AN: Da guckt ihr, mhmm? Pünktliches update! Und das obwohl ich immer noch keinen Internetzugang zu Hause hab. Verneigt euch dankend vor mir!^^

Kapitel 12.2 Ich schwöre feierlich, dass wir tolle Streiche geplant haben

Verwandlung war am nächsten Morgen das erste Fach und Harry betrat ein wenig beklommen das Klassenzimmer. Er plante, nach dem Unterricht da zu bleiben, um Professor McGonagall wegen der Tanzstunden zu fragen, und er plante ebenfalls, ihr Honig um den Mund zu schmieren, indem er in der heutigen Stunde genau aufpasste und tadellose Arbeit ablieferte. Harry setzte sich mit seinen Freunden nach vorne und wartete geduldig, bis Professor McGonagall den Unterricht begann.

Gerade als die Glocke läutete, stand McGonagall von ihrem Stuhl auf und begann die Stunde: „Guten Morgen, Klasse. Heute werden wir mit Menschenverwandlung beginnen, wie Sie bereits von dem als Hausaufgabe vorzubereitenden Text für die heutige Stunde wissen sollten." Sie schaute mit ihrem strengen Blick durch die Reihen und sagte damit deutlicher als mit Worten, was sie mit jedem machen würde, der den Text nicht gelesen hatte.

„Menschenverwandlung ist nicht viel anders als Tierverwandlung, nur etwas komplexer, da unsere Körper und unser Verstand komplexer ist als die jedes Tieres", fuhr sie fort. „Heute werden Sie mit einem Partner zusammenarbeiten und versuchen, seine Hand in eine Katzenpfote zu verwandeln. Sie werden nicht versuchen, einen anderen Körperteil ihres Partners zu verwandeln, außer ich sage es Ihnen. Menschenverwandlung kann sehr gefährlich sein, und ich werde keinen Unfug in diesem Unterricht tolerieren. Ist das klar?"

Sie schaute noch einmal mit ihrem strengen Blick im Raum umher, bevor sie fortfuhr: „Es gibt einen großen Unterschied zwischen einer vollständigen Verwandlung von Mensch zu Tier im Vergleich zu Tier zu Tier. Kann mir jemand den Unterschied sagen?"

Harry hob seine Hand. Er war überrascht, dass er der einzige war. Nicht einmal Hermine hatte sich gemeldet. „Ja, Mr. Potter", rief McGonagall ihn auf.

„Wenn man ein Tier in ein anderes Tier verwandelt, muss der Verstand des Tieres ebenfalls verwandelt werden. Denn wenn man eine Maus in einen Vogel verwandelt, ohne dessen Verstand ebenfalls zu verwandeln, wird sie nicht wissen, wie sie sich als Vogel verhalten muss. Sie kann sogar einen Schock erleiden. Wenn man einen Menschen in ein Tier verwandelt, muss man den menschlichen Verstand beibehalten, bevor man noch den Verstand des Menschen verletzt. Und ein Mensch wird es als einfacher empfinden, mit der Verwandlung umzugehen, da er wenigstens weiß, was vor sich geht."

„Sehr gut, Mr. Potter", lobte McGonagall. „Zehn Punkte für Gryffindor." Als Harry sich umdrehte, bemerkte er, wie Hermine ihm einen argwöhnischen Blick zuwarf, den er nicht wirklich einordnen konnte. Seine Aufmerksamkeit wurde wieder nach vorne gelenkt, als McGonagall fortfuhr: „Die Zauberformel für den Zauberspruch ist Homo Inflectus. Gibt es einen Freiwilligen, so dass ich den Zauber und die richtigen Zauberstabbewegungen demonstrieren kann?"

Harrys Hand war sofort wieder in der Luft. „Ich mache es, Professor", sagte er fröhlich.

Sie schenkte ihm eines ihrer seltenen Lächeln: „Wunderbar. Danke, Mr. Potter. Ich habe oft Schwierigkeiten, einen Freiwilligen für diese Demonstration zu finden. Die meisten mögen den Gedanken nicht, in etwas anderes verwandelt zu werden. Ich werde es demonstrieren, indem ich Ihre Hand zuerst in eine Pfote verwandele und dann die Verwandlung vervollständige, indem ich Sie in eine Katze verwandele. Sind Sie damit einverstanden?"

„Ja", sagte Harry nur und nickte.

„Exzellent", sagte die normalerweise so strenge Lehrerin. „Nun, ich möchte, dass Ihr alle genau zuschaut. Das schließt Sie mit ein, Mr. Potter", sagte sie und wandte sich an Harry. Harry lächelte und nickte. „Die Zauberstabbewegung ist eine diagonale Bewegung nach unten, und dann über Ihren Körper, dann dort hinüber und wieder diagonal hoch, gefolgt von einem leichten Stoß." Sie vollführte die Bewegungen, als sie sie der Klasse erklärte. „Nun passen Sie genau auf. Bereit, Mr. Potter?"

Harry nickte noch einmal und sagte: „Ja Professor."

Professor McGonagall begann mit der Zauberstabbewegung, während sie laut und deutlich: „Homo Inflectus", intonierte. Sie sagte die letzte Silbe, als sie mit ihrem Zauberstab zu Harrys ausgestrecktem Arm stieß.

Harry sah zu, als auf seiner Hand Fell spross und sich in eine Katzenpfote verwandelte. Der Vorgang war ihm nicht unbekannt, da er seine Hand mehrmals in eine Pfote verwandelt hatte, als er trainierte, um ein Animagus zu werden. Er fuhr seine Krallen aus und wieder ein, bevor er sich mit einem Grinsen der Professorin zuwandte.

„Schmerzt Ihre Hand auf irgend eine Weise, Mr. Potter?", fragte McGonagall ihn.

Harry schaute sie fragend an: „Nein, sollte sie?"

„Nein, natürlich nicht", erwiderte Professor McGonagall schnell. „Ich wollte nur, dass Sie antworten, so dass die Klasse weiß, dass sie die Verwandlung nicht fürchten müssen."

„Oh", erwiderte Harry und nickte. „Das macht Sinn. Nein, es schmerzt überhaupt nicht. Es fühlt sich ein wenig komisch an, wenn sich mein Arm in eine Katzenpfote verwandelt. Es ist nicht unangenehm oder so, nur merkwürdig." Er sagte dies zu den anderen Schülern, die ihm alle aufmerksam zuhörten.

„Danke, Mr. Potter", sagte Professor McGonagall. „Nun, wenn Sie bereit sind, würde ich Sie gerne in eine Katze verwandeln."

„Ich bin bereit, wann immer Sie bereit sind", erwiderte Harry fröhlich.

McGonagall vollführte den Zauber und Harry verschwand. Dort wo er nur Momente zuvor gestanden war, war nun ein kleiner schwarzer Kater. Der Kater miaute und bewegte versuchsweise seine Gliedmaßen. Es fühlte sich ähnlich wie in seiner Panthergestalt an, aber auch anders. Die Grundabläufe waren jedoch dieselben, es fühlte sich also nur ein wenig seltsam an, als er anfing zu gehen.

„Mr. Potter, wären Sie damit einverstanden, dass ich sie hochhebe und auf meinen Schreibtisch setze, so dass die Klasse sie besser sehen kann", fragte McGonagall den Kater auf dem Boden.

Harry schaute sie an, miaute, wandte sich dann ab und sprang selber auf den Schreibtisch. Er wandte sich ihr wieder zu und schenkte ihr die Katzenversion eines frechen Grinsens. „Sehr gut, . Nun, normalerweise würde eine Person, die in ein Tier verwandelt wurde, erst Schwierigkeiten haben sich zu bewegen, da der gesamte Körper- und Muskelaufbau völlig anders ist. Mr. Potter hier scheint in dieser Hinsicht ein schneller Lerner zu sein. Eine Leistung wie auf einen Schreibtisch zu springen würde normalerweise nicht einfach für einen durchschnittlichen Zauberer sein, der das erste Mal in eine Katze verwandelt wurde."

Professor McGonagall wandte sich wieder an Harry: „Wenn Sie wieder zurück auf den Boden springen, verwandele ich sie wieder zurück." Sobald Harry gefolgt hatte, sprach McGonagall wieder. „Nun passen Sie alle auf, Sie auch Mr. Potter", fügte sie hinzu und schaute die Katze, die vor ihren Füßen saß direkt an. „Der Zauberspruch um den Zauber umzukehren ist Reverto Homo und die Zauberstabbewegung ist eine leicht nach unten führende kurvenartige Bewegung vor ihrem Körper, genau so, und dann ein Schnipsen." Sie führte die passenden Bewegungen aus, während sie sie erklärte.

„Nun dann", sagte sie und wandte sich zu Harry. „Bereit?" Harry miaute antwortend und nickte leicht. „Reverto Homo." Harry tauchte Augenblicke später mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht auf.

„Das hat Spaß gemacht", rief er aus.

McGonagall lächelte ihn besänftigend an und wandte sich dann der Klasse zu: „Wie Sie sehen können, hat Mr. Potter keine schädlichen Auswirkungen von der Verwandlung davongetragen. Nun sucht sich jeder einen Partner und Sie werden abwechselnd versuchen, die Hand ihres Partners in eine Pfote zu verwandeln. Und wenn ich sehen sollte, dass irgendjemand versucht, etwas anderes als eine Hand oder sie in etwas anderes als eine Pfote zu verwandeln, werden die Konsequenzen schwerwiegend sein."

Harry drehte sich zu seinen Freunden. Hermine fragte sofort: „Woher wusstest du die Antwort auf ihre Frage?"

„Ich weiß nicht" erwiderte er schulterzuckend. „Ich habe es irgendwo gelesen."

„Aber es ist nicht im Schulbuch", beharrte sie.

„Ich lese mehr als nur die Schulbücher", erklärte Harry ungeduldig. „Wie wärs, wenn ihr ein Paar bildet" und deutete dabei auf Ron und Hermine. „Ich denke ich werde heute mit Neville zusammenarbeiten."

Er bekam am Rande mit, wie Hermine ihr Missfallen mit einem Schnauben Ausdruck verlieh, als er sich Neville schnappte: "Hey, Neville, willst du mit mir zusammenarbeiten?"

Neville antwortete Harry mit einem überraschten Ausdruck in den Augen. „Sicher", sagte er.

„Großartig", erwiderte Harry. „Möchtest du anfangen oder soll ich?"

"Fang du an", sagte Neville sofort. „Ich bin in Verwandlung nicht besonders gut. Ich weiß nicht, warum du mit mir zusammenarbeiten willst. Ich werde deine Hand wahrscheinlich in etwas Schreckliches verwandeln."

