AN: Es tut mir sooo leid, dass ich nicht pünktlich zum 15. posten konnte. Ich habe jetzt seit einer Woche kein Internet mehr ( der HORROR!), und selbst jetzt sitze ich in einem Café und habe nur wertvolle 60 Minuten Internetverbindung. Trotzdem viel Vergnügen beim Lesen! ;)
Kapitel 12.1: Ich schwöre feierlich, dass wir tolle Streiche geplant haben
Ron starrte seine Schuhe an und blieb still. „Du wolltest beweisen, dass du es ohne mich kannst, nicht wahr?" Rons Kopf fuhr abrupt hoch. Der Ausdruck des Verrates auf Harrys Gesicht war einer, den er niemals vergessen würde. Dann fuhr Harry fort: „Du wolltest beweisen, dass du nicht den tollen Harry Potter, den Jungen-der-lebt, zum Gewinnen brauchst, nicht wahr? Du wolltest allen zeigen, dass du das Team zum Sieg führen kannst ... ohne mich."
Beide Mädchen holten scharf Luft und schauten Ron mit horrorerfüllten Augen an, in der Hoffnung, seine Unschuld sehen zu können. Sie wurden enttäuscht.
Rons Stille überzeugte Harry von dessen Schuld. Bis vor ein paar Augenblicken hätte er niemals vermutet, dass Ron so tief sinken könnte, selbst jetzt hatte er Schwierigkeiten damit. „Warum?", fragte er. „Warum ... wirklich, warum?" Der Schmerz in seiner Stimme war hörbar.
„Es tut mir leid", rief Ron aus. „Es ist ... du bist einer der besten Sucher, den ich je habe spielen sehen. Und du wirst immer besser. Jeder könnte mit dir gewinnen, denn die Chance ist groß, dass du den Schnatz fangen wirst, lange bevor das andere Team die Chance hat, 150 Punkte zu erzielen."
„Und war es das wert?", fragte Harry und fühlte sich immer mehr verraten.
„Nein", erwiderte Ron sofort, seinen Kopf gesenkt.
„Warum nicht?", fragte Harry nach, nicht wirklich sicher, ob er die Antwort auf die Frage wissen wollte.
Ron brauchte eine Sekunde, bevor er antwortete: „Es hat mehrere Gründe. Ich habe nicht überlegt, wie du darüber fühlst. Und das tut mir leid. Außerdem hatte ich so gut wie nichts mit unserem Gewinn zu tun. Ohne Ginny hätten wir verloren. Es ist meine Schuld, dass wir in dieser Position waren. Wenn Ginny als Jäger gespielt hätte, wären wir in viel besserer Verfassung gewesen."
Harry nickte. Er war der Ansicht, dass das eine akkurate Beschreibung der Situation war. „Das bringt uns wieder zur derzeitigen Situation. Du hast dich entschuldigt und geglaubt, dass heute Abend alles wieder beim Alten sein würde. Du hast nie wirklich darüber nachgedacht, wie dein Rausschmiss mich fühlen lassen würde. Und ich kann das nicht einfach verzeihen und vergessen. Aber ich bin es leid, mit dir zu streiten. Und ich habe genug von den Spannungen, die all unsere Freunde betreffen. Sie waren gezwungen, eine Seite zu wählen und das ganze Semester über mit unseren Spannungen fertig zu werden, und ich hasse es, das zu sehen."
Harry hielt einen Moment inne. „Zu einer Freundschaft gehören noch immer zwei und es muss Vertrauen geben. Und um ehrlich zu sein, sehe ich nicht, wie ich dir im Moment vertrauen könnte." Harry hörte hier auf zu reden. Er war alles losgeworden und hatte nichts mehr zu sagen.
Es war lange Zeit ungemütlich still, als beide Jungen darüber nachdachten, was gesagt worden war und was die Konsequenzen sein würden. Nach einigen Minuten holte Ron tief Luft und schaute Harry an: „Was bedeutet das also? Wo stehen wir beide?"
Harry fuhr sich mit einer Hand durchs Haar. Wo standen sie nun? Er konnte Ron nicht vertrauen, so viel war klar. Und war Freundschaft nicht auf Vertrauen gebaut? Aber er wollte nicht einfach die letzten fünf Jahre der Freundschaft zwischen ihnen vergessen. Warum musste alles so kompliziert sein? Er wünschte sich, dass sie alles einfach hinter sich lassen und vergessen können, was passiert war, aber er wusste, dass das keine Möglichkeit war.
Sie konnten nicht zurück, sie konnten nur vorwärts. Aber die Frage, wo sie standen und wohin sie gingen war noch immer unbeantwortet. Und Harry wusste nicht, wo er anfangen sollte: „Ich weiß es nicht, Ron. Alles, was ich weiß, ist, dass ich nicht mehr mit dir streiten will. Wir werden offensichtlich viel Kontakt miteinander haben und ich möchte nicht uneins mit dir sein oder dass es Spannungen zwischen uns gibt oder es unangenehm zwischen uns wird."
Ron nickte, sagte aber nichts. Harry seufzte. Er öffnete seinen Mund, aber schloss ihn wieder, unsicher, was er sonst noch sagen konnte. Er fühlte wie Ginnys Hände unterstützend seine Oberarme drückte und er wandte sich an sie, um sie dankbar anzulächeln.
Kurz nachdem der zaghafte Waffenstillstand zwischen Ron und Harry gebildet worden war, zog Ginny an Harrys Ärmel und fragte: „Möchtest du von hier verschwinden?"
„Ja", stimmte Harry sofort zu. „Ich bin gerade nicht wirklich in der Stimmung zu feiern."
„Das verstehe ich", stimmte Ginny zu. Sie führte ihn am Arm zum Porträtloch. Er drückte die Tür auf und ließ sie zuerst durchgehen, bevor er ihr folgte.
„Wohin also", fragte er sie, sobald das Porträt wieder geschlossen war und die Geräusche der Party gedämpft waren.
Ginny dachte einen Moment darüber nach. „Nun, du sagtest, dass die Hauselfen das Essen vorbereitet haben. Wir könnten in die Küche gehen und ihnen danken", schlug sie vor.
„Hört sich gut an", sagte Harry. „Ich denke, sie würden das schätzen, auch wenn ich mir sicher bin, dass sie es nicht erwarten."
Ginny lachte. „Ich denke, da hast du wohl Recht."
Die beiden gingen in geselliger Stille durch die Flure, als sie ihren Weg zur Küche machten. Harry kitzelte die Birne und folgte Ginny wieder durch den Eingang. Natürlich war selbst das menschliche Schutzschild vor ihm kein Hindernis für einen aufgeregten Dobby, der Harry beinahe umschmiss, als er sich an Harrys Knie klammerte.
„Harry Potter Sir ist gekommen um Dobby zu besuchen", quiekte der Elf aufgeregt. Ein Gedanke schien ihm durch den Kopf zu fahren, denn sein Verhalten veränderte sich im Bruchteil einer Sekunde. „Gibt es ein Problem mit Harry Potters Sirs Party? Oh, böser Dobby. Haben wir nicht genug Essene für Harry Potter Sirs Freunde gemacht?", fragte Dobby besorgt.
„Nein, nein, gar nicht", versicherte Harry ihm schnell. „Wir sind tatsächlich vorbeigekommen, um danke zu sagen. Wir wissen es wirklich zu schätzen, dass du und die anderen Elfen all das Essen für uns vorbereitet habt."
„Harry Potter Sir und seine Miss Wheezy möchten Dobby danken?", fragte der Elf voller Verwunderung.
„Ja, Dobby", antwortete Ginny sanft. „Wir möchten dir und den anderen Elfen danken. Ihr habt euch wirklich selbst übertroffen. Das Essen war großartig."
„Harry Potter Sir ist wirklich der großartigste Zauberer in der Welt", rief Dobby aus. „Und seine Miss Wheezy ist die großartigste Hexe."
Die beiden Teenager lachten. „Danke Dobby. Weißt du, du bist immer gut, um das Ego aufzupolieren", witzelte Harry. Ginny lachte laut auf.
Dobby schien den Scherz nicht zu verstehen, aber er war dennoch froh. Harry und Ginny gingen bald darauf. Sobald sie in der Halle waren, wandte er sich ihr zu und fragte: „Und wohin jetzt?"
