AN:nur ein Viertelkapitel, aber immerhin ein update! ich hoffe ihr seid alle gut ins neue Jahr gestartet!
Kapitel 23.2-1
Als er zum Porträt des Gryffindor-Gemeinschaftsraumes ging, sagte er: „Ich schwöre feierlich,
dass ich tolle Streiche geplant habe." Während er die Karte nach Ginnys Namen absuchte, wünschte er, er hätte eine Funktion hinzugefügt, um eine Person schnell zu finden. Er machte sich eine mentale Notiz, das zu recherchieren, sobald er mehr Zeit hatte. Er fand ihren Namen schließlich unter mehreren Schülern im Gryffindorgemeinschaftsraum. Er versetzte die Karte wieder in ihren Normalzustand und verließ sein Büro, um zum Gryffindor-Turm zu gehen.
Als er sich ihm näherte, schwang das Porträt der Fetten Dame auf und ein Schwarm Schüler kam heraus. Er konnte nicht anders als zu lächeln, als er Ginny unter ihnen entdeckte. An ihrer Seite war Neville. Ron und Hermine liefen hinter ihnen.
Sein Blick fand Ginnys einen Moment später und sie rief aus: „Harry!" Sie beschleunigte ihre Schritte, warf ihre Arme um ihn und er erwiderte ihre Umarmung freudig.
Die anderen drei trennten sich ebenfalls von der Gruppe und Harry sprach laut genug, so dass sie ihn hören konnten: „Sorry, dass ich spät dran bin. Ich bin eingeschlafen, als ich in meinem Büro gelernt habe."
Harry ließ einen Arm um Ginnys Rücken gelegt, als er sich an die anderen wandte. „Hey, Leute. Wie geht's?"
„Furchtbar", erwiderte Ron sofort. „Sie haben den ganzen Morgen nichts anderes gemacht als zu wiederholen. Es reicht, um einen Kerl in den Wahnsinn zu treiben."
Harry grinste, als Hermine schnaubte: „Ehrlich, Ron. Du kannst nicht alles bis zur letzten Minute aufschieben, insbesondere wenn die Examen immer näher rücken."
„Es sind noch beinahe zwei Monate bis zu den Examen", jammerte Ron.
„Ich weiß", sagte Hermine. „Wir haben kaum noch genug Zeit."
Harry schüttelte den Kopf, als sie begannen, der Gruppe Gryffindors zur Großen Halle zu folgen. „Können wir wenigstens nach dem Mittagessen eine Pause machen?", bat Ron.
„Du kannst eine Pause machen", gab Hermine nach. „Ich werde in der Bücherei ein paar Nachforschungen anstellen."
Diese Aussage weckte Harrys Aufmerksamkeit. Es sah Hermine nicht ähnlich, so schnell nachzugeben und es war praktisch noch nicht dagewesen, dass sie niemand anderen ermunterte, sie zu begleiten. Harry hatte die schleichende Vermutung, dass ihre Nachforschungen nichts mit der Schule zu tun hatten.
„Aber Hermine", grummelte Ron. „Glaubst du nicht, dass es viel mehr Spaß machen würde, wenn wir beide eine Pause machen würden ... zusammen?" Das letzte war kaum lauter als ein Flüstern, aber Harry konnte es dennoch hören. Er musste ein Schaudern unterdrücken bei dem Gedanken, was genau Ron vorschlug. Er freute sich, dass sie schließlich zu Verstand gekommen und zusammengekommen waren, aber der Gedanke von ihnen beiden, wie sie tatsächlich zusammen waren, war mehr als nur ein wenig beunruhigend.
„Vielleicht solltest du dich dann darauf konzentrieren, deine Hausaufgaben vor Sonntagabend fertig zu haben", meinte Hermine nur, als sie schließlich die Große Halle betraten.
Als sie sich dem Gryffindor-Tisch näherten, drückte Ginny Harrys Hand, was ihn inne halten ließ. „Ich habe meinen Freunden gesagt, dass ich heute mit ihnen Mittag essen würde", sagte sie ihm.
Harry nickte. „Soll ich mitkommen?"
Sie kaute einen Moment lang auf ihrer Unterlippe herum, bevor sie ihm in die Augen blickte und den Kopf schüttelte. „Nein, das ist in Ordnung. Sitz bei deinen Freunden."
