Heute ist Sonntag also will ich echt nicht meine Augen öffnen. Es ist mein einziger freier Tag in der Woche und ich habe das Recht auszuschlafen. Aber leider besuchen wir heute José in Portland, also muss ich aufstehen. Ich zerre mich aus dem Bett und gehe hinüber zum Badezimmer, wo ich auf Christian treffe.
„Guten Morgen", sagt er und gähnt.
"Mmmm", murmle ich und gehe wie ein Zombie. Er kichert. Ich lehne mich gegen seinen Rücken und jammere: „Ich mag sieben Tage am Stück durchschlafen. Ich hab echt keine Energie mehr über."
Er gibt mir meine Zahnbürste, schon mit Zahnpasta drauf. Ich nehme sie und putze mir die Zähne während er das selbe tut. Plötzlich stoppt er und sagt: „Kein Wunder, dass du müde bist nach all dem, was wir gestern Nacht in meinen Träumen gemacht haben", und dann grinst er auch noch. Ich halte inne, sehe ihn durch den Spiegel an und dann fahre ich fort, meine Zähne zu putzen. Ich kann nicht anders als zu lächeln. Und ich erröte. Oh wie ich so ein kleines Flirten zwischendurch liebe. Ich liebe das total.
Da ich keine Energie mehr dafür habe, mich herzurichten, locke ich meine Haare und binde sie mir aus dem Gesicht. Ich gehe in meinen Schrank und suche etwas legeres, also entscheide ich mich für ein süßes cremefarbenes Kleid mit einer brauen Weste und schwarzen Strumpfhosen. Um das Outfit zu vervollständigen trage ich meine braunen Stiefel.
Nach dem Frühstück fahren Ray und ich, gemeinsam mit Christian und den Kindern, die ganze Strecke bis Portland. Ray will mit einem Freund fischen gehen und wir treffen ihn wieder am Nachmittag. In der Zwischenzeit werden wir uns in einem Park in der Nähe des Heathman Hotels mit José treffen, wo auch Kate, Ethan und seine Verlobte Hannah auf uns warten. Mit Kindern pünktlich zu sein ist eine unmögliche Aufgabe für mich. Nichts desto trotz macht José Fotos von uns allen, weil er eine Ausstellung machen will und Models für seine Fotos braucht. José grüßt uns und ich bemerke, wie Christian sich anspannt. Ich fühle, wie Christian die ganze Zeit an mir hängt und auch den Körperkontakt zu mir hält. Nichts offensichtliches, aber da sind so kleine Gesten, mit denen er sein Territorium markiert. Zum Beispiel wenn seine Hände an meiner Taillie liegen oder auf meinem Kreuz, ein Kuss auf meine Stirn oder auf meine Schläfen, nichts zu offensichtliches. Es ist eine Weile her, seitdem jemand mich besessen hat. Es ist ein komisches Gefühl für mich.
José arrangiert uns in verschiedenen Posen und verschiedenen Zusammensetzungen. Es ist eigentlich harte Arbeit für ihn zu posen, speziell wenn man das nicht hauptberuflich tut. Nichts desto trotz haben Tommy und Andy viel Spaß. Zwischen den Shoots spielen sie Fußball und Football, sie spielen Fangen und raufen ein bisschen. Christian greift sich die Kinder und schwingt sie herum, wirft sie hoch in die Luft und fängt sie danach. Nach einiger Zeit versuchen die Jungs, Christian nieder zu ringen, aber scheitern. Also schreien sie um Hilfe und Ethan rennt zu ihnen um zu helfen. Zusammen bringen sie Christian zu Fall und José kommt kaum nach, diesen Haufen Testosteron zu fotografieren, aber ich bin sicher, dass er genug gute Fotos von dieser Rauferei machen kann.
Kate kommt zu mir herüber und grinst. „Männer zu sehen, die mit Kindern spielen, ist wohl eins der attraktivsten Dinge überhaupt. Es scheint, er kommt mit Tommy und Andy gut aus."
„Ja. Langsam aber sicher werden sie warm miteinander", sage ich während ich noch immer meine Männer beobachte.
