Kapitel 14.2 Weihnachtsspaß
Harry und Hermine waren unter den ersten, die Snapes Klassenzimmer am nächsten Tag nach dem Mittagessen betraten. Der Rest der Klasse erschien kurz darauf. Harry holte gerade seinen Aufsatz hervor, als er hörte, wie die Tür sich öffnete und er schaute im Klassenzimmer nach hinten. Ein Lächeln erschien auf seinem Gesicht. Es war Malfoy. Das war jedoch nicht alleine der Grund, warum er lächelte. Malfoy war mit den Rollen Pergament für seinen Aufsatz in der Hand eingetreten, etwas, dass Harry gelegentlich bemerkt hatte und etwas, dass er mit eingeplant hatte.
Als er und Ginny vor kurzem einige der Streiche überall im Schloss erneuert hatten, hatte Harry einen besonderen Streich hinzugefügt, von dem er dachte, dass er Ginny, den Zwillingen und sogar den Rumtreibern würdig war. Er war dabei, ihn in Aktion zu sehen.
Nicht einmal einen Moment, nachdem Malfoy zu seinem Platz gegangen war- er war der Letzte, der das Klassenzimmer betreten hatte - forderte Snape sie auf, ihre Aufsätze abzugeben. Er ging die Reihe der Arbeitstische hinunter und sammelte sie ein. Als er Malfoy erreichte, blieb er jedoch stehen: „Was soll das bedeuten, Mr. Malfoy?"
Malfoy schaute ihn verärgert an: „Die Bedeutung von was genau?"
„Von dem", meinte Snape und gab Malfoy das Pergament zurück. „Falls Sie es vergessen haben sollten: Ich habe nach fünf Rollen Pergament über Veritaserum gefragt."
„Das ist es, was ich Ihnen gegeben habe", spuckte Malfoy und legte das Pergament wieder in Snapes Hände.
„Was Sie mir gegeben haben", knurrte Snape, Malfoys Hände beiseite schiebend, „sind fünf Rollen leeres Pergament."
Malfoy hörte auf, zu versuchen, das Pergament Snape in die Hand zu drücken und musterte sie genauer. Er japste auf: „Das ist nicht möglich. Ich habe Stunden mit Nachforschungen und der Arbeit an diesem Aufsatz verbracht. Ich hatte alle fünf Rollen Pergament vollständig gefüllt. Sie sind es wieder. Es muss so sein."
„Was für einen Unsinn geben Sie jetzt von sich? Wer sind diejenigen, von denen Sie sprechen", fragte Snape nach.
„Kann ich einen Moment in Ihrem Büro mit Ihnen sprechen", bat Malfoy und bewegte sich unbehaglich. Harry grinste. Das letzte Mal, als er auf der Karte geschaut hatte, war ein weiterer der Unterwäscheschrumpfzauber nahe daran, ausgelöst zu werden. Wenn er sich nicht irrte, hatte Malfoy im Moment mit mehr als nur einem Streich zu kämpfen.
Snape sah nicht begeistert aus, aber er stimmte der Bitte zu und führte Malfoy zu der Tür, die sich hinter seinem Schreibtisch an der rechten Seite der Wand befand. Da Harry das Spektakel nicht verpassen wollte, hob er diskret seine linke Hand und warf einen Zauber auf die Tür. Während seiner Suche nach Privatssphärenzauber hatte Harry ebenfalls über mehrere verschiedene Zauber gelesen, die man benutzen konnte, um andere zu belauschen oder auszuspionieren. Er hatte nicht unbedingt geplant, dieses Wissen zu verwenden, aber es war gut, zu wissen, was gegen ihn verwendet werden konnte. Nun war er für die zusätzlichen Nachforschungen dankbar.
Er hatte die Tür so verzaubert, dass sie für Snape und Malfoy als total normal erscheinen würde. Für diejenigen im Klassenzimmer jedoch erschien es so, als wäre die Tür vollständig verschwunden. Sie würden nicht nur direkt durch die Öffnung sehen können; sie konnten ebenso hören, was in dem Raum passierte. Harry stellte sicher, dass er genau so überrascht wie der Rest der Klasse aussah, als die Tür plötzlich verschwand. Niemand tat jedoch mehr als mit seinem Nachbarn darüber zu flüstern. Sie waren alle daran interessiert, zu hören, was in dem anderen Zimmer passierte, selbst die anderen Slytherins.
„Um was geht es?", fragte Snape kurzangebunden. Er war offensichtlich verärgert, dass sein Unterricht unterbrochen wurde.
„Streiche", sagte Malfoy müde. „Jeden Tag werde ich von massenhaft Streichen getroffen. Das ist nur ein weiterer. Ich bin mir sicher. Ich habe den Aufsatz gerade erst in der Bibliothek fertiggestellt und bin direkt zum Unterricht gekommen. Ich hatte ihn die gesamte Zeit über in der Hand. Niemand hätte ihn wegnehmen können, aber sie müssen meine Tinte verhext haben oder so etwas, um sie verschwinden zu lassen. Ich weiß es nicht, aber ich bin sicher, dass sie es waren."
„Haben Sie eine Idee, wer Ihnen das antut", fragte Snape skeptisch.
Malfoy ließ seine Schultern sinken: „Ich habe keine Beweise, wenn Sie das meinen. Aber ich weiß, dass Potter oder diese Blutsverräterin, die Weasley, involviert sind."
Snape zog daraufhin eine Augenbraue hoch: „Und welche Beweise haben Sie, was diese Streiche angeht?"
„Sie denken, ich würde mir das ausdenken?", fragte Malfoy ungläubig. „Wieso würde ich das tun?"
„Ich gebe nicht vor, zu verstehen, was in den Köpfen von Teenagern vor sich geht", sagte Snape. „Aber ich habe überhaupt keinen Beweis, dass Sie das Opfer von Streichen geworden sind. Soweit ich weiß könnte dies alles ein ausgefeilter Plan sein, um den Aufsatz nicht schreiben zu müssen."
„Beweise?", fragte Malfoy. „Sie möchten einen Beweis?", wiederholte er und seine Stimme nahm einen leicht hysterischen Tonfall an. „Ich gebe Ihnen einen Beweis." Damit zog Malfoy seine Roben über seinen Kopf. Snapes Augen drohten aus ihren Höhlen zu fallen und der Mann erstarrte, als er zusah, wie sein Schüler sich vor ihm auszog. Als Malfoy seinen Gürtel aufmachte und es klar wurde, was als nächstes kommen würde, nahm Snapes Gesicht einen horrorerfüllten Ausdruck an. Die einzige Emotion, die Harry bei Snape bisher gesehen hatte, war Ärger. Harry wusste, dass dieser Ausdruck auf Snapes Gesicht lange Zeit eine in Ehren gehaltene Erinnerung für ihn sein würde.
Harry schaute gebannt zu, wie Malfoy seine Hose fallen ließ. „Schauen Sie sich das an", schrie er und gestikulierte auf seine schrumpfende Unterwäsche. „Das ist das sechste Mal, dass das passiert! Und es geschieht immer, wenn ich keine Zeit habe mich umzuziehen. Haben Sie auch nur die geringste Ahnung, wie ungemütlich es ist, so im Unterricht zu sitzen?"
Harry hätte nie gedacht, dass er je den Tag erleben würde, an dem Snape nicht mehr als Stottern konnte, aber das war genau das, was der Mann tat. Einige Zeit später fasste er sich wieder etwas und er fuhr Malfoy an. „Verschwinden Sie von hier!", befahl er. „Gehen Sie zurück zu Ihrem Schlafsaal und bleiben einfach dort. Sie sind vom Unterricht entschuldigt." Er wartete nicht, ob seine Befehle ausgeführt wurden. Er trat zu der Tür, die zum Klassenzimmer führte und warf sie auf. Als er eintrat, sah er, wie die gesamte Klasse ihn anstarrte und hinter vorgehaltener Hand kicherte. Das Schöne an dem Zauber, den Harry verwendet hatte, war, dass er konstruiert war, um unbemerkt zu bleiben. Sobald die Tür geöffnet wurde, war der Zauber aufgelöst worden. Alles, was Snape sah, als er sich umdrehte, war seine Bürotür.
Er drehte sich zur Klasse und schenkte ihnen seinen tödlichsten Blick. „Was starrt ihr mich alle so an? Fangt an zu arbeiten!" Er ging zu einem Regal an der Wand und beschäftigte sich dort mit einigen der Zutaten, die dort gelagert wurden.
