Vielen Dank an aragock fürs betaen. Ich sag es nicht jedesmal, aber ich weiß es immer zu schätzen.

Vielen Dank an

vallilein

Holly Weasley: Die zauberstabhalter gibt es immer noch, und was Harry und Ginny angeht: nur Geduld…es dauert nicht mehr allzu lang^^

JuLLiiA

Annette-ella

Für eure Kommentare, euren Zuspruch, eure langen oder auch kurzen Meldungen. Ich weiß jede einzelne wirklich zu schätzen.

Kapitel 13.1 : Königin des Dschungels

Nach dem Erfolg ihres ersten Streichs waren Harry und Ginny zusammen mit dem Großteil der Schule in den nächsten Tagen guter Dinge. Die Streiche an Malfoy und mehr noch seine Reaktionen auf sie waren das Gesprächsthema an der Schule.

Harry und Ginny eilten mehrmals täglich in Harrys Büro, um zu sehen, welcher Streich als nächstes ausgelöst werden würde. Malfoy hatte schon mehrere der kleineren Streiche ausgelöst. Bisher hatte seine Haut mehrmals die Farbe gewechselt und sein Haar war einen Nachmittag lang Slytheringrün gewesen. Harry hatte ihm Gryffindorfarben geben wollen, aber Ginny hatte die Idee abgelehnt, indem sie gesagt hatte, dass es Argwohn auf ihr Haus richten würde. Harry konnte nicht anders als ihrer Logik zuzustimmen.

Es gab einen Streich, den sie - dankbarerweise - nicht miterlebt hatten. Die Karte hatte ihnen jedoch gezeigt, dass er stattgefunden hatte. Dieser besondere Streich war Harrys Meinung nach eine Arbeit von Ginnys bösem Genie. Sobald der Streich aktiviert war, ließ er Malfoys Unterwäsche langsam schrumpfen. Er würde es zuerst nicht sehr bemerken, aber nach fünf oder zehn Minuten würde es eng werden. Noch mehr Zeit und Harry stellte sich vor, dass es recht schmerzhaft werden würde. Die beiden lachten gemeinsam über diesen Streich.

Am Donnerstag nach Verwandlung hatte die Operation „Mache Malfoys Leben zur Hölle" einen überraschenden Erfolg gelandet, als Malfoy einen weiteren ihrer Streiche auslöste. Dieser ließ seine Roben schnell verfallen, bis diese mehr mitgenommen und kaputt waren als Roben, die in Second Hand Läden gefunden werden. Es wäre an sich nicht besonders schlimm gewesen, wenn Malfoy nicht so viel Aufmerksamkeit auf sich gelenkt hätte. Er hatte inmitten der Eingangshalle einen Wutanfall, auf dass mancher Zweijähriger stolz gewesen wäre und verlangte zu wissen, wer es wagte, ihm diese Streiche zu spielen.

Durch sein Tun zog er die Aufmerksamkeit von allen im Flur auf sich. Als Malfoy aufhörte, herumzukreischen, sagte Seamus laut: „Man könnte meinen, dass er sich mit all seinem Geld ein paar anständige Roben leisten könnte. Oder vielleicht haben sie ihm auch seinen ganzen Reichtum weggenommen, als sie seinen Papi ins Gefängnis gesteckt haben."

Malfoy warf einen Zauber auf Seamus. Der Junge war in der Lage, ihn mit einem Schutzzauber aufzuhalten, auch wenn es nicht notwendig gewesen wäre, da Harry ebenfalls ein Schild vor ihm errichtet hatte. Das i-Tüpfelchen war die Tatsache, dass Professor McGonagall aufgetaucht war, um zu sehen, was die ganze Aufregung sollte und Malfoy eine ganze Woche Nachsitzen für das Attackieren eines anderen Schülers erteilte. Dieser Zwischenfall war die Ursache dafür, dass viele der Schüler - Harry und Ginny definitiv mit eingeschlossen - den Rest des Tages guter Dinge waren.

Es war nun Freitag, der Tag vor dem letzten Hogsmeade-Wochenende in diesem Semester und Harry betrat gerade den Gemeinschaftsraum, nachdem er einige Zeit lesend in seinem Büro verbracht hatte, als er Ron sah, der sich ihm nervös näherte: „Äh - könnte ich eine Minute mit dir reden, Harry?"

„Sicher", erwiderte Harry mit einem Schulterzucken. „Um was geht es?", fragte er, als sie zu einer leerstehenden Ecke des Gemeinschaftsraumes gingen.

„Nun, wir hatten seit dem Treffen mit McGonagall Anfang der Woche nicht die Gelegenheit, zu reden", begann Ron. „Ich - äh - dachte, wir sollten besprechen, was wir mit dem Team machen, wie wir die Aufgaben aufteilen und was wir dem Rest des Teams sagen."

Harry seufzte: „Ehrlich, ich möchte nicht Kapitän sein. Ich wollte es vielleicht früher, aber ich habe schon genug Dinge, die ich tun muss. Ich habe nicht die Zeit, um mir Strategien oder Taktiken oder so etwas auszudenken. Außerdem bist du sowieso viel besser mit diesen Dingen. Du kannst das Team weiterhin für den größten Teil leiten. Wenn wir Probleme mit den Spielern haben, rede ich mit ihnen. Und Professor McGonagall will, dass ich während der Spiele die Leitung übernehme. Davon abgesehen liegt alles ganz an dir."

„O-Okay", sagte Ron. „Wann sollen wir es denn anderen sagen?"

„Wieso planst du kein Treffen für Sonntag vor dem Abendessen? Es sollte nicht zu lange dauern und es wäre wahrscheinlich am besten, es so schnell wie möglich zu machen", meinte Harry.

„Gut", sagte Ron. Er öffnete und schloss seinen Mund ein paar Mal in dem Versuch, etwas zu sagen, bevor er es schließlich schaffte, „Danke Harry" zu sagen.

„Für was?", fragte Harry neugierig.

„Dass du mich Kokapitän sein lässt", erwiderte Ron mürrisch.

Harry zuckte mit den Schultern: „Ich habe weder die Zeit noch den Willen, es selber zu tun. Ich habe nur zugestimmt, Kokapitän zu werden, weil Professor McGonagall mir kaum eine andere Wahl gelassen hat."

„Äh - ja, nun, ich wollte nur sagen, dass ich mich darauf freue, Zeit mit dir zu verbringen. Es fühlt sich so an, als hätte ich meinen besten Freund schon eine Weile nicht mehr gesehen." Er hielt nervös inne. „Ich werde dann die anderen über das Treffen informieren", sagte Ron und ging zurück zu dem Sessel, in dem er zuvor gegenüber von Hermine gesessen war.

Harry seufzte und hoffte, dass dies eine Gelegenheit sein würde, ihre Freundschaft in Ordnung zu bringen. Währenddessen suchte er das rote Haar seines anderen Lieblingsweasley. Er entdeckte sie an einem der Tische mit einem Buch vor ihr aufgeschlagen. Er ging zu ihr und setzte sich ihr gegenüber hin.

Sie schaute von ihrem Buch hoch und begrüßte ihn lächelnd: „Hi Harry."

„Hey Ginny", erwiderte Harry. Er hatte sie die ganze Woche über nach ihren Plänen für das Hogsmeade-Wochenende fragen wollen. Da die meisten Schüler über die Ferien auf Hogwarts blieben, würde dies die einzige Möglichkeit für sie sein, ihre Weihnachtseinkäufe zu tätigen. Daher planten die meisten Freunde, sich nur fürs Mittagessen zu treffen, statt den gesamten Tag miteinander zu verbringen, um Zeit für ihre Einkäufe zu haben.

Harry hatte andere Pläne. Viele seiner Einkäufe konnten nicht in Hogsmeade gemacht werden, und er suchte daher jemanden, mit dem er den Tag verbringen konnte. „Hast du morgen viele Einkäufe zu erledigen?"

„Einige", meinte sie.

„Einkäufe für mich?", fragte er nach.

Sie zog eine Augenbraue hoch: „Das würdest du wohl gerne wissen, hm?

„Das würde ich tatsächlich gerne", erwiderte er direkt.

„Und wieso?", fragte sie ihn. „Versuchst du einen Hinweis zu bekommen, was ich dir Weihnachten geben werde?"

„Nein", sagte er ihr ehrlich. „Ich frage mich nur, ob du gerne mit mir in die Stadt gehen würdest. Ich habe morgen sehr wenige Einkäufe zu erledigen, und nichts davon ist für dich, und ich dachte, es wäre nett, mit dir Zeit zu verbringen."

„Gerne", sagte sie. „Um ehrlich zu sein werde ich dein Geschenk auch nicht morgen kaufen. Ich muss allerdings versuchen, den Rest meiner Einkäufe morgen zu erledigen. Wenn es dir also nichts ausmacht, mit mir shoppen zu gehen, würde ich deine Anwesenheit sehr begrüßen."

„Großartig", erwiderte Harry. „Möchtest du dann gleich nach dem Frühstück los?"

„Hört sich nach einem Plan an."

