CPOV

„Liebling, wollen wir ins Arbeitszimmer gehen und alles besprechen?", fragt mich Elena.

„Natürlich. Immerhin muss ich up to date sein, wenn ich morgen wieder ins Grey House fahren will" antworte ich ihr. Was für eine blöde Frage.

Wir gehen in mein Arbeitszimmer um uns dort an den Tisch zu setzen. Elena geht gleich sicheren Schrittes zu meinem Sessel und will sich dort schon niederlassen, als ich mich geräuschvoll räuspere. Sie zuckt zusammen, sieht mich an und ein kleines, entschuldigendes Lächeln erscheint auf ihrem Gesicht, bevor sie sich in einen der Ledersessel vor meinem Schreibtisch niederlässt.

„Also Elena, was habe ich verpasst?", frage ich leicht genervt. Sie verhält sich so, als ob ihr die Firma gehört. Ich glaube, ich werde ihr zeigen müssen, wer die Zügel in der Hand hält. Es genügt nämlich nicht, Chef zu spielen, so wie sie es gern mit ihren Schönheitssalons tut, denn als Chef muss man über alles den Überblick bewahren und sich überall grundlegend auskennen, um die Fehler der Mitarbeiter zeitgerecht zu erkennen und auszubessern. Elena steht auf und holt einen Stapel Akten und Papiere.

„Hier ist alles, was in deiner Abwesenheit getan wurde. Ich hoffe, es ist alles zu deiner Zufriedenheit passiert. Ros hat mir natürlich dabei geholfen", sagt sie und legt den Stoß vor mich hin.

'Geholfen? Wohl eher alles alleine gemacht und du versuchst dich jetzt, mit fremden Federn zu schmücken!' denke ich mir als ich beginne, die Papiere durchzusehen. Ich bin sehr zufrieden, obwohl es natürlich nicht perfekt ist, aber die ganze Zeit und Arbeit, Ros mit allen Firmenvorgängen vertraut zu machen, hat sich durchaus ausgezahlt. Nachdem ich alles durchgesehen habe, lehne ich mich erleichtert zurück.

„Das schaut nicht schlecht aus!", sage ich anerkennend. Ich sollte Ros eine Gehaltserhöhung geben.

„Ich danke dir! Ich habe allen bei GEH mitgeteilt, dass du die Geschäftsreise verlängert hast, weil ich keinen Skandal heraufbeschwören wollte, bevor Gewissheit herrscht. Wäre dein Verschwinden zu den Medien durchgesickert, wäre am Ende noch der Aktienkurs gefallen, was ich nicht riskieren durfte. Deine Familie habe ich auch belügen müssen, weil ich ihnen nicht unnötig das Herz brechen wollte, was aber nicht so schwer war, da du sowieso nur einmal im Monat dort aufkreuzt. Ich musste deiner Mutter schon wieder versprechen, es zu ändern, wenn ich erst mit dir verheiratet wäre. Hätte ich dich aber nicht bald gefunden, hätte ich deiner Familie auf jeden Fall die Wahrheit sagen müssen."

„Das war sehr rücksichtsvoll von dir," sage ich ihr dankbar. Wenn man verhindern kann, dass sich jemand um das eigene Kind sorgen muss, dann sollte man das tun da es nichts Schlimmeres gibt.

„Siehst du Christian, ich habe dir doch gesagt, dass wir zwei ein unschlagbares Team sind und immer schon waren. Und wenn wir erst verheiratet sind, dann kann uns nichts mehr aufhalten!", antwortet sie mir.

„Ja, du hast wohl recht," murmle ich.

„Jetzt, wo wir das geklärt haben, kommen wir zum vergnüglichen Teil unserer Besprechung" sagt sie und steht auf, um mir drei Akten zu geben. „Hier sind drei handverlesene Subs für dich, deren Hard Limits fast mit deinen übereinstimmen. Du hast jetzt schon zwei Monate keine mehr gehabt und ich denke, du brauchst schleunigst eine neue, um wieder der Alte zu werden", sagt sie und zwinkert mir zu.

Ich nehme die Akten und kann mich nicht dazu aufraffen, sie zu öffnen. Ich hatte jemanden in den zwei Monaten und sie war einfach perfekt. Leider war das alles nur ein Spiel für sie.

„Später vielleicht" vertröste ich sie und schiebe die Akten zur Seite.