„Ähhh, Sir?", sprach einer der Slytherinschüler tapfer.
„Was?", fauchte Snape, drehte sich auf dem Absatz um und ging bedrohlich auf den Schüler zu.
„S... Sie haben uns die Aufgabe für heute noch nicht gegeben", fuhr der Schüler eingeschüchtert fort.
Snape hielt mitten in der Bewegung inne. Er richtete seinen Zauberstab auf die Tafel an der Wand und Instruktionen erschienen. „An die Arbeit. Es gibt für niemanden von euch einen Grund zu reden. Ich möchte vollständige Stille." Er ging wieder zurück zu dem Regal und fuhr mit seiner vorigen Tätigkeit fort, ohne der Klasse auch nur eines Blickes zu würdigen. Harry schaute sich schließlich um und sah, dass er nicht der einzige war, der Mühe hatte, seine Heiterkeit zu kontrollieren. Sogar Hermine konnte ihre Erheiterung über das, was sie gerade beobachtet hatten, nicht vollständig verstecken. Sie war die einzige, die bereits gewissenhaft damit angefangen hatte, an dem Zaubertrank zu arbeiten, aber sie tat dies mit einem amüsierten Grinsen. Harry begann seine Zutaten anzuordnen, aber seine Gedanken waren nicht bei dem Zaubertrank. Er konnte in diesem Moment nur an Ginny denken. Er konnte es nicht erwarten, ihr von dem, was gerade geschehen war, zu erzählen.
Harry verschwand am Ende des Unterrichts schnell. Er wusste, dass Ginny gerade mit dem Zauberkunstunterricht fertig sein würde und sie hatten beide den Rest des Nachmittages frei. Er wollte sie abfangen, bevor sie den Gemeinschaftsraum erreichte. Er war in seinem Versuch nicht erfolgreich, hatte aber keine Schwierigkeiten, sie zu überreden, in sein Büro zu kommen. Sie saßen zusammen auf seinem Sofa, als Harry ihr seine Geschichte erzählte. Sie lachten zusammen herzlich und feierten ihren Erfolg, Malfoy leiden zu lassen: dafür, dass er Ginny beinahe umgebracht hatte, sowie unzählige weitere Untaten, die auf ihn zurückzuführen waren. Die beiden verbrachten die restliche Zeit vor dem Abendessen damit, Seite an Seite in komfortabler Stille zu arbeiten. Ginny musste Hausaufgaben machen und Harry musste die Aufsätze für Professor Caldwell korrigieren. Er hatte das die letzten Tage vor sich hergeschoben.
Als es Zeit fürs Abendessen war, hatten die Neuigkeiten, was während des Zaubertrankunterrichts passiert war, bereits die Runde gemacht. Natürlich war die Geschichte nach kurzer Zeit völlig verzerrt dargestellt, bis die Hälfte der Schüler dachte, dass Malfoy und Snape in einer heißen Liebesaffäre verwickelt waren. Harry und Ginny lachten gemeinsam, als diese Neuigkeiten sie erreichten.
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Harry hatte in den vergangenen drei Tagen sein Training verpasst. Da er aber weiterhin morgens trainierte, litt er nicht unter der Pause und konnte schnell mit seiner üblichen Routine fortfahren. Wenn er nicht trainierte oder für die Schule lernte, machte Harry sich mit der Theorie und Prinzipien hinter der Legilimentik vertraut. Wenn er Ginny Okklumentikunterricht geben wollte, würde er eine Möglichkeit brauchen, um ihre Schilde zu testen. Außerdem interessierte Harry das Thema sehr. Er hatte keinen Wunsch, Legilimentik an jemanden anzuwenden, seine Feinde vielleicht ausgenommen, aber er war dennoch sehr daran interessiert, zu wissen, wie diese Magieart funktionierte. Er vermutete außerdem, dass das Wissen, wie Legilimentik funktionierte, ihm dabei helfen könnte, sich gegen mentale Angriffe zu verteidigen.
Die letzten zwei Tage Unterricht verliefen relativ ereignislos. Am Donnerstag gab es eine kurze Wiederholung, bevor Professor Flitwick sie früher gehen ließ. Professor McGonagall hatte eine ähnliche Idee und verbrachte den Großteil des Unterrichts mit Wiederholen. Sie ließ die Klasse jedoch nicht früher gehen, nicht dass irgendjemand, dass von ihr erwartet hätte. Sie behielt sie bis zum Glockenläuten da und sagte ihnen, sie sollten während der Ferien lernen und Spaß haben, als würden diese beiden Konzepte in den gleichen Satz gehören. Harry wusste, dass er über die Feiertage viel Lernen würde, nur nicht unbedingt für die Schule.
Harry traf sich noch immer jeden Donnerstagabend mit Dumbledore. Ihre Treffen waren im Allgemeinen kurz. Dumbledore kontrollierte Harrys Okklumentikschutzschilde und die beiden wechselten hier und da ein paar Scherze und beredeten manchmal etwas Ernsteres. Dieser Abend war nicht anders. Der Schulleiter war nicht in der Lage, Harrys Schilde zu durchbrechen. Harry fragte, ob er irgendwelche anderen Ideen hatte, wie er Voldemort abwehren könnte, woraufhin Dumbledore antwortete, dass er noch immer auf der Suche war, aber bisher noch nichts gefunden hatte, das funktionieren würde.
Der Schulleiter forderte ihn auf, sich auch während der Ferien weiterhin mit ihm zu treffen, dem Harry ohne Widerworte zustimmte. Er hasste es, von Dumbledore als einen Feind zu denken, aber der Ausdruck: „Halte deine Freunde nahe bei dir, aber deine Feinde noch näher*", tauchte in Harrys Gedanken auf. Solange er freundlich und augenscheinlich offen mit dem alten Mann war, würde er keinen Argwohn erwecken. Also spielte er weiterhin die Rolle des braven kleinen Jungen.
Das war nicht weiter schwer. Er hasste Dumbledore nicht. Er hatte seine Probleme mit ihm, aber er wusste, dass der alte Mann immer das tat, von dem er dachte, dass es das Beste wäre. Er vergaß nur oft die Tatsache zu bedenken, dass er es nicht immer am besten wusste, besonders wenn es Harrys Leben betraf. Als Schulleiter hatte er das Recht, ein bestimmtes Maß an Kontrolle über Harrys Leben zu haben, während er auf Hogwarts war. Außerhalb Hogwarts hatte er nicht den geringsten Rechtsanspruch. Diese Tatsache übersah er regelmäßig.
Harry gab dem Schulleiter auch zum großen Teil die Schuld für die Zeit, die er mit den Dursleys hatte verbringen müssen. Dumbledore hatte ihn nicht nur dorthin gebracht, sondern er hatte ihn auch bei Menschen alleingelassen, die ihn hassten. Wie schwer konnte es gewesen sein, gelegentlich nach ihm zu sehen oder irgendeine Art Überwachungszauber aufzurichten?
Was ihn am meisten störte, war, dass er sich sicher war, dass der Mann zumindest einiges von seiner Kindheit wusste. Sein erster Hogwartsbrief war schließlich an den Schrank unter der Treppe adressiert. Er wusste zumindest, dass Harry in diesem Schrank gewohnt hatte und wenn das noch nicht genug für ihn war, einzuschreiten, hätte es zumindest genug sein sollen, um sein Interesse zu wecken und ein Auge auf die Situation zu haben. Er hatte sich nur einmal direkt in die Angelegenheiten im Ligusterweg eingemischt, und das war nur, um die Dursleys davon abzuhalten, Harry aus ihrem Haus zu werfen, nachdem die Dementoren Dudley und Harry angegriffen hatten.
Es schien, das Dumbledore zufrieden war, Harry in Ruhe zu lassen und ihn sich selber um seine Probleme kümmern zu lassen, solange er entweder bei den Dursleys oder auf Hogwarts war. Das mag Harry gestört haben, als er vor Hogwarts und seitdem jeden Sommer bei den Dursleys festgesessen war, aber jetzt war es ein Gottesgeschenk. Sollte der Mann auch nur ein wenig argwöhnisch sein, hatte Harry keinen Zweifel, dass er problemlos alles, was Harry in diesem Jahr gemacht hatte, entdecken könnte.
