Kapitel 1
An einem Freitag bettelte mich Alice an, mit ihr shoppen zu gehen und ich stimmte, warum auch immer, zu.
"Bella, wie wäre es mit dem hier?" Alice hielt mir zum ungefähr hundertsten Mal ein T-Shirt hin, welches ich sofort hasste. "Nein Alice!" seufzte ich. Das war zu meiner Standardantwort für Alice geworden. "Aber dieses hier gefällt mir!" Ich hielt ein anderes Shirt hoch – das komplette Gegenteil von dem, was sie mir gezeigt hatte.
"Aber diese Farbe wird an dir nicht gut aussehen!" widersprach mir Alice, "Ich habe dich in diesem hier gesehen und Edward wird das an dir lieben!" Ich hatte erfahren, dass Alice eine Seherin war und Edward Gedanken hören konnte. Die gute Nachricht war, dass er meine Gedanken nicht hören konnte, ich wollte nicht, dass er von meinem Engel erfuhr. Ich erzählte auch niemanden von ihm.
"Alice", Ich war frustriert und schwor mir hier und jetzt, dass ich das shoppen mit ihr hasste und es nie wieder tun würde. Ich lief an ihr vorbei zum Auto, sie folgte mir ungefähr eine Stunde später mit mindestens 20 Einkaufstüten zum Auto. Als sie mich zu Hause absetzte, erklärte sie, dass die Hälfte der Tüten mir gehören würden. Aber ich wollte sie nicht und lehnte dankend ab, verließ das Auto und ging ohne die Einkäufe ins Haus.
Später am Abend kam Edward durchs Fenster in mein Zimmer. "Du hast wirklich ihre Gefühle verletzt", meinte er. "Sie wollte dir doch nur etwas Gutes tun!"
"Es tut mir Leid, wenn ich ihre Gefühle verletzt habe", ich wollte heute keinen Streit mit ihm. Alice war nur ein Teil der Dinge, die mich irritierten. "Aber ich hab ihr doch gesagt, dass mir die Sachen, die sie mir gezeigt hat, nicht gefielen. Ich hab ihr sogar gezeigt, was mir gefällt. Ich werde sicher nichts von jemandem annehmen, der meine Meinung nicht mal in Betracht zieht!"
"Ich werde mit ihr reden." meinte Edward schließlich, aber nach dem ich ihm das gesagt hatte, begann ich darüber nachzudenken, wie wenig Edward meine Meinung zu interessieren schien. "Möchtest du Morgen mit meiner Familie Baseball spielen? Die anderen kommen in die Stadt und wir machen ein Familienevent draus!"
"Sicher." stimmte ich zu, da ich durch die Shoppingtour zu müde war um darüber zu streiten. "Ich gehe jetzt ins Bett."
"In Ordnung Liebste." Er gab mir einen flüchtigen Kuss auf die Wange. "Ich hole dich morgen Früh ab."
Ich wartete, bis er weg war und schloss dann das Fenster. Er hatte schon öfter versucht, über Nacht zu bleiben, aber ich fühlte mich dabei nicht wohl. Wenn er mich im Arm hielt, musste ich daran denken, wie es in den Armen meines Engels, vor so vielen Jahren war. Es war das einzige Mal, dass er mich im Arm hielt, aber ich erinnerte mich daran, als ob es gestern gewesen wäre.
Der nächste Tag begann grau und wolkig. Ich wusste nicht, ob das Baseballspiel überhaupt stattfinden würde, aber Edward würde mir ja Bescheid geben, und obwohl der Tag grau und wolkig blieb, fing es nie an zu regnen. Edward holte mich gegen Mittag ab und wir machten uns auf den Weg zu dem Feld, auf dem sie Baseball spielen würden. Er meinte, dass der Rest der Familie schon dort auf uns warten würde.
Wir fuhren soweit es ging, aber den Rest des Weges mussten wir laufen. Edward hob mich auf seinen Rücken und lief in Vampirgeschwindigkeit los. Leider würde mir dabei jedes Mal übel. Er setzte mich neben Alice ab und stellte mir dann seine Familienmitglieder, die ich noch nicht kannte, vor. Ich sah nicht hoch, da sich mein Magen erst wieder erholen musste.
"Bella", Edward fauchte mich an. "Du bist unhöflich!"
"Edward", jemand wies Edward zurecht. Die Stimme erinnerte mich an die meines Engels. "Süße, bist du in Ordnung?"
Ich konnte nicht sofort antworten, riss nur meinen Kopf hoch und schaute in die Augen meines Engels. Seine Augen waren im Moment schwarz und ich vermutete, es war aus einem der Gründe, die Edward genannt hatte. Ich starrte ihn noch kurz an, bevor ich mich in seine Arme warf. Ich hatte ihn so vermisst und nicht gewusst, ob ich ihn je wieder sehen würde.
"Bella, er ist gefährlich!" meine Edward. "Du musst sofort zurück zu mir kommen, ich kann seine Gedanken nicht mehr hören!" Ich schüttelte heftig meinen Kopf. Ich würde meinen Engel nicht verlassen, und ich wusste, er würde mich auch nicht dazu zwingen.
"Zwing mich nicht!" bat ich meinen Engel.
"Nie Süße!" versprach mein Engel.
"Sie ist meine Seelenverwandte!" hörte ich Edward rufen. "Und du bist Alice Seelenverwandter!"