„Ich weiß nicht", überlegte Ginny laut. „Ich möchte wirklich nicht zurück in den Gemeinschaftsraum gehen."
„Ich auch nicht", meinte Harry. Er überlegte einen Moment und meinte dann: „Wir könnten in mein Büro gehen, wenn du möchtest."
„Das hört sich wunderbar an", stimmte Ginny mit einem Lächeln zu.
Einen kleinen Spaziergang später waren sie angekommen. Ginny ließ sich sofort auf eine Seite des Sofas fallen. Sie war überrascht, aber erfreut, als Harry sich neben statt auf einen der leeren Sessel hinsetzte. Natürlich musste Harry als Junge seine Beine weit spreizen und ließ damit sein linkes Bein ihr rechtes berühren. Er hatte auch seinen Arm auf der Sofalehne hinter ihr. Sie machte jedoch keine Anstalten, sich zu bewegen. Sie berührten sich kaum und sie entdeckte, dass sie den Körperkontakt mochte. Nach dem hektischen Tag, den sie gehabt hatte, half es ihr, sich zu beruhigen. Sie fragte sich ob Harry möglicherweise genauso empfand.
Als sie es sich auf dem Sofa gemütlich machte, wanderten Ginnys Gedanken zu allem, was an dem Tag passiert war. Und was für ein Tag es gewesen war! So viel war in so kurzer Zeit passiert, sie hatte Probleme, alles zu verarbeiten, ganz zu schweigen davon, es zu verstehen. Es begann alles mit dem Quidditchspiel.
Sie kuschelte sich enger an den warmen Körper neben sich, als ihre Gedanken zu den Geschehnissen am Ende des Spieles wanderten. Ginny hatte wirklich begonnen, sich Sorgen zu machen, dass sie den Schnatz nicht rechtzeitig fangen könnte. Das Spiel war ihnen schnell entglitten. Sie musste ihn für das Team fangen, sie musste ihn für Harry fangen. Als sie ihn schließlich fing, war sie außer sich vor Freude. Sie hatte ihre Arme im Triumph erhoben und schrie vor Freude. Sie hatte sich nur mit ihren Beinen am Besen festgehalten, als sie etwas von hinten rammte. Sie zitterte, als sie sich an den Schmerz des Zusammenpralls erinnerte und wieviel Angst sie davor gehabt hatte, zu Boden zu fallen. Ihre Angstschreie während ihres Falls hallten noch immer in ihrem Kopf ...
Harry musste gefühlt haben, wie sie gezittert hatte, denn er ließ seinen Arm hinter ihr fallen und drückte ihre Schulter. Als sie sich zu ihm umwandte, um ihn anzuschauen, lächelte er sie an. Das hielt ihren Gedankengang auf, aber nur für einen Moment. Schon bald wanderten ihre Gedanken wieder zurück zu ihrem Fall.
Als Harrys Zauberspruch sie traf, verklangen Ginnys Angstschreie, als sie bemerkte, dass sie nicht länger fiel. Sie erinnerte sich, dass sie ihre Augen geöffnet hatte, geschockt, dass sie zu den Zuschauertribünen schwebte. Als sie sich den Zuschauertribünen näherte, bemerkte sie, dass alle anderen so überrascht wie sie war. Alle bis auf eine Person, verbesserte sie sich selbst, als Harry, mit ausgestrecktem Zauberstab zu ihr eilte.
Worte konnten nicht einmal beginnen, die Gefühle zu beschreiben, die dieser Anblick in ihr weckte. Als sie schließlich die Tribüne erreichte, hatte sie ihre Arme um Harrys Hals geworfen und klammerte sich so fest sie konnte an ihm fest. Sie wollte nie mehr loslassen. Sie lebte. Sie war in Sicherheit. Sie war bei Harry. Er hielt sie genauso fest. Er stellte sicher, dass es ihr gut ging und versuchte dann, sie aufzumuntern und beglückwünschte sie zu ihrem Fang. Aber er ließ sie ihn solange festhalten, wie sie es brauchte.
Der wirkliche Test, auch wenn sie es nicht beabsichtigt hatte, kam, als sie realisierte, dass sein Besen bei dem Fall wahrscheinlich nicht so gut weggekommen war wie sie. Als sie es ansprach, weigerte er sich an den Besen auch nur einen Gedanken zu verschwenden. Alles, was ihn in diesem Moment kümmerte, war sie, und Ginny konnte nicht anders als zu lächeln und sich dadurch gestärkt zu fühlen.
Sie seufzte als sie an die kurze Verschnaufpause dachte, die sie danach im Umkleideraum erhalten hatte. Ihre Teamkameraden gratulierten ihr, teilten ihr ihre Sorgen mit und hatten einige Fragen, aber das legte sich relativ schnell und gab ihr einen Moment der Ruhe. Der Moment hielt nicht lange an: Sie wurde zusammen mit dem Rest des Teams zum Gryffindorturm getrieben ,wo das gesamte Haus sie in Empfang nahm, klatschend, jubelnd, beglückwünschend und hunderte Fragen stellend.
In diesem Moment hatte es nur eine Person gegeben, die sie hatte sehen wollen, und er war die eine Person, die nicht um ihre Aufmerksamkeit kämpfte. So sehr sie auch versuchte, ihn zu finden, sie konnte der Schülermeute, die sie umgab, nicht entkommen. Sie fand ihn schließlich und hatte endlich die Gelegenheit, ihm dafür zu danken, was er getan hatte.
Ein wenig später war eines der merkwürdigeren Dinge an diesem Tag voller Merkwürdigkeiten geschehen. Harry massierte sie. Beinahe genauso interessant war die Unterhaltung während der Massage. Harry hatte über seine zwei Dates geredet: Das Desaster - wie er es genannt hatte - mit Cho und das schöne mit Jessica. Über das letztere musste sie nochmal nachdenken. Er versicherte ihr, dass es zwischen ihnen nur Freundschaft gab, aber Ginny war nicht ganz überzeugt.
Aber das war nicht wichtig im Moment. Was sie beschäftigte war die Massage. Ginny war mehr als nur ein wenig über sein Angebot erstaunt. Und dann, bevor sie wusste, was geschah, fand sie sich in einer - was man als ziemlich vertraute Position bezeichnen könnte - wieder. Vor ihm zwischen seinen Beinen sitzend und eine Massage von ihm erhaltend.
Sie hatte niemals zuvor solch eine Massage bekommen. Sicher, ihre Mutter hatte ihnen gelegentlich über den Rücken gestrichen, um sie zu trösten oder wenn sie sich nicht gut fühlte, aber das war etwas anderes. Sie war zuerst unheimlich nervös, nicht wissend, was sie erwarten würde. Es gab nur wenige Jungen, bei denen sie sich wohl genug fühlte, um ihnen zu erlauben, sie so zu berühren und Harry war der einzige, der nicht den Nachnamen Weasley trug.
Die Massage hatte mehr Gefühle in ihr geweckt als mit denen sie sich wohlfühlte. Ob sie wollte oder nicht, gab es eine Vergangenheit zwischen ihnen, zumindest in ihrem Fall. Eine lange Zeit lang hatte sie geglaubt, dass sie in ihn verliebt war. Aber sie hatte das hinter sich gelassen und Harry war ihr bester Freund ... sie vertraute Harry mehr als jedem anderen. Es gab wirklich keinen Grund, warum sie sich unwohl fühlen sollte. Sie hatte also ihr Unwohlsein hinuntergeschluckt und sich beruhigt.
Sobald er den Bogen raus hatte, war er richtig gut gewesen. Sie war wirklich an seiner Erzählung von seinen zwei Verabredungen interessiert gewesen, aber als seine Hände ihre Rücken-und Schultermuskeln knetete, fand sie es schwer, seinen Worten zu folgen. Zuerst waren es nur ihre Muskeln gewesen, die sich entspannten. Seine Hände fühlten sich so gut an. Sie fühlte, wie ihre Sorgen und Probleme verblassten.
Aber es war weitergegangen. Sie hatte sich keine Sorgen mehr über ihren Sturz oder das Chaos des Tages gemacht. Sie war nun bei Harry und sie hatte sich nie so sicher gefühlt. Seit ihrem Erlebnis mit dem Tagebuch in ihrem ersten Schuljahr hatte sie das Vertrauen in andere Leute und deren Fähigkeit, sie zu beschützen, verloren. Sie hatte gelernt, dass ihre Mutter und ihr Vater sie nicht immer beschützen konnten. Sie hatte gelernt, dass sogar jemand so mächtiges wie Dumbledore sie nicht immer beschützen konnte.