Damit stellte sie sich auf ihre Zehenspitzen, um ihm einen Kuss zu geben. Er konnte ihre Erleichterung, dass er sicher zurück im Schloss war, förmlich fühlen. Als sie begann, sich aus seiner Umarmung zu befreien, lehnte Harry sich vor, um ihren Lippen zu folgen, bevor er sich wieder bewusst machen konnte, das die Große Halle nicht der beste Ort war, um mit seiner Freundin zu knutschen. Harry lächelte sie voller Wärme an, als sie seine Hand noch ein letztes Mal drückte, bevor sie ging, um bei ihren Freunden zu sitzen. Er schaute ihr kurz nach, bevor er sich umdrehte und seinen Freunden folgte, die sich bereits etwas weiter unten an den Tisch gesetzt hatten. Als Harry sich näherte, sah er, dass Ron schon mit seinem ersten Gang zur Hälfte fertig war, während Hermine und Neville gerade erst zu beginnen schienen.
Hermine schaute hoch, als er sich gegenüber von ihr nieder ließ und legte ihre Gabel auf den Tisch, als sie fragte: „Also, Harry. Was hast du denn gelernt als du in deinem Büro eingeschlafen bist?"
„Zaubertränke", erwiderte Harry, während er seinen Teller füllte.
„Oh?", meinte Hermine und die Neugier war deutlich in ihrer Stimme zu hören. „Hast du schon einen Zaubertrank ausgesucht?"
„E'en Z'bertr'k f'r w's a'sges`'t?", versuchte Ron mit vollem Mund zu fragen.
„Ehrlich, Ron", tadelte Hermine nicht gerade freundlich. „Das ist widerlich!"
„Ich glaube, was er versucht hat, zu fragen, war, für was du einen Zaubertrank aussuchen sollst?", meinte Neville.
Ron nickte und nachdem er heruntergeschluckt hatte, rief er aus: „Das habe ich gerade gesagt!"
Da er Hermines Antwort darauf verhindern wollte, antwortete Harry: „Snape will, dass wir uns einen Zaubertrank für eine Projektarbeit aussuchen. Wir werden ihn nicht brauen - zumindest glaube ich es nicht -, nur einen Bericht darüber schreiben."
„Ich glaube, ich werde Skele-wachs nehmen", meinte Hermine. „Aber ich kann mich nicht wirklich entscheiden. Es gibt so viele interessante Zaubertränke, aus denen man auswählen muss."
„Ich dachte darüber nach, Wolfsbann zu nehmen", ließ Harry verlauten und beantwortete damit ihre Frage von zuvor.
Hermines Blick suchte seinen. „Für Professor Lupin?", fragte sie sanft.
Er nickte.
„Das ist sehr aufmerksam von dir, Harry", meinte Hermine.
„Aber du sagtest, dass ihr den Zaubertrank nicht brauen werdet", mischte Ron sich ein. „Wie soll das also helfen?"
Harry schüttelte den Kopf über seinen Freund, aber bevor er antworten konnte, antwortete schon Hermine: „Wie kannst du so unsensibel sein? Es ist der Gedanke, der zählt."
„Oder vielleicht" ließ Neville verlauten „hat er vor, zu lernen, wie der Trank gebraut wird, egal ob es im Unterricht durchgenommen wird oder nicht."
Hermines Augen wurden bei diesem Gedanken größer und Harry zuckte nur mit den Schultern. „Ich habe daran gedacht, aber ich möchte zuerst sehen, auf was ich mich einlasse, bevor ich eine Entscheidung treffe."
„Ich habe gelesen, dass es sehr schwierig sein soll, den Zaubertrank zu brauen", erklärte Hermine.
„Verrückt", flüsterte Ron. „Wieso möchtest du es lernen, wenn du nicht musst?"
Er schien die Frage mehr an sich selbst als an jemand anderes zu richten, aber das hinderte Hermine nicht daran, zu antworten: „Nur weil du dir nicht vorstellen kannst, mehr als das absolut Notwendigste zu tun, um durchs Leben zu kommen, bedeutet das nicht, dass jeder so denkt. Hast du jemals daran gedacht, dass Harry vielleicht in der Lage sein will, Professor Lupin zu helfen für den Fall, dass er den Zaubertrank von nirgendwo anders herbekommen kann?"