"Was?" Bisher hatte mir niemand etwas über Seelenverwandte erzählt. Da erkannte ich auch, dass mein Engel ebenfalls Alices Jasper war. In der Schule hatten alle davon gesprochen, wie unzertrennlich Alice und Jasper waren und hatten sich gewundert, dass er ohne sie aufs College ging.
"Was hast du Süße?" wollte mein Engel, Alices Jasper, wissen, als ich anfing, zurückzuweichen. Er war nicht mehr mein. Ich konnte ihn nicht mehr behalten, er gehörte zu Alice. Ich wusste aber auch, dass ich keine Sekunde länger bei Edward bleiben würde.
"Gar nichts." Ich seufzte und versuchte fröhlich auszusehen, aber er sah nicht so aus, als ob er mir glauben würde. "Wieso fangt ihr nicht mit dem Spiel an? Ich vermute, ich werde nur zusehen, richtig?"
"Jap!" der Vampir, der aussah wie ein riesiger Teddybär, kicherte. Das war also Emmett, er wirkte sehr nett, aber auch etwas schadenfroh.
Das Spiel begann und ich sah ihnen dabei zu. Edward schien der Schnellste zu sein und Emmett hatte anscheinend die meiste Kraft hinter seinen Schlägen, doch es schien auch so, als ob Jasper sich zurückhielt, ich war nur nicht sicher, warum.
"Weshalb bist du verwirrt Süße?" fragte Jasper während er darauf wartete, zu schlagen.
"Warum hältst du dich zurück?" Ich antwortete mit einer Gegenfrage.
"Ah, du hast es also bemerkt", Jasper ging nicht näher darauf ein. Er sagte das so leise, dass ich ihn kaum verstanden hatte und ich glaubte nicht, dass ihn dieses Mal ein anderer Vampir gehört hatte.
"Was meinte Edward damit, er kann deine Gedanken nicht mehr hören?" fragte ich neugierig. Soweit ich wusste, waren meine Gedanken die einzigen, die er nicht hören konnte. Ich hätte vermutet, dass er es erwähnt hätte, wenn ein Familienmitglied ebenfalls immun wäre.
"Ich bin mir nicht sicher", antwortete Jasper ehrlich. "Er war immer in der Lage, meine Gedanken zu hören. Himmel, er hat sie auch vorhin zu Hause gehört!"
"Oh", war meine brillante Antwort. Dann war es an Jasper, zu schlagen. Bevor Alice werfen konnte, erstarrte sie in einer ihrer Visionen. Ich hatte keine Ahnung, was sie sah, aber Edward rannte zu mir und zog mich von Jasper weg, bevor ich richtig mitbekam was los war. Ich versuchte, zu Jasper zurückzukommen, da ich wusste, dass er mich beschützen würde, aber Edward hielt mich fest.
"Was ist hier los?" verlangte ich zu wissen. Ich hatte keine Angst, sondern war wegen Edwards verhalten irritiert.
"Alice hat ein paar Menschenbluttrinker ankommen gesehen", erklärte Edward. "Du musst hinter mir bleiben!" Ich hatte keine Chance, etwas einzuwenden, aber ich wollte dringen, dass Jasper mich wieder hielt. Ich wusste aber auch, dass ich diesen Gedanken nicht aussprechen konnte, da Jasper Alices Seelenverwandter war. Es wäre Alice gegenüber nicht fair, Jasper auf diese Weise nahezukommen und ich wusste, wenn es nötig wäre, würde er Alice beschützen.
"Major!" hörte ich eine der beiden Personen, die auf uns zukamen, rufen. Da wusste ich, dass es sich um Char und den anderen Mann mit blutroten Augen handelte, die mir geholfen hatten, als ich jünger war. Ich hatte während einem ihrer Besuche herausgefunden, dass er Peter hieß. Ich glaubte aber nicht, dass sie realisierten, dass ich ihre Namen wusste, denn sie hatten sich nie direkt vorgestellt.
"Peter", kreischte ich und rannte zu ihm und Char. Die Cullens schienen fassungslos, denn keiner von ihnen bewegte sich, um mich aufzuhalten.
"Prinzessin!" Peter lächelte und fing mich auf, als ich mich auf ihn warf. Char kicherte, als Peter mich herumwirbelte. Jasper begann nun auch, auf uns zuzugehen. Edward war der nächste, der wieder zu sich kam.
"Hey Schätzchen!" Char umarmte mich. "Gehen wir mal wieder shoppen?"
"Uh…", Ich wollte mit Char shoppen gehen, aber ich hatte hier noch keinen Job gefunden. Um ehrlich zu sein, vereinnahmte Edward mich die meiste Zeit, so dass ich noch keine Chance hatte, einen zu suchen. Ich hatte noch etwas Geld von meinem Job in Phoenix, also dachte ich mir, dass ich mit Char shoppen gehen könnte, wenn sie nicht so übertrieb wie beim letzten Mal.
"Bella!" Edward riss mich von Peter und Char weg. Ich musste gekreischt haben, denn das nächste, was ich registrierte war, dass Char, Peter und Jasper Edward anknurrten. Er ignorierte sie und fuhr fort, auf mich einzureden. "Ich habe dir doch gesagt, du sollst hinter mir bleiben! Wir haben dir doch erklärt, wie gefährlich Menschenbluttrinker sind!"
"Sie sind nicht gefährlich!" behauptete ich. "Sie haben mich noch nie zuvor verletzt, warum sollten sie es jetzt tun?" Ich war so sauer auf Edward. "Du solltest verschwinden! Du erstickst mich! Weisst du was? Mir reicht's! Ich will dich nicht mehr sehen Edward!" Ich hatte keine Ahnung, warum ich mit meinem Vampirfreund mitten im Nirgendwo Schluss machte, aber ich wusste, dass mein Engel und seine Freunde mich beschützen würden.