Auch wenn Harry sie nicht davon abhalten konnte, dem Tagebuch zu verfallen, hatte ihn das nicht aufgehalten, zu ihrer Rettung zu eilen und einen riesigen Basilisken zu bekämpfen, um sie zu retten. Als die Todesser im Sommer die Winkelgasse angegriffen hatten, waren es nicht Bill oder ihre Mutter gewesen, die sie gerettet hatten, sondern Harry. Beim Quidditchspiel waren hunderte Andere anwesend gewesen, die sie hätten retten können, aber es war Harry, der es getan hatte. Es war Harry, der ihren Fall aufgehalten hatte und sie in Sicherheit gebracht hatte, nicht der mächtige Albus Dumbledore oder einer der Lehrer. Es war immer Harry. Er war derjenige, der sie sich sicher fühlen ließ.
Sie hatte sich während der Massage so sehr entspannt, dass ihr nicht wirklich bewusst wahr, was sie sagte. Erst als ein Ausdruck der Überraschung auf Harrys Gesicht auftauchte, realisierte sie ihre Worte. Sie hatte ihm gesagt, dass sie ihn liebte. Sie war über sich selbst überrascht, aber nicht wütend. Sie wusste, dass es wahr war. Sie liebte Harry. Sie war sich über ihre exakten Gefühle nicht im Klaren, aber sie konnte ohne den geringsten Zweifel sagen, dass sie ihn liebte.
Bei diesem Gedanken schaute sie zu ihrem stillen Gefährten hinüber. Er hatte ein paar schwierige Wochen hinter sich und der heutige Tag war auch kein Picknick für ihn gewesen. Sie griff nach oben und nahm seine Hand in ihre um seinen Arm hinunter zu ziehen und um ihre Schultern zu legen. Sie legte ihre verschränkten Hände nahe an ihren Körper und dachte zurück an das heutige Trauma.
Rons Eingeständnis über seine Motive, Harry nicht im Team haben zu wollen, waren sicherlich traumatisch genug, doch die gesamte Konfrontation war ziemlich furchtbar gewesen. Es begann damit, dass Ron, der dumme, gedankenlose Blödmann, der er war, praktisch von Hermine dazu gezwungen werden musste, sich bei Harry zu entschuldigen. Harrys Reaktion zu der Entschuldigung und sein folgender Monolog hatte sogar sie überrascht und sie hatte mit Harry über all die Dinge, die er angesprochen hatte, geredet - mehrmals sogar. Aber um ehrlich zu sein, dachte sie, dass der Blödmann alles, was er bekommen hatte, verdiente und schlimmeres. Sie konnte noch immer nicht fassen, dass Ron Harry nicht wieder ins Team aufgenommen hatte, um zu beweisen, dass er ohne ihn gewinnen konnte.
Sie seufzte innerlich. Es war ein sehr langer Tag gewesen, aber es war schön, einfach mit Harry da zu sitzen, ohne etwas zu tun zu haben oder sich Sorgen zu machen. Sie redeten nicht, aber nur bei ihm zu sein war genau das, was sie nach ihrem Tag brauchte.
Am nächsten Tag saß Harry beim Mittagessen bei Ginny und ihren Freunden. Sie neckten ihn wieder über seine Schuhgröße, als sie Luna bemerkten, die zur selben Zeit wie Neville an ihnen vorbeiging. Sie luden sie ein, sich mit ihrem Date für den Ball zu ihnen zu setzen, so dass sie die Sitzordnung besprechen könnten.
Bald saßen die sechs zusammen am Gryffindortisch und aßen und redeten. Harry erkannte Lunas Date von seinem AHA-Unterricht wieder. Alex Smith, ein Fünftklässler aus Hufflepuff. Wenn er sich richtig erinnerte, war Alex besonders gut mit Schutzzaubern. Nachdem alle zugestimmt hatten, zusammenzusitzen, fragte Ginny die Gruppe: „Weiß jemand noch ein anderes Paar, dass bei uns sitzen möchte?"
Hannah bejahte. Sie wollte Ernie MacMillan und seine Verabredung einladen. Alex stimmte sofort zu und erklärte, dass Ernie sein Cousin war. Harry fand, dass Ernie manchmal etwas aufgeblasen war, aber er war ein guter Kerl. „Ich habe damit kein Problem", erklärte er und schaute zu Luna, Neville und Ginny, um sicherzugehen, dass sie alle zustimmten.
„Also gut, damit sind acht Plätze besetzt. Weiß jemand, wieviele Sitze es pro Tisch gibt?", fragte Ginny, als Harry in sein Sandwich beißen wollte. Harry hatte kaum abgebissen, als er unterbrochen wurde.
„Harry James Potter!", schimpfte Hermine. „Was soll das hier?"
Harry schaute sie verwirrt und ein wenig frustriert an. Was passte ihr jetzt nicht? Konnte sie ihn nicht in Ruhe essen lassen? Er schluckte den Bissen herunter und fragte: „Was was?"
„Tu nicht so," schimpfte Hermine. „Warum werden Ron und ich nicht in eure Sitzpläne für den Ball mit einbezogen?"
„Ja!", rief Ron an ihrer Seite aus. „Was ist los?"
Hermine wandte sich ihm mit einem Blick zu, der deutlich sagte: „Du hilfst nicht." Sie wandte sich dann wieder zu Harry und fragte: „Also, warum hast du keine Plätze für uns an dem Tisch freigehalten?"
Harry blickte kurz zu seinen anderen Freunden und bemerkte, wie ungemein unbehaglich sie alle aussahen - Luna ausgenommen, die träumerisch wie immer blickte. Hannah und Alex, die sie nicht besonders gut kannten, sahen besonders nervös und unkomfortabel mit der Unterhaltung aus. Harry wünschte sich, dass Hermine ein wenig mehr Taktgefühl zeigen und das nicht vor allen anderen ansprechen würde. „Ich war mir nicht bewusst, dass ich das sollte", erwiderte Harry ruhig, auch wenn sein Körper vor Ärger ganz angespannt war.
„Wir sind deine besten Freunde", erwiderte sie, als sei es eine Tatsache. „Wieso würdest du nicht mit uns sitzen wollen?"
„Oh, das seid ihr, ja?", erwiderte Harry hitzig, auch wenn er bedacht war, seine Stimme unter Kontrolle zu halten, um keine ungewollte Aufmerksamkeit zu wecken.
Hermine nickte nachdrücklich: „Du hast selbst gesagt, dass wir das Nächste sind, was du an Familie hast."
„Soweit ich weiß sind nicht alle Brüder und Schwestern beste Freunde. Es ist auch so, dass meine beste Freundin gleich neben mir auf der Bank sitzt", antwortete Harry. Sein Gesichtsausdruck wurde für einen kurzen Augenblick weicher, als er Ginny kurz anschaute. „Manche Geschwister verstehen sich zeitweise überhaupt nicht. Wieso fragst du nicht Ron, wie er über Percy fühlt und lässt mich in Ruhe mein Mittagessen genießen?"
„Aber Percy hat sich von der Familie abgewandt", ließ Hermine sich vernehmen. Harry schaute sie nur an. „Wir haben uns nicht von dir abgewandt", rief sie schrill aus.
„Oh nein?", fragte Harry. „Ich könnte schwören, dass mein „bester Freund und Bruder" hier mich erst kürzlich ohne guten Grund aus dem Quidditchteam geschmissen hat, und ..."
„Nur weil du im Moment wütend auf Ron bist," unterbrach Hermine, „heißt das nicht, dass du ..."
„Ron ist nicht die einzige Person, auf die ich wütend bin, vielen Dank auch", machte Harry deutlich. „Du scheinst zu denken, dass du bei dem ganzen unschuldig bist. Das bist du nicht. Du wusstest, dass Ron falsch lag mit dem, was er tat, aber du hast dennoch zu ihm gehalten und ihn getröstet. Es ist gut, dass ich immer darauf zählen kann, dass du zu mir hältst, Schwesterchen. Und das ist noch nicht alles. Du hast keinerlei Vertrauen in mich. In den letzten Monaten warst du auf einem verdammten Kreuzzug, um mich vor Depressionen zu retten. Newsflash, Hermine: Ich bin nicht depressiv. Aber hörst du mir zu, wenn ich dir sage, dass es mir gut geht? Nein, natürlich nicht, denn du traust mir nicht zu, mich um mich selber kümmern zu können. Ich denke, ich werde mich an die Freunde halten, die mir ein Mindestmaß an Respekt zeigen. Würdest du mich nun bitte mein Mittagessen in Ruhe essen lassen? Ich habe Unterricht, auf den ich mich vorbereiten muss, und ich würde lieber nicht mit leerem Magen unterrichten."
