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Titel: Bitter
Inhalt: Sirius ist tot und Harry erinnert sich. DARK! ONESHOT
Kapitel 11: Von Parties und Konfrontationen
Als Harry zurück zum Schloss eilte, um sicherzugehen, dass alles für die Party bereit war, wanderten seine Gedanken zurück zu den Geschehnissen am Ende des Spieles. Er hatte beinahe Ginny verloren und wenn er ehrlich mit sich selbst war, konnte er sich ein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen. Jedes Mal, wenn er daran dachte, was passieren hätte können, drehte sich ihm der Magen um und er merkte, wie seine Hände anfingen zu zittern. Umso mehr er daran dachte, umso mehr machte es ihm zu schaffen und umso schneller lief er. Er hielt plötzlich inne, als ihm auffiel, dass er sich nicht einmal sicher war, wer oder was sie vom Besen geworfen hatte. Er war so damit beschäftigt gewesen, sicherzustellen, dass sie in Sicherheit und unverletzt war, dass er bis zu diesem Augenblick keinen Gedanken daran verschwendet hatte, daran zu denken, was ihren Fall verursacht hatte.
Harry blieb abrupt stehen und machte auf dem Absatz kehrt, um zurück zum Spielfeld zu gehen. Seine Roben bauschten sich hinter ihm in einer snapeähnlichen Weise auf. Als er ging, begann er Zauber und Flüche aufzulisten, die er an dem Slytherin anwenden konnte, der so nah dran gewesen war, Ginny zu verletzen. Er blieb wieder stehen, als er sich daran erinnerte, dass Ginny nicht verletzt war, dass es ihr gut ging und vor allem, dass sie daran teilhaben wollen würde, sie für ihre Taten büßen zu lassen. Außerdem wusste er, dass alles, was sie sich ausdenken würde, zehn Mal schlimmer sein würde als das, was er machen würde. Sie hatte wirklich eine kleine bösartige Ader in sich.
Schließlich lief Harry weiter in Richtung der Küche, wo Bobbin, der oberste Hauself ihm versicherte, das alles in Ordnung war. Dobby würde das Essen in ein paar Minuten nach oben bringen. Bobbin bat um sein Verständnis, da Dobby mehrere Gänge benötigen würde, um das ganze Essen nach oben zu bringen. Bevor Harry fragen konnte, erklärte Bobbin, das die anderen Elfen aufgrund der "Kleidungsgeschichte" noch immer widerwillig waren, im Turm zu helfen. Glücklicherweise konnte Harry schnell einige der anderen Elfen überzeugen, dass keine Kleidung herumliegen würde, um sie in Gefahr zu bringen und manche von ihnen stimmten zu, Dobby zu helfen.
Als Harry endlich zum Turm zurückkehrte, war dieser praktisch verlassen, da die meisten Gryffindors zu beschäftigt damit waren, auf dem Spielfeld zu feiern als zurück nach drinnen zu eilen. Nach dem inneren Kampf der letzten halben Stunde war er froh, etwas Zeit für sich zu haben, um sich wieder zu fangen. Nachdem er einige Male tief durchgeatmet hatte, konnte Harry alles ohne Unterbrechung vorbereiten. Er holte nur zwei der Fässchen Butterbier aus seinem Koffer hervor, da er sich dachte, dass er das dritte noch immer herausholen könnte, falls sie es benötigen würden. Sobald er die beiden Fässer hingestellt hatte, verkündete ein lauter Knall die Ankunft Dobbys und der anderen Hauselfen, die schnell mehrere Tische mit Essen vorbereiteten, von belegten Broten und Chips bis zu unterschiedlichen Nachspeisen. Sie hatten sich wieder einmal selbst übertroffen.
Als Harry die sich nähernde Schülermeute hörte, schaute Harry noch einmal prüfend über die Tische. Die Hauselfen hatten gute Arbeit geleistet und hatten auch an Teller gedacht. Als er zu seinen Fässern schaute, erkannte er, dass er nicht daran gedacht hatte, aus was alle trinken würden. Es gab nicht wirklich Platz für eine Menge Kelche, also nutzte Harry seine Muggelerziehung zu seinem Vorteil und beschwor einen Stapel Plastikbecher herauf. Er war zuversichtlich, dass sie die Nacht über halten würden, da er nun beständig Dinge heraufbeschwor, die länger als eine Woche hielten, wenn er wollte.
Harry hatte sich in eine abgeschiedene Ecke des Raumes zurückgezogen, als das Porträtloch sich öffnete und der Gryffindor-Meute den Weg in den Gemeinschaftsraum frei machte. Er war nicht wirklich in der Stimmung zum Feiern. Er war zufrieden, die anderen Schüler, die gerade eintraten und sofort zum Essen und zum Trinken gingen, zu beobachten. Ohne Fred und George musste niemand fürchten, dass sich jemand daran zu schaffen gemacht hatte.
Der Geräuschpegel stieg immer weiter an, als immer mehr Schüler eintraten. Neville und Hermine bahnten sich schließlich ebenfalls einen Weg durch die Menge in den Gemeinschaftsraum. Als sie Harry entdeckten, gingen sie zu ihm.
„Hey, Leute", grüßte er sie.
„Wo ist das alles hergekommen?", fragte Hermine ihn und deutete auf die mit Essen und Trinken beladenen Tische.
„Ist es nicht offensichtlich?", antwortete Neville, bevor Harry die Chance dazu hatte.
„Nun, ich nehme an, dass das Essen von der Küche kommt, aber sie servieren kein Butterbier", schlussfolgerte Hermine. „Und niemand hatte die Zeit, um nach Hogsmeade zu schleichen, selbst mit der Hilfe von einem Tarnumhang und der Karte nicht."
„Nein, sie servieren kein Butterbier im Schloss, und du hast Recht: Es war nicht genug Zeit, seit das Spiel zu Ende ist, aber du erinnerst dich vielleicht, als ein bestimmter Gryffindorfreund vor ein paar Wochen es eilig hatte, alleine und vor allen anderen in der Schule nach Hogsmeade zu gehen. Ich schätze, dass Harry das Butterbier gekauft und versucht hat, es geheim zu halten. Stimmts, Harry?", erklärte Neville und wandte sich an Harry, als er zum Schluss kam.
Harry zog eine Augenbraue hoch. „Absolut richtig, Kumpel. Gut gemacht", er klopfte Neville auf die Schulter. „Und da dachte ich, du bist diejenige, die clever sein soll", neckte er und wandte seine Aufmerksamkeit zu Hermine. „Neville hier macht dir Konkurrenz."
„Da bin ich mir nicht sicher", grinste Neville. „Sie hat fünf Jahre Erfahrung in dieser Position. Es wird schwer werden, ihre Stelle zu übernehmen."
„Oh, ihr beiden" schnaubte Hermine. „Man könnte meinen, dass die Dinge ohne Ron etwas weniger kindisch verlaufen würden. Ich hole mir etwas zu essen."
Harry und Neville lachten, als Hermine wegging. Das Porträtloch öffnete sich und das Quidditchteam trat unter stürmischem Applaus ein. Ihre Gesichter nahmen die verschiedensten Rottöne an, als die gesamte Aufmerksamkeit auf die sieben Spieler gerichtet war.
Harry und Neville hielten sich zurück, als die restlichen Schüler sich um das Team scharten. „Sie sehen ein bisschen überfordert aus", kommentierte Neville nach einem Moment müßig.
Harry nickte: „Ja, Katie ist die einzige, die wirklich daran gewöhnt ist. Die anderen haben nicht mehr als ein paar Spiele hinter sich und Nate und Stephanie haben es noch nie durchgemacht. Es ist also nur natürlich, dass sie so reagieren. Man braucht einige Zeit, um sich daran zu gewöhnen, dass kannst du mir glauben. Ich glaube, ich habe mich nie wirklich daran gewöhnt."
„Du hast es dieses Jahr gut gehandhabt", meinte Neville. „Ich meine, ich weiß, dass du dieses Jahr nicht das durchlebt hast", er gestikulierte zu den noch immer jubelnden Schülern, „aber du bist trotzdem ziemlich oft im Mittelpunkt gestanden mit dem Unterrichten und so."
Harry nickte nachdenklich: „Das ist anders, aber gleichzeitig ähnlich. Im Unterricht ist es einfacher, weil ich als Lehrer dort bin. Es gibt einen Grund, warum ich im Zentrum der Aufmerksamkeit stehe. In Zeiten wie diesen weiß ich was ich, tun soll."
Die beiden beobachteten das Team. Harry sah, wie Ron versuchte, die Runde zu machen und den ersten Sieg unter seiner Führung hochzuspielen. Die meisten Schüler, denen Ron sich näherte, schienen jemanden anderes zu finden, mit denen sie reden mussten und niemand näherte sich ihm.
Neville bemerkte, wo Harry hinschaute und meinte: „Es scheint nicht so, dass der Sieg ihm im Haus Vergebung eingebracht hat."
Harry ließ die Aussage für einen Moment unbeantwortet, als sie beide sahen, wie Ron sich mit Hermine an seiner Seite in eine Zimmerecke zurückzog. „Hast du bemerkt, dass sie sich nicht einmal wirklich gestritten haben, seitdem Ron mich aus dem Team geworfen hat?"
„Sie haben definitiv viel Zeit miteinander verbracht, sie scheinen sich tatsächlich immer besser zu verstehen", ließ Neville verlauten.
Harry antwortete mit einem Schulterzucken: „Ich bin mir nicht sicher, was ich von der ganzen Situation halten soll. Meine Gefühle gegenüber den beiden sind gerade so durcheinander."
„Das ist verständlich. Vielleicht war Ron so beschäftigt damit, dir gegenüber ein Arschloch zu sein, dass er keine Zeit dafür hatte, sich gegenüber allen anderen bescheuert zu benehmen", schlug Neville vor.
„Weißt du", meinte Harry mit einem Lächeln. „Du magst Recht haben. Ich glaube, die eine gute Sache, die hieraus resultieren könnte, wäre, wenn die beiden endlich zusammenkommen würden."
„Ja", stimmte Neville zu. „Aber das kommt mir nicht richtig vor. Ich kann verstehen, wieso Ron sich an Hermine hält, jetzt, wo die meisten im Haus wütend auf ihn sind, aber warum tut Hermine so, als hätte Ron nichts Falsches gemacht?"
„Ich habe mir die Frage auch schon gestellt", gab Harry zu. „Ich glaube, es ist, weil er sie endlich wie ein Mädchen behandelt. Sie hat jahrelang darauf gewartet und möchte es jetzt nicht vermasseln. Ich habe mitbekommen, wie sie Justin Finch-Fletchley letztens in der Halle abgewiesen hat. Sie hofft, dass Ron sie zum Ball bitten wird und sie möchte das nicht wegen einem Streit riskieren."
„Das ist einfach nicht richtig", sagte Neville mit Abscheu. „Manchmal denke ich, dass die beiden sich verdienen und das ist nicht unbedingt nett gemeint. Andererseits wäre es ein Lacher oder zwei wert, die beiden zu beobachten, wie sie sich als Paar machen", fuhr Neville mit einem Grinsen im Gesicht fort.
Harry lachte laut auf. „Was ist mit dir, Neville? Hast du schon ein Date für den Ball?"
Eine leichte Röte tauchte auf Nevilles Gesicht und Nacken auf, aber es war der Beweis seines neugefundenen Selbstbewusstseins, dass er ohne ein einziges Mal zu Stottern antwortete: „Ja, ich habe Hannah Abbot am Donnerstag nach Kräuterkunde gefragt."
„Gut für dich", beglückwünschte Harry ihn fröhlich. „Sie ist süß und sie ist ziemlich gut in HA."
„Sie ist auch sehr gut in Kräuterkunde", fügte Neville eifrig hinzu.
„Umso besser", erwiderte Harry. „Freust du dich dann auf den Ball?"
„Nun, auf den Ball ja, auf das Tanzen nicht so sehr", antwortete Neville mit verzerrtem Gesichtsausdruck.
Harry musste dem zustimmen. Er hatte sich so darauf konzentriert, das richtige Date für den Ball zu finden, dass er nicht einmal an das Tanzen gedacht hatte. Er wollte nicht damit enden, die ganze Zeit über auf Ginnys Zehen zu treten oder nur die ganze Nacht herumzusitzen. Er würde später darüber nachdenken müssen. „Das stimmt", erwiderte Harry schließlich verstehend. „Möchtest du mit Ginny und mir für das Abendessen zusammensitzen?"