"Nein!" brüllte Edward. Er griff wieder nach meinem Arm und zerquetschen ihn fast. "Du gehörst mir! Du bist meine Seelenverwandte!"
"Edward!" Ich begann zu wimmern. "Du tust mir weh! Lass mich los!"
Das war der ausschlaggebende Punkt für meinen Engel, Edward von mir weg zu reisen. Ich fand mich in Chars Armen wieder, währen Peter beschützend vor uns stand.
"Jasper, nein!" schrie Alice.
"Jasper, hör auf!" rief Carlisle. "Du willst Edward doch nicht verletzen!"
Warum waren alle so besorg um Edward? Er war doch schließlich derjenige, der mich verletzt hatte, also warum sollte Jasper ihn nicht verletzen? War ich ihnen nicht mehr wichtig, nachdem ich mit Edward Schluss gemacht hatte? Ich spürte, wie mein Selbstwertgefühl im Keller ankam. Außerdem fühlte ich mich schlecht, da Jasper mich verteidigte und nicht seine Seelenverwandte.
"Prinzessin", Peter drehte sich plötzlich zu mir. "Du liegst falsch!" Das war alles, was er sagte, bevor er sich wieder umdrehte, um Jasper und Edward zu beobachtete.
Ich wusste, dass sich Jasper beim Spiel zurückgehalten hatte, aber jetzt gab er alles und es war überwältigend.
"Stopp!" schrie Esme, als Jasper Edwards Arme abriss. "Bitte!"
"Major!" rief Peter und Jasper hörte auf. Er sah zu Peter, dann zu Char und mir, bevor er Peter Edwards Arme zuwarf und zu mir eilte.
"Bist du in Ordnung Süße?" fragte mein Engel. Seine Augen waren noch immer schwarz und er fuhr mit seinen Händen immer wieder an meinen Armen entlang, wie um sicherzugehe, dass ich nicht verletzt war.
"Ich bin es jetzt!" meinte ich ehrlich, in seinen Armen fühlte ich mich immer sicher und beschützt.
"Was zur Hölle geht hier vor?" fragte Emmett und Rosalie, seine Seelenverwandte und Frau, sah genauso ratlos aus.
"Das ist eine lange Geschichte", gluckste mein Engel, hielt mich aber weiterhin fest.
"Vielleicht sollten wir zum Cullen Anwesen gehen", schlug Peter vor. "Dort können wir reden und Bela würde nicht noch mehr frieren!"
"Natürlich!" stimmte Carlisle rasch zu.
"Komm Schätzchen!" sagte Char zu mir. "Du auch, Major!" stellte sie richtig, als sie sah, dass ich keine Anstalten machte, meinen Engel loszulassen.
"NEIN!" brüllte Edward, er hatte seine Arme noch nicht zurück, Peter hielt sie immer noch fest. "Bella, Liebste! Bitte!"
"Huh?" Ich war verwirrt, warum bettelte er?
"Geh nicht mit ihnen", Edward sah Peter, Char und Jasper verachtend an. "Fahr mit mir, Carlisle und Esme heim!"
"Nein!" Jegliches Gefühl war aus meiner Stimme verschwunden, als ich mit ihm sprach.
"Liebste bitte, du musst weg von Jasper, er manipuliert dich!" bettelte Edward weiter. Er musste meinen verwirrten Gesichtsausdruck bemerkt haben, denn er ging darauf näher ein. "Jasper ist ein Empath, er kann die Gefühle anderer fühlen und manipulieren!"
"Huh", ich realisierte, dass ich mich jedes Mal, wenn er da war, beruhigte, auch wenn ich kurz davor fast ausgeflippt wäre. Jedes Mal, wenn ich diese Ruhe fühlte, konnte ich trotzdem noch meine eigenen Gefühle tief in mir spüren.
"Im Moment manipuliert er meine Gefühle nicht."
"Woher zum Teufel willst du das wissen?" Alice begann, durchzudrehen. Ich war mir nicht sicher warum, aber ich vermutete, dass ihre Gabe, in die Zukunft zu sehen, bei mir nicht funktionierte, auch wenn sie Anmerkungen gemacht hatte, mich in der Zukunft zu sehen.
Ich feixte die kleine Elfe nur an, sie wurde mehr und mehr zu jemandem, den ich abgrundtief hasste, und ich hatte noch nie jemanden gehasst. Ich beschloss, auf eine Antwort zu verzichten und begann, von der Gruppe wegzugehen. Ich hatte keine Ahnung, wohin ich eigentlich ging, aber ich dachte mir, dass Jasper, Peter oder Char mir schon sagen würden, ob ich in die falsche Richtung ging.
Wie erwartet lies Jasper mich nicht allzu weit laufen, bevor er mich im Brautstil hochhob und in die andere Richtung ging. Ich schätze, mein Orientierungssinn war wirklich furchtbar. Schließlich kamen wir zu dem Platz, wo die Autos parkten. Jasper setzte mich auf den Beifahrersitz, während Peter und Char hinten Platz nahmen. Den Weg zum Auto hatten wir schweigend hinter uns gebracht, vermutlich weil sonst alle mitgehört hätten.
"Also, woher wusstest du, dass wir auf euch zu kamen und woher kanntest du meinen Namen Prinzessin?" wollte Peter nach ein paar Minuten Fahrt wissen.