Harry wandte sich von Hermine ab und begann wieder, sein Sandwich zu essen. Nach einem Moment der Stille sagte Hannah: „Es sind noch zwei Plätze frei am Tisch. Ich habe McGonagall gehört, wie sie sagte, dass es zehn pro Tisch gäbe. Du und Ron könntet sie haben, wenn ihr möchtet."
„Danke Hannah", erwiderte Hermine mit so viel Würde wie sie konnte. Sie und Ron setzten sich weiter unten am Tisch hin, um ihr Mittagessen zu essen. Ginny tat ihr Bestes, um die Stimmung zu heben und begann - nachdem sie gegangen waren - eine Konversation, aber nur mit minimalem Erfolg. Der Rest der Mahlzeit verging in unkomfortabler Stille.
OoOoOoOoOoOoOoO
Harry und Ginny trafen sich später für ihr Training. Sie trafen sich normalerweise samstags, aber mit dem Quidditchspiel und der darauffolgenden Party sowie dem ganzen Drama hatten sie es am Tag zuvor nicht hinbekommen. Das Erste, was sie taten, nachdem sie in seinem Büro angekommen waren, war, seinen Feuerblitz an die Wand zu hängen. Harry verwendete einen Reparozauber, um den Knacks am Besen zu reparieren, so dass er so gut wie neu aussah. Danach besprachen sie den Brief, den Harry an diesem Morgen von den Weasleyzwillingen erhalten hatte. Sie sandten ihm den monatlichen Bericht, der eine Antwort auf seinen Brief enthielt, welchen er ihnen im vorigen Monat geschickt hatte.
Sie mochten die Ideen, die Harry ihnen gegeben hatte, auch wenn sie bedacht waren, nichts Spezifisches zu erwähnen aus Angst, dass der Brief in falsche Hände geraten könnte. Anscheinend hatten sie seine Ideen übernommen und arbeiteten an ihnen. Sie lehnten sein Angebot der finanziellen Unterstützung ab und sagten, dass sie mehr als genug mit dem Scherzartikelladen verdienten, um dafür zu zahlen und angesichts des monatlichen Berichtes, den er erhielt, konnte Harry ihnen nicht widersprechen. Sie nahmen wirklich haufenweise Galleonen ein. Die Zwillinge waren absolute Genies und Harry war neugierig, zu sehen, mit was sie aufwarten würden, wenn sie ihr kreatives Talent für die Kriegsanstrengungen einsetzten. Es gab bisher noch nicht viel zu besprechen, da die Idee erst geboren war, aber die Zwillinge schienen zuversichtlich zu sein, dass sie die Objekte, die Harry angesprochen hatte, herstellen könnten, genau wie einige weitere, über die sie bereits nachdachten.
Nachdem er den Brief in seinem Schreibtisch verstaut hatte, wandte er sich an Ginny: „Was hast du also mit Malfoy vor?" Sie zog als Antwort nur eine Augenbraue hoch und Harry fuhr deshalb fort: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass du ihn einfach damit davonkommen lässt, dass er dich vom Besen gestoßen hat. Ich nahm an, dass du etwas Rache nehmen willst und ich will dabei sein."
„Die Karte, die du hast-?", fragte sie. „Glaubst du, es wäre möglich, eine Kopie davon zu machen? Nur das Layout des Schlosses meine ich", fügte sie schnell hinzu. „Ich denke, es ist an der Zeit, dass das Schloss etwas unfreundlicher gegenüber Draco Malfoy wird."
Sie zählte ein paar der Ideen auf, die sie hatte und daraufhin tauchte ein gemeines Grinsen auf Harrys Lippen auf. Als sie Anfang des Jahres Pläne für Ron geschmiedet hatten, hatte er einige ihrer böseren Vorschläge abgelehnt, weil er ihr Bruder war und sein Freund. Malfoy dagegen war weder ihr Bruder noch sein Freund, und Harry war nicht dazu geneigt, die Dinge harmlos zu lassen. Ginny fühlte genauso. Es schien so, als würde Malfoy ein sehr schlechtes Semester haben.
Ihre Grundidee war es, das Schloss so unvorhersehbar wie möglich für Malfoy zu machen. Sie würden eine Reihe von Scherzen durch das ganze Schloss verteilen, die so eingestellt waren, dass sie unter besonderen Umständen aktiviert wurden. Einer könnte auf einer einzelnen Treppenstufe platziert werden und nur jedes fünfte Mal, wenn Malfoy darauf trat, aktiviert werden. Ein anderer könnte an bestimmten Tag der Woche aktiviert werden. So etwas in der Art. Im Grunde wollte sie, dass Malfoy nie wusste, wo, warum oder wie er getroffen werden würde.
Sobald sie geplant hatten, was sie machen würden, kam Harry ein Gedanke. Er hatte tatsächlich während der Party darüber nachgedacht, aber nie die Gelegenheit gehabt, es anzusprechen. Nun, da er Ginny für sich alleine hatte, nahm er die Gelegenheit wahr. „Ginny, ich habe mich gefragt ..." Er ließ den Satz unvollendet.
„Ja? Was ist es, Harry?", fragte sie neugierig nach.
„Nun, gestern, als du mit deinen Freunden geredet hast ... Ich habe dich noch nie zuvor so gesehen", erklärte er unbehaglich und wenig verständlich.
„Was meinst du", fragte sie und hatte ihre Stirn gerunzelt.
„Ich weiß nicht. Ihr wart alle am Kichern und aufgeregt über die aktuellsten Festroben und Frisuren. Ich wusste nicht, dass du solche Dinge magst", sagte er ihr.
„Alle Mädchen mögen zu einem gewissen Grad solche Dinge. Selbst Hermine gelegentlich.", antwortete sie ihm und fragte sich, worauf er hinauswollte.
„Oh. Ich habe dich noch nie so gesehen oder dich so reden hören ..." Er ließ den Satz unvollendet und fragte sich, ob er weiterreden sollte. Er zuckte mit den Schultern und fuhr fort: „Hast du wirklich gemeint, was du über dich gesagt hast?"
„Was ich über mich gesagt habe?", wiederholte sie verwirrt.
„Über deinen Körper ... und wie du in bestimmter Kleidung nie gut aussehen würdest", erklärte Harry unbehaglich und hoffte, er müsste nicht näher ins Detail gehen. Ginnys Brauen zogen sich zusammen, als sie versuchte, sich daran zu erinnern, was sie am Tag zuvor gesagt hatte. Harry betete stumm, dass sie sich erinnern würde, so dass er es nicht näher erklären müsste. Leider blieben seine Gebete unbeantwortet.
„Was genau habe ich gesagt?", fragte sie ihn.
Harry errötete leicht, auch wenn er versuchte, es zu unterdrücken. „Äh ... das du ... mhm ... nicht die richtige ... Figur für sie hast." Sie sah ihn verwirrt an. Harry öffnete seinen Mund, um mehr zu sagen, merkte jedoch, dass er es nicht konnte. Er begann unbewusst mit seinen Händen zu gestikulieren und sie sagten, was sein Mund nicht konnte.
„Meine Brüste?", fragte sie ihn, und wenn er es nicht besser wüsste, würde er schwören, dass er Vergnügen in ihrer Stimme hören konnte.
Harry errötete tief, als er nickte. Er konnte ihr nicht in die Augen sehen.
„Sie sind nicht groß genug, um einige der neueren Festroben auszufüllen", erklärte Ginny etwas zu unbeschwert für Harrys Geschmack. Wie konnte sie über so etwas so beiläufig reden. „Sie sind nicht annähernd so groß wie Lavenders oder Claires oder Melissas", sagte sie selbstkritisch.
„Ich finde, sie sind perfekt", erklärte Harry ehrlich. Er schaute hoch und begegnete ihrem Blick. Eine Sekunde später errötete er und sein Blick wanderte wieder zurück zum Boden, als sein Kopf erkannte, was er gerade gesagt hatte. Er sah nicht Ginnys breites Lächeln und leichtes Erröten.