„Das ist nicht wahr, Neville", sagte Harry ihm ehrlich und legte eine Hand auf die Schulter des Jungen. „Du bist dieses Jahr viel besser geworden, oder nicht? Ich wette, es war nur der Zauberstab deines Dads, der dich zurückgehalten hat. Man sagt, der Zauberstab sucht sich den Zauberer aus. Nun, da du einen Zauberstab hast, der zu dir passt, machst du dich sehr gut."

Neville lächelte Harry an, schien sich aber noch immer unsicher zu sein. „Also gut", sagte Harry. „Ich fange dann mal an, okay?" Neville nickte nervös, aber streckte gehorsam seine Hand aus, so dass Harry üben konnte. Harry grinste seinen Freund an, um ihn zu beruhigen: "Mach dir keine Sorgen, Kumpel. Es tut wirklich nicht weh. Bereit?"

„Ja", erwiderte der Junge zögernd.

Als Harry seinen Zauberstab hob, um den Zauber zu beginnen, kniff Neville seine Augen zu, nicht in der Lage, zuzuschauen. Harry führte die geforderten Bewegungen mit seinem Zauberstab aus, als er „Homo Inflectus", sagte. Wie gewöhnlich fühlte Harry die Magie durch seine Adern fließen. Er leitete schnell seine Magie in den Zauber und wollte, dass sie aus seinem Zauberstab floss. All das tat er, während er sich darauf konzentrierte, Nevilles Hand in eine Katzenpfote zu verwandeln. Harry beobachtete fasziniert, als braunes Fell auf dem, was Nevilles Hand gewesen war, aber schnell eine Katzenpfote wurde, wuchs. „Siehst du, Kumpel, das hat nicht wehgetan, oder?"

Neville öffnete bei Harrys Frage seine Augen und blickte auf sein neues Gliedmaß hinunter. Er japste laut auf und hielt die Pfote näher an sein Gesicht, um sie besser inspizieren zu können. Er bewunderte sie für einen langen Augenblick und drehte seinen Arm hin und her, um ihn von allen Seiten begutachten zu können, bevor er „Krass", sagte.

Harry lächelte Neville an. Der schüchterne Junge war längst verschwunden und Neville kam langsam aus sich heraus. Er war offener und kontaktfreudiger geworden, umso mehr Zeit verging. Harry konnte sich nicht vorstellen, dass Neville im vorigen Jahr solch einen Ausruf mitten im Unterricht von sich gegeben hätte, aber er freute sich, die Veränderung zu sehen.

„Wie hast du das gemacht?", wollte Hermine wissen und ging zu ihrem Tisch.

„Huh?", fragte Harry nicht begreifend.

„Wie hast du den Zauber so schnell hinbekommen?", wiederholte Hermine nachdrücklich.

„Ich habe nur getan, was Professor McGonagall uns gesagt hat", erwiderte Harry einfach. „Ich hatte nur Glück, dass es so schnell funktioniert hat", versuchte er es herunterzuspielen. Er wollte es wirklich nicht näher mit ihr erläutern, vor allem heute, wenn er versuchte, Professor McGonagall Honig ums Maul zu schmieren.

„Hmph". Hermine sah nicht sehr beeindruckt von seiner Antwort aus.

„Was ist hier los?", fragte Professor McGonagall, als sie zu ihnen schritt. Sie korrigierte Rons Zauberstabbewegung, als sie an ihm vorbeiging, um zu Harry und Neville zu gelangen. „Nun, was haben wir hier?" Neville hielt seine Pfote hoch, so dass sie sie begutachten konnte und sie holte scharf Luft: „Exzellente Arbeit. Volle Punktzahl und zwanzig Punkte für Gryffindor. Wie viele Versuche haben Sie gebraucht, bevor Sie es geschafft haben?"

Neville sprach, bevor Harry die Chance hatte, zu antworten. „Das war sein erster Versuch", sagte der Junge und grinste Harry an. Dessen Wangen färbten sich rosa.

„Wirklich?", fragte sie zu Harry gewandt. Er hörte, wie Hermine im Hintergrund stöhnte, aber er hatte keine Zeit, darauf zu achten. Harry zuckte als Antwort ein wenig unbehaglich über Professor McGonagalls Enthusiasmus mit den Schultern.

„Unglaublich. Haben Sie schon versucht, seine Hand zurückzuverwandeln?"

Harry schüttelte den Kopf: „Nein, dazu sind wir noch nicht gekommen."

„Nun, dann machen Sie weiter. Lassen Sie uns sehen, wie Sie mit dem Zauber zurechtkommen", wies sie ihn an.

Harry hob gehorsam seinen Zauberstab und Neville hielt seine Pfote nach oben. Harry holte tief Luft und führte dann den Zauber aus. „Reverto Homo", rief er aus. Als er mit seinem Zauberstab eine schnipsende Bewegung ausführte, begann das braune Fell zu verschwinden und schon bald war Nevilles Hand wieder, wie sie sein sollte.

„Ausgezeichnete Arbeit, Mr. Potter", lobte Professor McGonagall ihn. „Ich glaube nicht, dass ich je jemanden diesen Zauber so schnell habe meistern sehe. Ich lasse Sie beide jetzt wieder in Ruhe üben. Ich möchte, dass Sie den Zauber ebenfalls weiterhin üben, Mr. Potter. Sie müssen sicherstellen, dass sie den Zauber dauerhaft korrekt ausführen können." Da sie sah, wie Harry nickte, redete sie weiter: „Fahren Sie also fort." Sie ging zurück zu ihrem Schreibtisch und ließ die Jungs mit ihrer Aufgabe allein.

Hermine sah so aus, als würde sie gerne mit ihrer Befragung weitermachen, aber sie wurde von Professor McGonagall davon abgehalten: „Zurück an die Arbeit, Miss Granger. Dies ist ein unglaublich schwerer Zauber und die meisten werden die gesamte Stunde und mehr benötigen, um ihn zu erlernen." Hermine stampfte ohne ein weiteres Wort davon.

Der Rest des Unterrichts verlief schnell. Harry half Neville mit dem Zauber so gut er konnte und am Ende des Unterrichts war Neville in der Lage, schwarzes Fell auf Harrys Hand wachsen zu lassen, auch wenn er es noch nicht hinbekommen hatte, sie vollständig in eine Pfote zu verwandeln. Die einzige andere in der Klasse, die eine vollständige Verwandlung geschafft hatte, war Hermine. Mehrere andere hatten wie Neville Hände mit Fell hinbekommen. Und einige andere kämpften sogar noch mehr mit dem Zauber.

Als sie das Ende des Unterrichts verkündete, wandte sie sich an Harry und sagte: „Mr. Potter, ich würde gerne nach dem Unterricht einen Moment mit Ihnen reden."

„Sicher, Professor", erwiderte Harry mit einem Lächeln. Er wollte nach der Stunde sowieso mit ihr reden und sie hatte ihm gerade eine Ausrede gegeben, länger zu bleiben, während alle anderen gingen. Harry packte seine Sachen zusammen und winkte seinen Freunden zum Abschied zu, als diese das Klassenzimmer verließen und ihm Glück wünschten. Sobald der letzte Schüler gegangen war, ging Harry zu ihrem Schreibtisch. „Sie wollten mit mir sprechen, Professor?", fragte er sie.

„Wenn es im privaten Umfeld ist, darfst du mich Minerva nennen", schalt sie halbherzig. „Setz dich."

Harry grinste und setzte sich direkt vor ihr auf den Schreibtisch. „Minerva also. Über was wolltest du mit mir reden?"

„Als ich dich in eine Katze verwandelt habe, wie hat es sich angefühlt, sich zu bewegen?", fragte sie ohne Vorwarnung.

Harry zog verwirrt die Augenbrauen zusammen und fragte sich, worauf sie hinauswollte. „Ich weiß nicht. Es war zuerst etwas merkwürdig, aber ich glaube, ich habe mich ziemlich schnell zurechtgefunden", erwiderte er vorsichtig.

„Ja, so sah es auch für mich aus", sagte sie gedankenverloren.

„Ich habe da noch eine Frage", meinte Harry. Sie richtete ihre Aufmerksamkeit auf ihn und nickte ihm zu, um ihm zu bedeuten, fortzufahren. „Was ist der Unterschied zwischen der Animagusverwandlung und sich selber in ein Tier zu verwandeln?"

„Eine sehr gute Frage", antwortete sie. „Und Teil des Grundes, warum ich dich gebeten habe, nach dem Unterricht da zu bleiben", fügte sie geheimnisvoll hinzu. „Zuerst einmal ist die Animagusverwandlung innerlich ohne die Zuhilfenahme eines Zauberstabs. Wenn sie einen Zauberstab benötigen würde, könnte niemand sich zurückverwandeln, sobald sie in Tiergestalt wären. Zweitens hat der Animagus das Wissen und die Instinkte, das das Tier haben sollte. Der Zauberer ist immer in Kontrolle über das Tier, aber du fühlst dich natürlich in der Gestalt des Tieres. Du musst dir keine Gedanken über die Bewegungen machen und dein Körper wird instinktiv reagieren, so wie dein menschlicher Körper das in bestimmten Situationen macht.

Das gilt nicht für die Menschenverwandlung. Die Tatsache, dass du dich so schnell fortbewegen konntest, während du eine Katze warst, suggeriert, dass du möglicherweise eine katzenartige Animagusgestalt oder so etwas Ähnliches hast", sagte sie mit einem warmen Lächeln.

„Wirklich?", fragte Harry überrascht. Er war nicht über die Aussage selber überrascht, mehr über die Tatsache, dass sie diese Schlussfolgerung gezogen hatte. Er war nicht bereit, seine Animagusgestalten bekannt zu machen.

„Natürlich", sagte sie. „ist es nicht gewöhnlich für einen Zauberer oder eine Hexe, überhaupt eine Animagusgestalt zu haben, aber ich denke, du hast das Potential, es zu vollbringen. Deine Leistung heute im Unterricht unterstreicht das nur. Ich habe mehrere Versuche gebraucht, als ich den Zauber das erste Mal gelernt habe, um ihn richtig hinzukriegen, und Verwandlung war immer mein bestes Fach gewesen, wie du dir sicherlich gedacht hast. Sogar Miss Granger schien lange Zeit Probleme gehabt zu haben. Es ist kein einfacher Zauber und doch schienst du keine Schwierigkeiten zu haben. Ich denke, mit dem richtigen Training könntest du die Verwandlung fertigbringen, wenn du bereit bist, die Anstrengungen auf dich zu nehmen."

„Du machst Witze, oder?", fragte Harry, nicht sicher, was er sonst sagen sollte. Was konnte er sagen? Es hörte sich an, als würde sie ihm anbieten, ihm zu helfen, ein Animagus zu werden und er konnte nicht einfach ablehnen. Das wäre verdächtig, ganz zu schweigen von undankbar. Der einzige Weg, den er sah um es zu vermeiden, war, zu gestehen und ihr den Panther zu zeigen, aber er war noch nicht dazu bereit, dieses Geheimnis zu verraten.