OoOoOoOoOoOoOoO

Als er in dieser Nacht im Bett lag, fiel es Harry schwer, einzuschlafen, da er unerklärlicherweise aufgeregt über den Ausflug in die Stadt am nächsten Tag war. Es war nett, die Chance zu haben, aus dem Schloss zu kommen und einen Tag lang frei herum zu laufen. Er freute sich auch darauf, den Tag mit Ginny zu verbringen. Sicher, sie verbrachten bereits viel Zeit miteinander, aber es geschah immer etwas zur selben Zeit.

Manchmal lernten sie zusammen, oder eher in der Gesellschaft des anderen, da sie in unterschiedlichen Jahrgängen waren und andere Themen lernen mussten. Meistens waren auch noch andere da. Es war nicht so, dass Harry die anderen nicht mochte; er genoss es tatsächlich sehr, Zeit mit seinen und Ginnys Freunden zu verbringen. Aber etwas war an Ginny anders, das ihn anzog und ihn manchmal Zeit mit ihr - und nur mit ihr - verbringen lassen wollte.

Sicher, sie verbrachten einige Zeit alleine miteinander, aber es schien immer ein Plan dahinterzustecken. Meistens war es für ihr Animagustraining. Sie hatten in letzter Zeit auch viel Zeit miteinander verbracht, um Malfoys Streiche zu planen. Sie würden das auch morgen machen, nahm er an. Sie hatte gesagt, dass sie die meisten ihrer Einkäufe erledigen müsste und Harry plante ebenfalls, sich für Geschenkideen umzuschauen, aber es war irgendwie anders.

Erst einmal würden sie nicht herumschleichen müssen. Die meiste Zeit, die sie alleine verbrachten, verbrachten sie mit Dingen, die sie geheim halten wollten. Manchmal involvierte das ihn wie er ihr Geheimnisse verriet. Andere sehr gute Beispiele waren wieder das Animagustraining und die Malfoy-Streiche. Morgen würde es anders sein. Sie würden sich entspannen und reden und einfach die Gesellschaft des anderen genießen können. Sie würden nebenher einkaufen, aber Harry freute sich sehr darauf, einfach den Tag mit Ginny in der Stadt verbringen zu können.

Er schlief schließlich ein und Sirius neckte ihn mitleidslos, nachdem er erraten hatte, was Harrys Gedanken so sehr beschäftigt und ihn so lange wachgehalten hatte. Harry konnte seine Reaktionen, die er auf das Necken hatte, herunterspielen, aber als sein Pate besonders ... kreativ mit seiner Neckerei wurde, konnte Harry eine leichte Röte, die seine Wangen überzog, nicht verhindern. Das spornte Sirius an, aber Harry tat sein Bestes, den Mann zu ignorieren.

Er griff schließlich auf ihr Training zurück, um den Mann verstummen zu lassen. Harry stellte sicher, dass er seine Zauber harmlos ließ, aber Sirius war nach einigen Duellierrunden mit seinem Patensohn nicht mehr so sehr am Lachen.

Sirius nächtliche Tortur tat wenig, um Harrys Laune oder seine Vorfreude zu dämpfen. Er war in aller Frühe für seinen morgendlichen Lauf wach. Er wurde mit einem wunderschönen Blick auf den Nebel belohnt, der über den See waberte, während die Sonne am blauen Himmel aufging. Es schien ein wunderschöner Tag zu werden. Die Tage wurden langsam kühler, aber das Wetter war noch immer relativ angenehm.

Nachdem er seinen Lauf beendet hatte, absolvierte er schnell sein Workout. Als er fertig war, gönnte er sich eine schöne, entspannende Dusche, bevor er sich anzog und zur Großen Halle ging. Er war ein wenig früher als sonst dran, aber er war überrascht zu sehen, dass er nicht der einzige war, der so früh am Morgen wach war, denn die Große Halle begann sich schon mit Schülern zu füllen. Anscheinend war er nicht der Einzige, der sich auf den Besuch in der Stadt freute.

Er suchte den Gryffindor-Tisch nach dem vertrauten roten Haar ab und war etwas enttäuscht, es nicht zu finden. Er setzte sich in der Mitte des Tisches hin und begann, sich Frühstück auf seinen Teller zu häufen. Er hatte erst ein paar Bissen gegessen, als der Platz neben ihm besetzt wurde. „Morgen, Harry!"

„Guten Morgen, Ginny", grüßte Harry lächelnd, nachdem er den letzten Bissen hinuntergeschluckt hatte. Er drehte sich zu ihr um und sah, dass sie bereits hellwach war und sich darauf zu freuen schien, den Tag zu beginnen. „Du scheinst heute Morgen ziemlich gute Laune zu haben", kommentierte er trocken.

„Ich und das ganze Schloss", erwiderte sie leichthin und verdrehte die Augen.

Harry schaute sich um und konnte nicht widersprechen: „Da hast du Recht. Ich nehme an, dass du dich auf den Ausflug in die Stadt freust?"

Sie nickte sarkastisch: „Ach nee, echt?"

„Gut", lächelte Harry. „Ich mich auch."

Während dem Rest der Mahlzeit redeten sie nicht viel, beide zufrieden damit, ihr Essen in relativer Stille zu genießen. Sie aßen gerade die letzten Bissen, als Ron, Hermine und Neville hinunterkamen und sich zu ihnen setzten. Die drei sahen ebenfalls erpicht darauf aus, das Schloss zu verlassen und nach Hogsmeade zu gehen. Sie grüßten und widmeten sich sofort ihrem Essen. Harry und Ginny waren schnell fertig und verabschiedeten sich.

„Nun, wir gehen dann mal", sagte Harry ihnen.

„Wollen wir uns zum Mittagessen treffen?", fragte Hermine.

Harry wandte sich zuerst zu Ginny, die ihre Zustimmung gab, bevor er sich wieder Hermine zuwandte: „Sicher, Die drei Besen so um zwölf?"

„Hört sich gut an", stimmte sie zu, und die Jungs nickten ebenfalls zustimmend.

Harry drehte sich zum Ausgang und hielt seinen Arm für Ginny hin. „Sollen wir, Milady?", fragte er und verbeugte sich spielerisch.

„Nach Ihnen, mein Herr", sagte sie lächelnd und legte ihre Hand in seine Armbeuge. Nach ein paar Schritten drückte sie leicht seinen Arm und sagte: „Lass uns Luna zum Mittagessen einladen." Sie gingen zum Ravenclawtisch und luden schnell Luna ein, sie mittags im Pub zu treffen. Damit gingen die beiden. Sie redeten oberflächlich auf ihrem Weg und redeten über eine große Breite von Themen, die von Quidditch und worüber das Treffen am nächsten Tag sein würde, über den Unterricht sowie die bezaubernde Landschaft reichten. Harry erzählte ihr über den Blick, den er jeden Morgen während seines Laufes sah. Sie schmollte eifersüchtig.

Nach kurzer Zeit waren sie in der Stadt und Harry ließ Ginny die Führung übernehmen, da sie die meisten Einkäufe zu tätigen hatte. Er hatte an diesem Tag theoretisch keine Einkäufe zu machen, da er plante, den Großteil seiner Einkäufe in der Winkelgasse abzuwickeln. Stattdessen hatte er vor, seine Augen für Dinge offen zu halten, die ein gutes Geschenk sein könnten, und er konnte das, während Ginny alle ihre Einkäufe tätigte.

Sie schleppte ihn zuerst zum Honigtopf. Sie hatten beide ähnliche Ideen, was sie Ron geben würden. Das alte Sprichwort Liebe geht durch den Magen, hätte für Ron geschrieben worden sein können. Zusammen würden sie ihm eine große Variation an Süßigkeiten geben, die er lieben würde.

Sie gingen danach in mehrere andere Läden und machten nebenher einen Schaufensterbummel. Ginny führte dabei Harry die ganze Zeit. Sie nahm ihn an seiner Hand und zog ihn dahin und dorthin oder berührte ihn am Arm, um seine Aufmerksamkeit zu erregen oder um ihm etwas zu zeigen, was sie sah oder einen neuen Ort, zu dem sie gehen wollte und Harry war davon verwirrt. Es war für ihn eine neue Erfahrung.

Er nahm an, dass es wahrscheinlich für die meisten Leute etwas Normales war, aber er war nicht an so kleine Berührungen gewöhnt. Als er aufwuchs, vermieden die Dursleys es wann immer es möglich war, ihn zu berühren, außer es war, um ihm einen Klaps zu geben oder ihn in den Schrank zu werfen. Normale Kinder wurden wahrscheinlich andauernd von ihren Eltern liebevoll berührt. Als er sie beobachtete, dachte er nicht, dass sie es überhaupt bemerkte oder einen Gedanken daran verschwendete.

Hermine verhielt sich ebenfalls oft so, auch wenn sie nicht annähernd so offen und herzlich wie Ginny war. Hermine war zu korrekt dafür. Während ihrer ersten Jahre der Freundschaft fühlte er sich oft unwohl bei ihren kleinen Berührungen. Aber als er darüber nachdachte, bemerkte er, dass er sich jetzt nicht unwohl fühlte. Er wusste nicht genau, warum, aber es machte ihm nichts aus, wenn die Berührungen von Ginny kamen.

