, im Moment haben wir keine Hinweise, was er planen könnte", gab er preis.
„Es wird ziemlich schnell hässlich werden, nicht wahr?", fragte Harry beklommen, die Antwort bereits wissend, als er die Frage stellte.
„Ich befürchte es", gab Dumbledore zu. „Zum Höhepunkt des letzten Krieges gab es fast täglich Angriffe. Sobald dieser Krieg richtig beginnt, fürchte ich, dass es sich schnell wieder zu diesem Level entwickeln wird. Auch wenn das Ministerium seine Rückkehr zugegeben hat, hat es seine Stille als ein Zeichen genommen, dass er nicht annähernd seine ehemalige Stärke hat. Sie sind nicht auf einen ausgewachsenen Krieg vorbereitet."
Harry nickte. „Ich habe so etwas befürchtet. Fudge ist wirklich ein ausgemachter Volltrottel. Wir brauchen jemanden Kompetenten in seiner Position, bevor die Dinge außer Kontrolle geraten."
„Cornelius ist keine ideale Wahl als Minister", stimmte er zu. „aber ihn von seiner Position zu entfernen könnte sich als verheerend erweisen. Es gibt viele, die viel bessere Arbeit leisten könnten, aber wir könnten nicht garantieren, dass einer dieser Kandidaten die Stelle bekommt. Tatsächlich könnte jemand viel schlimmeres die freigewordene Position füllen. Es ist nicht nur so, dass man Fudge loswerden muss. Aber genug davon." Er wechselte plötzlich das Thema. „Lass uns mit deinem Unterricht weitermachen, ja?"
Das Gefühl wurde am nächsten Tag schlimmer und Harry wollte verdammt sein, bevor er rumsitzen würde und nichts tat. Harry erzählte Ginny von dem Gefühl, das er hatte und von seinem Gespräch mit Dumbledore am vorigen Abend. Als Harry ihr sagte, dass er nicht vorhatte, nur herumzusitzen und im Schloss zu warten, begann sie sofort sich Sorgen zu machen.
„Aber Harry, was hast du vor?", fragte sie ihn und schritt vor dem Kamin in seinem Büro auf und ab. „Du weißt nicht, wo er angreifen wird. Und selbst wenn du es wissen würdest, kannst du nicht alleine gehen."
„Ich weiß nicht", gab Harry zu. „Ich wünschte nur, dass es einen Weg gäbe, wie ich herausfinden könnte, was der Orden vorhat. Dumbledore sagte sie würden in voller Bereitschaft sein, sie müssen also Leute haben, die ein Auge auf die Orte haben, von denen sie erwarten, dass Voldemort sie angreifen könnte."
„Wenn du dich ins Hauptquartier schleichen könntest, könntest du es wahrscheinlich herausfinden. Alle Neuigkeiten werden zwangsläufig dort ankommen", überlegte Ginny.
Harrys Augen leuchteten auf. „Ginny, du bist ein Genie", rief er aus.
„Wie das?", fragte sie, halb amüsiert halb verwirrt.
„Grimmauld Platz", erklärte Harry, als sei es offensichtlich. „Alles, was ich tun muss, ist, dort zu sein und auf Neuigkeiten zu warten."
Ginny starrte ihn an, als sei er leicht beschränkt. „Wie willst du das machen? Erst einmal müsstest du hereinkommen, und du kannst nicht dorthin apparieren. Und zweitens: Glaubst du nicht, das jemand bemerken würde, wenn du dort herumhängen würdest?"
Harry grinste sie auf eine Weise an, die ihr deutlich machte, dass er etwas wusste, was sie nicht wusste. „Ich denke, es ist an der Zeit, dich in ein weiteres Geheimnis einzuweihen." Sie zog eine ihrer Augenbrauen so weit hoch, dass sie fast ihren Haaransatz berührte. Nie ein Mann vieler Worte, ließ Harry seine Verwandlung für sich selbst sprechen. Wo er gestanden war, erschien eine schwarze Eule. Er flatterte mit seinen Flügeln, um sich auf ihre Augenhöhe zu bewegen und grüne Augen schauten in braune.
„Harry", fragte sie ungläubig. „Aber ... was ... wie?" Sie schüttelte sich. „Ich dachte, du wärst ein Panther." Sie sagte es fast anklagend.
Harry verwandelte sich zurück in seine menschliche Gestalt. „Ich bin ein Panther", sagte er und einen Moment später schaute ihr ein schwarzer Panther mit denselben grünen Augen in die Augen.
Ginny schwankte. Harry war wieder in seiner menschlichen Gestalt und führte sie zu einem Stuhl. „Immer langsam, Ginny. Du siehst nicht so gut aus."
„Wie ist das möglich?", fragte sie mehr zu sich selbst als zu Harry. „Wie kannst du zwei Gestalten haben? Es sollte nicht möglich sein. Jeder weiß das."
„Ich weiß es nicht", erwiderte Harry ehrlich. „Ich war genauso verwirrt wie du es bist. Als ich den Zaubertrank getrunken habe, hatte ich zwei verschiedene Visionen. Eine von einem Panther, die andere von einer Eule. Und ich war in der Lage, mich in beide zu verwandeln."
„Ich habe mich immer gefragt ..." Sie verstummte. „Du warst an meinem Geburtstag da. Ich hätte es wissen müssen. Deine Augen waren dieselben. Sie verändern sich nie. Mensch, Panther oder Eule, sie sind immer dieselben. Und du warst derjenige, der mit Hedwig geflogen ist."
„Jap", lachte Harry. „Du hast keine Ahnung, wie sehr ich gelacht habe, als du sagtest, ich solle ein Auge auf Hedwig und ihren neuen Freund haben. Und dann, als Hermine darüber geredet hat, dass ihr Fliegen eine Art Paarungsritual sei ..." Harry konnte vor Lachen nicht weiterreden.
Ginny fing ebenfalls an zu lachen. „Oh ... mein ... .Gott", japste sie.
„Ich weiß", erwiderte er, sobald er sich etwas beruhigte.
Als sie sich endlich wieder unter Kontrolle hatte, fragte sie: „Was ist also dein Plan?"
Harry dachte schnell nach: „Hast du deiner Mutter schon über deine Festroben geschrieben?"
Sie schüttelte den Kopf. „Nein, ich hatte es vor, aber ich hatte noch keine Gelegenheit."
„Gut", antwortete er. „Sie ist diejenige, die am wahrscheinlichsten im Grimmauld Platz sein wird. Du schreibst ihr einen Brief und ich werde ihn heute Abend austragen. Dann werde ich da bleiben und warten, um herauszufinden, ob und wo ein Todesserangriff sein wird. Dann kann ich gehen und zu dem Ort apparieren."
Ginny sah besorgt aus: „Aber Harry, warum lässt du nicht einfach den Orden sich darum kümmern?"
„Ich kann mich nicht einfach zurücklehnen und nichts tun, Ginny", protestierte Harry leidenschaftlich. „Das ist auch mein Krieg, und ich habe vor, ein Teil davon zu sein."
„Ich mache mir nur Sorgen um dich", gab Ginny zu und stand auf. „Niemand sonst weiß, dass du überhaupt da draußen sein wirst. Was, wenn dir etwas zustößt? Was soll ich tun, während du weg bist? Was, wenn du nicht zurückkommst? Was soll ich dann tun?"
Harry konnte deutlich sehen, dass Ginny anfing, panisch zu werden. Sie hatte wieder begonnen, auf und ab zu gehen. Er schritt zu ihr, packte sie an ihren Schultern und zwang sie damit, ihn anzuschauen: „Ginny, es ist alles gut. Mir wird nichts passieren. Vertraue mir. Ich habe seit Anfang des Sommers hart trainiert. Ich kann dir helfen. Ich muss helfen. Ich verspreche dir, ich komme zurück. Ich werde dir sobald ich zurück bin Bescheid sagen, so dass du dir nicht die ganze Nacht Sorgen machen musst."
Ginny fiel Harry um den Hals und er zog sie instinktiv zu sich. „Wie kannst du so ruhig sein?"
Harry zuckte mit den Schultern. „Vielleicht würdest du dich besser fühlen, wenn du mich in Aktion sehen würdest" meinte Harry. „Wir können zum Raum der Wünsche gehen, und ich gebe dir eine kleine Demonstration von dem Training, dass ich absolviere." Ginny nickte nur, noch immer an ihn gepresst.
Für einen Moment lang umarmten sie sich, bevor sie sich schließlich trennten. Harry bemerkte, dass Ginnys Augen vor unvergossenen Tränen glitzerten. Er hoffte, dass er einige ihrer Ängste beschwichtigen könnte. Ginny brauchte einen Moment, um sich zu sammeln. Dann gingen die Beiden ins siebte Stockwerk. Es blieben nur fünfzehn Minuten bis zum Beginn des Mittagessens; es musste also eine kurze Demonstration sein, nicht, dass Harry das etwas ausmachte. Er wollte sich nicht überanstrengen. Es sah nach einer langen Nacht für ihn aus.
Als sie das Porträt von Barnabas dem Bekloppten erreichten, ging Harry dreimal auf und ab und dachte an seinen üblichen Trainingsraum inklusive Dummies. Er öffnete die Tür und trat mit Ginny hinein. Er legte seine üblichen Schließ- und Privatsphärenschutzzauber auf die Tür, bevor er sie zu den Dummies führte. Er erklärte ihr kurz, was die Dummies waren und was er tun würde, dann schickte er sie in eine abgegrenzte Ecke. Die Trainingsdummies würden dieses Areal nicht betreten.
Harry programmierte die beiden Dummies auf Aurorenlevel und brachte ihnen mehrere Standardzaubersprüche bei. Die ersten fünf Minuten verbrachte er größtenteils damit, Zaubersprüche abzuwehren und ihnen auszuweichen. Danach ging er in die Offensive und beide Dummies waren innerhalb von zwei Minuten besiegt. Ginny schaute verblüfft, als er zu ihr ging.
„Wo hast du das gelernt?", fragte sie ihn.
„Ich habe dir gesagt, dass ich trainiert habe" sagte er nur.
„Nun, ja", gab sie zu. „Aber ich habe angenommen, dass du nur neue Zaubersprüche übst oder so etwas in der Art, was wir in der HA machen. Das war unglaublich." Ehrfurcht war in ihrer Stimme zu hören, was Harry komischerweise besonders stolz machte.
„Danke", sagte er aufrichtig. „Fühlst du dich jetzt ein wenig besser wegen heute Nacht?"
Sie nickte geistesabwesend und fügte dann hinzu: „Aber ich bin noch immer nicht begeistert. Und ich höre besser sofort von dir, wenn du zurückkommst, oder ich werde den Flederwichtfluch auf dich hetzen, als gäbe es kein Morgen."
„Deal", stimmte Harry sofort zu.
Beim Mittagessen saßen sie nebeneinander und beide suchten unbewusst nach ihrem Nachmittagsunterricht die Nähe des anderen. Sie verbrachten die meiste Zeit in geselliger Stille und genossen die Anwesenheit des Anderen. Ginny schrieb kurz vor dem Abendessen den Brief an ihre Mutter. Das übliche Halloweenfest wurde ihnen beim Abendessen serviert, aber Harry und Ginny waren beide gedrückter Stimmung. Angesichts der Tatsache, dass Harry seine Eltern an Halloween verloren hatte, wurde sein Verhalten nicht als abnormal angesehen. Nach dem Abendessen verkündete Ginny, dass sie zur Eulerei gehen würde. Harry gab vor, dass er viel Arbeit in seinem Büro zu erledigen hatte.
Sobald Harry in seinem Büro war, kürzte er seine Haare, färbte sie braun und legte einen Kosmetikzauber über seine Narbe. Er legte seine farbigen Kontaktlinsen ein und veränderte damit auch seine Augenfarbe zu braun. Er zog auch seine Hogwartsroben aus und trug stattdessen ein einfaches Muggeloutfit: dunkelblaue Jeans und ein schwarzes, enganliegendes T-Shirt. Er warf sich seinen Tarnumhang über und machte sich auf den Weg zur Eulerei. Als er ankam, war Ginny alleine. Er legte den Tarnumhang ab und sie war überrascht von dem, was sie sah.
„Ich bins", erklärte er nur.
Sie nickte abgelenkt. „Wie hast du ... egal", sagte sie und schüttelte den Kopf. „Ich werde dich später ausfragen. Verwandele dich einfach in eine Eule, so dass du von hier verschwinden kannst."
Harry folgte ihren Worten. Er flog auf ihren ausgestreckten Arm und erlaubte ihr, den Brief an sein Bein zu binden. Sie strich einige Male sanft über seine Federn und flüsterte: „Sei vorsichtig." Er schuhute als Antwort und knabberte sanft an einem ihrer Finger, in dem Versuch, einen von Hedwigs zärtlichen Kniffe zu imitieren. Sie kicherte über seine Tat und hob damit die Stimmung sehr. Sie schauten sich einen Augenblick in die Augen, bevor er fortflog. Er schwebte durch das Fenster direkt vor ihr und flog hinaus zum offenen Himmel. Seine Eulensinne sagten ihm genau, welchen Weg er fliegen musste, um sein Ziel zu finden. Ginny rührte sich nicht, bis sie den schwarzen Fleck nicht länger sehen konnte, der Harry war. Mit einem Seufzen ging sie zurück zum Gryffindor-Gemeinschaftsraum, wo sie einen langen, ruhelosen Abend verbringen würde und auf Harrys Rückkehr wartete.