„Ich sehe, dass dich das überrascht", sagte sie warmherzig. „Wenn du so weitermachst, würde ich gern, dass du das Training in Erwägung ziehen würdest. Ich wäre gerne bereit, dich durch den Ablauf zu leiten. Ich denke nicht, dass wir vor dem Ende des nächsten Semesters oder dem Beginn des Herbstsemesters im nächsten Jahr beginnen sollten. Ich möchte sichergehen, dass du die Menschenverwandlung vollständig im Griff hast, bevor du überhaupt mit dem Training beginnst."

Harry seufzte erleichtert und lautlos auf. Wenigstens würde er sich nicht heute mit dem Problem beschäftigen müssen. „Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Danke, Prof... Minerva. Ich weiß es zu schätzen." Und das tat er wirklich. Es war schließlich ein sehr großzügiges Angebot.

„Gern geschehen, Harry", erwiderte sie freundlich. „Ich werde nächstes Semester das Thema wieder ansprechen, wenn du weiterhin so viel Potential zeigst. Aber ich möchte nicht, dass du dir zu große Hoffnungen machst. Es ist sehr wahrscheinlich, dass du wirklich eine katzenartige Gestalt hast, aber es ist nicht sicher."

„Das wäre großartig", erwiderte Harry sofort.

„Nun, wenn es nichts anderes mehr ...", begann sie zu sagen, als Harry sie unterbrach.

„Um ehrlich zu sein, habe ich eine weitere Frage. Oder eher eine Bitte, um genau zu sein", sagte Harry vorsichtig.

„Oh?", fragte sie neugierig nach.

„Nun, wie du weißt, wird bald der Ball stattfinden. Nach dem Desaster, welches der letzte Ball gewesen ist, bin ich entschlossen, dieses Mal alles besser zu machen. Ich habe meine Wahl als Partner sofort gefragt. Ron und Hermine gehen zusammen, sie werden sich also hoffentlich nicht wie beim letzten Mal wieder in die Haare kriegen. Damit sind schon mal zwei der drei größten Probleme, die ich vor zwei Jahren hatte, beseitigt", erklärte Harry.

„Und was war die dritte Sache", bohrte sie interessiert nach.

„Ich kann nicht tanzen", sagte ihr Harry verlegen. Sein Gesicht wurde leicht rot, aber er unterdrückte schnell das Gefühl und kämpfte damit, die Röte zu verbergen. Er hatte nur wenig Erfolg.

„Und was hat das mit mir zu tun?", fragte sie ihn.

„Ich hatte mich gefragt, ob du bereit wärst, es mir beizubringen", meinte er hoffnungsvoll.

Sie sah ihn einen Moment lang an, von seiner Bitte überrascht. Niemals in all ihren Jahren, in denen sie unterrichtete, hatte ein Schüler sie um so etwas gebeten. Sie nahm an, dass ihre strenge Contenance die meisten davon abhielt, zu fragen, nicht dass die meisten Schüler überhaupt gefragt hätten. „Du möchtest, dass ich dir beibringe, wie man tanzt", fragte sie ihn etwas ungläubig.

„Ich möchte nicht zur Last fallen", fügte Harry schnell hinzu. „Ich wäre bereit, eine Art Tausch zu machen. Ich habe dieses Jahr gelegentlich für Professor Caldwell Aufsätze verbessert und ich dachte, ich könnte vielleicht im Austausch für den Unterricht einige der Aufsätze der unteren Jahrgänge für dich verbessern". Harry stand auf und wippte unbehaglich auf seinen Fußballen auf und ab.

„Du hast dir wirklich Gedanken gemacht, nicht wahr?", fragte sie nach.

„Ja", sagte er einfach.

Sie dachte darüber nach. Es war eine merkwürdige Bitte, aber nicht unbedingt unangemessen. Nun, da sie darüber nachdachte, wäre es keine schlechte Idee, in kommenden Jahren Tanzstunden anzubieten, wenn sie weiterhin diese Bälle halten würden. Sie blickte zu Harry und erkannte, dass er auf ihre Antwort wartete. Sie wusste, dass Harry viel Vertrauen bewiesen hatte, einfach indem er gefragt hatte. Sie wusste, dass es nicht oft war, dass er die Hilfe eines anderen suchte, besonders die eines Erwachsenen. Und Wärme erfüllte sie bei diesem Gedanken. „Das erscheint mir ein fairer Tausch zu sein", sagte sie ihm schließlich.

„Wirklich?", fragte Harry. „Brillant!" Er streckte seine Faust unterstreichend in die Luft. „Ich möchte dies vor allen geheim halten. Es ist nicht so, dass ich nicht möchte, dass andere wissen, dass ich Unterricht bei dir nehme", fügte er schnell hinzu. „Ich möchte nur alle beim Ball überraschen."

Sie grinste ihn an und sie einigten sich schnell auf einen Terminplan, bei dem sie sich zweimal die Woche jeweils für eine Stunde trafen. Harry dankte ihr dabei die ganze Zeit überschwänglich und schon bald hatten sie ihre erste Stunde. Montags, direkt nach dem Verwandlungsunterricht war für sie beide gut geeignet und es war praktisch, da sie bereits zusammen waren. Professor McGonagall rückte mit einer Zauberstabbewegung die Schreibtische gegen die Wand, um Platz zum Üben frei zu machen.

Sie verschwand für eine Minute in ihr Büro und kam kurz darauf mit einem Zaubererradio in der Hand zurück. Sie stellte es auf ihren Schreibtisch und machte mit ihrem Zauberstab eine Bewegung. Ein Lied begann zu spielen, dass Harry nicht im Geringsten erkannte. Er beobachtete, wie seine Professorin etwas für einen Moment zu erwägen schien, bevor sie nickte und murmelte: „Das wird funktionieren."

Sie ging zu Harry und begann mit den Anweisungen. Sie nahm seinen Arm und legte ihn an ihre Hüfte, während sie ihre eigene Hand an seine Schulter legte. Sie nahm seine freie Hand in ihre und informierte ihn, dass dies die Position für den Standardtanz war. Sie führte ihn sanft durch die verschiedenen Schritte und beide starrten auf ihre Füße, als sie sich im Rhythmus bewegten. Harry tat sein Bestes, nicht auf die Zehen seiner Professorin zu treten und Minerva beobachtete Harrys Füße, um wenn nötig Verbesserungen vorzunehmen.

Ihre Zeit verging schnell, und sie machten Pläne, sich jeden Montag und Freitag direkt vor dem Mittagessen zu treffen, was montags direkt nach dem Unterricht war. Harry ging hinunter in die Große Halle fürs Mittagessen. Seine Freunde wollten, natürlich alles über sein Treffen mit Professor McGonagall hören. „Was hatte Professor McGonagall zu sagen?", fragte Hermine ihn direkt.

„Sie wollte nur darüber reden, wie schnell ich die Menschenverwandlung hinzukriegen scheine", erklärte Harry, als er Essen auf seinen Teller legte. „Wir haben auch über meine HA-Klassen geredet", fügte er nachträglich hinzu.

„Wie hast du den Zauber so schnell hinbekommen?", fragte Hermine sofort nach. „Ich meine, es ist ein ziemlich schwieriger Zauber. Ich verstehe nicht, wie du es bei deinem ersten Versuch gleich hinkriegen konntest."

„Ich weiß nicht, was ich dir sagen soll", erwiderte Harry, als er eine Gabel voll Rindfleisch-Nierenpastete in seinen Mund schob. „Einfach Glück gehabt, schätze ich."

Hermine schnaubte.

„Was ist das Problem, Hermine?", fragte Neville. „Er hat es wirklich beim ersten Versuch hingekriegt. Ich sollte es wissen, da ich derjenige war, den er verzaubert hat. Er hat mir sogar mit dem Zauberspruch geholfen. Ich habe es beinahe selbst geschafft."

„Du wirst es hinkriegen, Kumpel", ermutigte Harry ihn. „Du hattest es beinahe. Ich wette, du wirst es in der nächsten Stunde hinkriegen."

„Du nimmst an, dass es das erste Mal war, dass er versucht hat, den Zauber anzuwenden", schnauzte Hermine ihn an.

Nevilles Augen wurden bei Hermines Tonfall größer, aber anstandshalber musste man sagen, dass er sich nicht einschüchtern ließ. Stattdessen wandte er sich zu Harry und fragte: „War es das erste Mal, dass du den Zauber versucht hast?"

Harry nickte. „Ja, war es", sagte er nur.

„Siehst du", fuhr Neville an Hermine gewandt fort. „Er hat es bei seinem ersten Versuch geschafft."

Merkwürdigerweise schien das Hermine nicht zu besänftigen: „Unsinn. Das ist unmöglich. Ich wette, dass nicht einmal Professor McGonagall den Zauber bei ihrem ersten Versuch gemeistert hatte. Er ist unglaublich komplex und Harry hat niemals viel Talent für Verwandlung gezeigt."

„Das ist nicht wahr", unterbrach Neville. „Das ganze Semester schon ist er einer der ersten, die den Zauber hinbekommen."

Harry schaute zwischen den beiden hin und her, als sie weiter über ihn diskutierten als sei er gar nicht da. Er war dankbar für Nevilles Einmischung und er wurde es langsam leid, sich gegenüber Hermine immer verteidigen zu müssen. Er bemerkte, dass Rons Augen ebenfalls zwischen den beiden hin und her wanderten, auch wenn Harry nicht sagen konnte, wem er insgeheim Recht gab.

„Was bedeutet, dass die heutigen Geschehnisse nur einer der vielen Merkwürdigkeiten sind, für die Harry geradestehen muss", folgerte Hermine.

„Entschuldigung?", fragte Harry nach, während Neville fragte: „Und wieso sollte Harry für irgendetwas "geradestehen"?"

Hermine antwortete nicht, sondern stöhnte nur frustriert auf, während sie von ihrem Platz aufstand und aus der großen Halle stürmte. Ron stand langsam von seinem Sitz auf. Er schaute zu Harry, dann zu Neville und wieder zu Harry. Er sah so aus, als würde er etwas sagen wollen, aber nicht wusste, was. Stattdessen schüttelte er nur den Kopf, zuckte mit den Schultern und folgte Hermine.

Neville wandte sich zu Harry: „Was ist denn mit ihr los?"

Harry zuckte mit den Schultern, „Ich weiß es nicht", erwiderte Harry. Und es war wahr. Er wusste wirklich nicht, warum sie so eine große Sache aus der Tatsache machte, dass er einen Zauber beim ersten Versuch gemeistert hatte. Er wusste, dass sie immer die Beste und die erste sein wollte, die jeden Zauber meisterte, aber er glaubte wirklich nicht, dass sie es so weit treiben würde. Es musste etwas anderes geben, wenn er nur die geringste Ahnung hätte was es war.