Er wunderte sich darüber. Er war die letzten fünf Jahre Hermine sehr nahe gestanden, aber er hatte sich nie ganz wohl in ihrer Nähe gefühlt. Sie waren zu verschieden, und er wusste nicht immer, wie er sich verhalten sollte. Sie versuchte immer so korrekt zu sein und er wusste immer, das Hermine sehr daran interessiert war, mehr Details über ihn zu erfahren, insbesondere über sein Leben vor Hogwarts, aber er hatte sich immer damit zurückgehalten, etwas mit ihr oder mit irgendjemanden zu teilen. Es fühlte sich einfach nicht richtig an. Er fühlte sich allein bei dem Gedanken unwohl.

Aber Ginny war anders. Er hatte ihr bereits mehr über seine Zeit mit den Dursleys erzählt als jedem anderen und aus irgendeinem Grund war er nicht besonders nervös gewesen oder hatte sich unwohl gefühlt. Er erinnerte sich ohne zweimal darüber nachzudenken von seinen Jahren im Schrank unter der Treppe erzählt zu haben. Er war über seine Offenheit geschockt gewesen, aber er konnte es nicht bereuen. Es war gut darüber reden zu können, mit ihr darüber reden zu können.

Er nahm an, dass es wahrscheinlich so war, weil Ginny und er sich ähnlicher waren als er und Hermine. Sie teilten viele Interessen und aus welchem Grund auch immer fühlte er sich mit Ginny wohl. Er fühlte nicht den Drang, still und zurückhaltend zu sein und Dinge zu verstecken. Tatsächlich merkte er oft, wie er ihr mehr erzählen wollte und er musste sich gelegentlich selbst aufhalten. Sie wusste bereits mehr als für sie beide sicher war. Er wusste, er würde irgendwann eine Lösung dafür finden müssen, einen Weg, wie er sie und was sie über ihn wusste schützen könnte, aber das würde nicht jetzt sein.

Er wandte seine Aufmerksamkeit wieder seiner Umgebung zu, als Ginny ihn in ein anderes Geschäft namens Dervisch & Banges zog. Das Geschäft beinhaltete eine bunte Ansammlung von Gegenständen. Tatsächlich wusste man nie, was man finden würde. Ginny warf ihm einige verstohlene Blicke zu und er nahm an, dass sie seine Nachdenklichkeit bemerkt hatte und nicht wusste, was sie davon halten sollte. Er lächelte ihr beruhigend zu und suchte die Regale des Ladens nach etwas von Wert ab.

Ginny war die erste, die etwas bemerkte. Es war eine Halskette in einer kleinen Vitrine. Es schienen Perlen zu sein, aber Harry nahm angesichts des Preises an, dass sie nicht echt waren. Die Halskette war von Anfang an nicht besonders teuer gewesen, wenn man der Karte Glauben schenkte, auf der mehrere Preise durchgestrichen waren und auf der nun der jetzige Preis stand und es schien ein ziemliches Schnäppchen zu sein. Eine kleine Karte erklärte, dass die Halskette magische Komponenten hatte und dass man sich beim Verkäufer näher erkundigen könnte. Ginny tat genau das und Harry folgte ihr neugierig.

Der Verkäufer erklärte ihnen, dass diese Art von Halskette einige Jahre zuvor sehr beliebt war. Es funktionierte als eine Art Warnung. Wenn jemand, den man liebte, in Gefahr war, würde sie vibrieren, um dem Träger zu zeigen, dass etwas falsch war. Die Halsketten waren in Vergessenheit geraten, nachdem die Familienuhren populär geworden waren. Die Uhren waren viel akkurater als die Halskette, denn sie zeigten den Status jedes einzelnen Familienmitgliedes an, während die Halskette nichts anderes machte als dem Träger zu sagen, dass etwas mit jemanden, den man liebte, nicht stimmte. Alles, was es verursachte, war Sorgen, da es nicht immer einen Weg gab, herauszufinden, was genau nicht stimmte.

Wenn dagegen alle in Sicherheit waren, erwärmte sie sich leicht und der Träger der Halskette wurde oft von einem warmen, beruhigenden und wohltuenden Gefühl erfüllt, wissend, dass alle, die man liebte, okay waren. Ginny überlegte eine Weile und Harry erinnerte sich an eine Unterhaltung, die sie vor einer Weile mit Mrs. Weasley gehabt hatten. Die Weasleymatriarchin war die ganze Zeit über wegen des ausbrechenden Krieges besorgt, und über den Sommer hatte sie damit begonnen, die Uhr immer mit sich herumzutragen, wenn sie eine längere Zeit nicht in der Küche war. Er wusste, dass Ginny dachte, dass die Kette sie etwas beruhigen würde und die Notwendigkeit, die Uhr andauernd mit sich herumzuschleppen, überflüssig machen würde. Er nahm auch an, dass der einzige Grund ihres Zögerns der Preis war. Auch wenn es nicht besonders teuer war, war es auch kein Superschnäppchen und Harry wusste, dass sie in diesem Jahr ziemlich wenig Geld zur Verfügung hatte, nachdem sie ihre Festroben gekauft hatte.

Schließlich seufzte Ginny tief und wandte sich an den Besitzer: „Es ist bezaubernd, aber ich glaube nicht, dass ich es mir leisten kann."

Harry hatte währenddessen verstohlen eine Galleone aus seinem Geldbeutel herausgesucht. Er hielt sie hinter ihrem Rücken in die Höhe, so dass der Verkäufer sie sehen konnte und hielt einen Finger an die Lippen, während er gleichzeitig zu Ginny deutete. Der Mann deutete ein Nicken an, um sein Verständnis zu zeigen und wandte sich an Ginny. „Nun, vielleicht können wir uns einig werden", bot er an. „Wieso schauen Sie sich nicht noch ein wenig im Geschäft um, und wenn Sie noch ein paar Dinge finden, die sie mögen, vielleicht kann ich den Preis dann ein wenig für Sie senken. Wie hört sich das an?"

„Das hört sich großartig an", sagte sie schnell. „Dankeschön."

Als sie zurück zu den Regalreihen ging, um nach mehr Sachen zu schauen, die sie für andere kaufen konnte, trat Harry zur Ladentheke und schob die Galleone zu dem Mann. Er flüsterte: „Vielen Dank dafür. Wenn Sie ihr die Differenz berechnen, sollte sie in der Lage sein, es sich ohne Probleme leisten zu können. Ich bin mir sicher, dass sie noch etwas finden wird, um ihren Deal legitim aussehen zu lassen."

„Nein, ich danke", sagte der Mann lächelnd. „Und ich möchte nur sagen, dass es eine sehr nette Geste von Ihnen ist, was Sie für sie tun."

Harry zuckte mit den Schultern, murmelte ein Dankeschön und ging zu Ginny. Sie fand ein paar Kleinigkeiten für ihre Zimmergenossen. Sie wollte ihre Suche gerade abbrechen, als Harry etwas entdeckte. Es schien eine gewöhnliche Kinderpuppe zu sein, aber Harry hätte schwören können, dass er sah, wie ihr Haar nur eine Sekunde zuvor seine Farbe gewechselt hatte. Er hob die weibliche Puppe hoch und bemerkte eine Karte unter ihr, die erklärte, was die Puppe war: eine Metamorphmaguspuppe. Die Gesichtszüge, der Körper und die Haarfarbe änderten sich alle zufällig und kreierten damit eine Vielzahl an Erscheinungsbildern für die Puppe. Am besten war das T-Shirt, das die weibliche Puppe trug: Es war schwarz mit einem großen pinken Herz auf Brusthöhe. Er hoffte wirklich, dass Remus seine Geschenke zusammen mit Tonks aufmachen würde.

Ginny drehte sich zu ihm, als sie bemerkte, dass er stehen geblieben war und zog eine Augenbraue hoch, als sie seine Auswahl sah: „Was hast DU damit vor?"

„Sie ist nicht für mich", sagte Harry und verdrehte die Augen. „Es ist ein Geschenk."

„Für wen?", fragte sie nach.

Ein breites Grinsen tauchte auf Harrys Gesicht auf: „Remus."

„Remus?", wiederholte sie verwirrt. Sie schaute wieder auf die Puppe und Harry sah, wie auf ihrem Gesicht Verständnis aufleuchtete. „Er mag Tonks?", fragte sie.

Harrys Augen zwinkerten. „Sie mag ihn soweit ich weiß auch. Aber ich glaube nicht, dass einer von den beiden bisher etwas deswegen unternommen hat. Vielleicht wird ihnen das den nötigen Anstoß geben, vorwärts zu kommen."

Ginny kicherte bei dem Gedanken: „Ich habe nicht gewusst, dass du so eine böse Ader in dir hast, Harry."

„Ich brauche nur eine gute Motivation" witzelte Harry. „Und Remus zu necken ist definitiv gute Motivation. Du hättest ihm im Sommer sehen sollen, als ich ihn das erste Mal damit konfrontiert habe. Er war so verwirrt, dass er nicht wusste, was er zugab."