"Nun, ich wusste, dass es nur du und Char sein konntet, weil du nach dem Major hier gerufen hast!" begann ich, darauf hinweisend, dass ich wusste, dass Jasper der Major war.
"Wie konntest du meinen Namen kennen und wissen, dass er der Major ist?" warf Char ein, bevor ich weiterreden konnte.
"Ich wusste deinen Namen, Char, weil der Major ihn mir gesagt hat", ich kicherte und machte eine Pause, um zu sehen, welche Reaktion ich von den drei Vampiren bekommen würde.
"Wann zur Hölle habe ich dir ihren Namen genannt Süße?" Jasper schien ziemlich perplex zu sein.
"An meinem 16ten Geburtstag", fing ich an. "Als sie dich anrief, damit du ihr hilfst, mich zu einem Shoppingtrip mit ihr zu überzeugen. Du hast gesagt 'Bitte geh mit Char einkaufen'. Peters Name wurde meistens von Char genannt, bevor sie ihn auf den Hinterkopf schlug. Ich habe immer vermutet, er hat eine blöde Bemerkung gemacht, um das zu verdienen."
"Das ist kalt Prinzessin!" Peter schmollte, während Jasper und Char nur darüber lachten, wie Recht ich doch hatte.
"Du hast Jasper das erste Mal 'Major' genannt, nachdem der Strom abgestellt worden war", die Erinnerung lies mich lächeln, während meine Vampire laut knurrten. Die Erinnerung daran, keinen Strom zu haben, war nicht die glücklichste, aber das Gefühl, von Jasper im Arm gehalten zu werden, war die ganzen Probleme wert gewesen. "Ich war fast schon eingeschlafen und Jasper hielt mich im Arm, als Peter meinte 'Major, wir müssen gehen'. Dass ich das nicht nur geträumt hatte, wurde bestätigt, als Char ihn an meinem Geburtstag am Telefon Major nannte."
"Verdammt", Peter kicherte. "Und wir dachten, du wüsstest nicht viel über uns. Wir hätten wissen müssen, dass du aufmerksamer als normale Menschen bist."
"Danke", ich grinste ihn frech an, bevor ich für den Rest der Fahrt aus dem Fenster sah. Die Fahrt war relativ kurz. Ich wusste, dass Peter noch Edwards Arme hatte, aber ich wollte sie ihm auch erst wieder geben, wenn ich sicher war, dass er mich nicht nochmal angreifen würde.
Während der restlichen Fahrt versuchte ich herauszufinden, was ich als nächstes tun sollte. Zuerst musste ich Edward davon überzeugen, dass ich nicht länger mit ihm zusammen sein wollte. Danach musste ich mich um die Familie kümmern, denn ich wollte, dass sie ein Teil meines Lebens bleiben, aber ich war mir nicht sicher, ob sie mich noch bei sich haben wollten, nachdem ich mit Edward Schluss gemacht hatte. Dann war da noch Jasper. Allein der Gedanke an ihn, lies mein Herz anschwellen. Ich wollte für immer bei ihm bleiben, aber ich wusste auch, dass das nicht ging. Er hatte Alice, seine Seelenverwandte. Vielleicht würden mich Jasper, Peter oder Char trotzdem noch verwandeln. Edward hatte versprochen, mich zu verwandeln, wenn ich ihn heiratete, aber ich hatte noch nicht zugestimmt. Nach dem Baseballspiel hatte ich ja auch beschlossen, mit ihm Schluss zu machen. Vielleicht sollte ich das alles auch hinter mir lassen und einfach normal weiterleben, doch bei diesem Gedanken fühlte ich mich, als ob mir mein Herz herausgerissen worden wäre.
Als wie am Cullen Anwesen ankamen hatte ich statt Antworten auf meine Gedanken, nur noch mehr Fragen und Liebeskummer, mehr als ich mir jemals vorstellen hätte können.
"Süße, ist bei dir alles in Ordnung?" fragte Jasper, während er mir aus dem Auto half. "Deine Gefühle sind während der Fahrt ja Achterbahn gefahren!"
"Ja, alles ist gut!" ich lächelte und versuchte, mich zu beruhigen. Ich hatte vergessen, dass Jasper ein Empath war.
"OK", er seufzte, und lies mich los. Wir gingen ins Haus und ich bemerkte, dass Peter und Char schon vorgegangen waren, die restlichen Cullens erreichten das Haus kurz nach uns.
"Kann ich meine Arme wieder haben?" knurrte Edward, als er durch die Tür kam.
"Wirst du deine Hände von Bella lassen?" fragte Peter, während er mit Edwards Armen herumfuchtelte. Anstatt auf Edwards Antwort zu warten, warf er die Arme Carlisle zu, der sie auffing und dann mit Edward, Alice und Esme in sein Arbeitszimmer ging, um sie wieder anzunähen.
Während Edward seine Arme wieder angenäht bekam, machten Char und ich Shoppingpläne für den nächsten Tag. Ich erzählte ihr vom einkaufen mit Alice, und was für ein Albtraum das gewesen war.
"Natürlich war es das", warf Peter ein. Als ich ihn nur anstarrte, erklärte er weiter. "Sie ist eine psychopatische Elfenschlampe. Nur weil sie die Zukunft sieht, heißt das ja nicht, dass sie immer Recht hat!"
"So verbittert?" wollte ich wissen. Ich wartete darauf, dass Jasper Alice verteidigen würde, immerhin war sie seine Seelenverwandte, aber er lachte nur mit Peter.