Harry währenddessen genoss seinen Flug. Fliegen hob immer seine Laune, aber er wusste, es wäre närrisch, zu versuchen, den ganzen Weg zu fliegen. Es würde ihn nicht nur ermüden, es könnte auch zu lange dauern. Während seines Fluges hatte er eine Idee. Es war ihm nicht lieb, seine zauberstablose Magie öffentlich zu verwenden, auch wenn er sie in Verkleidung verwendete. Es würde einfach zu viele Fragen aufwerfen, wenn ihn jemand dabei sehen würde. Er brauchte eine Möglichkeit, seine Fähigkeit zu verstecken. Aber er konnte seinen Zauberstab nicht verwenden, da dieser zu ihm zurückverfolgt werden könnte. Nach ungefähr einer Stunde geruhsamen Fliegens, landete Harry in einer Ansammlung von Bäumen, verwandelte sich zurück in seine menschliche Gestalt und sammelte einen kleinen Stock vom Boden auf. Er verwandelte den Stock so, dass er einem Zauberstab ähnelte und vertauschte ihn dann mit seinem richtigen Zauberstab in seinem Halfter. Er holte seinen Koffer hervor und verstaute seinen Zauberstab darin. Er apparierte dann zum Grimmauldplatz, London. Er ging in eine nahe Gasse und verwandelte sich zurück in eine Eule und hoffte, dass niemand seine Anwesenheit bemerkte.
Harry war ehrlich froh, als seine Sinne ihm sagten, dass sein Zielobjekt in der Nähe war. Er hatte anscheinend die Situation richtig eingeschätzt. Mrs. Weasley war im Moment im Hauptquartier. Er wollte jedoch ungern die Nachricht sofort ausliefern. Er musste da sein, wenn die Todesser anfingen, anzugreifen, angenommen dass sie tatsächlich heute ihren Angriff starteten. Aber er glaubte nicht, dass es so früh beginnen würde. Die Sonne war gerade erst untergegangen. Aber er hatte nicht vor, wegzugehen nur im Falle, dass etwas passierte. Also machte er es sich auf einem Baum mit Sicht auf das Haus gemütlich, hoffend, dass er sehen könnte, wenn die Betriebsamkeit innerhalb des Gebäudes sich plötzlich verstärken würde.
Harry wartete eine ziemliche Weile, bevor er entschied, dass es nun wahrscheinlich eine gute Zeit sei, die Nachricht auszuliefern. Es musste inzwischen nach 21 Uhr sein. Er konnte ihr den Brief geben und dann einen guten Platz finden, um sich niederzulassen und zu beobachten, was im Haus passierte. Harry schwebte vom Baum hinab und durch ein offenes Fenster, das ihn direkt in die Küche führte. Er erwartete dort Mrs; Weasley vorzufinden und es war auch in der Küche, wo von einer Eule erwartet wurde, einen Brief auszuliefern.
Mrs. Weasley erschrak für einen Moment, als der schwarze Vogel durch das Fenster flog. Sie fasste sich mit ihrer linken Hand an die Brust, während ihre rechte Hand direkt zu ihrem Zauberstab gefahren war. Als sie erkannte, dass es nur eine Eule war, schaute sie wegen ihrer Reaktion mürrisch. Zugegeben: Sie hatte genug Gründe, an diesem Abend ein wenig nervös zu sein. Wenn ihre Vermutungen korrekt waren, würde es irgendwann während der nächsten Stunden einen großen Todesserangriff geben und mehrere ihrer Familienmitglieder würden höchstwahrscheinlich mittendrin im Geschehen sein. Glücklicherweise schien keiner der anderen Anwesenden im Raum über ihre Reaktion besorgt zu sein. Sie waren alle ein wenig unruhig.
Im Raum waren mehrere Mitglieder des Ordens, die Harry wiedererkannte. Tonks und Remus saßen nebeneinander am Tisch. Hier und da flüsterte der eine dem anderen etwas zu. Emmeline Vance saß ebenfalls am Tisch gegenüber von Hestia Jones. Die beiden waren größtenteils still, schauten sich aber immer wieder an. Dädalus Diggel und Elphias Doge waren die einzigen anderen Anwesenden im Zimmer.
Mrs. Weasley schüttelte ihren Kopf und näherte sich der Eule, die auf einer der Stuhllehnen gelandet war und ihr Bein mit der angebundenen Nachricht ausstreckte. Sie löste den Brief und drehte sich dann um, um den Briefumschlag zu begutachten. Harry nutzte ihre momentane Abgelenktheit, um in eine Zimmerecke auf einen Schrank zu fliegen, so dass er in die Schatten eingehüllt war. Er hoffte, dass ihm niemand sonst Aufmerksamkeit schenkte. Seine schwarzen Federn sollten eigentlich harmonieren. Es waren nur seine Augen, die ihn verraten könnten. Also schloss Harry seine Augen, als er etwas ungeduldig auf Neuigkeiten wartete.
Mrs. Weasley drehte währenddessen den Briefumschlag in ihren Händen, unsicher, ob sie ihn sofort lesen oder ihn für später aufheben wollte. Auf der einen Seite wäre es schön, zu lesen, was ihre Tochter zu sagen hatte. Es war nicht sehr oft, dass sie Eulen von ihren Kindern bekam, sehr zu ihrem Bedauern, aber sie schätzte jeden Brief, der ihr geschickt wurde. Sie hatte keinen Zweifel daran, dass sie furchtbar gerne lesen würde, was Ginny zu berichten hatte. Auf der anderen Seite war sie sich nicht sicher, ob jetzt wirklich die richtige Zeit war, um den Brief zu lesen. Vielleicht wäre es besser, ihn für später aufzuheben.
Sie war noch immer in ihre Gedanken versunken und spielte geistesabwesend mit dem Briefumschlag, als das Feuer sich grün färbte und ein körperloser Kopf im Feuer erschien. „Winkelgasse!", schrie er. Harrys Augen flogen bei dem plötzlichen Geräusch auf und alle anderen fuhren von ihren Stühlen auf. „Es sieht nach einem großen Überfall aus. Wir brauchen alle Hilfe, die wir kriegen können." Die Stimme hörte sich etwas panisch an.
„Ihr habt den Mann gehört", übernahm Lupin die Führung. „Jeder nimmt jetzt einen Teekessel zur Hand." Jeder tat wie beordert, Molly Weasley ausgenommen, die, wie er annahm, zurückblieb. Remus nahm sich einen Moment, um ihnen alle in die Augen zu schauen, bevor er „Aktivieren", sagte. Harry bemerkte, als er sich im Raum umschaute, dass auf dem Tisch mehrere Gegenstände lagen, die dort nicht hingehörten. Der Orden musste verschiedene Portschlüssel für die offensichtlichen Orte, wo ein Angriff stattfinden könnte, vorbereitet haben. Innerhalb eines Augenblicks war Mrs. Weasley alleine im Zimmer.
Harry wollte gerade aus dem Fenster fliegen, als das Feuer sich wieder grün verfärbte und eine andere Stimme rief. Nur dieses Mal rief die Stimme einen anderen Ort: „Hogsmeade! Über ein Dutzend Todesser sind - soweit wir es sehen konnten - hierherappariert. Wir brauchen so schnell wie möglich Unterstützung."
Molly hielt ihre Hand an ihre Brust. „Nein", sagte sie nur mit einem resignierten Gesichtsausdruck. „Sie sind alle gegangen. Zur Winkelgasse ... ein großer Überfall."
„Scheiße", war von der Stimme zu hören, bevor sie verschwand. Harry blieb nicht länger da. Er flog bereits durchs Fenster. Er flog ein wenig vom Haus weg in eine andere Gasse. Dort verwandelte er sich zurück in seine menschliche Gestalt und apparierte zum Stadtrand von Hogsmeade, wie er es schon so oft im vergangenen Sommer getan hatte.
Als er ankam, war Harry sehr dankbar für seine Fähigkeit, das knallende Geräusch, das die meisten Menschen beim Apparieren machten, dämpfen zu können. Ungefähr sechs Meter entfernt standen sechs Todesser in einer Linie, die begannen, ihren Weg nach Hogsmeade zu machen. Niemand von ihnen hörte Harry hinter ihnen auftauchen. Harry konnte bereits das Licht von Zaubern in der Entfernung sehen.
Er ließ seinen falschen Zauberstab aus seinem Halfter rutschen und bereitete sich darauf vor, die nichtsahnenden Todesser, die noch immer auf dem Weg zur Stadt waren, anzugreifen. Harry schlich sich ein wenig näher, darauf bedacht, keine Geräusche zu verursachen. Er hielt seine linke Hand ausgestreckt, die Handfläche nach oben und hielt mit seiner rechten Hand seinen falschen Zauberstab bereit. Er feuerte gleichzeitig zwei Schockzauber und überwand damit zwei der sechs Todesser. Bevor die roten Lichter überhaupt ihre Ziele erreicht hatten, hatte er zwei weitere rote Lichter losgesandt.
Sobald die ersten beiden Todesser fielen, reagierten die anderen vier sofort. Einer war zu langsam, um dem roten Lichtstrahl auszuweichen, bevor es ihn an seiner Brust traf. Die anderen drei drehten sich ein wenig schneller um und der andere Todesser, auf den er gezielt hatte, konnte gerade so rechtzeitig einen Schutzzauber errichten, um den Zauber abzuwehren.
Harry fluchte leise. Nun, da sie sich ihm zugewandt hatten, würde er darauf beschränkt sein, nur seinen Zauberstab zu verwenden oder sonst Gefahr zu laufen, seine Fähigkeiten zu verraten. Die beiden schwarzgekleideten Figuren, die nicht damit beschäftigt waren, sich mit einem Schutzzauber zu schützen, feuerten jeweils einen Zauberspruch auf Harry. Er rollte sich zur Seite, um dem Beschuss auszuweichen und feuerte dabei schnell hintereinander drei Schockzauber ab. Er sandte alle drei zur selben Person. Der erste Schuss war ein bisschen zu sehr nach links, die anderen beiden waren jedoch perfekt gezielt. Entweder sah der Todesser den dritten Zauberspruch nicht oder er war nicht in der Lage, seinen Schutzzauber aufrecht zu erhalten. Nachdem er den zweiten Schockzauber abgewehrt hatte, traf der dritte Schockzauber ihn an seiner Schulter und ein weiterer Todesser war am Boden.
Harry kroch währenddessen zur Seite, um den Lichtstrahlen, die von seinen anderen zwei Gegnern auf ihn geschossen wurden, auszuweichen. In einer flüssigen Bewegung stand er aus seiner Rolle auf und konnte dem ersten Zauberspruch, einem tiefblauen Licht, ausweichen. Er errichtete ein Schutzschild, um das gelbe Licht abzuwehren, das ihn nun erreichte. Harry war froh, dass der Schutzzauber in der Lage war, den Zauber zu blockieren, da er keine Ahnung hatte, was für ein Zauberspruch es war. Er machte eine Drehung, um einem weiteren Zauberspruch auszuweichen, einem roten, und feuerte einen Hagel seiner eigenen Zaubersprüche auf seine Feinde.
Als Harry einem weiteren Zauberspruch auswich, überwanden seine Zauber den Abstand zu ihrem ausgesuchten Ziel. Sie trafen alle. Der Todesser errichtete einen Schutzzauber und blieb zuversichtlich stehen, als die Zauber abgeblockt wurden. Die ersten beiden Zauber waren beide rot und wurden ohne Schaden von dem Mann abgewehrt. Der dritte Zauber jedoch war dunkellila. Als er das Schild traf, tat er dies mit solch einer Kraft, dass es den Mann leicht durchschüttelte und damit seinen Zauberstabarm zum Zittern brachte. Der vierte Zauber bahnte sich einen Weg durch das sich auflösende Schild. Der Zauber traf den Todesser, warf ihn gegen die Mauer des Gebäudes hinter ihm und er verlor das Bewusstsein.
Mit nur noch einem übriggebliebenen Gegner hatte Harry wenig Probleme, den Zaubern, die in seine Richtung flogen, auszuweichen. Er überwand schnell den Abstand zwischen sich und seinem Feind und begann Schockzauber ohne Rücksicht auf Verluste abzufeuern. Der Mann hatte keine Chance. Als er ebenfalls den Schockzaubern zum Opfer fiel, rief Harry alle ihre Zauberstäbe zu sich. Er zerbrach jeden einzelnen von ihnen.
Seine nächste Tat war es, alle Portschlüssel, die sie bei sich haben könnten, zu sich zu rufen. Harry war bedacht, keinen der sechs Portschlüssel zu berühren, die zu ihm flogen. Stattdessen ließ er sie alle verschwinden. Er fesselte dann jeden Todesser und brachte sie in eine Gasse. Er zauberte einen einfachen Illusionszauber über sie, gefolgt von einem Verwirrungszauber, um zu verhindern, dass jemand die Körper fand.
Das erledigt lief Harry schnell in die Stadt. Er konnte in der Entfernung noch immer Zauberstabfeuer sehen. Er wusste also, dass der Kampf noch nicht vorüber war. Die Straßen waren in Dunkelheit getaucht. Es gab kaum Licht genug, um seinen Weg zu führen. In keinem der Häuser, an denen er vorbeikam, brannte Licht. Die Stadt sah unheimlich und verlassen aus. Harry verwandelte sich in seine Panthergestalt, um die Entfernung schneller zu überwinden.
Innerhalb weniger Minuten konnte Harry sehen, was die Ursache des Chaos' war. Kingsley Shacklebolt, Mad-Eye Moody und Minerva McGonagall waren an der Hauswand der Drei Besen verbarrikadiert. Sie kämpften gegen Todesser, die sie von allen Seiten aus angriffen, hatten aber wenig Glück, mehr zu tun als nur zu überleben. Sie konnten kaum einen Zauber abfeuern, ohne getroffen zu werden, und wenn sie es konnten, trafen sie selten ihr Ziel. Die Todesser hatten sie in die Enge getrieben.
Und während das vonstattenging, konnte Harry vereinzelte Todesser auf den Straßen sehen, die Wände zum Einstürzen brachten und Feuer legten. Es schien, als hatte Mrs. Weasley nicht viel Hilfe für Hogsmeade auftreiben können. Harry begann mit den Todessern, die die Schäden verursachten, getrennt von der Hauptgruppe. Er hoffte, dass er jede Bedrohung ausschalten konnte, ohne Aufmerksamkeit zu erregen.