Das war natürlich exakt der Grund, warum Harry den Zaubertrank gewählt hatte. Er wusste, wie schwierig es angeblich war, ihn zu brauen und er wusste, dass es nicht viele auf der Welt gab, die sich die Mühe machten, denjenigen zu helfen, die sie als Halbblut ansahen. Sollte Snape jemals unwillig oder nicht in der Lage sein, den Zaubertrank weiterhin zu brauen, wollte Harry sicherstellen, dass Remus andere Optionen hatte. Harry würde immer bereit sein, in seiner Animagusgestalt zu helfen, aber er hoffte, dass er Remus mit dem Wolfsbann ebenfalls helfen könnte.
Ron schien von Hermines Ausbruch ausreichend eingeschüchtert zu sein und entschuldigte sich kleinlaut.
„Mach dir keinen Kopf, Kumpel", meinte Harry. „Um ehrlich zu sein, freue ich mich nicht besonders darauf, es zu probieren. Ich möchte nur sicherstellen, dass Remus immer jemanden hat, sollte Snape etwas zustoßen."
„Du meinst für den Fall, dass Snape sich entschließt, es nicht mehr für ihn vorzubereiten?", fragte Ron finster.
„Das auch, Kumpel", erwiderte Harry. „Das auch."
OoOoOoOoOoOoOoO
Am nächsten Tag brachte die morgendliche Auslieferung des Tagespropheten die Nachrichten vom Angriff auf die Winkelgasse. Harry hatte den vorigen Nachmittag und Abend damit verbracht, sich über das Schicksal von Ollivander Gedanken zu machen. Die Situation war so hektisch und er so in Eile gewesen, nach Hogwarts zurückzukehren, dass Harry vergessen hatte, nach dem alten Zauberstabmacher zu schauen, bevor er zum Schloss zurückgekehrt war. Er hatte kein eigenes Abonnement für das Käseblatt, daher musste er zusammen mit den anderen Hermines Kommentaren zuhören und warten, bis sie den Artikel beendet hatte und er sich selbst darin vertiefen konnte.
Leider - aber nicht überraschend - beinhaltete der Artikel keine Liste der Opfer und sagte nichts über Ollivander. Harry verfluchte sich im Stillen für seine Vergesslichkeit. Er wusste, er würde nichts aus dem Schulleiter herausbekommen, obwohl es Harrys Informationen gewesen waren, die sie überhaupt vor dem Angriff gewarnt hatten. Stattdessen wünschte er sich, dass der Vollmond sich schneller nähern würde, so dass er Remus fragen könnte. Dann fühlte er sich schuldig, da er wusste, dass Remus nicht glücklich wäre, die Auswirkungen des Vollmonds früher als er musste zu durchleben. Seine Neugier war ungestillt, aber er fand sich damit ab, dass er warten musste - nur noch ein wenig mehr als eine Woche.
Glücklicherweise hatte er andere Dinge, auf die er sich in der Zwischenzeit konzentrieren konnte, darunter besonders das kommende Hogsmeade-Wochenende. Am Anfang der Woche hatte er sichergestellt, Neville das Geld, das er ihm versprochen hatte, zu geben und wünschte ihm für die Einkaufstour Glück. Er beneidete Neville nicht um seine Lage, ein geeignetes Geschenk zu kaufen. Harry war froh, dass ihm noch mehrere Monate blieben, bevor er dasselbe tun musste.
Der Nachteil von dem Wochenendtrip war, dass es die Woche im Schneckentempo vergehen ließ. Um das Ganze noch schlimmer zu machen, wurde Harrys Schlaf in dieser Woche dreimal durch Visionen gestört, da Voldemort ein wiedererwachtes Interesse entwickelt zu haben schien, an den scheinbar zufälligen Angriffen der Todesser teilzunehmen. Als es schließlich Freitag war, fühlte Harry die Auswirkungen seines fehlenden Schlafes und er freute sich auf die Pause, die der Hogsmeade-Ausflug sein würde.