„Danke, dass du dich für mich eingesetzt hast, Kumpel", sagte er schließlich zu Neville.

„Nicht der Rede wert", sagte Neville einfach. „Dafür sind Freunde da."

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Die Woche danach verging relativ normal, auch wenn die Dinge zwischen Harry, Ron und Hermine angespannt waren. Es gab jedoch keine weiteren Streitereien wie am Montag während des Mittagessens. Harry verbrachte eine Menge Zeit damit, die Karte der Rumtreiber zu studieren und in der Bücherei Nachforschungen anzustellen.

Er hatte sich einige Male mit Ginny in der Bücherei getroffen, um einige Zaubersprüche für die Karte herauszusuchen und zu besprechen, was sie für die Streiche wissen mussten. Sie beschlossen, dass es das Beste wäre, wenn Harry die ganzen Zauber zauberstablos ausführen würde, um sicherzustellen, dass ihnen nichts nachgewiesen werden konnte. Während Ginny also die meisten Nachforschungen über die Zaubersprüche, die sie in den Streichen verwenden würden, anstellte, zeigte sie ihm dann, was sie gefunden hatte und machte ein paar Notizen, um ihn zu helfen, sich zu erinnern.

Sie saßen nebeneinander an einem Tisch, während sie ihre jeweiligen Bücher studierten. Immer wieder fragte Ginny ihn, was er las, aber er wollte nichts verraten. Er sagte ihr nur, dass er eine Idee hatte, die eine enorme Hilfe für ihr ...Projekt sein würde. Das schien ihre Aufregung nur noch zu steigern und sie zu ermuntern, ihm noch mehr in den Ohren zu liegen, aber er blieb standhaft, wissend, dass die Überraschung es wert sein würde.

Donnerstagabend kam und damit Harrys wöchentliche Okklumentikstunde mit Professor Dumbledore.

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Albus Dumbledore war ein Mann, der nicht oft überrascht wurde. Nach über 150 Jahren Lebenserfahrung hatte er mehr gesehen als die meisten und wusste oft, was in jeder Situation zu erwarten war. Er mochte es, von sich selber als weise zu denken, dank seinen vielen Jahren der Lebenserfahrung, aber mochte es auch, zu denken, dass er noch nicht seine jugendliche Lebenskraft verloren hatte. Es geschah nicht oft, dass er die Chance hatte, sich zu duellieren, aber er konnte, wenn die Situation es erforderte, so schnell wie diejenigen sein, die halb so alt waren wie er.

Es gab jedoch einen Jungen, der ihn oft überraschte. Dieser Junge hatte in seinem kurzen Leben mehr erlebt als viele Erwachsene und doch gab er nicht auf. Es schien, als würde jedes Jahr eine neue Überraschung für diesen außergewöhnlichen Jungen bereithalten. Die letzte Überraschung war erst letztes Wochenende geschehen. Die junge Ginevra Weasley war von ihrem Besen gestoßen worden und der Junge war schneller als er zur Rettung geeilt. Nicht nur das, aber in der Vergangenheit war er nicht in der Lage gewesen gleiche Situationen so effektiv zu handhaben wie es der Junge getan hatte.

Albus betrachtete sich als einer der schnellsten mit dem Zauberstab, die derzeit am Leben waren. Nicht viele konnten schneller als er zaubern. Anscheinend war Harry Potter einer der wenigen. Nicht nur hatte Harry schneller reagiert, aber er hatte auch Miss Weasleys Fall aufhalten können ohne ihr Schaden zuzufügen. Eine beeindruckende Leistung, egal wie man es betrachtete und eine, über die er seitdem nachdachte. Vielleicht würde er heute Nacht Antworten erhalten.

In seiner Suche nach Antworten war er so weit gegangen und hatte mehrmals seine Erinnerung an das Geschehnis in seinem Denkarium angeschaut. Harry war jedoch so weit weg, dass es unmöglich war ihn klar zu sehen. Weit weg und das Bild, das die Erinnerung kreierte, war bestenfalls verschwommen. Ohne seine Erinnerung, die ihm helfen konnte, hatte er keine andere Wahl als direkt zur Quelle zu gehen. Vielleicht konnte Harry Licht ins Dunkel bringen und sagen, wie er es hinbekommen hatte. Und er kam gerade die Treppen hoch.

„Komm herein, Harry", rief er aus, als der Junge sich der Tür näherte. Er schaute zu, wie Harry die Tür öffnete und den Raum betrat. Er ging, wie es seine Gewohnheit war, sofort zu Fawkes Sitzstange.

„Hallo Fawkes, Professor Dumbledore", grüßte der Junge, während er Fawkes streichelte.

„Guten Abend, Harry", erwiderte er freundlich. „Wie geht es dir heute Abend?"

„Ziemlich gut, danke. Und Ihnen?"

„Wunderbar", war Dumbledores Antwort, als Harry zu dem Sessel vor seinem Schreibtisch ging.

„Das war ein interessantes Spiel letzten Samstag", sagte er wie nebenbei und beobachtete, ob der Junge eine Reaktion zeigte.

„Das war es sicherlich", erwiderte Harry unerschüttert. Nichts in seinem Verhalten wies darauf hin, dass er starke Gefühle über das Konversationsthema hegte. Angesichts der Geschehnisse während des Spiels war das ziemlich überraschend.

„Miss Weasley scheint eine mehr als adäquate Vertretung für dich zu sein", fuhr er im Plauderton fort.

Das entlockte dem Jungen ein Grinsen: „Sie haben so Recht! Ich habe nur Glück, dass sie es vorzieht, Jäger zu sein."

„So so", erwiderte der Schulleiter und versteckte sein Vergnügen nicht. „Es war dennoch nicht ihr Fang, der an dem Tag die meiste Aufmerksamkeit erregte", steuerte er die Unterhaltung in der Hoffnung, mehr über Harrys großen Fang herausfinden zu können.

„Ich schätze nicht", stimmte Harry zu. Seine Stimme und sein Verhalten verrieten nichts über seine Gefühle, aber in seinen Augen blitzte kurz etwas auf. Es verschwand so schnell wieder, dass Dumbledore nicht in der Lage war, es zu identifizieren.

„Sag mir", fuhr er fort. „Wie kam es, dass du Miss Weasley fangen konntest?"

„Ehrlich?", fragte Harry. „Es war nicht wirklich eine bewusste Entscheidung. Ich habe Malfoy gerade bevor er sie traf im Blick gehabt und ich wusste einfach, was er vorhatte. Also habe ich reagiert. Ich habe meinen Zauberstab immer in einem Armhalfter bei mir, es war also nur eine Handgelenkbewegung und ich warf den Zauber, bevor ich richtig registrierte, was ich überhaupt tat", erklärte Harry mit einem Schulterzucken.

Der Schulleiter blieb einen kurzen Moment stumm, während er über die Antwort des Jungen nachdachte. Es machte Sinn, aber etwas in der Erklärung machte ihn stutzig. Nicht, dass der Junge unbedingt log, aber etwas in der Erklärung fehlte, absichtlich oder auch nicht. Er fragte beinahe, ob er Harrys Erinnerung sehen könnte, aber wollte es nicht so aussehen lassen, als würde er dem Jungen nicht vertrauen. „Ich habe mich darüber gewundert. Deine Reaktion war so schnell, dass es kaum eine Erklärung dafür gab, außer dass du es zuvor bemerkt hast. Unnötig zu sagen, dass du mit einer bemerkenswerten Geschwindigkeit gehandelt und ausgezeichnete Magie gezeigt hast. Ich denke, 25 Punkte für Gryffindor sind angebracht", sagte er voller Wärme.

„Danke, Sir", erwiderte Harry genauso freundlich.

„Nun denn, sollen wir uns dem Unterricht zuwenden?", fragte er.

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Der Unterricht verlief sehr gut. Harry bemerkte, dass es ihm mit jeder Unterrichtsstunde leichter fiel, die Attacken des Schulleiters abzuwehren. Er war zuversichtlich, dass er bald in der Lage sein würde, die Angriffe abzuhalten, ohne dass jemals jemand in seinen Geist eindringen konnte. Wenn er kein Meisterlegilimentiker wäre, wäre es schon jetzt unmöglich für Dumbledore, Harrys Gedanken zu betreten.

Nach dem Ende des Unterrichts dachte er über Dumbledores Fragen über seinen Fang von Ginny nach. Er hatte sich zuvor keine Coverstory ausgedacht, aber er war der Meinung, dass die, die er Dumbledore erzählt hatte, glaubhaft und dem am ähnlichsten war, was der Schulleiter bereits gedacht hatte. Er konnte dennoch einen leisen Zweifel nicht unterdrücken. Dumbledore hatte so ausgesehen, als würde er ihn noch etwas fragen wollen, sich aber zurückgehalten hatte. Harry entschied, dass es nichts brachte, weiter darüber nachzudenken, da er nicht ändern konnte, was passiert war.

Am nächsten Tag traf Harry sich wieder mit Professor McGonagall für den Tanzunterricht. Die Stunde verging so ähnlich wie die vorherige. Sie übten noch immer die Grundschritte und schauten auf Harrys Füße, um sicherzugehen, dass er die Schritte richtig ausführte. Sie brachte ihm die Schritte für mehrere Tänze bei. Sie gingen mehrere Standardtänze durch, darunter den Walzer und den Foxtrott.

Harry verbrachte den Großteil des Freitagabends in seinem Büro und versuchte sein Kartenprojekt abzuschließen. Er hatte in dieser Woche ausführlich die Karte der Rumtreiber studiert und hatte dabei sein neues Wissen der Magie verwendet, um die Magie, die in der Karte war, zu fühlen. Das, zusammen mit seinen Gesprächen mit Sirius, erlaubte ihm, herauszufinden, was benutzt worden war, um die Karte zu kreieren. Einige Nachforschungen und Anpassungen später hatte Harry eine neue und verbesserte Karte kreiert. Er konnte es nicht erwarten, sie Ginny zu zeigen. Sie wollten sich am nächsten Morgen treffen, um ihre Pläne auszuführen.

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Wie es ihre Gewohnheit war, trafen sie sich in Harrys Büro, um sich zu besprechen, bevor sie sich auf den Weg machte, im Schloss umher zu gehen.

„Also, hast du die Karte gemacht?", fragte Ginny ihn, sobald die Tür sich hinter ihr geschlossen hatte.

Harry grinste und schaute sie amüsiert an.

„Worüber lachst du?", fragte sie ihn. „Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, dass du irgendetwas vorhast."