Er begann mit dem Todesser, der am Weitesten entfernt war. Er war einfach zu erledigen. Er passte nicht auf seine Umgebung auf, während er versuchte, so viel Zerstörung wie möglich zu verursachen. Harry brach seinen Zauberstab entzwei, ließ den Portschlüssel verschwinden und fesselte ihn. Er ließ ihn in einer Gasse zurück und hielt sich dieses Mal nicht mit Illusionszaubern auf.
Als nächstes traf er auf zwei Todesser und er wusste, dass er sie beide gleichzeitig ausschalten musste, wenn er inkognito bleiben wollte. Nur eine Sekunde zu spät, und der zweite Mann könnte genug Zeit haben, um Verstärkung zu rufen. Ein Mann warf Redukto-Flüche auf ein Gebäude, während der andere Flammenzauber zauberte, um es anzuzünden. Harry konnte sehen, dass das ein Trend zu sein schien, denn als er weiter die Straße hinunterschaute, konnte er noch mehr zerstörte Wände erkennen und einen Brand, der sich begann, auszubreiten.
Harry schlich sich so nahe heran wie er sich traute und sandte zwei Schockzauber aus, um die beiden auszuschalten. Er wiederholte den Vorgang des Zauberstabs auseinanderbrechens, Portschlüssel verschwinden lassen und des Fesselns seiner Opfer. Er ließ sie in einer Gasse zwischen den letzten zwei Häusern, die sie versucht hatten, zu zerstören, zurück. Harry besiegte zwei weitere Todesser, bevor er sich der Hauptgruppe näherte.
Es waren wenigstens fünfzehn Todesser, die die drei Ordensmitglieder umringten. Harry schaute für eine Minute dem Kampf zu und versuchte sich einen Schlachtplan auszudenken. Er wusste nicht, wie der Orden auf seine Anwesenheit reagieren würde. Sie kannten ihn nicht. Er nahm an, dass sie sich weiterhin auf die Todesser konzentrieren würden, sobald sie erkennen würden, dass er auf ihrer Seite war. Er schaute weiter zu und bemerkte, dass nun nur noch Kingsley und McGonagall zurückfeuerten. War Moody getroffen?
Er wünschte sich, dass sie sich nicht so weit verteilt hätten. Das würde ein schwieriger Kampf werden. Er schlich hinter die Drei Besen und beschloss, von der Gasse aus anzugreifen und sich einen Weg außen herum zu bahnen. Er wollte nicht damit anfangen, die Mitte der Todessergruppe anzugreifen, nur um sich dann gegen zwei Seiten verteidigen zu müssen. Wenn er in der Lage sein würde, die Todesser alle vor ihm zu behalten, könnte er es vielleicht sogar schaffen.
Harry hielt sich nicht zurück. Er konnte es nicht riskieren, dass einer seiner Gegner mit einem einfachen Ennervate wieder Teil des Kampfes sein konnte. Also verwendete er diesmal keine einfachen Schockzauber, um seine Gegner zu betäuben. Er hatte seit einigen Wochen schon einen mächtigeren Schockzauber geübt. Es war an der Zeit, um zu sehen, wie sich Everbero in Aktion bewährte.
Als er von der Gasse aus seinen falschen Zauberstab hob, richtete er ihn auf sein zweites Ziel. Seine linke Hand war auf sein erstes Ziel gerichtet. Harry drückte seine Magie hinaus und zwei tiefrote Lichter schossen hinaus aufs Schlachtfeld. Als der erste Mann getroffen wurde, wurde dessen Körper in die Luft und mehrere Meter weiter befördert. Wie der Zufall es wollte, traf er direkt auf einen weiteren Todesser. Das zweite Ziel wurde in die Mauer des Gebäudes auf der anderen Straßenseite befördert und blieb zusammengesunken auf dem Boden liegen. Jeder richtete seine Aufmerksamkeit auf Harry, als er aus den Schatten trat.
„Ist das eine geschlossene Gesellschaft oder kann jeder mitmachen?", fragte Harry laut. Und dann brach die Hölle aus.
Durch die Ablenkung, die sein Auftauchen verursachte, konnten die beiden verbleibenden Ordensmitglieder zwei der Todesser betäuben. Harry währenddessen gab jegliche Täuschungen auf. Er hielt ein Schutzschild mit seiner linken Hand aufrecht, während er Zauber mit seinem falschen Zauberstab abfeuerte. Einige der Todesser kamen zur Besinnung und feuerten wieder auf die Ordensmitglieder, während ungefähr zehn der schwarzgekleideten Personen sich auf Harry konzentrierten.
Harry begann auf alles, das sich bewegte, Everbero zu feuern. Die meisten waren in der Lage, ein Schutzschild zu errichten, dass stark genug war, um den Zauber abzuwehren. Er bemerkte, dass einer der Todesser nicht so glücklich war. Er wurde ebenfalls über das Schlachtfeld geschleudert. Harry war immer in Bewegung. Er blieb niemals stehen, um zu verhindern, dass er getroffen wurde. Es wurden nicht nur Schockzauber und geringfügige Flüche in seine Richtung geschickt, und er war sich nicht sicher, ob sein Schutzschild alles blockieren konnte.
Harry achtete besonders auf die Farben der Zauber, die in seine Richtung flogen. Alles, das dem Grün des Todesfluchs oder dem braunorange des Crucio ähnelte, vermied er unter allen Umständen, auch wenn das bedeutete, dass er in den Weg eines anderen Zaubers trat. Er musste einfach hoffen, dass sein Schutzschild ausreichte. Harry feuerte weiterhin auf seine Angreifer, aber er machte wenig Fortschritte. Mit so vielen von ihnen war es schwer, einen von ihnen aus dem Kampf auszuschalten.
Wenn einer aufhörte, ihn anzugreifen, um ein Schutzschild zu errichten, waren noch immer neun oder zehn da, um Harry mit Zaubern zu bombardieren. Er wusste, dass er einen Weg finden musste, um das Verhältnis auszugleichen. Die Frage war nur: Wie? Das Problem war, dass die Todesser alle rechtzeitig ein Schutzschild errichten konnten, um seine Angriffe abzuwehren. Er konnte ihnen nicht weiterhin die Zeit lassen, um dies zu tun, denn er würde in einem Kampf wie diesem schnell ermüden.
Manche würden seine nächste Handlung als selbstmörderisch bezeichnen, aber für Harry war es der einzige Weg, den er sah, um den Kampf zu gewinnen. Statt Abstand zu den Todessern zu halten, griff Harry sie an. Er hielt weiterhin sein Schutzschild aufrecht, um den Ansturm von Zaubern aufzuhalten und er wich den gefährlich gefärbten Zaubern aus, aber er begann, müde zu werden. Er wusste, dass er nicht in der Lage sein würde, dass Schutzschild viel länger aufrecht zu erhalten. Das machte es umso wichtiger, den Kampf schnell zu beenden.
Durch seine Nähe begann Harry Treffer zu landen. Er schaffte es, einen seiner Gegner mit einem mächtigen Schockzauber und einen anderen mit einem Schneidezauber an seinem Arm zu erwischen. Ein unerwarteter Vorteil seiner neuen Strategie war, dass die Todesser nun vorsichtig mit ihren eigenen Zaubern sein mussten, bevor sie noch ihre eigenen Kameraden trafen. Die grünen Lichter waren gar nicht mehr und die orangenen Lichter nur hin und wieder zu sehen. Harry konnte zwei weitere Todesser mit Everbero betäuben, bevor er wusste, dass er sein Schutzschild aufgeben musste.
Kingsley und Minerva wurden nun nur noch von einer Handvoll Todesser bedroht. Sie waren also in ihren Handlungen nicht mehr wie zuvor so eingeschränkt. Die Todesser griffen sie unentwegt an, aber sie konnten nun mehrere eigene Zauber auf den Weg schicken. Kingsley schaffte es dank McGonagalls talentierter Verwandlungskunst, einen ihrer Angreifer zu betäuben. Sie verwandelte einen Stein in eine Katze. Sie sandte sie aus, um ihre Gegner abzulenken und gab Kingsley damit die Gelegenheit, den Todesser zu betäuben, während die Katze ihm seine Beine zerkratzte. Sie hatten keine Idee, wer zu ihrer Rettung gekommen war, noch hatten sie viel Zeit oder Energie, um zu sehen, wie es ihm erging. Sie konnten nur hoffen, dass er sie lange genug aufhalten konnte, so dass sie ihre eigenen Gegner ausschalten konnten.
Harry hatte nur noch sechs Gegner, als er schließlich seinen Schutzschild aufgeben musste und einer von ihnen hatte einen verletzten Zauberstabarm. Harry war bereits erschöpft, aber er konnte es sich nicht erlauben, an Tempo zu verlieren. Er durfte nicht aufhören, sich zu bewegen, vor allem nun, da sein Schutzschild nicht länger da war, um ihn zu beschützen. Er rollte zur Seite, so dass ein lilaner Zauber ihn nicht traf und schoss ein Everbero auf einen der Todesser, als er wieder auf seine Füße sprang und damit ihre Anzahl auf fünf reduzierte.
Er wich einem gelblichen Fluch aus, indem er sich zu Boden warf und sandte gleichzeitig einen Schockzauber. Vier übrig. Er rollte sich zur Seite, um einem weiteren Lichtstrahl auszuweichen, aber er war ein wenig zu langsam. Der Fluch traf ihn an seiner linken Schulter und schnitt fast bis zu seinem Ellenbogen hinunter. Harry schrie vor Schmerzen auf, stand aber schnell wieder auf und ignorierte es so gut er konnte. Er warf einen weiteren Everbero zu dem Todesser, der ihn getroffen hatte. Der Mann versuchte ein Schutzschild zu errichten, um den Zauber aufzuhalten, aber Harry war wütend. Und sein Zauber spiegelte seinen Ärger wieder. Der rote Zauber brach das Schild entzwei und traf den Todesser in die Brust. Der Zauber hatte ein bisschen weniger Kraft, aber genug, um ihn zu betäuben. Nur noch drei übrig.
Harry rollte zur Seite, weg von einem orangenen Zauber. Unglücklicherweise rollte er durch diese Tat auf seinen verletzten Arm. Er musste ein Schmerzensschrei zurückhalten, während er sich weiterhin bewegte und einem gelblichen Zauber auswich. Diese Tat brachte ihn jedoch direkt in die Bahn eines anderen Zaubers. Ein weiterer Schnitt erschien direkt unter seinen Knie auf seiner Beinrückseite bis hinunter zu seiner Wade. Ein Schrei des Schmerzes und der Wut entwich seinen Lippen und er schoss einen Knüppelfluch auf seinen Gegner. Dessen Schutzschild war nicht schnell genug errichtet oder konnte zumindest den Fluch nicht entkräften. Der Mann wurde außer Sichtweite geschleudert. Nur noch zwei übrig, die besiegt werden mussten.
McGonagall und Kingsley versuchten dieselbe Taktik bei ihrem nächsten Gegner anzuwenden, aber er war auf sie vorbereitet. Er schoss einen Reduktorfluch in Richtung der Katze, als diese sich ihm näherte und hatte Zeit genug, um Kingsleys Schockzauber abzuwehren. Minerva McGonagall war jedoch niemand, die leicht aufgab. Sie verwandelte drei Katzen und sandte sie alle zu ihm. Dies war zu viel für den Mann, und er fiel ebenfalls Kingsleys Schockzauber zum Opfer. Sie wiederholten diese Taktik noch einmal, um einen weiteren Todesser auszuschalten.
Da nur noch zwei Todesser übrig waren, die ihre Position umzingelten, riskierten sie es, in die Offensive zu gehen. Kingsley konnte seinen Gegner schnell besiegen, während McGonagall ihren eigenen Feind bekämpfte. Sobald Kingsley seinen Todesser überwunden hatte, konnte Minervas' sich nicht lange gegen zwei Gegner behaupten. Die beiden Ordensmitglieder wandten sich zu ihrem mysteriösen Retter und sahen, wie ein Schneidezauber ihn an seiner Wade traf und den antwortenden Knüppelfluch, der seinen Angreifer durch die Luft fliegen ließ.
Die beiden kamen ihm schnell zu Hilfe und waren in der Lage, einen der übrig gebliebenen Angreifer zu überwinden. Der letzte Todesser schien zu erkennen, dass er der einzige war, der noch übrig war, da er seinen Angriff aufgab. Stattdessen griff er in seine Robe und rief laut: „Aktivieren". Das Feld, das mit Todessern übersät gewesen war, war nun abgesehen von den zwei Ordensmitgliedern, die wenige Meter entfernt von dem Fremden standen, leer.
„Scheiße", schrie Harry eloquent. Er fiel auf seine Knie und schlug frustriert gegen den Boden. Dann schien er sich an seine Verletzungen zu erinnern, denn er hielt mit seiner rechten Hand seinen linken Arm, während seine linke Hand sein rechtes Bein berührte.
„Ganz ruhig", beruhigte Minerva und trat näher zu ihm. „Sieht so aus, als wärst du getroffen worden. Lass uns mal schauen, wie schlimm es ist."
Harrys Kopf fuhr hoch und er schien das erste Mal ihre Nähe zu bemerken. „Ungefähr zehn Todesser sind in Gassen in der ganzen Stadt versteckt. Ich habe ihre Portschlüssel verschwinden lassen, sie sollten also noch da sein. Ich muss gehen", sagte er ihnen und stand unsicher auf.
McGonagall trat näher zu ihm und hielt ihre Hand in einer beruhigenden Geste hoch: „Warte. Du bist nicht in der Verfassung, um alleine wegzugehen. Lass uns erst deine Wunden behandeln. Wir schulden dir wenigstens so viel für deine Rettung. Wo hast du gelernt, so zu kämpfen?"
„Es tut mir leid", sagte Harry und schüttelte seinen Kopf. „Aber ich muss gehen. Ich bin froh, dass es euch gut geht." Er disapparierte mit einem Knall.
