Kapitel 7

„Süße, wir sollten langsam zum Hotel fahren um einzuchecken", meinte Jasper als er ins Haus kam.

„Oh, ich dachte ihr würdet alle hier bleiben?" Meine Mutter sah sehr verwirrt aus und Phil trat ebenfalls neben sie, sagte aber nichts dazu.

„Wir dachten es wäre einfacher für uns alle, wenn wir in ein Hotel in der Nähe gehen", erklärte Jasper ruhig. Ich konnte aber den unterdrückten Ärger aus seiner Stimme heraushören. Nun, wenn das die Art war, wie sie auf meine Mutter reagieren würden, wäre ich erleichtert, denn ich wusste, es hätte sehr viel schlimmer sein können.

„Ich dachte ich hätte dich über die Planänderung informiert, Mom", erwiderte ich. „Es muss mir entfallen sein, tut mir Leid!"

„Nun, deine Freunde sind in diesem Haus immer willkommen," verkündete meine Mutter. „Bring einfach dein Gepäck herein, deine Freunde können ja wieder kommen, wenn sie ihre Hotelzimmer bezogen haben."

„Mom, ich bleibe bei ihnen", klärte ich das Missverständnis sofort auf, bevor Jasper etwas sagen konnte.

„Aber", begann meine Mutter.

„Mom, ich bin erwachsen", unterbrach ich sie, um sie auf diese Tatsache aufmerksam zu machen.

„Das bedeutet aber nicht, dass du die Gastfreundschaft deiner Mutter ausschlagen kannst, da du sie damit beleidigen würdest", Phil beschloss, sich der Diskussion anzuschließen.

„Bei allem Respekt", Jasper war kurz davor zu knurren.

„Mom, wir sind bald wieder zurück und dann beginne ich mit dem Abendessen", versicherte ich ihr. Als ich sie danach kurz umarmen wollte, brauchte Jasper einen Moment, um mich los zu lassen, damit es möglich war.

Ich gab weder meiner Mutter noch Phil die Möglichkeit, noch etwas zu sagen, als ich mit Jasper hinausging. Die anderen Vampire waren schon im Auto und warteten auf uns. Peter war wieder der Fahrer und fuhr sofort los, sobald auch wir im Auto saßen.

Ich schwieg während der Fahrt, da ich wusste, wie aufgebracht meine Vampire wegen meine Mutter waren und ich nichts, was ich zu ihrer Verteidigung sagen könnte, wäre akzeptabel. Jasper hielt mich so nahe wie möglich an sich gedrückt, während er meinen Hals küsste.

Wir stoppten schließlich vor einem Hotel namens One Ocean Resort and Spa, ein vier oder fünf Sternhotel und ich wusste, dass meine Vampire sicherstellen würden, dass wir hier bleiben würden. Peter stieg aus, während wir im Geländewagen blieben. Ich wusste, dass Jasper ihm von allen Vampiren am meisten vertraute, und das würde sich erst verändern, wenn ich verwandelt werden würde.

Peter war der Captain während der Zeit der Südlichen Vampirkriege und war der zweit gefürchtetste Vampir, gleich nach meinem Engel. Obwohl ich noch nicht die ganze Geschichte kannte, hatte ich während der Zeit in Forks schon ein paar Teile davon erfahren. Durch das Band, das die beiden verband und dadurch, dass Jasper Peters Schöpfer und Klanführer war, führte er Jaspers Befehle meistens ohne Fragen aus.

Mir war auch aufgefallen, dass Peter immer sicherstellte, dass es mir gut ging und ich in Sicherheit war – fast wie Jasper es für mich tat, und wie es wohl auch jeder andere Vampir für seine Seelenverwandte tun würde. Ich behielt diese Tatsache im Gedächtnis, um ihn später danach zu fragen. Ich wusste, dass ich eine besondere Verbindung zu Peter und Char hatte – anders als das Band, welches ich gerade zu Emmett und Rose aufbaute – aber ich hatte keine Ahnung, wie man diese Verbindungen bezeichnen hätte können.