„So könnte man es formulieren", erwiderte Harry. „Nachdem ich gehört hatte, was du vorhast, hatte ich eine Idee", erklärte Harry.

„Nun, was war deine Idee?", fragte Ginny sofort.

„Du hast gesagt, dass du eine Karte haben möchtest, mit der man einfach nachverfolgen kann, welche Streiche wir aufbauen und wo", antwortete Harry. Ginny nickte ungeduldig. „Nun, ich dachte, ich würde einen Schritt weitergehen. Mit manchen deiner Ideen würde es mehr geben, dass man nachverfolgen könnte als nur, wo du die Zauber errichtet hast. Wenn du möchtest, dass seine Roben jedes dritte Mal kaputt gehen, wenn er auf die fünfte Stufe einer Treppe tritt, wäre es nicht hilfreich, nicht nur zu wissen, wo der Streich gelegt worden ist, sondern auch, wie oft er auf diese besondere Stufe getreten ist?"

Ginny nickte eifrig. „Das wäre praktisch", meinte sie.

„Das dachte ich auch", stimmte Harry zu. „Ich habe über letzten Montag nachgedacht und wie ich dir geholfen habe, die Magie für die Animagusverwandlung zu fühlen und ich habe mich gefragt, ob dasselbe Konzept in einem anderen Kontext verwendet werden kann. Also habe ich die Karte der Rumtreiber genommen und sie studiert. Ich habe versucht, die Magie zu fühlen, die verwendet worden ist, um sie zu kreieren und es hat funktioniert: Ich konnte es wirklich fühlen. Etwas durcheinander, weil so viele Zauber benutzt wurden, aber ich habe es schließlich geschafft, es herauszufinden. Ich habe einige unterstützende Nachforschungen angestellt und ich war in der Lage, eine weitere Karte der Rumtreiber mit einigen zusätzlichen Extras zu erstellen."

„Das ist unglaublich, Harry", schwärmte Ginny. „Das ist doch sicherlich unglaublich fortgeschrittene Magie."

Harry zuckte mit den Schultern, auch wenn er stolz auf sich und seine Leistung war.

„Was kann deine Karte also tun?", wollte Ginny begierig wissen.

„Nun, sie hat zwei Erscheinungsformen, beide werden mit unterschiedlichen Sätzen freigeschaltet. Die erste ist identisch zu der jetzigen Karte der Rumtreiber. Sie zeigt dir, wo jeder im Schloss ist. Die zweite ist dazu da, um die Streiche im Auge behalten zu können. Sie kann zeigen, für wen der Streich gedacht ist, wann dies spezifisch ist, gibt eine kurze Beschreibung, was der Streich auslöst und zeigt natürlich, wo er auf der Karte ist. Es werden auch alle zusätzlichen Details des Streiches beobachtet, wie beispielsweise wie oft auf eine Treppenstufe getreten worden ist."

Ginnys Mund hing offen: „Du hast all das getan?"

Er nickte.

Ginny starrte ihn einen langen Moment nur an und ließ Harry sich damit zunehmend unwohl fühlen, bis sie wieder sprach: „Wie funktioniert es?"

Harry ging an die Seite seines Schreibtisches und legte ein großes, eingerahmtes Bild des Gryffindor-Gemeinschaftsraumes auf den Tisch. Im Vordergrund konnte man Ron sehen, wie er ein Schachspiel vorbereitete und dabei immer wieder verstohlen zu Hermine schaute, die ihre Bücher um sich herum verteilt hatte. Harry und Ginny saßen währenddessen auf einem der Sofas und redeten mit Neville. Es war eine großartige Momentaufnahme des Lebens im Gryffindor-Turm, was einer der Gründe war, warum Harry es aus den vielen, die Colin ihm gezeigt hatte, ausgewählt hatte. Harry deutete auf das Bild und sagte: „Klopfe mit deinem Zauberstab auf das Bild und sag: Ich schwöre feierlich, dass ich ein Tunichtgut bin".

Als sie genau das tat, passierte nichts. Sie schaute verwirrt zu Harry. „Gut, zumindest dieser Teil funktioniert", meinte dieser. „Ich habe das, was ich über Schutzzauber gelernt habe, verwendet und eine zusätzliche Sicherheitsfunktion mit eingebaut. Nur jemand, den ich zur Karte hinzufüge, wird in der Lage sein, sie zu benutzen. Hier, ich füge dich jetzt hinzu", sagte er und trat zu ihr. Er hielt seine rechte Hand über das Bild und sagte: „Ich, Harry James Potter, schwöre feierlich, dass Ginevra Molly Weasley ein Tunichtgut ist."

Das Bild leuchtete blau auf und Harry gab es ihr wieder zurück. „Versuch es noch einmal."

Sie tat genau das und sah voller Bewunderung, wie das Bild verschwand und Hogwarts vor ihr erschien. Ihre Augen suchten sofort ihren eigenen Namen und Harrys. Sie fand beide in Harrys Büro. Ron und Hermine waren im Gemeinschaftsraum. Neville war zusammen mit Hannah Abbott draußen in einem der Gewächshäuser. Sie konnte nicht anders als zu grinsen, als sie die beiden zusammen sah. Sie schaute zu Harry: „Das ist brillant."

„Du hast die zweite Funktion noch nicht gesehen", sagte Harry ihr. „Klopf mit deinem Zauberstab noch einmal auf die Karte und sag: „Ich schwöre feierlich, dass ich zahlreiche Streiche geplant habe."

Sie tat dies. Nach einem Moment schaute sie zu Harry: „Ich sehe keinen Unterschied."

„Guck zu meiner Bürotür", schlug Harry amüsiert vor.

Sie tat das. Dort stand geschrieben: "Schwarzes-Haar-Zauber. Ginevra Weasley. Ausgelöst alle: 1 Mal(e) Anzahl: 1." Ihre Augen wurden größer und sie sah hoch zu Harry: „Was?"

Während sie auf die Karte geschaut hatte, hatte Harry einen Handspiegel heraufbeschworen, welchen er ihr nun gab. Ihr Mund klappte herunter. Aus dem Spiegel schaute ihr ein sommersprossiges Mädchen mit ihrem Gesicht, ihren Augen, aber definitiv nicht ihren Haaren entgegen. Ihre feuerroten Locken waren verschwunden. Stattdessen hatte sie pechschwarze Haare. „Überraschung!", rief Harry gutgelaunt.

„Harry James Potter," schrie sie, bevor sie mit etwas ruhigerer Stimme hinzufügte: „Ich weiß nicht, ob ich dich schlagen oder küssen soll."

„Du magst es also?", fragte er zögernd.

„Mögen?", fragte sie ungläubig. „Machst du Witze? Das ist absolut brillant. Ich liebe es!"

„Gut", erwiderte Harry zufrieden.

„Und was mein Haar angeht", fuhr Ginny mit etwas schärferer Stimme fort. „Wird der Zauber besser innerhalb der nächsten fünf Sekunden entfernt, außer du willst die nächsten fünf Minuten Flederwichte um dich herumfliegen haben."

Harry grinste. „Wie du befiehlst", sagte er mit einer Handbewegung. Als sie wieder in den Spiegel schaute, war ihr rotes Haar in all seiner Pracht wieder vorhanden. „Ich mag es so sowieso lieber", meinte Harry.

„Nun, gut", antwortete Ginny. „denn ich habe vor, diese Farbe zu behalten, vielen Dank auch. Nun, wenn du fertig damit bist, mir Streiche zu spielen-." Sie hielt inne um Harry in die Augen zu schauen, der amüsiert nickte. „-Sollen wir dann beginnen?"

„Ich dachte, du würdest nie mehr fragen", erwiderte Harry.

Die beiden gingen los in die Flure Hogwarts, entschlossen, Malfoy den Tag bereuen zu lassen, an dem er versucht hatte, Ginny zu verletzen. Wenigstens würde er es, wenn er jemals herausfinden würde, warum ihm all die schrecklichen Dinge passierten. Sie verbrachten den Großteil des Tages lachend, während sie sich Malfoys Reaktion angesichts all der Streiche vorstellten, die sie vorbereiteten.

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Am nächsten Tag ließ Harry seine FHA, dass Duellieren in einer Situation üben, in der man mehreren Gegnern gegenüberstand. Er hatte nicht vor, sie eine Situation simulieren zu lassen, wo es zehn gegen einen stand, aber er ließ sie üben, sich zu behaupten, zu überleben, wenn es zwei oder drei gegen einen war. Er erwartete nicht, dass sie alle solche Duelle gewannen, aber wenn sie vorbereitet waren, würden sie vielleicht solange ausharren können, bis Hilfe eintraf. Das war zumindest seine Hoffnung.

Harrys Tanzstunden wurden am Montag fortgeführt. Professor McGonagall brachte ihm am Anfang der Stunde einen neuen Tanzschritt bei. Den Rest der Stunde verbrachten sie damit, die Grundschritte zu wiederholen und sie arbeiteten daran, dass Harry tanzen konnte, während er sich auf seine Partnerin konzentrierte, statt auf seine Füße.

„Du musst in der Lage sein, eine Unterhaltung zu führen wenn du tanzt", erklärte sie ihm. „Wenn du den gesamten Abend damit verbringst, auf deine Füße zu starren, wirst du vielleicht gut genug tanzen, aber deine Verabredung wird unglaublich gelangweilt sein, wenn sie niemanden hat, mit dem sie reden kann."

„Okay," stimmte Harry zu.

„Es ist auch wichtig, während des Tanzens Augenkontakt zu halten. Du kannst nicht die ganze Zeit deine Füße begutachten", fuhr sie fort, während sie durch den Raum tanzten. „Du musst nicht die ganze Zeit deine Partnerin anstarren, aber es ist wichtig, dass du ihr besonders viel Aufmerksamkeit schenkst. Du kannst zu anderen Paaren schauen, aber starr nicht."

„Okay", sagte Harry, während er sich auf das, was sie sagte und auf das Tanzen konzentrierte.

„Also, Harry, wie läuft es mit deinem HA-Unterricht", fragte sie ihn.

„Ähm ... ganz gut, schätze ich", erwiderte er abgelenkt.

„Komm schon, Harry. Das kannst du besser. Du musst lernen, zu tanzen, ohne dich darauf zu konzentrieren. Wenn ich mit dir fertig bin, solltest du in der Lage sein, eine vollständige Unterhaltung während eines Tanzes zu halten. Und jetzt ist die Zeit, um anzufangen, zu üben", instruierte sie und man konnte ein wenig ihrer gewöhnlichen strengen Haltung sehen.

