Kapitel 5

Die nächsten Wochen verliefen ganz gut es würde bald Dezember werden und unsere Winterferien standen vor der Tür. Ich freute mich schon darauf, da ich die gesamten Ferien mit meinem Engel und dem Rest unserer Familie verbringen würde. Ich hatte Jasper, Char, Peter und Emmett einmal nach der Schule vorgestellt und er wusste auch, dass Jasper und ich zusammen waren, aber die übernatürlichen Details hatte ich ausgelassen. Auch meiner Mutter Renee hatte ich erzählt, dass ich mich mit einem Jungen von hier ausging und ich hatte meine Eltern auch davon überzeugen können, die Ferien mit Jasper und meinen Vampiren verbringen zu dürfen. Wir würden einfach eine Rundfahrt machen, die auch zu meiner Mum nach Florida führte. Dann würden wir wieder zurück nach Washington fahren.

Zugegeben, nachdem ich kurz nach Schulbeginn 18 wurde, konnten meine Eltern nicht wirklich nein sagen, aber ich wollte meine Eltern nicht verstimmen und meine Vampire waren sowieso bereit, alles zu tun, was ich wollte, also planten wir, die gesamten zwei Wochen weg zu bleiben.

"Bella, Schwesterherz!" Emmett rannte auf mich zu, als ich mit Char aus der Schule kam.

"Bruderbär!" kicherte ich, als er mich hochhob und im Kreis drehte. Emmett und ich hatten im Laufe der letzten Wochen eine starke geschwisterliche Verbindung aufgebaut. Zeitweise waren Jasper und Rose deshalb sehr skeptisch gewesen und wenn Peter auch noch dazukam, schrie das geradezu nach Ärger.

"Hast du schon gepackt?" Emmett hatte mich endlich wieder abgesetzt, er war garantiert aufgeregter als der Rest von uns.

"Nein, wir fahren erst am Freitag nach der Schule los und ich brauche für die restliche Woche noch etwas zum anziehen", kicherte ich, als Emmett schmollte.

"Aber wir können die einfach noch mehr Kleidung kaufen!" Ich war mir immer noch nicht sicher, warum alle meine Vampire zu glauben schienen, dass Geld alle Probleme lösen konnte.

"Das wäre Geldverschwendung!" schalte ich ihn.

"Aber ich habe genug Geld, dass ich verschwenden kann, ohne dass es sich negativ auf mein Vermögen auswirken würde, ganz zu schweigen von dem, was Rose und ich gemeinsam angesammelt haben", Emmett sah bei dieser Aussage sehr stolz aus. Es war überraschend, dass hinter seiner lustigen und liebenswerten Persönlichkeit auch ein kluger Emmett steckte, er zeigte es nur nicht so gerne, aber bei mir ließ er diese Seite hin und wieder durchblicken. Ich war immer stolz auf ihn, und ich denke, er wusste, dass er bei mir in einer Weise abschalten konnte, die auch Rose nur selten zu sehen bekam.

"Du wirst dein Geld aber nicht für mich verschwenden", sagte ich schaute ihn gerade solange böse an, bis er die Idee, Geld für mich auszugeben, aufgab. Alle Familienmitglieder hatten lernen müssen, wie stur ich sein konnte, vor allem wenn mir eine Sache viel bedeutete. Leider musste Emmett das auf die harte Tour lernen.

*Flashback*

Ein paar Tage nach meiner Fahrt mit Rose hatte mich Emmett von der Schule abgeholt. Ich hatte mich schon gefragt, wann Emmett mich auch noch abholen würde, da er der einzige war, der noch nichts mit mir unternommen hatte, um mich besser kennen zu lernen.

"Also, was gibt's?" fragte ich Emmett, da ich dachte, er wollte mir etwas sagen. Ich wollte die unbehagliche Stimmung so schnell wie möglich los werden.

"Nichts", Emmett grinste mich frech an.