„Ist das nicht etwas Gutes?" fragt sie perplex.
„Ich weiß es nicht. Irgendwann wird sich Christian an sein Leben erinnern oder jemand wird ihn finden oder wenigstens erkennen. Also wird er eines Tages weg sein", sage ich traurig.
"Yeah, aber wenn du es jetzt nicht genießt, wirst du es nie genießen. Also nimm die Dinge so wie sie sind und genieße die Fahrt, solange sie andauert", verlangt sie.
„Vielleicht hast du recht", seufze ich.
José kommt zu mir und gibt mir eine Tasche mit Fotoalben darin. Ich danke ihm und gehe zum Auto, um die Taschen zu verstauen.
Nachdem ich die Alben im Kofferraum versteckt habe, taucht Christian an meiner Seite auf. Er legt einen Arm um mich, küsst meine Schläfe und sagt, dass José fertig ist. Ich rufe nach meinen Jungs und wir machen uns auf den Weg zum Hotel, um dort noch einige Nahaufnahmen im Inneren zu machen. Kate hat José eine Gratissuite besorgt. Zwischen den Shoots gehe ich zum Bett und raste für einige Minuten, weil ich so verdammt müde bin. José macht Fotos davon, wie ich im Bett schlafe. Ich weiß nicht, wie ich mich dabei fühle, aber als ich schmolle, macht er noch mehr Fotos. Christian starrt José die meiste Zeit zornig an, aber José beutet selbst diese Emotion schamlos aus und macht Fotos von Christian. Ich kichere.
Nach dem Fotoshooting hat José einen breiten Grinser in seinem Gesicht und sagt, dass er es kaum erwarten kann, die Fotos zu bearbeiten. Christian schlägt vor, dass wir Kaffee holen. Ich stimme ihm zu weil ich noch immer so müde bin und wirklich eine Dosis Koffein brauche. Die Kinder grummeln, weil sie einen Spielplatz im Park entdeckt hatten, weshalb Kate vorschlägt, dass wir ihnen Kaffee zum Mitnehmen bringen und der Rest geht mit den Kindern zum Spielplatz. Also verlassen Christian und ich die Suite. Wir gehen zum Aufzug und warten darauf, dass er ankommt. Die Türen öffnen sich und ein junges Pärchen, welches sich leidenschaftlich umarmt und küsst, springt auseinander. Christian und ich steigen ein und ich muss ein Lachen unterdrücken. Im Erdgeschoß öffnen sich die Türen, Christian nimmt meine Hand, führt mich aus dem Aufzug heraus durch die Lobby und murmelt: „Was haben diese Aufzüge nur an sich?"
Als wir das Portland Coffee House erreichen, lässt er meine Hand los um mir die Tür aufzuhalten.
„Warum gehst du nicht schon mal einen Tisch besetzen während ich die Getränke bestelle?" sagt er und ich nicke. „Was willst du haben?" fragt er.
„Einen Latte Macchiato, danke", sage ich und mache mich auf den Weg zu dem letzten freien Tisch in diesem Kaffeehaus. Ich beeile mich, denn ein wirklich fetter Mann mit einem verschwitzen Kopf ist auch scharf auf den Tisch. Tut mir leid, Süßer, aber ich will wirklich sitzen weil ich verdammt müde bin und einen ganzen Tag damit verbracht habe, einem Freund zu helfen. Nachdem ich mich gesetzt habe, untersuche ich Christian. Er ist ein wirklich schöner Mann. Groß, breite Schultern, schlank und die widerspenstigen Haare! Ich würde mein erstgeborenes Hündchen dafür geben, seinen nackten Körper abzulecken. Ich schaue aus dem Fenster auf die Straße und sehe einen Mann in einem Anzug, mit einer Stoppelfrisur und Sonnenbrillen. Ich habe ein ungutes Gefühl bei diesem Typen, als ob ich ihn kenne und er Probleme bedeutet. Er geht die Straße entlang und verschwindet. Komisch. Wo habe ich ihn schon einmal gesehen? Ich kann mich nicht erinnern.