„Ja, das wäre großartig", antwortete Neville erfreut. „Ich werde Hannah natürlich fragen, aber ich glaube nicht, dass sie etwas dagegen hat."
„Wunderbar", erwiderte Harry. „Ich schätze, ich sollte Ginny ebenfalls fragen, aber ich kann garantieren, dass sie kein Problem damit haben wird."
„Wo wir gerade von Dates für den Ball reden ..." meinte Neville und deutete zu der Zimmerecke, die von Ron und Hermine belegt war. Und tatsächlich: Als Harry hinüber schaute, sah er, wie die beiden sich umarmten. Er konnte Rons Gesicht sehen und es war offensichtlich was angesichts des einfältigen Grinsens, das sein Freund im Gesicht hatte, gerade passiert war.
„Nun, es wurde auch Zeit", sagte Harry nach einem Moment und wandte sich von den beiden ab. Er wollte ihren privaten Moment nicht stören und war zur gleichen Zeit nicht unbedingt in der Stimmung, ihr Glück zu teilen.
Neville schien Harrys Stimmung zu bemerken und ließ das Thema fallen. Nach einem Moment sah Neville eine relativ große Gruppe und meinte: „Ich frage mich, was da los ist", und zeigte sie Harry.
Harry schaute einen Moment zu der Gruppe. „Ich weiß nicht ... warte", sagte er und entdeckte Haare in dem vertrauten roten Farbton in der Mitte. „Ich glaube, ich sehe Ginny in der Mitte." Sie zu sehen weckte in Harry einen Haufen Emotionen. Nur der Gedanke daran, was früher am Tag beinahe passiert war, war genug, um seinen Ärger auf denjenigen, der sie beinahe verletzt hat, wieder zum Leben zu erwecken.
„Wer war eigentlich das Arschloch, der sie von ihrem Besen gestoßen hat?", fragte Harry Neville und hielt seine Emotionen fest unter Kontrolle.
Neville sah ihn total erstaunt an: „Willst du mir sagen, dass du es nicht weißt?"
„Ich war so darauf konzentriert, sie in Sicherheit zu bringen, dass ich nicht einmal bemerkt habe, wer sie vom Besen gestoßen hat", erklärte Harry.
Neville nickte, um zu zeigen, dass er verstand und antwortete: „Es war Malfoy." Als Harrys Kopf herumfuhr, um ihn anzuschauen, fuhr er fort: „Als wir alle das Spielfeld verließen, schrien Madame Hooch, sowie Professor McGonagall, Snape und Dumbledore ihn noch immer an. Eigentlich haben Madame Hooch und Professor McGonagall am meisten geschrien. Snape hat versucht, zu erklären, dass Malfoy sich einfach bei seiner Jagd auf den Schnatz verschätzt hat."
„Wissen wir, was mit ihm passieren wird?", fragte Harry und seine Stimme vibrierte vor Ärger.
„Nicht im Moment, doch wenn McGonagall ihre Meinung durchsetzt, wird er nie mehr ein Spielfeld betreten dürfen. Das ist eine Hexe, die ich niemals wütend machen will", antwortete Neville. Er hielt dann inne und schaute Harry in die Augen. „Um ehrlich zu sein, würde ich, glaube ich, lieber McGonagall wütend machen als dich. Ich hasse es, dir das zu sagen, Kumpel, aber der Ausdruck in deinen Augen ist mörderisch. Vielleicht sollten sie Malfoy als Teil seiner Strafe zu dir bringen, so dass dieser dich jetzt sehen könnte. Der Ausdruck in deinen Augen wäre genug, um jeden auf dem richtigen und tugendhaften Pfad zurückzubringen", meinte Neville nur halb scherzend.
Harry schüttelte nur seinen Kopf und grinste reuevoll: „Um ehrlich zu sein bin ich nicht derjenige, vor dem er sich fürchten sollte."
„Ron?", fragte Neville.
„Nö", erwiderte Harry. Er hielt kurz inne und fuhr dann fort. „Ginny. Kannst du dir vorstellen, was sie mit ihm machen wird? Erinnere dich an Rons herzenübersäte Roben. Glaub mir, sie war noch gnädig. Manche der Dinge, die ihr eingefallen sind, würde die Scherze der Zwillinge harmlos erscheinen lassen."
Harry beobachtete sie, um sich zu vergewissern, dass sie in Ordnung war. Er fühlte, wie eine Welle der Wärme durch ihn hindurchschoss, als er beobachtete, wie sie lebhaft gestikulierte, während sie irgendeine Geschichte erzählte. Er wusste, dass er sich um Ginny sorgte, aber seine Angst, dass er sie verlieren hätte können, hatte ihn an diesem Nachmittag beinahe mehrmals überkommen. Er hatte seit der geplanten Attacke auf seine Freunde in der Winkelgasse in diesem Sommer nicht mehr so viel Angst gehabt und selbst das hatte nicht diese extremen Gefühle in ihm geweckt, wie es dieser Nachmittag getan hatte.
Neville pfiff leise. „Sie hat eine ganz schöne Menge um sich herum versammelt", kommentierte er, als er Ginny beobachtete.
„Kein Scherz", erwiderte Harry nach einem Augenblick. „Hast du die Mann zu Frau Relation bemerkt?" Ein verschmitztes Grinsen war auf seinen Lippen.
Neville begutachtete die Gruppe für einen Moment. „Ich kann nicht sagen, dass ich ein Mädchen sehen kann", antwortete er.
„Ich sehe eins, abgesehen von Ginny", sagte Harry hilfreich.
„Es müssen mindestens ein Dutzend Jungen, eher zwei Dutzend dort drüben sein", ließ Neville ungläubig verlauten.
„Ja. Ich kann nicht sagen, dass ich zu überrascht bin", antwortete Harry darüber nachdenkend. „Ginny hat eine großartige Persönlichkeit. Die Tatsache, dass sie wunderschön ist, schadet auch nicht." Harry war ein wenig über die Tatsache erstaunt, dass seine beste Freundin so schön war, da er dazu neigte, es zu übersehen und sich darauf konzentrierte, wie sie ihn behandelte. Aber nun, da er es bemerkte, nun, es gab eine Menge zu bemerken. Sie war eher kurz geraten, ziemlich schlank und hatte eine athletische Gestalt. Aber sie hatte auch Kurven, wirklich nette Kurven. Sie schien einiges der Rundheit ihrer Mutter geerbt zu haben, aber zur gleichen Zeit war sie in guter Form. Es war eine ziemlich bezaubernde Kombination.
Ihr rotes Haar war definitiv ein auffallendes Merkmal. Harry hatte vor kurzem bemerkt, dass es dunkler als das Haar ihrer Brüder war. Deren Haar hatte eher die Farbe einer hellen Flamme, aber ihrs war ein dunkleres, kräftigeres rot. Er schüttelte seinen Kopf, um den plötzlichen Drang abzuschütteln, zu wissen, wie es sich anfühlen würde, seine Finger durch ihr Haar gleiten zu lassen. Sie hatte ein paar Sommersprossen auf ihrer Nase und ihren Wangen. Es waren nicht übermäßig viele, aber auf jedenfall wahrnehmbar.
Aber ihre Attraktivität war mehr als nur ihre physische Erscheinung. Es machte einfach Spaß, Zeit mit ihr zu verbringen. Ihre Persönlichkeit zog Menschen an. Harry wusste, dass er definitiv die Anziehung fühlte. Umso besser er sie kennenlernte umso mehr mochte er sie. Die letzten paar Wochen hätten furchtbar für ihn sein sollen. Ron hatte kaum ein Wort mit ihm gesprochen und war ein unfassbarer Blödmann. Er und Hermine standen sich im Moment ebenfalls nicht sehr nahe. Aber trotzdem hatte er sich nicht schlecht gefühlt. Der Tag am vorigen Wochenende, an dem sie gemeinsam fliegen gegangen waren, war eines seiner angenehmsten Erfahrungen seines Lebens, trotz all seiner Probleme. Er konnte an niemand anderes denken, der das für ihn getan hätte.
„Dir scheint die Aufmerksamkeit, die sie bekommt, nicht viel auszumachen", ließ Neville aufmerksam verlauten.
Harry zuckte mit den Schultern. Warum sollte es? „Ich kann nicht sagen, dass es es wirklich tut. Ginny kann auf sich selber aufpassen", erwiderte er.
„Wirklich? Das deutet an, dass es etwas oder jemanden im Besonderen gibt, dass dir Sorgen bereitet", hakte Neville nach.
Harry zog eine Augenbraue hoch und schaute seinen Freund von der Seite an. Neville grinste nur. „Guck, wie Dean sie anschaut; ich schätze, das erinnert mich an etwas, das er vor einiger Zeit gesagt hat ...", begann Harry.
„Was hat er gesagt?", fragte Neville halb neugierig, halb besorgt.
Harry erzählte Neville die gekürzte Fassung der Ereignisse, die zu Harrys Diskussion mit Dean geführt hatte, warum Ron am Anfang des Jahres so zornig auf ihn gewesen war und Deans darauffolgende Kommentare. Als er erzählte, konnte Harry nicht anders als sich über seine Reaktion zu wundern. Warum sollte er den Drang fühlen, sie zu beschützen? Sie war eindeutig in der Lage, auf sich selbst aufzupassen. Er kritisierte Ron dafür, dass er dies tat. Es war also ein wenig scheinheilig von ihm, dasselbe zu tun. Aber dann wiederum hatte er nicht wirklich ein Problem mit den anderen Jungs, die bei Ginny waren. Er nahm also an, dass es an dem anzüglichen Kommentar lag, den Dean gemacht hatte. Ginny war schließlich seine beste Freundin. Es war also nur natürlich, dass er auf sie aufpassen wollte.
Nachdem er geendet hatte, fügte er hinzu: „Ich meine, ich weiß, dass sie auf sich selbst aufpassen kann und so, darüber mache ich mir keine Sorgen. Mich hat nur die Art, wie er es gesagt hat, gestört, um ehrlich zu sein will ich ihn nur von ihr wegschleppen. Ich werde nicht zu Ron oder?"
„Nee, Ron hätte Dean in dem Moment, in dem er so etwas gesagt hätte, geschlagen", sagte Neville ihm. „Ich glaube nicht, dass du dir wirklich Sorgen machen musst. Dean scheint jemand zu sein, der einfach Sprüche klopft. Und wie du bereits sagtest, ist Ginny mehr als nur fähig, auf sich aufzupassen."
Harry nickte: „Ich weiß."
Die beiden redeten noch ein Weilchen über die verschiedenen Geschehnisse auf der Party, als Neville schließlich etwas zur Sprache brachte, dass ihn offensichtlich beschäftigte: „Ich kann noch immer nicht fassen, dass Ron dich heute nicht hat spielen lassen. Ich meine, er hat dich aus dem Team geworfen und alles, aber ich hatte erwartet, dass er seinen Fehler früher bemerken und sich bei dir entschuldigen würde."
„Ich weiß nicht, was ich dir sagen soll, Neville", sagte Harry. „Die Dinge waren in diesem Semester nicht unbedingt ideal zwischen uns. Ich habe versucht, die Freundschaft aufrecht zu erhalten, aber es hat offensichtlich nicht besonders gut funktioniert."
„Das kannst du dir nicht vorwerfen, Harry", sagte Neville ihm ehrlich. „Ron hat die Grenze mehr als nur überschritten und nicht nur dieses Mal. Er hatte kein Recht dazu, deine Autorität im Unterricht ausnutzen zu wollen. Er hat einfach angenommen, dass du ihm freie Hand lassen würdest, wie Snape es Malfoy erlaubt. So, wie Ron sich verhalten hat, könnte er für Malfoy gehalten werden, aber ich kann dich sicherlich nicht als Snape sehen."
„Danke, glaube ich", erwiderte Harry.
Neville lachte: „Du weißt was ich meine. Mein Punkt ist, dass es nichts gibt, dass du hättest tun können, um dies zu vermeiden, außer Ron auf deiner Nase herumtanzen zu lassen. Und um ehrlich zu sein glaube ich nicht, das ich dich noch hätte respektieren können, wenn du das getan hättest und ich glaube, den anderen Schülern geht es genauso."
„Danke Neville. Das bedeutet mir viel. Du bist wirklich ein guter Freund", sagte Harry ihm ernst.
„Es ist merkwürdig. Ich hätte nicht gedacht, dass jemals der Tag kommen würde, an dem du dich besser mit mir als mit Ron oder Hermine verstehen würdest. Ich dachte, ihr wärt unzertrennlich. Ich habe euch drei immer ein wenig beneidet. Ihr habt alles zusammen gemacht und wart immer füreinander da. Außerdem wart ihr immer im Mittelpunkt der Geschehnisse und habt den Tag gerettet", überlegte Neville laut.