Nach etwa 15 Minuten kam Peter wieder und fuhr uns zu einem Seiteneingang. Er gab Emmett und Jasper jeweils einen Schlüssel und behielt den letzten für sich. Meine Vampire stiegen schnell aus und schnappten sich unser Gepäck bevor wir alle ins Hotel gingen.

Wir erreichten unsere Zimmer rasch. Unsere Zimmer lagen nebeneinander, Jasper und ich hatten das Zimmer in der Mitte, Peter und Char waren links und Emmett und Rose rechts von uns. In unserem Zimmer gab es zu jeder Seite hin eine Verbindungstür und Jasper öffnete auch gleich beide, und die anderen kamen sofort in unser Zimmer.

Ich hatte mich gleich nach unserer Ankunft aufs Bett gesetzt und wartete jetzt dort, ich wusste, einer von ihnen würde das Schweigen brechen, oder ich würde bald einschlafen, aber ich war einfach gerade so zufrieden damit, dass alle meine Vampire bei mir waren.

„Ich kann nicht fassen, dass sich diese Frau Mutter nennen darf", fauchte Rose, die damit endlich die Stille unterbrach.

„Sie hat ein Dienstmädchen und jemanden zur Unterhaltung erwartet", Char sah mich schockiert an.

„So ist sie eben", war alles was ich dazu sagen konnte.

„Du meinst sie war die ganze Zeit so, während du aufgewachsen bist?" Emmett, der normalerweise mein lustiger Teddybär von einem Bruder war, wirkte im Moment eher wie ein verärgerter Grislybär.

„Meistens", seufzte ich. Ich wusste, dass würde früher oder später herauskommen, aber ich hatte auf später gehofft, sehr viel später, Jahrhunderte später.

„Ich habe doch gesagt, wir hätten sie nicht dort lassen sollen", Peter wandte sich Jasper zu, bevor ich auch nur den Hauch einer Chance hatte, etwas zu erklären. „Ich habe dir doch gesagt, dass es besser wäre, wenn sie bei jemandem von uns aufwachsen würde. Verdammt, vermutlich wäre sogar Caius Volturi besser gewesen als diese Frau."

„Wer ist Caius Volturi?" Ich war verwirrt, etwas an diesem Namen zerrte an meinen Erinnerungen, aber ich konnte es nicht richtig zuordnen.

„Er ist einer der drei Könige der Vampire", erklärte Char. Rose und sie setzten sich neben mich, Peter blieb zwischen mir und Jasper während Emmett still wie eine Statue danebenstand.

„Ich schließe daraus, dass ihr ihn nicht besonders mögt?"

„Nicht wirklich", brummte Rose. „Die Volturi sind ein sehr mächtiger Klan und die meisten Vampire bleiben ihnen fern, aus Angst, sich bei ihnen unbeliebt zu machen."

„Oh", seufzte ich. „Petey, wenn ihr mich von meiner Mutter weggeholt hättet, als ich sechs Jahre alt war, hätte es die Situation nur schlimmer für uns alle gemacht." Ich stoppte für einen Moment, bis er mich ansah. „Auch wenn meine Mutter nicht in der Lage war, sich so um mich zu kümmern wie andere Mütter es gemacht hätten, so wäre sich doch außer sich gewesen, wenn ich mit dem Alter einfach verschwunden wäre und sie hätte Charlie informiert. Da Charlie der Polizeichef in Forks ist, hätten sie viele Möglichkeiten gehabt, da die meisten Polizisten sich gegenseitig helfen würden, egal woher sie auch kommen, und ohne auch nur eine Sekunde darüber nachzudenken. Auch wenn ihr es geschafft hättet, mich von ihr wegzubringen, hätte jeder Polizist in den Vereinigten Staaten nach mir Ausschau gehalten. Meine Kindheit war allein schon deshalb so viel besser, als sie hätte sein können, weil ihr von Zeit zu Zeit aufgetaucht seid und mir geholfen habt."

„Ja, aber wir hätten uns viel früher in dein Leben integrieren können", versuchte Peter zu argumentieren. „Char und ich hätten Lehrer oder Angestellte an deiner Schule sein können, irgendetwas, das uns in die Position gebracht hätte, dich kennenzulernen und sicherzugehen, dass jemand da ist, wenn du Hilfe gebraucht hättest."