„Was meinst du?", fragte sie eifrig, ihre Aufmerksamkeit vollständig auf ihn gerichtet.

„Nun, es war mein Geburtstag und ich habe es geschafft, ihn auszutricksen und ihn dazu zu bringen, mir zu sagen, dass er sehr gut wisse, was er mit seinen Gefühlen für Tonks anzufangen habe" erklärte Harry verschmitzt. „Doch angesichts der fehlenden Entwicklungen würde ich sagen: Er hat nur so getan."

„Wie hast du ihn dazu gebracht, es zu sagen?"

„Na, na ... ich kann nicht alle meine Geheimnisse verraten", neckte Harry.

Sie gingen zurück zur Ladentheke und wie versprochen zog der Mann eine Galleone vom Preis ab, was den Preis auf weniger als die Hälfte des ursprünglichen Preises senkte. Ginnys Augen wurden groß, als sie das hörte, nicht so einen großen Rabatt erwartend, und sie zahlte schnell, begleitet von einem überschwänglichen: „Dankeschön!"

Harry zahlte danach für die Puppe und dankte dem Mann noch einmal, bevor die beiden das Geschäft verließen. Es war beinahe Mittag und so beschlossen sie, zum Pub zu gehen. Sie kamen kurz darauf an und Harry öffnete für Ginny die Tür und folgte ihr nach drinnen. Sie suchten den halbgefüllten Pub nach ihren Freunden ab, aber es schien, als seien sie die ersten, die von ihrer Gruppe ankamen. Madame Rosmerta war im Moment an einem anderen Tisch beschäftigt und so suchten sie sich selbst einen Tisch an der Seitenwand, setzten sich nebeneinander hin und warteten.

Madame Rosmerta kam einen Moment später mit einem warmen Lächeln auf ihrem Gesicht zu ihnen. „Harry Potter", grüßte sie gutgelaunt. „Es ist gut, dich wiederzusehen. Und dich ebenso, Ginny", fügte sie hinzu.

„Es ist auch schön, dich wiederzusehen, Rosie", erwiderte Harry in gleicher Manier. Ginny nickte nur zur Begrüßung.

„Was kann ich euch bringen, Schätzchen?", fragte die Bardame.

„Zwei Butterbier", sagte er halbfragend und schaute zu Ginny. Sie nickte und so wandte er sich zu Rosie und wiederholte: „Zwei Butterbier."

„Kommt sofort", rief sie. Sie war schon wieder unterwegs und schwang ihre Hüften provokativ, als sie zurück zur Bar ging.

Harry lachte leise.

„Was ist so lustig?", fragte Ginny ihn.

„Nur Madame Rosmerta", sagte Harry ihr. „Nur sie würde damit davonkommen, mit Jungs, die halb so alt sind wie sie, zu flirten, minderjährige noch dazu."

„Es ist ein wenig merkwürdig", sagte sie nachdenklich.

Harry zuckte mit den Schultern: „Sie verdient so ihr Geld." Ginny zog fragend ihre Augenbraue hoch. „Nun, zuerst einmal kommen damit die Kerle zurück zur Bar", beantwortete Harry die ungestellte Frage. „Jeder Mann, der nach Hogsmeade kommt, möchte in den Drei Besen, um etwas zu trinken und um sie zu sehen. Nicht nur das, aber so verdient sie ihr Trinkgeld. Glaub mir, so attraktiv wie sie ist sind die meisten Kerle erpicht darauf, ein gutes Trinkgeld hinzulegen, nachdem sie sie den gesamten Abend umschmeichelt hat."

„So habe ich darüber noch gar nicht nachgedacht", kommentierte Ginny nachdenklich. „Aber es macht Sinn. Schließt dich das denn mit ein?", fragte sie frech.

Harry zuckte mit den Schultern: „Ich würde ihr dasselbe Trinkgeld geben, wenn sie so hässlich wie ein Troll wäre. Sie ist gut in dem, was sie tut und sehr freundlich. Das ist alles, was für mich wichtig ist. Die Tatsache, dass sie noch dazu gut aussieht, ist ein zusätzlicher Bonus." Nach einem Moment fügte er hinzu: „Ein sehr schöner Bonus." Das brachte ihm einen spielerischen Schlag auf den Arm ein.

„Du bist furchtbar", sagte Ginny. „Sie ist wenigstens so alt wie meine Mutter."

„Sie ist mit Würde gealtert", kommentierte Harry lässig.

„Du sagst also, meine Mutter ist das nicht?", fragte Ginny nach.

„Jetzt verdrehst du mir die Worte im Mund", antwortete Harry. „Du weißt, dass ich das nicht andeuten wollte."

Gerade in dem Moment kam Neville zu ihrem Tisch, seine Arme mit Taschen beladen. „Hey ihr beiden", begrüßte er sie.

„Hey Neville", antworteten sie.

„Wie ist dein Shopping gelaufen?", fragte Ginny ihn.

„Nicht schlecht", erwiderte er und setzte sich neben Harry. „Es ist ermüdend, aber ich bin beinahe fertig. Es fehlen nur noch wenige Leute. Was ist mit euch beiden? Seid ihr zusammen in die Stadt gegangen?"

„Ja", erwiderte Harry. „Keiner von uns beiden hatte geplant, heute für den anderen einzukaufen. Deswegen haben wir beschlossen, gemeinsam einzukaufen. Es läuft ganz gut, denke ich."

Ginny nickte im Einverständnis: „Es wird. Langsam aber sicher."

Hermine, Luna und Ron schlossen sich ihnen ebenfalls bald an. Madame Rosmerta kam lächelnd zu ihnen, um ihre Bestellungen aufzunehmen. Sie ging um den Tisch herum, als sie ihre jeweilige Auswahl aufschrieb. Harry und Ginny tauschten versteckte Lächeln aus, als sie die extra Aufmerksamkeit bemerkten, die sie den Jungs schenkte, ihre Arme oder Schultern leicht berührend. Harry musste an seine Gedanken von vorher über ähnlichen Kontakt denken und verlieh damit Harrys Lächeln eine Doppeldeutigkeit, die nur er verstand.

Rosmerta ging für einen Moment und kam kurze Zeit später mit den Getränken für alle zurück. Schnell bauten die sechs Freunde eine Konversation auf, während sie ihre Butterbiere gemächlich tranken. Ihre Unterhaltung schien sich auf die kommenden Ferien zu konzentrieren. Die Weihnachtseinkäufe, die jeder von ihnen erledigt hatte, schien ohne Zweifel die Ferienstimmung in ihnen geweckt zu haben.

Die Unterhaltung hielt an, bis das Essen serviert wurde und das Thema waren nun Familien und was sie machen würden, um zu feiern. Hermines Eltern planten eine Reise in die USA, New York City um genau zu sein. Hermine war ein wenig neidisch und wünschte sich, sie begleiten zu können, aber sie war auch begeistert darüber, ihre Ferien auf Hogwarts verbringen zu können und freute sich auf den Weihnachtsball.

Neville gab zu überhaupt keine Reue darüber zu empfinden, während der Ferien auf Hogwarts zu bleiben. Seine Oma schleppte ihn anscheinend immer zu „High Society" Partys, wo es nur wenige in seinem Alter gab und niemanden mit dem er sich verstand. Er sagte ihnen, dass sie manchmal dieselben Veranstaltungen wie die Malfoys besuchten und dass die anderen In seinem Alter vom gleichen Holz geschnitzt waren. Harry konnte Nevilles Freude, dieses Jahr die Partys nicht besuchen zu müssen definitiv verstehen.

Ron und Ginny waren geteilter Meinung, was das Bleiben auf Hogwarts über die Ferien anging. Sie vermissten beide ihre Familie und hätten sie gerne besucht, aber waren ebenso aufgeregt über die Chance, an der Schule zu sein, ohne die ganze Zeit den Unterricht, Hausaufgaben und Klassenarbeiten über sich schweben zu haben. Der Weihnachtsball war ein zusätzlicher Bonus.

Luna meinte, dass sie eine Expedition verpassen würde, die ihren Vater in die Niederlande führen würde, um nach einer Herde Plungies zu suchen, die angeblich die Sümpfe in diesem Gebiet bewohnten. Die anderen konnten ihre Gefühle über die vermisste Zeit mit ihrem Vater nachvollziehen, was die Jagd nach den Plungies anging ... sie zogen es vor, diesen Part zu ignorieren.

Sobald sie ihre Erklärung beendet hatte, wandte sie sich erwartungsvoll zu Harry. Als Harry nicht sofort sprach, fragte sie: „Was ist mit deiner Familie, Harry?"

Harry bemerkte, wie Ron und Hermine einen dunklen Blick austauschten, den sie versuchten zu verstecken, aber kläglich damit scheiterten. Neville lächelte ihn mitfühlend an und Ginny nahm unter dem Tisch seine Hand in ihre und drückte sie leicht. Harry lächelte Ginny leicht an bevor er sich wieder der Gruppe zuwandte.