„Neville, du weißt, dass wir dich nie ausschließen wollten oder so. Ich habe dich immer gemocht, es ist nur immer so viel passiert ..."
„Mach dir keine Gedanken, Harry", unterbrach Neville. „Ich mach dir keine Vorwürfe. Ich war zu schüchtern und still. Ihr habt gelegentlich versucht, mich mit einzubeziehen und ich habe das geschätzt, aber ich war zu der Zeit einfach nicht bereit."
„Du bist im vergangenen Jahr wirklich erwachsen geworden, weißt du das?", fragte Harry.
„Ich glaube, das ist der Topf, der den Kessel schwarz nennt * ", erwiderte Neville mit einem Lächeln.
„Wieso würde ein Topf so etwas albernes tun?", fragte eine weibliche Stimme.
„Nun, du weißt, wie Töpfe sind" witzelte Neville. „Haben immer Vorurteile gegenüber Kessel und reden schlecht über sie."
„Ich wusste nicht, dass Percy ein Topf ist", ließ Ginny verlauten. „Das erklärt so viel."
Harry schnaubte. Neville schaute zwischen den beiden hin und her: „Habe ich was verpasst?"
Harry zuckte nur mit den Schultern und Ginny antwortete: „Oh, nicht viel. Nur die blöde Besessenheit meines Bruders mit Kesselböden, welche zu seinem freiwilligen Exil aus der Familie führte."
„Wie hat eine Besessenheit mit Kesselböden dazu geführt?", fragte Neville ungläubig.
Bevor Ginny antworten konnte, mischte sich schnell Harry ein: „Sie meint seinen Job. Als Percy seinen Job im Ministerium bekommen hat, hat er zuerst einen Bericht über Kesselböden angefertigt. Und es war sein Job im Ministerium, der dazu führte, dass er die Familie verließ."
„Oh", erwiderte Neville nachdenklich. „Nun, das tut mir leid?" sagte er zu Ginny.
„Es gibt nichts, für das du dich entschuldigen müsstest. Er ist der Blödmann, nicht du", antwortete Ginny.
Neville nickte geistesabwesend: „Nun, ich glaube, ich lasse euch beide allein, um zu reden und hole mir etwas zu essen. Danke, dass du das alles organisiert hast, Harry. Es war wirklich nett von dir, insbesondere nach allem, was passiert ist."
Ginny zog eine Augenbraue hoch, als Harry errötete: „Es war nichts. Die Hauselfen haben die meiste Arbeit erledigt. Ich habe nur etwas Butterbier besorgt."
„Was eine Menge mehr ist als alle anderen getan haben. Außerdem, wer hat es denn arrangiert, dass die Hauselfen Essen für uns vorbereiten? ", schoß Neville zurück, gluckste leicht und wandte sich in Richtung des erwähnten Essens und Trinkens.
Harry hielt ihn auf: „Bevor du gehst, Neville, lass mich Ginny wegen der Sitzordnung beim Ball fragen." Er wandte sich an Ginny, als Neville nickte. „Ginny, Neville und ich haben vorher über den Ball geredet und wir haben uns gedacht, dass du und ich zusammen mit ihm und Hannah während des Dinners zusammensitzen könnten, wenn das für dich in Ordnung ist?"
Ginny verdrehte die Augen: „Das hört sich nach einer fantastischen Idee an. Ich hatte übrigens auch daran gedacht, Luna und ihr Date zu fragen, ob sie ebenfalls zusammen mit uns sitzen wollen, wenn das in Ordnung ist?"
Harry schaute kurz zu Neville: „Glaubst du, dass Hannah es etwas ausmachen würde, mit Luna und ihrem Mysterydate, Ginny und mir zusammenzusitzen?"
„Ich denke nicht. Sie versteht sich während der HA sehr gut mit Luna, aber ich werde sie gleich morgen früh fragen und euch Bescheid geben." Damit wandte sich Neville wieder in Richtung des Essens. Er schaute zurück über seine Schulter: „Danke noch einmal, Harry."
Ginny schaute Neville hinterher, bevor sie sich Harry zuwandte: „Du bist also derjenige, der das alles hier organisiert hat?"
Harry ächzte: „Ich habe das Butterbier beigesteuert. Die Hauselfen haben sich um das Essen gekümmert."
„Nun, danke dafür", sagte Ginny einfach.
„Du hattest da einen ziemlichen Fanclub", sagte Harry und wechselte damit effektiv das Thema.
Sie errötete bei diesem unerwarteten Kommentar: „Oh, nun, ich würde sie nicht als Fanclub bezeichnen oder so. Ich meine, sie wollten eigentlich nur über das Spiel reden. Du weißt, wie das ist."
„Mhmm ... Und es war nur ein Zufall, dass du von einer großen Gruppe von Jungs umgeben warst? Es sind auch viele Mädchen an Quidditch interessiert, weißt du", neckte Harry sie gnadenlos.
„Es waren nicht alles Jungs", erwiderte sie defensiv.
„Du hast Recht. Ich habe zwei Mädchen gezählt und du warst eins von ihnen", konterte Harry.
„Und warum hast du so sehr darauf geachtet? Eifersüchtig?", sagte sie in dem Versuch, den Spieß umzudrehen.
„Nur neugierig", erwiderte er trocken. „Ich habe mich gefragt, ob du die Aufmerksamkeit genießt. Jeder einzelne der Jungs hat dir aus der Hand gefressen." Harry war tatsächlich neugierig, auch wenn er sie nur neckte. Sie könnte sich wahrscheinlich einen der Jungs aussuchen, und zum ersten Mal fragte sich Harry, ob sie vielleicht lieber mit einen von ihnen zum Ball gehen würde statt mit ihm . Er fragte sich, ob sie jemanden mochte.
„Nun, wenn man in Erwägung zieht, dass ich von ihnen weggegangen bin, um mit dir zu reden, würde ich sagen, dass das deine Frage beantwortet."
„Zugegeben", erwiderte Harry und beschloss, das Thema fallen zu lassen, bevor er sie wütend machte. „Und ich bin froh, dass du zu mir gekommen bist."
„Gut."
„Also, über was wolltest du mit mir reden?", fragte er sie neugierig und lehnte sich im Stuhl zurück.
„Ich wollte dir danken. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich es auf dem Spielfeld gemacht habe", sagte sie ihm. Sie legte eine Hand auf seine Schulter und drückte sie sanft. „Du beginnst langsam wirklich, meine Lebensschulden zu sammeln. Wenn du so weitermachst, werde ich den Rest meines Lebens damit verbringen, sie dir zurückzuzahlen." Als sie das sagte, bemerkte Harry, dass sie zu erröten begann.
„Ich bin nur froh, dass es dir gut geht", sagte Harry ihr ehrlich, auch wenn er nicht wusste, was sie verlegen machte. „Du hast mich da draußen ziemlich erschrocken. Ich glaube nicht, dass ich dich verlieren könnte."
Sie legte ihren Arm um seine Hüfte und gab ihm eine einarmige Umarmung. „Nun, solange ich dich habe, um auf mich aufzupassen, bin ich mir sicher, dass mir nichts passieren wird. Du hast ein Talent dafür, mein Leben zu retten."
Harry legte einen Arm um sie und drückte sie leicht. „ Alles Teil der Jobbeschreibung", witzelte er. „Schließlich bin ich der Retter der Zaubererwelt, nicht wahr?"
„Ich weiß es nicht vom Rest der Zaubererwelt, aber du hast es dir tatsächlich zur Gewohnheit gemacht, mein persönlicher Retter zu sein. Und ich kann dir dafür niemals genug danken", erwiderte sie nur halbscherzend.
„Du tust mehr für mich als du denkst, Gin. Ich weiß nicht, wie ich die letzten zwei Wochen ohne dich überlebt hätte", sagte er ihr ernsthaft und schaute ihr in die Augen. Sie hielten sich noch immer in den Armen, doch sie schienen sich dessen nicht wirklich bewusst zu sein. Und wenn sie es doch waren, waren sie nicht in Eile, die Situation zu ändern.
„Wofür sind Freunde da, Harry?", sagte sie mit einem kleinen Lächeln. Sie blieben für einen Moment still, bevor sie in einem ernsteren Tonfall wieder redete: „Ich muss dir etwas sagen, Harry." Ihre Stimme hörte sich klein und schüchtern an, ganz anders als ihr normaler Tonfall.
„Du kannst mir alles erzählen", ermutigte Harry sie und drückte sie leicht.
„Nun, es geht um deinen Feuerblitz ...", begann sie zögernd.
Harry wischte ihre Sorge beiseite: „Ich habe es dir schon gesagt: Der Feuerblitz ist mir egal. Das Wichtige ist, dass es dir gut geht."
Sie konnte nicht anders als ihn anzulächeln, wenn auch ein wenig traurig: „Nun ich dachte, du würdest vielleicht gern wissen, was mit ihm passiert ist. Nate hat ihn vom Boden aufgelesen. Er ist nicht zerbrochen oder so, aber er hat einen ziemlich großen Riss, der am Stiel entlangläuft." Ihre Stimme wurde sanfter und zögernder, als sie vom Schicksal seines geliebten Besens berichtete.
„Mach dir keine Sorgen, Ginny. Es war nicht deine Schuld, dass er kaputt gegangen ist", sagte er ihr und strich mit kreisenden Bewegungen über ihren Rücken. „Um ehrlich zu sein, habe ich sowieso darüber nachgedacht, einen neuen Besen zu kaufen und den Feuerblitz an die Wand zu hängen oder so. Ich denke, für den Moment werde ich ihn in mein Büro hängen oder vielleicht in einen der Zimmer im Koffer. Wie du sagtest, er hat nur einen Riss, da kann ich das noch immer tun."
Es war absolut irreführend, aber nicht unwahr. Er hatte tatsächlich darüber nachgedacht, seinen Feuerblitz zu ersetzen, hatte sich aber dagegen entschieden, zumindest für den Moment. Es machte nicht viel Sinn ihn nun zu ersetzen, wenn der Feuerblitz der beste Besen auf dem Markt war. Aber er hatte beschlossen, dies zu tun, sobald das nächste Modell erscheinen würde.
Aber Harry hatte nicht vor, Ginny das zu erzählen. Der Punkt war, dass er sich - wenn er sich zwischen ihr und dem Besen entscheiden müsste - sich jeden Tag für sie entscheiden würde ... und gleich zweimal am Sonntag. Er war also nicht zu sehr über das Schicksal des Besens bestürzt. Er war sich sicher, dass es ihn ein wenig ärgern würde, sobald die Erleichterung, dass Ginny unverletzt und okay war etwas gesackt war. Aber er würde ihr nie die Schuld dafür geben, was passiert war. Und er wollte wirklich nicht, dass sie sich Sorgen machte.
„Nun, es tut mir leid, und wenn du jemals meinen Besen benutzen möchtest, steht er dir zur freien Verfügung. Ich weiß, dass er nicht annähernd so gut ist wie der Feuerblitz, aber es ist alles, was ich habe", sagte ihm Ginny aufrichtig.
„Danke, aber wirklich, mach dir keine Sorgen ..."
„Hey Ginny", unterbrach sie eine männliche Stimme. „Komm, wir brauchen dich, um eine Wette zu entscheiden. Oh. Hey, Harry." Harry nickte nur antwortend. „Ich hoffe, es macht dir nichts aus, wenn wir Ginny für ein paar Minuten entführen."
Harrys Augenbrauen berührten praktisch seinen Haaransatz: „Ich finde, wir sollten Ginny entscheiden lassen, was sie gerne machen würde", sagte er diplomatisch.
Ginny lächelte ihn dankbar an und der Junge - er war der Meinung, sein Name war Brian - ruderte zurück: „N... natürlich, so meinte ich das nicht. Natürlich entscheidet Ginny für sich selbst. Ich meinte nur ..."
„Oh, mach den Mund zu, Brian, bevor du nicht mehr aus dem Fettnäpfchen herausfindest", schlug Ginny entschieden vor. „Ich schau lieber mal, was die Jungs möchten", sagte sie zu Harry. „Ich sehe dich in Kürze?"
„Ja", erwiderte Harry. „Ich denke, ich werde die Runde machen und dem Team gratulieren."
„Na dann, bis später Harry", rief Ginny und zog Brian am Arm zu mehreren anderen Jungs des fünften und vierten Jahrgangs.
