APOV

Das erste, das ich spüre, ist ein dröhnender Schädel und ein mächtiger Durst. Also öffne ich ganz langsam meine Augen und habe absolut keine Ahnung, wo ich bin, außer, dass ich definitiv nicht in meinem Hotelzimmer bin. Oh mein Gott, was ist passiert? Ich setze mich auf und versuche, mich trotz meiner Schmerzen umzusehen, als ich auch schon die Erlösung entdecke: Aspirin und Saft. Ich muss sofort an Christian denken, der mir auch einmal so ein „Frühstück" serviert hat, und muss sogleich lächeln.

Aber nun muss ich herausfinden, wo ich überhaupt bin. Ich sehe mich um und kann meine Kleidung wild verstreut im ganzen Zimmer sehen, während ich Wasser aus dem Badezimmer plätschern höre. Wem auch immer dieses Zimmer gehört, er ist gerade da drinnen. Shit! Hatte ich gestern einen One Night Stand? Ich hebe die Decke an um zu sehen, wie schlimm es um mich steht und stöhne laut, als ich meinen splitterfasernackten Körper betrachte. Oh nein! Ich versuche mich daran zu erinnern, mit wem ich nach Hause gegangen sein könnte, habe aber einen Filmriss vom feinsten. Jetzt bekomme ich wirklich Angst und versuche, so schnell wie möglich aufzustehen und meine Sachen zusammen zu suchen. Das ist DIE Gelegenheit, von hier zu verschwinden. Nachdem ich mein Kleid und meine Schuhe gefunden habe, blicke ich mich um, da ich meine Unterwäsche auch noch gerne hätte. Ich halte inne, um nachzudenken, wo ich sonst noch suchen könnte, als ich meine Handtasche finde. Gleich zücke ich mein Handy um nachzusehen, wie spät es ist, aber entdecke erst einmal eine SMS von Christian.

Hey Burrito, du hast dich gestern gar nicht mehr gemeldet. Wie war's? -C

Ehrlich gesagt weiß ich es nicht. Bin heute in einem fremden Zimmer aufgewacht und kann mich an nichts erinnern. -A

Die Antwort kommt wenig später.

Ana, verdammt! Sag bloß, du hast keine Ahnung, mit wem du gestern Nacht mitgegangen bist!? -C

Scheiße, jetzt macht er mir auch noch Angst. Verzweifelt pfeife ich auf meine Unterwäsche und versuche ungeschickt, mir mein Kleid überzuziehen, bleibe aber auf halben Wege stecken, sodass ich mit dem Oberkörper im Kleid stecke, nichts mehr sehe und meine Arme auch nur eingeschränkt bewegen kann. Dabei verliere ich das Gleichgewicht und kippe wie ein Stück Holz mit einem großen Krach um, bevor ich gleich darauf höre, wie das Wasser abgedreht wird und jemand im Badezimmer herumschwirrt. Shit! Shit! Shit! Ich versuche, wieder aus meinem Kleid heraus zu schlüpfen, doch auch das ist unmöglich. Dann läutet auch noch mein Handy und irgendwie schaffe ich es sogar, ranzugehen.

„Hallo?", flüstere ich.

„Ana, wo bist du? Du hast auf mein letztes SMS nicht geantwortet!", sagt Christian vorwurfsvoll.

„Ich weiß echt nicht wo ich bin und ich versuche gerade, von hier abzuhauen! Aber das ist gar nicht so einfach mit dem scheiß Fummel von gestern. Ich stecke irgendwie fest …", flüstere ich noch schnell, als auch schon die Tür aufgeht. Unweigerlich halte ich die Luft an und versuche, durch mein Kleid zu erkennen, wer da aus dem Bad herauskommt.

„Soll ich dir helfen?", fragt eine mir sehr bekannte Stimme. Oh mein Gott!