"Ignorier ihn einfach Schätzchen", Char lachte. Wir unterhielten uns noch ein wenig. Ich hatte gar nicht bemerkt, dass Rosalie und Emmett verschwunden waren, aber ich schätzte, ich war deswegen nicht besonders besorgt, da ich sie gerade erst kennengelernt hatte. Emmett schien so, als wäre er ein toller großer Bruder, nicht dass ich jemals eine Chance haben würde, das herauszufinden. Nachdem ich so mit seinem Bruder Schluss gemacht hatte, war ich mir sicher, dass er nicht mit mir zu tun haben wollte.
Etwa eine Stunde später kamen Edward, Alice, Carlisle und Esme wieder ins Wohnzimmer. Edwards Arme waren wieder angenäht, aber es sah so aus, als hätte er immer noch Schmerzen. Er kam auf mich zu, doch ich drückte mich noch näher an Char heran, während Jasper und Peter mich vor ihm abschirmten.
"Ich will meine Seelenverwandte sehen!" verlangte Edward.
"Willst du deine Arme gleich wieder verlieren?" feuerte Peter zurück. Das veranlasste Edward, einen Schritt zurückzugehen. "Also, warum setzt ihr euch nicht hin und wir erzählen euch, woher wir uns kennen."
Ich bewegte mich nicht von meinen drei Vampiren weg, bis ich wusste, wo jeder sitzen würde. Ich wollte so weit von Edward entfernt sein wie möglich. Ich hatte auch bemerkt, dass Rosalie und Emmett wieder im Zimmer waren, sie saßen auf einem Zweiersofa, während Edward, Alice, Carlisle und Esme auf der Couch Platz nahmen. Jasper setzte sich auf den Lehnstuhl und zog mich auf seinen Schoß und ich kuschelte mich an meinen Engel. Peter und Char standen hinter unserem Stuhl, fast als wollten sie uns vor den anderen Vampiren beschützen.
"Würdest du dich netterweise nicht so an meinen Seelenverwandten kuscheln!?" rief Alice aus. Dieses Detail hatte ich schon wieder vergessen. Ich hätte niemals annehmen dürfen, dass Jasper mich so nahe bei sich haben wollte. Für mich war es sehr hart, daran zu denken, dass Jasper Alices Seelenverwandter war. Jedes Mal, wenn ich Jasper ansah, war es, als ob sonst niemand zählte.
Ich versuchte, mich aufzusetzen und etwas von Jasper wegzukommen, denn ich wollte nicht, dass Carlisle, Esme, Emmett und Rosalie dachten, ich würde versuchen, einen Keil zwischen Jasper und Alice zu treiben. Ich kam aber nicht weit, bevor Jaspers Arme mich genau da hielten, wo ich war. Ich spürte auch Peters und Chars Hände auf meinen Schultern, die mir wohl zeigen sollten, dass ich genau richtig saß.
"Wir trafen Bella vor elf, beinahe schon zwölf Jahren", begann Jasper. "Sie war sechs Jahre alt und spielte im Park, aber anstatt nach Hause zu gehen, als es dunkel wurde, spielte sie einfach weiter. Als sie bemerkte, dass sie nicht mehr im Sonnen- sondern im Mondlicht spielte, bekam sie Angst und versteckte sich unter einem Spielgerät. Wir warteten noch etwas, um zu sehen, ob sie jemand suchen würde, aber eine halbe Stunde später war immer noch niemand gekommen. Ich ging zu ihr und hob sie hoch. Sie hatte keine Angst vor mir, weigerte sich aber, Peter an diesem Tag anzusehen und nahm auch Char nicht zur Kenntnis, die versuchte, sanft auf sie einzureden."
"Als ich dich an diesem Tag sah, war ich eingeschüchtert", ich sah zu Jasper, als ich sprach, wusste aber, dass alle Vampire mir zuhörten. "Ich wusste, dass ich bei dir sicher war. Als ich bemerkte, dass es dunkel war und ich dachte, dass meine Mum mich suchen würde, als sie aber nicht kam, hatte ich große Angst. Als du zu mir kamst, fühlte ich mich ruhiger, aber unter dieser Ruhe war immer noch das Gefühl der Angst, dass ich alleine im Dunkeln im Park war. Nach dem Edward vorhin gesagt hat, du seist ein Empath, begann ich zu verstehen, warum ich immer so ruhig in deiner Nähe war, aber auch wenn ich die Ruhe fühlte, spürte ich immer meine eigentlichen Gefühle tief in mir. Ich mag nicht komplett verstanden haben, was vorging, aber ich wusste immer, dass du mich beschützen würdest."
Für ein paar Minuten sagte keiner etwas, alle Vampire im Zimmer mussten erst mal aufnehmen was ich gesagt hatte. Meinen drei Vampiren ging es da nicht anders. Auch wenn sie immer da waren, wenn ich sie brauchte, hatten wir nie viel darüber geredet.
"Du hast dich bei mir nicht sicher gefühlt, Prinzessin?" brach Peter die Stille mit einem falschen schmollen.
"Ich dachte, da Char und Jasper dir immer auf den Hinterkopf schlugen, wäre es besser, dich zu meiden", meinte ich ernsthaft, bevor ich ihm die Zunge rausstreckte.
"Nochmal Prinzessin, das ist kalt!" Peter schmollte noch mehr und ich musste lachen. Jasper und Char schüttelten ihre Köpfe über Peters Albernheiten, während die Cullens leicht verwirrt aussahen.