Harry schaute ihr einen Moment lang nach, seine Augen wanderten von ihrem Haar, ihren Rücken hinunter, zu ... Harry wandte seinen Blick ab, da er nicht starren wollte. Er suchte in der Menge nach seinen früheren Teamkameraden. Er entdeckte Katie zuerst und ging zu der Siebtklässlerin. Als er sich ihr näherte, bemerkte er Stephanie in der Nähe. „Katie, Stephanie", rief er.
Beide Mädchen schauten zu ihm. „Hey, Harry", „Hi, Harry", sagten sie gleichzeitig.
„Ich wollte euch beiden nur gratulieren, ihr habt heute gut gespielt", sagte Harry ihnen ehrlich.
Beide Mädchen schüttelten ihre Köpfe. Katie sprach als erste: „Ne, wir konnten überhaupt nicht mit ihnen mithalten."
„Ja", stimmte Stephanie zu. „Wir hatten nur Glück, dass Ginny den Schnatz dann gefangen hat, als sie es getan hat, sonst hätte Slytherin einen viel zu großen Vorsprung gehabt, und wir hätten keine Chance gehabt aufzuholen."
„Macht euch nicht schlechter als ihr seid", sagte Harry ihnen. „Slytherin ist immer ein harter Gegner. Sie machen einen schnell mit ihren schmutzigen Tricks und Fouls fertig. Ihr beide habt gute Arbeit geleistet, den Spielstand so zu halten wie er war. Und am Anfang wart ihr brillant. Hätte Ginny mit euch gespielt, habe ich keinen Zweifel, dass ihr keine Probleme damit gehabt hättet, euch zu behaupten. Nate ist nicht schlecht, aber er hat nicht nahezu genug mit euch beiden trainiert, und wenn euer Timing auch nur ein wenig aus dem Gleichgewicht gebracht wird, ruiniert es den gesamten Spielzug."
Harry fuhr fort: „Er war nicht darauf vorbereitet, zu spielen. Seine Nervosität und die Sticheleien der Slytherins und deren Fouls haben ihn fertig gemacht und seine Spielweise beeinflusst. Ron hätte um ein Timeout bitten sollen, um mit ihm zu reden und ihn zu beruhigen. Nate hat sich praktisch selber aus dem Spiel genommen, und ihr könnt nicht erwarten, mit nur zwei Jägern mit ihnen mitzuhalten. Ihr solltet stolz auf euch selbst sein für alles, was ihr geschafft habt. Und das zweite Tor war brillant. Ihr habt mich total getäuscht gehabt. Ich hatte keine Ahnung, wo der Quaffel war, bis er schon durch den Ring war."
„Danke Harry", sagte Katie ihm ehrlich.
„Ja, danke", fügte Stephanie mit einem breiten Lächeln hinzu.
Harry hielt seine Hände nach oben: „Kein Grund, mir zu danken. Ich sage nur die Wahrheit. Ich werde jetzt versuchen, die Jungs zu finden. Ich glaube, Nate wird etwas Ermunterung brauchen können. Ich habe ihn vorher gesehen und er sah nicht so toll aus. Haltet Ausschau nach ihm, ja?" Die Mädchen nickten und Harry verabschiedete sich.
Nach einigen Minuten fand er Kirke und Sloper und redete kurz mit den Jungs über das Spiel. Er betonte, dass sie gut gespielt hatten, aber dass die schmutzigen Taktiken und Fouls der Slytherins nicht zu vermeiden waren und jeden fertig machen würden. Die Tatsache, dass sie jegliche Verletzungen bei ihren Teamkameraden verhindert hatten, war der Beweis, dass sie einen guten Job gemacht hatten. Die beiden Jungs lächelten und dankten Harry, der sie alleine ließ, um nach Nate zu suchen.
Er brauchte mehrere Minuten, aber er fand den Jungen schließlich in einer abgeschiedenen Ecke mit einem seiner Freunde sitzend. „Was dagegen, wenn ich mich setze?", fragte Harry.
Nate blickte kurz nach oben und sah, wer fragte. Wenn es möglich war, wurde sein Gesichtsausdruck noch niedergeschlagener. Er schaute wieder auf den Boden und nickte verdrossen. Sein Freund, auf dessen Namen Harry einfach nicht kam, sagte: „Ich glaube, ich hole mir etwas zu essen", und ließ Harry und Nate allein.
Nach einem langen Moment der Stille beschloss Harry, nicht um den heißen Brei herumzureden: „Was ist los? Warum feierst du nicht mit dem Rest des Hauses?"
Nate hob seinen Kopf und starrte Harry ungläubig an. „Machst du Witze? Was habe ich zu feiern? Ich bin der Grund, warum wir beinahe das Spiel verloren haben", jammerte er.
„Wirklich?", wollte Harry wissen. Der Junge nickte. „Du bist also derjenige, der 18 Tore zugelassen hat, und du warst derjenige, der unser gesamtes Team immer und immer wieder gefoult hat, und du warst derjenige, der mehrere unserer Schüsse geblockt hat? Das ist ziemlich beeindruckend. Ich wusste nicht, das eine Person so viel machen kann."
„Natürlich habe ich nicht das alles gemacht", erwiderte er verteidigend.
„Wie kannst du dann derjenige sein, der Schuld an unserer Fastniederlage ist?", wollte Harry ruhig wissen.
„Ich habe furchtbar gespielt. Ich habe den Quaffel einige Male fallengelassen und ich habe nicht ein einziges Tor geschossen", sagte er niedergeschlagen.
„Nun, dem letzten Punkt habe ich nichts entgegenzusetzen", begann Harry. Aber du hast das zweite Tor von Stephanie vorbereitet. Das war übrigens ein ziemlich nettes Manöver. Du hast gar nicht schlecht begonnen, aber dein Timing hat nicht immer ganz gestimmt, was nicht deine Schuld ist. Du hast einfach nicht genug mit Katie und Stephanie trainiert. Nach ein paar Fehlern hast du dir alles zu Herzen genommen." Harry schaute den Jungen an und sah, dass dieser zuhörte, aber nicht so aussah, als würde er sich bald selbst verzeihen.
„Erinnerst du dich, wie furchtbar Ron letztes Jahr in den ersten beiden Spielen gespielt hat?", fragte Harry plötzlich.
„Ja", sagte er mit einem Nicken.
„Weißt du, warum er in diesen Spielen so schlecht gespielt hat und im letzten Spiel der Saison so gut?"
Nate schüttelte den Kopf.
„Es war seine Einstellung. Ron war zu nervös und hat sich die Kommentare der Slytherins zu Herzen genommen. Er hat das Spiel begonnen und dachte, er würde schlecht spielen und nach jedem Fehler, den er gemacht hat, hat er sich selber fertig gemacht und sich runterziehen lassen. Er hat scheiße gespielt, weil er sich selber davon überzeugt hat, das er schlecht spielt", erklärte Harry.
„Aber er hat im letzten Spiel anders gespielt, weil er einfach aufgehört hat, daran zu denken. Er beschloss, dass er nichts zu verlieren hat und hat sich nicht darauf konzentriert, was andere sagten, sondern einfach das Spiel gespielt. Du bist ein guter Quidditchspieler, deswegen haben wir dich ins Team geholt. Wir haben alle bei dem Probetraining gesehen, dass du talentiert bist und wir erwarten, dass du einer der Stammspieler sein wirst, nachdem Katie nicht mehr da ist. Wir glauben, dass du so gut bist. Du musst nur lernen, die Zuschauer und alles andere auszublenden und einfach zu spielen."
Harry hielt inne und musterte den Jungen vor ihm. Er sah nachdenklich aus und nickte mehrmals zu sich selbst, als er über alles, was Harry ihm gesagt hatte, nachdachte. Er sah Harry schließlich in die Augen und sagte: „Danke, Harry."
„Nicht erwähnenswert", erwiderte Harry. „Jetzt zieh ab und feiere mit deinen Freunden."
Das zögernde Lächeln, das auf Nates Gesicht aufgetaucht war, verschwand: „Aber was ist, wenn die anderen Schüler mir die Schuld geben?"
Harry winkte seine Sorgen ab: „Das werden sie nicht. Vertraue mir. Jeder weiß, dass du nicht viel Training hattest. Keiner gibt dir die Schuld an dem, was passiert ist. Jetzt ab mit dir, bevor ich dich eigenhändig hinausschleppen muss."
Nate grinste ihn dankbar an, stand auf und warf sich in das geschäftige Treiben des Gemeinschaftsraumes. Harry saß in dem großen Sessel, den Nate gerade verlassen hatte und beobachtete, wie der Junge seine Freunde grüßte. Die lächelten alle und manche klopften ihm auf den Rücken. Nach einer Minute lachten sie alle über das eine oder das andere. Harry konnte nicht anders als zu lächeln. Es würde ihm nun gutgehen.
„Das war nett von dir", unterbrach eine Stimme von der Seite seine Gedanken. Er musste nicht zu ihr sehen, um zu wissen, wer es war.
„Ich habe ihm nur die Wahrheit gesagt", erwiderte Harry und schaute noch immer im Gemeinschaftsraum umher.
„Ja, und hast ihn ermutigt und aufgemuntert. Fünf Minuten zuvor war er untröstlich und jetzt lacht er und hat Spaß mit seinen Freunden", meinte die Stimme.
„Er verdient es so sehr wie alle anderen, zu feiern", war Harrys Antwort. „Er hatte keinen Grund, sich wegen dem Spiel schlecht zu fühlen. Er hätte überhaupt nicht in diese Situation geraten sollen."
„Das ist wahr", stimmte die Stimme zu und legte in einer tröstenden Geste eine Hand auf Harrys Schultern. „Noch hätte ich als Sucher spielen sollen. Du hättest da draußen sein sollen."
Harry nickte abwesend: „Es ist zu spät, um das noch zu ändern. Alles, was wir tun können, ist, das Beste daraus zu machen."
„Du hast Recht." Eine kleine Pause. „Ich habe überlegt, dass der Feuerblitz sich an der Wand gegenüber der Tür in deinem Büro besonders gut machen würde. Du könntest ihn von deinem Tisch aus sehen, und die Leute würden ihn sehen, wenn sie eintreten. Und die Wand ist groß genug, dass sie nicht zu voll wäre. Du könntest sogar noch etwas aufhängen, wenn du möchtest."
„Das werde ich vielleicht tun", sagte Harry und wandte sich ihr zu. „Ich glaube, ich vertraue deinem Sinn für Inneneinrichtung mehr als meinem eigenen."
„Und das aus gutem Grund" erwiderte Ginny neckend.
„Hey, was soll das heißen", rief Harry in gespielter Entrüstung aus.
„Nichts, gar nichts", antwortete sie mit einem Grinsen, während sie den Stoff an der Schulter seines T-Shirts zwischen die Finger nahm und es voller Abscheu begutachtete.
„Darf ich dich darauf hinweisen, dass ich eine Menge Hilfe dabei hatte, meine Kleidung auszusuchen. Die Hilfe von zwei attraktiven Mädchen übrigens", verteidigte Harry sich.
„Oh, wirklich?", fragte sie und ihr Ton verriet ihr Interesse an dem Thema: „Zwei attraktive Mädchen sagst du?"
„So ist es", fuhr Harry fort. „Eine attraktive junge Verkäuferin bei Madam Malkins hat mir geholfen, meine Roben auszusuchen. Ich habe auch beinahe einen ganzen Tag für eine Muggelgarderobe geshoppt, die mir tatsächlich passt, und in diesem Geschäft hat mir ebenfalls eine attraktive Verkäuferin geholfen."
„Das Lächeln auf deinem Gesicht sagt mir, dass du eine angenehme Zeit verbracht hast, war es das Einkaufen oder die Gesellschaft, die du genossen hast?", Ginny warf ihm einen anzüglichen Blick zu und neckte ihn gnadenlos. Das Leuchten in ihren Augen war fast genug, um Harry zum Schweigen zu bringen.
„Oh, es war definitiv die Gesellschaft. Sie war nicht nur sehr süß, sie war auch sehr nett. Ich hätte keine bessere Verkäuferin finden können", versuchte Harry ihr in einem gleichgültigen Tonfall zu antworten.
„Hört sich so an, als hätte sie dir mehr bedeutet, als dass sie nur irgendeine Verkäuferin war", konterte Ginny.
„Ich habe nie etwas anderes behauptet", erwiderte Harry, den Austausch genießend. Er wusste, das Ginny versuchte, ihn zu necken oder in Verlegenheit zu bringen, aber er würde das nicht zulassen. Es war nicht so, dass er nur in Jessica verknallt gewesen war und das unerwidert geblieben war. Ginny wusste nicht, dass Harry sie ausgeführt hatte.
