APOV

„Auf dem Weg nach Hause hatten wir eine hitzige Diskussion darüber, ob jede Art von Längsstreifen jemanden dünner wirken lassen oder nicht. Dann hast du dir mein Handy geschnappt und wolltest zwei Privatdetektive anrufen um ihnen den Auftrag geben, sich gegenseitig zu beschatten. Die Heimfahrt hat dann damit geendet, dass du mich angefleht hast, dir ein Pony zu kaufen." Er nimmt einen Schluck von seinem Kaffee, während ich ihn schon wieder nur anstarren kann.

„Es wird nächsten Freitag frei Haus geliefert", sagt er beiläufig und mir rutscht ein „Was zum Teufel?" heraus.

„Du warst sehr hartnäckig. Es war weniger Aufwand, dir einfach ein Pony zu kaufen", erklärt er mir als ob es das Natürlichste auf der Welt wäre. Ich frage mich nun, ob er das wirklich ernst meint, versuche es aber fallen zu lassen.

„Und als wir zu Hause waren?", frage ich, denke aber, dass ich die Antwort gar nicht hören möchte. Ich lege die Hände auf mein Gesicht, stütze mich mit den Ellenbogen am Tisch ab und warte voller Angst auf seine Antwort.

„Als wir hier waren, wollte ich dich gleich ins Bett bringen, aber du hast dich beschwert, dass ich eine Spaßbremse wäre. Also haben wir eine Runde Strippoker gespielt und naja - ich habe gewonnen. Danach konnte ich dich endlich dazu bringen, schlafen zu gehen", erzählt er.

Ich sehe ihn vorsichtig an. „Nur schlafen? Das war alles?"

„Ana du warst praktisch im Koma und ich bin kein Fan von Nekrophilie. Ich ziehe Frauen vor, die sinnlich und empfänglich sind", sagt er.

„Gott sei Dank!", sage ich etwas zu freudig, da ich so erleichtert bin. Ich bin doch eh schon die Ehebrecherin der Nation, da ist es schön zu wissen, dass ich nicht gleich jedes Mal über ihn herfalle. Er sieht mich jedoch mit so einem enttäuschten Gesicht an, dass ich überlege, was ich falsch gesagt haben könnte.

„Danke Schön! Ich dachte nicht, dass es so schlimm wäre, mit mir zu schlafen!", sagt er beleidigt. „Wobei: Es ist interessant, dass du dich nicht beschwert hast, als ich verlobt war, aber kaum bin ich es nicht mehr, hättest du ein Problem damit?", fragt er unverständig.

„Naja, das liegt daran …", beginne ich doch dann halte ich inne und auf einmal fällt sämtlicher Ballast von meinen Schultern. „Du hast die Verlobung gelöst?", frage ich hoffnungsvoll und eine Oktave höher, worauf er nickt. "Ach wie schade!", sage ich so unschuldig wie möglich.

„Ja klar. Wenn du deinen fetten Grinser von deinem Gesicht abschrauben würdest, wäre es ein wenig glaubhafter!", stichelt er. Christian hat aber recht, ich kann mir das Lächeln gerade nicht verkneifen, also sehe ich hinunter auf meinen Schoß, um es zu verstecken.

„Du musst etwas essen!", befielt mir Christian, doch ich schüttle nur den Kopf.

„Nein, das geht jetzt nicht, mein Magen ist noch immer beleidigt von dem vielen Alkohol."

„… der gar nicht erst da drinnen sein sollte. Du hast gestern so viel gesoffen wie eine ganze Schiffsmannschaft!", hält er mir vor. Ich starre ihn nur an.

„Und was willst du jetzt machen?", fordere ich ihn mutig heraus. Die Neuigkeiten über seinen Beziehungsstatus verleihen mir ein ganz neues Selbstbewusstsein.

„Wenn du mir gehören würdest, dann könntest du jetzt eine Woche lang nicht mehr sitzen", presst er hervor.

„Und warum das? Willst du mir etwa den Hintern versohlen?", frage ich belustigt. Doch er nickt und blickt sehr seriös. Scheiße! Meint er das etwa ernst? Ich muss unweigerlich kichern, was ihn aus dem Konzept bringt, und nun sieht er mich fragend an. Was würde er jetzt tun, wenn ich …

„Ok. Wo?", frage ich plötzlich und bin mir absolut nicht mehr sicher, was jetzt auf mich zukommt. Ihm fällt gerade die Kinnlade herunter, als ich aufstehe und ihn fragend ansehe.

„Nun?", frage ich ihn provozierend und stemme meine Hände in die Hüfte, als er aufsteht und mir die Hand ausstreckt.