"Ok, also wo fahren wir hin?" wollte ich von wissen.

"Das ist eine Überraschung", kicherte er.

"Ich hasse Überraschungen!" nörgelte ich sofort.

"Ich weiß", Emmett grinste einfach weiter vor sich hin, weigerte sich aber, während der ganzen Fahrt ein weiteres Wort zu sagen.

Ich hatte bemerkt, dass wir in Richtung Port Angeles fuhren, aber das hieß nicht notwendigerweise, dass wir dort auch anhielten. Nachdem wir dann in Port Angeles herumkurvten, war ich etwas nervös und immer noch verwirrt, und fragte mich wohin Emmett mich wohl hin bringen würde.

"Wir sind da", sagte Emmett schließlich, als er vor einem Rummel parkte. "Bist du bereit für richtigen Spaß?"

Ich wusste nicht, was ich sagen sollte, also lächelte ich Emmett einfach an. Er war so aufgeregt deswegen und ich konnte nicht anders, als auch aufgeregt zu sein.

Emmett zahlte für alles in Bar und ich bemerkte schnell, dass er alleine in der ersten Stunde schon ein paar hundert Dollar ausgegeben hatte und es sah nicht so aus, als wollte er bald damit aufhören. Ich schaffte es, dass er nicht allzu viel für mich ausgab, aber damit Emmett Spaß hatte, musste ich bei manchen Spielen mitmachen, also ließ ich ihn etwas für mich ausgeben, aber wirklich nur ein kleines bisschen seines Geldes. Ich plante, es ihm später zurückzuzahlen, also musste ich darauf achten, wie viel Geld ich ihn, für mich ausgeben lassen konnte, da ich nicht mehr so viele Ersparnisse hatte.

"Lass uns was zu Essen für dich holen" lächelte Emmett, er trug eine Menge Stofftiere herum, die er vermutlich für Rose gewonnen hatte.

"Oh, mir geht's gut" Ich lächelte ihn an. "Ich esse, wenn wir zu Hause sind."

"Oh nein!" Emmett begann seinen Kopf zu schütteln und zog mich zu den Imbissbuden. "Ich will keinen Ärger mit Jasper, weil ich dir nichts zu essen gegeben habe."

"Emmett" Ich schüttelte meinen Kopf bei der Erinnerung daran, wie mein Seelenverwandter überreagiert hatte. "Jasper wird nichts sagen. Ich habe ihm klar gemacht, dass ich etwas sagen würde, wenn ich hungrig bin."

"Nope!" Emmett schüttelte immer noch den Kopf. "Ich kann deinen Magen von hier hören. Du musst jetzt etwas essen."

"Em, ich habe kein Geld mit", ich hoffte, dass ich das dazu bringen würde, mich nach Hause zu fahren.

"Bell, ich habe genug Geld dafür", meinte Emmett. "Also, was hättest du gerne?"

"Ich esse nicht hier", beharrte ich. "Wenn du willst, dass ich etwas esse, dann musst du mich nach Hause bringen!"

"Aber wir müssen noch so viele Spiele spielen!" Emmett begann zu schmollen. "Und du hast noch fast nichts gespielt!"

"Nochmal, ich habe kein Geld mit", begann ich zu erklären. "Ich werde dir alles zurückzahlen, was du mir geborgt hast, wenn wir zu Hause sind."

"Verdammt nein!" brüllte Emmett und viele Leute drehten sich zu uns um und starrten uns an. "Ich habe dich eingeladen. Ich werde dein Geld nicht nehmen!"

"Dann spiele ich auch keine Spiele mehr!" Ich sah ihn böse an. Er versuchte weiterhin, mich zu überzeugen, entweder ein paar Spiele zu spielen oder etwas zu essen und ich weigerte mich zu antworten. Ich hatte meinen Standpunkt klar gemacht und würde nicht davon abweichen.

"Komm Liebes, ich nehme dich mit nach Hause!" hörte ich eine Stimme hinter mir, jemand griff nach mir und ich von Emmett wegflog.