„Wie heißt sie denn", fragte sie beiläufig.
„Jessica."
„Du erinnerst dich nach all der Zeit an ihren Namen? Trauert Harry Potter einem Mädchen nach?"
„Ich würde es nicht trauern nennen, Aber ich denke jeder Kerl würde sich an den Namen des Mädchens erinnern, dass er ausgeführt hat." Harry schaute hoch, um ihre Reaktion auf diese Aussage zu sehen. Er wurde nicht enttäuscht.
Ginnys Mund klappte auf, als sie ihn mit großen Augen anstarrte. „Ausgeführt?"
„Jep. Sie konnte meinem Charme nicht widerstehen und hat mir ihre Telefonnummer gegeben, nachdem wir eingekauft hatten. Sie sagte mir, ich soll sie anrufen, wenn ich wieder Hilfe beim Einkaufen brauche oder auch wenn dies nicht der Fall sein sollte", sagte Harry ihr. „Nun, ich weiß ich bin genauso schwer von Begriff wie jeder Junge, aber nicht schwer genug von Begriff, um diese Aussage nicht zu verstehen. Ich habe sie also angerufen und wir sind eines Abends Essen gegangen."
„Wow", sagte sie leise. „Das war unerwartet."
„Was? Du hattest nicht erwartet, dass ein Mädchen Interesse an mir zeigt?", schmollte Harry.
„Natürlich erwarte ich, dass Mädchen an dir interessiert sind", war ihre Antwort. Sie sagte es so geradeheraus, das Harry nicht anders konnte, als zu fühlen wie sein Selbstvertrauen wuchs. „Es hat mich nur überrascht, dass du im Sommer ein Date hattest, das ist alles. Es ist nicht so, als hättest du die Tatsache mal angesprochen."
„Nun, ich konnte nichts sagen, weil ich angeblich bei den Dursleys feststeckte. Niemand sollte mein Geheimnis herausfinden", sagte er und betonte vor allem den letzten Teil, um sie wissen zu lassen, dass er insbesondere über sie redete. Aber er sagte es mit einem Lächeln, so dass sie wusste, dass er die Tatsache, dass sie Bescheid wusste, nicht bedauerte.
„Nun, du hättest wissen sollen, dass ich einfach zu clever für dich bin", sagte sie. Sie pustete auf ihre Fingernägel und säuberte sie an ihrer Robe.
„Wie dumm von mir, jemals an dir gezweifelt zu haben", stimmte Harry zu.
„Erzähl mir mehr über Jessica. Wie ist euer Date gelaufen?", hakte Ginny nach, als sie sich aufsetzte und ihre Schultern rollte.
„Alles okay mit deiner Schulter?", fragte er sie mit Besorgnis in der Stimme, als er bemerkte, dass sie ihre Schultern rollte.
„Nur ein wenig verspannt, das ist alles. Das wird wieder", erwiderte sie und rollte sie weiterhin. Er beobachtete, wie sie ihren rechten Arm zu ihrem Nacken führte und versuchte, ihren Nacken und Schultern so gut sie konnte zu massieren.
Harry nahm an, dass sie versuchte, die Muskeln zu lockern und er beobachtete sie noch einige Momente lang, bevor er sprach. „Ich ... ähh ... Ich könnte, du weißt schon, dir die Schultern massieren, wenn du möchtest", bot er zögernd an.
Sie drehte ihren Kopf so schnell zu ihm, dass er sich sicher war, dass sie einen steifen Hals haben würde. „Das musst du nicht tun. Das wird wieder."
„Oh", antwortete Harry automatisch. Er schwieg für einen weiteren kurzen Moment, bevor er fortfuhr: „Es macht mir wirklich nichts aus, aber wenn du nicht möchtest, dann ist das in Ordnung. Ich hatte nur gedacht, ich würde es anbieten, weil deine Schultern dir Schmerzen zu bereiten scheinen."
„Das ist sehr nett von dir", erwiderte sie vorsichtig und hatte plötzlich das Gefühl, als sei es im Raum zu warm. „Ich möchte dir aber keine Umstände machen."
„Ich würde das kaum Umstände machen nennen", sagte Harry und wischte den Kommentar beiseite. „Ich meine, ich müsste nicht einmal aufstehen. Und es ist nicht so, als würde ich gerade etwas tun. Wir können uns weiter unterhalten. Ich werde dir sogar alles über mein Date erzählen, auch wenn es nicht viel zu erzählen gibt."
„Nun, wie kann ich so ein Angebot ablehnen?", antwortete sie sich etwas unbehaglich fühlend.
Sie streckte sich für einen Moment und rollte wieder ihre Schultern. Sie zog eine Grimasse, als sie dies tat, bevor sie zu dem Stuhl ging und sich vor ihm auf den Boden setzte. „Was machst du da unten?", fragte Harry sie neckend. „Ich verspreche, ich werde nicht beißen", fuhr er fort. Er rutschte so weit zurück wie er konnte und klopfte auf das Polster vor ihm, seine Beine weit gespreizt, um ihr so viel Platz wie möglich zu geben.
Ginny errötete zuerst, aber zwang ihre Verlegenheit hinunter. Sie gewann ihre Fassung und sagte: „Nicht einmal, wenn ich ganz lieb bitte?"
Harry gluckste: „Wir werden sehen. Jetzt komm her." Ginny folgte und setzte sich direkt vor Harry hin. Sie war nicht ganz an ihn gepresst, aber war ihm sehr nahe.
„Also gut", sagte Harry geistesabwesend, als er ihren Rücken begutachtete. Er legte seine Hände vorsichtig auf ihre Schultern und realisierte schnell, dass ihr Haar im Weg sein würde. Er zögerte für einen Moment und nahm dann sanft ihr Haar, um es ihr über die Schulter zu legen. Er versuchte, nicht zu bemerken, wie seidig es war. Sie schaute ihn über die Schulter mit einem fragenden Gesichtsausdruck an.
„Dein Haar war im Weg. Ist das okay?", fragte er und deutete auf ihr Haar.
Ginny nickte nur. Ihre Blicke trafen sich kurz und sie wandte sich wieder um. Harry richtete seinen Blick auf ihre Schultern. Er hatte noch nie jemanden eine Massage gegeben und er stellte plötzlich seine Intelligenz in Frage, solch ein Angebot gemacht zu haben. „Ähm, lass mich einfach wissen, wenn ich dir weh tue oder was sich gut anfühlt und was nicht. Ich habe das noch nie gemacht."
Ginny drehte ihren Kopf wieder zu ihm: „Du musst das nicht tun, wenn du nicht möchtest."
„Nein, ich möchte helfen. Ich mache mir nur Sorgen, dass ich dir weh tun könnte", sagte er ihr ehrlich.
„Mach dir keine Sorgen. Ich bin mir sicher, dass es keinen Grund dafür gibt und ich werde dir sagen, wie du dich machst."
Er legte seine Hände zurück auf ihre Schultern und begann sanft zu massieren. Er war sehr zögerlich in seinen Bewegungen und er lauschte aufmerksam, um jegliche Anzeichen, dass er ihr weh tat, zu hören. Stattdessen bekam er das Kommando: „Fester, Harry. Ich kann dich kaum spüren."
„Oh, ähm, entschuldige", erwiderte Harry und benutzte ein wenig mehr Kraft.
„Kein Problem, das ist viel besser." Harry nickte, auch wenn sie es nicht sehen konnte. Nach einem langen Moment sprach sie wieder: „Wolltest du mir nicht von deiner Verabredung erzählen?"
„Stimmt, stimmt", erwiderte Harry nervös. „Es gibt nicht viel zu erzählen. Wir haben uns am Geschäft, in dem sie arbeitet, getroffen und sind zum Abendessen in ein italienisches Restaurant. Wir haben ein wenig geredet. Ich konnte offensichtlich nicht zu sehr ins Detail gehen, da sie ein Muggel ist. Nach dem Abendessen habe ich sie nach Hause begleitet."
„Es muss mehr geben als das", antwortete Ginny. „Worüber habt ihr euch unterhalten? Hast du sie geküsst? Details, Harry."
„Ich habe ihr so viel wie ich konnte über meinen Sommer erzählt, dass ich jogge und trainiere und etwas lerne. Und ich habe im Allgemeinen darüber geredet, wie sehr Snape mich hast und dass Malfoy ein Widerling ist. Sie hat mich, nachdem ich sie nach Hause begleitet habe, kurz geküsst. Es war keine große Sache. Sie ist ein nettes Mädchen, aber es wird sich nichts daraus entwickeln. Aber wenigstens kann ich sagen, dass ich zumindest ein erfolgreiches Date hatte."
„Mhmm", stöhnte Ginny. „Was meinst du?"
„Ich bin mir sicher, dass du von mir und Cho im letzten Jahr weißt", sagte Harry.
„Ich weiß, dass ihr eine Weile zusammen ausgegangen seid und dass es nicht so gut gelaufen ist", erwiderte Ginny. „Ich weiß nicht viel mehr."
„Nun, dann habe ich eine kleine Geschichte für dich", grummelte Harry gutmütig. „Wo beginne ich am besten? Ich bin mir sicher, dass du weißt, dass ich sie im vierten Schuljahr zum Ball gefragt habe. Es schien, als wäre sie gerne mit mir gegangen, aber sie ging bereits mit Cedric. Ich habe sie nie vergessen. Letztes Jahr war sie noch immer über Cedrics Tod verstört. Alles, was sie wollte, war, über ihn zu reden.
Das Ganze war nur eine Frage der Zeit", sagte Harry ihr, als er fortfuhr, ihre Schultern zu kneten. „Sie trauerte noch immer über Cedric und ich bin sicher, du erinnerst dich, in welcher Verfassung ich letztes Jahr war. Das erste Mal, als sie mich küsste, kurz vor Weihnachten, ist sie in Tränen ausgebrochen. Und ich stand da, überrascht über die Tatsache, dass ich gerade Cho Chang geküsst hatte und ich konnte nicht mal darüber nachdenken, sie zu trösten, ganz zu schweigen davon, herauszufinden, warum sie weinte."
Seine Geschichte wurde unterbrochen, als Ginny ein kehliges Stöhnen ausstieß: „Oh, das fühlt sich gut an. Mach weiter."
Harry hatte beinahe vergessen, was er tat. Er hatte sich so sehr auf seine Geschichte konzentriert, dass er nicht darauf geachtet hatte, was seine Hände taten. Aber wenn er das Stöhnen richtig interpretierte, arbeiteten seine Hände auch ohne seine Aufmerksamkeit sehr gut. Also beließ er es dabei. Aber er versuchte, ein wenig aufmerksamer zu sein, um die Spannung aus ihren Schultern zu massieren.
Er fuhr nach einem Moment fort: „Unser einziges Date war ein absolutes Desaster. Wir sind am Valentinstag nach Hogsmeade gegangen. Wir hatten überhaupt nichts, über das wir reden konnten, Quidditch ausgenommen, und das Thema hatten wir bereits auf dem Weg in die Stadt erschöpft. Sie hat mich zu Madam Puddifoots geschleppt, was der ungemütlichste Ort sein muss, an dem ich je gewesen bin. Es war ziemlich abstoßend. Stell dir vor: Rüschen und Spitze, das Umbridges' Büro Konkurrenz machte und eine Horde von bescheuerten Amor-engelchen, die herumflogen und Konfetti auf alles in Sichtweite streute, was eine ungewollte Erinnerung an Lockhart auslöste. Und das beinhaltet noch nicht einmal die ganzen Paare, die entweder Händchen hielten oder knutschten."
Harry gluckste ein wenig über die Erinnerung und fuhr fort: „Sie wurde eifersüchtig, als ich ihr sagte, dass ich mich später mit Hermine treffen würde und beschloss, mir zu sagen, dass Roger Davies sie vor ein paar Wochen um ein Date gebeten hatte. Nun muss man aber berücksichtigen, dass er am Tisch neben uns saß und wild mit einem Mädchen knutschte. Dann hat sie Cedric angesprochen, was zu mehr Tränen führte. Bevor sie schließlich ausrastete und mir sagte, ich solle einfach zu Hermine gehen, da dass das sei, was ich sowieso wirklich wollte. Sie stürmte in Tränen aufgelöst hinaus und ließ mich dort absolut erstaunt und vollkommen verlegen zurück."
„So klug sie ist, kann ich es nicht fassen, dass sie versuchte dich so früh zu „testen", erwiderte Ginny und lachte.