Seine Privatsphärenschutzzauber konnten von einem Zauberer, der mächtig genug war, gebrochen werden. Wenn er wollte, könnte der Schulleiter ohne Probleme eine von Harrys Trainingseinheiten unterbrechen. Sollte er Harry genau beobachten, würde er entdecken, dass Harry die Schulländereien verließ. Er könnte auch problemlos eine oder beide von Harrys Animagi entdecken.
Schlussendlich könnte er Harrys Freunde befragen, besonders Ginny. Keiner der anderen könnte Dumbledore etwas Wichtiges sagen, aber Ginny könnte. Und er hätte keine Schwierigkeiten, die Gedanken direkt aus ihrem Kopf zu ziehen, wenn er denn so wollte. Harry zweifelte nicht daran, dass der Mann Legilimentik an seinen Freunden anwenden würde, wenn er es als notwendig ansehen würde. Es gab immer die Chance, dass er nur Ron und Hermine auf diese Weise heranziehen würde, aber Harry war sich nicht sicher, ob er sich wirklich auf diese Chance verlassen wollte, was der Grund war, warum Harry vorhatte, Ginnys Unterricht zu beginnen, sobald die Ferien begannen.
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Er schaffte es, Freitag nach dem Abendessen Ginny in sein Büro zu lenken. „Ich dachte, nun, da der Unterricht vorbei ist, könnten wir mit deinem Okklumentiktraining beginnen", sagte Harry direkt. „Angenommen natürlich, dass du noch immer gewillt bist, es zu lernen." Ginny nickte zustimmend. Harry holte tief Luft, bevor er fortfuhr. „Der erste Schritt, den du unternehmen solltest, ist es, deine Gedanken zu organisieren. Du musst alle deine Gedanken und Erinnerungen durchgehen und sie nach Kategorien organisieren und aufbewahren. Alle unbedeutenden Gedanken wie was du zum Abendessen hattest oder deine Lieblingsfarbe lässt du frei in deinem Kopf.
Nachdem du alles sortiert hast, werden wir daran arbeiten, deine Schutzwälle aufzubauen. Du bildest Mauern oder setzt Schutzzauber um deine Gedanken. Ich habe auch Schlösser und Schutzzauber auf meine Koffer gelegt, so dass jemand, der in meine Gedanken einbricht, nur unbedeutende Gedanken zu sehen bekommt. Die Hoffnung ist, dass du in der Lage sein wirst, jegliche Eindringlinge rauszuwerfen, bevor sie es schaffen, in die Koffer einzudringen, um zu den wichtigen Erinnerungen zu gelangen.
Ich habe ein Buch, dass es viel besser erklärt, das ich dir ausleihen werde. Sobald deine Schutzwälle aufgebaut sind, werde ich versuchen, sie zu durchbrechen. Ich habe bereits begonnen, über Legilimentik zu lesen. Ich werde es mir selbst beibringen, während ich dir Okklumentik beibringe. Ich bin mir also nicht sicher, wie gut es funktionieren wird, aber ich denke, es ist einen Versuch wert. Ich konnte meine Gedanken über den Sommer ziemlich gut beschützen, ohne dass mich jemand testete oder es mir beibrachte."
Ginny lehnte sich in ihrem Stuhl zurück, als sie über alles nachdachte, was sie gerade gehört hatte: „Du wirst also versuchen, in meine Gedanken einzudringen, um sie und meine Erinnerungen zu lesen?"
„Ja und nein", erwiderte Harry. „Ich würde versuchen, in deine Gedanken einzudringen, aber ich werde nicht versuchen, sie zu lesen oder deine Erinnerungen zu durchforsten. Ich bin nicht Snape. Wenn ich eindringen kann, werde ich mich sofort wieder hinauswerfen lassen."
Ginny nickte nachdenklich: „Also gut."
„Ich warne dich; deine Gedanken zu ordnen kann sehr schwierig sein. Du wirst gezwungen sein, alle deine Erinnerungen noch einmal zu durchleben, die guten wie die schlechten", sagte Harry ihr ernst und dachte an ihr erstes Schuljahr auf Hogwarts und Tom Riddles Tagebuch.
Ginny musste ebenfalls in diese Richtung gedacht haben, denn sie schluckte hörbar. Sie war längere Zeit still, bevor sie schließlich mit einer schwachen Stimme fragte: „Du musstest alle deine Erinnerungen noch einmal durchleben?"
Harry nickte etwas unbehaglich, als er an diese schmerzhafte Erfahrung zurückdachte.
„Und du hast das diesen Sommer gemacht?", fuhr Ginny fort.
„Ja."
„Alleine?"
„Zum größten Teil."
„Sogar nach allem, was passiert ist?", fragte Ginny ungläubig.
„Es musste getan werden", erwiderte Harry einfach. „Es war hart, aber es war etwas, dass ich tun musste. Ich denke, mir geht es nun besser. Es hilft, die Vergangenheit zu verarbeiten, und es hilft auch für die Schule. Du kannst dich einfacher an Dinge erinnern, weil deine Gedanken organisierter sind. Aber ich werde dich nicht anlügen: Es wird sehr schwierig werden."
„Okay", sagte sie einfach.
„Du realisierst, dass du alle deine Erinnerungen noch einmal durchleben werden musst, auch die von deinem ersten Schuljahr?"
Sie nickte langsam.
„Und dass ich versuchen werde, in deine Gedanken einzudringen?"
„Harry, versuchst du, mich davon zu überzeugen, die Sache nicht durchzuziehen oder was ist los?", rief sie verzweifelt aus, aber ihr Lächeln ruinierte den Effekt.
„Ich möchte nur sicherstellen, dass du weißt, auf was du dich einlässt.", sagte Harry ihr ehrlich.
„Harry", sagte sie, lehnte sich nach vorne und schaute ihm direkt in die Augen. „Das ist offensichtlich wichtig für dich, daher ist es auch für mich wichtig. Wenn du denkst, dass ich Okklumentik lernen muss, dann ist das genug für mich. Du bist nicht der Typ, der unnötig andere um Dinge bittet, und du wirst definitiv die Situation nicht ausnutzen. Ich vertraue dir."
„Nun, danke, dann", erwiderte Harry ein wenig verblüfft.
„Gern geschehen." Ginny lehnte sich wieder in ihrem Stuhl zurück. „Ich fange also mit etwas Lektüre an?"
„Ja", sagte er mit einem Nicken, als er zu seinem Bücherregal schritt, um das zuvor erwähnte Buch herauszunehmen. Er ging zurück und gab es ihr. „Ich schlage dir vor, das vor allem anderen zu lesen. Es hat mir viel geholfen. Ich habe nach den fünf Minuten, die ich dieses Buch gelesen habe, mehr gelernt als in der Zeit, die ich letztes Jahr mit Snape verbracht habe. Das sagt an sich nicht viel aus, aber vertrau mir, wenn ich dir sage, dass es ein sehr guter Punkt ist, um zu beginnen."
„Ist gut", sagte sie und blätterte das Buch durch, nichts wirklich lesend bis auf einige Überschriften.
Nach einigen Minuten des Schweigens sah Ginny hoch und brach die Stille: „Diesen Mittwoch ist wieder ein Vollmond oder?"
Harry schrak bei dem unerwarteten Geräusch etwas zusammen. Er hatte in den Kamin gestarrt und gedankenverloren die brennenden Holzscheite begutachtete. „J... Ja, Mittwochnacht ist Vollmond. Aber ich habe den ganzen Tag, um ein Nickerchen zu machen und Aufpäppeltrank vorbereitet, falls ich ihn benötige. Es sollte kein Problem für den Ball am Donnerstagabend sein."
„Oh, das ist es nicht", wischte Ginny seine Worte beiseite. „Ich habe mich nur gefragt, nun ..." Sie ließ den Satz unbeendet und schien zu überlegen, wie sie ihre Gedanken in Worte fassen konnte.
Harry währenddessen versuchte, herauszufinden, über was sie redete. Es war wirklich furchtbar schlechtes Timing, dass der Vollmond an Heiligabend war, aber warum würde sie das ansprechen? „Machst du dir Sorgen darüber, dass es schwerer zu verbergen sein wird, nun, da der Unterricht vorbei ist?"
„Nein, das ist es nicht." Sie knurrte über sich selbst. „Warum kann ich dich das nicht einfach fragen?", rief sie schließlich frustriert aus.
„Du möchtest mit mir kommen?", fragte Harry schließlich, als die Erklärung ihm dämmerte.