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Er tauchte an seinem üblichen Apparierpunkt am Stadtrand von Hogsmeade wieder auf. Er hielt seine rechte Hand an seine linke Schulter und begann seinen Arm zu heilen. Das einzige, was er zuvor geheilt hatte, waren kleine Schnittwunden, Schrammen und Prellungen. Er hatte nie zuvor versucht, solch eine Wunde zu heilen. Er hoffte nur, dass er dazu in der Lage sein würde.
Ein sanftes blaues Leuchten erschien auf der Wundenoberfläche. Es breitete sich langsam über den restlichen Arm aus, als Harry den Heilungszauber ausführte. Während es sich langsam über seinen Arm ausbreitete, bemerkte Harry, dass es die Wunde heilte. Es war nicht perfekt und ließ eine Narbe zurück, aber es war genug für den Moment. Nach einer Minute hatte er die Wunde vollständig geschlossen und er richtete seine Aufmerksamkeit auf sein Bein. Nach einer weiteren Minute war diese Wunde ebenfalls geschlossen.
Beide Wunden waren vernarbt, und es war deutlich, dass er in einem Kampf gewesen war, aber er würde sich später darüber Sorgen machen. Für den Moment musste er zurück nach Hogwarts kommen, bevor jemand seine Abwesenheit bemerkte. Er verwandelte sich in eine Eule und erhob sich in die Lüfte. Als Eule war seine Nachtsicht merklich besser und er konnte Hogwarts deutlich in der Entfernung sehen. Er bemerkte, dass sein linker Flügel etwas empfindlich war und sein rechtes Bein schmerzte ein wenig. Seine Wunden in seiner menschlichen Gestalt mussten sich in seine Eulengestalt übertragen haben, überlegte er.
Er brauchte nur wenige Minuten, um das Schloss zu erreichen. Er landete in der Eulerei. Nachdem er kurz Hedwig begrüßt hatte, landete er und verwandelte sich zurück in seine menschliche Gestalt. Er suchte seinen Tarnumhang aus seinem Koffer heraus und warf ihn sich um. Er machte sich auf den Weg in sein Büro, um seine blutige Kleidung zu wechseln, bevor er zurück zum Gryffindor-Gemeinschaftsraum ging.
Auf seinem Weg traf er niemanden, wofür er sehr dankbar war. Als er sein Büro erreichte, holte er seinen Koffer heraus und trat hinein. Er ging in das Badezimmer und zog seine Klamotten aus. Er trat unter die Dusche, um sich zu säubern. Sollte jemand anders außer Ginny noch wach sein, wäre es nicht gut, wenn sie ihn verschwitzt und verschmutzt sehen würden. Außerdem: Er wollte nicht unbedingt in dem ganzen Dreck schlafen. Obwohl die Dusche für seinen schmerzenden und müden Körper sehr entspannend war, versuchte er, die Dusche kurz zu halten, da er Ginny nicht warten lassen wollte. Er wusste, dass sie noch immer wartend im Gemeinschaftsraum sein würde, um sicherzugehen, dass er es heil nach Hause geschafft hatte.
Einige Minuten nachdem er die Dusche betreten hatte trocknete Harry sich widerstrebend ab. Er zog seine Schuluniform an und veränderte sein Aussehen wieder zu seinem normalen, bevor er den Koffer verließ. Er schrumpfte ihn und packte ihn wieder in seine Hosentasche, bevor er sein Büro verließ, um zum Gryffindor-Gemeinschaftsraum zu gehen. Sein Bein und Arm schmerzten noch immer und zwangen ihn dazu, sich auf seine Bewegungen zu konzentrieren. Er stellte sicher, dass er mit keinem wahrnehmbaren Humpeln lief, nur für den Fall, dass ihn jemand sah. Und er wollte nicht, dass Ginny sich Sorgen machte, wenn sie ihn sah.
Er erreichte das Porträt der Fetten Dame ohne Probleme und kroch schnell hindurch. Es war spät, aber nicht so spät, dass es ungewöhnlich gewesen wäre, noch jemanden anzutreffen. Also war sich Harry nicht sicher, was er erwarten sollte, als er eintrat. Er hoffte, dass der Raum verlassen war, aber er zählte nicht darauf. Er konnte sich schon Hermine vorstellen, die dort saß und auf seine Rückkehr wartete, nur so dass sie ihm eine Standpauke halten konnte. Doch das Glück war mit ihm, nur eine Person war im Raum, und sie saß vor dem Feuer und starrte auf das Porträtloch.
Als Harry hindurchkletterte, sprang sie von ihrem Stuhl auf und rannte zu ihm. Sie schlang ihre Arme um ihn, und Harry konnte ein Zusammenzucken nicht unterdrücken, als sie seinen verletzten linken Arm drückte. Er hoffte, dass sie es nicht bemerken würde, wurde aber enttäuscht.
Sie wich sofort zurück. „Bist du in Ordnung?", flüsterte sie hektisch und musterte ihn genau. Ihre Augen sprangen von seinen Augen zu seinem Arm. „Bist du verletzt? Musst du zum Krankenflügel gehen? Was ist passiert?"
Harry hielt einen Finger an ihre Lippen, um sie zum Schweigen zu bringen. Es erfüllte seinen Zweck. Sobald seine Finger ihre Lippen berührten, stoppte sie abrupt und erstarrte. „Schhh. Mir geht es gut. Lass uns hinsetzen, und ich werde dir erzählen, was passiert ist. Aber nur ganz schnell, ich bin erschöpft."
Sie nahm ihn behutsam an seinem rechten Arm und führte ihn zu einem Sofa nahe dem Kamin. Es brannte noch immer ein kleines Feuer im Kamin, aber es würde nicht mehr lange dauern, bis nur noch Glut da sein würde. Es war noch immer genug, so dass er die Wärme des Feuers fühlen konnte. Sobald sie sich gesetzt hatten, sagte sie: „Was ist passiert?"
Harry seufzte und erzählte die Geschichte. Er erzählte ihr über seine Reise zum Grimmauld Platz und wie er sich in einer Ecke versteckt hatte, nachdem ihre Mutter die Nachricht entgegengenommen hatte. Er erzählte ihr von dem ersten Flohanruf und wie alle zur Winkelgasse gegangen waren und wie ein zweiter Flohanruf kam und um Verstärkung für Hogsmeade gebeten hatte. Er erzählte ihr, dass er nach Hogsmeade gegangen war, da zu diesem Zeitpunkt niemand außer ihrer Mutter im Hauptquartier gewesen war.
Er gab ihr eine kurze Zusammenfassung über die Geschehnisse in der Stadt. Er hatte mehrere Todesser besiegt, die in der Stadt waren, ihr eigenes Ding durchzogen und wahllos Zerstörungen anrichteten. Dann erzählte er ihr, wie er die Todesser, die die drei Ordensmitglieder umzingelt hatten, konfrontiert hatte. Sie japste, als er ihr erzählte, dass ihn eine Gruppe von mehr als zehn Todessern angegriffen hatte und sie drückte seine Hand. Er erzählte ihr, dass er es geschafft hatte, sie einen nach dem anderen zu besiegen, aber dass Schneidezauber ihn an seinem linken Arm und an der Wade seines rechten Beines erwischt hatten. Er ließ sie wissen, dass er in der Lage gewesen war, die beiden Wunden zu heilen, aber dass sie noch immer ein wenig empfindlich waren, was der Grund war, warum er vor Schmerzen zusammengezuckt war, als sie ihn so enthusiastisch begrüßt hatte.
„Es tut mir so leid, Harry", entschuldigte sie sich sofort. „Hätte ich gewusst, dass du verletzt bist ..."
„Schh, Ginny", ließ Harry sie verstummen und schüttelte seinen Kopf. „Du konntest es nicht wissen. Es ist alles in Ordnung. Ich bin kein so talentierter Heiler wie Madame Pomfrey. Es wird also wahrscheinlich ein oder zwei Tage dauern, bis ich vollständig geheilt bin."
„Bist du sicher, dass du nicht zum Krankenflügel gehen musst", fragte sie ihn. „Was, wenn sie vernarben?",
„Dann werde ich zwei weitere Narben haben, um sie meiner Sammlung hinzuzufügen", versuchte Harry zu scherzen. Sie sah nicht amüsiert aus. „Schau, Ginny. Ich kann nicht zum Krankenflügel gehen. Was würde ich ihr sagen? Außerdem haben McGonagall und Shacklebolt meine Verletzungen gesehen. Sie würden nicht lange brauchen, um zwei und zwei zusammenzuzählen und zu erkennen, dass ich dort draußen gewesen bin. Ich kann es mir nicht erlauben, das geschehen zu lassen."
Sie seufzte, gab aber nach. „Na schön. Aber wenn sie dir in ein paar Tagen noch immer Schmerzen bereiten, wirst du zu Madame Pomfrey gehen, selbst wenn ich dich betäuben und dich selber in den Krankenflügel schleifen muss."
„Deal", stimmte er zu.
Sie war noch immer angespannt, aber entspannte sich ein wenig, als er sein Einverständnis gab. „Was ist also als nächstes passiert?", wollte sie wissen.
„McGonagall und Kingsley müssen es geschafft haben, die Todesser, die sie noch immer umzingelten, zu betäuben, denn sie kamen und besiegten einen der zwei Todesser, die mich noch immer angriffen", erklärte Harry. „der letzte muss erkannt haben, dass er der einzige war, der noch übrig war, denn er aktivierte einen Portschlüssel und nahm alle Todesser mit sich."
„Oh nein", rief Ginny aus, wenn auch leise, um nicht halb Gryffindor aufzuwecken.
„Ich weiß", fühlte Harry mit ihr. „aber wenigstens konnte ich die Portschlüssel der Todesser verschwinden lassen, die ich davor betäubt hatte. Wenigstens sie sollten nun in Ministeriumsgewahrsam sein. Es war also kein totaler Verlust."
„Das ist wahr" gab sie zu. Sie fuhr mit ihrer Hand durch ihre langen roten Haare und seufzte müde: „Ich kann noch immer nicht glauben, dass du in dieser Nacht zwanzig Todesser bekämpft hast. Was zum Teufel hast du dir dabei gedacht, als du diese Gruppe angegriffen hast? Du hättest ganz schnell getötet werden können" Sie schimpfte, aber er konnte in ihren Augen sehen, dass sie nicht wirklich wütend auf ihn war, sondern besorgt um ihn war.
„Ich konnte sie nicht einfach McGonagall und Kingsley angreifen lassen. Zu diesem Zeitpunkt war Moody schon ausgeschaltet. Es war nur eine Frage der Zeit, bis die anderen beiden ebenfalls besiegt gewesen wären. Ich konnte das einfach nicht zulassen", flehte Harry Ginny praktisch an, ihn zu verstehen. „Ich habe alles getan, um so viele wie möglich auszuschalten, ohne die anderen es wissen zu lassen. Aber die ganze Gruppe konzentrierte sich auf die beiden. Ich konnte nichts anderes tun außer sie anzugreifen."
Ihre Augen wurden glasig und er fürchtete, dass sie weinen würde. Er hatte nicht die beste Erfolgsbilanz, wenn es darum ging, sich um weinende Mädchen zu kümmern. „Ich will dich nicht verlieren", sagte sie schniefend. „Wir haben gerade erst begonnen, Freunde zu werden und ich kann mir nicht vorstellen, wie es hier ohne dich wäre. Ich wünschte mir, du wärst vorsichtiger." Sie wischte sich mit einer Hand über ihre Augen, um die Tränen wegzuwischen, die begonnen hatten zu fallen. Sie rutschte dann vorsichtig aber entschlossen näher zu ihm und schlang ihre Arme um ihn, bedacht darauf, seinen linken Arm nicht zu berühren.
Er erwiderte ihre Geste, schlang seine Arme um sie und flüsterte in ihr Ohr: „Schhh. Es ist alles in Ordnung. Mir geht es gut. Ich gehe nirgendwohin. Wir haben noch immer ein Date vor uns. Ich würde diese Verabredung nicht verpassen wollen, nicht wahr?" Er flüsterte weiter in ihr Ohr, während sie ihn festhielt. Er strich ihr unbeholfen mit einer Hand über ihren Rücken in dem Versuch, sie zu trösten. Als er sie hielt, ihr Kopf in seiner Halsbeuge gelegt, drang ein blumiger Duft von ihrem Haar in seine Sinne. Seine Erschöpfung überkam ihn schließlich und er schlief ein.
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Ginny hatte einen wunderschönen Traum. Er war nicht besonders aufregend oder so; sie tat nicht einmal wirklich etwas. Sie lag nur auf dem Rücken und verbrachte Zeit mit ... mit ... nun, mit jemanden, den sie sehr gern mochte. Sie wurde von ihm im Arm gehalten, während sie zusammen draußen auf einer grasbedeckten Anhöhe lagen und hinauf zum Himmel schauten. Es war ein sehr friedvoller Tag. Es war warm, aber nicht unangenehm warm. Eine leichte Brise wehte und die beiden umarmten sich.
Sie redeten nicht miteinander. Reden schien zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich notwendig zu sein. Es war genug, einfach zusammen zu sein, in den Armen des anderen zu entspannen und den Tag zu genießen. Er bewegte sich leicht und sie reagierte, indem sie sich näher an ihn schmiegte, die Wärme seines Körpers und seiner Arme um sie herum genoss.
Sie konnte es jedoch nur einen Moment lang genießen, bevor sie erkannte, dass etwas nicht stimmte. Er schien besorgt oder über etwas besorgt zu sein. Sein Körper hatte sich plötzlich angespannt und er schien seine Arme nicht still halten zu können. Nein, nichts war, wie es sein sollte.
Als sie anfing, zwei und zwei zusammenzuzählen, verschwand die wunderschöne Umgebung. Der Körper, der sie hielt, blieb derselbe, aber sie waren nicht länger draußen und er war unglaublich angespannt. Sie öffnete müde ihre Augen und konnte nur Dunkelheit sehen. Es war keine tiefe Dunkelheit, als gäbe es kein Licht und sie schaute in die Schatten. Nein, dieses schwarz war anders und sie erkannte schnell, warum. Es war schwarzer Stoff. Ihre Hand lag darauf. Sie bewegte sie versuchsweise und erkannte schnell, auf was sie lag.