Das Glück war ihm nicht hold, denn in dieser Nacht wurde sein Schlaf schon wieder gestört. So müde wie er auch war versuchte er, die Bilder auszublenden und wieder zu schlafen, aber es ging nicht. Die Vision war noch zu neu und selbst seine Okklumentik konnte die Bilder nicht aufhalten, die vor seinem Inneren Auge auftauchten, sobald er die Augen schloß. Harry gab es schließlich auf zu versuchen und zwang sich aufzustehen. Er zog seine Trainingsklamotten an und nahm ein Buch über Schutzzauber in die Hand, mit dem er hinunter zum Gemeinschaftsraum ging, um auf Ginny zu warten.
Das Warten war unerträglich. Als er las, wurden seine Augen immer schwerer, doch jedesmal, wenn er einzunicken schien, tauchte in seinem Geist ein Bild aus seiner Vision auf und er wachte wieder abrupt auf. Nach etwa ein Dutzend Mal sprang Harry auf die Füße und warf das Buch frustriert auf den Sessel. Nachdem er eine Minute hin- und hergegangen war, seufzte Harry. Es half alles nichts. Er hob das Buch wieder auf und legte es auf einen der Tische. Er setzte sich auf einen der Holzstühle mit den geraden Lehnen und öffnete das Buch. Er entschied, noch einmal zu lesen, was er an diesem Morgen bereits gelesen hatte, da er sich an kaum etwas erinnern konnte.
Seine Augen drohten noch immer zuzufallen, aber in dem ungemütlichen Stuhl war er in der Lage, wach zu bleiben. Schließlich, als die Sonne am Horizont aufging, betrat Ginny den Gemeinschaftsraum. Sie tappte leise zu ihm und ließ sich auf den Stuhl neben ihn sinken.
„Schon wieder?" fragte sie.
Er brauchte keine Erklärung. Er nickte nur. Sie streckte ihre Hand aus und drückte seinen Schenkel kurz oberhalb seines Knies. „Nun, wir sollten gehen", sagte Harry plötzlich, klappte sein Buch zu und stand auf.
Ginny nahm ihn bei der Hand und zog ihn zu sich, bevor er weglaufen konnte: „Bist du dir sicher, Harry?" Er konnte die Sorgen in ihrer Stimme hören. „Du solltest versuchen, noch ein wenig zu schlafen."
Harry schüttelte nur den Kopf. „Ich habe es bereits versucht und außerdem müssen wir trainieren. Ich kann es nicht jedesmal ausfallen lassen, wenn ich schlecht geträumt habe, oder?" Bevor Ginny etwas erwidern konnte - und er war sich sicher, dass sie wollte -, zog Harry sie an der Hand, um sie zum Aufstehen zu bewegen. Er küsste sie auf die Wange und meinte: „Lass uns gehen."
Sie ließ sich aus dem Gemeinschaftsraum führen, auch wenn Harry sich ihres Widerwillens bewusst war. Sobald sie sich gedehnt hatten, begann Harry zu joggen. Die Bewegung half ihm, ein wenig aufzuwachen, aber selbst mit dem Blut, das durch seine Adern pochte, konnte er fühlen, wie die Müdigkeit anhielt. Er wusste, wenn die Visionen weiter anhielten, würde er nicht so weitermachen können. Er beschloss, nach einer möglichen Lösung für sein Problem zu suchen, aber für den Moment drängte er die Situation aus seinen Gedanken. Nach ihrem Training würden sie einen schönen Tag in Hogsmeade haben und er war fest entschlossen, weder Visionen noch mangelnder Schlaf die Stimmung verderben zu lassen.
Auch wenn sie wie gewöhnlich früh zum Frühstück erschienen, sahen Harry und Ginny, dass sie nicht unter den ersten waren. An jedem Tisch saßen schon Schüler, nicht mehr als eine Handvoll jeweils, aber sie waren daran gewöhnt, am Wochenende die ersten zu sein. Anscheinend freuten sich die Schüler darauf, ins Dorf zu gehen.
Nicht lange nachdem sie sich gesetzt hatten kam Neville in die Halle und setzte sich ihnen gegenüber hin. „Guten Morgen, Neville", grüßte Ginny ihn, während Harry dem Jungen nur zunickte.