„Ich möchte nicht stören", sagte Ginny schnell. „Aber ich habe mich gefragt, ob Professor Lupin vielleicht weitere Gesellschaft begrüßen würde. Du sagtest, dass andere Tiere um ihn herum ihn beruhigen würden, wenn er in dieser Gestalt ist, und ich weiß nicht, ob es helfen würde, wenn ich mitkäme. Oder ob es einen von euch etwas ausmachen würde, oder ..."
„Es würde mir nichts ausmachen", unterbrach Harry sie. „Und ich kann mir nicht vorstellen, dass es Remus etwas ausmachen würde. Die meiste Zeit verbringen wir in Tiergestalt, entweder miteinander ringend oder nur herumliegend. Schlussendlich schlafe ich irgendwann ein und Remus weckt mich auf, wenn er sich zurückverwandelt. Ich weiß nicht, ob mehr Tiere helfen oder nicht, aber es kann nicht schaden, es zu versuchen, wenn du kommen möchtest. Aber glaube nicht, dass du kommen musst oder so."
„Ich würde gerne kommen, wenn du dir sicher bist, dass es euch nichts ausmacht", sagte Ginny ihm. „Es wird nett sein, Professor Lupin wiederzusehen, und ich hatte noch nicht viele Möglichkeiten, Zeit als Löwin zu verbringen."
„Etwas, das wir korrigieren müssen", warf Harry lächelnd ein. „Besonders jetzt, da wir beide mehr Zeit zur Verfügung haben."
„Es wird schwer werden, sich von allen wegzuschleichen, ohne Argwohn zu erwecken", kommentierte Ginny.
„Guter Einwand", gab Harry zu. „Wir werden uns etwas einfallen lassen", sagte er schließlich.
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Nachdem er den Samstagnachmittag trainierend im Raum der Wünsche verbracht hatte, ging Harry zurück zum Gemeinschaftsraum, wo er Ron, Hermine und Neville vor dem Feuer sitzend vorfand. Hermine hatte ein offenes Buch auf ihrem Schoß liegen, während Ron Neville bei einem Schachspiel fertigmachte. Ron war der erste, der Harrys Eintritt bemerkte: „Harry, Kumpel, wo warst du?"
Harry lächelte seinen Freund an. „In meinem Büro", sagte er freundlich.
„Was hast du da gemacht?", fragte Neville, als er einen von Rons Bauern mit seinem Springer schlug. Ron grinste, als seine Königin sofort den betreffenden Springer zerstörte, was Neville seine Stirn runzeln ließ.
„Ich habe nur ein wenig gelesen", antwortete Harry.
„Lesen?", fragte Ron beinahe mit Abscheu nach. „Das Semester ist erst gestern zuende gegangen. Was könntest du zu lesen haben?"
„Ehrlich, Ron", warf Hermine ein und schaute von ihrem Buch hoch. „Manche Menschen lesen zum Spaß oder um etwas Neues zu lernen und nicht nur, weil sie müssen."
„Ich schwöre, Kumpel", sagte Ron an Harry gewandt. „Du warst einmal was das angeht auf meiner Seite, aber du hast dich von mir abgewandt."
Hermine nahm diese Aussage offenbar nicht so gut auf, aber Harry ignorierte die beiden ab diesem Zeitpunkt. „Wie geht es dir, Neville?"
„Nun, abgesehen davon, dass ich hier im Schach niedergemacht werde", erwiderte Neville und deutete mit seiner Hand zu dem Schachspiel vor ihm, wo er nur etwa die Hälfte der Schachfiguren zur Verfügung hatte, die Ron hatte. „Geht es mir gut. Ich freue mich darauf, zwei Wochen frei zu haben und mich zu entspannen und die Ferien einfach nur zu genießen."
„Und der Ball?", fragte Harry leichthin.
Neville hielt einen Moment inne, bevor er antwortete: „Ja, ich freue mich auch auf den Ball."
Harry konnte erkennen, dass seinem Freund etwas wegen dem kommenden Ball belastete. Er hoffte, dass es nichts Ernstes war.
„Was ist los", fragte er.
„Es ist nichts, wirklich. Ich freue mich darauf", sagte er und seine Augen wurden glasig, als er höchstwahrscheinlich darüber nachdachte, was der Abend für sie bereit hielt.
„Besonders der Teil, wo du den ganzen Abend mit Hannah verbringen kannst", fügte Harry hilfreich hinzu.
Neville errötete leicht, bestritt es aber nicht. Er nickte. „Ja, es ist nur ..."
Harry durchforstete sein Gehirn nach Ideen, worüber sein Freund so nervös war, als es ihm plötzlich einfiel. Er hätte sich selbst einen Schlag gegen die Stirn geben können, dass er es nicht früher verstanden hatte. Es war schließlich das Gleiche, worüber er sich vor nicht allzu langer Zeit Sorgen gemacht hatte. „das Tanzen?"
Neville nickte niedergeschlagen.
„Ich glaube, du machst dir einfach zu viele Sorgen, Neville. Umso mehr du dich darauf fokussierst, umso schlimmer wird es sein. Du musst dich einfach entspannen und eine gute Zeit haben. Wenn du alles in Ruhe angehst, wird das Tanzen von alleine funktionieren."
„Wenn ich mich zurückerinnere, hattest du vor zwei Jahren beinahe einen Nervenzusammenbruch bei den Vorbereitungen auf den Ball", meinte Neville nicht unfreundlich.
Harry lächelte: „Und wie ich den beinahe hatte, aber ich stelle mir gern vor, dass ich seitdem ein wenig erwachsener geworden bin. Ich habe vor einiger Zeit eine neue Lebenseinstellung übernommen. Es gibt Zeiten, um die Dinge ernst zu nehmen und sich Sorgen zu machen und es gibt Zeiten, bei denen man einfach Spaß hat, alle Sorgen vergisst und einfach Spaß hat. Das ist einer dieser Zeiten. Wenn du keinen Spaß haben wirst, warum überhaupt gehen, stimmts?"
„Wann hast du diese Lebenseinstellung übernommen", mischte sich Hermine ein. Anscheinend hatte sie ihren Streit mit Ron beendet.
„Nun, es war keine spontane Sache. Es hat ein paar Wochen nachdem mein Pate starb begonnen, und ich denke ich habe es schließlich um meinen Geburtstag herum wirklich übernommen", erwiderte Harry freiheraus.
Hermines Mund formte ein „Oh", aber sie war nicht in der Lage, zu antworten.
„So. Wie auch immer", brachte Neville sich ein, um die Stille zu brechen. „Ich nehme an, dass du dich dann auf den Ball freust?"
„Ja", erwiderte Harry. „ich denke, es wird dieses Mal großartig sein."
„Ich sage noch immer, dass du verrückt bist, meine Schwester zu begleiten", sagte Ron, jedoch ohne jeglichen giftigen Tonfall.
„Nun, sie ist meine beste Freundin", meinte Harry. „wo wir gerade über sie sprechen: Hat einer von euch Ginny heute schon gesehen?"
Neville schüttelte den Kopf und Hermine antwortete: „Nein, ich hatte angenommen, dass sie bei dir ist."
Harry warf ihr einen fragenden Blick zu, sagte aber nichts. „Ich habe sie den ganzen Tag noch nicht gesehen."
„Vielleicht ist sie in der Bücherei", schlug Hermine vor.
Ron sah so aus, als würde er etwas sagen wollen, aber Neville kam ihm zuvor: „Oder sie könnte in ihrem Schlafsaal sein."
„Ich könnte im Schlafsaal der Fünftklässlerinnen nachschauen, wenn du möchtest", bot Hermine an.
„Nein, das brauchst du nicht zu tun. Es ist keine große Sache. Ich habe sie nur noch nicht gesehen und habe mich gefragt, ob einer von euch eine Ahnung hat, was sie den ganzen Tag über gemacht hat", sagte Harry ihnen.
„Nun, jetzt bin ich auch neugierig", sagte Hermine, stand von ihrem Platz auf und ging zur Treppe für die Mädchen. „Ich bin gleich zurück", rief sie aus.
„Was ist mit dir, Ron? Freust du dich auf den Ball?" fragte Harry seinen Freund.
Rons Nacken bis hoch zu seinen Ohren färbte sich rot. Neville lachte zusammen mit Harry und sagte: „Ich denke, wir können das als ein ja interpretieren."
„Ich würde sagen, dass ist eine sichere Annahme", stimmte Harry zu.