Die Wandlung in seiner strengen Hauslehrerin während dieser Unterrichtsstunden waren eine richtige Offenbarung für Harry. Sie hatten sich anfang des Semesters einige Male privat getroffen und sie war in diesen Treffen viel entspannter gewesen, aber sie so regelmäßig außerhalb des Klassenraums zu sehen war eine ganz andere Geschichte. Sie verlor ihre strenge Fassade und ging richtig aus sich heraus. Sie lächelte und ihr Tonfall war ein ganz anderer als der, den sie sonst in Gegenwart der Schülerschaft hatte.

Sie war geduldig mit ihm und freundlich. Sie wurde nicht wütend, wenn Harry gelegentlich einen Fehltritt tat und ihr daher auf die Zehen trat. Harry war nur dankbar, dass dies nur selten geschah, da er ihre Geduld in dieser Hinsicht nicht strapazieren wollte. Aber wenn es passierte, nahm sie es gelassen und winkte Harrys Entschuldigungen ab. Es geschah nur gelegentlich, dass Harry die Frau, der er normalerweise im Klassenzimmer gegenübersaß, sah.

„Der Unterricht verläuft gut", sagte Harry unbehaglich, seine Konzentration zwischen seinen Schritten und seinen Worten hin - und hergerissen. „Es gab in letzter Zeit nicht viele Kabbeleien zwischen den Häusern. Ich glaube nicht, dass es ist, weil sie sich jetzt verstehen. Ich glaube, es liegt eher daran, dass sie wissen, dass ich sie bestrafen würde, wenn sie es auch nur versuchen würden."

„Ja, ich muss sagen, dass du die Situation, die ich beobachtet habe, sehr gut gehandhabt hast", meinte McGonagall. „Mr. Weasley schien der Meinung zu sein, dass er damit davonkommen würde. Ich denke, du hast ihn recht schnell eines Besseren belehrt, wenn auch ein wenig provokativ."

„Ron kann gelegentlich ein wenig schwer von Begriff sein und er hat ein hitziges Temperament, vor allem, wenn man ihn einfach machen lässt. Aber er ist auch schnell peinlich berührt. Der beste Weg, ihn dazu zu bringen, mit dem aufzuhören, was er tat, war, negative Aufmerksamkeit auf ihn zu lenken. Er wird so etwas nicht so schnell wiederholen, wenn er denkt, dass er deswegen in eine peinliche Situation gerät. Er war nach dem Zwischenfall ein paar Tage lang sauer auf mich, hat es aber überwunden.", erklärte Harry. Er wurde lockerer, während er mit seiner Erklärung fortfuhr. Er war nicht mehr so abgehakt in seinen Bewegungen und er schaute nicht mehr die meiste Zeit auf seine Füße.

„Ich würde sagen, dass ist eine passende Einschätzung deines Freundes, wenn auch eine etwas negative. Hattest du ein schlechtes Gewissen, Mr. Weasley so konfrontiert zu haben?", fragte sie ihn.

„Überraschenderweise nein", sagte Harry. „Ich meine, er war derjenige, der versucht hat, mich auszunutzen, indem er während meines Unterrichtes auf anderen herumgehackt hat und dachte, er würde damit durchkommen. Er hat mich in eine unangenehme Lage gebracht. Wenn, dann sollte er sich schlecht fühlen, mich überhaupt in eine solche Situation gebracht zu haben." Harry machte sich überhaupt keine Mühe mehr, auf seine Füße zu schauen, da er so in ihrer Unterhaltung gefangen war.

„Das ist sehr reif von dir, dass - Autsch!", rief sie aus, als Harry auf ihre Zehen trat.

„Oh, es tut mir leid, Professor" entschuldigte Harry sich eilig und ließ sie sofort los.

„Unsinn, Harry", sagte sie ihm und hielt seine Schulter und Hand fest im Griff. „Du machst dich gut. Wir haben mehrere Minuten lang geredet und du hast fehlerlos getanzt. Ein kleiner Schnitzer hier und da ist nichts, über das man sich Sorgen machen muss. Wenn es während des Balles passiert, musst du lernen, die Dinge graziöser handzuhaben. Entschuldige dich bei deiner Partnerin, stelle sicher, dass es ihr gut geht und tanze dann weiter. Du willst keine Szene machen, verstanden?", fragte sie ihn und forderte ihn mit ihren Händen und Füßen auf, wieder zu tanzen.

„Ja Professor", erwiderte Harry und begann wieder zu tanzen, sein Blick huschte dabei zwischen seinen Füßen und seiner Tanzpartnerin hin und her.

„Du weißt, du sollst mich Minerva nennen, wenn wir unter uns sind", korrigierte sie ihn freundlich.

Harry schaute hoch und lächelte sie an: „Es ist noch immer merkwürdig, dich so zu nennen."

„Du sagtest, Remus Lupin hätte dich gebeten, ihn bei seinem Vornamen zu nennen, nicht wahr?", fragte sie nach.

„Ja, und selbst da hat es eine Weile gedauert, bis ich mich daran gewöhnt hatte, aber er ist nicht mehr mein Professor. Und ich muss nicht immer zwischen Professor und Remus hin-und her wechseln. Er war auch - wie Sirius - einer der besten Freunde meines Vaters. Es scheint nur natürlicher zu sein, dass unsere Beziehung nicht so förmlich ist", versuchte Harry zu erklären.

„Ich verstehe", sagte sie ihm. „Dein Vater und seine Freunde hatten ebenfalls Schwierigkeiten mit der Umstellung, nachdem sie nach ihrem Abschluss dem Orden beigetreten sind. Sie waren zu der Zeit älter als du und ich war jünger. Du wirst dich mit der Zeit daran gewöhnen."

„Ich nehme dich beim Wort", sagte Harry mit einem Lächeln.

Das besprochen lenkte sie ihre Unterhaltung wieder zurück zu Ron: „Haben du und Mr. Weasley eure Differenzen beseitigt?"

„Etwas", erwiderte Harry. „Wir haben jetzt alles offen gelegt, aber die Dinge werden nicht einfach zurück zur Tagesordnung gehen. Nicht nach allem, was er getan hat."

„Ich kann nicht sagen, dass ich überrascht bin, dich das sagen zu hören. Ich war ziemlich geschockt, als ich erfahren habe, dass du aus dem Team genommen wurdest. Ich habe mit Mr. Weasley darüber geredet und er hat behauptet, dass du dich geweigert hast, zum Training zu gehen. Ich dachte, die Behauptung wäre fadenscheinig, aber da du mit der Angelegenheit nicht zu mir gekommen bist, gab es wenig, dass ich tun konnte."

„Ich hätte dich wahrscheinlich informieren sollen", überlegte Harry laut. „Ich habe aber ehrlich nicht daran gedacht. Das Team ist Rons. Ich habe daher seine Entscheidung akzeptiert."

„Mr. Weasley ist der Teamkapitän, weil du mein Angebot abgelehnt und ihn vorgeschlagen hast", korrigierte McGonagall ihn. „Das Team gehört Gryffindor, nicht nur Mr. Weasley. Es ist seine Aufgabe, im Auftrag des Hauses das Beste für das Team zu tun, und es ist offensichtlich, dass Mr. Weasley für den Job nicht geeignet ist. Ich habe mit deinen Teamkameraden geredet und aufgrund ihrer Kommentare bin ich der Meinung, dass du der ideale Kandidat für den Job bist. Ich habe mich gefragt, ob du es dir vielleicht noch mal überlegen würdest."

Harry seufzte: „Ich habe einfach nicht die Zeit dafür. Wenn alles, was ich machen müsste wäre, zum Training aufzutauchen und die anderen zu motivieren, würde ich es annehmen. Aber ich habe keine Zeit, Strategien oder Trainingspläne auszuarbeiten oder ähnliches."

Es war nun an McGonagall, zu seufzen: „Wenn ich Mr. Weasley davon überzeugen kann, in dieser Kapazität weiterzumachen, würdest du es dir dann noch einmal überlegen?"

„Du meinst so etwas wie ein Kokapitän sein?", fragte Harry.

„So etwas in der Art", erklärte sie. „Er wäre für die Ausarbeitung und das Vermitteln von neuen Strategien sowie für das Training verantwortlich. Du wärst mehr für die verwaltenden Aufgaben verantwortlich. Du wärst für die Spieler verantwortlich, würdest mit ihnen reden, sie aufmuntern, Motivationsreden halten und derjenige sein, der während des Spiels die Verantwortung übernimmt."

„Ich schätze, das könnte ich tun", erwiderte Harry nachdenklich.

„Exzellent. Ich werde einen Termin für uns drei finden, um darüber zu reden. Danach könnt ihr beide das Team über die Veränderung informieren", sagte sie ihm.

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In dieser Nacht war wieder Vollmond, was der Grund war, warum Harry sich aus dem Schloss in den Tunnel unter der Peitschenden Weide schlich. Natürlich entdeckte ihn niemand, da er in seiner Eulengestalt direkt zum Tunnel flog und er mit seinem Tarnumhang in die Eulerei geschlichen war.

Remus wartete in der Heulenden Hütte auf ihn, als Harry seinen Kopf durch die Falltür steckte. „Hallo Harry", begrüßte ihn der Werwolf mit einem müden Lächeln, während er eine Hand helfend zu Harry ausstreckte.

Harry packte die dargebotene Hand und kletterte in den Raum. „ Es ist gut, dich zu sehen, Remus", erwiderte er.

„Dich ebenfalls", antwortete Remus. „Wie geht es dir?"

Harry zuckte mit den Schultern: „Insgesamt ziemlich gut."

„Wirklich?", fragte Remus. „Von dem, was ich gehört habe, solltest du ziemlich wütend sein." Harry zog als Antwort nur eine Augenbraue hoch. „Wir haben von Ron und der Sache mit dem Quidditchteam gehört", holte Remus erklärend aus und ließ sich auf einem ausgesessenen hölzernen Stuhl nieder. „Ich sollte dir vielleicht sagen, dass Molly nicht begeistert war, als sie hörte, was Ron getan hat."

Harry konnte nicht anders als bei der Vorstellung einer entrüsteten Mrs. Weasley,, die Ron anschrie, zu lächeln. Remus redete weiter: „Sie war schon bereit, ihm einen Heuler zu schicken, bis Arthur sie davon überzeugen konnte, dass es dich höchstwahrscheinlich im gleichen Maße in Verlegenheit bringen würde wie Ron. Es war außerdem nicht an uns, den Streit zu schlichten."

Harry nickte: „Danke. Ich weiß das zu schätzen und Mrs. Weasleys Absichten ebenfalls, auch wenn ich auf jeden Fall froh bin, um den Heuler herumgekommen zu sein. Wie hast du überhaupt davon gehört?"

„Nun", sagte Remus mit einem kleinen Lächeln. „Sie mussten Arthur und Molly über Ginnys Sturz berichten. Als ihnen erklärt wurde, dass du es warst, der sie auf die Tribüne und damit in Sicherheit gebracht hast, kam irgendwann die Frage auf, was du auf der Tribüne gemacht hast. Unnötig zu sagen, dass Molly in dem Moment sehr zufrieden mit dir war. Als sie dann hörte, dass Ron dich aus dem Team geschmissen hat, war sie ziemlich ..."