„Was ist so lustig?", fragte Harry ein wenig vorsichtig und stoppte die Massage.
„Oh, ich stelle mir nur gerade ihren Gesichtsausdruck vor", antwortete Ginny.
Harry lachte und begann wieder, ihre Schultern zu massieren: „Es war definitiv eine einzigartige Erfahrung, eine, die ich sicherlich nicht so schnell vergessen werde."
„Du hast es also genossen", fragte Ginny ihn mit Humor in der Stimme.
Harry schnaubte: „Nein, ich kann nicht sagen, dass ich das getan habe. Kannst du es fassen, dass sie will, dass wir uns wieder verabreden?"
„Mgmm", stöhnte Ginny unverbindlich, anscheinend nur auf die Massage konzentriert.
„Sie hat mich gefragt, ob ich mit ihr zum Ball gehe, aber zum Glück hatte ich bereits dich gefragt. Ansonsten wäre das wirklich unangenehm geworden", sagte Harry ihr.
„Wieso das?", fragte Ginny.
„Es war einfach, sie abzuweisen, indem ich sagte, dass ich bereits eine Verabredung habe. Sie abzuweisen, indem ich sage, dass ich nicht mit ihr gehen möchte, wäre viel schwerer gewesen. Ich möchte sie wirklich nicht verletzen. Ich hätte wahrscheinlich ja gesagt, um ihre Gefühle nicht zu verletzen", sagte Harry ihr.
„Mhm, ja, ich kann mir vorstellen, dass du das machen würdest", kommentierte Ginny, bevor sie ein weiteres Mal stöhnte, als Harry eine Verspannung fand.
Harry konnte nicht anders als das ganze Stöhnen, das Ginny ausstieß, zu bemerken, noch konnte er etwas gegen den Effekt, den sie auf seinen Körper hatten, tun. Er nahm an, dass er die Massage so sehr genoss wie sie. Es geschah nicht jeden Tag, dass er die Finger an den Körper einer wunderschönen Frau legen konnte und Harry konnte nicht abstreiten, dass er es definitiv genoss, auch wenn er es nie gegenüber jemand anderen zugeben würde. Zusammen mit dem Stöhnen war Harry im Moment ein sehr glücklicher Junge. Er war nur froh, dass zwischen ihnen noch immer ein wenig Platz war. Ansonsten würde sie wahrscheinlich wissen, wie glücklich er im Moment war.
Er konzentrierte sich eine Weile auf seine Hände, als er fortfuhr, ihre Schultern, ihren Rücken und Nacken zu massieren. Er konzentrierte sich darauf, sie zu entspannen, als seine Finger fortfuhren, ihre Magie auszuüben. Wenn er seinen Händen mehr Aufmerksamkeit geschenkt hätte, hätte er vielleicht das sanfte blaue Glühen an seinen Fingerspitzen bemerkt. Nach einer Minute fragte er: „Wie sind du und Michael Corner letztes Jahr überhaupt zusammengekommen?"
Seine Frage wurde mit Stille beantwortet. Er fuhr damit fort, ihre Schultern zu massieren und fragte dann: „Ginny?" Noch immer nichts. Nach einigen weiteren Sekunden hörte er auf, ihre Schultern zu massieren und lehnte sich über ihre Schulter: „Alles in Ordnung, Gin?"
„Nich' aufhör'n", murmelte sie schläfrig.
„Ja, Ma'am", gluckste Harry. Er wollte sowieso nicht wirklich aufhören. „Wirst du mir also erzählen, wie du und Corner zusammengekommen seid oder nicht?"
„Später", war ihre gedämpfte Antwort.
„Du bist heute Abend ziemlich redselig, Gin", neckte er.
„Kann mich nicht konzentrieren", sagte sie nach einem Moment.
„Wieso das?", fragte er neugierig.
„Fühlt sich zu gut an", sagte sie einfach, begleitet von einem weiteren leisen Stöhnen.
„Oh", sagte Harry überrascht. „Ich schätze, das bedeutet, dass ich mich ganz gut mache, mhmm?"
„Mhmmm."
„Ich interpretiere das mal als ein ja", lachte Harry. Er konzentrierte sich wieder auf seine Hände, als er an ihren Schultern entlangfuhr. Seine Fingerspitzen gruben in ihre Schulterblätter und seine Daumen in ihren Rücken. Er knetete ihre Muskeln mit seinen Fingern und wollte, dass die Verspanntheit verschwand. Nach einigen weiteren Minuten ließ sie sich nach hinten gegen seine Brust fallen und seine Hände ließen sie los.
Sie blieb für einen Moment in dieser Position und seine Arme legten sich beinahe ohne sein Zutun um sie. Sie legte ihre Arme um seine und legte ihren Kopf zurück, um ihm in die Augen schauen zu können. „Habe ich dir jemals gesagt, wie sehr ich dich liebe?", fragte sie, als sei es die gewöhnlichste Frage der Welt.
Harry dagegen war vollständig verblüfft. Liebe? Wieso würde sie so etwas sagen? Er war sich sicher, dass sie nur scherzte, aber es traf ihn trotzdem. Noch nie hatte jemand ich liebe dich zu ihm gesagt. Sie mag es nicht ganz ernst gemeint haben, aber Harry konnte das warme Gefühl, das in ihm aufstieg, nicht aufhalten: „Ähh, nein?"
„Wenn du meinen Rücken öfters massierst, werde ich sicherlich eine Gewohnheit daraus machen", erwiderte sie träumerisch.
Harry konnte ein Schnauben nicht unterdrücken: „Ich werde das im Kopf behalten."
„Mach das. Muss ich fragen, wo du das gelernt hast?", neckte sie ihn.
„Kein Grund dazu, ich habe es nirgendwo gelernt. Das war das erste Mal, dass ich es je versucht habe. Ich glaube nicht, dass ich mich wohl fühlen würde, es für jeden zu machen."
„Aber mit mir fühlst du dich wohl?", fragte sie. Ihre braunen Augen schauten suchend in sein Gesicht.
„Natürlich", antwortete er. „Du bist meine beste Freundin. Wie könnte ich es nicht sein?" Anscheinend war es das Richtige zu sagen, denn sie umarmte ihn so gut sie konnte.
„Du bist wirklich einer der süßesten Jungs, den ich je getroffen habe, weißt du das?"
Harry errötete wegen ihrem Lob und ihr Kommentar weckte eine Erinnerung. „Das ist, was Jessica zu mir gesagt hat, mehr oder weniger zumindest. Sie sagte mir, dass ich sehr süß wäre. Anscheinend ist das eine gute Qualität an einem Kerl, da sie mich zu mögen schien", überlegte er laut.
„Natürlich ist es das", stimmte Ginny zu. Harrys Magen knurrte plötzlich. „Ich bekomme langsam Hunger und du anscheinend auch. Warum holen wir uns nicht was zu essen, bevor alles verschwindet?"
Harry stimmte bereitwillig zu und sie standen beide auf. Die beiden gingen los, um sich ein paar Erfrischungen zu holen. Die Party dauerte Stunden an. Jeder schien die Chance ergreifen zu wollen, eine Pause vom Lernen zu haben, einfach herumzusitzen und stundenlang zu lachen und zu reden.
Harry und Ginny blieben für den Rest der Party beisammen. Harry konnte nur lachen, als sie sagte, dass es half, die Jungs abzuwehren. Er wusste nur zu gut, wie es wahr, ins Rampenlicht gerückt zu werden, wenn man nichts mehr wollte als mit dem Hintergrund zu verschmelzen. Sie redeten nachmittags und am Abend mit vielen verschiedenen Leuten, sie mischten sich einfach unter die anderen. Sie erzählten beide wiederholt ihre Geschichte ihres Fanges. Harrys Version seines Fanges war runtergespielt.
Später ging Ginny, um mit mehreren ihrer Freundinnen zu reden und schleppte Harry mit sich. Harry war geschockt, eine Seite von Ginny zu sehen, die er noch nie zuvor gesehen hatte. Er hatte sie immer in die gleiche Kategorie Mädchen wie Hermine gesteckt, die sich nie - nun - mädchenhaft benahmen. Damit war nicht gemeint, dass er nicht wusste, dass sie ein Mädchen war, aber er hatte nie gesehen, wie sie albern kicherte, sich Sorgen über ihr Makeup, die letzten Modetrends und Haarzauber oder den besten Tratsch machte.
Die Mädchen redeten über verschiedene Dinge und Harry hörte staunend von der Seite aus zu. Sie redeten über die letzten Trends der Fest-und formellen Roben. Anscheinend hatte Madame Malkins Anfang des Semesters erst welche bekommen und sie waren im Design etwas kontrovers.
Melissa Thorner, eine von Ginnys Zimmergenossinnen, war wirklich von ihnen begeistert. „Ich musste meine Mutter anbetteln und anflehen, so dass ich mir eine dieser Designs für meine Festroben aussuchen durfte. Sie ist so altmodisch. Sie ist fest entschlossen, dass nie jemand mein Dekolleté sehen wird. Es hat eine Weile gebraucht, um sie zu überzeugen, aber ich habe es schließlich geschafft. Ich meine, der Style ist einfach so perfekt für meine Figur. Die Form des Ausschnitts unterstreicht total meine ..." Sie ließ den Satz nach einem Blick in Harrys Richtung unvollendet.
Claire Hansen, eine weitere von Ginnys Zimmergenossinnen, ließ sich nicht beirren und schien Harrys Anwesenheit überhaupt nicht zu bemerken: „Ich kann das neue Design nicht ausstehen. An mir sieht es einfach nur furchtbar aus. Mit meiner fehlenden Oberweite ... Nun, lass es mich so ausdrücken, sah es so aus, als würde ich mich mit den Klamotten meiner Mutter verkleiden wollen, denn nie und nimmer habe ich die Möglichkeit, sie auszufüllen. Vor ein paar Wochen bei Besenknechts war es so peinlich, als die Verkäuferin versuchte, mir zu helfen, die Roben besser auszufüllen ..."
Ab diesem Moment versuchte Harry, den Mädchen nicht mehr zuzuhören, denn sie teilten eindeutig zu viel Informationen. Er war sich ziemlich sicher, dass sein Gesicht rot wie eine Tomate sein musste, so verlegen war er. Er war über vieles, das sie sagten, erstaunt. Er hatte Schwierigkeiten damit, zu glauben, dass die Mädchen bereit waren, über so persönliche Informationen zu reden, besonders so offen. Eines der schockierendsten Dinge - für ihn zumindest - waren manche der Dinge, die Ginny über sich selbst sagte. Er musste sich zurückhalten, um sie nicht zu unterbrechen und Klarheit zu schaffen. Er hätte es wahrscheinlich sogar gemacht, wenn er sie nur nicht daran erinnern wollte, dass er da war, da das seine Verlegenheit deutlich erhöht hätte.
Ihre Unterhaltung wandte sich schließlich den Frisuren und dem Makeup zu, welches sie für den kommenden Ball benutzen wollten. Das machte das Thema ein Thema für alle. Was dieses war, war sich Harry nicht wirklich sicher. Er wusste, es hatte irgendetwas mit Makeupfarbenzauber zu tun, aber sie schienen gelegentlich über Haarfarbenzauber zu reden, er war sich daher nicht sicher. Er ignorierte ihre Unterhaltung zu diesem Zeitpunkt ziemlich. Er hatte nicht die geringste Idee, wie er einer Unterhaltung folgen, ganz zu schweigen davon an ihr teilnehmen sollte, die wenigstens zu einem Drittel aus Kichern bestand. Kichern zu übersetzen überstieg seine Fähigkeiten.
Als er dort stand, konnte er nicht anders, als die Diskussion mit denen zu vergleichen, die er mit seinen vier Zimmergenossen hatte. Das war der Zeitpunkt, an dem Harry entschied, dass er Mädchen nie verstehen würde, besonders Ginny. In all der Zeit, die sie gemeinsam verbrachten, hatte Ginny nie auch nur angedeutet das sie so war, nicht das irgendetwas damit nicht in Ordnung war, es war nur ein wenig irritierend. Er konnte mit ihr über alles, über was er mit seinen anderen Freunden redete, ebenfalls reden und er konnte tatsächlich über mehr Dinge als mit seinen anderen Freunden reden. Zusammengefasst fand Harry diese neue Seite an Ginny faszinierend.
Ein Ruf von hinter ihm ließ ihn beinahe Romilda Vane, eine Viertklässlerin, verhexen, als diese sich der Gruppe näherte: „Ihr werdet nicht glauben, was ich gerade gehört habe."