Hermine kam in diesem Augenblick die Treppe hinunter und ging zu den drei Jungen. „Sie ist oben in ihrem Zimmer. Anscheinend ist sie mit Kopfschmerzen aufgewacht, also lässt sie es da oben ruhig angehen. Sich ausruhen, lesen und etwas Zeit mit Smaragd verbringen." Das letzte sagte sie, während sie Harry einen bedeutungsvollen Blick zuwarf, den Harry nicht interpretieren konnte.
„Was ist hier los, das jeder liest?", fragte Ron verzweifelt.
Harry und Neville glucksten, während Hermine frustriert aufseufzte. „Ich mach dir einen Vorschlag, Ron", sagte Harry. „Lust, Fliegen gehen? Vielleicht frische ich meine Jägerqualitäten gegen dich auf."
„Das nenn ich doch mal ein Angebot, Kumpel", stimmte Ron glücklich zu.
„Was ist mit euch beiden? Interessiert?", fragte er Hermine und Neville.
„Du möchtest, dass wir mit euch Quidditch spielen?", fragte Neville ungläubig.
„Warum nicht?", erwiderte Harry.
„Nun, zuerst einmal bin ich nicht gut auf einem Besen ...", begann er und der schüchterne Junge der ersten Jahre tauchte noch einmal auf.
„Unsinn. Du brauchst nur ein wenig Übung, das ist alles. Und es ist ja nicht so, als würden wir gegen ein anderes Team spielen und es wird auch keine Klatscher geben, die versuchen, dich vom Besen zu schmeißen. Warum versuchst du es nicht?", fragte Harry mit einem Grinsen.
„Ich habe keinen Besen", fuhr Neville fort.
„Ich auch nicht", sagte Harry nachdenklich. „Keinen verwendbaren zumindest. Wir müssen uns einfach für den Moment mit Schulbesen behelfen."
„Wenn es euch nichts ausmacht ...", begann er unbehaglich.
„Natürlich macht es uns nichts aus. Warum sonst hätten wir euch fragen sollen? Es ist nur zum Spaß, Neville. Du musst dich entspannen", fuhr Harry fort.
Neville schaute zu Ron, als suche er nach Bestätigung. „Ich stimme Harry zu, Kumpel. Es wird spaßig werden. Du solltest auch kommen."
Neville grinste breit: „Also gut. Ich bin dabei."
„Exzellent", sagten Ron und Harry im Einklang. Harry wandte sich an Hermine: „Was ist mit dir, Hermy?"
„Nenn mich nicht so", erwiderte Hermine.
„Oh, ist das ein Spitzname, mit dem nur Grawp dich anreden darf? Ich wusste nicht, dass ihr beide zusammen seid", sagte Harry mit ernstem Gesicht.
Hermines Kinnlade fiel herunter. Eine Sekunde später schnaubte Ron und das reichte, damit Harry seine Fassung verlor. Neville, dem sie alles über Hagrids Halbbruder erzählt hatten, brach ebenfalls in Gelächter aus. Es brauchte ein paar Minuten, bis die drei Jungs sich beruhigt hatten und selbst Hermine fiel in ihr Gelächter mit ein. Gutmütig lächelnd schlug sie Ron auf die Schulter, da dieser am Nächsten zu ihr saß. „Seid ihr drei dann mal fertig? Ich denke aber, ich werde verzichten."
Als Harry Anstalten machte, das Wort zu ergreifen, hielt sie eine Hand hoch und fuhr fort: „Aber ich würde gerne mitkommen und zuschauen."
„Mit einem Buch natürlich", sagte Harry. Hermine lächelte und Ron stöhnte theatralisch auf.
„Man könnte meinen, er wäre inzwischen daran gewöhnt", kommentierte Neville.
Harry nickte zustimmend. „Was ist mit Ginny?", fragte er und wandte sich an Hermine. „Denkst du, sie hat Lust zu fliegen oder hat sie noch immer Kopfschmerzen?"
„Ich weiß es nicht", sagte Hermine nachdenklich. „Es schien ihr ganz gut zu gehen, aber ich habe nicht daran gedacht, zu fragen, ob es ihr jetzt besser geht. Ich hatte einfach angenommen, dass es ihr noch immer nicht so gut geht, da sie noch immer oben war."
„Nun, es kann nicht schaden, zu fragen", ließ Neville verlauten. „Wenn sie Nein sagt, ist das keine große Sache. Aber wenn wir nicht fragen und sie fühlt sich besser ..."Er beendete seinen Gedankengang nicht.
„dann haben wir eine wütende Weasley an der Backe", beendete Harry den Gedanken für ihn.
Neville nickte: „Das ist nicht etwas, mit dem ich mich auseinandersetzen möchte."
„Ich bin gleich zurück", sagte Hermine und ging bereits zur Treppe.
Während sie hochging, um nach Ginny zu sehen, gingen die drei Jungs in ihren eigenen Schlafsaal, um sich mit warmen Pullis und Mänteln dick einzupacken. Das Wetter war für diese Jahreszeit ziemlich mild, aber es war dennoch Dezember und wirklich nicht warm. Dazu kam, dass sie in der Luft sein und in hohen Geschwindigkeiten fliegen würden, und es würde nur Ärger herausfordern, wenn sie sich nicht vorbereiten würden. Ron stellte auch sicher, seinen Besen mitzunehmen. Sie kamen rechtzeitig zurück zum Gemeinschaftsraum. Einige Minuten später hörten sie, wie jemand die Treppen der Mädchen runterkam.
Ginny kam lächelnd herunter, ihren Besen in der Hand, und sah die drei warten. „Hermine zieht sich um und holt ein paar Bücher. Sie wird in einer Minute unten sein", informierte sie sie und setzte sich auf die Lehne einer der leeren Stühle.
„Wie geht es dir?", fragte Harry sofort.
Sie zog eine Augenbraue hoch. „Viel besser, danke", sagte sie, aber Harry wusste, dass sie etwas nicht sagte. Er hatte das Gefühl, dass sie das Okklumentikbuch in ihrem Zimmer gelesen und die Kopfschmerzen erfunden hatte, um Hermines Fragen aufzuhalten.
Einen Moment später kam Hermine die Treppe hinunter: „Sollen wir?"
Und so gingen die fünf durch das Schloss und hinaus auf die Ländereien. Während sie liefen, versuchte Ginny, Harry zu überzeugen, für den Nachmittag ihren Besen zu nehmen, während sie einen Schulbesen benutzen würde. Sie fühlte sich noch immer für das Schicksal des Feuerblitzes verantwortlich und war der Meinung, dass sie diejenige sein sollte, die leiden sollte, nicht er. Harry lehnte ihr Angebot wiederholt und entschlossen ab. Er bestand darauf, dass es auf keinste Weise ihre Schuld gewesen war, was dem Besen widerfahren war. Nachdem sie den Schulbesenschuppen geplündert hatten, wobei Harry und Neville jeweils einen der weniger mitgenommenen Schulbesen in Anspruch nahmen, erhoben sich die vier Gryffindors mit einem Quaffel in die Lüfte und begannen zu spielen. Hermine währenddessen ging zu den Tribünen, um ihnen zuzuschauen, während sie las.
Zwei Stunden und Unmengen von Wärmezaubern später trat die Gruppe in guter Stimmung den Weg zurück ins Schloss an. Sie trafen in der Eingangshalle auf Luna, die auf dem Weg zum Abendessen war und so luden die Gryffindors sie ein, sich zu ihnen zu setzen. Die Regeln waren lockerer, nun, da die Ferien begonnen hatten. Normalerweise gäbe es nicht einmal die Haustische, aber wegen des Balles waren viel mehr Schüler im Schloss geblieben als üblich.
Der Neuzugang zu ihrem Tisch erntete einige neugierige Blicke, aber nicht mehr. Sie genossen die Mahlzeit, die die Hauselfen gekocht hatten unter sorglosen Unterhaltungen und Gelächter. Die Stimmung im Schloss war im Moment sehr entspannt. Mit den Ferien, die gerade erst begonnen hatten, sowie der Pause bei den Todesserattacken, seufzte die Schülerschaft gemeinsam erleichtert auf. Zur gleichen Zeit hoben die Vorfreude auf Weihnachten und auf den kommenden Ball die Stimmung.
