Als ich aufwache, bin ich ausgeruht und bereit, das Abendessen zu kochen. Ich schaue auf die Uhr und reiße meine Augen auf. Es ist 6 Uhr morgens. Das war kein Nickerchen, das war eine scheiß Leichenstarre! Heute habe ich ziemlich gute Laune. Ich füchte, die brauch' ich um den Christian Grey zu überleben. Ich stehe auf und nehme eine heiße Dusche, bevor ich mich umziehe. Oh wie ich eine gute Entspannung liebe. Am besten trage ich den romantischen Look, immerhin werde ich heute ‚heiraten'. Also ziehe ich ein kurzes, weißes Chiffonkleid mit kurzen Ärmeln und weißen High-Heels an. Meine Haare sind in einen Knoten gebändigt.
Ich gehe zu meiner geliebten Wanda und fahre zum Krankenhaus. Dort muss ich einigen Papierkram unterschreiben und bekomme einige persönliche Dinge, zum Beispiel eine Uhr und einige der Fotos, die im Fernsehen gezeigt wurden. Dann gehe ich zu Christian, der verdammt gut aussieht und eine Jeans, ein weißes T-Shrit und einen grauen Sweater an hat. Wenn es nach mir ginge, könnte ich mich an seinem Körper 'rauf und 'runter lecken. Whhhooohhhooo, scheint so, als ob jemand aus dem Hormongleichgewicht ist. Ich wische meinen Sabber weg und gehe zu Christian.
„Hallo, Hübscher, wie wär's, wenn ich dich mit nach Hause nehme?" sage ich verführerisch.
Er grinst. „Unbedingt, ich kann hier wirklich, und ich meine wirklich nichts mehr essen. Ich kann mich an deine Kochkünste nicht erinnern, aber es kann nicht schlechter als hier sein! Rette mich, ich werde alles für dich tun", sagt er verzweifelt.
"Ok, dann trag mich zum Auto denn ich bin viel zu müde um in diesen High-Heels zu gehen", sage ich nüchtern und verschränke meine Arme vor der Brust.
Er lacht, reißt mich von meinen Füßen und trägt mich. Oh wie ich das liebe, wenn jemand nicht nachfragt und einfach tut, was ich sage. Er trägt mich zum Ausgang, während wir beide wie Teenager kichern. An der Tür springe ich runter, nehm ihn bei der Hand und führe ihn aus dem Spital hinaus. Am Parkplatz halten wir bei Wanda an. Christian bleibt abrupt stehen und betrachtet mein Auto.
„Ist das dein Ernst?" startet er eine erneute Fragerunde.
„Ja. Warum?"
„Ist das überhaupt ein Auto?"
„Ja. Warum?"
„Ich glaube nicht, dass ich dieses Fahrzeug erlaubt habe. Gott, ich glaube, dieses Auto hat im Zweiten Weltkrieg gedient!"
„Ja. Warum?" Ich kichere. „Christian,wir haben kein anderes Auto, also muss das reichen. Wenn du eine Glückssträhne in Vegas hast, können wir ein neues kaufen. Aber bis dahin ist das genug", erkläre ich. Es ist offensichtlich, dass er einen anderen Lebensstil gewohnt ist.
„Wir sind arm?" fragt er schockiert.
„Wir können im Moment unsere Rechnungen bezahlen. Aber wenn du einen Job findest, können wir auf ein neues Auto sparen." Ich denke, ich brauche mich für mein Leben und die Geldsumme auf meinem Bankkonto nicht schämen, also spiele ich ihm den Ball zu.
„Ich bin arbeitslos?" Er reißt seine Augen auf.
„Yeah, sozusagen. Seit wir umgezogen sind hast du noch keinen neuen Job gefunden, also arbeitest du halbtags für deinen Vater. Aber ich bin sicher, dass du bald eine richtige Arbeit finden wirst." Ich versuche, motivierend zu klingen, so wie es von einer liebenden und fürsorglichen Ehefrau erwartet wird.