Sie kuschelte auf dem Sofa mit einem Jungen, aber nicht nur irgendeinem Jungen. Sie war in den Armen von Harry Potter eingeschlafen. Das ließ ein verwirrtes Lächeln auf ihrem Gesicht auftauchen, aber dann realisierte sie, warum sie gemeinsam eingeschlafen waren. Der Blödmann war losgegangen und hatte sich beinahe selbst umgebracht. Manchmal fragte sie sich, wie er so unglaublich leichtsinnig mit seinem Leben umgehen konnte, während er zur gleichen Zeit so besorgt um alle anderen war. Er war definitiv ein Rätsel.
Dann murmelte er etwas. Sie hörte nicht, was er sagte, ob er überhaupt etwas Zusammenhängendes gesagt hatte, aber es war genug, um sie von ihren Gedanken abzulenken. Irgendetwas stimmte nicht mit Harry. Er hatte sich versteift und zitterte leicht. Er japste. Sie drehte ihren Kopf zu ihm und sah, wie er seinen Kopf hin und her schüttelte, als hoffte er eine unbekannte Kraft abzuwehren. Er hatte sein Gesicht verzogen und er sah aus, als hätte er furchtbare Schmerzen. Er biss sich auf die Lippe und sie durchfuhr ein Schock, als sie bemerkte, dass ein Tropfen Blut sein Kinn hinunterrann.
„Harry", flüsterte sie und versuchte, den Jungen zu wecken. Sie bekam keine Reaktion. „Harry", sagte sie ein bisschen lauter und schüttelte ihn ein wenig. Er antwortete noch immer nicht, aber der schmerzerfüllte Ausdruck auf seinem Gesicht wuchs. Eine seiner Hände fuhr zu seiner Narbe und das Blut, das sein Kinn hinunterlief, begann sich anzusammeln. Er biss sich noch immer auf seine Lippe.
„Harry", rief sie drängender und schüttelte ihn kräftig. Als er noch immer nicht reagierte, stand sie vom Sofa auf.
Sobald sie verschwunden war, krümmte er sich zusammen und wimmerte kläglich. Es brach ihr das Herz, ihn so zu sehen. Er war sonst so stark und Herr der Lage. Und sie wusste, dass er sich niemals vor niemanden verwundbar zeigen wollte. Doch hier war er, hilflos und schwach. Sie wusste nicht was sie tun sollte. Sie konnte ihn nicht aufwecken, aber er schien zu leiden. Er griff sich an seine Narbe, die Wahrscheinlichkeit war also hoch, dass es etwas mit Voldemort zu tun hatte. Sie dachte darüber nach, jemanden zu holen, aber sie wollte ihn nicht alleine lassen, und sie war sich sicher, dass er nicht wollte, dass sie übermäßige Aufmerksamkeit auf ihn lenkte.
Sie kämpfte mit sich selbst, unsicher, was sie machen sollte, bevor sie schließlich ihre Entscheidung traf. Sie setzte sich neben ihn auf die Couch und begann mit ihrer Hand sanft über seine Wange zu streicheln. Sie hatte beschlossen, dass sie wenigstens versuchen würde, Harry zu trösten, so gut sie konnte. Von dem wenigen, was sie über Harrys Episoden mit seiner Narbe wusste, gab es wenig, das getan werden konnte außer zu warten. Sie war nicht zufrieden damit sich zurückzulehnen und ihm beim Leiden zuzuschauen. Doch ein kleiner Trost inmitten seiner Qualen war alles, das sie tun konnte.
Er zuckte zusammen, als sie das erste Mal seine Haut berührte und sie fragte sich, ob es wirklich so eine schlaue Idee gewesen war. Aber nach einem Moment schien er sich etwas zu entspannen und die Präsenz ihrer Hand zu akzeptieren. Sie fuhr leicht mit ihrer Hand über sein Gesicht und begann dann mit seinen Haaren zu spielen. Sie massierte sanft seine Kopfhaut und drehte sein Haar um ihre Finger. Sie fuhr dann mit ihren Händen durch sein schulterlanges Haar.
Sie fragte sich, warum er in diesem Sommer sein Haar hatte wachsen lassen. War es nur, um ihm mit seiner Tarnung zu helfen? Mochte er es so? Hatte er seine alte Frisur nicht gemocht? Sie hatte sein Haar immer gemocht. Sicher, es war unordentlich und nicht zu bändigen, aber es war unfassbar süß. Und sie dachte, dass es gut zu ihm passte. Sie mochte seine neue Frisur ebenfalls, aber sie vermisste seine alte Frisur ein wenig.
Während sie sanft durch sein Haar fuhr, begann Harry nach und nach sich zu entspannen. Er entrollte sich aus seiner Embryohaltung und Ginny ermunterte ihn dabei. Sie flüsterte ihm beruhigende Worte zu und legte seinen Kopf in ihren Schoss. Sie fuhr mit ihren Handbewegungen fort. Ihre linke Hand spielte nun mit seinen Haaren, während ihre rechte Hand seine linke Hand hielt, die auf seiner Brust lag. Immer wieder drückte sie sanft die Hand in dem Versuch, ihm Trost zu geben. Sie war froh, dass er immer wieder ebenfalls ihre Hand drückte.
Sie beobachtete sein Gesicht, als er nun gegen Albträume kämpfte, die ihn plagten. Seine rechte Hand war noch immer gegen seine Narbe gepresst, aber sie bemerkte, dass er nicht mehr so verkrampft war. Sie bemerkte voller Dankbarkeit, dass er aufgehört hatte, auf seine Lippe zu beißen. Immer wieder japste er vor Schmerzen, aber es schien sich nun beruhigt zu haben. Er murmelte auch von Zeit zu Zeit zusammenhanglos.
Die Minuten vergingen einige Zeit auf diese Weise, bevor sie irgendwelche Veränderungen bemerkte. Er hatte seinen Arm zur Seite fallen lassen und sein Körper entspannte sich merklich. Er war noch immer ein wenig verspannt, aber es war nun nicht mehr so deutlich. Es schien so, als sei das Schlimmste vorbei. Sie hielt weiterhin seine Hand und spielte mehrere Minuten lang mit seinem Haar, um sicherzugehen, dass er keinen Rückfall haben würde.
Schließlich überzeugt, dass das Schlimmste vorbei war, versuchte sie noch einmal den dunkelhaarigen Jungen aufzuwecken. Sie löste ihre Hand aus seiner, packte ihn vorsichtig an der Schulter und schüttelte ihn sanft. Sie war froh zu sehen, dass er dieses Mal wenigstens reagierte, auch wenn er nicht ganz aufwachte. Er schlug müde mit einem Arm nach ihr und murmelte etwas in seinen nicht vorhandenen Bart. Sie schüttelte ihn noch einmal. „Wach auf, Harry."
Er öffnete schließlich seine Augen und er starrte nur. Grüne Augen trafen auf braune und das Paar erstarrte für einen langen Augenblick, während Harry die Dinge verarbeitete. Er schaffte es schließlich, „Ginny, was ist passiert?" zu krächzen.
„Schh, alles ist okay", versicherte sie ihm ruhig. Seine Stimme hörte sich ein wenig kratzig an, aber nicht übermäßig. „Du hattest eine Vision oder einen Albtraum oder so etwas, aber es ist jetzt vorbei. Alles ist gut." Sie hielt ihre Stimme sanft, da sie ihn nicht aufregen wollte. Sie wollte, dass er entspannt blieb.
„Voldemort war wütend", sagte er ihr, die Stirn gerunzelt und seine Augenbrauen zusammengezogen. Er leckte nervös über seine Lippen und schrak zusammen, als er die kupferne Substanz auf seinen Lippen schmeckte. Seine linke Hand fuhr zu seiner Lippe und er musterte sie genau, als er sie in sein Blickfeld lenkte und das Blut sah, das er weggewischt hatte.
„Du hast dir auf die Lippe gebissen", erklärte Ginny. Sie begann wieder sanft mit ihren Fingern durch sein Haar zu fahren. „Ich wusste nicht, was ich tun sollte", meinte sie. „Wir sind beide eingeschlafen und ich bin aufgewacht, als ich spürte, wie du dich verspanntest und angefangen hast, dich hin und her zu werfen. Als ich dich japsen gehört habe, habe ich in dein Gesicht geschaut und gesehen, dass du Schmerzen hast. Du hast dir auf die Lippe gebissen und deine Narbe gehalten. Ich habe versucht, dich aufzuwecken, aber du hast nicht reagiert, also habe ich irgendwann aufgegeben. Ich habe darüber nachgedacht, Hilfe zu holen, habe mich aber dagegen entschieden. Von dem, was ich über deine Narbenschmerzen weiß, musst du sie aushalten. Und ich weiß, dass du es nicht magst, unnötige Aufmerksamkeit auf dich zu lenken. Also habe ich mich damit zufrieden gegeben, dich so gut wie ich konnte zu beruhigen, bis es vorbei war." Sie wusste, dass sie etwas faselte, aber sie wusste nicht, was sie sonst tun konnte.
„'Tschuldige", sagte er als er sich aufsetzte und etwas von ihr wegrutschte. „Ich wollte nicht, dass du dir Sorgen machst. Er war wütend, dass seine Angriffe nicht genau so verlaufen sind wie geplant. Es hat sich so angehört als hätte es mehr als nur die beiden Angriffe von denen ich gehört habe gegeben. Aber er war auch ziemlich zornig über die Winkelgasse und Hogsmeade."
„Du musst dich für nichts entschuldigen, Harry", sagte sie und lächelte ihn leicht an. „Ich wünschte mir nur, dass es mehr gäbe, das ich für dich hätte tun können. Ich habe mich so hilflos gefühlt. Und dich so zu sehen hat mir Angst gemacht."
„Entschuldigung", sagte Harry wieder. Er sah für einen Moment nachdenklich aus bevor er fortfuhr: „Ich schätze, es ist nicht unbedingt schlecht, dass ich dich aufgeweckt habe. Ich kann mir die Reaktionen der anderen nicht einmal vorstellen wenn sie herunterkommen und uns schlafend auf der Couch finden würden."
Sie kicherte und stimmte ihm zu: „Du hast wahrscheinlich Recht. Ich kann mir schon vorstellen, wie Ron herunterkommt und dich zu einem Duell herausfordert, um meine Ehre zu verteidigen oder etwas ähnlich Dämliches."
Harry lachte gezwungen, aber es war nicht schwer, zu sehen, dass er nicht wirklich amüsiert war: „Wir sollten schlafen gehen. Wir werden so schon müde genug sein, ohne die halbe Nacht redend aufzubleiben."
„Ja", stimmte sie ihm widerstrebend zu. Etwas schien in ihm vorzugehen. Er war unnatürlich zurückhaltend. Es war verständlich angesichts der Nacht, die er gehabt hatte, Todesser bekämpfend und mit Visionen vom Dunklen Lord, aber sie konnte das Gefühl nicht abschütteln, dass es noch mehr war.
Sie trat zu ihm und umarmte ihn: „Gute Nacht, Harry."
Er stand steif in ihren Armen, aber er schlang ungelenk seine Arme um sie und klopfte ihr sanft auf den Rücken, als er „Gute Nacht, Ginny.", sagte.
Er löste sich aus der Umarmung und sie schaute zu, wie er sich zu der Jungentreppe schleppte und hinaufstieg. Ihr Blick löste sich nicht von ihm, bis er schließlich außer Sichtweite war. Es war eine unglaublich lange Nacht gewesen. Zuerst war sie fast außer sich vor Sorgen gewesen, als sie auf seine Rückkehr gewartet hatte. Sie war an diesem Abend kurzangebunden gewesen und sie wusste, dass sie sich wahrscheinlich am nächsten Tag bei ihren Freunden entschuldigen sollte.
Es war tatsächlich ihre gereizte Stimmung gewesen, die Ron und Hermine überzeugt hatten, ins Bett zu gehen ohne zu wissen, wo Harry war. Sie waren besorgt gewesen, als er nach Zapfenstreich nicht aufgetaucht war. Neville hatte sie daran erinnert, dass der Zapfenstreich nicht länger für Harry galt, was Hermine zum Anlass nahm, eine kurze Rede über das Missbrauchen von Privilegien zu halten. Sie hatte mehrere Minuten pausenlos geredet, als Ginny sie schließlich anfauchte. Sie hatte der Hexe mit den buschigen Haaren gesagt, sie solle sich um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern, dass sie nicht immer wüsste was das Beste für jeden sei und dass sie nicht immer Recht hatte.
Ginny wusste, dass sie übermäßig scharf mit ihren Worten gewesen war, aber nichts, das sie gesagt hatte, war eine Lüge gewesen. Hermine hatte ein Problem damit, sich immer in die Angelegenheiten anderer Leute einzumischen, selbst wenn diese dagegen protestierten, Und sie tendierte dazu, eine Ausstrahlung der Überlegenheit an sich zu haben ... Sie nahm einfach an, dass sie immer alles am besten wüsste und dass andere einfach ihren Ratschlägen folgen und darüber hinwegkommen sollen. Es konnte unglaublich frustrierend sein. Sie war einfach so verdammt sturköpfig und eigensinnig.
Zugegeben, meistens hatte sie recht, zumindest in unpersönlichen Angelegenheiten. Es war wenn sie ihre Nase in das Privatleben anderer steckte, dass sie wirklich nervig wurde. Wie beispielsweise die Unterhaltung die sie über Harry gehabt hatten. Hermine hatte sie getadelt, dass sie Harry in Watte packte und ihm erlaubte, seine Farce fortzuführen und ihm damit erlaubte, so zu tun, als würde kein Krieg stattfinden und sein Pate nicht wirklich verstorben war.