„Nun, ich nehme an, dass die Dursley das Äußere des Hauses und die Fenster für die Nachbarn hübsch dekorieren werden, aber das Innere wird größtenteils gleich bleiben. Sie werden an Weihnachten zur Messe gehen und so tun, als wären sie die gläubigsten Christen auf der Erde, auch wenn sie seit Ostern nicht mehr in der Kirche gewesen waren. Sie werden Dudley verhätscheln und ihm eine Vielzahl an Geschenken geben. Dudley wird den Großteil des Weihnachtstages damit verbringen, seine Geschenke auszuprobieren und dann wird er sich ohne Zweifel mit seiner Gang wegschleichen, um die Kinder in der Nachbarschaft zu terrorisieren. Meine Tante und mein Onkel werden es bewusst ignorieren und seine Erklärung, dass er Tee bei einem seiner Freunde trinken wird, als Tatsache akzeptieren. Ich denke, das fasst ihre typischen Feiertage zusammen", erzählte Harry der Gruppe, aber er richtete seine Aufmerksamkeit größtenteils auf Luna, auch wenn er schwören könnte, dass er Ginny leicht knurren hatte hören.

Sie nickte, zufrieden mit seiner Antwort, und Ginny wechselte taktvoll das Thema: „So, hat heute jemand anders schon Malfoy gesehen?" Sie hatte Malfoy in Wirklichkeit bisher noch nicht gesehen, aber sie und Harry hatten einen Streich vorbereitet, der ihn treffen würde, sobald er durch die Tore am Ende der Hogwartsländereien gehen würde. Es gab keine Möglichkeit, dass er ihn vermieden hatte.

„Nein, was ist diesmal passiert?", fragte Ron interessiert.

„Du wirst es nicht glauben", meinte Harry. „Ihm ist auf den ganzen Körper weißes Fell gewachsen, auf seinem Gesicht, seinen Armen, seinen Händen, überall, wo man es sehen konnte. Hat mich an seine Frettchentage erinnert."

Das ließ den gesamten Tisch in Gelächter ausbrechen, insbesondere die beiden Weasleys; selbst Hermine konnte ein Schnauben nicht unterdrücken, auch wenn sie sich lange vor den anderen wieder beruhigte.

„Ich würde gerne wissen, wer hinter all dem steckt", sagte Hermine, sobald die anderen sich wieder beruhigt hatten.

„Das würde ich auch gerne", stimmte Harry enthusiastisch zu. „Ich würde der Person gerne die Hand schütteln."

„So wie der Großteil der Schlossbewohner", fügte Neville obendrein hinzu. „Ich muss sagen, dass mein Lieblingsstreich bisher der erste gewesen ist, als Malfoys Roben in der Großen Halle verschwanden. Ich bin wirklich froh, einen guten Platz dafür gehabt zu haben", sagte er und warf einen bedeutungsvollen Blick zu Harry und Ginny.

Harry und Ginny wechselten einen kurzen Blick und Hermine fuhr fort, als hätten die anderen nichts gesagt. „Sie haben einiges an fortgeschrittener Magie verwendet. Alle ihre Zaubersprüche wurden anscheinend so konzipiert, dass sie nur Malfoy treffen würden. Das benötigt ein tiefes Verständnis von einigen Magiearten, die nicht einmal in Hogwarts gelehrt werden, was viel Extranachforschungen bedeutet. Ich würde sie gerne einmal fragen, wie sie es geschafft haben", sagte sie voller Wunder. „Nicht, dass ich gutheiße, was sie tun", fügte sie schnell hinzu. „Aber es ist ziemlich faszinierend."

Harry, Ginny und Neville lachten alle über Hermines Geständnis, während Ron sie erstaunt anstarrte. „Faszinierend?", fragte er sie ungläubig. „Verdammt brillant beschreibt es eher."

„Ronald, Sprache", korrigierte sie automatisch.

Sie hatten nun alle ihre Mahlzeit beendet, aber sie blieben noch wenigstens eine weitere halbe Stunde im Pub und unterhielten sich. Sie beschlossen schließlich, sich wieder zu trennen, so dass sich jeder wieder seinen Einkäufen widmen konnte. Harry und Ginny waren die einzige Ausnahme, da sie gemeinsam losgingen. Ginny führte Harry am Arm die Straße hinunter, um ihren Schaufensterbummel fortzusetzen. Nach kurzer Zeit wanderte Harrys Aufmerksamkeit weg von den Schaufenstern. Er verlor schnell sein Interesse am Shopping. Stattdessen beobachtete Harry die Menschen in den Straßen, während Ginny anhielt, um in die Schaufenster zu spähen.

Schüler liefen kreuz und quer über die Straße. Manche gingen in die Läden, manche verließen sie. Manche schienen sich nur umzusehen, so wie Ginny und er es taten, während andere scheinbar jeden Laden betraten, an dem sie vorbeikamen. Aber Schüler waren nicht die einzigen auf der Straße. Es waren auch einige Erwachsene zwischen der jüngeren Generation zu sehen. Und es waren diese Erwachsenen, die Harrys Aufmerksamkeit erregten, auch wenn er versuchte, es nicht zu zeigen.

Diese Erwachsenen zeigten ein ungewöhnliches Interesse an ihnen beiden. Sein erster Impuls war es, sie zu ignorieren, da die Menschen Harry oft anstarrten, aber irgendetwas schien hier nicht ganz zu stimmen. Normalerweise waren die Menschen relativ unverfroren, was die Aufmerksamkeit anging, die sie ihm schenkten. Selbst wenn Harry sie beim Starren ertappte, starrte und redete und deutete die gewöhnliche Hexe oder der gewöhnliche Zauberer weiter auf ihn, als würden sie überhaupt keine Scham empfinden. Es war, als dachten sie, es wäre ihr Recht oder ihr Privileg, ihn so zu behandeln, als sei er Gemeingut.

Diese Erwachsenen verhielten sich jedoch anders. Sie beobachteten ihn, versuchten dies aber zu verstecken. Jedesmal, wenn er sich zu einem wandte, drehte sich der Erwachsene plötzlich weg oder tat so, als würde er in ein Schaufenster schauen, etwas auf einer Karte oder in einer Broschüre war ihm alles etwas zu verdächtig aussehend, und er begann darüber nachzudenken, wie er die Situation handhaben wollte, als Ginny ihn in einen Laden zog.

Es war Besenknechts. Ein paar unglaublich hässliche grellgefärbte Jacken wurden praktisch verschenkt. Ginny bestand darauf, dass sie perfekt für Fred und George sein würden. Angesichts der Geschmäcker der Zwillinge konnte Harry nicht widersprechen, auch wenn der Gedanke, diese Jacken tatsächlich wiedersehen zu müssen, genug war, um ihn davon abzuhalten, auch nur daran zu denken, sie für die Zwillinge zu kaufen. Ginny schien nicht dieselben Skrupel zu haben.

Nachdem sie die beiden Jacken aus dem Schaufenster genommen hatte, begann sie mehrere T-Shirts durchzugehen, die unterschiedliche Sprüche aufgedruckt hatten. Während Ginny die Kleidung begutachtete, schätzte Harry ihre Situation ein. Mindestens drei unbekannte Hexen und Zauberer, möglicherweise Todesser, folgten ihnen. Die Straßen waren jedoch mit Menschen gefüllt und einer seiner größten Vorteile in einem Kampf war seine Fähigkeit auszuweichen. Er wollte nicht, dass ein verirrter Fluch einen unschuldigen Passanten verletzte oder gar tötete. Er musste diese Fremden von der Menge weglocken, bevor er sie konfrontieren konnte und er musste es tun, ohne ihnen zu verraten, dass er sie gesehen hatte.

Er entschied sich für einen Plan und ging zu Ginny, um ihr zuzuflüstern: „Ginny, zeig keine Reaktion auf das, was ich dir gleich sage, aber ich denke, es könnten uns ein paar Todesser durch die Stadt folgen." Ginny verspannte sich leicht. „Ein paar Menschen versuchen, uns diskret zu verfolgen. Sie sollten kein Problem für mich darstellen, aber ich kann nicht hier in der Menschenmenge mit ihnen kämpfen. Du musst weiter einkaufen und so tun, als wäre alles in Ordnung. Wenn wir das Geschäft verlassen, zieh mich zu einer der weniger populären Bereiche, aber nicht zu offensichtlich. Halt an und schau in Schaufenster, wie du es die ganze Zeit über getan hast, aber halt dich nicht zu lange auf. Ich möchte sie von den Menschenmengen weglocken, bevor eine Konfrontation stattfinden kann. Wir können sie nicht wissen lassen, dass wir sie entdeckt haben, bis wir bereits weit von der Menschenmenge weg sind, okay?"

Sie nickte: „Okay, Harry."

„Gut", erwiderte er. „Okay, dann mach jetzt weiter mit deinen Einkäufen."

Sie schaute für einige weitere Minuten durch die Regale, bis sie zwei T-Shirts herauszog, die - wie sie erklärte - für Bill und Charlie gedacht waren. Harry konnte nicht anders als zu lachen, als er ihre Auswahl sah. Eines der T-Shirts hatte vorne den Spruch: „Ich mag meine Frauen feurig" drauf und hinten einen Drachen, der Feuer spuckte und unter dem „Wortwörtlich" stand. Das andere hatte die Worte: „Ich übe meine Zauberstabbewegungen gerne im Bett" stehen. Harry konnte nicht fassen, dass sie das tatsächlich kaufte.