„Ich würde gerne wissen, was du denkst." unterbricht Christian meine Überlegungen. Er gibt mir meinen Kaffee und ich nehme begierig einen Schluck von dieser legalen Droge.
"Mmmmhhhhh, das ist genau das was ich brauche!" antworte ich ihm. „Dieser Tag war ermüdend!"
"Yeah, das war er. War er dein fester Freund?" fragt er aus dem Blauen heraus.
„Wer?" frage ich verwirrt.
„Der Fotograf. José", erläutert er.
Ich lache. Vor acht Monaten war ich noch glücklich verheiratet und seit dem versuche ich nur zu überleben. Da ist weder Zeit noch Energie für einen festen Freund. Aber das weiß er natürlich nicht. „Nein. Er ist nur ein Freund vom College. Warum fragst du?"
„Die Art wie ihr beiden euch anlächelt", murmelt er.
„Er ist wie der Bruder, den ich nie hatte", flüstere ich.
Er nickt und isst seinen Blaubeermuffin.
„Hast du Geschwister?" fragt er und setzt eine weitere Fragerunde fort.
„Nein. Aber ich wünschte, ich hätte welche", antworte ich traurig.
„Erzähl mir etwas über deine Eltern", verlangt er und ist wissbegierig, etwas Neues zu erfahren. Wie Kate sagte, werde ich der Wahrheit gemäß antworten.
„Meine Mom lebt derzeit mit ihrem vierten Ehemann in Georgia und ist eine Klangschalenmanufakteurin. Mein Vater ist einen Tag nach meiner Geburt gestorben, also kenne ich ihn nicht. Da gab es einige Stiefväter, aber niemand war jemals daran interessiert, eines Anderen Kind aufzuziehen", erzähle ich weiter. Ich hätte mich über einen Stiefvater wie Ray gefreut, jemanden, dem ich etwas bedeute. Vielleicht wäre mein Leben in eine andere Richtung verlaufen. Vielleicht hätte ich eine viel unschuldigere Jugend gelebt. Aber dann hätte ich Brad nie in meinem Leben gehabt und hätte nicht Tommy und Andy. Nein, mein Leben ist gut so wie es ist. Am Ende hätte ich noch als alte Jungfer geendet, naiv und blauäugig genug, um jemanden wie CEO-Mr. Grey zu heiraten, der mich den lieben langen Tag nur herumkommandiert.
„Es tut mir leid", sagt er mitfühlend. „Was ist mit meinen Eltern?"
Ich nehme einen Schluck von meinem Kaffee und lächle. „Naja, du kennst Ray. Deine Mutter ist kurz nach deiner Geburt gestorben." Ich bin jetzt tief im Gedanken versunken. Ich habe meine Schwiegermutter nie kennengelernt. Man sagt, sie war eine echte Schönheit - innen und außen - und liebenswert auch.
„Ich verstehe." Er nimmt den letzten Bissen des Muffins und leert seine Kaffeetasse.
„Wir gehen besser. Ich hole den Kaffee für die Leute", sagt er und steht auf.
Ich gehe zur Tür und warte auf ihn. Nachdem er die Getränke genommen hat, nimmt er meine Hand und zieht mich zu ihm. Wir spazieren zurück zum Park. An der Ecke vor dem Park halten wir bei einer Ampel. Als der grüne Mann erscheint, will ich losgehen, stolpere aber und falle kopfüber auf die Straße. Christian ruft: "Scheiße, Ana!", fängt mich bevor ich auf dem Boden lande und hält mich fest zu seiner Brust. „Bist du ok?" fragt er und sieht mich verängstigt an. Ich bin nicht imstande irgendetwas zu sagen. Er biegt mich etwas nach hinten und ich starre einfach auf seinen schönen Mund. Ich weiß nicht, ob es das Adrenalin ist oder nur ein Traum, aber ich schließe mutig meine Augen und warte einfach darauf, was passiert.