"Tut mir Leid", ich warf ihm meinen besten Hundeblick zu, sprang von Jaspers Schoß aus und umarmte Peter. Jasper hielt mich dieses Mal nicht zurück, vermutlich weil ich zu Peter wollte und er dabei keine Gefahr sah. "Bitte verzeih mir Peety!" Ich versuchte nicht zu lachen.
"Ah, Prinzessin", Peter versuchte, mich böse anzustarren, weil ich ihm diesen Spitznahmen gegeben hatte, aber zur gleichen Zeit sah er so aus, als ob er, wenn er könnte, erröten würde. Er erwiderte die Umarmung bevor er mich los lies und ich zurück zu Jasper ging.
"Was hat dich dazu gebracht, dich bei ihnen sicher zu fühlen?" wollte Carlisle wissen. Er schien fasziniert davon zu sein, dass ich schon Vampire kannte, bevor ich seine Familie kennenlernte.
"Seine Augen", erklärte ich ehrlich. "Egal, welche Farbe sie hatten, jedes Mal, wenn ich ihn sah, wusste ich, er würde mich beschützen. Nach diesem ersten Mal sind Jasper, Peter und Char hin und wieder bei mir aufgetaucht und haben mir geholfen. Meistens hatte ich mich verlaufen und sie brachten mich nach Hause." Ich wollte ihnen nicht von den finanziellen Problemen meiner Mutter erzählen. Ich hatte auch Charlie nichts davon erzählt und meine Vampire wussten auch nur davon, weil sie zu mir kamen, nachdem der Strom abgestellt wurde.
"Was meinst du damit, 'die Farbe seiner Augen'?" verlangte Edward zu wissen. Daran hatte ich gar nicht gedacht, die Cullens würden es missbilligen, dass Jasper von Menschen trank. Himmel, darüber hatte ich noch gar nicht nachgedacht, aber es störte mich immer noch nicht.
"Manchmal waren sie topasfarben, dann wieder schwarz", gab ich ehrlich zur Antwort, auch wenn ich beschloss, den Teil mit den roten Augen auszulassen. Ich persönlich fand seine blutroten Augen irgendwie sexy. "Aber ich wusste, dass ich auch den blutroten Augen vertrauen kann!" Ich wollte, dass Jasper wusste, dass es mich nicht störte, für was die blutroten Augen standen.
Sobald ich das gesagt hatte, legte Peter mir eine Hand auf die Schulter und ich griff mit einer Hand nach seiner. Außerdem griff ich mit meiner anderen Hand nach hinten und fasste nach Chars Hand. Ich konnte mir nur schwer vorstellen, wie solidarisch wir für die anderen aussehen mussten.
"Wie kannst du nur so etwas sagen", fing Alice an. "Ich habe gesehen, wie glücklich du mit Edward sein wirst! Ich weiss auch, dass du eine von uns wirst!"
"Alice", unterbrach ich sie. "Ich bezweifle wirklich sehr, dass du irgendetwas über mich gesehen hast." Das brachte einige Vampire zum auf keuchen, aber ich beschloss, es zu ignorieren und fortzufahren. "Du sagst mir ständig, du hättest mich in Outfits gesehen, die ich niemals anziehen würde oder dass ich Dinge tun würde, die ich niemals in Betracht ziehen würde, wenn du mir keine Schuldgefühle machen würdest. Das einzige, womit du Recht hast ist, dass ich verwandelt werden möchte, aber daraus habe ich nie ein Geheimnis gemacht!"
"Aber-", versuchte es Alice erneut.
"Nein Alice", unterbrach ich sie. "Ich denke, ich sollte gehen." Diese ganze Geschichte irritierte mich und Alice half dabei auch nicht.
Ich wusste, Jasper versuchte alle zu beruhigen, aber seine Gabe funktionierte an mir nicht richtig. "Es war nett euch kennen zu lernen Emmett, Rosalie. Es tut mir Leid, dass der Zeitpunkt so schlecht gewählt war." Beide nickten mir zu, sagten aber nichts. "Peter, Char könnte mich einer von euch bitte nach Hause bringen?" Ich dachte, ich frage besser die beiden als Jasper. Ich hatte schon bemerkt, dass Alice ziemlich zickig mir gegenüber war, weil Jasper und ich uns so nahe waren und ich wollte nicht noch mehr Probleme bereiten. "Es tut mir wirklich leid, dass ich euch heute so viele Probleme beschert habe", als letztes wandte ich mich an Carlisle und Esme. "Es war nicht meine Absicht, aber ich wüsste es sehr zu schätzen, wenn ihr Edward von mir fernhalten könntet. Ich möchte nicht von ihm überredet werden, ihn wieder zurückzunehmen. Ich habe kein Verlangen, weiter eine Beziehung mit ihm zu führen."
"Natürlich", nickte Esme. Damit stand ich auf und verließ den Raum. Ich unterließ es, etwas zu Jasper zu sagen, da ich nicht wollte, dass er zwischen mir und seiner Seelenverwandten entscheiden musste, denn ich wusste, er würde sie wählen.
Ich ging nach draußen und wartete auf jemanden, der mich nach Hause fahren würde. Ich hoffte, dass ich noch Zeit mit meinen Vampiren verbringen konnte, aber ich würde auch verstehen, wenn sie, nach allem was heute passiert war, nichts mehr mit mir zu tun haben wollten. Ich war ersetzbar. Das fand ich schon heraus, als ich ein Kind war und versuchte, meine Mum zu erziehen, da sie von einem Typen zum nächsten sprang.
"Hey Schätzchen", Char kam auf mich zu und umarmte mich. wir setzten uns ins Auto und ich bemerkte, dass Peter auf der Rückbank Platz nahm. "Also, gehen wir morgen immer noch shoppen?"