Der nächste Tag kündigte Harrys Doppeleinheiten des HA-Unterrichts an. Er hatte innerlich abgewogen, ob er den Unterricht über die Ferien fortführen sollte oder nicht, aber entschied schließlich, dass es wenige Gründe gab, ihn zu unterbrechen. Wie sich herausstellte würde keiner seiner Schüler über die Ferien nach Hause gehen. Es würde also niemand etwas verpassen. Er hatte am vorigen Wochenende seine beiden Klassen über seine Absichten informiert und war über ihre Reaktionen überrascht gewesen. Sie hatten gejubelt.
Er hatte zumindest Grummeln erwartet. Er war hoffnungsvoll gewesen, dass sie es akzeptieren und sich nicht zu sehr wegen der Extraarbeit beklagen würden. Ihre sofortige Akzeptanz war ihm nicht einmal in den Sinn gekommen, ganz zu schweigen von der Tatsache, dass sie glücklich darüber waren. Nachdem er sich einen Moment genommen hatte, um sich zu sammeln, hatte er verkündet, dass jeder, der das Schloss für die Ferien verließ, ihm bis zum Ende der Woche Bescheid sagen sollte. Es war nun Wochenende und niemand hatte ihn kontaktiert. Er nahm an, dass alle seine Schüler im Schloss blieben. Er hatte Recht. Es schadete wahrscheinlich nicht, dass seine Klassen nur aus Schülern bestanden, die alt genug waren, um zum Weihnachtsball zu gehen.
Sein HA-Unterricht verlief großartig. In der AHA nahm Harry die Themen durch, die er im vorigen Jahr seiner FHA ebenfalls beigebracht hatte. Sie würden über die Ferien mit dem Patronus beginnen. Es gab eine kleine Gruppe von Schülern, die sich in seinem Unterricht ziemlich geschickt anstellten. Nach dem letzten Mal hatte er sie gebeten, sich einige Minuten vor dem heutigen Unterricht mit ihm zu treffen.
Harry musterte die sieben Schüler aus den vier Häusern, die vor ihm standen: ein einzelner Gryffindor und jeweils zwei Vertreter aus den anderen Häusern. Der Raum stellte einige einfache Sitzgelegenheiten für die sieben zur Verfügung und er stand vor ihnen. Sie hatten alle einen ähnlichen Gesichtsausdruck, Neugier war am meisten zu erkennen. Die bemerkenswerteste Beobachtung, die Harry machte, war die fehlende Reaktion der sieben Schüler aus anderen Häusern so nah zu sein. Bei vielen seiner Schüler hatte er noch immer mit Hausvorurteilen zu kämpfen. Die meisten konnten nicht in der Nähe der Slytherinschüler sein, ohne ein wachsames Auge auf sie zu haben. Das wiederum ließ die Slytherins auf der Hut sein. Er sah diese Einstellung hier nicht, was ihn stolz auf die sieben machte. Das würde hoffentlich bei dem, was er vorhatte, helfen.
Harry lächelte sie alle aufrichtig an, bevor er begann: „Ich schätze, ihr wundert euch alle, warum ich euch gebeten habe, heute früher zu kommen." Um ihn herum nickten alle und Harry fuhr fort: „Ihr sieben seid bei weitem die Besten in eurer Klasse. Ihr seid ständig die ersten, die einen Zauber meistern und ihr seid mir eine große Hilfe mit euren Klassenkameraden." Das hatte den Effekt, ein Lächeln auf alle ihre Gesichter zu zaubern. „Ich habe mir überlegt, euch zu fragen, ob ihr privates Training haben möchtet, um zur fortgeschrittenen Klasse aufzuholen, aber ich hatte einen anderen Gedanken, von dem ich denke, dass er für alle von uns besser funktionieren wird."
Alle sieben lehnten sich eifrig vor, offensichtlich daran interessiert, was Harry sich für sie überlegt hatte. „Offen gesagt, brauche ich euch in der Klasse, in der ihr jetzt seid. Ohne euch würden die Dinge längst nicht so glatt verlaufen und daher würde ich euch gerne dort belassen. Aber zur gleichen Zeit möchte ich euch nicht zurückhalten. Was ich mir überlegt habe, ist, dass ihr in eurer derzeitigen Klasse bleibt und für etwa die Hälfte der Zeit würdet ihr mit allen anderen zusammenarbeiten, das neue Material zusammen mit den anderen lernen und dann euren Klassenkameraden damit helfen. Aber dann, etwa nach der Hälfte des Unterrichts, würde ich euch sieben von euren Freunden trennen und zusammen an anderen Dingen arbeiten lassen."
Harry hielt inne, um die Idee sacken zu lassen. „Sobald die Schüler anfangen zu begreifen, ist eure Hilfe nicht mehr so sehr erforderlich und ihr könnt an etwas anderem arbeiten, während ich den Rest der Schüler mit der Hilfe derjenigen, denen ihr bereits geholfen habt, die Zauber beibringe. Wie hört sich das für euch an?"
Harry trat zurück und sah zu, während sie über das nachdachten, was er gesagt hatte. Die Mitglieder der einzelnen Häuser wandten sich instinktiv erst zueinander, aber sie besprachen sich schon bald in einer großen Gruppe. Die Szene zauberte ein Lächeln auf Harrys Gesicht. Es war gut, zu sehen, dass sie eine Gruppenentscheidung trafen, denn sie würden alle als eine Gruppe zusammenarbeiten. Seine größte Angst war es, das es aufgrund der Hausrivalitäten und Vorurteile Feindseligkeiten zwischen den Schülern geben würde. Er könnte nicht glücklicher sein über die Art, wie sie bisher die Sache angingen. Er begann wirklich zu denken, dass das für sie alle sehr gut funktionieren würde.
Eine Minute oder zwei später kamen sie zu ihrer Entscheidung und wandten sich zu Harry. Quinn Rasby, eine der Ravenclawschülerinnen, ergriff das Wort: „Wir sind neugierig, was du dir für uns überlegt hast."
Harry nahm sich einen Moment, um seine Gedanken zu sammeln, bevor er antwortete: „Einige zusätzliche Zauber, aber größtenteils Duelliertaktiken. Ich würde euch in realistischeren Situationen duellieren lassen, euch in verschiedenen Variationen Teams bilden lassen. Vielleicht würde ich euch verschiedene Ziele setzen. Diese Art von Aufgaben."
Die sieben schauten sich an und schafften es durch Blicke zu kommunizieren, denn es dauerte nur wenige Momente, bis Quinn sich wieder zu ihm wandte: „Also gut, wir finden, das hört sich gut an. Wann fangen wir an?"
„Heute", sagte Harry ihnen. „Ich lasse euch wissen, wann es an der Zeit ist, sich von den anderen zu trennen und was ich möchte, ist, dass ihr euch heute in zwei Teams aufteilt. Ich möchte eine Person von jedem Haus in jedem Team. Nicholas, da du der einzige Gryffindor bist, möchte ich, dass du zwischen den Teams hin- und herwechselst. Ich lasse euch selbst entscheiden, wie ihr euch aufteilt, solange keine zwei Leute vom selben Haus im selben Team sind. Ich möchte, dass ihr euch heute auf Flüche auf niedrigem Level beschränkt, um allen die Chance zu geben, sich daran zu gewöhnen, zusammenzuarbeiten."
Sie nickten zustimmend. Harry überließ sie sich selbst und ging zur anderen Seite des Raumes. Er grenzte einen Teil des Zimmers ab und legte einige grundlegende Schutzzauber, um zu verhindern, dass irgendwelche verirrte Zauber in oder aus der Zone drangen. Während er das vorbereitete, begannen Schüler in den Raum einzutreffen. Um 10 Uhr verschloss er die Tür und begann den Unterricht. Wie versprochen ließ er die sieben Schüler ein wenig nach der Hälfte des Unterrichts ihr eigenes Ding machen. Die anderen Schüler warfen neugierige Blicke zu ihnen, aber die meisten arbeiteten weiter gewissenhaft an den neuen Zaubersprüchen.
Harry stellte sicher, dass die sieben ohne Probleme begannen und wandte seine Aufmerksamkeit dann wieder auf die restlichen Schüler. Er hatte ein Auge auf die sieben, wann immer er konnte, aber ließ sie für den Rest des Unterrichts unabhängig arbeiten. Das Problem mit dieser neuen Aufteilung war, dass er sie praktisch auf sich allein gestellt ließ. Er musste den Großteil seiner Aufmerksamkeit dem Rest der Klasse widmen, und er hatte keine Zeit, sie zu babysitten. Er musste ihnen vertrauen, dass sie ihre Aufgabe ernst nahmen und dass sie sich nicht unangemessen verhielten. Seine größte Angst war es, wie die anderen fünf die zwei Slytherinschüler behandelten, aber bisher schien es keinen Grund zur Sorge zu geben.