Sie bezahlte schnell für die Kleidung und wenige Minuten später führte sie Harry am Arm aus der Tür hinaus. Wie versprochen verhielt Ginny sich, als sei alles wie vorher. Sie zog Harry immer noch von Schaufenster zu Schaufenster und schaute interessiert das ganze Krimskrams in ihnen an. Harry schaute halb interessiert in die Läden und richtete den Rest seiner Aufmerksamkeit diskret auf ihre Verfolger.

Nach etwa fünf Minuten erreichten sie das Ende des Einkaufsbereichs und die Menschenmasse war weitestgehend hinter ihnen. Es waren nur noch eine Handvoll anderer Menschen in den Straßen. Harry drehte sich zu Ginny und sagte laut: „Es sieht so aus, als wären wir am Ende angelangt. Ich glaube, es gibt eine Abkürzung ins Zentrum durch diese Gasse dort."

„Ist gut", sagte sie nur.

Harry hakte Ginny unter und ging gemächlich los. Er wollte seinen Angreifern Zeit geben, zu reagieren. Er hatte keinen Zweifel, dass sie versuchen würden, sie von beiden Seiten der Gasse anzugreifen, und er zählte genau auf das.

Er wandte sich an Ginny und flüsterte ihr zu: „Sie werden uns wahrscheinlich von beiden Seiten aus angreifen. Bleib wachsam. Wenn sie nicht gleich angreifen, werde ich sie so lange reizen, bis sie den ersten Zauber werfen. Wenn sie das tun, warte bis zum letzten Augenblick und wirf dich dann zu Boden. Wenn wir Glück haben, werden sie sich gegenseitig aus dem Weg räumen. Wenn wir uns zu Boden werfen, wirf einen Zauber nach vorne und ich werde einen Zauber hinter uns werfen. Hoffentlich wird sie das ausschalten. Wenn wir danach noch immer umzingelt sind, versuch dich zurückzuhalten. Wenn du irgendwelche Unverzeihlichen entdeckst, weich aus und schrei: „Ducken". Ich werde dasselbe tun."

Sie nickte, um ihr Verständnis zu zeigen.

Als sie halb durch die Gasse gegangen waren, traten zwei Gestalten am Eingang der Gasse vor sie hin. Harry schaute hinter sich und entdeckte zwei weitere am anderen Ende. Er drückte leicht Ginnys Arm, um ihr zu bedeuten, stehenzubleiben. Die beiden Paare näherten sich ihnen, bis sie nur noch wenige Meter entfernt waren.

„Nicht besonders schlau, in diesen Tage in Gassen herumzulaufen", meinte einer der Männer vor ihnen. „Man weiß nie, wem man begegnen könnte."

„Wir wollen nur hindurch", erwiderte Harry kurzangebunden.

„Verdammt unwahrscheinlich", sagte eine tiefe Stimme hinter ihnen.

„Und wer wird mich aufhalten?", fragte Harry nach. „Du?", fragte er mit einem abfälligen Schnauben.

„Ich würde meine Zunge hüten, wenn ich du wäre", warnte eine weibliche Stimme hinter ihm. Harry wandte sich um, um die Besitzerin zu sehen.

„Ich mache mir keine zu großen Sorgen", sagte Harry keck und schaute ihr in die Augen. „Ihr seid nicht einmal Todesser. Was ist los? Hat der alte Voldie eure Bewerbung abgewiesen? Glaubt ihr, dass ihr etwas Respekt bekommen werdet, wenn ihr den bösen, gefährlichen Harry Potter zur Strecke bringt? Vielleicht lassen sie euch dann mitmachen und lassen euch ihre Schuhe sauberlecken."

Das hatte den gewünschten Effekt. „Oh, du kleiner ...", kreischte die Frau, während sie alle ihre Zauberstäbe zückten und ihre Zauber warfen. Harry wartete eine halbe Sekunde, bevor er mit einer Handgelenkbewegung seinen Zauberstab hervorholte und sich zu Boden warf. Die Zauber zischten harmlos über seinen Kopf hinweg und er warf schnell zwei Schockzauber auf die beiden, die hinter ihnen waren. Einer von ihnen wurde von einem Schneidezauber getroffen, der von einem seiner Freunde geworfen worden war. Harrys Schockzauber traf ihn ebenfalls und der Mann flog einige Meter nach hinten auf den Rücken, wo er bewusstlos liegenblieb. Die Frau konnte rechtzeitig ein Schutzschild errichten und blockierte Harrys Schockzauber. Sie war anscheinend nicht in der Schusslinie der anderen Flüche.

Keine Zeit verschwendend sammelte Harry seine Kraft und sandte einen starken Everbero zu ihr. Es spaltete ihren Schutzschild und schleuderte sie gegen die Mauer. Sie krachte hart gegen die Ziegel und fiel zu Boden. Harry wandte sich um, um zu sehen, wie Ginny sich machte. Er sah einen bewusstlosen Mann. Der andere kratzte an seinem Gesicht, um die Flederwichte, die ihn übel zurichteten, wegzuwischen.

Harry lachte leise: „Also das ist dein berüchtigter Flederwichtflug."

Ginny drehte sich mit einem Grinsen zu ihm: „Jep. Magst du ihn?"

„Er ist auf jeden Fall effektiv", überlegte Harry laut. „Aber in einem echten Kampf ziehe ich es vor, meine Gegner auszuschalten und sie nicht nur zeitweise außer Gefecht zu setzen. Ich bin mir jedoch sicher, dass er sehr nützlich in Situationen ist, in denen die Bedrohungen nicht lebensgefährlich sind."

Ginny zuckte mit den Schultern: „Jeder wie es ihm gefällt."

Harry lächelte zustimmend, bevor er seine Aufmerksamkeit wieder den vier besiegten Gegnern zuwandte. „Nun, was denkst du sollen wir mit den Jungs hier machen?", fragte er sie.

„Null Ahnung", erwiderte Ginny. „Glaubst du wirklich, dass sie keine Todesser sind? Oder hast du sie nur anstacheln wollen, uns anzugreifen?"

„Es gibt nur einen Weg, dass herauszufinden", sagte er, als er sich einem der bewusstlosen Körper näherte und den linken Ärmel hochschob. „Kein Dunkles Mal". Er schaute bei den anderen drei ebenfalls nach. Keiner von ihnen hatte das Dunkle Mal.

„Das scheint ein wenig zu einfach gewesen zu sein. Nun, lass uns sie festbinden und zurück in die Stadt gehen. Vielleicht finden wir einen Auror oder einen Professor oder so", schlug Harry vor.

Ginny nickte zustimmend und die beiden hatten schnell ihre vier Gefangenen mit magischen Seilen gebunden. Harry nahm einen der Zauberstäbe ihrer Angreifer und ging zu einem der Eingänge, um einen Zauber damit auszuführen. „Was war das?", fragte Ginny.

„Bemerk-mich-nicht-zauber", erklärte Harry. „Wir wollen ja nicht, dass jemand anders sie zufällig entdeckt, bevor wir jemanden finden, der sich um sie kümmert."

„Wieso hast du nicht einfach deinen eigenen Zauberstab verwendet", fragte sie ihn, während sie zum anderen Eingang gingen.

„Ich möchte nicht, dass er zu mir zurückverfolgt wird. Das ist kein Zauber, den ich in Hogwarts gelernt habe. Wenn sie versuchen, zurückzuverfolgen, wo der Zauber herkam, wird es zu diesem Zauberstab führen. Sie werden nicht wissen, dass ich derjenige war, der den Zauberstab zu der Zeit verwendet hat und werden annehmen, dass er von unseren Angreifern gesprochen worden ist."

„Wie ungemein verschlagen von dir. Du wirst ziemlich gut damit", neckte Ginny.

„Was kann ich sagen? Es ist der Slytherin in mir", witzelte Harry. Er hob den Zauberstab, um den Zauber auf den anderen Eingang zu legen, als zwei weitere Gestalten sie aus dem Nichts angriffen. Harry packte instinktiv Ginny, um sie hinter sich zu ziehen, während er einen Schutzschild errichtete. Ginny drängte sich an Harrys Seite, um zwei schnelle Zauber zu werfen, die beide ihre Ziele trafen. Harry schaute zu ihren Zielen, die beide ihrem Flederwichtfluch zum Opfer gefallen waren und wandte sich dann mit einem Lächeln zu Ginny.

„Manche würden sagen, dass du eine ziemlich ungesunde Besessenheit mit diesem Fluch hast", meinte Harry.

„Sie hätten wahrscheinlich Recht", erwiderte sie ungerührt.

Harry warf schnell zwei Schockzauber auf die Beiden, was Ginny dazu veranlasste, zu schmollen: „Du bist eine Spaßbremse." Harry zuckte nur mit den Schultern und transportierte die beiden bewusstlosen Männer zu ihren Kameraden. Er wandte sich wieder ab und vervollständigte den Bemerk-mich-nicht-zauber an diesem Eingang. Danach rief er die anderen fünf Zauberstäbe zu sich und stopfte sie in seine Tasche.

