Kapitel 3
Ich sah noch nicht mal, dass Jasper sich bewegte, aber das nächste, was ich wahrnahm war, dass er mich aus dem Auto zog und mich durchcheckte, fast wie nachdem er Edwards Arme abgerissen hatte. Während ich mich bei Peter glücklich und sicher fühlte, fühlte ich bei Jaspers Berührungen so viel mehr.
"Captain", sprach Jasper Peter schließlich an.
"Major", nickte Peter zurück.
"Wow, so viele Worte zum auswählen", kicherte ich. Männer konnten manchmal so blöd sein. Beide sahen mich an, als ob sie nicht wüssten, worüber ich sprach, aber als ich zu Char sah und bemerkte, " wie sie kicherte und den Kopf schüttelte, wusste ich das wenigstens sie wusste worüber ich sprach. Also, was gibt's?" brach ich schließlich die Stille.
"Es tut mir Leid, dass du heute auf Alice und Edward treffen musstest", beantwortete mein Engel schließlich meine Frage. Nachdem ich gefragt hatte, hatten sich alle drei Vampire komisch angesehen, also vermutete ich, dass da noch etwas war.
"Nun, zumindest habe ich zwei Stunden schwänzen können und habe einen wunderschönen Sonnenuntergang mit Peter gesehen", versuchte ich, auf die positiven Aspekte zu fokussieren. Ich bemerkte, dass Jaspers Griff fester wurde, als er mich ins Haus führte.
Da mein Dad diese Woche die Nachtschicht hatte, war er nicht mehr da. Er wusste noch nicht, dass mit Edward Schluss war, aber ich war deswegen auch nicht gerade besorgt. Nachdem ich bei meiner Mum aufgewachsen war, war ich es gewohnt unabhängig zu sein und zog es auch vor, wenn mein Dad und ich nicht zur gleichen Zeit zu Hause waren. Im Haus ging ich sofort in die Küche, da ich seit dem Mittagessen nichts mehr gegessen hatte und ich langsam Hunger bekam. Normalerweise machte ich mir einen Snack, wenn ich aus der Schule kam und kochte das Abendessen gegen sechs Uhr. Nachdem es jetzt schon fast acht Uhr abends war, lag ich etwas hinter meinem normalen Zeitplan.
Nachdem das Essen fertig gekocht war, setzte ich mich an den Tisch und haute rein. Ich hatte gar nicht realisiert, wie hungrig ich war. Ich schwöre, nach ein paar Minuten hörte ich ein Knurren aus dem Wohnzimmer, wo meine Vampire auf mich warteten.
Ich räumte schnell auf und stellte die Reste kalt, damit mein Dad sie später aufwärmen konnte, wenn er wollte. Danach ging ich ins Wohnzimmer und sah, dass Char zwischen Peter und Jasper stand. So wie es aussah, waren die beiden nicht gerade glücklich miteinander aber vielleicht war auch nur einer auf den anderen böse, doch das war schwer zu sagen.
"Also, was habe ich verpasst?" fragte ich, als ich hineinging um die Spannung zu lösen. Char sah mich erleichtert an, aber Peter und Jasper bewegten keinen Muskel. Ich wartete geduldig auf eine Antwort, aber so wie es aussah, sollte ich die nicht erhalten. Verdammt, Peter und Jasper starrten sich immer noch an und bewegten sich immer noch nicht. "Jasper", versuchte ich, seine Aufmerksamkeit zu erhalten. Dieses Mal funktionierte es, er stand sofort an meiner Seite. Sein Blick war so intensiv und ich sah darin, dass er wegen Peter verärgert war, aber ich wusste immer noch nicht warum. Da war aber noch etwas anderes, etwas, dass ich noch nicht bestimmen konnte.
"Hey Süße", Jasper lächelte das Lächeln, dass er mir immer schenkte.
"Hi", lächelte ich zurück. Für einen Moment verlor ich mich in Jaspers Augen und vergaß Char und Peter.
"Also, willst du einen Film sehen?" Damit zerstörte sie den Moment zwischen meinem Engel und mir.