Ginny, Claire und Melissa hielten alle inne und drehten sich zu ihr um. Ihre Augen leuchteten voller Schadenfreude auf. „Was hast du gehört? Komm schon, Mädchen, erzähl", befahl Melissa beinahe.
Romilda war einen Moment still mit einem "Ich weiß etwas, was ihr nicht wisst"-Gesichtsausdruck. Ihre Hände waren vor ihr gefaltet, als versuchte sie körperlich, die Neuigkeiten für sich zu behalten und sie wippte auf ihren Fußballen auf und ab. Sie schaute jedes der Mädchen an und genoss scheinbar deren Blicke der Vorfreude.
Schließlich sagte sie in einem lauten unüberhörbaren Flüstern: „Nun, ich habe gerade Parvati und Lavender gehört, die eine kleine Meinungsverschiedenheit hatten. Anscheinend hat Parvati von Padma, die es von einer Zimmergenossin weiß, dessen Namen ich nicht verstanden habe, gehört, das Seamus und Lavender in einem leeren Klassenzimmer erwischt worden sind und Gerüchten zufolge ...", hier machte sie eine Kunstpause "... war Kleidung optional!"
Die Mädchen japsten und sahen zu verschiedenen Maßen schockiert aus. „Warum haben Pavarti und Lavender sich gestritten?", fragte Claire.
Zeitgleich lehnten sich die Mädchen nach vorne, um Romildas Antwort zu hören: „Von dem, was ich mitbekommen habe, war Pavarti wütend, weil Lavender ihr es nicht erzählt hat. Ich habe sie sagen hören, dass das letzte, was sie wusste, war, dass Lavender in Ron verknallt war, weil ..."
Ginny mischte sich in diesem Moment ein: „Bitte sag nicht mehr über Ron. Ich möchte nicht wissen, was über meinen Bruder gesagt wird. Es gibt einfach Dinge, die eine Schwester nicht wissen sollte."
„Nun", fuhr Romilda fort. „Es scheint, als hätte Padmas Zimmergenossin alles falsch verstanden gehabt, denn Lavender hatte nichts mit Seamus. Er hat sie in das Klassenzimmer gezogen, um sie zu fragen, ob sie mit ihm zum Ball geht. Aber ich habe gehört, wie sie sagte, dass es ihr nichts ausmachen würde, ein paar Dinge bei dem Jungen näher zu begutachten." Sie endete mit einer anzüglichen Augenbrauenbewegung. „Ihr wisst, was ich meine ..."
Claire und Melissa sahen so verwirrt aus wie Harry sich fühlte.
Ginny kam ihnen mit einem spitzbübischen Gesichtsausdruck zur Hilfe: „Bitte ihr beiden, ihr wisst, dass alle Mädchen total bescheuert werden, wenn sie ihren Akzent hören und wenn du dann die Größe seiner Füße hinzufügst ..." Sie ließ den Satz unvollendet und warf Harry ein verstohlenes Grinsen zu. „Ihr wisst alle, was das bedeutet."
Die Mädchen brachen wieder in Gekicher aus. Harry hätte nicht gedacht, dass er verlegener sein könnte als am Anfang dieses Erlebnisses, aber er hatte falsch gelegen - so falsch. Er fühlte, wie sein Gesicht zu einem davor noch nie dagewesenen Level errötete, als er die Bedeutung ihrer Aussage verstand. Er wandte seine überraschten Augen zu Ginny, die ihn beobachtete. Ihr Vergnügen leuchtete in ihren Augen. Sie hatte es mit Absicht gemacht. Nun, zwei konnten dieses Spiel spielen. „Und es ist auch wahr", sagte er und mischte sich schließlich in ihre Unterhaltung ein.
Das Kichern hörte abrupt auf und die Stille war beinahe ohrenbetäubend. Alle Blicke richteten sich auf ihn. „Was?", kreischten mehrere Stimmen.
„Über Füße", antwortete Harry einfach und tat sein bestes, ein unbewegtes Gesicht zu wahren. Er schaute Ginny an, deren Mund weit offen stand, blinzelte ihr zu und erwiderte ihr spitzbübisches Grinsen. Die anderen Mädchen hatten wieder begonnen zu Kichern. Er konnte nicht anders als zu bemerken, dass mehrere von ihnen auf seine Füße schauten. Er tat sein Bestes, die Röte zu bekämpfen, die versuchte, wieder sein Gesicht zu erobern.
„Das hast du mit Absicht gemacht" flüsterte ihm eine Stimme ins Ohr.
„Das musst du gerade sagen", erwiderte Harry.
„Hast du auch nur die geringste Idee, was du gerade begonnen hast? Das ist alles, über was sie nun reden werden", sagte Ginny ihm.
Harry zuckte mit den Schultern. „Und? Ich nehme an, es wird eine interessante Unterhaltung sein. " Er grinste breit.
„Oh, das bezweifele ich nicht. Nun, welche Schuhgröße hast du?", fragte sie ihn, laut genug, so dass die anderen Mädchen sie hören konnten. Sie alle hielten inne, konzentrierten sich nun auf ihn und warteten gespannt auf seine Antwort.
„Das geht dich gar nichts an, du Perversling", neckte Harry.
„Och, komm schon Harry, sag es uns", bat eines der Mädchen. Harry sah nicht, wer es war; er war zu sehr damit beschäftigt, Ginnys Reaktion zu beobachten. Sie ließ ihm keine Ruhe und er wandte seine Aufmerksamkeit schließlich auch den anderen Mädchen zu.
„Oh nein", meinte Harry und machte eine abwehrende Geste. „Ich sage gar nichts. Bis zum Frühstück morgen würde die gesamte Schule Bescheid wissen."
„Was ist das Problem, Harry? Hast du Angst? Hast du kleine Füße oder wie?", fragte Ginny ihn. Es gab keinen Zweifel daran, wie sehr sie das alles genoss.
„Ich falle nicht darauf herein", erwiderte Harry ruhig. „Alles, das ich sage, wird mir sowieso im Mund umgedreht werden."
„Du bist eine Spaßbremse", schmollte Romilda. Die anderen Mädchen stimmten ihr zu.
„Ich habe nur zu viel Erfahrung, um auf eure Tricks reinzufallen. Nachdem man mit Rita Kimmkorn zu tun hatte, ist jeder anderer ein Amateur", informierte Harry die Gruppe. „Außerdem habe ich euch mit der Fußsache nur geneckt. Ich habe keine Ahnung, ob es wahr ist. Ich habe nie versucht, es auf seinen Wahrheitsgehalt zu prüfen."
„Willst du damit sagen, dass du nie gespickt hast?", fragte Ginny ihn.
„Du musst etwas im Schlafsaal oder im Badezimmer gesehen haben", fragte Melissa etwas verzweifelt nach.
„Sorry", sagte Harry ihnen und konnte nicht wirklich fassen, dass er diese Unterhaltung führte. „Ich versuche mein Bestes, solche Dinge nicht zu bemerken."
Die Mädchen widmeten sich danach wieder ihrem Tratsch und Harry wurde wieder zum Beobachter. Nach mehreren Minuten verlief sich die Konversation und Ginny war bereit zu gehen. Harry war nur zu froh, ihrem Wunsch Folge zu leisten. Sie waren auf dem Weg, um den Butterbiervorrat zu überprüfen, als Hermine, die Ron am Arm hinter sich herzog, sie abfing.
Hermine schaute Ron finster an und wandte sich an Harry. „Ron hat dir etwas zu sagen", informierte sie ihn.
Ron nickte zustimmend, blieb aber still. Schließlich holte er tief Luft und wandte sich an Harry. „Ich wollte dir danken, dass du Ginny gerettet hast", sagte er unbehaglich, nicht in der Lage, Harry in die Augen zu schauen.
„Du musst mir nicht danken. Ich habe sie nicht für dich gerettet", erwiderte Harry, seine Stimme so kalt wie Eis.
„Ähm, ja, ich bin einfach nur froh, dass du da warst", fuhr Ron etwas besorgt fort.
„Okay. Ist das alles, was du zu sagen hast?", fragte Harry ungeduldig. Er hätte seinem Freund helfen können, aber er wollte nicht. Es war offensichtlich, dass Ron sich unwohl fühlte, mit Harry zu reden, und es war wahrscheinlich, weil er begann, sich schlecht darüber zu fühlen, Harry aus dem Team geworfen zu haben. Aber Harry würde es nicht einfach so ohne Entschuldigung beiseite tun, nicht dieses Mal. Er hatte Ron in seinem vierten Schuljahr ziemlich schnell verziehen und Ron schien seine Lektion nicht sehr gut gelernt zu haben. Wenn er dazu gezwungen war, seine Dämlichkeit zuzugeben, würde er vielleicht in Zukunft daran arbeiten, sie im Zaum zu halten.
„Äh", begann er unbehaglich. „Ja-was zum Teuf- ..."Ron schaute zu Hermine hinunter, während er auf einem Fuß herumhüpfte und seine blessierten Zehen mit seiner Hand festhielt. Ihren Gesichtsausdruck sehend fuhr er fort: „Ich meine nein, das ist nicht alles." Anscheinend würde sie Ron nicht den Schwanz einziehen lassen.
„Nun?", bohrte Harry ungeduldig nach.
„Nun, weißt du, ähm, nun, ich wollte nur sagen, dass ich—ähm ...EstutmirleiddassichdichausdemTeamgeworfenhabe", brach es schließlich aus Ron in einem unverständlichen Wortschwall heraus und er musterte intensiv seine Turnschuhe.
„Es tut mir leid. Ich habe den letzten Teil nicht verstanden. Du hast genuschelt", sagte Harry ihm. Sicher, er wusste was sein Freund gesagt hatte, aber das war nur, weil er wusste, was Ron sagen würde, bevor er es gesagt hatte. Wenn er es nicht davor gewusst hätte, hätte er nie und nimmer seine verworrene Rede verstehen können.
„Ich sagte, dass es mir leid tut, dass ich dich aus dem Team geworfen habe", sagte Ron langsamer und deutlicher. Er schaute nach oben und schaute an Harrys Schulter vorbei in die Ferne.
Die Tatsache, dass Ron zu ihm geschleppt und gezwungen werden musste, sich zu entschuldigen, zusammen mit der Tatsache, dass er Harry nicht einmal in die Augen schauen konnte, tat nichts, um Harrys Ärger zu dämpfen. „Okay. Komm, wir müssen reden und ich würde das lieber nicht in der Öffentlichkeit tun", sagte Harry und führte Ron und die beiden Mädchen in die gleiche abgeschiedene Ecke des Gemeinschaftsraumes, wo er Nate aufgemuntert und er Ginny massiert hatte. Er ließ seinen Zauberstab mit einer Drehung seines Handgelenkes erscheinen und stellte sicher, die richtigen Zauberstabbewegungen zu verwenden, als er einen einfachen Privatsphärenschutzzauber errichtete.
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Ron sah zu, wie Harry vor ihm auf und ab ging. Plötzlich hielt sein Freund inne und wandte sich ihm zu. Der durchdringende Blick auf Harrys Gesicht ließ Ron schlucken. Hörbar.
„Hast du auch nur die geringste Idee, was du getan hast?", fragte Harry ihn eisig.
„Ich habe dich aus dem Team geworfen", antwortete Ron, als sei Harry ein kleines Kind. Anscheinend war das nicht das schlaueste, was er hätte sagen können, wenn man Harrys Gesichtsausdruck trauen wollte.
„Wenn du glaubst, dass das alles ist, was du getan hast, um unsere Freundschaft zu gefährden, dann kannst du dich auf etwas gefasst machen."
Ron starrte ihn mit offenem Mund an. Er konnte an nichts anderes denken, dass er getan hatte, dass ihre Freundschaft hätte gefährden können. „W... was meinst du?"
„Wo fange ich an", feuerte Harry zurück. „Lass mal sehen. Ich schätze, es hat im Sommer begonnen, als du versucht hast, Ginny davon abzuhalten, mir zu schreiben. Ich erinnere mich nicht daran, dir je die Entscheidungsvollmacht gegeben zu haben wer mir schreiben kann und wer nicht. Als wenn das nicht genug wäre, bist du in Ginnys Zimmer geschlichen und hast einen Brief gelesen, den ich ihr geschrieben habe. Das ist ein Eindringen in ihre und meine Privatsphäre." Harry hielt inne. Ron machte Anstalten, sich zu verteidigen, aber Harry hielt eine Hand in die Höhe, um ihn zu stoppen. „Das wird viel leichter sein, wenn du mich einfach reden lässt."