„Danke, Harry. Ich weiß es zu schätzen", sagte sie ehrlich.
„Gut ...", sagte Harry unbehaglich. „Ähh..sollen wir dann trainieren?", fragte er in der Hoffnung, das Thema wechseln zu können.
Ginny war seit ihrer ersten Animagusstunde weit gekommen. Genau genommen hatten sie nicht wirklich an ihrer Animagusverwandlung gearbeitet, sondern arbeiteten an zauberstabloser Magie. Ginny konnte ihre Magie immer mehr kontrollieren, umso mehr Zeit verging. Sie konnte nun die einfacheren Zauber wie den Schwebezauber relativ problemlos kontrollieren, solange das Objekt, das sie schweben ließ, federleicht war.
Zuvor war ihre Kontrolle bestenfalls abgehackt gewesen, nun war sie geschmeidig. Die Bewegungen waren nicht länger ruckartig und ihr Selbstvertrauen wuchs stetig. Zuerst hatte sie Harry ständig gefragt, wann sie in der Lage sein würde, eine teilweise Verwandlung zu versuchen, aber nach einigen Wochen, in der sie kontinuierlich abgewiesen wurde, hatte sie Harry die Entscheidung überlassen. Da er sah, wie ihr Selbstvertrauen anstieg, beschloss Harry, dass nun die Zeit gekommen war, ihre Fähigkeiten zu erproben.
„Ich möchte, dass du wieder versuchst, deine Hand in eine Pfote zu verwandeln", informierte Harry sie, nachdem sie sich hingesetzt hatten.
Sie schaute ihn überrascht an: „Wirklich? Glaubst du, ich bin bereit?"
Harry lächelte und nickte: „Ja, ich glaube du bist es. Denk nur daran, nicht entmutigt zu sein, wenn es nicht gleich funktioniert. Ich habe vollstes Vertrauen, dass du es mit ein wenig Übung hinbekommst."
Ihre Augen glänzten vor Freude und ihr Lächeln konnte gar nicht mehr breiter werden. „Oh, ich kann es nicht erwarten. Das ist so aufregend", rief sie aus und umarmte Harry stürmisch.
Zwanzig Minuten starrten sie beide auf ihre linke Hand, die sich noch auf keinste Weise verwandelt hatte. „Ich versteh es einfach nicht. Warum funktioniert das nicht? Ich fühlte gar nichts", fauchte Ginny frustriert. Die Ähnlichkeit mit einem Löwen war komisch, angesichts der Gestalt, in die sie sich verwandeln wollte. Aber Harry wusste, dass nun nicht der Moment war, um zu lachen.
Harry ließ sie für einen Moment herumstampfen, bevor er sprach: „Hol ein paar Mal tief Luft und entspann dich. Sich aufzuregen hilft nicht." Er wartete geduldig, als sie ihn zornig anfunkelte und dann seinem Ratschlag folgte. Als sich ihr Gesichtsausdruck entspannte, sprach er wieder: „Nun, rede mit mir. Sag mir, was du machst."
„Ich mache gar nichts. Ich versuche meine Hand in eine Pfote zu verwandeln, aber es funktioniert nicht", schrie sie ihn an.
„Und zu schreien hilft nicht weiter", erwiderte Harry ruhig.
„Es tut mir leid", sagte sie schließlich. „Ich wünschte nur, dass ich dies könnte. Ich möchte so furchtbar gern ein Animagus sein."
„Du kannst", versuchte Harry sie zu trösten. „Es wird nur einige Zeit und Anstrengungen kosten. Wie ich bereits sagte, ich habe vollstes Vertrauen, dass du das mit ein wenig Arbeit hinbekommst. Nun sag mir, was du tust - wirklich tust. Wie versuchst du die Verwandlung hinzubekommen?"
Ginny holte noch einmal tief Luft, bevor sie erklärte: „Nun, ich rufe meine Magie hervor, könnte man sagen", sie sah ihn fragend an und er nickte ihr ermutigend zu. „Und ich versuche, sie so zu formen, wie wenn ich Verwandlungen zaubere. Wie du sagtest, basiert die Animagusverwandlung schließlich darauf."
„Ok, das ist gut. Aber du musst sicherstellen, dass du Platz für ein wenig Flexibilität lässt. Es ist ähnlich, aber nicht genau das gleiche. Das ist das Beste, wie ich beschreiben kann, wie sich die Magie anfühlt, aber sie ist fundamental anders als normale Verwandlung. Ich bin mir nicht sicher, warum. Vielleicht weil man die Magie an sich selbst anwendet? Oder vielleicht ist es auch einzigartig für die Verwandlung, da es keine reguläre Verwandlungskunst ist. Das Tier ist ein Teil von dir; es ist also anders, als wenn du eine Maus in eine Katze verwandelst, denn die beiden haben überhaupt nichts miteinander gemeinsam.", versuchte Harry zu erklären. Es war eine Tatsache, dass er nicht wirklich wusste, wovon er redete. Er spekulierte nur. Aber er wusste, dass die Magie sich anders anfühlte als für reguläre Verwandlungskunst und das war alles, was im Moment wichtig war.
„Ok", antwortete sie etwas niedergeschlagen. „Wie bekomme ich das also hin, wenn ich nicht weiß, wie es sich anfühlt?"
Harry zuckte mit den Schultern: „Ich weiß es nicht. Ich wünschte, ich hätte besser aufgepasst, als ich es lernte. Aber ich lernte die Verwandlung etwa zur selben Zeit, als ich meine zauberstablosen Fähigkeiten entdeckte. Ich hatte also nicht viel Erfahrungen, um es zu vergleichen."
Ginny seufzte: „Ich wünschte, du könntest mir einfach zeigen, wie es sich anfühlt. Es würde alles so viel einfacher machen." Sie ließ sich auf einen seiner Sessel fallen und starrte bedrückt in das prasselnde Feuer.
Harry schaute sie scharf an. „Vielleicht kann ich das", sagte er mehr zu sich selbst als zu ihr. „Ich frage mich ..." Harry dachte zurück an die Zeit, als er lernte, ein Animagus zu werden. Er hatte den Zaubertrank getrunken, um seine Gestalten zu entdecken, als er gerade begann, zu verstehen, wie man die Magie in sich fühlen konnte. Während der Visionen hatte er das Gefühl der Magie für die beiden Tiere gefühlt und es damit einfach gemacht, es zu kopieren, als er versuchte, sich zu verwandeln. Er wünschte, er hätte daran gedacht, bevor er Ginny den Zaubertrank gegeben hatte. Hätte er ihr zuerst beigebracht, die Magie zu fühlen, würde sie den Prozess wahrscheinlich als viel einfacher empfinden. Aber wenn er ihr zeigen könnte, wie seine Magie sich anfühlte, wenn er sich verwandelte, wäre es vielleicht genug.
„Was war das?", fragte sie ihn und drehte ihren Kopf, um ihn auf der Tischkante sitzend sehen zu können.
„Ich habe mich gerade nur gefragt, ob ich es dir vielleicht zeigen kann. Vielleicht kann ich die Magie so formen, wie sie sich anfühlen sollte und sie dann in dich fließen lassen. Wenn wir uns zum Beispiel an den Händen halten würden, wäre ich - denke ich - in der Lage, die Magie in deine Hand fließen zu lassen", überlegte Harry laut.
„Glaubst du, dass das funktionieren wird?", fragte sie aufgeregt.
„Es kann nicht schaden, es zu versuchen, oder?", fragte er sie. „Ich möchte aber nicht deine Hoffnung wecken. Ich habe so etwas noch nie versucht. Ich habe keine Ahnung, ob es funktionieren wird oder nicht."
„Nun, lass es uns versuchen", rief sie strahlend aus und stand von ihrem Stuhl auf.
„Also gut", sagte er und stand ebenfalls auf. „Ähmm, hier, gib mir deine Hand."
Sie trat vor und legte ihre linke Hand in seine rechte. Ginny schaute Harry erwartungsvoll an und wartete darauf, dass er tat, was er tun musste.
„Ok, los geht's", sagte er. Nach einem kurzen Augenblick fuhr er fort: „Nun gut, meine Magie ist so, wie sie sein sollte. Ich lasse sie meinen Arm hinunter und in meine Hand fließen, und nun werde ich sie in deine Hand fließen lassen. Okay?"