"Ich weiß nicht genau, was wir da haben, aber klar!" Ich hatte mich gerade genug gedreht, um Char anzusehen, während ich redete, blieb aber ganz nah an meinem Engel.
Char sah sich die paar Filme an, die Charlie hatte und nahm einen zufälligen heraus. Bevor ich blinzeln konnte, legte sie ihn ein und setzte sich neben Peter auf den Zweisitzer. Jasper führte mich zum Sofa und setzte sich neben mich. Ich konnte nicht anders, ich musste mich an ihn kuscheln als er seine Hände um mich legte. Die ganze Spannung dieses Tages löste sich von mir, ich konnte mich entspannen und die Zeit mit meinen Vampiren genießen. Ich erinnerte mich nur noch an die Hälfte des Films, bevor ich am Morgen in meinem Bett aufwachte.
Ich sah mich um und konnte keinen meiner Vampire in meinem Zimmer sehen und war etwas enttäuscht. Es wäre schön gewesen, wenn mein Engel die ganze Nacht bei mir geblieben wäre. Oder Char, wir hätten so tun können, als hätten wir eine Pyjamaparty gefeiert. Bei Peter wäre es mir merkwürdig vorgekommen, wenn er die ganze Nacht in meinem Zimmer gewesen wäre, während ich schlief. Er war für mich wie ein großer Bruder und dass wäre sonderbar gewesen.
Ich stand schnell auf und nahm meine Sachen, um mich für die Schule fertig zu machen. Ich hörte nichts, also nahm ich an, dass mein Dad entweder noch nicht zu Hause war oder schon schlief. Ich ging noch schnell duschen, bevor ich nach unten ging. Ich war etwas überrascht, Jasper in der Küche zu sehen und er hatte mir Frühstück gemacht.
"Morgen Süße", lächelte Jasper. Ich ging zu ihm und er öffnete seine Arme. Ich schwöre, sein Grinsen wurde noch breiter, als ich in seine Arme fiel.
"Guten Morgen", ich seufzte, als mein Engel seine Arme um mich schlang. Ich würde gerne eine Ewigkeit in seinen Armen verbringen. "Danke für das Frühstück", ich wollte mich nicht bewegen, aber als mein Magen anfing zu knurren, setzte ich mich doch zum Tisch.
Jasper kicherte einfach und lies mich los. Er setzte sich und sah mir zu, aber es war nicht so unangenehm wie mit Edward. Jasper starrte mich nicht die ganze Zeit an, er saß mir gegenüber und machte etwas Smalltalk. Er sah so entspannt aus. Seine Beine hatte er ausgestreckt und die Arme hatte er vor der Brust verschränkt. Wenn er mit mir sprach, sah er zu mir, sonst leistete er mir einfach still Gesellschaft.
"Also, was hältst du davon, wenn du heute die Schule ausfallen lassen würdest?" fragte Jasper, nachdem ich fertig war.
"Ich mag die Idee", ich wollte immer so ehrlich wie möglich zu ihm sein. "Aber mein Dad hat diese Woche die Nachtschicht und wird den ganzen Tag hier sein." Ich war ein bisschen traurig, da ich viel lieber Zeit mit meinem Engel verbringen wollte, als zu versuchen, Alice und Edward in der Schule aus dem Weg zu gehen.
"Nun, wie wäre es, wenn wir den Tag dann an einem anderen Platz verbringen?" Jasper kam zu mir und reichte mir eine Hand, um mir beim aufstehen zu helfen. Ich war etwas erschrocken, dass er solch ein Gentleman war. Durch seinen Akzent ging ich davon aus, dass er aus dem Süden war. Er musste dort aufgewachsen sein, da er einen sehr starken Akzent hatte und er war ein Musterbeispiel eines Südstaatengentlemans. Ich denke, ich war nur erschrocken, weil ich nie zuvor einen Typen kannte, der mir so viel Beachtung schenkte.