"Ehrlich gesagt kann ich nicht", seufzte ich. "Ich hatte noch keine Möglichkeit, hier einen Job zu suchen. Edward und Alice haben mich so in Beschlag genommen, dass ich gar keine Zeit dazu hatte. Ich habe kaum noch Ersparnisse von Phoenix."
"Nun, was hältst du davon, wenn wir einfach einen Schaufensterbummel machen?" schlug Char vor.
"Hast du nicht noch die schwarze Karte, die der Major dir gegeben hat?" meinte Peter von hinten.
"Yeah", seufzte ich, da ich die Karte nur dann verwenden wollte, wenn ich wirklich verdammt verzweifelt war. Das einzige Mal, dass ich sie jemals benutzt hatte, war für den Shoppingtrip mit Char zu meinem 16ten Geburtstag. "Ich denke nicht, dass es eine gute Idee wäre, sie zu benutzen. Alice würde es bestimmt missbilligen, weil er ja ihr Seelenverwandter ist und so."
Wir kamen an meinem Haus an und anstatt das Gespräch weiterzuführen, stieg ich schnell aus und ging zum Haus. Ich wollte es nicht immer ins Gesicht geschleudert bekommen, dass ich ihn nicht haben konnte.
Mein Dad war wohl während des Spiels im Wohnzimmer eingeschlafen, also weckte ich ihn auf und schickte ihn ins Bett. Glücklicherweise war er nicht wach genug, um zu bemerken, wie aufgelöst ich war. Ich ging noch schnell duschen und dann sofort ins Bett. Vor dem Einschlafen versuchte ich nicht an meine Vampire zu denken, denn ich wusste, sie waren nicht mehr meine. Ich war mir sicher, dass Peter und Char mich nur nach Hause gebracht hatten, da sie Jaspers Freunde waren und da er seine Seelenverwandte hatte, war ich mir sicher, dass er mich nicht länger sehen wollte und dadurch dachte ich auch nicht, Char und Peter wieder zu sehen.
Ich brauchte ewig, um einzuschlafen aber als ich es endlich schaffte, schlief ich tief und fest. Einer der Gründe, warum ich so schwer einschlafen konnte war, dass ich Angst hatte, Edward würde versuchen, in mein Zimmer zu kommen. Er versuchte das immer wieder und deswegen ging ich abends immer sicher, dass die Fenster und die Tür verschlossen waren. Zur Sicherheit hatte ich noch ein paar Sachen auf die Fensterbank gelegt, um aufzuwachen, falls das Fenster geöffnet und die Sachen runterfallen würden. Als ich am nächsten Morgen sehr spät aufwachte, merkte ich sofort, dass die Sachen am Fensterbrett noch genauso lagen wie abends und das Fenster war verschlossen. Eine Sache weniger, um die ich mir Sorgen machen musste.
Ich beschloss schnell zu duschen bevor ich mich für den Tag fertig machte. Nach dem Frühstück beeilte ich mich nach draußen zu kommen, da ich heute Bewerbungen ausfüllen wollte um einen Teilzeitjob zu bekommen. Da ich nicht zugestimmt hatte, mit Char einkaufen zu gehen, war ich sehr überrascht, dass sie in ihrem Auto vor der Tür wartete.
"Hey Schätzchen, bist du fertig?" Sie hatte die Fensterscheibe der Beifahrerseite geöffnet, als sie mich rauskommen sah.
"Wie lange wartest du schon hier?"
"Ein paar Minuten", sie lächelte mich an. Ich hatte immer noch nicht zugestimmt, mit ihr mitzukommen, aber Char wartete noch immer auf eine Antwort auf ihre erste Frage.
"Ja, bin ich", ich lächelte, als ich zu ihr ins Auto stieg. Ich hatte bemerkt, dass weder Peter noch Jasper dabei waren. "Nur wir Mädels?"
"Für jetzt", lächelte Char. "Die Jungs treffen wir später hier."
"Oh", ich hoffte, dass sie nur Jasper und Peter meinte, aber ich war mir nicht sicher. Ich konnte nur hoffen, dass Edward nicht auftauchen würde.
"Und ich musste Jasper versprechen, dass du die Kreditkarte heute benutzt um dir etwas Schönes zu kaufen", Char fuhr einfach fort. "Du hast sie doch mit, oder?"
"Uh, ja", antwortete ich ehrlicherweise. Ich hatte sie immer in der Brieftasche, falls ein Notfall eintrat. "Aber ich möchte sie nicht wirklich benutzen, es wäre nicht fair, das Geld von ihm und seiner Seelenverwandten zu benutzen."
"Seine Seelenverwandte?" fragte Char.
"Ja, Alice", es tat innerlich verdammt weh, das auszusprechen, aber ich dachte, dass es mit der Zeit leichter wird, zu verstehen, dass Jasper nicht zu mir gehörte.
"Diese Elfenschlampe ist nicht seine Seelenverwandte!" knurrte Char. Ich hatte keine Angst, war aber neugierig.
"Sie versucht schon seit Jahren, ihre Krallen nach ihm auszufahren. Jasper musste wegen seiner Gabe die Lebensweise der Cullens lernen. Im Laufe der Zeit baute sich eine tiefe Freundschaft zwischen Carlisle, Esme um ihm auf, während er Emmett und Rosalie als Geschwister ansieht. Alice und Edward kann er aber nicht ausstehen."