Er bot ihr wieder seinen Arm an und fragte: „Sollen wir?" Sie nickte lächelnd und hakte sich bei ihm ein. Die beiden gingen zusammen zurück ins Zentrum und hielten die Augen nach Professoren und Ordensmitglieder offen, die sie darüber informieren konnten, was passiert war.

Keiner von ihnen musste noch Einkäufe tätigen und da sie annahmen, dass sie sowieso instruiert werden würden, direkt ins Schloss zurückzukehren, machten sie sich jetzt schon in diese Richtung auf. Während sie liefen, drückte Ginny leicht seinen Arm, um seine Aufmerksamkeit zu erregen. „Hmm?", fragte er und schaute rechts an seiner Schulter hinunter, um ihr in die Augen zu schauen.

„Ich wollte dir nur danken", sagte sie.

„Für was?", fragte Harry verblüfft.

„Dafür, dass du nicht so gehandelt hast, als sei ich ein hilfloses kleines Mädchen. Dafür, dass du mir vertraut hast, dass ich es handhaben kann", sagte sie ihm ernst.

„Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich mir keine Sorgen gemacht habe oder dich nicht von solchen Situationen fernhalten wollte", gab Harry zu. „Aber ich weiß, dass du es handhaben kannst. Außerdem wäre es ein wenig scheinheilig von mir, wenn ich sagen würde, dass du dich fern halten sollst und in Sicherheit bleiben musst, während ich hinausgehe und mich der Gefahr stelle, da das genau das ist, was mich an Dumbledore und dem Orden stört. Das ist auch unser Krieg und ich weiß, dass das nicht nur mich betrifft, sondern auch dich und die anderen."

„Ja, nun, da stehst du alleine da", murmelte Ginny verächtlich. „Du hättest letzten Juni Mum, Bill und Charlie hören sollen. Nach ...", sie ließ den Satz unbeendet.

„nach der Mysteriumsabteilung", vervollständigte Harry.

„Genau", sagte sie. „Sie behandeln mich, als wäre ich noch immer sechs Jahre alt und unfähig, auf mich selber aufzupassen, ganz zu schweigen in einem Kampf hilfreich zu sein."

„Nun, ich weiß sehr wohl, wie gut du in einem Kampf bist", sagte Harry. „Ich habe dich nicht nur in meinem HA-Unterricht gesehen, sondern auch letzten Juni gesehen und gerade eben auch. Du bist schnell im Zaubern und in deinen Bewegungen. Und für so jemand Kleines hast du 'ne ganz schöne Power", neckte er, was ihm einen spielerischen Schlag auf den Arm einbrachte. Aber sie lächelte breit über sein Lob.

Sie fanden niemanden, der helfen könnte, bis sie zu den Hogwartstoren kamen, wo Professor McGonagall wartete. Sie gingen zu ihr. „Professor McGonagall", grüßte Harry.

"Mr. Potter, Miss Weasley", erwiderte sie den Gruß mit einem Nicken zu ihnen beiden.

„Hallo Professor", sagte Ginny.

„Was kann ich für euch beide tun?", fragte sie mit ihrer nüchternen Stimme.

„Nun, wir hatten einen kleinen Zwischenfall in der Stadt, von dem wir dachten, dass Sie informiert werden sollten", erklärte Harry.

„Einen Zwischenfall?", fragte sie.

„Ja. Sechs Erwachsene haben uns in einer Gasse am Ende des Einkaufszentrums überrascht." Harry fasste den Kampf kurz zusammen. „Wir haben sie alle mit Schockzaubern beworfen und gefesselt, aber wir wussten nicht, was wir sonst mit ihnen machen sollten. Wir haben bei allen nachgeschaut. Keiner von ihnen trägt das Dunkle Mal. Sie waren auch sehr einfach zu besiegen, ich bezweifele also stark, dass dies etwas mit Voldemort oder den Todessern zu tun hat. Höchstwahrscheinlich haben sie gehofft, dass meine Gefangennahme ihnen einen Freifahrtschein in Voldemorts inneren Zirkel geben würde."

McGonagall schürzte ihre Lippen so sehr, dass sie nur noch als Linien auf ihrem Gesicht erschienen. „Wo genau habt ihr sie zurückgelassen?"

Harry nannte ihr die beiden Gebäude, zwischen denen sie sie zurückgelassen hatten.

„Nun gut. Ich möchte, dass ihr beide sofort ins Schloss zurückgeht. Erzählt niemanden, was passiert ist. Wenn das, was ihr sagt wahr ist und dies nicht mit Ihr-wisst-schon-wem zusammenhängt, dann würden die Neuigkeiten des Angriffs nur unnötige Panik verursachen. Ich werde sichergehen, dass man sich um diese Sache kümmert."

Die beiden nickten und wollten weitergehen, als sie sie aufhielt: „Und eine weitere Sache." Die beiden wandten sich um und schauten sie erwartungsvoll an. „Es ist gut, zu sehen, dass ihr die Situation so gut handhabt. 20 Punkte für Gryffindor für jeden von euch."

„Danke", erwiderten beide. Sie drehten sich um und gingen zurück zum Schloss.

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Am nächsten Tag trafen sich Harry und Ron ein paar Minuten eher, um den Raum für das Quidditchmeeting vorzubereiten. Da es sinnlos war, die Umkleideräume am Spielfeld zu benutzen, da sie nicht trainieren würden, hatten sie das Treffen im Privaten abhalten wollen und sie entschieden, es im Raum der Wünsche abzuhalten. Da sie alle gewohnt waren, Ron als ihren Kapitän zu betrachten, hatten sie beide beschlossen, dass es das Beste wäre, wenn er ihnen die Idee vorstellen würde. Schon bald begannen die Teammitglieder aufzutauchen. Sobald alle angekommen waren und sich gesetzt hatten, fing Ron an.

„Ich möchte euch allen für euer Kommen danken", sagte Ron nervös und wanderte vor ihnen auf und ab. Der Raum hatte ihnen ein gemütliches Wohnzimmer mit drei Sofas und vier Sesseln gestellt. Harry stand vor ihnen, aber ein wenig an der Seite und lehnte sich an einen der leeren Stühle. Ron war genau im Mittelpunkt der Gruppe und lief vor dem Kamin auf und ab.

„Ihr werdet sicher alle zustimmen, dass ich ein großes Chaos mit dem Team angerichtet habe", sagte Ron schließlich und blieb stehen. „Ich habe aus einer Mücke einen Elefanten gemacht und meine persönlichen Probleme meine Aufgaben als Kapitän beeinflussen lassen. Harry und ich haben uns mit Professor McGonagall getroffen und wir haben eine Entscheidung gefällt, von der wir glauben, dass sie für das Team die Beste ist. Harry war ihre erste Wahl als Kapitän und er ist der beste Mann für den Job, aber er hat das Angebot abgelehnt, weil er nicht genug Zeit dafür hat. Also haben wir uns einen Kompromiss überlegt." Er wandte sich an Harry: „Möchtest du es erklären?"

„Sicher", meinte Harry und trat vor. „Einfach gesagt werden Ron und ich Kokapitäne sein. Ich werde technisch gesehen derjenige im Kommando sein, aber Ron wird weiterhin das Training leiten und sich neue Strategien und Taktiken überlegen. Ich werde mich nur einbringen, wenn ich einen Grund dafür sehe. Ich habe auch die Ehre, die Reden, insbesondere die Motivationsreden und solche Dinge zu halten", sagte Harry sarkastisch. „Ich werde auch derjenige sein, der während eines Spieles die Leitung übernimmt."

Er schaute jeden seiner Teamkameraden an, um ihre Reaktionen einzuschätzen. Jeder Einzelne von ihnen hatte ein breites Grinsen im Gesicht. Ginny zwinkerte ihm außerdem schelmisch zu, woraufhin er nur mit den Augen rollte. „Hat jemand Fragen?", fragte er.

„Ich", sagte Katie. Harry nickte ihr auffordernd zu. „Nehmen wir mal an, dass einer von uns ein Problem oder eine Frage oder etwas hat, von dem wir glauben, dass es angesprochen werden soll: Mit wem sollen wir reden?"

„Eine gute Frage", sagte Harry und dachte über seine Antwort nach. „Ich würde sagen, es kommt darauf an, um was es geht. Wenn es um das Training oder um die Spieltaktiken oder Strategien geht, wendet euch an Ron. Ansonsten kommt zu mir. Wenn ihr Zweifel habt, könnt ihr zu mir kommen und wenn ich der Meinung bin, dass es etwas ist, dass Ron beantworten sollte, werde ich ihn involvieren. Hört sich das gut für dich an, Ron?"

Er nickte: „Ja, das ist perfekt."

„Großartig", sagte Harry. „Noch irgendwelche Fragen?" Niemand sagte etwas. „Also gut, dann könnt ihr alle gehen. Danke noch einmal für euer Kommen."