Und dann hielt sie ihr einen Vortrag darüber, wie sie Harrys verletzlichen Zustand ausnutzte. Das sei nicht die richtige Zeit, um eine Beziehung zu beginnen, war sie gewarnt worden. Sie war über die Unterstellung beleidigt. Sie hatte ihre Verknalltheit in Harry nie versteckt als sie jünger war und sie zahlte nun fortwährend dafür durch die Neckereien, denen sie von ihren Brüdern und ihren Klassenkameraden ausgesetzt war. Aber die meisten hatten aufgehört, nachdem sie anfing, andere Jungs zu treffen. Die einzigen beiden Freunde, die niemals etwas gesagt hatten, waren Hermine und Harry selber gewesen.
Dass Hermine es nun so ansprach und so weit ging, sie anzuklagen, Harry schnappen zu wollen, während dieser in einer „verletzlichen Verfassung" war, war absolut lächerlich. Zuerst einmal waren sie nur Freunde. Sie konnte verstehen, wie ihre Freunde einen falschen Eindruck bekommen könnten, aber sie einfach so anzuklagen, ohne jegliche Fakten zu prüfen, war unentschuldbar. Und zweitens weigerte sich Hermine, einfach zu glauben, dass es Harry tatsächlich gut gehen könnte. Trotz allen gegenteiligen Beweisen war Hermine überzeugt, dass Harry in Wahrheit innerlich am Boden zerstört war und dass er seinen Schmerz in einem Verteidigungsmechanismus ignorierte. Und sie war entschlossen, dass er es zugab, trotz seiner Beteuerungen, dass es vollständig falsch war.
Wenn man also ihre derzeitigen Gefühle gegenüber Hermine zu dem Stress hinzufügte, dass sie wusste, das Harry in diesem Moment um sein Leben kämpfen könnte, war es wirklich nicht unerwartet, dass Ginny ihre Gefühle gegenüber Hermine Worte verlieh. Und das ziemlich nachdrücklich. Natürlich war Hermine niemand, der Kritik einfach einsteckte. Sie klagte Ginny an, sein Verhalten zu ermuntern und damit das Problem zu verschlimmern.
Als die beiden begannen, hin und her zu argumentieren, hatten Ron und Neville unbemerkt von den beiden Mädchen sich still und heimlich zurückgezogen. Hermine war am Ende verstimmt weggegangen und hatte Ginny gesagt, dass sie sich offensichtlich keine Sorgen darum machte, was Harry zustieß oder wie spät er zurückkam, und sie könne daher aufbleiben und alleine auf ihn warten. Es war tatsächlich ziemlich glücklich, dass es so gelaufen war. Sie hätte Probleme damit gehabt, ihre Reaktion zu unterdrücken, als Harry schließlich zurückkam.
Davon abgesehen wäre Hermine zu diesem Zeitpunkt rasend vor Wut gewesen. Es war ziemlich spät, als er endlich durch das Porträtloch kroch. Sie hätte wahrscheinlich darauf bestanden, eine Suche nach ihm im Schloss zu starten, was sehr schlecht gewesen wäre. Das letzte, was sie brauchten, war Aufmerksamkeit auf Harrys Abwesenheit zu lenken. Und Hermine kennend hätte sie früher oder später etwas an Harrys oder Ginnys eigenen Verhalten bemerkt und wäre argwöhnisch geworden. Oder sie hätte vielleicht eine seiner Verletzungen bemerkt. Nein, es war definitiv besser, dass Ginny die einzige war, die auf Harry gewartet hatte.
Als sie an ihr Wiedersehen zurückdachte, konnte sie ihre Reaktion nicht fassen. Sie war vollständig zusammengebrochen. Aber mehr als ihre eigene Reaktion schockte sie, wie gut Harry die Situation gemeistert hatte. Er hatte sie in die Arme genommen und tröstende Worte geflüstert, bis sie sich schließlich beruhigt hatte und eventuell eingedöst war. Sie hatte ihn nie als besonders sensibel angesehen. Er schien sich in Situationen die viel Gefühl erforderte immer unbehaglich zu fühlen. Und sie erinnerte sich daran, von seinen Erfahrungen mit einer weinenden Cho im vorigen Jahr gehört zu haben. Er hatte das definitiv nicht so gut gehandhabt wie heute Nacht mit ihr.
Aber er schien eine ganz andere Person zu sein, als sie versuchte, den Dienst zu erwidern, erkannte sie nun. Als er auf ihrem Schoß aufgewacht war und sie angefangen hatte, wieder mit seinen Haaren zu spielen, schien er sich unwohl zu fühlen. Er hatte sich von ihr zurückgezogen und war schnell verschwunden. Es war alles so verwirrend. Warum war er so unwillig, Trost von ihr zu akzeptieren? Oder war er nur wegen der Nacht, die er gehabt hatte, nicht ganz auf der Höhe? Oder wegen der Vision? Er hatte gesagt, dass Voldemort wütend war. Vielleicht hatte er wieder Menschen gefoltert oder vielleicht hatte er sogar jemanden umgebracht. Das wäre genug, um jeden aufzuwühlen.
Sie seufzte. Es brachte nichts, die ganze Nacht wach zu bleiben und darüber nachzudenken. Vielleicht brauchte er nur eine geruhsame Nacht, um wieder zu seinem normalen Zustand zurückzukehren. Sie wusste, dass sie definitiv Schlaf benötigte. Sie würde einfach warten und sehen, wie die Dinge am nächsten Tag verliefen und solange abwarten. Das beschlossen, stand Ginny von der Couch auf und ging die Treppen zum Mädchenschlafsaal der Fünftklässlerinnen hinauf, wo sie in ihr Bett kletterte und schließlich einschlief.
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Es war eine abgekämpfte und müde Gruppe, die zusammengerufen wurde. Viele der Gesichter, die um den Tisch herum verteilt waren, waren mit Dreck und getrockneten Blut bedeckt. Auf manchen konnte man deutlich Spuren von getrockneten Tränen entdecken. Es war bereits eine lange Nacht gewesen, aber sie war noch nicht vorbei. Nicht für sie.
Am Kopfende des Tisches stand ein Mann auf. Normalerweise war er mit einer jugendlichen Energie gefüllt, die seiner alternden Erscheinung Lügen strafte. In dieser Nacht war diese Energie nicht vorhanden. In dieser Nacht waren jede seiner 150+ Jahre zu sehen. Das immerpräsente Zwinkern in seinen Augen war verschwunden, sein freundliches Lächeln vergessen. Es waren lange Jahre vergangen, seit jemand ihn in solch einer Verfassung gesehen hatte - um die fünfzehn Jahre, um genau zu sein.
Er betrachtete die Zusammenkunft der Hexen und Zauberer vor ihm und sah die erschöpften und kampfmüden Erscheinungen. Sie waren nun Teil eines ausgewachsenen Krieges. Voldemort war fertig damit im Hintergrund herumzuschleichen. Es würde kein Frieden mehr geben, nicht für lange Zeit. Voldemort war zurück, schlimmer als je zuvor. Der Krieg, der tatsächlich schon länger als ein Jahr andauerte, hatte nun offiziell begonnen. Diese Nacht war die erste von vielen mit Angriffen von Todessern, als ihre Terrorherrschaft wieder begann.
Aber für den Moment mussten sie sich auf die Geschehnisse dieser Nacht konzentrieren. Es war sozusagen Voldemorts Coming-Out Party gewesen. Und es markierte den Jahrestag, als der junge Harry Potter, kaum ein Jahr alt, die Herrschaft des Dunklen Lords das erste Mal beendet hatte. Er wusste, dass es derselbe Junge, nun sechzehn Jahre alt, sein würde, der Voldemort wieder aufhalten würde. Aber er war zu jung. Er war kein ebenbürtiger Gegner für Voldemort, der fünfzig Jahre mehr Erfahrung hatte.
Nein, bis Harry alt genug war, war es ihr Krieg. Sie konnten noch nicht gewinnen, aber das bedeutete nicht, dass sie nicht kämpfen konnten. Die anderen wussten davon natürlich nichts. Es wäre schrecklich für die Moral, zu wissen, dass sie keine Chance hatten, den Krieg in naher Zukunft zu beenden. Es waren noch viele Kämpfe auszufechten, bevor der junge Harry bereit sein würde, und sie mussten die Todesser so lange zurückhalten.
Aber er schweifte zu sehr in die Zukunft ab. Dieses Treffen war zustande gekommen, um über die Kämpfe zu reden, die in dieser Nacht stattgefunden hatten. Es hatte mehrere Angriffe gegeben, zu viele. Es hatte beinahe ihre gesamte Kraft benötigt, um nur den Angriff auf die Winkelgasse abzuwehren. Und trotz ihrer Anstrengungen hatten die Todesser massive Zerstörungen im Zentrum des Zaubererlebens in Großbritannien verursacht.
Es hatte ebenfalls einen Angriff auf Hogsmeade gegeben. Er war sich noch immer nicht sicher, wie sie es geschafft hatten, dort die Todesser abzuwehren. Minerva und Kingsley waren deutlich erschüttert gewesen, als sie im Hauptquartier ankamen. Sie waren zusammen mit Alastor praktisch verlassen in Hogsmeade zurückgeblieben. Alastor würde für das Treffen nicht da sein. Er war im Kampf von einem ziemlich gemeinen Fluch getroffen worden. Die Heiler in St. Mungos waren das letzte Mal, als er nachgefragt hatte, noch immer mit ihm beschäftigt gewesen.
Er war jedoch nicht der einzige, der nicht für das Treffen anwesend war. Emmeline Vance würde nie wieder einem dieser Treffen beiwohnen. Sie war in der Winkelgasse von einem Todesfluch getroffen worden. Er konnte nur Trost in der Tatsache finden, dass sie nicht gelitten hatte. Bill Weasley war ebenfalls schwer im Kampf verwundet worden, aber er würde überleben. Zusammen mit ihm fehlte auch seine Mutter Molly Weasley, die sich weigerte von seiner Seite zu weichen.
Schließlich sprach Dumbledore zu der versammelten Gruppe: „Wie wir erwartet haben, hat Voldemort diese Nacht gewählt, um den Beginn des Zweiten Krieges einzuläuten. Der Großteil seiner Truppen war auf die Winkelgasse gerichtet, wo die meisten von uns kämpften, um den Feind zurückzuhalten und um das Zentrum der britischen Zaubererwelt zu retten. Es wurde viel Schaden und Zerstörung angerichtet und wir haben einige Verluste erlitten, aber ich wage zu sagen, dass die Dinge nicht exakt so verlaufen sind, wie Voldemort es erwartet hatte."
Er hielt für einen Moment inne und atmete tief ein: „Wir waren in der Lage, die Todesser und Dementoren in der Winkelgasse mit minimalen Verlusten auf unserer Seite abzuwehren. Es hat jedoch fast alle unsere Mitglieder benötigt, um auch nur das zu bewerkstelligen. Dies ließ uns unvorbereitet, um uns um die anderen Angriffe der heutigen Nacht zu kümmern. Es gab mehrere kleine Angriffe auf Zauberer und Muggel in ganz Großbritannien, aber das andere Hauptziel war Hogsmeade. Wenn ich das richtig verstehe, waren Minerva, Alastor und Kingsley dort, um die Stadt zu beschützen. Alastor wird im Moment im St. Mungos behandelt, aber soweit ich weiß, ward ihr drei in der Lage, die Todesser ohne größeren Schaden an der kleinen Stadt zurückzuhalten. Minerva, könntest du uns bitte von eurem Kampf erzählen und wie ihr drei es fertig gebracht habt, eine Truppe von knapp dreißig Todesser aufzuhalten?"
Die normalerweise so gesammelte und strenge Professorin stand auf. Hätte einer ihrer Schüler sie jetzt gesehen, sie wären von ihrer Erscheinung schockiert gewesen. Ihr Haar, welches sonst in einem festen Dutt auf ihrem Kopf zurückgehalten wurde, lag wirr auf ihren Schultern. Ihr strenger Blick war verschwunden, ersetzt von einem nachdenklichen Blick, als versuche sie, ein Rätsel zu lösen. Sie nickte Albus zu und blickte über den Tisch hinweg zu Kingsley, dem einzigen Ordensmitglied, der wusste, was sie nun berichten würde.
„Um es deutlich zu sagen, Albus: Wir haben es nicht fertiggebracht. Die Todessergruppe aufzuhalten, meine ich. Wir drei waren schnell eingekreist. Wir haben uns neben einem Gebäude verbarrikadiert, während mehr als ein Dutzend Todesser uns in Schach hielten und uns daran hinderten, Boden zu gewinnen. Während wir so beschäftigt waren, konnte der Rest der Todesser die Stadt zerstören." Sie machte eine Pause und schüttelte den Kopf, bevor sie tief durchatmete und fortfuhr: „Wir waren hilflos. Sie hatten Anti-disapparierschutzzauber errichtet und damit verhindert, dass wir entkommen können. Wenn sie gewollt hätten, hätten sie uns ohne Probleme besiegen können, aber sie waren für den Moment damit zufrieden, mit uns zu spielen, was unweigerlich zu ihrem Niedergang führte.
Alastor wurde von einem Fluch niedergestreckt. Wir haben daher seinen Notfallportschlüssel aktiviert. Das ließ nur Kingsley und mich, um die Todesser aufzuhalten. Aber nur wenige Minuten später erreichte uns Hilfe. Keiner von uns hat gesehen, was passiert ist, aber jemand hat die Todesser, die uns umzingelten, angegriffen. Die meisten von ihnen haben sich dem neuen Gegner zugewandt und ließen damit nur eine Handvoll zurück, die uns bewachten. Wir konnten systematisch einen nach den anderen besiegen." Während ihrer Rede hatte sie ihren Blick auf den Tisch gerichtet gehabt. Ihre Stimme war beinahe monoton, doch nicht ganz.
Als sie fortfuhr, wandte sie ihren Blick direkt auf den ehrenwerten Schulleiter und die Gefühle in ihrer Stimme wurden deutlicher: „Nachdem wir den letzten, der uns bewachte, niedergestreckt hatten, wandten wir uns zu unserem Retter und fanden ihn in einem eigenen Duell verstrickt. Um ihn herum lagen mehrere Todesser auf dem Boden verstreut. Als wir ihn erreichten, waren nur noch wenige Todesser übrig. Wir konnten alle bis auf einen überwinden. Der letzte aktivierte einen Portschlüssel, der sie alle wegtransportierte.