"Edward!" keuchte ich. Ich hatte sofort die Augen geschlossen, da mir von der Bewegung sofort schlecht wurde. "Bring mich sofort zurück zu Emmett!" Ich versuchte, meine Stimme kraftvoll klingen zu lassen, aber durch die Übelkeit, die ich fühlte, kam es sehr schwach heraus.

"Liebes, du hast mich schon so lange nicht mehr besucht" Edward ignorierte mich. "Ich möchte doch nur Zeit mit dir verbringen. Alice vermisst ihre beste Freundin!"

"Edward, ich möchte weder bei dir, noch bei Alice sein", versuchte ich es erneut. "Bitte, bring mich einfach zu Emmett zurück!"

"Nein Liebes, du kommst mit mir nach Hause", sagte Edward.

"Edward, halte bitte einen Moment an!" bat ich. "Mir geht es nicht so gut!"

Edward hielt sofort an und setzte mich ab. Ich rannte zum nächsten Baum und musste mich übergeben. Ich war mir sicher, dass Edward dachte, wir waren weit genug von Emmett weg, da er sonst nie angehalten hätte, also war ich mehr als überrascht, als ein Dröhnen von hinten kam, bevor ich einen lauten Knall hörte.

Als ich aufschaute, sah ich, dass Emmett beschützend vor mir hockte, während Edward einen Baum von sich warf. Vermutlich hatte Emmett ihn durch mehrere Bäume geschleudert, zumindest wenn man nach dem Pfad der Zerstörung ging, der endete, wo Edward lag.

"Bleib von meiner Schwester weg!" fauchte Emmett.

"Emmett, du kennst sie doch kaum", schalte Edward, es klang als ob er mit einem kleinen Kind sprach. "Und außerdem hättest du sie als Mitglied des Cullen Klans sofort zurück zu mir bringen sollen!"

"Ich bin nicht länger Mitglied des Cullen Klans, ich bin es schon seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr!" knurrte Emmett.

"Carlisle würde dir nie erlauben, zu bleiben, wenn du kein Mitglied des Klans bist", Edward glotzte ihn an.

"Da liegst du falsch", begann Emmett und er klang etwas selbstgefällig, aber ich spürte, dass er die Gefahr, die von Edward ausging, spürte. "Ich bin Mitglied des Whitlock Klans. Carlisle hat Rose und mir erlaubt, bei ihm zu bleiben, weil wir uns wie er ernähren."

"Nein" Edward schüttelte seinen Kopf. "Wieso wusste ich nichts davon?"

"Eddyboy, du weißt vieles nicht, auch wenn du ein Gedankenleser bist", knurrte Emmett. "Und jetzt hau ab!"

Edward sah erst mich an und blickte dann zu Emmett, bevor er beschloss, Emmetts Anweisung zu folgen. Nachdem Edward endgültig weg war, kam Emmett zu mir um sicher zu gehen, dass mit mir alles in Ordnung war.

"Können wir einfach nach Hause fahren?" bat ich ängstlich.

"Natürlich!" beruhigte mich Emmett, bevor er mich vorsichtig hochhob und zu seinem Jeep brachte, der noch am Parkplatz vor dem Rummel stand. "Wirst du mir jetzt bitte erlauben, dir auf dem Weg nach Hause etwas zu essen zu kaufen?"

"Ja", stimmte ich zu, die Sorge in seiner Stimme war nicht zu überhören und ich war, nach allem was gerade vorgefallen war, auch wirklich hungrig. Die Wirkung des Adrenalins begann nachzulassen, als wie am Jeep ankamen.

Die Heimfahrt verlief größtenteils schweigend, aber ich bemerkte, dass Emmett mich immer wieder anstarrte. Er hatte mir beim erstbesten Schnellrestaurant etwas zu Essen gekauft, bevor wir nach Forks fuhren.