„Morgen", erwiderte Neville in Eile, während er ein paar Toastscheiben in eine Serviette packte. „Ich sehe euch dann in der Stadt?"
„Ja", meinte Harry und Ginny nickte: „Bis später, Neville."
Er hob seinen Zauberstab nur grüßend in Erwiderung, während er wieder aus der Halle eilte, bereits an seinem ersten Toast essend.
„Ich frage mich, was das sollte?", flüsterte Ginny, ihr Blick auf die sich entfernende Gestalt gerichtet.
„Hannah hat bald Geburtstag", erklärte Harry. „Er hat vor, ihr ein Geschenk zu kaufen."
„Er hat dir das gesagt?", fragte sie überrascht.
„Nun, er musste sich etwas Geld leihen", erwiderte Harry.
„Oh", sagte sie, bevor sie sich wieder ihrem Frühstück widmete.
Harry folgte ihrem Beispiel. Als nur noch Eier auf seinem Teller waren, nahm Harry seine Gabel in die linke Hand und legte seine rechte auf Ginnys Bein, kurz oberhalb von ihrem Knie. Sie schaute zu ihm herüber und grinste, aber Harry aß ungerührt weiter. Er schluckte den letzten Bissen und spülte ihn mit einem Schluck Kürbissaft hinunter. Ginny war nur wenige Minuten vor ihm fertig geworden. Ihre Aufmerksamkeit war zu den anderen Menschen im Raum gewandert, daher drückte er noch einmal ihr Bein, um ihre Aufmerksamkeit zu erregen und fragte: „Möchtest du jetzt in die Stadt gehen oder warten?"
Sie zuckte mit den Schultern. „Wir können genauso gut gleich gehen."
Die Sonne stand nun merklich höher am Himmel als während ihres morgendlichen Laufes und die Luft war deutlich wärmer. Kaum eine Wolke war am Himmel zu sehen und es kündigte einen wunderschönen Tag für einen Ausflug nach Hogsmeade an. Sie gingen größtenteils schweigend. Keiner von ihnen hatte viel geplant. Harry wollte seinen Vorrat an notwendigen Materialien wie Federkielen, Tinte und Pergament aufstocken und Ginny wollte sich nach Schulroben umschauen, um ihre mitgenommeneren Exemplare auszutauschen, aber davon abgesehen hatte keiner von ihnen etwas vor. Sie erledigten diese Aufgaben schnell und sie waren damit zufrieden, einfach ihre Zeit gemeinsam bei dem schönen Wetter zu genießen.
Das war, bis sie Neville bemerkten, der ziemlich gehetzt aussah, als er von Laden zu Laden eilte auf der Suche nach dem schwer auffindbaren perfekten Geschenk. Harry und Ginny schauten sich an und Ginny formte die Frage, welche sie beide im Kopf hatten: „Sollen wir mal fragen, ob er unsere Hilfe möchte?"
„Kann nicht schaden, zu fragen", meinte Harry. „Er möchte es vielleicht allein erledigen, aber wenn es so ist, wird er einfach nein sagen. Wenigstens haben wir es dann angeboten."
Ginny nickte zustimmend und die beiden folgten Neville in Zardaris' zauberhafte Zauber. Als sie das Geschäft betraten, sahen sie verschiedene Schaukästen mit unterschiedlichen Schmuckstücken und anderen Tand. Neville ging viel zu schnell von einem Schaukasten zum nächsten, um überhaupt die Chance zu haben, den Inhalt richtig wahrzunehmen. Er schien es so eilig zu haben, das richtige Geschenk zu finden, das er es wahrscheinlich übersehen würde, sollte er daran vorbeikommen.
„Hey Neville", rief Harry aus und zog damit die Aufmerksamkeit des Jungen auf sich.
Er schaute verwirrt zu ihnen und Ginny fragte: „Wie läuft's mit dem Einkaufen?"
„Oh, ganz gut, schätze ich", erwiderte er abgelenkt, während er wieder auf die Schaukästen schaute. „Ich muss mich aber beeilen. Ich habe Hannah versprochen, dass ich sie zum Mittagessen in den Drei Besen treffen und den Rest des Tages mit ihr verbringen würde."
„Können wir dir helfen?" bot Ginny an.