„Und ihr hättet uns Bescheid geben können – nein müssen", Rose starrte meine drei Beschützer wütend an. „Emmett und ich wären sofort nach Phoenix gekommen, um euch zu helfen, sie im Auge zu behalten."

„Es tut mir Leid Rose, Emmett", Jasper schaute nach dieser Ansprache etwas schuldig drein. „Peter, Bella hat aber trotzdem Recht. Wir hätten sie nicht einfach wegbringen können. Ich weiß, dass sie aufgezeigt hat, wie besorgt ihre Eltern gewesen wären, aber ich denke auch, dass ein sechs jähriges Mädchen, auch wenn sie sich noch so sicher bei uns gefühlt hätte, durch eine unfamiliäre Umgebung ängstlich geworden wäre."

Peter schien schließlich nachzugeben und zu realisieren, dass das, was er vorgeschlagen hatte, keine gute Idee gewesen wäre, auch wenn er mich einfach nur beschützen wollte. Ich stand auf um ihn zu umarmen und flüsterte ihm ein Dankeschön zu, weil er immer nach Möglichkeiten suchte, mich zu beschützen. Ich umarmte dann Char, Rose und Emmett, bevor ich letztendlich wieder in die Arme meines Partners flüchtete.

„Ich weiß, du willst es nicht hören, aber ich denke wir sollten wieder zurück zu meiner Mom", schlug ich vor. Ich wartete darauf, dass das Knurren stoppte und meine Vampire sich wieder unter Kontrolle hatten. „Ihr wisst auch, dass ihr das nicht vor Mom und Phil machen könnt, richtig?"

Ich wartete darauf, dass jeder einzelne meine Aussage anerkannte. Danach gingen meine Vampire sicher, dass alle Türen und Fenster verschlossen waren. Sie hatten beschlossen, dass die Verbindungstüren offen bleiben würden. Ich wusste, dass sie sie schließen würden, wenn ich schlafen gehen würde, um mir und meinem Seelenverwandte ein wenig Privatsphäre zu lassen, doch die Türen würden, für den Fall der Fälle unverschlossen bleiben. Mein Major plante immer mindestens drei bis vier Sicherungspläne damit ich sicher war und das inkludierte natürlich auch Sicherungspläne für die Sicherungspläne. Sind Vampirgehirne nicht einfach wunderbar?

„Statt heute zu kochen, bleiben wir einfach irgendwo stehen und holen etwas", erklärte Jasper. „Du kannst essen, bevor wir zurückfahren. Wir nehmen genug für die beiden mit und sagen, dass wir schon auf dem Weg etwas gegessen haben."

„Ich finde die Idee gut", erwiderte ich lächelnd. Ich wusste, welche Schlachten es wert waren, dass ich sie kämpfte, und diese war es nicht. Meine Mutter würde einfach damit klarkommen, dass meine Vampire überfürsorglich waren. Die nächsten vier Tage würden sehr interessant werden, aber sogar ich konnte mir nicht vorstellen wie interessant sie werden würden.

„Oh, ich dachte du würdest heute Abend kochen" War das erste, dass meine Mutter sagte, nachdem wir ins Haus kamen, Emmett und Peter mit dem Essen.

„Ich weiß, aber nach der langen Fahrt war es einfacher, einfach etwas im Restaurant zu holen", erklärte ich. „Wir haben alle schon gegessen, bevor wir hergekommen sind, also ist das für Phil und dich."

„Danke", murmelte Phil, während er sich ein Teller vollmachte. Meine Mutter tat es ihm gleich, nachdem sie mich ein paar Minuten angestarrt hatte.

„Also, in welchem Hotel seid ihr abgestiegen?" fragte meine Mutter, während Phil und sie aßen. Nachdem ich noch nie hier war, standen wie alle in der Tür und sahen ihnen beim essen zu.

„One Ocean Resort and Spa", antwortete Char höfflich und ich war sehr stolz auf meine Schwester.

„Oh, das ist das beste Hotel in der Stadt", seufzte meine Mutter verträumt. „Ich habe Phil schon oft gebeten, uns dort ein Zimmer für ein paar Tage zu reservieren, als Miniurlaub oder Flitterwochen, wir hatten ja keine richtigen Flitterwochen, zuerst war Bella bei uns in Phoenix und dann hat ja die Baseballsaison angefangen. Vielleicht können wir die Spa Angebote alle zusammen nutzen, solange ihr noch in der Stadt seid."