"Es tut mir so leid!" murmelte Emmett, bevor wir die Stadtgrenze von Forks erreichten.

"Emmett, es ist nicht deine schuld!" ,beschwichtigte ich ihn. Das Essen hatte mir geholfen, mich zu beruhigen. "Du hast mich beschützt, ich werde es dir nie zurück geben können, dass du Edward von mir ferngehalten hast!"

"Ich habe nicht gelogen, als ich dich meine Schwester genannt habe" Emmett sah ein bisschen besorgt aus, als er das sagte. "Seit ich dich gesehen habe, als Edward dich auf das Feld zum Baseballspiel gebracht hatte, wusste ich, dass du jemand bist, der für mich wichtig ist. Es fühlte sich an wie damals, als sich die Verbindung zwischen Rose und mir entwickelt hatte, nur dass sich die Gefühle dabei anders anfühlten." Ich wusste nicht, was ich darauf antworten sollte, also ließ ich ihn fortfahren. "Rose hatte die Spuren meiner menschlichen Familienmitglieder nachverfolgt, nachdem ich verwandelt worden war, aber ich wollte davon nie etwas wissen, weil ich sie ja doch nicht in meinem Leben behalten konnte. Sie nur zu haben, um sie danach wieder zu verlieren wäre zu schwierig für mich gewesen."

Ich griff mit meiner Hand nach Emmett während ich darauf wartete, dass er mir erklärte, warum er mir das erzählte. "Nachdem ich Rose von der Verbindung erzählte, die ich fühlte, erklärte sie mir, dass du wirklich eine Blutsverwandte von mir bist. Sie gab mir die Informationen über meine Familie und ich erkannte, dass es eine direkte Blutlinie von meiner kleinen Schwester zu Charlie und dir gibt. Meine Schwester war deine Urgroßmutter. Als ich anfing über meine Schwester nachzudenken, erkannte ich, wie ähnlich du ihr bist. Du hast ihre Augen, aber der größte Schock war, dass du so viel von ihrer Persönlichkeit hast. Manchmal denke ich, du bist wirklich meine Schwester, die ich zurückgelassen hatte, als ich verwandelt wurde."

"Emmett", flüsterte ich. Wir hatten mein Haus erreicht und ich sah, dass Charlie da war, aber ich konnte keinen meiner Vampire in der Umgebung sehen. "Ich bin froh, dass du mich gefunden hast und ich finde die Tatsache super, dass du wirklich mein Bruder bist. Ich war sehr besorgt, dass Rose und du mich vielleicht nicht mögen würdet, vor allem, nachdem ich mit Edward vor der gesamten Familie Schluss gemacht hatte. Ich habe auch sofort eine Verbindung zu dir gespürt, aber ich dachte, es wäre nichts wichtiges, da du nicht mal versucht hast, mit mir zu sprechen."

Ich atmete tief ein und als er mich unterbrechen wollte, hielt ich meine Hand hoch. "Ich weiß, du fühlst dich vermutlich schuldig, weil du nicht auch für mich da warst, während meiner Kindheit mit Renee, aber das ist in Ordnung. Wenn sich die Ereignisse nicht genauso zugetragen hätten, hätte ich meinen Seelenverwandten, Peter und Char nie kennengelernt. Ich hätte dich möglicherweise nie so gut kennengelernt. Du hättest wahrscheinlich dafür gesorgt, dass ich gut aufwachse, aber du hättest dich nicht in mein Leben integriert, wie Jasper, Char und Peter es gemacht haben. Ich habe dich lieber als vollwertigen Teil meines Lebens, als nur als stillen Beobachter, der mir zusieht, wie ich alt werde und sterbe."

Natürlich war es Jasper egal, dass Emmett mir Essen kaufen durfte, nachdem er am nächsten Tag erfuhr, dass Edward mich mitgenommen hatte. Jasper war, gelinde gesagt, angepisst. Wir haben ihn schließlich beruhigt, aber nicht, bevor er es fast geschafft hatte, alle Verbindungen zu seiner Familie zu zerstören.