Rons Mund schnappte zu. Er starrte seinen besten Freund an und fragte sich, wo das alles her kam. Redete er wirklich noch über das? Konnte Harry nicht verstehen, dass er sich ständig Sorgen um ihn machte?
Nach einem Moment fuhr Harry fort: „Seit die HA begonnen hat, hast du nichts anderes getan als meine Autorität anzugreifen. Wenn es eine Person gibt, an die du mich erinnerst, dann ist das Draco Malfoy. Er erwartet eine Sonderbehandlung zu bekommen, weil er ein Malfoy ist. Du bist in meinen Unterricht gekommen und hast dieselbe Sonderbehandlung erwartet. Nach all der Zeit, in der wir uns darüber beklagt haben, dass er und der Rest der Slytherins eine Sonderbehandlung in Snapes Unterricht bekommen, hast du erwartet, dass ich dasselbe für dich tue. Um ehrlich zu sein, mag ich es nicht besonders, in den gleichen Topf wie Snape geworfen zu werden."
Harry begann wieder auf und ab zu laufen: „Aber das ist nicht das einzige, was du getan hast, oh nein. Wie ein wahrer Malfoy hast du beschlossen, einen anderen Schüler anzugreifen, der überhaupt nichts getan hat, um das zu verdienen, nur weil er anders ist als du. Und du hattest nicht einmal den Anstand, ihn direkt zu konfrontieren. Du hast wie ein wahrer Malfoy versucht, ihn unerwartet zu erwischen. Und um dem allen die Krone aufzusetzen bist du wütend auf mich geworden, als ich es stoppte. Du bist wütend geworden und hast aufgehört, mit mir zu reden, weil ich mich nicht wie Snape oder wie einer der anderen Slytherins verhalten habe, die wir nicht leiden können."
Ron fühlte, als hätte er eine Ohrfeige bekommen. Als Harry ihn anfangs mit Malfoy verglich, wollte er ihn anschreien. Wie konnte sein „Bester Freund" ihn mit jemanden wie Draco Malfoy vergleichen? Es war so ungefähr die schlimmste Beleidigung für ihn. Aber dann erklärte Harry, wie er wie Malfoy gehandelt hatte, und so sehr er es auch versuchte, Ron konnte keinen Weg finden, wie er sich verteidigen konnte. Er konnte es nicht glauben. Hatte er wirklich so gehandelt? Der Gedanke, dass er auch nur in Ansätzen mit Malfoy verglichen werden konnte, ließ in ihm das Gefühl aufkommen, dass er sich übergeben musste.
„Und hast du auch nur einmal innegehalten und dir überlegt, wie ich mich fühle?"
Ron kaute an der Innenseite seiner Wange, um sich davon abzuhalten, zu antworten. Er hatte nie innegehalten, um zu überlegen, wie Harry über seine Taten fühlte, aber er hatte viel darüber nachgedacht, was Harry sich dabei dachte, mit den Slytherins gemeinsame Sache zu machen. Zu dem Zeitpunkt hatte er nicht glauben können, dass Harry diese Schlangen über seinen besten Freund stellen konnte, aber nun, da er die Dinge aus Harrys Blickwinkel gehört hatte, hatte er viel mehr Schwierigkeiten, seine Taten zu rechtfertigen.
„Nein", fuhr Harry fort. „Glaubst du, ich genieße es, dich anzuschreien? Punkte von meinem eigenen Haus abzuziehen? Hast du je verstanden, in welche schwierige Situation du mich gebracht hast? Der Erfolg dieses Unterrichts hängt davon ab, wie bereit jeder ist, mir zuzuhören und meinen Anweisungen zu folgen. Niemand macht das, wenn sie mich nicht respektieren. Vom ersten Tag an hast du nichts anderes gemacht als meinen Job hundertmal schwerer zu machen. Denn wenn ich nicht einmal meinen besten Freund dazu bringen kann, zu kooperieren und meinen Instruktionen zu folgen, warum sollte irgendjemand anderes zuhören? Ich hatte nur Glück, dass so viele von ihnen bereits letztes Jahr in der DA waren und mir bereits vertrauten. Wenn du dieses Betragen in einer Klasse mit nur neuen Schülern an den Tag gelegt hättest, weiß ich nicht, ob ich mich hätte durchsetzen oder etwas erreichen können."
Ron sah zu, wie Harry aufhörte, hin und her zu gehen und mehrmals tief durchatmete. Seine Stimme war während des letzten Teils immer lauter geworden und Ron war besorgt, was als nächstes kommen könnte. Er hatte nie die Absicht gehabt, Schwierigkeiten in Harrys Klasse zu verursachen. Er konnte einfach nur nicht verstehen, warum Harry den Slytherins vertraute. Aber nun, da er darüber nachdachte, wusste er, dass das seine Taten nicht entschuldigte. Er hatte sich ursprünglich dafür entschuldigt, Harry aus dem Quidditchteam geworfen zu haben, in der Hoffnung, dass Harry ihm verzeihen würde und die Dinge wieder am Ende des Abends ihren normalen Gang nehmen würden. Umso mehr Harry redete, umso besorgter wurde Ron und umso mehr erkannte er, wie sehr er die Dinge vermasselt hatte.
„Dein mangelnder Respekt für deine Schwester hat seinen Höhepunkt erreicht, als du beschlossen hast, meinen Koffer zu durchsuchen, meine Privatsphäre missachtet und ohne meine Erlaubnis nach einem der wenigen Dinge, die ich von meinem Vater habe, gesucht hast. Was auch Stehlen genannt wird. Wenn es ein Notfall gewesen wäre, hätte ich es wahrscheinlich übersehen. Der Versuch, deine Schwester beim Knutschen zu erwischen, gilt nicht. Dann, als du damit konfrontiert wurdest, hattest du nicht einmal den Anstand, dich zu entschuldigen."
Als Harry pausierte, um ihm direkt in die Augen zu schauen, schaute Ron sofort weg.
„Aber das ist meiner Meinung nach nicht das Schlimmste, was du gemacht hast."
Ron wagte einen kurzen Blick auf seinen Freund zu werfen. Harry stand stocksteif da und ein Feuer loderte in seinen Augen, welches Ron nicht so schnell vergessen würde. Er bemerkte, wie Ginny hinter Harry trat und sanft seine Schulter drückte. Er konnte das plötzliche Gefühl des Bedauerns nicht unterdrücken, den dieser Anblick in ihm hervorrief. Das war mal seine Position gewesen. Nach einem Moment wandte Ron seinen Blick wieder zu Boden. Er konnte es nicht ertragen, Harry anzuschauen.
„Statt dich dafür zu entschuldigen, mit der Absicht zu stehlen in meine Privatsphäre eingedrungen zu sein, wirst du wütend und sagst mir, ich könnte es nicht verstehen, da ich keine Familie habe. Nun, du musst das entschuldigen, aber ich dachte, ich hätte einen Bruder und eine Schwester. Ich schätze, ich lag zumindest bei einer dieser Annahmen falsch."
„Nur einer", sagte Hermine voller Wärme, die genau wusste, wovon Harry redete.
Ron fühlte sich, als hätte sich sein Magen gerade in Blei verwandelt. Er hatte Harry immer so gut wie einen Bruder angesehen, um ehrlich zu sein als mehr als nur einen Bruder. Aber er hatte echte Brüder, eine wirkliche Familie und er hatte nie die Verbindung hergestellt, das Harry ihn als einen Bruder sah, buchstäblich. Das er Harrys Familie war. Und von dem, was er hörte, hatte er es ruiniert.
Er hatte keine Zeit, weiter darüber nachzudenken, denn Harry fuhr fort: „Und das bringt uns wieder zurück zu dem Grund dieser Unterredung. Du hast mich aus dem Team geworfen in dem Wissen, was Quidditch mir bedeutet. Du weißt, wie sehr es mir letztes Jahr wehgetan hat, am Spielfeldrand sitzen zu müssen, während du und der Rest des Teams draußen auf dem Spielfeld wart. Ich habe Umbridge dafür gehasst, dass sie mir Quidditch weggenommen hat. Aber wenigstens wusste ich, was wir voneinander zu erwarten hatten. Wir waren Feinde. Sie hasste mich und ich sie. Was ist deine Entschuldigung?" Ron zuckte zusammen, als er das hörte, jede von Harrys Anschuldigungen stach schlimmer als die Zauber, die sie in der HA verwendeten.
„Du solltest mein Freund sein. Wie konntest du mir einfach so etwas wegnehmen, das ich so sehr liebe? Aber es ist nicht nur das. Ich glaube nicht, dass es dir entgangen ist, dass wir in letzter Zeit auseinandergedriftet sind. Quidditch war eines der wenigen Sachen, die wir noch geteilt haben, wo die Dinge zwischen uns noch normal zu sein schienen, so wie sie früher waren. Ich habe mich gefühlt, als hätte ich während dieser Zeiten meinen besten Freund zurück. Und versuch erst gar nicht, mir weis zu machen, dass du nicht genau dasselbe gefühlt hast. Wie glaubst du hat sich das angefühlt, dass du das einfach weggeworfen hast? Mich weggeworfen hast?" Harry hörte auf zu reden und hielt beide Hände vor sein Gesicht, die Finger an seine Schläfen gepresst. Der Schmerz in Harrys Gesicht ließ Ron fast auf die Knie fallen. Er konnte nicht glauben, dass sein Plan, mehr Zeit mit Harry zu verbringen, so falsch gelaufen war.
Zum ersten Mal in seinem Leben begann Ron wirklich über die Konsequenzen seiner Taten nachzudenken. Er hatte nie zuvor wirklich darüber nachgedacht, wie seine Taten sich auf andere auswirkten. Während seines ganzen Streites mit Harry hatte er nicht einmal überlegt, wie Harry fühlte. Er hatte nie in Betracht gezogen, dass er Harry tatsächlich weh tun könnte.
„Beantworte mir das." Nach einem Moment hob Harry seinen Kopf und schaute ihm direkt in die Augen. „Warum entschuldigst du dich jetzt? Hast du gerade erst bemerkt, dass du einen Fehler gemacht hast?"
Ron schüttelte traurig seinen Kopf. Den Augenkontakt mit Harry aufrecht zu erhalten war eines der schwersten Dinge, die er in seinem Leben gemacht hatte. Er wollte die Unterhaltung nicht fortführen, da er wusste, dass er seinem Freund noch mehr wehtun würde.
„Also, wann hast du es herausbekommen?", fragte Harry.
Ron wollte die Frage nicht beantworten, aber er wusste, dass er musste. Er war ernsthaft versucht, zu lügen, aber er wusste, dass er schon genug Schaden angerichtet hatte. „Vor einer Woche oder so."
„Dann frage ich noch einmal: Warum jetzt?"
„Ich weiß nicht", rief Ron frustriert aus. Er wusste nicht, wie er das machen sollte. „Ich dachte nur, wenn wir ohne dich gewinnen könnten, wären alle glücklich und ich könnte mich dann entschuldigen und wir könnten vergessen, dass es je passiert ist und feiern."
Harry lachte, aber Ron wusste, dass es ein humorloses Lachen war. „Hast du jemals daran gedacht, dass ich es vielleicht wertgeschätzt hätte, wenn du dich früher entschuldigt und mir die Chance gegeben hättest, tatsächlich Teil des Spieles zu sein?"
Ron konnte die Frage nicht beantworten, auch wenn er die Antwort wusste. Er konnte sich einfach nicht dazu bringen, es zu sagen. „Oder steckt mehr dahinter?", überlegte Harry laut. „Warum hast du dich nicht vor dem Spiel bei mir entschuldigt?", fragte Harry ihn wieder.
Ron starrte seine Schuhe an und blieb still. „Du wolltest beweisen, dass du es ohne mich kannst, nicht wahr?" Rons Kopf fuhr abrupt hoch. Der Ausdruck des Verrates auf Harrys Gesicht war einer, den er niemals vergessen würde. Dann fuhr Harry fort: „Du wolltest beweisen, dass du nicht den tollen Harry Potter, den Jungen-der-lebt, zum gewinnen brauchst, nicht wahr? Du wolltest allen zeigen, dass du das Team zum Sieg führen kannst ... ohne mich."
Ende Kapitel.
*pot calling the cauldron black = Topf der den Kessel schwarz nennt.
Das ist ein englisches Sprichwort, dt. äquivalent : ein Esel schimpft den anderen Langohr ( )
Ich habe es so übernommen, weil das Sprichwort zu Percys Kesselbödenbericht überleitet .
Vielen Dank an:
Potterharry007
E2602
JuLLiiA
Annette-ella
für die Reviews!