Alle standen von ihrem Platz auf, aber niemand ging zur Tür. Stattdessen schüttelten sie alle gratulierend Harrys Hand. Katie und Ginny waren die einzige Ausnahme. Sie umarmten ihn stattdessen. Harry dachte, dass Stephanie ihn auch umarmen wollte, aber in letzter Sekunde reichte sie ihm die Hand und errötete heftig. Er lächelte sie mit einem - so hoffte er - warmen und ermutigenden Lächeln an. Als er hochsah, sah er, wie Ginny sich eine Hand vor den Mund hielt, um ihr Kichern zu verstecken. Er versuchte sie streng anzuschauen, aber er konnte es nicht. Es war wirklich lustig.

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Der nächste Tag brachte eine weitere von Harrys Tanzstunden mit Professor McGonagall mit sich. Keine Zeit verlierend erzählte sie ihm sofort, was mit den sechs Erwachsenen passiert war, die ihn angegriffen hatten und bestätigte seinen ursprünglichen Gedanken, dass die Attacke in keinster Weise mit Voldemort in Verbindung stand. Das geklärt, startete sie mit einem Schlenker ihres Zauberstabs die Musik, und sie fingen an zu tanzen. Sie redete über die unterschiedlichsten Dinge, während sie tanzten: Seinen Unterricht, seine Freunde, Quidditch, seinen Status als Assistenzprofessor. Bei dieser Gelegenheit sprach Harry etwas an, über das er fast das ganze Semester nachgedacht hatte.

„Pro... Minerva, was halten sie davon, dass ich Assistenzprofessor bin", fragte Harry sie.

„Um ehrlich zu sein, hatte ich erst einige Bedenken", sagte sie ihm direkt. „Du bist nicht immer der beste oder motivierteste Schüler gewesen und du hast eine Tendenz dazu, die Schulregeln zu missachten, wenn sie dir nicht passen. Aber du hast immer gute Absichten, wenn du die Regeln brichst, ich kann dir also nicht die ganze Schuld zuweisen. Manchmal ist es notwendig, ein paar Regeln zu brechen, um das richtige zu tun, besonders wenn jemand wie Fudge im Büro sitzt und Gesetze macht."

Harry nickte verstehend und sie fuhr daher fort: „Ich habe dich letztes Jahr nie die DA unterrichten sehen. Ich glaube nicht, dass einer von uns das tat, der Schulleiter vielleicht ausgenommen, aber er will meine Vermutungen nicht bestätigen. Aber die Ergebnisse haben für sich selbst gesprochen. Jeder in der DA, der einen Z.A.G oder U.T.Z abgelegt hat, hat die breite Mehrheit seiner Klassenkameraden in VgdDK weit hinter sich gelassen. Es war offensichtlich, dass du in diesen Treffen etwas richtig machtest."

„Aber ich hätte die HA dieses Jahr wieder als Schüler abhalten können", meinte Harry.

„Das ist wahr. Und das wurde in unseren Treffen vor dem Semester stark diskutiert. Albus war sehr überzeugend in seiner Argumentation, dir den Titel zu geben. Er hat darüber geredet, dass du den Club für alle Häuser öffnen wolltest und er war der Meinung, dass du Autorität haben müsstest, um Kontrolle über deinen Unterricht zu wahren. Das letzte, was wir wollten, war, das ein paar ungebärdige Schüler deinen Unterricht stören, ohne dass du etwas dagegen unternehmen könntest, vom Verzaubern einmal abgesehen. Und das wollten wir nicht", lachte sie auf.

„Ihr wolltet also sicher stellen, dass niemand sonst die gleiche Autorität wie ich im Unterricht hat", warf Harry ein. „Daher konnte ich kein Vertrauensschüler werden oder so etwas in der Art, da einige der anderen Schüler noch immer dieselbe Autorität hätten."

„Genau", stimmte Minerva zu. „Dein Unterricht ist wichtig, denn er lehrt den Schülern die Fähigkeiten zu überleben. Wir wollten das nicht gefährden." Sie hielt einen Moment lang inne, bevor sie fragte: „Warum wolltest du es wissen?"

Harry dachte über seine Antwort nach, bevor er antwortete: „Ich habe tatsächlich seit einiger Zeit darüber nachgedacht. Ich habe es nur merkwürdig gefunden, dass niemand wirklich darüber mit mir gesprochen hat. Ich wurde zu keiner Lehrerkonferenz eingeladen oder so etwas. Ich werde von dem Rest der Lehrerschaft praktisch wie ein regulärer Schüler behandelt. Ich habe nicht erwartet, in reguläre Treffen miteinbezogen zu werden oder so etwas in der Art, aber ich hatte angenommen, dass ich zumindest Neuigkeiten oder Feedback oder so etwas bekommen würde. Es erscheint mir nur merkwürdig, mir diese Position zu geben und mich dann auf mich allein gestellt zu lassen."

Sie schaute ihn eine Zeitlang an, um sich eine Antwort darauf zu überlegen: „Du hast Recht", gab sie schließlich zu. „Wir hätten dich nicht auf dich allein gestellt lassen sollen. Jemand hätte offiziell schauen sollen, wie du zurechtkommst. Albus hat uns alle ermutigt, eine deiner Unterrichtsstunden zu besuchen, um zu sehen, wie sie sind, aber er hat niemals gefordert, dass wir unsere Erkenntnisse mit dir teilen. Ich bin nach dem Unterricht, den ich besucht habe, geblieben, weil ich mit dir über deine Leistung reden wollte und nicht, weil es von mir erwartet wurde."

„Und ich hatte außer dir nur zwei weitere Besucher. Professor Flitwick kam zu der fortgeschrittenen-Klasse, wie auch Professor Snape", meinte Harry. „Er hat versucht, sich unter einem Tarnumhang hereinzuschleichen, um meinen Unterricht unbemerkt zu beobachten."

„Versucht?", fragte sie nach und sie konnte ein Lächeln nicht ganz verbergen.

Harry nickte: „Ja. Ich habe den Vertrag so konzipiert, dass er mir jeden Anwesenden zeigt, der ihn nicht unterschrieben hat. Er sieht durch Vielsafttrank und Tarnumhänge. Er lässt den ungeladenen Gast rot aufglühen. Als ich daher ein rotes Glühen in einer Ecke ohne eine dazugehörige Person sah, habe ich seinen Tarnumhang zu mir gerufen."

Sie lachte laut auf, als sie das hörte, was sich für Harry fremd anhörte. Er hatte sie niemals wirklich laut und hemmungslos Lachen hören. „Oh, ich hätte zu gern sein Gesicht gesehen, als du das getan hast", schaffte sie schließlich zu sagen.

„Ja", sagte Harry in Erinnerungen schwelgend. „Er war nicht sehr glücklich darüber."

„Das kann ich mir vorstellen", warf sie ein.

Harry lächelte ihr zu: „Er hat während des Unterrichts einen Vorschlag gemacht, der tatsächlich hilfreich war. Aber danach hat er kein Wort mit mir geredet. Er ist sobald der Unterricht vorbei war sofort verschwunden."

„Das hört sich nach Severus an", gluckste Minerva. „Versucht immer, unbeachtet zu sein. Er war wahrscheinlich nur verärgert darüber, dass er von einem Schüler, und darüber hinaus auch noch einem Potter, erwischt worden zu sein."

Harry lachte: „Das muss für ihn die ultimative Beleidigung gewesen sein, wenn man bedenkt, für wie inkompetent er mich hält."

„So ist es", erwiderte sie. „Hör zu, Harry, warum treffen wir uns ab dem nächsten Semester nicht einmal im Monat, um über alles zu reden, von dem du als Professor Bescheid wissen solltest und du kannst alle Fragen und Sorgen, die du vielleicht hast, ebenfalls ansprechen."

„Das hört sich wunderbar an, Minerva", antwortete Harry mit einem Lächeln.

Nach dem Unterricht war Harry glücklich, zu entdecken, dass er ihr während der ganzen Unterhaltung nicht einmal auf die Zehen getreten war. Am Ende des Unterrichts beschlossen sie, sich nicht weiter zu treffen, da Harry an einem Punkt angelangt war, an dem er tanzen und gleichzeitig eine Unterhaltung führen konnte und sie war nun, da das Ende des Semesters sich näherte, viel beschäftigter. Harry gab seinen Unterricht jedoch nicht ganz auf, er wechselte den Ort nur zum Raum der Wünsche.

Er war tatsächlich von sich selbst überrascht, dass er nicht schon früher daran gedacht hatte, den Raum zu verwenden. Es war der Platz, zu dem er ging, wenn er das Duellieren trainieren wollte; warum also nicht auch dorthin für Tanztraining gehen? Er war allerdings über die Stunden mit seiner Hauslehrerin froh. Zu allererst hatte er die Grundlagen lernen müssen, bevor er mit dem Raum der Wünsche etwas erreichen konnte. Und zweitens fand er, dass er eine Verbindung mit seiner Professorin aufgebaut hatte. Sie waren nicht mehr länger nur Schüler und Lehrer, sondern auch Kollegen, sogar Freunde, wenn auch nur im Privaten Umfeld.

ENDE Teil1