„Was für ein Alptraum! Ich bin mir nicht so sicher, ob ich meine Erinnerung zurückhaben will", seufzt Christian. Wir steigen ins Auto ein und machen uns auf den Weg nach Hause. Ich werde sehr nervös und mein Körper kribbelt. Ich weiß nicht, ob meine Kinder mitspielen werden. Wenn sie auspacken, wer wir sind und wer er ist, bin ich komplett im Arsch. Aber was wichtiger ist: Ich hoffe, er vermasselt es nicht mit meinen Kindern, sonst muss ich ihn umbringen.
Als wir zu meinem Haus kommen parke ich das Auto. Ich öffne meine Türe, verlasse das Auto und mache mich auf den Weg zu meiner Haustüre. Ich drehe mich um um zu sehen, ob Christian mir folgt, aber da hab ich wohl kein Glück. Er starrt mit offenem Mund und einem verängstigten Blick auf mein Haus und ich muss zugeben, ich geniere mich etwas.
„Willkommen in unserer kleinen Villa!" Ich versuche es so fröhlich wie möglich zu sagen, während ich meine Arme ausstrecke.
„Um Himmels Willen, das ist ein scheiß Rattenloch!" faucht er.
„Hey, pass auf, was du sagst! Es ist eine Verbesserung in Hinblick auf unser voriges Zuhause. Sei froh!" sage ich um ihn zu beruhigen.
„Wir sind hier her gezogen - freiwillig?" fragt er ungläubig und ein bisschen hoffnungslos.
„Komm rein. Dir wird es gefallen. Es braucht ein wenig Renovierung hie und da, aber dann wird es ein Palast sein!" Ich versuche ihn aufzumuntern. Ich bin sicher, dass es nicht leicht für ihn ist. Er weiß es nicht, aber er hat wahrscheinlich noch nie in so einem einfachen Haus geschlafen.
Als wir das Haus betreten, kommt Tommy die Stufen heruntergerannt. Ich lächle meinen großen Jungen an.
„Und hier ist er!" Ich drehe mich um, um Christian zu sehen. Er schaut noch verstörter aus wie vorher, wenn das überhaupt noch möglich ist.
„Das ist nicht mein Kind!" wimmert er fast. Sein Mund bleibt offen.
„Natürlich ist er das! Ich war sicher, dass du wenigstens ihn erkennen würdest", sage ich enttäuscht.
„Nein, das ist unmöglich. Ich würde es wissen, wenn ich ein Kind hätte!" sagt er, während sein Gesicht erbleicht.
„Zwei Kinder. Vergiss nicht den kleinen Andy dort", sage ich und zeige mit dem Finger auf meinen Kleinen, der gerade die Stiegen herunter kommt um seinen neuen Vater zu begrüßen. Andy geht zu Christian und streckt ihm seinen Arm entgegen. Christian nimmt seine Hand und schüttelt sie. Aber gleich danach verzieht er sein Gesicht und sieht auf seine Handfläche. Sie ist voller Marmelade, weil Andy offensichtlich gerade ein Marmeladesandwich gegessen hat.
Christian fragt ihn: „Ist das Erdbeermarmelade?"
Andy antwortet: "Nein, Himbeer."
Christian seufzt: „Super. Einfach super."
„Papa, wir sind soooooo froh dass du wieder da bist!" sagt Tommy etwas übertrieben, während er sein Bein umarmt. Ich deute ihm sich etwas zurückzunehmen.
"Tommy, wo ist Kate?" frage ich ihn.
„Sie ist in unserem Zimmer - wir haben gerade einige Bilder gemalt", sagt er mit einem fröhlichen Gesicht.
"Ok. Also warum geben wir Vati nicht eine Führung durch unser Haus. Erste Haltestelle: Badezimmer!" schlage ich vor. Es ist wirklich ein kleines Haus, also sollte es nicht lange dauern. „Folgt mir", sage ich und deute ihnen, mir zu folgen.