"Ähm, klar", stotterte ich, als ich meine Hand in Jaspers legte. Ich entschuldigte mich, da ich noch schnell meine Tasche von oben holen musste. Ich wusste, dass er alle meine Emotionen spüren konnte. Meine Freude darüber, Zeit mit ihm verbringen zu können, meine Traurigkeit, als ich dachte, dass es nicht möglich sei, mein Erschrecken, weil er so zuvorkommend war und je mehr ich darüber nachdachte, desto peinlicher wurde es mir. Nur weil er nett zu mir war, hieß das ja nicht, dass er in mir mehr als eine Freundin sah.
Ich hatte mich mittlerweile davon überzeugt, dass er zumindest mit mir befreundet sein wollte und das war für mich besser als ihn gar nicht in meinem Leben zu haben. Diese Einsicht traf mich, nachdem ich am Sonntag Zeit mit Char und gestern mit Peter verbracht hatte.
Ich ging zurück nach unten und stolperte natürlich über die letzte Stufe, doch als ich mich darauf vorbereitete, auf den Boden zu knallen, merkte ich, wie zwei starke Arme mich auffingen. Damit einher ging das Gefühl der Sicherheit, es fühlte sich einfach richtig an. Ich wusste nicht wie, aber ich würde alles tun, um meinen Engel in meinem Leben zu behalten. Und wieder hoffte ich, dass Jasper mich verwandeln würde, auch wenn ich nicht für immer sein wäre.
"Vorsicht, Stufe", murmelte er, als er mich zurück auf den Boden stellte. Ich fühlte, dass mein Kopf komplett rot wurde, aber mein Engel ließ mich nicht los. Er führte mich hinaus und ich war schockiert zu sehen, was dort auf mich wartete.
"Ist das deine?" Ich war erstaunt. Es war das schönste Motorrad, das ich je gesehen hatte.
"Ja, gnädige Frau!" kicherte Jasper, als er meine Aufregung spürte. Dort stand eine wunderschöne, silberne Ducati. Er reichte mir einen Helm und eine Lederjacke, die perfekt passte. "Peter hat sie heute Morgen hergebracht, nachdem dein Dad schlafen ging. Ich hatte gehofft, dass du den Tag mit mir verbringen würdest!" Jasper musste meine Gedanken, oder doch eher meine Gefühle gelesen haben, da ich mir gerade überlegt hatte, wie sie hier herkam. Ich hatte nur nicht vermutet, dass Peter sie hergebracht hatte, denn ich hatte vermutet, dass Jasper das Haus verlassen hatte, um die Maschine zu holen. Aber es klang so, als hätte er Peter und Char weggeschickt und wäre die ganze Nacht alleine bei mir geblieben. Ich versuchte, die Hoffnung in mir nicht aufkeimen zu lassen, da er sie ja spüren würde, aber ich konnte es nicht mehr aufhalten.
Jasper half mir beim aufsteigen und nachdem wir beide saßen, ich hatte meine Arme fest um seine Hüften geschlungen, fuhren wir los. Ich genoss die Kraft und die Geschwindigkeit der Maschine. Da ich sehr tollpatschig war, würde ich es normalerweise vermeiden, mit einem Motorrad zu fahren, aber mit meinem Engel konnte mir nichts passieren, denn er beschützte mich.
Wenn Edward mit mir rannte, war mir danach immer schlecht, verdammt, auch von seiner Fahrweise wurde mir regelmäßig übel und ich dachte immer, dass es an der Geschwindigkeit lag, doch jetzt realisierte ich, dass es einfach nur daran lag, dass ich Edward nicht genug vertraute. Da ich meinem Engel vertraute, konnte ich auch den Wind genießen. Mit meinem Engel konnte ich frei sein.
Wir fuhren eine Weile, keine Ahnung wie lange genau, aber das war mir auch egal. Ich genoss es, meine Arme um seine Hüften zu haben. Wir blieben schließlich an einem Campingplatz, von dem Wanderwege abgingen. Jasper reichte mir seine Hand um mir von Motorrad zu helfen bevor er es abschloss. An diese Aufmerksamkeit musste ich mich wirklich erst noch gewöhnen.