Und es passiert wirklich. Diese weichen Lippen berühren meine. Aber nicht zufällig sondern absichtlich. Oh wie ich das vermisst habe! Begehrt und geschätzt zu werden. Nicht die Mutter zu sein, die für alles verantwortlich ist, ein asexuelles Wesen, sondern eine verdammt heiße Frau. Einerseits fühle ich mich, als ob ich Brad betrügen würde, aber auf der anderen Seite habe ich mein Eheversprechen erfüllt. Er ist tot und Mann!, bin ich ausgetrocknet. Nach einem Moment des Zögerns lasse ich die Schmetterlinge in meinem Bauch fliegen während ich ihn den Kuss erwidere. Mensch, fühlt sich das gut an. Ich schmecke ihn und realisiere, dass ich gehungert habe. Er küsst mich als ob er ertrinken würde und ich die Luft wäre. Unsere Zungen tanzen und unsere Hände erkunden einander. Wir gehen auseinander, um wieder Atmen zu können und ich muss sagen, dieser Kuss war jenseits von allem, was ich gewöhnt war. Und ich weiß jetzt, dass das nicht unser Letzter gewesen war, dafür sorge ich.
„Ich fürchte, dass der Kaffee jetzt für den Müll ist", flüstere ich während ich auf die verschütteten Kaffeebecher am Boden sehe. Er kichert. „Es sieht so aus, als ob wir mehr kaufen müssen. Hier drüben ist noch ein Kaffeehaus. Komm, gehn wir!" sagt er und legt seine Hand auf meine Taille. Nachdem wir noch eine Runde Kaffee gekauft haben, gehen wir in den Park, in dem die anderen warten. Kate nimmt ihren Becher und sieht mich an. Ich erröte und sehe hinunter auf meine Füße. Kate hält einen Augenblick inne und schaut mich noch einmal erwartungsvoll an. Ich denke sie weiß, dass etwas passiert ist, aber ich schüttle meinen Kopf. Ich bin etwas verwirrt und voller Zweifel. Ich wollte Christian ausnutzen und hasste ihn für das, was er getan hat, aber jetzt bin ich total aus dem Häuschen und will nichts mehr als ihn noch einmal zu küssen.
In der Zwischenzeit ist Ray gekommen und sammelt unsere Kinder ein. Er sagt mir, dass die anderen noch in eine Bar gehen wollen und dass ich ein bisschen Spaß haben soll. Oh Gott, wann war das letzte Mal, dass ich mit allen meinen Freunden und ohne meine Kinder fortgegangen bin? Ich weiß es nicht. Also gehen wir die paar Blocks zu einer Bar, die wir während des Colleges oft besucht hatten. Wir sitzen in einer Nische und José kauft einen Krug Margarita für uns alle. Ich stürze die erste Margarita herunter und Christian gibt mir den bösen Blick. Ich schenke mir nach und rede mit Kate. Die Musik ist so laut, es ist ein bisschen schwer mit ihr zu reden. Nach ein paar Gläsern steht José auf um ein paar Worte zu sagen:
„Leute, ich möchte euch allen für das Fotoshooting heute danken, ich bin sehr zufrieden mit dem bisherigen Ergebnis und ich hoffe, euch alle bei meiner Ausstellung zu sehen", sagt er.
„Natürlich, José, ich würde es um keinen Preis verpassen wollen", sage ich ein bisschen zu freudig. Mist, bin ich schon so beschwipst?
„Danke, Ana, das bedeutet viel für mich", sagt er. „Noch einen Drink?"
"Josè Luis Rodriguez, willst du mich betrunken machen, denn ich denke, das funktioniert", kichere ich. „Ich denke, ich nehme ein Bier."
„Pfannkuchen, findest du nicht, dass du schon genug hast?" argumentiert Christian besorgt.
Ich grunze. "Christian, ich habe zwei Kinder, ich muss immer die Verantwortung für uns übernehmen. Also denke ich, dass es ok ist, wenn ich einmal locker bin. Nebenbei bist du ja nüchtern und kannst dich um mich kümmern. Also mit deiner Zustimmung geh ich jetzt zur Bar und hole uns einen Krug Bier." Ich küsse seine Lippen und stehe auf ohne auf eine Antwort zu warten. Ich packe die Stuhllehne denn in meinem Kopf dreht sich alles und ich fühl mich schwindelig. Schwach höre ich Kate, die kichernd sagt: "Ana Nirvana, ich kann es kaum glauben, dass du deine Freunde zurück lässt!" Sofort antworte ich: „Ich lasse meine Freunde nicht zurück …. but when I do it's because my friends don't dance and if they don't dance, well then they're no friends of mine." Ich muss lachen und nach einem Moment tanze ich in Richtung Bar, aber auf halbem Weg ändere ich mein Ziel in Richtung Ausgang. Ich gehe nach draußen um ein bisschen frische Luft zu bekommen. Ich bin nicht beschwipst, ich bin wirklich besoffen und mir ist schlecht.