Wir gehen nach oben und auf dieser verdammten letzten Stufe rutsche ich aus und bevor ich auf allen Vieren lande, fängt Christian mich auf und hilft mir, das Gleichgewicht wieder zu erlangen. Ich lächle entschuldigend und danke ihm, bevor ich mit der Führung fortfahre. Da ist das Badezimmer, welches er und Andy sofort benutzen, um sich die Hände zu waschen, mein Schlafzimmer und das Kinderzimmer. Kate quietscht als sie Christian sieht und umarmt ihn.
"Christian! Wie geht es dir? Du hast uns erschreckt! Willkommen zurück! Oh, Ich habe gehört, dass du dein Gedächtnis verloren hast. Ich bin Kate Kavanagh. Ana und ich waren zusammen am selben College und sind seitdem beste Freundinnen. Ich lebe in Seattle aber verbringe immer wieder einmal ein Wochenende hier", sagt sie, als ob sie ihn schon jahrelang kennen würde. Sie ist eine ziemlich gute Schauspielerin!
"Miss Kavanagh, es ist mir eine Freude, Sie kennenzulernen", antwortet Christian höflich.
"Christian, wie wär's, wenn Kate und die Jungs dir das untere Stockwerk zeigen während ich beginne, das Mittagessen zuzubereiten?" sage ich. Kate und Christian stimmen zu und ich bin auf dem Weg zur Küche. Ich beginne Makkaroni mit Käse zu kochen und decke den Tisch. Christian kommt in die Küche und sagt mir, dass Kate mit den Kindern ins Kinderzimmer gegangen ist.
"Ok, Mittagessen wird in 30 Minuten fertig sein. Wie geht es dir Christian?" frage ich ihn, weil ich gespannt bin ob er schon leidet wegen all der Dinge, die er mir angetan hat. Ich brauche ihn fit, damit er sich für die Arbeit den Arsch aufreißen kann.
„Überwältigt. Ich erkenne nichts und niemanden und seit dem Unfall fühle ich mich so, als ob ich die ganze Kontrolle verloren habe", murmelt er erschöpft.
„Nimm dir ein bisschen Zeit. Die Ärzte sagten, dass alles wieder zurückkommen wird. Ich wollte mit dir über die Nacht sprechen. Ich habe mir gedacht, dass wir nicht zusammen schlafen sollten, solange du dich an nichts erinnerst, damit du nicht noch mehr überwältigt wirst. Außerdem war der Streit, den wir hatten, ziemlich übel, also fühl ich mich nicht wohl damit, die Nacht mit dir zu verbringen, ohne unsere Probleme gelöst zu haben. Also kannst du auf dem Sofa schlafen." Ha! Nimm das du Depp, wie man sich bettet so liegt man dann.
Christian seufzt. „Ja, wahrscheinlich hast du recht."
Ich lächle ihn bestätigend an und sehe nach meinen Makkaronis.
Nach dem Mittagessen sage ich Christian, dass er den Abwasch machen soll während Kate und ich hinauf zu den Kindern gehen.
"Ana, er ist großartig. Was für ein Augenschmaus. Bist du dir sicher, dass du ihn nicht zu deinem Sexsklaven machen willst? Ich wette, er kann dich seeeeeeeeeehr verwöhnen!" sagt sie aufgeregt und stupst mich in die Seite.
"KATE! Nein, sicher nicht! Ich kann doch nicht mit einem Fremden schlafen, um Himmels Willen!" sage ich schockiert. „Und dieser Arsch hat mein Leben sehr viel schwieriger gemacht, also wird er für einige Zeit mein Sklave sein. Nicht mehr und nicht weniger."
"Ok, ok, ich sag ja nur. Ein bisschen Spaß muss sein!" sagt sie und hebt die Hände abwehrend in die Höhe.