Danach führte mich Jasper zu einem Weg, der anscheinend nicht oft benutzt wurde. Durch meine natürliche Tollpatschigkeit zögerte ich kurz, doch das Vertrauen zu meinem Engel ließ mich weitergehen. Es hätte mich sehr gewundert, wenn Jasper den kurzen Moment des Zögerns gespürt hätte.
Seitdem wir das Haus verlassen hatten, hatten wir nicht mehr miteinander gesprochen, aber es war nicht komisch, sondern angenehm. Ich wollte wissen, wo wir hingingen, war aber nicht neugierig genug, um die Stille zu brechen.
Jasper ließ seine Hand an meiner Hüfte und führte mich so durch das Gelände. Nachdem wir schließlich angekommen waren, war ich total begeistert. Jasper hatte mich zu einem abgelegenen Wasserfall gebracht. Auch wenn ich es normalerweise hasste, wie grün es in Washington war, dieser Platz schien nicht von dieser Welt zu sein. Natürlich war es grün und üppig, aber die Blumen und der Wasserfall machten den Platz einfach wundervoll. Das Wasser war kristallklar und ich konnte bis zum Grund hinab sehen. Da heute auch noch die Sonne schien, war der Tag einfach perfekt.
Ich drehte mich zu Jasper, um ihm zu sagen, wie wunderschön dieser Platz war, hielt aber inne. Er war bezaubernd. Ein griechischer Gott war nichts, verglichen zu ihm. Jasper stand neben dem Wasser, direkt im Sonnenlicht und in diesem Moment sah er wirklich wie ein Engel aus. Ich konnte seine Narben, die in der Sonne glitzerten, klar und deutlich. Sie machten mir keine Angst. Ich wusste, viele Leute würden Angst haben, wenn sie die vielen Narben sahen, die er hatte, und ich sah gerade nur einen kleinen Teil seiner Haut. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, wie viele Narben er unter seiner Kleidung versteckte, aber es war mir egal. Durch diese Narben war er einfach perfekt für mich. Sie zeigten mir, dass er überlebte. Er hatte gekämpft und überlebt und dann hatte er mich gefunden. Ich hoffte wieder, dass er mich niemals verlassen würde, ich brauchte meinen Engel mehr als alles andere. Auch wenn ich ihn nicht so haben konnte, wie ich es mir so sehr wünschte, würde ich ihn in jeder Weise nehmen, die er mir geben würde.
"Süße", in Jaspers Stimme schwang eine Frage. Erst da fiel mir ein, dass er jede meiner Emotionen gefühlt haben musste. Meine Verehrung für ihn, mein Verlangen und meine Sehnsucht nach ihm und meine Liebe für ihn. Verdammt, ich musste wirklich mal an seine Gabe denken, denn jetzt kam auch noch dazu, dass ich mich schämte. "Du musst nicht so fühlen", jetzt wollte er mich beruhigen.
"Tut mir leid", murmelte ich.
"Süße, es muss dir nicht leid tun", Jasper lächelte und nahm mich in seine Arme. "Ich fühle das Selbe für dich, meine Seelenverwandte." Als er das sagte, war ich vor Schock erstarrt. Ich hatte mir nicht vorstellen können, dass mein Engel für mich das Gleiche fühlte. Er war so lieb und nett und dass er meine Gefühle erwiderte war einfach wundervoll.
"Aber wie?" ich bekam diese zwei Worte gerade so heraus. Jasper kicherte und setzte sich neben einen Bäume ans Wasser.
"Im Grunde weiß ein Vampir, wenn er seine wahre Seelenverwandte gefunden hat", begann Jasper. "Seine wahre Seelenverwandte zu finden kann Jahre, ja sogar Jahrzehnte dauern, aber es ist auch möglich, dass es ein Vampir sofort weiß. Als ich dich sah, wie du dich vor all diesen Jahren im Park versteckt hast, wusste ich sofort, dass du meine wahre Seelenverwandte bist. Ich hatte natürlich den Vorteil, dass Peter mir sagte, dass ich in dieser Nacht genau dort sein musste!"