„Mhmmmmm", sagte sie sofort, wobei sie Schwierigkeiten hatte, still zu stehen. „Oh", ließ sie verlauten und trennte beinahe vor Überraschung ihre Hand von seiner. „Ich kann sie fühlen", sagte sie nach einem Moment voller Staunen. „Es ist anders, aber auch das Gleiche. Du hast Recht. Es wäre schwer, das zu erklären."
„Siehst du?", meinte er. „Ich habe an meine Panthergestalt gedacht, als ich es getan habe. Es sollte also hoffentlich dem ähnlich sein, wie sich dein Löwe anfühlt." Er musterte sie, als sie das alles verarbeitete, noch immer ihre Hand festhaltend.
„Löwin" korrigierte sie ihn spielerisch.
„Vergib mir. Wie ich solch einen schwerwiegenden Fehler machen konnte, werde ich nie verstehen können", erklärte Harry und verbeugte sich leicht vor ihr.
„Blödmann!" Sie schlug ihm zusätzlich noch auf den Arm und ließ dadurch seine Hand los.
„Du verletzt mich, Frau", rief Harry aus und hielt seinen Arm, als hätte ihn gerade ein Basiliskenzahn durchstoßen. Er gab nach, als sie ihren Arm warnend hob. „Bist du bereit, es noch einmal zu versuchen?"
„Zeig mir noch einmal, wie es sich anfühlt. Du hast mich abgelenkt und jetzt habe ich es vergessen", sagte sie ihm streng.
„Verzeihung", intonierte er feierlich und hielt ihr wieder seine Hand hin.
Er wiederholte den Vorgang und bald darauf war sie bereit, noch einmal zu versuchen, ihre Hand in eine Pfote zu verwandeln. Ihr erster Versuch resultierte in ein interessantes Ergebnis. „Du bist ein haariges Biest", rief Harry aus, als er ihren Arm interessiert hin- und herdrehte, um das Ergebnis zu mustern.
Goldenes Fell war auf ihrer gesamten Hand gewachsen und ihre Nägel waren ein wenig länger geworden, aber davon abgesehen war es noch immer eine Hand. Aber es war ein Schritt in die richtige Richtung. „Hör auf", sagte sie und entriss ihm ihre Hand. Nach einem Moment verwandelte sie sich wieder zurück in ihre ursprüngliche Form. „Nun, wenigstens habe ich diesen Part richtig hinbekommen", sagte sie lachend. „Ich würde es hassen, den ganzen Tag mit einer haarigen Hand herumzulaufen. Und diese Nägel sahen tödlich aus."
Harry lachte mit ihr. Sie hatte aber Recht. Er war sich nicht sicher, ob er ihr helfen könnte, wenn etwas schief gehen würde. Für die nächste halbe Stunde arbeitete sie weiterhin daran, ihre Hand in eine Pfote zu verwandeln. Am Ende war sie in der Lage, beständig die Verwandlung zu machen. Sie sah so aus, als würde sie auf Wolken wandern, so glücklich war sie. Harry konnte nicht anders als ebenfalls sehr zufrieden zu sein.
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Während Harry und Ginny in Harrys Büro übten, saß Hermine in einem flauschigen Sessel am Feuer im Gryffindor Gemeinschaftsraum. In einem seltenen Moment des Abgelenktseins lag ihr Buch vergessen in ihrem Schoß, während ihre Gedanken auf andere Sachen gelenkt waren. Sie starrte in die flackernden Flammen, als sie über den Jungen, den sie als einen ihrer besten Freunde ansah, Harry Potter, nachdachte. Das war anscheinend eine wichtige Unterscheidung, da er sie nicht länger als einen seiner besten Freunde ansah.
Sie dachte über alles nach, was während des Mittagessens geschehen war. Als sie zuerst gehört hatte, dass Harry Pläne für die Sitzordnung machte, war sie ursprünglich verärgert gewesen, dass er es nicht in Betracht gezogen hatte, sie zu fragen, ob es ihr oder Ron etwas ausmachen würde, wen er einlud, um mit ihnen zu sitzen. Als es klar wurde, dass sie und Ron nicht einmal einbezogen waren, hatte sie rot gesehen. Sie konnte nicht fassen, dass Harry so etwas tun würde.
Also hatte sie ihn angeschrien. Vielleicht war es nicht die schlauste Idee, vor allem angesichts der Tatsache, wie angespannt und verärgert er die letzten Wochen über gewesen sein musste. Ron hatte wirklich die Gefühlsebene eines Teelöffels, aber darum ging es nicht. Harry war wütend geworden und hatte ihr dementsprechend geantwortet, was die ganze Sache aus dem Ruder hatte laufen lassen. Sie hätte wirklich nicht so die Kontrolle verlieren sollen. Sie würde in Zukunft vorsichtiger sein müssen.
Harry war offensichtlich noch immer wegen des Quidditchteams über Ron verärgert und er richtete einen Teil dieses Zorns auf sie, da sie die meiste Zeit mit Ron verbracht hatte. Sie konnte seine Begründung verstehen. Sie hatte gewusst, dass Ron falsch lag - sie hatte ihm das auch gesagt - aber Harry würde das nicht wissen. Er musste angenommen haben, dass sie sich auf Rons Seite geschlagen hatte. Aber sie hatte wirklich versucht, sich einfach raus zu halten. Sie hatte Ron gesagt, was sie von der Sache hielt und hatte das Ganze dann nicht mehr angesprochen in der Annahme, dass die beiden es eventuell unter sich ausmachen würden. Sie hatte in der Vergangenheit versucht, die Dinge zwischen ihnen zu kitten, aber sie tendierten dazu, Zeit zu brauchen, um sich zu beruhigen und ihren Ärger zu überwinden. Zumindest war es so bei Ron. Harry war im Allgemeinen einfach nur froh, dass alles wieder beim Alten war und würde einfach vergessen, was falsch gelaufen war.
Sie verstand wirklich nicht, was mit Harry los war. Sie hatte etwas Widerstand erwartet, natürlich, aber sie hatte nicht gedacht, dass er so sturköpfig sein würde. Das ganze Semester über war er ihren Fragen ausgewichen und hatte darauf bestanden, dass es ihm gut ging. Er hatte ebenfalls eine Neigung dazu, für längere Zeit zu verschwinden und niemand schien zu wissen, wo er war. Er sagte ihnen, dass er in seinem Büro war, um zu lernen, aber sie war der Meinung, dass an der Erklärung irgend etwas faul war.
Sie hatte das Gefühl, dass Harry sein persönliches Büro dazu verwendete, um neue Zaubersprüche zu üben, solche, die sie noch nicht im Unterricht durchgenommen hatten. Harry war nun oft einer der ersten, der einen Zauber im Unterricht meisterte. Sie hatte fünf Jahre lang mit ihm den Unterricht besucht und sie hatte ihn nie als jemand gekannt, der Zaubersprüche so schnell meisterte. Es war offensichtlich, dass irgend etwas nicht ganz in Ordnung war, und das war die beste Erklärung, die ihr einfiel.
Die einzige, die Harrys Verhalten vielleicht erklären könnte, war Ginny und das Mädchen hatte bereits bewiesen, dass sie nicht willig war, zu helfen. Sie kaufte Harry seine Fassade ab und wenn Hermine nicht falsch lag, war Ginny dabei, sich in Harry zu verlieben- schon wieder. Auf der anderen Seite klammerte Harry sich an Ginny wie an einen Rettungsring, um all das, was ihm Sorgen bereitete, zu vergessen. Und Ginny hieß ihn mit offenen Armen willkommen. Hermine fürchtete, wie das enden würde.
Sie würde Harry und Ginny wirklich gerne zusammen sehen. Sie war der Meinung, dass die beiden gut zueinander passten, aber mit allem, was gerade geschah, fürchtete sie, dass sie die Möglichkeit, zusammenzukommen, ruinierten. Wenn Harry schließlich zusammenbrechen würde, würde er es höchstwahrscheinlich an denen, die ihm am nächsten stehen, auslassen. Ginny würde den Großteil davon erleiden müssen und Hermine glaubte nicht, dass sie darauf vorbereitet war. Stattdessen könnte das gut und gern zerstören, was die beiden zwischen sich aufgebaut hatten und würde Harry sich einsamer und leerer fühlen lassen als je zuvor. Und sie glaubte auch nicht, dass Ginny es gut aufnehmen würde.