Es war ein Junge, Albus. Er konnte nicht viel älter als siebzehn sein. Er hat sich mit einem Dutzend Todessern gleichzeitig duelliert. Der Junge hatte ein paar schwere Verletzungen. Er wurde an seinem linken Arm von einem Schneidezauber getroffen und auch an seinem rechten Bein, und das war nur das, was ich in der Minute, in der ich ihm gegenüberstand, sehen konnte. Er schien nervös zu sein, als ich mit ihm sprach und hat mir schnell gesagt, dass er in der Lage gewesen war, etwa zehn weitere Todesser über die ganze Stadt verteilt auszuschalten und dass er ihre Portschlüssel verschwinden hat lassen. Er ist dann verschwunden; einfach appariert." Sie ließ sich auf ihren Stuhl fallen, fertig mit ihrem Monolog.
„Habt ihr die Stadt durchsucht?", wollte der Schulleiter wissen, als sie nicht weiterredete.
McGonagall schüttelte ihren Kopf, um ihn freizubekommen und schaute wieder zum Schulleiter: „Natürlich. Wir fanden insgesamt elf Todesser. Eine Sechsergruppe, zwei Paare und einen einzelnen. Alle waren betäubt und gefesselt, ihre Zauberstäbe zerbrochen neben ihnen auf dem Boden."
Der Schulleiter seufzte an seinem Platz am Tischende und dachte darüber nach, was er gerade gehört hatte. Ein Junge hatte ein Duell mit ein Dutzend Todessern gewonnen, und das war, nachdem er elf weitere ausgeschaltet hatte. „Hast du etwas hinzuzufügen, Kingsley?", fragte er den glatzköpfigen Mann, der ein paar Stühle weiter saß.
Kingsley sah auf und schüttelte den Kopf: „Nein. Wie sie bereits sagte, waren wir nicht wirklich in dem involviert, was passierte. Wir haben größtenteils aufgeräumt. Es gab mehrere Feuer, die wir gelöscht haben, als wir die Stadt durchsuchten. Davon abgesehen war alles genau wie Minerva gesagt hat."
Der alte Mann legte seine Fingerspitzen zusammen, seine Finger vor seinem Kinn, seine Ellbogen auf dem Tisch, als er über die Situation nachdachte. „Hat einer von euch beiden den Jungen wiedererkannt?", fragte er sie schließlich.
McGonagall schüttelte ihren Kopf verneinend, als sie antwortete: „Nein, ich habe ihn noch nie in meinem Leben gesehen. Er hat sich aber nicht ausländisch angehört. Aufgrund seiner Sprache nehme ich an, dass er irgendwo in England aufgewachsen ist. Davon abgesehen habe ich keine Idee. Ich denke, es ist möglich, dass er irgendeine Art Kosmetikzauber verwendet hat, denn ich glaube, er hat mich erkannt. Aber ich weiß, dass ich den Jungen nie unterrichtet habe, außer er sieht in Wahrheit nicht so aus."
Kingsley fügte seinen eigenen zwei Knuts hinzu: „Ich habe den Jungen nie zuvor gesehen."
Der Schulleiter nickte geistesabwesend. „Ich würde gerne später deine Erinnerung in einem Denkarium begutachten", sagte er zu McGonagall gewandt. „Vielleicht können wir irgendwelche neuen Informationen über diesen geheimnisvollen jungen Mann entdecken."
„Natürlich", antwortete sie sofort.
„Nun, der nächste Punkt ..."
OoOoOoOoOoOoOoO
Harry wachte am nächsten Morgen mit etwas Muskelkater auf. Er war etwas später als sonst für seinen morgendlichen Lauf dran und dachte darüber nach, ihn an diesem Morgen einfach ausfallen zu lassen, um sich nach seiner geschäftigen Nacht eine Pause zu gönnen. Aber eine nörgelnde Stimme in seinem Kopf ließ ihn nicht und brachte ihn dazu, aufzustehen und in die Sonne hinauszugehen. Es war ein frischer Morgen. Die Blätter der Bäume, welche den See säumten, waren eine Mischung aus verschiedenen Schattierungen der Farben grün, gelb, orange und rot und bildeten damit ein malerisches Farbenspiel, das einen Gegensatz zu dem hellblau des Himmels bildeten.
Harry aktivierte geistesabwesend seinen Wärmezauber, um sich vor der Kälte zu schützen, als er vor die Türe trat. Er freute sich, dass weder sein Bein, noch sein Arm ihn an diesem Morgen Schmerzen bereitete. Die neugeheilten Wunden waren noch immer ein wenig empfindlich, aber es war nichts, mit dem er nicht zurechtkommen konnte. Er hatte deutliche Narben von seinen Verletzungen zurückbehalten, aber sie begannen bereits zu verblassen. Harry hatte große Hoffnungen, dass er nicht mit weiteren Narben, die er zu seiner Sammlung hinzufügen konnte, zurückbleiben würde. In der Zwischenzeit würde er Kosmetikzauber anwenden, um die Markierungen vor Blicken zu verstecken.
Harry folgte seiner üblichen Routine. Nachdem er seinen Lauf beendet hatte, ging er zum Raum der Wünsche. Er absolvierte sein Workout, duschte dann und zog sich an. Als er aus dem Badezimmer in den Work-out-Raum ging, fand er eine bestimmte rothaarige Frau auf ihn wartend vor.
„Guten Morgen, Harry", grüßte sie.
Harry bemerkte sofort, dass sie etwas auf dem Herzen hatte. Er lächelte sie aufmunternd an und erwiderte ihre Begrüßung: „Guten Morgen, Gin. Durch was verdiene ich diesen überraschenden Besuch?"
Sie lächelte ihn leicht an und antwortete: „Ich habe mich gefragt, ob wir nach dem Frühstück reden können?"
Er war nicht sehr von ihrer Bitte überrascht. Die Geschehnisse der vorigen Nacht waren offensichtlich noch präsent in ihren Gedanken. Das Mindeste, das er tun konnte, war, sich mit ihr zu treffen, um ihre Sorgen zu zerstreuen: „Sicher. Sollen wir uns nachher in meinem Büro treffen?" Sie nickte zustimmend und so schritt Harry zu ihr und hielt seinen Arm aus: „Sollen wir dann zum Frühstück gehen?"
Sie belohnte ihn mit einem breiten Lächeln und legte ihre Hand in seine Ellbeuge. Sie wanderten größtenteils still durch die Korridore, die Treppen hinunter ins Erdgeschoss. Es schien ihr viel durch den Kopf zu gehen und Harry entschied daher, sie ihren Gedanken zu überlassen und nur stille Gesellschaft zu sein. Die Große Halle war wenig besucht. Da es Samstag war, hatte der Großteil der Schülerschaft sich dafür entschieden, länger zu schlafen.
Die zwei Gryffindors saßen nebeneinander an ihrem Haustisch und aßen schnell ihr Frühstück. Ginny insbesondere schien in Eile zu essen und machte Rons normaler Essgeschwindigkeit Konkurrenz, auch wenn sie nicht annähernd so viel aß wie Ron es täte. Sie war vor Harry fertig, aber drängte ihn nicht zur Eile. Sie saß nur ruhig an seiner Seite, während er sich weiter an den Kochkünsten der Hogwartshauselfen erfreute.
Wenige Minuten später war Harrys Magen voll. Ein Teil von ihm wollte in der Großen Halle bleiben und warten, bis die Eulenpost ankommen würde. Er wollte über die Angriffe lesen, die in der vorigen Nacht stattgefunden hatten. Er wusste, dass es mindestens zwei Angriffe gegeben hatte, einen auf die Winkelgasse und ein weiterer auf Hogsmeade, aber er wusste nichts über den Angriff in der Winkelgasse, da er die gesamte Zeit über in Hogsmeade gewesen war. Und darüber hinaus wusste er nicht, ob es die beiden einzigen Angriffe gewesen waren. Ein Seitenblick auf Ginny jedoch, überzeugte ihn. Sie wollte gehen und er wusste, dass sie dringend mit ihm reden wollte, wenn sie extra besonders früh aufgestanden war, um ihn im Raum der Wünsche zu erwischen.
Also unterdrückte Harry seine Neugier und wandte sich an seine Begleitung: „Bereit zu gehen?"
Sie nickte eifrig und sprang von ihrem Stuhl auf. Harry konnte nicht anders als über ihre Rastlosigkeit zu glucksen, was ihm einen Schlag auf seinen Oberarm und ein halbherziges Funkeln einbrachte. Er folgte ihr, als sie eilig durch die Flure Hogwarts lief, hoch zum fünften Stockwerk, wo sich sein Büro befand. Sie öffnete ihren Mund, um das Passwort zu sagen, als sie die Tür erreichten, aber es erwies sich als überflüssig. Mit einer schnellen Drehung des Handgelenks öffnete Harry die Tür als sie sich näherten.
Die beiden betraten das Büro und Ginny ließ sich sofort auf einen der Sessel vor dem Kamin fallen. Harry ließ sich auf dem kleinen Sofa nieder und machte es sich gemütlich, bevor er seine Aufmerksamkeit Ginny zuwandte. Sie sah tief in Gedanken versunken aus, als versuche sie zu entscheiden, wo sie beginnen sollte. Harry ließ sie in Ruhe mit ihren Gedanken und legte mit wenigen Handbewegungen Privatssphärenschutzzauber über den Raum.
Nach einigen Minuten des Schweigens, die er damit verbracht hatte, seine Freundin zu beobachten, wandte Ginny sich schließlich zu ihm. Sie schien kurz verwirrt zu sein, zu sehen, dass er sie beobachtete, aber sie wischte es beiseite und begann zu sprechen: „Ich nehme an, dass du wissen möchtest, warum ich dich darum gebeten habe, mit dir zu reden."
Harry zuckte mit den Schultern: „Ich hatte angenommen, dass es mit letzter Nacht zu tun hat."
Sie nickte: „Ja, ich denke, dass könnte man so sagen. Nun. Ich denke das erste das ich dir erzählen sollte, ist, was passiert ist, bevor du angekommen bist. Hermine ist wahrscheinlich wütend auf dich, aber du wirst nicht alleine sein. Wir hatten gestern Abend eine kleine Diskussion, nachdem sie in eine Tirade über dich und das Missbrauchen von Privilegien als Assistenzprofessor, indem du den üblichen Zapfenstreich ignorierst, hineingesteigert hat. Ich hatte schließlich die Nase gestrichen voll und ich habe sie angeschrien, sie solle sich um ihre eigenen Angelegenheiten kümmern, was zu unserem großen Streit führte, bevor sie schließlich beleidigt zu Bett ging. Es hat tatsächlich besser geendet als ich erwartet habe, da es nicht gut gewesen wäre, wenn sie auf dich gewartet hätte, als du schließlich zurückkamst."
Harry stimmte ihr vollen Herzens zu: „Ich habe mir darüber tatsächlich Sorgen gemacht, als ich auf dem Weg zurück zum Gryffindorturm war. Ich war erleichtert zu sehen, dass du die Einzige warst, die auf mich wartete." Er seufzte und schaute tief in ihre schokoladenbraunen Augen: „Es tut mir leid, was mit Hermine passiert ist."
Sie winkte seine Entschuldigung ab: „Mach dir darüber keine Gedanken. Es ist nicht deine Schuld."
„Aber es ist meine Schuld", bestand Harry. „Ihr habt wegen mir gestritten. Der einzige Grund, warum ihr gestritten habt, ist wegen mir. Ich wollte eure Freundschaft nicht gefährden. Vielleicht war es keine so gute Idee, dir meine Geheimnisse zu erzählen. Es ist nur eine zusätzliche Last, die du nicht brauchst." Harry war sich der Reaktion des Mädchens, das ihm gegenübersaß, überhaupt nicht bewusst, als er sprach.
Ginny konnte nicht glauben, dass er so etwas sagen würde. Wünschte er sich wirklich, dass er ihr nichts gesagt hätte? „Harry, halt den Mund!", schrie sie ihn schließlich an und ließ ihn damit innehalten. „Hast du das wirklich gemeint?" Als er sie nur verwirrt anschaute, erklärte sie: „Wünscht du dir wirklich, dass du mir nichts erzählt hättest?"
Harry überhörte ihren verletzten Tonfall nicht und bemerkte schnell, dass sie seine Aussage völlig falsch aufgefasst hatte. „Natürlich nicht", ruderte er zurück. „Ich sage nicht, dass ich es bedauere, dir etwas erzählt zu haben. Es ist klasse, jemanden zum Reden zu haben, wenn auch nur ein bisschen. Ich habe nur gedacht, dass es dir gegenüber unfair sein könnte. Du musst Geheimnisse vor deinen Freunden wahren, und es gefährdet deine Freundschaften. Es ist dir gegenüber unfair."
„Wieso lässt du mich nicht entscheiden, was mir gegenüber fair ist?", fragte sie ihn mit stählerner Stimme. „Ich habe dich nicht belogen, als ich dir gesagt habe, dass ich für dich da sein möchte, Harry. Selbst wenn ich nicht alles wüsste, was ich jetzt weiß, was ich annehme noch immer nur an der Oberfläche kratzt, hätte ich noch mit Hermine gestritten. Sie ist im Moment unzumutbar. Ron mag sich fürchten, sich ihr gegenüber zu behaupten, aber ich nicht. Sie hat kein Recht dazu, zu versuchen, etwas aus dir herauszupressen oder zu versuchen, dich schlecht aussehen zu lassen, nur weil du nicht denselben Regeln folgen musst wie wir anderen. Sie ist manchmal einfach so selbstgerecht."
„Und wie ich das weiß", ließ sich Harry vernehmen. „Hat sie jemals versucht, dich dazu zu bewegen, .R beizutreten?"