"Also wusstest du, dass du in dieser Nacht deine wahre Seelenverwandte finden würdest?" Ich nahm alles auf, was er sagte und während ich immer noch verblüfft war, hatte ich auch Hoffnung. Ich hoffte, dass ich meinen Engel für immer behalten konnte.
"Nicht direkt", Jasper lächelte, doch sein Blick schweifte in die Ferne, als er weiterredete. "Es begann eigentlich schon, als Peter, Char und ich vor Maria flüchteten. Peter meinte, dass ich den täglichen Umgang mit Menschen lernen musste. Er meinte es wäre seine Gabe, die ihm sagte, dass es für mich wichtig werden würde, mit Menschen zu interagieren, auch wenn er es damals noch nicht als Gabe ansah. Als wir nach Philadelphia reisten, wollten Peter und Char alleine Jagen gehen, um etwas Zeit zu zweit zu haben. Ich spazierte herum und da ich mich an Peters Worte erinnerte, ging ich in ein kleines Restaurant. Dort saß eine Vampirin, die aussah wie eine Elfe, Alice. Sie meinte, dass ich sie sehr lange habe warten lassen. Ich entschuldigte mich, da mich meine Mutter dazu erzogen hatte, zu jedem höfflich zu sein. Sie stellte sich vor und meinte, sie hätte uns bei einem Vampirklan gesehen, die goldene Augen haben. Ich war etwas überrascht, da ich nichts für diese Vampirin empfand und kein Verlangen hatte, mit ihr zu gehen. Ich erklärte ihr, dass ich mit zwei Freunden in der Stadt war und nicht einfach gehen konnte, ohne zuerst mit ihnen zu reden. Ich wusste, dass Peter hinter mir stehen würde, wenn ich mich entschließen würde, die Seherin abzuservieren, aber Alice musste trotzdem gesehenhaben, dass ich mit ihr gehen würde. Nachdem ich Alice Peter und Char vorstellte, erklärte mir Peter, dass die Cullens diejenigen waren, die mir helfen würden, unter Menschen zu leben, also ging ich mit Alice zu dieser Familie. Irgendwann während unserer Reise beschloss Alice, dass wir Seelenverwandte waren. Ich habe sie nie angerührt. Ich verspreche dir, ich habe nie auch nur daran gedacht, sie anzurühren!"
"Aber warum korrigierst du sie dann nie?" fragte ich schließlich. Jasper hatte aufgehört zu reden, vermutlich um sicherzugehen, dass ich wusste, dass er nichts für Alice empfand, aber ich musste es trotzdem wissen.
"Das tue ich", widersprach mir Jasper. "Unglücklicherweise kannst du das aber nicht hören. Normalerweise schicke ich ihr dann auch eine Welle der Abneigung. Außerdem habe ich gelernt, dass es manchmal besser ist, die Schlampe zu ignorieren."
"OK", lächelte ich. Zu wissen, dass er ihr widersprach, reichte mir. "Also, du bist mit Alice zu den Cullens gegangen. Trotzdem bin ich neugierig, hast du sie denn nicht etwa fünfzig Jahre vor meiner Geburt getroffen?"
"Ja", antwortete Jasper, doch eine Stimme klang verwirrt.
"Ich wundere mich einfach, warum du Menschenblut getrunken hast, als du mich das erste Mal gefunden hast, wenn du dort schon bei den Cullens warst", Ich wollte ihn nicht verärgern, doch ich musste es einfach wissen. "Ich weiß, dass Carlisle von allen Mitgliedern seines Klans verlangt, nur Tierblut zu trinken."
"Streng genommen bin ich kein Mitglied des Cullen-Klans", erklärte Jasper. "Ich trinke Tierblut wenn ich bei den Cullens bin und kurz bevor ich wieder zu ihnen gehe, damit meine Augenfarbe mit ihren übereinstimmt, aber wenn ich nicht bei ihnen bin, trinke ich von Menschen."