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Die nächsten Tage verflogen schnell und er verbrachte sie in der Gesellschaft seiner Freunde. Harry schaffte es zu seinem Bedauern nur einmal, sich fürs Training davonzuschleichen, aber er konnte sich nicht beschweren. Er hatte schließlich nicht zu oft die Gelegenheit, einfach Spaß mit seinen Freunden zu haben, ohne Unterricht oder irgendetwas anderes zu haben, über das er sich Sorgen machen musste.
Schon bald war es Mittwoch und Harry und Ginny verschwanden beide früh zu Bett und sagten, dass sie gut ausgeschlafen für Weihnachten und dem Ball sein wollten. Harry lieh Ginny seinen Tarnumhang, so dass sie sich herausschleichen konnte, während er sich einfach in seine Eulengestalt verwandelte und aus dem Fenster flog. Sie trafen sich im Tunnel unter der Peitschenden Weide. Harry wartete am Eingang und drückte auf die Wurzelknolle, so dass Ginny sich gefahrlos nähern konnte.
Als sie die Heulende Hütte erreichten, betrat Harry sie zuerst und fand Remus auf ihn wartend vor. Harry grüßte den Werwolf voller Wärme und sagte ihm, dass er für die nächtlichen Festlichkeiten Gesellschaft mitgebracht hatte. Das brachte ihm eine hochgezogene Augenbraue von dem Werwolf ein. In diesem Moment tauchte Ginnys Kopf in der Falltür auf. Sie schaute sich neugierig um: es war das erste Mal, dass sie das Innere der berüchtigten von Geistern heimgesuchten Heulenden Hütte sah.
„Ginny Weasley", sagte Remus. „Es ist lange her", meinte er und streckte ihr die Hand hin, um ihr in den Raum zu helfen.
„Das ist es, Professor Lupin. Es ist schön, Sie wiederzusehen", grüßte sie ihn guter Dinge.
„Es ist ein Vergnügen. Und ich muss darauf bestehen, dass du die Formalitäten sein lässt. Es ist mehrere Jahre her, dass ich dein Professor war und Remus reicht vollkommen", sagte er mit einem Lächeln, dass seine Neugierde und Angst verriet.
„Remus also", stimmte Ginny angenehm überrascht zu.
„Ich muss sagen, dass ich ein wenig ratlos bin", fuhr Remus fort und schaute zwischen den beiden Teenagern hin und her. „Versteh mich nicht falsch, es ist schön, dich zu sehen, aber was machst du hier? Und warum bringst du sie mit?", fragte er an Harry gewandt, während er begann, auf und ab zu gehen. „Du weißt, was für Gefahren bestehen. Ich kann keine Menschen hier haben. Selbst mit dem Zaubertrank werde ich solch ein Risiko nicht auf mich nehmen."
„Entspann dich, Remus", schimpfte Harry leicht.
„Ich werde mich nicht entspannen. Ich könnte nicht ertragen, wenn irgend etwas geschehen ..."
„Nichts wird passieren", unterbrach Harry ruhig.
„Und wie kannst du so sicher sein", wollte der Werwolf wissen.
„Habe ich vergessen, zu erwähnen, dass Ginny hier nicht nur eine gute Freundin und mein Date für den Ball morgen, sondern auch eine Schülerin von mir ist?", fragte ihn Harry beiläufig und ein spitzbübisches Grinsen tauchte auf seinem Gesicht auf.
„Schülerin?", fragte Remus schwer von Begriff.
Harry grinste nur: „Ginny? Würde es dir etwas ausmachen, Remus hier zu zeigen, was ich dir beigebracht habe?" Harry schaute zu Ginny, die ihn schüchtern anlächelte. Sie war nervös über das Verhalten ihres ehemaligen Lehrers, was ihre Anwesenheit betraf.
„Sicher Harry", stimmte sie zu. Wenige Sekunden später war Ginny Weasley nicht länger in dem heruntergekommenen Raum zu sehen. Stattdessen stand dort eine majestätische Löwin, das goldenrötliche Fell im Kerzenlicht glänzend.
Remus Kinnlade klappte herunter. Er starrte die Löwin vor ihm lange an, bevor er sich mit einem völlig erstaunten Gesichtsausdruck zu Harry wandte: „Du ... wie? Was?"
Ginny hatte sich währenddessen wieder in ihre menschliche Gestalt zurückverwandelt und bemerkte unbekümmert: „Ich denke, wir haben ihn kaputt gemacht."
Harry grinste sie an: „Ich glaube, du könntest Recht haben. Remus, verständliche Sätze bitte."
Remus setzte sich behutsam auf einen der zerkratzten Holzstühle und schüttelte nachdrücklich seinen Kopf. „Lass mich das richtig verstehen. Du", sagte er mit seinem Blick auf Harry gerichtet „hast ihr beigebracht, wie man ein Animagus wird?"
„Jep", stimmte Harry gutgelaunt zu.
„Und du" sagte er an Ginny gewandt „hast von Harry die Verwandlung gelernt?"
„Ich glaub, er begreift es langsam", sagte Ginny zu Harry.
„Aber du hast die Verwandlung erst in diesem Semester gemeistert", meinte er zu Harry. „Was bedeutet, dass du" nun war seine Aufmerksamkeit wieder auf Ginny „erst dieses Semester beginnen konntest, zu lernen."
Ginny zuckte mit den Schultern, während Harry antwortete: „Sofort richtig erkannt, Moony."
„Aber das ist unglaublich", rief Remus aus. „Es sollte eigentlich Jahre brauchen, bis ein Erwachsener die vollständige Verwandlung meistern kann. All die Jahre zuvor war ich geschockt, dass James und Sirius und insbesondere Peter es überhaupt geschafft haben, auch wenn sie Jahre brauchten. Dann schaffst du es nach nur einem halben Jahr", sagte er zu Harry. „Und ich denke mir, dass du sehr mächtig sein musst, um das hinzubekommen. Dann kommt ihr beide und erzählt mir, dass sie" er nickte zu Ginny „es in nur wenigen Monaten geschafft hat. Unfassbar. Ich habe immer gedacht, dass du eine talentierte Hexe bist, aber ..." Er ließ den Satz unbeendet, scheinbar unsicher, was er sagen wollte.
„Oh, ich bin nicht so besonders", sagte Ginny ihm geradeheraus. „Ich hatte einfach einen unglaublichen Lehrer. Ich bin mir nicht sicher, ob ich es ohne ihn überhaupt geschafft hätte, ganz zu schweigen in so kurzer Zeit. Ich habe Harry dafür zu danken."
„Unsinn", rief Harry aus. „Du hättest vielleicht ein wenig länger gebraucht, aber ich habe keinen Zweifel, dass du es problemlos ohne mich gemeistert hättest."
Ginny verdrehte die Augen. „Wenn du das sagst, Harry", gab sie nach, in diesem Moment nicht argumentieren wollend.
„Nun, ich bin bereit zu wetten, dass es eine Kombination von beiden war. Harry, du bist von dem, was ich höre, ein bemerkenswerter Lehrer und Ginny, ich wusste schon immer, dass wir große Dinge von dir erwarten dürfen", sagte Remus entschieden.
Sie waren alle einen Moment lang stumm, bis Ginny die Stille brach: „Ich hoffe, es macht dir nichts aus, dass ich mitgekommen bin", sagte sie zu Remus. „Ich möchte deine Zeit mit Harry nicht stören, aber wir waren uns nicht sicher, ob ein weiterer Animagus dir mehr helfen würde. Außerdem war ich ein wenig neugierig, was ihr Jungs hier treibt."
„Es macht mir überhaupt nichts aus und du störst gar nicht. Es ist mir eine Ehre, dass du helfen möchtest. Es gibt nicht viele, die helfen würden." Er hielt einen Moment inne. „Wie lange hast du denn von Harrys Fähigkeit gewusst? Ich war der Meinung, dass er es seinen Freunden nicht erzählte. Bringst du es Ron und Hermine ebenfalls bei?" Der letzte Teil war an Harry gerichtet.