"Ana?"
Ich dreh mich um und sehe José ein paar Schritte entfernt.
„Geht's dir gut?" fragt er.
"Yeah, ich bin nur ein bisschen betrunken." Ich lächle schwach.
„Ich auch. Brauchst du Hilfe?" fragt er und wickelt seine Arme um mich herum.
„Ich bin ok, José", kichere ich. „Das reimt sich!"
Er zieht mich zu sich. "Ana, bitte", flüstert er.
Plötzlich werde ich panisch. "José, was tust du?"
„Du weißt, dass ich dich mag Ana, bitte cariño!" Ein Arm liegt noch immer auf meinem Kreuz während der andere mein Kinn hebt, um meinen Kopf nach hinten zu kippen. Oh Scheiße, er will mich küssen.
„Nein, bitte, José lass mich gehn! Stop!" flehe ich. Er küsst seinen Weg von meinem Kiefer bis zu meinem Mundwinkel. Sein Atem riecht nach Margarita und Bier. Das hilft nicht bei meinem Drang, mich zu übergeben.
"José, hör auf!" schreie ich und versuche noch ein letztes Mal mit all meiner Kraft gegen diese Wand aus Muskeln zu drücken. Unerwartet bewegt er sich ohne Probleme und ich stolpere rückwärts. Ich brauche ein paar Sekunden um zu verarbeiten, was gerade passiert. Christian hat José weggestoßen und schlägt ihn mitten ins Gesicht, die Rippen, den Magen. In diesem Moment bin ich so unglücklich, dass ich unkontrolliert zu weinen beginne. "Christian, stop! Er ist es nicht wert!" schreie ich aber er reagiert nicht. Er fährt fort ihn zu schlagen. "Christian!" schreie ich als ich mich auch schon vorne über beuge und mir die Seele aus dem Leib kotze.
„Wääh! Dios mio, Ana!" schreit José angeekelt. Christian schnappt meine Haare und führt mich zu einem Blumenbeet. Ich kotze noch einmal und noch einmal. Ich bin so aufgebracht wegen José, ich lass alles raus. Nach einer Weile hört das würgen auf und ich setze mich auf. Christian hilft mir auf die Füße und führt mich zum Hintereingang. Als wir an José vorbeigehen faucht Christian: „Leg nie wieder deine Hände an meine Frau!" José kichert und fragt: „Deine Frau? Bist du dir darüber sicher?" Ich bleibe stehen und schaue ihn an, mit meiner Kinnlade am Boden. Wehe er zerstört alles. Ich dachte, er sei mein Freund, ich hätte alles für ihn getan und jetzt betrügt er mich. Ich schaue düster drein und zische durch meine Zähne: „Ich hasse dich!" und in diesem Moment meine ich es auch.
Ich schleife Christian zur Tür und winsle: „Ich möchte wirklich nach Hause gehen. Könntest du bitte meine Tasche und meine Weste holen und den Andern Bescheid sagen. Ich warte hier auf dich." Er nickt und geht hinein. Nach ein paar Minuten kommt er zurück und legt seinen Arm um meine Taille während wir zum Auto gehen. Als wir beim Auto ankommen flüstert er: "Ana?" Ich drehe mich um um ihn anzusehen und beiße auf meine Lippe. „Was hat er gemeint?" Ich breche in Tränen aus und schüttle meinen Kopf. Er nimmt mich in seine Arme und wiegt uns hin und her, aber ich kann nicht aufhören zu weinen. Heute war so ein mühsamer Tag. Plötzlich wird mir alles zu viel und ich kippe um.