"Oh", antwortete ich wieder, ich war nicht sicher, wie ich mit dieser Information umgehen sollte. Ich war begeistert, zu erfahren, dass Jasper Alice nicht wollte, aber das bedeutete ja nicht automatisch, dass er mit mir zusammen sein wollte.
"Ich wollte mich bei ein paar Geschäften in Forks und Port Angles bewerben, da ich noch zur Schule gehe, sollte ich vermutlich einen Job mit einem kurzen Arbeitsweg finden, aber dafür gibt es wohl nicht viele Möglichkeiten hier."
Char schien mit meinem Themenwechsel einverstanden zu sein und versuchte nicht, mich von der Jobsuche abzubringen, doch sie drängte mich dazu, die Kreditkarte von Jasper zu benutzen und ich gab schließlich nach. Nachdem ich die Preisschilder gesehen hatte, kaufte ich ein Outfit.
"Bist du hungrig?" wollte Char wissen, nachdem wie ein paar Stunden durch das Einkaufszentrum geschlendert sind.
"Ein bisschen", gab ich zu. "Wenn du mich zu Hause absetzt, kann ich mir dort etwas zu essen machen." Ich wollte ihr nicht zur Last fallen.
"Nope, die Jungs warten in einem kleinen Restaurant in der Stadt auf uns", Char lächelte mich an, während wir wieder zum Auto gingen.
"Ihr müsst euch wegen mir wirklich nicht solche Mühe machen!" Ich versuchte ihr zu erklären, dass ich nichts von ihnen erwartete.
"Das wissen wir", kicherte Char. "Aber wir wollen Zeit mit dir verbringen. Peter ist beinahe ausgeflippt, als wir nach dir sehen wollten und herausfanden, dass deine Mutter und du umgezogen seid. Nur gut, dass Jasper gerade auf dem Weg zu den Cullens war, sonst wäre es schlimm geworden."
"Ich habe eine Notiz für ihn hinterlassen!" Ich konnte nicht verstehen, warum es für Jasper so schlimm sein sollte, wenn ich weg war.
"Wirklich?" Char schien überrascht zu sein.
"Yeah", ich war leicht verwirrt, wollte es ihnen aber nicht ankreiden, dass sie nicht in meinem Zimmer waren. "Nachdem ich wusste, dass ich hier mit meinem Vater leben würde, schrieb ich eine Notiz um es euch mitzuteilen. Ich habe sie an 'Major' adressiert, da ich seinen Namen nicht kannte, und aufs Kopfkissen gelegt.
"Peter hat dein Zimmer komplett auseinander genommen", meinte Char entschuldigend. "Wir haben keine Notiz gefunden!"
"Tut mir leid!" entschuldigte ich mich.
"Warum entschuldigst du dich?"
"Nun, ich will und wollte nie, dass ihr denkt, ich wäre undankbar", ich blickte zu Char, die gerade fuhr. "Ihr drei habt über die Jahre so viel für mich getan, ich hasste den Gedanken wegzugehen ohne dass ihr wisst, wo ich zu finden bin und dass alles in Ordnung ist."
"Nun, es ist lieb von dir, an unsere Gefühle zu denken", wir waren am Restaurant angekommen und Char umarmte mich. "Gib mir dein Handy, ich speichere all unsere Nummern ein, damit du uns immer erreichen kannst, wenn du uns brauchst!"
"Ich… ähm… habe kein Handy", murmelte ich.
"Was?" kreischte Char und brachte mich damit zum stehenbleiben. Bevor ich ihr gestand, kein Handy zu haben, waren wir zum Restaurant gegangen.
"Was ist los?" fragte Peter, während er auf uns zukam, ich hatte seine Ankunft gar nicht bemerkt.
"Sie hat kein Handy!"
"Warum nicht?" Peter sah sehr verwirrt aus, als er das fragte.
Ich stand einfach nur da, ich wollte ja antworten, aber ich schämte mich zu sehr. Sie hatten so viel für mich getan und ich konnte ihnen einfach nicht sagen, dass ich es mir nicht leisten konnte. Ich wusste, sie würden mir vorschlagen, die Kreditkarte, die Jasper mir vor so vielen Jahren gegeben hatte, zu benutzen, aber ich hob sie eben für Notfälle auf.
"Lasst uns hineingehen und essen", mein Engel legte seine Hand auf meinen Rücken und führte mich hinein. Er musste meine Panik gespürt und entschieden haben, dass gerade nicht der richtige Zeitpunkt war, um darüber zu reden.
Wir gingen hinein und setzten uns sofort. Nachdem ich in die Karte geschaut hatte, entschied ich schnell, was ich bestellen wollte.
Meine Vampire schauten auch in die Karte, keine Ahnung, ob sie zur Show etwas bestellen würden, oder ob sie mich nur beim Essen beobachten wollten.
"Hi, ich bin Liz und heute eure Kellnerin. Was kann ich euch bringen?" zwitscherte die blonde Serviererin, konzentrierte sich dabei aber nur auf Jasper und Peter.
"Ich hätte gerne den Salat mit gegrilltem Hühnchen und dem Ranch Dressing", orderte ich, nachdem meine Vampire ihre Bestellung aufgegeben hatten.
"Sonst noch etwas?" zirpte Liz Jasper zu und ignorierte mich gleich wieder.
"Nein", Jaspers Stimmte war emotionslos. Ich saß einfach nur da, denn ich wusste ja, dass er nicht Mein war und ich deswegen nicht eifersüchtig sein sollte, aber ich konnte einfach nicht anders, als zu hoffen, dass alle drei Vampire zu mir gehörten.