Sie wusste, das etwas getan werden musste, aber was? Es war offensichtlich, dass ihr jetziger Ansatz nicht funktionierte. Und es wurde deutlich, dass sie es nicht alleine tun konnte. Sie wandte sich vom Feuer ab, um Ron anzuschauen, der ihr gegenüber saß. Er starrte in den Gemeinschaftsraum, das Buch in seinem Schoß nicht einmal geöffnet. Typisch. Wenn sie Harry wirklich erreichen wollte, würde sie jede Hilfe brauchen, die sie kriegen konnte. Ron war wahrscheinlich der beste Platz, um anzufangen.
„Was werden wir wegen Harry unternehmen?", fragte sie ihn.
Er schaute sie an: „Huh?"
„Was werden wir wegen Harry unternehmen", wiederholte Hermine langsam, als spräche sie zu einem kleinen Kind.
Er schaute sie für einen Moment blöd an, bevor er fragte: „Was meinst du?"
Hermine schnaubte verärgert. „Harry entfernt sich immer weiter von uns. Er redet nicht mit uns. Er verbirgt Dinge und redet nicht über seine Probleme. Er wird eventuell zusammenbrechen, wenn wir nicht etwas unternehmen. Ich kann ihm nicht alleine helfen. Ich habe es das gesamte Semester über probiert. Wir müssen gemeinsam arbeiten."
„Ich weiß nicht", erwiderte Ron langsam und rieb sich mit seiner rechten Hand den Hinterkopf. „Ich glaube nicht, dass wir ihn drängen sollten. Er ist jetzt schon wütend genug und ich würde lieber nichts tun, dass das schlimmer machen würde."
„Aber das ist so viel wichtiger", bestand Hermine auf ihrer Sichtweise.
„Harry schien auch nicht zu sehr über dich begeistert zu sein. Er sagte etwas über nicht zuhören und Dinge ruhen zu lassen. Ich denke, das ist eine dieser Zeiten", erwiderte Ron vorsichtig.
„Aber wir sind seine Familie", flehte Hermine verzweifelt. „Wenn wir ihm nicht helfen, wer dann? Er mag uns im Moment deswegen nicht besonders gut leiden können, er erkennt vielleicht nicht einmal, wie sehr er unsere Hilfe braucht, aber er wird uns dafür danken. Er braucht uns, Ron. Wir können ihn jetzt nicht aufgeben."
Ron sah noch immer zweifelnd aus. „Ich finde, wir sollten ihn in Ruhe lassen."
„Ugh", knurrte Hermine frustriert. „Gut, sei halt so." Sie versteckte sich hinter ihrem Buch und ignorierte Ron. Sie las jedoch nicht wirklich. Ihre Gedanken konzentrierten sich nun darauf, wie sie Ron dazu bringen konnte, ihr zu helfen. Sie dachte, dass es einfacher sein würde, ihn zu überzeugen, aber er war offensichtlich unwillig, Harry noch wütender auf sich zu machen. Nicht, dass sie ihm das vorwerfen konnte angesichts der Tatsache, wie sehr er Harry verletzt hatte. Sie seufzte schwer hinter ihrem Buch. Das wurde alles schwieriger als gedacht.
Aber sie weigerte sich, aufzugeben. Harry hatte gesagt, dass sie wie eine Schwester war und sie wusste, dass Harry so etwas nicht leichtfertig sagen würde. Harry sagte selten, wie er über etwas fühlte. Sie fühlte genauso über Harry. Er war der Bruder, den sie nie gehabt hatte und sie würde ihn nicht im Stich lassen.
OoOoOoOoOoOoOoO
Später an diesem Abend lag Harry in seinem Bett und dachte an den Tag zurück. Er dachte an sein Training mit Ginny. Er hatte etwas Neues und möglicherweise ungemein Wichtiges in dieser Stunde gelernt. Er hatte es hinbekommen, sie seine Magie fühlen zu lassen, so dass sie wissen würde, was sie tun musste, um sich zu verwandeln. Das öffnete die Tür zu einer Vielzahl an Möglichkeiten. Vielleicht könnte er Ginny durch diese Methode weitere zauberstablose Zauber beibringen. Wenn Ginny mit der zauberstablosen Magie fortfahren wollte, würde das wahrscheinlich viel helfen.
Es würde ihm nicht erlauben, gleich alles zu transferieren. Sie würde noch immer üben müssen, wie Ginnys Anfangsschwierigkeiten mit dem verwandeln ihrer Hand zu einer Pfote deutlich zeigte. Aber es würde definitiv die Dinge beschleunigen. Er dachte über die Möglichkeiten nach. Er fragte sich, ob physischer Kontakt nötig war oder ob der Zauberer die Magie in die andere Magie drücken müsste, so dass dieser sie fühlen konnte. Konnte er vielleicht die Magie eines Zaubers spüren, der von jemandem im gleichen Raum gezaubert wurde, auch wenn er keinen Kontakt mit der Person hatte und der Zauber nicht auf ihn gerichtet war? Er hatte keine Ahnung, aber er würde es herausfinden.
Seine Gedanken wanderten bald zu dem kommenden Ball. Harry war der Meinung, dass alles wunderbar war mit einer Ausnahme: dem Tanzen. Er konnte nicht tanzen. Er hatte nur zu einem Lied im vierten Schuljahr getanzt und Parvati hatte geführt, weil er keine Ahnung hatte, was er tat. Dieses eine Tanzerlebnis reichte ihm für sein restliches Leben. Aber hier war er wieder, nur dieses Mal war es ein wenig anders. Er war mit Parvati gegangen, weil er als Champion des Trimagischen Turniers jemanden gebraucht hatte. Er war sich sicher, dass sie es jetzt und vielleicht auch schon damals wusste.
Aber dieser Ball war anders. Er hatte Ginny sofort gefragt, ob sie mit ihm gehen wollte, weil er mit ihr gehen wollte. Und sie würde wahrscheinlich den Großteil des Abends tanzen wollen. Harry war entschlossen, dass Ginny den Abend genießen würde, was bedeutete, dass er das Tanzen mit einem Lächeln ertragen musste. Aber er erinnerte sich auch an den letzten Weihnachtsball, den Ginny mit Neville besucht hatte. Der arme Neville war solch ein fürchterlicher Tänzer, dass Harry nicht überrascht gewesen wäre, wenn Ginnys Zehen am Ende des Abends geblutet hätten. Harry wollte nicht, dass Ginny das wieder durchmachte.
Er musste mit Ginny tanzen und er wollte, dass sie es genoss. Das ließ ihm wirklich nur eine Möglichkeit: Er musste lernen zu tanzen. Die einzige Frage war, wie er es lernen würde. Er würde jemanden brauchen, der es ihm beibrachte, vorzugsweise ein Mädchen. Namen begannen in seinen Kopf herumzuschwirren. Er könnte Hermine natürlich mit einbeziehen. Er wusste, sie wäre willig, ihm zu helfen, aber etwas hielt ihn zurück.
Hermine um Tanzstunden zu bitten würde viel Zeit alleine mit ihr bedeuten. Es war nicht so, dass Harry nervös war, Zeit mit Hermine zu verbringen oder so. Die Dinge waren jedoch noch immer nicht ideal zwischen ihnen und er fürchtete, dass sie die Gelegenheit nutzen würde, um ihn mit Fragen zu bombardieren und zu versuchen, ihn dazu zu bringen, über Sirius und seine Gefühle und den ganzen anderen Müll zu reden, von dem sie überzeugt war, das er darüber reden musste. Er war auch ein wenig verlegen, das er Tanzstunden brauchte, und umso mehr er darüber nachdachte, wollte er, dass das Ganze eine Überraschung sein sollte, vor allem für Ginny, aber auch für alle anderen.
Dennoch hätte Harry wahrscheinlich Hermine um Hilfe gebeten, wenn sie keine Probleme gehabt hätten. Aber da Hermine nicht in Frage kam, wusste Harry nicht, wen er noch um Hilfe bitten konnte. Er begann die Mädchen, die er gut genug kannte, um sie zu fragen, gedanklich durchzugehen. Ginny war schnell aus dem Rennen, da sie sein Date zum Ball sein würde. Er könnte Parvati fragen, da sie offensichtlich wusste, wie man tanzte, aber er fühlte sich noch immer schlecht darüber, wie er sie beim letzten Ball behandelt hatte. Es wäre unangenehm, sie um Hilfe zu bitten. Er stand ihr sowieso nicht sehr nahe.