"Oh ich werde Spaß haben. Wie wär's mit ein wenig Zeit zu Zweit - nur wir Frauen?" frage ich mit einem bösen Lächeln auf meinem Gesicht.
"Oh das wär super!" kreischt sie.
Ich drehe mich um und gehe in die Küche. Ich kann nicht glauben, wie ungeschickt der Christian Grey sein kann. Er hat bis jetzt erst zwei Teller gewaschen und man sieht, dass er das noch nicht sehr oft getan hat. Aber das ist ok für mich, er kann sich Zeit dafür nehmen.
"Hey Christian! Kate und ich gehen aus auf einen Kaffee. Also bitte schau' nach den Burschen. Tschüss!" erkläre ich sachlich, kann aber nicht die Fröhlichkeit in meiner Stimme vermeiden.
"WAS?! WARTE!" schreit er und lässt das Glas, welches er gerade wäscht, sinken. Er läuft mir hinterher und flüstert: „Du kannst mich nicht mit diesen Kindern alleine lassen!"
„Warum nicht? Du bist deren Vater und es ist nur fair, dass du dich auch um deinen Nachwuchs kümmerst." fauche ich ihn an.
„Wann wirst du wieder nach Hause kommen?" fragt er verzweifelt. Oh Annie, gib nicht nach!
„Ich weiß es nicht und es ist mir auch egal. Ich habe jetzt drei Tage alleine für sie gesorgt, also bist jetzt du dran. Und du weißt, wir Mädels können quasseln ohne Ende, also wird es wahrscheinlich etwas dauern, bis ich wieder zurück bin", sage ich und küsse ihn auf die Wange. Er sieht mich gestresst an und ich gebe fast nach, aber nein. Keine Gnade! Ich drehe mich um und gehe hinauf zu den Kindern.
"Hey Leute, ich geh mit Tante Kate aus, also seid nett zu Christian und benehmt euch." kommandiere ich sie und schaue zu Kate. Sie lächelt mich an und zieht mich in mein Schlafzimmer.
„Ich denke, ich werde dich ein bisschen aufbrezeln. Das kommt nicht so oft vor, dass du dein Haus freiwillig verlässt", stellt Kate fest. Ich kichere. Ich liebe es, wenn Kate mich herrichtet. Sie ist wie die große Schwester, die ich nie gehabt habe. Sie lockt meine Haare und macht mein Make-Up. Nach einer Stunde sehe ich aus wie ein Mensch, ein wunderschöner Mensch. Und ich liebe es. Sie kleidet mich in ein Mini-Bleistiftkleid mit einem dunklen Blumenmuster. Meine Haare fallen in großen Wellen über meine Schultern. Wir gehen hinunter, wo Christian endlich mit dem Geschirr fertig ist und von Tommy und Andy, die offensichtlich eine große Freude daran haben, gejagt wird. Sie haben ihr Spielzeug heruntergebracht und es überall im Wohnzimmer verteilt. Sie sind so motiviert, Christian all ihr Spielzeug zu zeigen, dass er kaum mit ihnen mithalten kann. Ich verabschiede mich von ihnen und gehe mit Kate fort.
Oh wie ich diesen Nachmittag liebe. Wir gehen einkaufen, holen uns einen Kaffee und gehen sogar eine Runde im Park spazieren. Wir bringen uns auf den neuesten Stand und es ist so gut, wirklich mit jemanden nach so langer Zeit zu reden. Am Abend gehen wir zurück zum Haus und ich bin neugierig, ob Christian alles geschafft hat. Ich öffne die Türe, höre den Fernseher und gehe ins Wohnzimmer. Dort sind Tommy und Andy, die auf der Couch sitzen und jeweils ein Glas Milch und ein Sandwich auf dem Tisch stehen haben. Wow, ich bin beeindruckt. Ich drehe mich zu Kate und forme ein ‚Wow' mit meinen Lippen und sie stößt mich mit dem Ellenbogen in meine Rippen mit einem ‚Ich habs dir ja gesagt'-Ausdruck auf ihrem Gesicht. Ich kichere. Ich frage die Jungs wo Christian ist und sie sagen mir, dass er oben ist. Also gehe ich nach oben, während Kate sich auf die Couch setzt. Ich schaue ins Kinderzimmer. Die Spielsachen sind ein Sauhaufen, aber das ist ok. Ich räume es später oder morgen mit den Burschen zusammen auf. Ich gehe in mein Schlafzimmer und da sitzt er auf dem Bett. Er sieht etwas müde aus.