Er beschuldigte Emmett, dass Edward mich hätte mitnehmen können und der Streit zwischen den beiden war episch. Rose war natürlich auf der Seite ihres Seelenverwandten, auch wenn Jasper der Anführer des Klans war. Dann wendete sich sein Zorn gegen Peter und er machte ihn dafür verantwortlich, dass er nicht gewusst hat, was Edward vorhatte. Wie Rose war auch Char auf der Seite ihres Seelenverwandten. Der Streit der drei Männer war schrecklich. Ich brach heulend zusammen, meine Furcht wirkte sich auf Jasper aus, der mich sofort hochhob und mich von seinen Brüdern wegbrachte.

"Es tut mir leid Süße!", murmelte Jasper und versuchte, mich noch mehr zu beruhigen, seine empathischen Fähigkeiten zeigten mir, wie aufgelöst ich noch immer war. "Ich entschuldige mich auch bei ihnen. Ich war nur so besorgt um dich. Ich kann dich doch nicht verlieren!"

"Oh Jasper", seufzte ich und kuschelte mich tiefer in seinen Griff. Er hielt mich und ging mit mir zum Haus, dass er für alle gefunden hat, während ich noch zur Schule musste und bei Charlie lebte.

Wie er es versprochen hatte, entschuldigte er sich bei allen und die drei Männer gingen hinaus in den Wald, weit genug weg, damit ich sie nicht mehr hören konnte. Die Mädels weigerten sich, mir zu sagen ob sie sie noch hören konnten oder nicht und sie machten auch keine Andeutungen, was vor sich ging.

Ich erinnerte mich daran, dass ich besorgt darauf wartete, dass die drei zurück kamen, hatte aber Angst, dass einer oder mehrere von ihnen nie mehr zurückkommen würden.

"Hey, Bells?" Emmett winkte mit seiner Hand vor meinem Gesicht und ich sah mich um, um zu bemerken, dass wir zu Hause waren. Für mich war das Haus, dass Jasper gekauft hatte, schon zu meinem zu Hause geworden. "Wo warst du?"

"Gefangen in meinen Gedanken und Erinnerungen", antwortete ich und lächelte meinen Bruder – gut, meinen Urgroßonkel - an, es tat so gut, ihn meinen Bruder nennen zu können.

"In Ordnung", Emmett sah für einen Moment besorgt aus, stieg dann aber aus seinem Jeep und führte mich zum Haus. Peter hatte Char von der Schule abgeholt, damit sie zusammen jagen gehen konnten. Sie hielten sich an die Tierblutdiät, während sie in Forks wohnten. Jasper und Rose warteten im Haus auf uns. Sie wechselten sich damit ab, Char und mich von der Schule abzuholen, da alle Vampire Zeit mit mir verbringen wollten.

Meinen Vorschlag, dass Char und ich auch einfach selbst zur Schule und wieder heimfahren konnten, wurde von Jasper, Peter, Emmett und Rose zerschlagen. Ich fand es irgendwie lustig, gab schließlich nach und lies sie selbst einen Plan dafür ausarbeiten.

"Hey Süße!" Ich fand mich schnell in den Armen meines Engels wieder. Er gab mir einen keuschen Kuss, da er wusste, dass ich zu viel Aufmerksamkeit hasste, besonders wenn einer meiner Brüder dabei waren.

"Hi", lächelte ich, als er endlich meine Lippen freigab.