"Also bist du ein Nomade?" fragte ich neugierig. Dass er Menschenblut trank, störte mich nicht. Ich wusste, dass alle drei Menschenblut tranken, nachdem die Cullens mir erklärten, für was die blutroten Augen standen.
"Nein, ich bin der Anführer des Whitlock-Klans", meinte Jasper stolz. "Momentan besteht er nur aus Peter, Char und mir, aber jetzt, wo ich dich gefunden habe, gehörst du natürlich auch dazu, außer du möchtest lieber zum Cullen-Klan gehören." Jasper schien sich nur widerwillig einzugestehen, dass ich diese Wahl selber treffen musste.
"Für mich gibt es da keine Wahl", meinte ich, während ich ihm in die Augen sah. In seinen Augen konnte ich Furcht, Hoffnung und Liebe sehen. Ich wollte nicht, dass er in meiner Anwesenheit je Furcht fühlen musste. Auch wenn ich nur ein Mensch war, würde ich tun, was ich konnte, um ihn vor allem zu beschützen. "Ich bin Teil des Whitlock-Klans, seitdem du mich gefunden hast, als ich sechs Jahre alt war." Ich hielt inne, um alles sacken zu lassen, bevor ich ihm erklärte, warum ich mich überhaupt auf die Cullens eingelassen hatte. "Als ich Edward und Alice in der Schule das erste Mal sah, erinnerten ihre Augen mich an dich. Der einzige Grund, warum ich sie näher kennenlernte war, weil sie die gleichen Augen hatten wie du. Ich bildete mir ein, dass sie eine Verbindung zu dir waren. Nachdem ich Phoenix verlassen hatte, hatte ich keine Möglichkeit, mit dir in Kontakt zu bleiben. Ich dachte wirklich, ich würde dich nie wieder sehen und das brachte mich innerlich fast um, aber diese topasfarbenen Augen bei meinen Mitschülern zu sehen, gab mir Hoffnung. Ich wusste nicht, dass dein Name Jasper war, da Peter und Char dich nur Major genannt hatten, also hatte ich ,wenn die Leute über Alice Freund sprachen, oder die Familie sich über Jasper, Emmett und Rosalie unterhielt, nicht mal mehr davon geträumt, dass du wieder in mein Leben kommen würdest."
"Nachdem du herausgefunden hast, dass sie Vampire sind, warum bist du geblieben?" Jasper schien mehr von meiner Geschichte hören zu wollen. Vermutlich würde er mir den Rest seiner Geschichte ein anderes Mal erzählen.
"Ich blieb, weil ich verwandelt werden wollte", ich lehnte mich an seine Brust und er schlang seine Arme um mich. "Sobald ich realisiert hatte, dass du ein Vampir bist und ewig leben würdest, wusste ich, dass ich verwandelt werden wollte, um dich zu finden. Ich hatte damals keine Ahnung, warum ich so entschlossen war, dich zu finden, aber ich wusste immer, dass ich dich in meinem Leben behalten wollte!"
"Süße, es scheint du fühlst die Anziehungskraft zwischen Seelenverwandten", Jasper schien erstaunt. "Ich habe noch nie davon gehört, dass Menschen diese Anziehungskraft fühlen können. Normalerweise spüren sie sie nicht, bis sie verwandelt werden. Der einzige Grund, weshalb ich in der Lage war, dich zu verlassen, um bei den Cullens zu leben war, weil die Anziehungskraft noch nicht so stark war, da du noch ein Mensch bist. Das, und dass Peter und Char in deiner Nähe lebten um auf dich acht zu geben. Aber es fiel mir immer schwerer für mich, weg zu sein. Tatsächlich hatte ich geplant, dich bald zu besuchen, aber ich wollte auch, dass Peter und Char sich selbst in dein Leben integrieren können."
"Oh", ich war glücklich, dass er zu mir zurückgekommen wäre. "Also hat Peter dir erzählt, dass ich fort war?"