„... aufgebracht?", bot Harry an.

Remus lachte kurz auf. „Ich denke, dass beschreibt es ganz gut, ja. Also, mit diesen ganzen Geschehnissen, Lust mir mitzuteilen wie es sein kann, dass es dir so gut geht?"

Harry zuckte mit den Schultern. „Ich weiß es nicht. Ich habe Ginny.", sagte er, als würde das alles erklären. „Und auch Neville. Im Moment ist es nicht einfach mit Ron und auch nicht mit Hermine, aber ich bin so beschäftigt gewesen, dass ich gar nicht viel Zeit hatte, mir darüber Gedanken zu machen. Die HA läuft großartig. Die Schule ebenfalls. Bald ist wieder ein Hogsmeade-Wochenende ..." Harry zuckte hilflos mit den Schultern. „Ich weiß nicht. Ich schätze, es gibt genug Gründe, um sich schlecht zu fühlen, aber ich würde lieber nicht niedergeschlagen sein und ich konzentriere mich daher lieber auf die guten Dinge."

Remus nickte verständnisvoll. „Das ist gut, Harry. Nicht viele können das - sich auf das Gute im Leben konzentrieren - besonders im Angesicht von allem, was gerade passiert. Ich bin froh, dass du trotz allem etwas Zufriedenheit findest."

Harry zuckte zusammen, als Remus sich plötzlich verspannte.

„Ich denke, es ist besser, wenn du dich jetzt verwandelst, Harry", sagte er einen Augenblick später.

Gleich darauf stand an Harrys Platz ein schwarzer Panther. Er sah betrübt zu, wie sein Freund die langsame und schmerzhafte Verwandlung in einen Werwolf durchlief. Harry verbrachte den Rest der Nacht mit Remus spielend und ihm Gesellschaft leistend.

Als er am nächsten morgen früh aufwachte, verabschiedete Harry sich schnell von Remus und ging zurück in das Schloss. Statt sich auf den Weg in den Gryffindor-Turm zu machen, ging Harry in sein Büro. Er nahm an, dass alle nun so daran gewöhnt waren, dass er nicht da war, wenn sie aufwachten, dass es auffallen würde, wenn er jeden Morgen nach dem Vollmond länger schlafen würde, vor allem, wenn Hermine davon hören würde.

Also hatte Harry die Idee, einen seiner Räume in seinem Koffer zu verwenden. Er stieg in seinen Koffer hinein und ging sofort zum Schlafzimmer, wo er müde ins Bett hineinfiel. Er schlief, bis es beinahe Zeit fürs Frühstück war, was ihm genug Zeit ließ, um zu duschen und sich anzuziehen, bevor er zur großen Halle ging.

Nachdem er einen langweiligen VgdDK-Vortrag und einen frustrierenden Zaubertränkeunterricht hinter sich gebracht hatte, traf Harry sich vor dem Mittagessen mit Ginny, um mit ihrem Animagustraining fortzufahren. Er erzählte ihr von der Nacht mit Remus und alles, was der Mann ihm von der Reaktion ihrer Mutter berichtet hatte. Sie sahen auf ihrer Streichekarte, welche sie neben seinem Besen an die Wand gehängt hatten, nach, ob Malfoy schon einen Streich ausgelöst hatte. Er war bisher noch nicht Opfer eines Streiches geworden, aber er hatte begonnen, einige von ihnen auszulösen, wie die Zähler auf der Karte deutlich anzeigten. Es war nur eine Frage der Zeit, bevor er einen davon oft genug auslösen würde, so dass der Streich ausgeführt werden würde.

Ginny machte relativ schnelle Fortschritte in ihrem Training. Nicht annähernd so schnell wie Harry, aber sie erwartete kaum, die Verwandlung innerhalb weniger Tage zu meistern. Sie konnte nun beständig ihre beiden Hände abwechselnd in Pfoten verwandeln und arbeitete nun daran, sie beide gleichzeitig zu verwandeln. Danach würde sie damit beginnen, andere Teile ihres Körpers eins nach dem andern zu verwandeln, dann mehrere auf einmal, bis sie schließlich die vollständige Verwandlung versuchen würde. Sie war deutlich aufgeregt, nun, da ihr Ziel scheinbar in greifbarer Nähe war.

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Am nächsten Morgen bekam Harry eine Nachricht von Professor McGonagall mit der Bitte, sie eine halbe Stunde vor dem Abendessen in ihrem Büro aufzusuchen. An diesem Abend kam Harry ein paar Minuten zu früh an Professor McGonagalls Büro an. Er klopfte leicht an die Tür und einen Moment später öffnete sich diese und gab die Sicht auf die Professorin frei, welche die ersten fünf Jahre auf Hogwarts so einschüchternd auf ihn gewirkt hatte. Sie lächelte ihn voller Wärme an und sagte: „Nur herein, Harry. Setz dich und mach es dir bequem."

„Danke", erwiderte Harry und trat in das Büro. Zwei Stühle standen vor ihrem Schreibtisch, beide leicht aufeinander zuweisend, so dass die beiden darauf Sitzenden sich nicht drehen oder anstrengen müssten, um sich zu sehen. Er setzte sich auf den Stuhl zu seiner Linken. „Gehe ich richtig in der Annahme, dass es um das Quidditchteam geht?"

„Ich denke, dass ist eine naheliegende Vermutung", erwiderte sie und setzte sich an ihren Tisch. „Wir warten nur noch auf Mr. Weasley."

Harry nickte verstehend. Wie auf Kommando klopfte Ron einen Moment später an die offenstehende Tür. „Kommen Sie herein, Mr. Weasley, und bitte schließen Sie die Tür hinter sich." Ron betrat den Raum und gab der Tür einen Stups, so dass diese mit einem dumpfen Schlag zufiel. „Bitte setzen Sie sich." Ron sah neugierig zu Harry, als er sich auf dem freien Stuhl niederließ. „Ich schätze, Sie fragen sich, warum ich Sie zu mir gebeten habe", fuhr sie an Ron gewandt fort.

Ron nickte: „Ja."

„Angesichts der jüngsten Ereignisse dachte ich, dass es angemessen wäre, zu schauen, wie es mit unserem Quidditchteam steht und wie es gemanagt wird. Mehrere Dinge sind mir aufgefallen, von denen ich glaube, dass sie gelöst werden müssen. Das erste und offensichtlichste ist der von Ihnen verursachte Weggang von Mr. Potter vom Team", informierte sie ihn. Keine Spur von Beschuldigungen war in ihrem Tonfall, aber ihr Missfallen über seine Entscheidung war offensichtlich.

Ron nickte: „Es war falsch von mir, Harry aus dem Team zu schmeißen. Ich habe mich bereits dafür bei ihm entschuldigt."

„Wie dem auch sei", fuhr McGonagall fort. „Ihr Unvermögen, Ihre persönlichen Differenzen für das Beste für das Team beiseite zu legen ist nicht etwas, dass wir noch einmal geschehen lassen können. Ich habe mit jedem einzelnen Teammitglied über die Geschehnisse der letzten Wochen geredet: Darüber, wie sie über Mr. Potters Rausschmiss dachten, wie sie fühlten, wie Sie ihr Kapitänsamt handhaben und wie sie fühlen, unter Ihrer Führung zu spielen."

Harry beobachtete Ron, während Professor McGonagall redete. Der Junge nickte nervös, blieb aber stumm.

„Durch meine Gespräche mit jedem Teammitglied habe ich einiges erfahren. Ich habe erfahren, dass das gesamte Team nicht mit Ihrer Entscheidung Mr. Potter betreffend einverstanden war. Sie hatten sogar in Erwägung gezogen, sich zu weigern, zu spielen, bis Sie ihn wieder in das Team aufgenommen haben. Nur Mr. Potters Eingreifen hat das Team von der Meuterei abgehalten."

Harry tat sein Bestes, seine Gesichtszüge unter Kontrolle zu halten, als Ron zu ihm blickte. Er versuchte nicht, zu ihm zu sehen und richtete seine Aufmerksamkeit stattdessen ausschließlich auf Professor McGonagall, als diese fortfuhr:

„Während des Spiels letzten Samstag war es offensichtlich, dass viele Teammitglieder Probleme hatten. Nathan war früh im Spiel merklich mitgenommen und ließ damit Katie und Stephanie fast alleine agieren. Ihr Timing war in vielen Spielzügen nicht tadellos, was in viele Fehler und Fehlpässe endete. Unsere zwei Treiber haben eine bewundernswerte Arbeit geleistet, unsere Spieler zu beschützen, aber sie haben damit gekämpft, auch nur das zu bewerkstelligen und waren nicht in der Lage, das andere Team unter Druck zu setzen. Einer der wichtigsten Aufgaben des Teamkapitäns ist es, das Team im Spiel anzuführen, Aufmunterung und Führung anzubieten, wenn sie gebraucht werden. Trotz all den Dingen, die während des Spiels falsch liefen, haben Sie nicht einmal ein Time-out gefordert noch irgendwelche Unterstützung oder Ratschläge für Ihre Teamkameraden gehabt."

Harry schaute zu Ron und sah, dass dessen Blick fest auf den Boden gerichtet war. Sein Gesicht und seine Ohren waren vor Verlegenheit ganz rot und er schien anzufangen, zu begreifen, wohin dieses Treffen führte, denn sein Gesicht zeigte seine Niedergeschlagenheit.

„Die Aufgaben des Kapitäns hören nicht auf dem Spielfeld auf. Der Großteil des Teams war trotz des Sieges nach dem Spiel niedergeschlagen. Mit Ausnahme von Miss Weasley haben alle gefühlt, dass sie das Haus im Stich gelassen haben. Es ist die Aufgabe des Kapitäns, mit den Spielern zu reden, um ihre Stimmung hoch zu halten, sie wissen zu lassen, dass sie gut gespielt haben und ihnen Hoffnung für die Zukunft zu geben. Von den Bemerkungen des Teams scheint es nicht so, dass Sie nur einem von ihnen aufmunternde Worte nach dem Spiel geschenkt haben."

„Es gibt keinen Zweifel, dass Sie eine außergewöhnliche Begabung für Strategie und Spieltaktiken haben und Ihr schieres Wissen des Spieles ist sehr umfangreich, aber Sie haben nicht die notwendigen Fähigkeiten und Qualitäten, um ein guter Anführer zu sein. Mir ist während der Gespräche mit dem Team klar geworden, dass meine ursprüngliche Wahl für den Teamkapitän richtig war." Sie warf Harry einen bedeutenden Blick zu. „Ich war sehr enttäuscht, als Mr. Potter das Amt letzten Sommer abgelehnt hat, aber er hat viele andere Pflichten und Verantwortungen in diesem Jahr und er sagte, er hätte nicht die Zeit, um Strategien und Trainingspläne auszuarbeiten."