Ich setze mich neben ihn und nehme seine Hand in meine.
„Und? Wie wars, Vati?" frage ich neugierig.
„Es war so anstrengend. Ich fühle mich als ob ich einen Marathon gelaufen wäre. Ich gehöre nicht hierher, ich fühle es, glaubst du nicht, dass ich es fühle? Ich kann nichts von diesen elenden Dingen tun und ich mag auch nicht. Oh, mein Leben ist wie der Tod. Meine Kinder sind die Brut der Hölle und du bist ein Teufelsweib. Oh Gott", stöhnt er und legt sich auf das Bett nieder. ‚Yeah. Willkommen in meinem Leben, Mr. Grey!' denke ich mir. Oh er ist so ein Frischling im Leben. Ich lege mich neben ihm nieder.
„Aber Schätzchen, wir lieben dich!" sage ich während ich mich zu ihm hindrehe. Wir liegen für eine Weile da, er schaut an die Decke und ich starre ihn an. Ich könnte ihn die ganze Zeit anstarren. Erstens ist er wirklich ein Augenschmaus, aber zweitens respektiere ich seinen Willen, sich durch dieses Leben zu kämpfen, welches Kate und ich für ihn geschaffen haben.
Als es an der Türe klopft, bringt mich das ins Hier und Jetzt zurück.
„Klopf, Klopf!" schreit Kate.
„Wer ist da?" frage ich.
„Werner", antwortet sie.
„Werner wer?" frage ich.
Sie öffnet die Türe und sagt: „Wer nervt mit diesen Klopf-Klopf-Witzen?" und kichert. Ich setze mich auf und schüttle meinen Kopf. Kate ist manchmal wie ein Kind.
"Hey Annie, ich denke, ich werde nach Hause fahren", sagt sie und ich stehe auf. Sie geht rüber zum Kinderzimmer, um sich zu verabschieden. Sie hat die Kinder schon umgezogen und zu Bett gebracht. Oh wie ich sie liebe. Sie hilft mir ohne dass ich etwas sagen muss. Nachdem ich sie zur Eingangstüre gebracht habe, umarme ich sie.
"Annie, hab keine Angst. Es ist ein idiotensicherer Plan und es hat bis jetzt funktioniert. Also …" sie legt ihre Hände auf meine Schultern und zwinkert mir zu "… mach nichts, was ich nicht auch tun würde. Ich fahre jetzt nach Hause, also ruf an, wenn du etwas brauchst. Tschüss" sie küsst mich auf die Wangen.
„Tschüss Kate!" sage ich und warte bei meiner Eingangstüre bis sie weggefahren ist.
Ich gehe in die Küche. Das Geschirr ist sauber. Er hat es auf die Arbeitsfläche abgestellt, wahrscheinlich weil er nicht wusste, wo er es einräumen sollte. Also mach ich das und mache mir im Gedanken eine Notiz, Christian zu zeigen, wo alles hingehört. Immerhin hasse ich, das Geschirr zu machen, also wird das seine Aufgabe sein in der Zukunft. Ich gehe nach oben und bin etwas nervös. Das wird die erste Nacht seit Monaten sein, in der ein erwachsener Mann unter meinem Dach wohnt.