„Wir werden sehen, ob wir dazu Zeit haben", antwortete ich schnell, um zu verhindern, dass Rose etwas sagen konnte. Meine Mutter wollte immer nur das Beste haben und ich wusste, sie würde uns dazu drängen, die gesamten Angebote des Hotels nutzen zu können. Wieder eine Sache mehr, die ich zwischen meiner Mutter und meinen Vampiren zerstreuen müsste.

„Natürlich", stimmte meine Mutter zu, bevor sie nochmal wiederholte, was sie alles mit mir zusammen machen wollte, solange ich hier war.

„Vergiss nicht, dass wir morgen Abend Besuch bekommen", erinnerte Phil meine Mutter, während meine Mutter Luft holen musste.

„Besucher?" Sie hatte zwar erklärt, dass Phils Teamkollegen zum Weihnachtsessen kommen würden, aber das war erst in drei Tagen.

„Ja, entfernte Verwandte", Renee nickte energisch mit dem Kopf. „Sie kommen von Zeit zu Zeit zu Besuch. Verwandte von Seite meiner Mutter, sie leben in Übersee, also sehen wir sie nur sehr selten. Du musst etwa sechs oder sieben gewesen sein, als sie das letzte Mal zu Besuch hier waren."

„Also, für wie viele soll ich morgen kochen?" fragte ich. Ich wusste, aus dieser Situation würde ich nicht rauskommen.

„Nun, sie haben eine spezielle Diät. In dem Brief, den ich erhalten habe, haben sie mich daran erinnert, dass sie gar nicht mit uns essen werden, sie wollen nur Zeit mit uns verbringen." Renee sah aus, als versuchte sie, sich an den Wortlaut des Briefs zu erinnern. „Sie reagieren allergisch auf so viele verschiedene Lebensmittel, dass sie ihren eigenen Koch mitbringen werden, der nur für sie in einer Villa kocht, die sie gemietet haben."

„OK", ich lächelte und fand es schade, dass mir die Ausrede mit der speziellen Diät nicht eingefallen war. Ich konnte nicht anders, als mich zu fragen, woher diese Familie kam und welche Art von Allergien sie hatten.

Nachdem Phil und meine Mutter fertig mit dem Essen waren, stellten sie ihr Geschirr in die Spüle und zeigten uns das Haus. Ich war glücklich als ich sah, dass Emmett versuchte, Phil über sein Baseballteam auszufragen. Während Char und Rose versuchten, eine zivilisierte Unterhaltung mit meine Mutter zu führen. Peter und Jasper blieben die meiste Zeit still. Ich wusste, dass sie alle noch sehr verärgert darüber waren, wie meine Mutter mich heute behandelt hatte und auch weil sie erst heute erfahren hatten, wie lang das schon so war.

Nachdem wir wieder im Wohnzimmer angekommen waren, setzten wir uns alle und unterhielten uns ein wenig. Irgendwann entschuldigte ich mich, weil ich ins Bad musste. Auf dem Rückweg erinnerte ich mich an das Geschirr in der Spüle, also machte ich mich an die Arbeit. Ich war es gewöhnt, solche Sachen für meine Mutter zu erledigen, also dachte ich mir nichts dabei.

„Was machst du?" fragte Jasper als er in die Küche kam.

„Nur schnell aufräumen" Ich drehte mich um und lächelte meinen Partner an.

„Du musst das nicht machen", er kam zu mir und schlang seine Arme um mich.

„Ich bin so gut wie fertig", sagte ich und machte weiter, während er bei mir stehen blieb.

„Gut, aber ich bin nicht glücklich darüber, wie sich diese Reise entwickelt. Du machst die ganzen Aufgaben für deine Mutter", Jasper küsste meinen Hals. Das lenkte mich natürlich von dem, was ich tat, ab. Ich lehnte mich weiter zurück und neigte meinen Kopf so, damit er es leichter hatte. Die Gefühle, die dieser Mann in mir auslöste sollten illegal sein.