Eine weitere weibliche Schülerin, mit der er sich gut verstand, war Luna. Aber Harry glaubte nicht, dass es eine gute Idee wäre, sie um Tanzstunden zu bitten. Zum einen wusste er nicht einmal, ob sie tanzen konnte oder nicht. Aber Luna war auch einfach zu abnormal, um sie um solch einen Gefallen zu bitten. Selbst wenn sie tanzen konnte, machte sie für Harry nie viel Sinn. Er war sich nicht sicher, ob er irgend etwas von ihr lernen konnte.
Er kannte Tonks gut genug, nahm er an. Aber sie war nicht auf Hogwarts, was Treffen schwierig machen würde. Auch wenn er sich sicher war, dass er -wenn nötig- mit einem gewissen Werwolffreund reden könnte. Aber Tonks war ein Tollpatsch. Sie konnte keinen Raum betreten, ohne in etwas hineinzulaufen. Sie war also in Harrys Auffassung kein idealer Tanzpartner.
Mrs. Weasley war ein weiterer Kandidat, aber das würde wieder das Problem ergeben, einen Ort und Zeit zu finden, um sich mit ihr zu treffen. Außerdem wäre es etwas peinlich für Harry, sie um solche Hilfe zu bitten, vor allem, da er für Ginny tanzen lernen wollte. Also entschied Harry sich ebenfalls gegen sie.
Professor McGonagall könnte ihm vielleicht helfen, überlegte Harry. Sie war in Hogwarts, was die Treffen realisierbar machen würde. Er hatte sie beim letzten Ball tanzen sehen und sie schien es ziemlich gut zu beherrschen. Er würde höchstwahrscheinlich Privatunterricht von ihr bekommen können, was die Überraschung nicht verderben würde. Sie war allerdings eine vielbeschäftigte Frau und er wollte ihr nicht zur Last fallen. Aber vielleicht könnte er eine Art Übereinkunft mit ihr aushandeln. Er könnte ihr helfen, Aufsätze für die niedrigeren Jahrgänge zu verbessern, so wie er es auch für Professor Caldwell in VgdDK machte.
Harry begann zu denken, dass sie die beste Wahl darstellte. Das einzige Problem war, wie er sie fragen sollte. Professor McGonagall war in letzter Zeit sehr nett zu ihm gewesen und hatte ihn im Unterricht gelobt. Sie hatte ihn gepriesen, als sie seinen HA-Unterricht besucht hatte und sie hatte ihn sogar erlaubt, sie im Privaten Minerva zu nennen, was Harry noch immer ein wenig nervös machte. Aber sie zu bitten, ihm beizubringen, zu tanzen, würde peinlich sein. Dennoch, sie war die beste Kandidatin, die ihm einfiel, und er konnte es sich nicht selber beibringen. Es war entweder Professor McGonagall oder Hermine. Und er fürchtete, dass so viel Zeit im Privaten seine Beziehung zu Hermine weiter gefährden würde. Er war nicht gewillt, dass zu riskieren.
Das entschieden konnte Harry endlich einschlafen. Wie es in den letzten Monaten zur Gewohnheit geworden war, wartete Sirius auf ihn. In der vorigen Nacht hatte Harry ihm über die Ereignisse, die am Samstag geschehen waren, berichtet - Ginnys beinahe Sturz und sein Streit mit Ron mit eingeschlossen. Er hatte praktischerweise vergessen, die Massage, die er Ginny gegeben hatte, und die Zeit, die er mit ihr zusammen in seinem Büro verbracht hatte, zu erwähnen.
Er hatte Sirius von seinen Sorgen über seine Freundschaft mit Ron erzählt und von seiner Unsicherheit, was passieren würde. Den einzigen wirklichen Verrat, den Sirius innerhalb seiner besten Freunde erlebt hatte, hatte zu dem Tod von Harrys Eltern und Sirius ungerechtfertigter Gefängnisstrafe von einem Dutzend Jahren geführt. Er hatte daher keine bestimmten weisen Ratschläge, wie mit der Situation umzugehen war, aber es war trotzdem gut, mit jemanden reden zu können, der nicht wirklich involviert war.
Angesichts ihrer gestrigen Unterhaltung war es nur natürlich, dass er keine Zeit verschwendete und fragte: Wie war es heute mit Ron?"
„Ein wenig seltsam, aber nicht zu sehr, schätze ich", erwiderte Harry.
„Das ist gut, oder?", fragte Sirius ihn verwirrt.
„Ja, aber Hermine war heute nervig", erklärte er mit einem Schulterzucken. „Wir haben uns wegen der Sitzordnung für den Ball gestritten, da sie einfach angenommen hat, dass ich den beiden Sitze am Tisch reservieren würde. Sie haben mir noch nicht einmal gesagt, dass sie zusammen gehen. Soweit sie wissen, hatte ich keine Idee. Dann tat sie so als würde ich sie und Ron verraten und hat einen Kommentar fallen lassen, das man so keine Familienmitglieder behandelt."
„Autsch", meinte Sirius mitfühlend.
„Ja, ich hätte ihr nie sagen sollen, dass ich sie als meine Schwester betrachte", erwiderte Harry. Sirius schaute ihn nur an. Harry seufzte: „Okay, vielleicht meine ich das nicht wirklich, aber es macht mich nur wütend, dass sie meine Aussage so gegen mich verwendet."
„Ich weiß, Harry. Du könntest ihr noch immer einen Streich spielen, um dich zu rächen", schlug er mit einem bösen Grinsen vor.
Harry grinste: „Tatsächlich werde ich in nächster Zeit viel Zeit mit Scherzen verbringen." Sirius' eifrigen Gesichtsausdruck sehend informierte Harry ihn darüber, was er und Ginny für Malfoy geplant hatten. Als er Ginnys Idee erklärte, formte sich ein raubtierhaftes Grinsen auf dem Gesicht seines Paten.
„Habe ich es dir nicht gesagt, Harry? Sie hat die Seele eines Rumtreibers in sich!", rief er aus.
Harry verdrehte die Augen und begann ihm von der Karte zu erzählen, die er anfertigen wollte, als ihm eine Idee kam. „Glaubst du, es wäre möglich, die Karte der Rumtreiber nachzustellen, aber mit einer Extrafunktion?", fragte er seinen Paten.
Sirius runzelte leicht die Stirn: „Was hast du dir gedacht?"
Harry erklärte seine Idee und ein Grinsen breitete sich auf Sirus Gesicht aus. „Das wäre absolut perfekt für das, was Ginny vor hat", rief er aus. „Ich bin mir nicht sicher, wie es funktionieren soll, aber ich kann dir auf jeden Fall sagen, wo wir für die Originalkarte nachgeforscht haben."
„Du glaubst also, es ist möglich?", fragte Harry ihn.
Sirius zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung, aber selbst wenn es das nicht ist ... wann hat dich das je aufgehalten, mhmm?", sagte er mit einem breiten Grinsen und gab Harry einen leichten Stoß mit seinem Ellenbogen.
Harry grinste ihn reuevoll an.
„Ernsthaft, Harry. Wenn jemand es kann, dann kannst du es. Du hast seit Juni nichts anderes gemacht als mich ständig in Erstaunen zu versetzen. Ich bin sicher, dass du einen Weg finden wirst, um es geschehen zu lassen."
Sirius verbrachte den Rest der Nacht damit, zu erklären, wie sie die Karte der Rumtreiber kreiert hatten und gab ihm einige Hinweise für seine Nachforschungen.
Verwandlung war am nächsten Morgen das erste Fach und Harry betrat ein wenig beklommen das Klassenzimmer. Er plante, nach dem Unterricht da zu bleiben, um Professor McGonagall wegen der Tanzstunden zu fragen, und er plante ebenfalls, ihr Honig um den Mund zu schmieren, indem er in der heutigen Stunde genau aufpasste und tadellose Arbeit ablieferte. Harry setzte sich mit seinen Freunden nach vorne und wartete geduldig, bis Professor McGonagall den Unterricht begann.
#Ende 12.1
Danke an
Baba
Annette-elle: Gern geschehen!
curylcuryl
für die Reviews!