"Ehrlich gesagt nein", Jasper hatte begonnen, meinen Hals zu küssen, als ich ihn fragte. Er musste meine Verwirrtheit gefühlt haben, als er damit anfing, denn er schien meine Frage so zu beantworten, bevor er fortfuhr, mir zu erklären, woher er wusste, dass ich nicht mehr in Arizona war. "Der Duft der Seelenverwandten beruhigt Vampire. Ich fand heraus, dass du nicht in Arizona warst, als ich hierher kam. Ich dachte, deinen Duft im Haus zu riechen, doch ich schaffte es, mir selbst einzureden, dass ich mir das nur einbildete. Als ich dich dann auf Edwards Rücken an der Lichtung sah, hätte ich ihn beinahe in der Luft zerrissen, wärst du nicht zu mir gekommen."
"Als ich deine Stimme auf der Lichtung hörte, dachte ich, dass ich mir das einbildete", jetzt lächelte ich. Ich fand es schön, wie viel wir heute geredet hatten, und dass wir unsere Gefühle und Gedanken austauschen konnten. "Als du dann wirklich mit mir gesprochen hast, und ich dich ansah, war ich so glücklich. Zugegeben, als ich realisierte, dass du die Person warst, von der alles sagten, sie würde Alice daten, schwand meine Euphorie schnell."
"Also deshalb veränderten sich deine Gefühle dauernd?" Jasper klang leicht amüsiert.
"Ja", ich konnte spüren, wie mir die Röte ins Gesicht schoss. "Meine Gedanken gehen die ganze Zeit in eine Million Richtungen, also tun es wohl meine Gefühle auch."
"Während deine Gefühle die ganze Zeit im Wandel zu sein scheinen, fühlst du alles so stark", erklärte Jasper mir, wie er meine Emotionen fühlte. "Aber das Beste ist, dass ich die tiefliegende Liebe, die du für alle, und besonders für mich fühlst, immer spüren kann."
Nach der letzten Aussage musste er gehört haben, wie mein Magen knurrte, da er schnell aufstand und mich hinunter zum Motorrad führte. Ich hatte gar nicht bemerkt, wie lange wir geredet haben, aber basierend auf dem Stand der Sonne wusste ich, dass die Schule schon vorbei war.
"Danke", ich lehnte mich zu Jasper und gab ihm einen schnellen Kuss, bevor wir uns aufs Motorrad setzten. Der heutige Tag war genau das, was ich gebraucht hatte. Ich fand einige Sachen über heraus und teilte meine Gedanken und Gefühle mit ihm. Ich hatte es auch von Jasper selbst hören müssen, dass Alice für ihn nichts bedeutete, wie er sie korrigierte und wie er für mich fühlte.
Ich war mir nicht sicher, wohin wir fuhren, aber es war auch egal, denn ich wusste, mein Engel würde für mich sorgen. Ich entspannte mich und ließ die Liebe, die ich für meinen Engel, meinen Seelenverwandten spürte, durch mich hindurchfließen, denn ich wusste, dass er sie spüren konnte. Ich war überrascht, als ich spürte, dass er seine Liebe auf mich projizierte, bis ich merkte, wie viel er wirklich für mich fühlte. Ich ließ seine Liebe in mich hineinfließen und mich beruhigen. Wenn wir nicht so schnell auf einem Motorrad unterwegs gewesen wären, hätte ich mich dank seiner Liebe komplett entspannen und einschlafen können, aber mir war gerade nicht danach, vom Motorrad zu fallen.
Jasper hielt schließlich vor einem der teuersten Restaurants in Port Angeles. Ich hatte gehört, dass man da nur mit einer Reservierung reinkam und die musste man auch schon Monate im Voraus machen.
"Jasper, wir können da nicht reingehen!" versuchte ich ihn aufzuhalten. "Die lassen uns da nie rein. Außerdem ist das viel zu teuer!"
"Süße, erstens bin ich reich", Jasper drehte sich zu mir, um mir in die Augen zu sehen. "Ich bin sehr reich, wir haben genug für den Rest der Ewigkeit!" Diese Aussage erstaunte mich. Durch die Tatsache, dass er mich wirklich verwandeln wollte, fühlte ich mich wie auf Wolke sieben. "Zweitens bin ich stiller Teilhaber dieses Geschäfts, also werden wir sicher keine Probleme haben, rein zu kommen."