Harry konnte den Konflikt deutlich auf Nevilles Gesicht lesen. Neville öffnete seinen Mund, um zu antworten, ließ ihn dann aber abrupt zuklappen und schüttelte den Kopf. Nach einem weiteren Moment lächelte er ein wenig, beinahe peinlich berührt und sagte: „Ja, Hilfe wäre großartig. Ich bin total überfordert."
Harry lächelte nur, als Ginny sofort anfing, Fragen zu stellen und mit ihm an den Schaukästen vorbeilief. Harry folgte ihnen, wobei er nur halb auf ihre Unterhaltung achtete, während er die verschiedenen ausgestellten Gegenstände musterte. Er war tatsächlich überrascht, dass sie nur eine halbe Stunde später den Laden verließen, mit einem Neville, der erleichtert eine Tasche mit seinem Einkauf festhielt. Sie hatten ein schönes Armband gefunden, von dem Ginny ihm versicherte, dass Hannah es lieben würde.
„Möchtest du uns bis zum Mittagessen Gesellschaft leisten?" fragte Ginny, als sie vor dem Geschäft standen.
„Nein, geht nur", bestand Neville. „Ich fühle mich schon schlecht genug, eure Zeit in Anspruch genommen zu haben."
„Kein Problem, Kumpel", erwiderte Harry.
Ginny stupste ihn mit dem Ellbogen, als sie spottete: „Du hast nicht einmal etwas gemacht. Aber ehrlich, Neville, ich habe gerne geholfen."
„Danke", sagte Neville und schaute von Ginny zu Harry und wieder zurück. „Vielleicht sehe ich euch zum Mittagessen in den Drei Besen?"
„Klar", erwiderte Harry, nachdem Ginny nur nickte. „Bis dann."
Sie vertrieben sich die Zeit bis zum Mittagessen mit einem Schaufensterbummel. Dabei begegneten sie Ron und Hermine und informierten das Paar über ihren Plan für das Mittagessen. Etwas schien zwischen den beiden nicht ganz zu stimmen, aber sie stimmten zu, sich zum Mittagessen zu treffen. Während sie sich langsam auf den Weg zum Pub machten, sahen sie Luna und luden sie ebenfalls ein, ihnen beim Mittagessen Gesellschaft zu leisten, aber sie lehnte höflich ab. Anscheinend war sie auf der Jagd auf die schwer zu fassenden rundschwänzigen Lorven, welche die Stadt heimsuchten. Entscheidend, dass es besser war, keine Fragen zu stellen, wünschten sie ihr Glück und gingen weiter. Als sie den Pub betraten, entdeckten sie sofort Neville und gingen zu ihm. Als sie Neville erzählten, dass Ron und Hermine ebenfalls noch kommen würden, setzten sie sich an einer der großen runden Tische. Anscheinend hatte Hannah Neville gesagt, dass Susan und Justin ebenfalls mit ihnen essen würden.
Es dauerte nicht lange, bis der Tisch bis auf den letzten Platz besetzt war. Zu diesem Zeitpunkt war der gesamte Pub bis zum Anschlag voll und sie mussten praktisch schreien, um sich gegenseitig zu verstehen. Harry war dankbar, als das Essen kam. Die Müdigkeit war immer stärker geworden, umso weiter der Morgen fortgeschritten war und das Essen stärkte ihn wieder. Sie blieben schließlich über zwei Stunden im Pub, redend, lachend und die Gesellschaft genießend. Als sie schließlich gingen, blieb die Gruppe zusammen statt sich wieder aufzuteilen.
Harry freute sich über die Gesellschaft. Die ausgelassene Atmosphäre half ihm, die Visionen, den Krieg und die Verantwortung, die ihm auf den Schultern lastete, zu vergessen. Für einen Nachmittag lang war er ein normaler sechzehnjähriger Junge, der Zeit mit seinen Freunden und seiner Freundin verbrachte. Sie betraten ein paar Läden, aber die meiste Zeit über liefen sie nur miteinander lachend und Witze reißend herum, bis es an der Zeit war, fürs Abendessen zurück zum Schloss zu gehen.
Ende von diesem Teilkapitel
Vielen Dank an Guest und Tatze für die Reviews! und an Tatze: ich lade (praktisch immer) am 15. eines Monats hoch...