„Nein. Ich habe Ginny tatsächlich nichts über meine Fähigkeiten gesagt. Es war vielmehr so, dass sie mich auf frischer Tat ertappte", sagte Harry dem Werwolf und grinste reuevoll. „Sie hat mich gefragt, ob ich sie unterrichten kann. Ich habe zugestimmt und jetzt sind wir hier. Ron und Hermine wissen noch immer nicht Bescheid."
Remus sah nachdenklich aus und sagte lange Zeit nichts: „Nun, ich weiß nicht, was ich sagen soll. Es ist natürlich deine Entscheidung, aber ich bin überrascht, dass du es ihnen noch immer nicht gesagt hast."
„Wenn du sehen könntest, wie sie sich dieses Jahr verhalten, wärst du vielleicht nicht so überrascht", murmelte Ginny finster. Remus sensibles Gehör war nicht notwendig, um Ginnys Worte zu hören.
Er zog eine Augenbraue hoch und schaute zwischen den beiden Teenagern hin und her. „Ich habe natürlich davon gehört, dass Ron Harry aus dem Quidditchteam geworfen hat", sagte Remus. „Aber ich fürchte, Harry hat keine weiteren Details mitgeteilt."
„Ron und ich hatten einige Meinungsverschiedenheiten, und es gibt ein paar Spannungen zwischen Hermine und mir", sagte Harry dem Mann.
„Das ist eine Untertreibung", schnaubte Ginny. „Das Ron ihn aus dem Team geworfen hat, war nur die letzte Tat in einer langen Liste von närrischen Dingen, die mein lieber Bruder getan hat." Sie beobachtete Harry aufmerksam, um sicherzugehen, dass er sich nicht über ihren Ausbruch ärgerte. Er sah sie an und zuckte mit den Schultern, um zu zeigen, dass es keine Rolle spielte.
„Hermine ist ebenfalls gelegentlich unerträglich. Sie hat immer wieder versucht, Harry dazu zu zwingen, sich ihr gegenüber zu öffnen. Sie war davon überzeugt, dass Harry sich insgeheim elend fühlt und dass er nur ein tapferes Gesicht für die Anderen aufsetzt. Sie schien auch zu denken, dass sie die Einzige wäre, die ihm helfen könnte. Sie hört auch nicht auf, ihn ständig zu nerven, wann immer er seine neugewonnenen Privilegien als Professor verwendet."
„Assistenzprofessor", korrigierte Harry milde.
Remus nickte geistesabwesend, während er die Informationen verarbeitete. Er wusste, wie im Handumdrehen Freundschaften zerbrechlich werden konnten. Er war von seinen Freunden verdächtigt worden, ein Spion für Voldemort zu sein und er hatte schnell dasselbe nach dem Tod von James und Lily von Sirius geglaubt. Er und Sirius hatten beinahe ihren ehemaligen besten Freund getötet. Es war Harry, der sie vor diesem Schicksal gerettet hatte, etwas, für das er dem jungen Mann immer dankbar sein würde. Kaltblütiger Mord war nicht etwas, dass er auf dem Gewissen haben wollte.
„Nun, es ist gut zu sehen, dass du zumindest eine Person zu haben scheinst, der du vertraust", sagte Remus mit einem bedeutungsvollen Seitenblick zu Ginny.
„Die habe ich tatsächlich", stimmte Harry zu und folgte dem Blick des Mannes.
Ginny errötete leicht unter ihren Blicken. Sie verstummten wieder, bis Remus die Stille schließlich brach, indem er sagte: „Ihr beide solltet euch verwandeln, es wird jetzt nicht mehr lange dauern."
Nicht lange nachdem sie sich in die großen Katzen verwandelt hatten, beobachteten sie wieder, wie Remus die offensichtlich schmerzhafte Verwandlung vom Mann zum Werwolf durchlebte. Die drei rangen ein wenig miteinander. Wenn Harry und Ginny zusammenarbeiteten, konnten sie den Werwolf normalerweise besiegen. Sie erschöpften sich auf diese Weise und Harry und Ginny rollten sich schließlich nebeneinander zusammen, um ein paar Stunden Schlaf zu bekommen.
Als Remus sich wieder in seine menschliche Gestalt zurückverwandelte, weckte er zuerst Harry auf. Harry öffnete schlaftrunken seine Augen und sah vor sich das Gesicht einer wunderschönen Löwin. Ohne nachzudenken hatte seine Zunge seinen Mund verlassen und der Löwin über die Wange geleckt. Einen Moment später durchbrach Remus leises Lachen seine Schlaftrunkenheit und sein menschlicher Geist wachte auf. Wenn sein Fell nicht so dicht und schwarz wäre, hätte Remus gesehen, wie eine Großkatze aussieht, die errötet.
Harry verwandelte sich schnell zurück in seine menschliche Gestalt und murmelte: „Kein Wort", zu seinem müden Freund.
Remus tat sein bestes, einen unschuldigen Gesichtsausdruck aufzusetzen, als er seine Hände nach oben hielt. Harry weckte Ginny und sie gähnte zähnezeigend, bevor sie sich auf ihre vier Pfoten stellte und sich in ihre menschliche Gestalt zurückverwandelte. Sie rieb ihre Wange und murmelte etwas übers Sabbern. Remus war nicht nah genug, um es zu hören, und Harry hatte nicht vor, sie zu berichtigen. Sie verabschiedeten sich von dem Werwolf, nachdem dieser ihnen versichert hatte, dass er in Ordnung war. Sie traten zusammen den Weg zurück durch den Tunnel an und beide erreichten schließlich ihre Betten, um noch ein paar Stunden Schlaf zu finden, bevor sie am Weihnachtsmorgen unsanft geweckt werden würden, um Geschenke aufzumachen.
Als er zusah, wie seine beiden ehemaligen Schüler gingen, ließ sich Remus auf einen mitgenommen aussehenden Holzstuhl sinken. Er war körperlich erschöpft von der nächtlichen Verwandlung, aber seine Gedanken waren noch immer klar. Etwas passte nicht wirklich zusammen. Es war klar, dass Harry einige Geheimnisse hatte und die vorige Nacht unterstrich diese Vermutung. Harry hatte nach seiner Erzählung in einer bemerkenswert kurzen Zeit gelernt, ein Animagus zu werden und hatte Ginny in noch kürzerer Zeit beigebracht, sich zu verwandeln. Sie hatte ziemlich nachdrücklich Harry als die Ursache für ihren schnellen Erfolg identifiziert und trotz Harrys gegensätzlicher Behauptungen hatte Remus das Gefühl, dass Ginny eher Recht hatte.
Er wusste, wie schwer die Verwandlung war. Er hatte seinen drei Freunden zugesehen, wie sie sich damit abgekämpft hatten. Sie hatten lange Zeit gebraucht, um es zu schaffen, und sie hatten sehr viel Zeit und Energie investiert. Selbst nachdem sie es geschafft hatten, hatte sie die Verwandlung sich noch lange Zeit erschöpft fühlen lassen. Das schien bei Harry nicht der Fall zu sein, soweit er es sehen konnte. Entweder war Harry einfach bemerkenswert mächtig oder es ging noch etwas anderes vor sich, von dem er nichts wusste. Die Tatsache, dass Harry Dinge vor Ron und Hermine geheim hielt, trug zu dem Rätsel bei.
Wenn man Ginny hinzufügte, dann war Remus sich ziemlich sicher, dass es etwas gab, von dem er nichts wusste und das berücksichtigte noch nicht einmal Harrys recht ... interessante Reaktion, als er neben Ginny in Katzengestalt aufgewacht war. Was er jedoch über Harry wusste, war, dass er keine Informationen aus ihm herauspressen könnte. Er war unglaublich neugierig, aber er wusste, dass er Harry vertrauen musste. Wenn er Harry damit konfrontieren würde, würde er nur Widerstand hervorrufen und den Jungen in Alarmbereitschaft versetzen. Wenn er seine Sorgen jemand anderen mitteilen und Harry davon erfahren würde, nun, er wollte nicht daran denken. Nein, er würde einfach warten müssen und sehen, was für andere Hinweise Harry fallen lassen würde, bevor er etwas unternahm.
Ende Kapitel 14
* „Halte deine Freunde nahe bei dir, aber deine Feinde noch näher"
Fun fact: Das ist ein direktes Zitat aus „Der Pate II"
AN2: Haltet die Augen für ein Neujahrspräsent offen! Kapitel 15 kommt pünktlich zum 30.12.13
Danke an
Dragonsire13
Curylcuryl
Cyell
Annette-ella
Für die superlieben reviews.