"In Ordnung!" Ich war etwas erstaunt, das über meinen Engel, meinen Seelenverwandten, herauszufinden, also ließ ich ihn mich hineinführen.
Jasper hatte mir gesagt, ich sollte mir bestellen, was ich wollte. Unglücklicherweise standen auf der Karte keine Preise, also bestellte ich mir einfach etwas, von dem ich dachte, dass ich es genießen würde. Jasper bestellte sich auch etwas und schaffte es, dass Essen so geschickt auf dem Teller hin und her zu schieben und mit mir zu teilen, dass wir uns danach zweit Boxen für die Reste bestellten und es nicht zu bemerken war, dass Jasper gar nichts gegessen hatte.
Danach brachte er mich nach Hause. Ich bemerkte, dass der Streifenwagen schon weg war und war dankbar dafür, dass wir Charlie verpasst hatten. Da ich deswegen erleichtert war, verwirrte es mich, dass Jasper sich plötzlich so anspannte.
"Süße, du musst jetzt nahe bei mir bleiben", murmelte Jasper, während wir zur Rückseite des Hauses gingen. Als ich Edward sah, wusste ich, warum Jasper so angespannt war, wahrscheinlich hatte er Edward schon gerochen.
"Liebes, ich war in Sorge um dich!" begann Edward direkt auf mich einzureden. Jasper ignorierte er dabei völlig.
"Edward, du solltest gehen!" ich hatte nicht das Verlangen, mich mit ihm zu beschäftigen. Ich hatte einen so schönen Tag, und wegen Edward würde er jetzt mies enden.
"Aber Liebes, er manipuliert dich!" versuchte Edward es erneut.
"Mein Seelenverwandter würde nie versuchen, mich zu manipulieren!" schoss ich zurück. Ich dachte mir, wenn ich Jasper vor Edward meinen Seelenverwandten nennen würde, würde er endlich verschwinden.
"Er ist nicht dein Seelenverwandter", schrie Edward und gerade als ich dachte, er würde angreifen, brach er zusammen.
"Du wirst gehen und niemals mehr in die Nähe von meiner Seelenverwandten kommen!" knurrte mein Engel während er vor Edwards gebeugtem Körper stand. Ich vermutete, dass Jasper ihn mit Furcht und anderen Gefühlen vollpumpte. Zugegeben, der Anblick meines Engels, wie er Edward voller Zorn und Ärger anstarrte war großartig. Ich konnte mir nicht helfen, und eine Welle der Lust fuhr durch meinen Körper, ich blieb einfach stehen wo ich war, da ich wusste, dass mein Seelenverwandter mit Edward fertig werden würde.
Ich war überrascht, als ich sah, dass Rosalie und Emmett mit Char und Peter aus dem Wald auf uns zu kamen. Ich hatte noch nicht mit Emmett oder Rosalie gesprochen, wenn man von der Familienbesprechung absah, und da haben sie mir ja nur zugehört.
Emmett und Peter gingen beide zu Edward und zerrten ihn weg, während Rosalie und Char sich hinter mich stellten. Mein Engel folgte den drei Vampiren und ich wollte mir nicht mal vorstellen, was meinem Exfreund wohl jetzt passierte. Was mich dabei am meisten verwunderte war, dass es mir völlig egal war, was sie mit Edward machten. Es erschreckte mich selbst, dass ich nichts anderes fühlte, als das tiefe Vertrauen darauf, dass mein Engel mich immer beschützen wird.
Nachdem die Männer außer Sicht waren, führten mich Rosalie und Char ins Haus. Keine von ihnen sagte etwas zu mir. Wir setzten uns ins Wohnzimmer um auf unsere Seelenverwandte warteten. Zumindest vermutete ich, dass die anderen Paare auch Seelenverwandte waren, und nicht nur Freunde.