„Ja", sagte Ginny. „Sie hat sogar versucht, sich meine Hilfe für das Stricken der ganzen dummen Hüte, die sie letztes Jahr herumliegen hat lassen, zu sichern."
Harry lachte leise: „Wusstest du, das die meisten Hauselfen sich geweigert haben, überhaupt den Gryffindorturm zu betreten, nachdem sie angefangen hat, die Hüte herumliegen zu lassen?" Als sie ihren Kopf verneinend schüttelte, fuhr er fort: „Dobby war gezwungen, den gesamten Turm alleine zu putzen, da alle anderen Hauselfen so beleidigt waren. Er hat jeden einzelnen Hut, den er aufgesammelt hat, behalten, und er ist nicht abgeneigt, mehr als einen auf einmal zu tragen."
„Er säubert den gesamten Turm alleine?", fragte Ginny ihn.
„Das hat er", sagte Harry. „Ich bin mir nicht sicher, ob er es noch immer tut oder ob ihm die anderen Hauselfen nun helfen. Ich glaube nicht, dass Hermine dieses Semester Kleidung ausgelegt hat."
„Das ist furchtbar", sagte Ginny. „Er sollte nicht die ganze Arbeit allein machen müssen, nur weil Hermine auf einem verdammten Kreuzzug ist."
„Ich weiß", stimmte Harry zu. „Ich habe genauso gedacht, aber Dobby ist begeistert, es zu tun, ansonsten hätte ich es nicht geduldet."
„Selbst wenn ihm die Extraarbeit nichts ausmacht, ist es noch immer nicht richtig", bestand Ginny.
Harry nickte: „Ich hätte Hermine wahrscheinlich darauf angesprochen, aber letztes Jahr sind so viele Dinge auf einmal geschehen, das es keine gute Gelegenheit zu geben schien. Das letzte, was ich letztes Jahr gebrauchen konnte, war ein großer Streit mit Hermine."
„Da stimme ich dir zu," sagte Ginny. „Aber wenn sie wieder damit anfängt, reden wir mit ihr darüber."
"Das hört sich fair an", stimmte ihr Harry zu.
„Gut", erwiderte Ginny und schüttelte dann den Kopf. „Wir sind weit vom Thema abgekommen, nicht wahr". Nicht auf eine Antwort wartend fuhr sie fort: „Ich wollte dich letzte Nacht fragen, aber ich habe mich ablenken lassen. Wie hast du dein Haar verändert?"
„Mein Haar?", fragte er. Als sie nickte, zuckte er mit den Schulter und antwortete: „Es ist ein einfacher Kosmetikzauber, um die Farbe zu verändern. Ich kann ihn dir beibringen, wenn du möchtest."
„Nein", unterbrach Ginny ihn. „Nicht deine Haarfarbe. Wie hast du die Haarlänge verändert? Du hast sie von lang zu kurz zu lang innerhalb einer Nacht verändert. Wie hast du das fertiggebracht?"
Harry lehnte sich auf seinem Stuhl zurück, um darüber nachzudenken. Er wusste - um ehrlich zu sein - nicht wirklich, wie er seine Haarlänge kontrollierte. Für den Großteil seines Lebens hatten sie die gleiche Länge gehabt, ohne dass er je darüber nachgedacht hatte. Es war erst im vergangenen Sommer, dass Harry erkannt hatte, dass er dies tat und wirklich versucht hatte, es zu verändern. „Ich bin mir nicht sicher", sagte Harry. „Als ich jünger war, hat meine Tante immer versucht, mir meine Haare zu schneiden, aber es endete immer damit, dass es gleich aussah, egal was sie tat. Einmal war sie so frustriert, dass sie meine gesamten Haare abrasierte und nur eine kleine Strähne über meiner Stirn übrig ließ, um meine Narbe zu verdecken. Ich war so nervös, am nächsten Tag zur Schule gehen zu müssen und dafür ausgelacht zu werden, aber als ich am nächsten Tag aufwachte, war mein Haar wieder wie immer."
Harry atmete tief durch, bevor er fortfuhr: „Über den Sommer habe ich darüber nachgedacht und erkannt, dass ich meine Haare nie habe schneiden lassen müssen. Es ist immer gleich geblieben. Ich habe angenommen, dass ich unbewusst meine Magie verwendet habe, um es so zu lassen. Und tatsächlich: Als ich mich darauf konzentriert habe, habe ich herausgefunden, dass ich meine Haarlänge verändern konnte."
Als er sie anschaute, nachdem er seine Geschichte beendet hatte, sah er, wie sie ihn mit offenem Mund anstarrte. Harry war verwirrt. Warum starrte sie so? Warum hatte sie so reagiert? Er konnte nicht verstehen, was so bedeutend daran war, das er seine Haarlänge kontrollieren konnte. Sicher, es half ihm beim Verkleiden, aber das war es schon. „Äh, Gin? Alles in Ordnung?", fragte er schließlich, als sie nicht reagierte.
Sie klappte abrupt ihren Mund zu und grinste schief: „Sorry. Ja. Mir geht es gut, aber Harry, verstehst du, was das bedeutet?", fragte sie ihn mit Wunder in der Stimme.
„Äh, nein ...", antwortete er unsicher.
„Es gibt keinen Zauber, um die Haarlänge zu verändern", erklärte Ginny. „Es gibt Zaubertränke, die das Wachstum erhöhen, aber es gibt keinen Zauberspruch, der es wachsen oder schrumpfen oder so lässt. Die Tatsache, dass du es kannst, kann nur eins bedeuten." Sie hatte einen eifrigen Gesichtsausdruck, als könnte sie es nicht erwarten, dass er die Frage stellte.
Er würde sie nicht enttäuschen: „Und das wäre?"
„Du bist ein Metamorphmagus", sagte sie ihm freiheraus.
Nun war Harry an der Reihe, dass ihm der Mund offen stand. „Was?", entfuhr es ihm. „Wie kann ...? Wie kommst du ...? Bist du dir sicher?"
Ginny nickte bedächtig. „Es ist das einzige, das Sinn macht. Hast du jemals versucht, deine Erscheinung auf eine andere Weise zu verändern?"
„Nur mit einfachen Kosmetikzaubern", gab Harry zu und dachte bereits über die Möglichkeiten nach. Es würde in der Zukunft definitiv seine Verkleidung einfacher machen.
„Nun, du solltest bei Gelegenheit mal daran arbeiten. Es schadet nicht, es zumindest zu versuchen", schlug Ginny frohgemut vor.
„Ja", sagte er geistesabwesend. Er dachte einen Moment darüber nach. „Ich werde schauen müssen, ob ich etwas über Metamorphmagi in der Bücherei finde. Es würde wahrscheinlich helfen, wenn ich mehr über diese Fähigkeit wüsste."
„Wahrscheinlich", stimmte sie ihm zu. Ihr Gesicht nahm wieder einen ernsten Gesichtsausdruck an, als sie schüchtern meinte: „Ich habe noch eine weitere Frage an dich."
„Was denn?", fragte er vorsichtig.
„Nun, gestern habe ich das erste Mal gesehen, wie du trainierst ..." Sie beendete den Satz nicht.
„Ja ...?", ermutigte er sie, fortzufahren.
„Nun, ich habe mich gefragt, wo du das gelernt hast. Ich meine, du sahst aus, als wärst du ein Profi, der sein gesamtes Leben trainiert hat, so wie du den Zaubern ausgewichen bist und so", sagte sie, unsicher, ob sie ihn nach zu vielen Informationen ausfragte.
Er dachte einige Minuten lang darüber nach, was sie ihm gesagt hatte: „Ich habe Anfang des Sommers angefangen zu trainieren, etwa zu der Zeit, als ich dir den ersten Brief geschrieben habe. Ich habe seitdem jeden Tag trainiert."
„Aber wie kann es sein, dass du in so kurzer Zeit so gut geworden bist", bestand sie auf ihrer Frage.
Er errötete leicht über ihr impliziertes Lob. „Ich weiß es nicht", erwiderte er und suchte nach der Antwort. „Ich schätze, ich war schon immer gut in solchen Dingen. Ich hatte immer schon gute Reflexe, wie wenn ich Quidditch spiele. Ich denke, mit den Dursleys aufzuwachsen hat dabei tatsächlich geholfen."
„Was?", fragte sie mit einem verwirrten Gesichtsausdruck. „Wie kann es dir beim Duellieren helfen, bei solchen furchtbaren Menschen aufgewachsen zu sein?"
Harry gluckste: „Nun, es hat mir geholfen, meine Reflexe zu verbessern, besonders wenn es ums Ausweichen geht." Sie schaute ihn noch immer fragend an, also fuhr er mit einem Seufzen fort: „Meine Verwandten waren nie besonders nett zu mir. Und mein Cousin und seine Freunde mochten es besonders, mich zu quälen, wann immer sie die Möglichkeit dazu hatten. Also musste ich gut sein im Ausweichen und in der Lage sein, mich schnell zu bewegen ... du weißt schon, um zu vermeiden, die ganze Zeit über geschlagen zu werden."
Das letzte war so nebenbei dahingesagt, dass Ginny es fast wie ein Schlag ins Gesicht empfand. Ihr Gesicht rötete sich vor Empörung, als sie von ihrem Stuhl auffuhr und begann, hin und her zu gehen. Nach einer Minute des Schweigenden Gehens wirbelte sie herum zu ihm. „Deine Verwandten haben dich geschlagen?", wollte sie wissen.
Harry nickte bedrückt, etwas von ihrem Ausbruch überrascht. „Meine Tante und mein Onkel haben mich nur selten geschlagen, aber es war Dudleys liebstes Hobby. Seins und das seiner Freunde. Ich musste während der Schulpause und nachdem die Schule aus war immer vorsichtig sein.. Und sie warfen oft Dinge auf mich. Also habe ich mich daran gewöhnt, Schlägen und Bällen und Steinen und solchen Dingen auszuweichen", erklärte er ihr ruhig.
Sie ließ sich mit einem besiegten Gesichtsausdruck zurück auf ihren Platz fallen. Sie schüttelte ihren Kopf, als sie versuchte, die Situation zu begreifen. „Wie kann jemand das seiner eigenen Familie antun?", fragte sie rhetorisch. Harry zuckte nur mit den Schultern, noch immer ein wenig unkomfortabel mit dem derzeitigen Thema und Ginnys Reaktion darauf. „Hast du jemanden davon erzählt?", fragte sie ihn schließlich nach einigen Minuten der Stille.
Harry dachte darüber nach. „Nicht in so vielen Worten, nein. Jeder weiß, dass sie furchtbar waren. Ich habe nur keine Details erzählt", erklärte er.
Ginny lehnte sich nach vorne und legte sanft eine Hand auf Harrys Knie: „Nun, für was es wert sein mag: Es tut mir leid, dass du das durchmachen musstest, Harry."
Harry zuckte nur wieder mit den Schultern und antwortete: „Es ist okay. Wie ich dir bereits sagte: Es wird nicht mehr lange dauern, bis ich dort für immer verschwunden bin. Dann werde ich nie mehr mit ihnen zu tun haben müssen. Tatsache ist, dass ich bereits plane, sie nie mehr zu sehen."
Ginny schaute ihn bei diesem Eingeständnis scharf an: „Was meinst du, Harry? Dumbledore wird dich sicherlich wieder diesen Sommer zurückschicken."
Harry grinste sie frech an. „Oh, ich habe keine Zweifel, dass er erwartet, dass ich dorthin zurückgehe", sagte er ihr mysteriös.
„Und ...", bohrte sie nach.
„Und was ist, wenn ich nicht vor habe, das geschehen zu lassen?", fragte er sie ernst.
„Nun, ich nehme an, dass er dich dazu bringen würde", ließ Ginny verlauten.
„Er würde es versuchen, da bin ich mir sicher", gab Harry zu. „Aber das ist nur angenommen, dass er weiß, was ich plane."
„Und was planst du?", wollte Ginny wissen, ernsthaft daran interessiert, worauf er hinaus wollte.
„Nun, du magst bemerkt haben oder auch nicht, aber ich habe in letzter Zeit viel gelesen", begann Harry. Sie nickte, als sei das das offensichtlichste in der Welt. „Eines der Themen, über das ich mich informiere, sind Schutzzauber. Und ich werde mich als nächstes mit dem Fideliuszauber beschäftigen."
Ginnys Augen weiteten sich bei dieser Aussage merklich. „Du wirst dich den ganzen Sommer über verstecken?", fragte sie ihn ungläubig.
„Ich denke darüber nach", sagte Harry ihr.
Ein schelmisches Grinsen formte sich auf ihren Lippen, als sie sagte: „Sie werden überschnappen, wenn sie es herausfinden."
„Nur zu wahr", stimmte Harry ihr zu. „Was der Grund ist, warum es so wichtig ist, das niemand es herausfindet, bis ich bereits verschwunden bin", sagte er und schaute sie vielsagend an.
Sie hielt ihre Hände abwehrend vor sich und sagte: „Du weißt, das deine Geheimnisse bei mir sicher sind, Harry. Solange du dich selbst ausreichend beschützt, werde ich keiner Seele davon erzählen."
„Ich wusste, dass ich auf dich zählen kann", sagte Harry ihr. „Natürlich vergeht noch eine Menge Zeit bis dahin, und es sind noch viele Details zu planen. Ich werde mich im nächsten Semester hinausschleichen müssen, um einen geeigneten Platz zu finden und um die notwendigen Schutzzauber zu errichten und so. Aber ich habe es bereits geschafft, mich erfolgreich mehrmals aus dem Schloss zu schleichen. Ich bin also nicht zu sehr besorgt."
„Du machst das Leben definitiv interessanter, weißt du das, Harry?"
Er lächelte sie warm an: „Einer der Vorteile, einer von Harry Potters besten Freunde zu sein."
Mit solch einer Aussage konnte Ginnys Lächeln gar nicht mehr breiter werden.
Ende Kapitel
Danke an Annette-ella, JuLLiiA und CurylCuryl
