APOV

„Christian, du mieser Arsch!", rufe ich aus meinem Kleid heraus. Ich bin einerseits natürlich total erleichtert, andererseits bin ich aber total sauer auf ihn, da er mich zu Tode erschreckt hat. Ich winde mich noch einmal, habe es aber irgendwie geschafft, dass ich nicht mehr alleine hier herauskomme.

„Jetzt halt doch einmal still!", befielt mir Christian und hilft mir aus dem Kleid, indem er es über meinen Kopf zieht. Er grinst, was mich noch mehr aufregt.

„Ich hätte mir fast vor Angst in die Hose gemacht!", keife ich ihn an und versuche, ein bitterböses Gesicht zu machen, was mir aber schwer fällt, da er wie meine Jungs schelmisch grinst.

„Welche Hose?", fragt er frech und lacht, während ich ihn nur sprachlos anstarre. Mein Gesicht wird schlagartig karminrot, also stehe ich auf und gehe an ihm vorbei ins Badezimmer.

Ich schließe die Badezimmertüre hinter mir und höre, wie er sich einen Ast ablacht. So ein gemeiner Mistkerl, aber irgendwie ist sein Lachen so ansteckend, dass ich auch kichern muss. Ich gehe unter die Dusche und genieße das heiße Wasser. Danach wickle ich mich in diesen wirklich flauschigen Bademantel und gehe zum Waschbecken, wo ich die gerade benutzte Zahnbürste von Christian entdecke. Mit einem spitzbübischen Blick Richtung Türe gleitet mein Finger über die Borsten. Entschlossen putze ich mir in rasender Geschwindigkeit die Zähne und komme mir dabei ziemlich unartig vor. Junge, Junge, wie aufregend!

Als ich das Badezimmer verlasse ist das Schlafzimmer leer, also gehe ich durch die Tür und bemerke, dass ich nicht in einem Hotel bin, sondern in einer wirklich, wirklich großen Wohnung. Sie ist so groß, dass ich etwas ratlos bin wo Christian sein könnte. Zum Glück kann ich Geschirrgeklapper hören, welches, wie ich vermute, aus der Küche kommt. Ich folge also den Geräuschen und komme währenddessen in der Wohnung herum. Meine Güte! Ich glaube, die Wohnung ist größer als mein Haus.

Ich erschrecke abermals zu Tode, als ich Christians Stimme höre.

„Ana, komm! Das Frühstück ist serviert", sagt Christian und deutet auf den leeren Sitz gegenüber von ihm. Ich scheine im Esszimmer gelandet zu sein, welches größer als mein gesamtes Wohnzimmer ist. Lediglich ein gigantischer Tisch mit 10 Sesseln und ein Sideboard befinden sich in diesem Raum. Dafür ist der Tisch mit allerlei Essen gedeckt, welches Christian unmöglich selber gekocht haben kann, da ich mich noch gut daran erinnern kann wie er versucht hat, Pfannkuchen zu machen. Ich frage mich, ob noch jemand hier ist, verwerfe den Gedanken aber schnell wieder, da ich denjenigen sowieso in dieser großen Wohnung nicht treffen würde.

„Danke!", murmle ich eingeschüchtert und etwas überfordert als ich überlege, was ich essen könnte, das mir nicht sofort wieder hoch kommt. Mein Magen ist noch etwas beleidigt von gestern Nacht und mein Kopf beschert mir eine Übelkeit vom Feinsten. Also nehme ich mir erst einmal einen Tee.

„Alsoooo …", beginne ich das Gespräch und überlege, wie ich meine Frage formuliere. „Du warst es, der mich gestern aus der Bar abgeschleppt hat?"

„Jup", sagt Christian knapp und schiebt sich eine Gabel voll Omelette rein.

„Und was ist dann passiert?", frage ich vorsichtig, woraufhin er kichert.