Rose umarmte mich kurz und scheuchte mich dann in die Küche. Meine Vampire versuchten alle ihr Glück beim Kochen und normalerweise hatten sie, wenn ich nach der Schule nach Hause kam, etwas, dass ich probieren sollte, um ihnen zu sagen, wie es schmeckte. Ich war brutal ehrlich zu ihnen, denn ich rechnete damit, dass ich es öfters essen müsste, sollte ich vorgeben, etwas zu mögen, dass mir nicht schmeckte. Gott sei Dank waren die Gerichte meistens gut. Bei manchen Sachen schlug ich kleine Änderungen vor, doch bei manchen weigerte ich mich, es jemals wieder zu essen, aber irgendwie schaffte es jeder von ihnen, ein Gericht zu kochen, dass ich einfach liebte und dass würden sie mir immer machen, wenn ich es wollte.

"Rose, das ist nicht schlecht!" Ich lächelte als ich anfing, zu essen. Das letzte Gericht, dass sie gekocht hatte, war eines der Schlimmsten gewesen.

"Oh, es freut mich, dass du es magst", lächelte Rose, als sie das Geschirr spülte. Meine Vampire starrten mich während des Essens nie an. Wer gekocht hatte, machte normalerweise den Abwasch in menschlicher Geschwindigkeit und unterhielt sich auch mit mir, während ich aß, aber die anderen fanden immer etwas anderes im Haus zu tun.

Nach dem Essen ging ich ins Wohnzimmer um meine Hausaufgaben zu machen. Die drei Vampire, die zu Hause waren, spielten etwas und halfen mir mit den Hausaufgaben, wenn ich Hilfe brauchte. Das wurde schnell zu unserer Routine nach der Schule und ich liebte jede einzelne Sekunde davon.

Nachdem ich mit den Hausaufgaben fertig war, beteiligte ich mich am Spiel. An manchen Abenden gingen Jasper und ich auf ein Date, üblicherweise Freitags oder Samstags und Rose und Char halfen mir beim fertigmachen. Es war nett, ihre Hilfe zu haben, da sie mich zu nichts zwangen, sondern mir nur Vorschläge nannten und mir halfen, wenn ich danach fragte.

Ich war sehr froh, dass die Cullens uns seit dem Zwischenfall mit Edward am Rummel in Ruhe ließen. Meine Vampire begannen auch alle, den Namen Whitlock zu tragen, nur Char verwendete den Mädchennamen von Renne, Higginbothom. Das machte es einfacher, Charlie zu erklären, warum er sie nicht gut kannte. Es war einfach zu erklären, dass Jasper und Rose herausgefunden hatten, wer ihre richtigen Eltern waren und jetzt ihren Eltern zu Ehren ihren Nachnamen annahmen. Da Emmett vorgab, seine richtige Familie noch nicht gefunden zu haben, wollte er, dass seine Frau Rose soviel von ihrer "richtigen" Familie behalten konnte wie möglich, also nahm er ihren Namen an.

Obwohl viele es merkwürdig fanden, dass Emmett Roses Nachnamen annahm, traute sich niemand offen zu fragen. Peter gab sich als lang vermisster Bruder von Jasper und Rose aus, also wurde sein Nachname auch nie in Frage gestellt.

Die restliche Woche verging sehr schnell und Donnerstag kam schnellet als ich dachte. Gott sei Dank musste Charlie arbeiten, da Emmett durchs Haus lief und versuchte, mich dazu zu bringen, schneller zu packen. Es war entschieden worden, dass ich meine Sachen jetzt packte, damit meine Vampire sie morgen, während Char und ich in der Schule wären, ins Auto packen konnten, da sie uns nach der Schule abholen würden und wir dann sofort abfahren wollten.

Jasper hatte ein neues Auto gekauft, eines, in dem wir sechs bequem Platz hatten. Er hatte gehofft, einen Pick-up mit acht oder neun Sitzplatzen zu finden und war enttäuscht, dass so etwas nicht produziert wurde. Schließlich entschied er sich für einen Geländewagen mit neun Sitzplätzen und mein Südstaatencowboy schmollte die gesamte Fahrt nach Hause, worüber ich nur lachen konnte.