„Also deswegen willst du im Hotel übernachten?" Meine Mutter kreischte, als sie in die Küche kam. „Nun, ich werde das nicht dulden! Du wirst nicht bei ihm übernachten. Sie können ihr Gepäck morgen früh mitbringen. Du bist meine Tochter, und ich werde nicht zulassen, dass du dein Leben ruinierst, so wie ich, als ich in deinem Alter war."

„Bella zu bekommen hat Ihre Leben ruiniert?" fragte Rose tödlich still.

„Sie können ihr nicht vorschreiben, was sie tun soll!" fauchte Char.

Ich war sprachlos darüber, was meine Mutter gesagt hatte. Ich konnte nicht glauben, dass sie dachte, ich hätte ihr Leben ruiniert. Ich meine, ich weiß, dass es schwierig war, mich so jung zu bekommen und das es ihr Leben definitiv verändert hatte, aber ich hätte nie gedacht, dass ich ihr Leben ruiniert hätte.

„Wir werden jetzt fahren", ergriff Jasper das Wort. Ich war mir sicher, es war schwierig für ihn, meine ganzen Gefühle zu spüren, die über mich hinwegrollten. Die stärksten Gefühle waren Zurückweisung und Scham.

Jasper trug mich zurück zum Wagen, während uns meine Vampire folgten. Renee ging uns auch nach und versuchte, sich zu entschuldigen, als ihr klar wurde, was sie da gesagt hatte. Das letzte was ich hörte war, das sie Rose oder Char fragte, wann wir am nächsten Tag kommen würden und sie erinnerte sie auch daran, dass unsere Verwandten gegen Mittag kommen würden. Ich hörte keine Antwort und wusste nicht, ob das hieß das es keine gab oder ob sie einfach zu leise für mich war.

Die Fahrt verlief wieder im Schweigen, aber wir mussten diesmal nicht warten, um in unsere Zimmer zu kommen. Nachdem wir im Zimmer angekommen waren, sperrte ich mich sofort im Badezimmer ein und beschloss, dass ein heißes Bad jetzt genau das richtige wäre. Ich schaltete meinen iPod ein und verlor mich in der Musik und der Hitze.

Nach etwa einer halben Stunde klopfte Jasper an die Tür und fragte mich, ob ich rauskommen könnte. Als ich fünfzehn Minuten später immer noch nicht herauskam, versuchte es Peter. Dann kamen Char, Rose und als letztes versuchte Emmett sein Glück.

Ich beschloss schlussendlich, rauszukommen und als ich ins Zimmer kam, starten meine Vampire auf die Badezimmertür, sie hatten wohl darauf gewartet, dass ich herauskam.

„Du weißt, das alles, was sie gesagt hat, herzlos war und du solltest nicht auf ein einziges Wort hören, was sie sagt", begann Rose. Von einem unserer vielen Gespräche wusste ich, wie verzweifelt sie sich immer gewünscht hatte, eine Mutter sein zu können, als sie noch ein Mensch war und sie hasste es, wenn Eltern ihre Kinder nicht richtig behandelten. Für sie war jedes Kind ein Geschenk und sollte auch als solches behandelt werden.

„Wir sind so froh, dass du geboren wurdest", sagte Char sanft.

„Du bist das fehlende Puzzlestück, nicht nur für Jasper sondern für unseren gesamten Klan", meinte Peter danach.

„Durch dich habe ich ein Stück meiner biologischen Familie wiedergefunden", begann Emmett. „Ein Stück Familie, von dem ich nach meiner Verwandlung nicht mehr zu träumen gewagt hatte."

„Du bist meine Seelenverwandte", Jaspers Südstaatenakzent war voll mit Emotionen. „Du bist meine andere Hälfte. Egal was irgendjemand anderes sagt, wenn du nicht geboren worden wärst, wäre ich für alle Ewigkeit allein und verloren gewesen."