Ich gehe in mein Schlafzimmer. Kein Christian. Badezimmer. Kein Christian. Wo ist dieser kleine Scheißer? Ich öffne die Kinderzimmertüre und da ist er, gegen eine Wand gelehnt betrachtet er die schlafenden Kinder. Ich gehe zu ihm, nehme seine Hand und ziehe ihn aus dem Raum. Ich habe ein komisches Gefühl, wenn ein Fremder meine Kinder anstarrt. Also dränge ich ihn in mein Schlafzimmer und öffne die Türe zum begehbaren Kleiderschrank. Ethan und Hannah halfen mir dabei, Christians neue Kleidung hier herein zu sortieren. Nebenbei schaffte Kate es, auch neue Kleidung für mich hier unterzubringen. Ich nehme ein T-Shirt und Pyjamahosen und gebe sie Christian.
„Du kannst eine Dusche nehmen und das anziehen, während ich unten dein Bett mache", informiere ich ihn.
„Danke, Ana", murmelt er.
Ich trage einen Polster und eine Decke nach unten, mache sein Bett und gehe zurück in mein Zimmer. Ich will es gerade betreten, als sich die Badezimmertüre plötzlich öffnet und Christian, der nur ein Handtuch um seine Hüften trägt, heraustritt. Oh mein Gott! Was für ein Anblick. Mein Körper reagiert sofort auf diese Perfektion und ich muss mich zurückhalten, um nicht gleich über ihn herzufallen. Scheiße. Sieht so aus als hätte ich heute eine Verabredung mit meinem batteriebetriebenen Freund, meinem einzigen festen Freund seit Brad. Ich schüttle geschwind meinen Kopf um dieses Bild loszuwerden, als Christian mich fragt, wo seine Zahnbürste ist. Ich zeige ihm, wo wir unsere Zahnbürsten aufbewahren und betrete mein Schlafzimmer. Während ich warte, bis Christian fertig ist, spiele ich mit meinen Händen und fühle mich angespannt. Es ist etwas ungewohnt, darauf zu warten, dass das Badezimmer frei wird und ich weiß nicht, was ich tun soll. Also nehme ich das Buch, welches ich derzeit lese - Tess of the d'Urbervilles - und fange an, darin zu lesen. Nach ein paar Minuten verlässt Christian das Badezimmer. Auf seinem Weg nach unten gibt er mir einen Kuss auf meine Lippen und wünscht mir eine gute Nacht. Ich starre ihm hinterher und kippe meinen Kopf auf die Seite. Was für ein geiler Arsch. Ich würde ihn gerne begrapschen. Ich gehe schnell ins Badezimmer und schließe die Türe.
Ich atme tief ein, ziehe mich aus und hupfe in die Dusche. Das heiße Wasser entspannt meine Muskeln. Ich seufze. Der erste Tag ist vorüber und nichts unerträgliches ist passiert. Gut. Ich werde mir eine To-Do-Liste für Christian überlegen. Ich denke, er sollte sich auf den Garten konzentrieren. Danach könnte er Ray mit der Renovierung helfen. Außerdem wird er babysitten und ein bisschen den Haushalt schmeißen. Mmmhh, Christian. Ich schließe meine Augen und berühre mich. Whooohooo, Ich brauch wirklich einige Zeit mit Clit Eastwood und Lawrence von A Labia.
Wow, was für eine Art den Tag zu beenden. Nach einiger 'happy time' fühle ich mich so schwach in den Knien, dass ich mich für einen Moment auf den Boden setzen muss. Ich versuche mit noch geschlossenen Augen meine Atmung zu beruhigen. Ich muss zugeben, dass einige Zeit seit meinem letzten Orgasmus vergangen ist, aber ich hab das Gefühl, dass einige in der nahen Zukunft auf mich warten. Ich trockne mich ab und gehe zu meinem Kleiderschrank. Ich nehme mir mein „I need coffee"-Nachthemd, ziehe es an und lege mich in mein Bett. Befriedigt und relaxt drifte ich in den Schlaf.