"Emmy Bär, ich bin fertig wenn ich fertig bin", seufzte ich und versuchte meine Heiterkeit vor meinem Bruder zu verstecken. Ich packte absichtlich noch langsamer, da ich wusste, wie aufgeregt Emmett war. "Ich muss sichergehen, dass ich nichts vergesse."

"Aber Schwesterherz", wimmerte Emmett und da brach ich in schallendes Gelächter aus. Emmett merkte schnell was ich machte und anstatt mich fertig packen zu lassen, beschloss er mich zu kitzeln.

"Was ist denn hier los?" Jasper stand in der Tür und grinste, Rose war neben ihm. Peter und Char hatten beschlossen, heute jagen zu gehen, damit Char sich morgen darüber keine Gedanken machen musste. Peter konnte dann schon die Sachen einpacken, während Jasper, Emmett und Rose vor der Abfahrt jagen würden. Sie waren alle sehr darauf bedacht, immer genug zu jagen, um mich nicht in Gefahr zu bringen, aber ich wusste, dass sie mir nie etwas antun würden, selbst wenn sie am verhungern wären. Ich habe es ihnen nie gesagt, da es für mich nicht wichtig war, aber ihr Durst war nie etwas, vor dem ich mich fürchtete.

"Helft… mir…", bekam ich zwischen dem Kichern heraus. Jasper und Rose lächelten beide, während Emmett mich weiterkitzelte.

"Sie ist ein Mensch!" Rose hatte Mitleid mit mir und zog ihren Seelenverwandten von mir, während sie ihn daran erinnerte, dass ich zerbrechlicher war als er.

"Ich weiß", feixte Emmett. "Deshalb muss ich das ja jetzt machen, denn wenn sie erstmal ein Vampir ist, wird sie nicht mehr kitzlig sein!"

"Wenn ich verwandelt bin, solltest du dich in Acht nehmen!" warnte ich meinen Bruder mit einem bösen Blick, aber da ich noch ein Mensch war, lachte Emmett mich natürlich aus.

Danach packte ich schnell zu Ende und verbrachte den restlichen Abend mit meinen Vampiren. Peter und Char kamen eine Stunde später nach Hause und wir spielten ein Spiel. Ich hatte nicht viele Hausaufgaben, da die Winterferien anfingen und konnte deshalb mit meiner Familie entspannen.

Der letzte Schultag vor den Ferien verging wie im Flug. Edward und Alice waren nicht in der Schule, Esme hatte angerufen und die beiden entschuldigt, da sie früher aufbrechen wollten. Als mich jemand fragte, warum Jasper, Rose und Emmett nicht mit ihnen fuhren, erklärte ich natürlich, dass sie beschlossen hatten, mit mir zu meiner Mum zu fahren. Da die drei erwachsen waren, konnten sie ja selbst entscheiden, nicht mit ihrer Familie zu verreisen, aber es war einfach ungewöhnlich, dass die halbe Familie mit der einen Person verreiste, während er Rest etwas anderes machte. Ich selbst konnte es kaum abwarten, bis ich mit der Schule fertig war und die Stadt verlassen konnte, um die öffentlichen Geschichten nicht bei jeder Veränderung im Klan ändern zu müssen.

Ich vermutete, dass die meisten es einfach akzeptieren, da ich mit Jasper ausging und Rose seine Zwillingsschwester war und sie die Ferien mit ihm verbringen wollte. Trotzdem bemerkte ich, dass manche Leute in der Stadt misstrauisch wurden. Manchmal fragte ich mich, ob ich schon vor meinem Abschluss gehen müsste.

Bevor ich weiter darüber nachdenken konnte, sah ich Jasper schon neben dem Geländewagen stehen und die restliche Familie stand um ihn herum, um auf Char und mich zu warten. Ich war sehr aufgeregt und an Jaspers Lächeln konnte ich sehen, dass er es auch fühlen konnte. Ich war so glücklich, die nächsten zwei Wochen mit meinen Vampiren zu verbringen, dass mir vor Freude beinahe schwindelig wurde.