„Ich habe Anfang der Woche mit Mr. Potter darüber geredet und wir haben ein Arrangement gefunden, dass für ihn akzeptabel ist, wenn Sie bereit sind, einzuwilligen. Ich möchte, dass Mr. Potter der Kapitän des Teams wird. Während des Trainings und während des Spieles ist er derjenige, der das Kommando hat. Er wird Aufmunterungen und Ratschläge geben, und er wird derjenige sein, der die Reden vor und nach dem Spiel hält. Er würde gerne haben, dass Sie weiterhin die Aufgaben fortführen, was die Spielstrategien, Taktiken und Aufstellung des Teams betrifft. Sie würden höchstwahrscheinlich die meisten Trainingseinheiten leiten und Sie wären auch für den Trainingsplan und die Reservierung des Spielfeldes verantwortlich. Wenn Sie diesen Bedingungen zustimmen, werde ich Ihnen erlauben, als Kokapitän weiter zu agieren. Wenn Sie nicht zustimmen, fürchte ich, dass ich einen anderen Kapitän innerhalb Ihrer Teammitglieder finden muss."

Harry schaute geradeaus, auch wenn er immer wieder aus dem Augenwinkel zu dem Rotschopf neben sich blickte. Dieser schaute zwischen Harry und Professor McGonagall hin und her, als er versuchte, alles, was gesagt worden war, zu verinnerlichen. „Ich darf also die Taktiken ausarbeiten und das Training leiten und alles?", fragte er. „Und Harry muss die ganzen Reden halten und diese Dinge?"

McGonagall nickte. „Das ist korrekt."

„Und wir werden Kokapitäne sein?", fragte er.

Ein weiteres Nicken. „Aber Mr. Potter hat das abschließende Wort."

Ron nickte abgelenkt. Er blieb einen Moment lang still, als er alles überdachte. „Damit kann ich leben", sagte er schließlich.

Das Treffen endete kurz darauf. Ron und Harry verließen gemeinsam das Zimmer. Ron schien etwas sagen zu wollen, schien aber nicht die richtigen Worte zu finden. Harry wollte vor dem Abendessen die Karte in seinem Büro checken. Er ließ Ron also alleine zum Gryffindorturm gehen. Sobald Harry sein Büro betrat, hielt er seine Hand über das Bild und sagte: „Ich schwöre feierlich, dass ich tolle Streiche geplant habe."

Die Karte von Hogwarts tauchte vor ihm auf und Harrys Augen huschten schnell über die zahlreichen Streiche, die im gesamten Schloss vorbereitet worden waren. Als seine Augen zu den Türen der Großen Halle schauten, tauchte ein Grinsen auf seinem Gesicht auf. Er musste Ginny finden. Keine Zeit verlierend hielt er seine Hand hoch und sagte: "Ich schwöre feierlich, dass ich ein Tunichtgut bin", was bewirkte, dass Namen mit kleinen Fußabdrücken neben ihnen auf der Karte auftauchten.

Er suchte die Karte nach Ginnys Namen ab und wünschte sich, dass es eine Möglichkeit gäbe, sie zu finden, ohne die gesamte Karte abzusuchen. Er sah, dass genau das der Karte fehlte und fasste den Entschluss, zu recherchieren, sobald er die Gelegenheit hatte. Er fand sie schließlich im Gryffindor Gemeinschaftsraum und beschloss, hochzugehen, um ihr Bescheid zu sagen. Sie würden zeitig zum Abendessen gehen wollen, um die Show nicht zu verpassen, und es war keine halbe Stunde mehr bis zum Essen.

Er lief schnell hoch ins siebte Stockwerk und ging zum Porträt der Fetten Dame. Sie ließ ihn hinein und seine Augen schweiften sofort suchend durch den Raum. Es dauerte nur eine Sekunde, bis er die langen, feuerroten Haare seiner besten Freundin entdeckte, und er schritt zielstrebig zu ihr. Sie war an einem der Tische in einem Schulbuch vertieft. Er schlich sich hinter sie und flüsterte ihr ins Ohr: „Malfoy, Große Halle. Zur Abendessenszeit."

Er lehnte sich zurück, um ihre Reaktion zu beobachten. Sie war zuerst durch die unerwartete Nähe zusammengeschreckt und drehte sich zu ihm um. Einen Moment später leuchtete ihr Gesicht auf, als sie seine Worte realisierte. „Wieviel Uhr ist es?"

„Wir haben etwa 15 Minuten, bis es beginnt", sagte er ihr. „Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich möchte früh da sein, um die besten Plätze zu bekommen."

Sie nickte enthusiastisch. „Lass mich nur kurz meine Sachen nach oben bringen und dann können wir gehen."

„Ist gut", sagte er, als sie ihre Bücher in ihre Tasche stopfte und die Treppen zu ihrem Schlafsaal hoch eilte. Harry lehnte sich gegen den Tisch und ließ seinen Blick im Raum umherwandern, während er wartete. Neville kam durch das Porträtloch und ging zu ihm.

„Hey Harry", grüßte er.

"Hey Neville", grüßte Harry zurück. „Wie geht's?"

„Ziemlich gut", erwiderte er. „Und dir?"

„Nicht zu schlecht", erwiderte Harry mit einem geheimnisvollen Lächeln. „Ich warte gerade nur auf Ginny, bevor wir runter in die Große Halle zum Abendessen gehen."

„Ist es nicht noch ein bisschen zu früh dafür?", fragte Neville.

Harry zuckte mit den Schultern. „Es macht nichts, wenn wir ein wenig früher da sind. Wenn du willst, kannst du gerne mitkommen", bot er an.

Neville nickte zustimmend. „Hört sich gut an. Ich habe nichts anderes vor. Es bringt nichts, mit den Hausaufgaben anzufangen, wenn man sie sowieso wieder in fünf Minuten wegpacken muss."

Gerade in dem Moment kam Ginny die Treppen hinuntergesprungen und lief zu ihnen. „Kommt schon", rief sie aufgeregt, was ein Glucksen aus Harry hervorlockte und eine hochgezogene Augenbraue von Neville erntete.

„Wieso bist du so aufgeregt?", fragte er sie.

„Eine glorreiche Pause vom Z.A.G.s lernen", antwortete sie ohne Zögern. „Die Examen sind noch Monate weg und es ist schon brutal. Ich weiß nicht, wie ihr es letztes Jahr geschafft habt, vor allem mit Umbridge und allem."

„Es ist nicht so schlimm", sagte Harry. „Solange du die Aufgaben im Unterricht machst, werden die Examen nicht so furchtbar sein."

Neville nickte. „Ich habe sie mir viel schlimmer vorgestellt, als sie tatsächlich waren. „Nicht, dass sie einfach waren", fügte er hinzu, als sie durch das Porträtloch stiegen. „Aber sie werden viel schlimmer dargestellt, als sie in Wirklichkeit sind."

„Nun, das ist eine Erleichterung", verkündete Ginny glücklich. Sie hüpfte praktisch in ihrer Aufregung und brachte damit die beiden Jungs zum Lachen.

Sie waren die ersten Schüler, die die große Halle betraten. Ginny führte sie zu den Sitzen, die am nächsten zu der großen Tür waren und ihnen damit einen exzellenten Blick erlaubte, wenn Malfoy ankam. Sie redeten ein wenig, während sie warteten, und Harry und Ginny wurden merklich aufgeregter. Neville war ziemlich amüsiert und neugierig, was los war, aber keine seiner Nachfragen wurden beantwortet und so beließ er es dabei, zu warten, um zu sehen, was passieren würde.

Nach einigen Minuten kamen die ersten Schüler herein und das Essen erschien auf den Tischen. Neville bediente sich sofort. Harry und Ginny gaben sich Mühe, zu essen, aber sie waren zu sehr abgelenkt, um dies mit ihrem üblichen Vergnügen zu tun. Die Halle war zur Hälfte voll, als es schließlich passierte.

Malfoy ging von Crabbe und Goyle flankiert durch die große Tür. Als er über die Türschwelle trat, blieben die beiden Schläger abrupt stehen. Ihre Münder hingen von dem Schock weit offen. Sie bewegten sich nicht und sagten nichts, als sie Malfoy nachschauten und dieser weiter in den Raum schlenderte, nicht bemerkend, dass er seine beiden Lakaien verloren hatte. Nachdem er schon auf halbem Weg zu seinem Tisch war, begann Malfoy zu bemerken, dass er ziemlich viel Aufmerksamkeit auf sich zog. Das ließ ihn nur grinsen und er stolzierte den Rest des Weges zum Slytherintisch.

Dann prustete jemand. Ein anderer folgte ihm. Gleich darauf brach Gelächter in der ganzen Halle aus, gerade als Draco den Tisch erreichte. Er bemerkte, dass seine Hauskameraden ihn größtenteils mit tiefsten Entsetzen anstarrten. Er schaute an sich selbst herunter.

Malfoys gesamter Körper wurde rot vor Verlegenheit und die ganze große Halle konnte es sehen. Er fühlte an seinem Körper und war überrascht, dass er den Stoff seiner Roben fühlen konnte, als sei nichts anders als sonst. Er versuchte einen Moment lang verzweifelt, sich zu bedecken, bis er die Sinnlosigkeit dieser Tat bemerkte. Er funkelte die Schülerschaft zornig an, welche vor Lachen auf dem Boden lag und auf ihn zeigte. Er drehte sich zu der großen Eingangstür und begann sich in deren Richtung zu bewegen, während er sich merklich dazu zwang, in einem lässigen Gang zu laufen.

Zumindest bis jemand im allgemeinen Gelächter ausrief: „Hey Malfoy! Wusstest du, dass dein GESAMTER Körper errötet?" Malfoy sprintete daraufhin los und rannte dabei an Crabbe und Goyle vorbei, die noch immer im Eingang standen und herauszufinden versuchten, was passierte.

Harry und Ginny lachten gemeinsam mit den anderen und wandten sich dann mit einem stolzen Lächeln einander zu. Der erste aktivierte Streich war ein voller Erfolg gewesen. Sie konnten es nicht erwarten, bis der Rest erfolgte.

Ende Kapitel

Vielen Dank an

GabbaPodda: Ich danke vielmals für die Review! Und auch dass du trotz Abwanderns zur Originalen Story ab und zu reinschauen willst! ; )

Guest: ICh versuche alles für regelmäßige updates, inkl. Teuren internetaccess in Cafés ausnutzen…^^

JuLiiA

Curylcuryl

Annete-ella

Für die Reviews!