„Ich danke euch", flüsterte ich, wohlwissend, dass mich alle klar und deutlich verstehen würden. „Trotz der Tatsache, dass Renee und Charlie meine Eltern sind, seid ihr fünf meine Familie. Ihr fünf seid diejenigen, die ich bei großen Entscheidungen um Hilfe fragen werde, wo andere ihre Eltern oder Geschwister fragen würden. Ihr fünf seid diejenigen, bei denen ich nach Ratschlägen und Hilfe bitte, wo andere ihre Großeltern oder Onkel und Tanten bitten. Ihr fünf seid diejenigen, die ich immer unterstützen werde, egal was ihr machen wollt, so wie andere das bei ihrer Familie machen. Ihr fünf seid diejenigen, die mich gernhaben weil ich ich bin und ich hab euch gern weil ihr ihr seid. Ihr habt keine unrealistischen Erwartungen an mich, so wie ich auch keine von euch habe. Ihr fünf bietet mir die Unterstützung, die normalerweise von der Mutter, Rose; oder deren Brüder, Peter, Emmett; oder deren Schwestern, Char; oder deren Mann, mein Seelenverwandter, mein Schutzengel, mein Jasper. Biologie macht nicht die Familie, Liebe macht sie und die Liebe, die wir sechs teilen sorgt nicht nur dafür, dass wir ein Klan in der Welt der übernatürlichen Welt der Vampire sind, es stellt sicher, dass wir eine Familie innerhalb der Menschen und uns selbst sind. Ich danke euch also, dass ihr mich als eure Familie akzeptiert und ich akzeptiere euch auch als meine Familie."

Nach meiner kleinen Rede umarmten mich alle meine Vampire und keiner sprach auch nur ein weiteres Wort. Ich wusste, dass wir alle auf derselben Welle waren und ab morgen würde mir nichts von dem, was Renee oder Phil sagen, das Gefühl geben, unwürdig zu sein, da ich meine wahre Familie bei mir hatte.

Ich ging danach ins Bett, Jasper hielt mich fest als ich einschlief und der Rest meiner Vampire blieb in unserem Zimmer und sah fern, las oder dachte einfach nur nach. Es war mir egal, dass sie mich alle beim schlafen beobachteten, da ich wusste, dass sie einfach in meiner Nähe sein musste, nach allem, was bei meiner Mutter vorgefallen war.

Am nächsten Morgen schlief ich lange und das war nach den ganzen Emotionen vom Abend auch gut so.

„Morgen", murmelte Jasper und gab mir einen Kuss.

„Guten Morgen", lächelte ich meinen Seelenverwandten an, bevor ich dem Rest meiner Familie einen guten Morgen wünschte.

„Wir dachten, wir könnten noch eine Stunde oder so in den Spabereich gehen, bevor wir zu deine Mutter zurückfahren", schlug Rose vor und sprach Renees Namen höhnisch aus.

„Ich denke, dass klingt wundervoll", stimmte ich zu.

Damit gingen Char, Rose und ich in den Spabereich, um uns verwöhnen zu lassen. Wir ließen die Männer im Zimmer und versprachen, bald wieder zurück zu sein.

Ich genoss die Zeit mit den Mädels enorm und unsere gemeinsame Zeit im Spa ging einfach zu schnell zu Ende. Rose und Char versprachen, dass wir das vor unserer Abfahrt noch einmal machen würden und wir würden uns auch zu Hause etwas Ähnliches suchen. Da ich mittlerweile dem Fakt nachgegeben hatte, dass meine Familie reich war und ihr Geld gerne für mich ausgab, begann ich, die Sachen, die wir gemeinsam machten, noch mehr zu genießen. Ich wusste, dass ich ihnen zurzeit nur mit meiner Liebe und Dankbarkeit zurückzahlen konnte, aber das erste Mal in meinem Leben schien es mehr als genug zu sein, während es mir davor immer so vorkam, als wäre ich für die Leute in meinem Leben nicht genug.

Zurück im Zimmer zogen wir uns alle um und machten uns fertig, um zu meiner Mutter zu fahren.

„Oh Baby", meine Mutter kam herausgerannt, als wir vorfuhren. „Es tut mir so leid, was ich gestern gesagt habe! Ich habe nicht ein Wort davon ernst gemeint! Ich liebe dich und bin jeden Tag so dankbar, dass du in meinem Leben bist."

„Ja, damit du einen Sklaven haben kannst", ich hört Roses Gemurmel kaum und Renee musste es ganz entgangen sein, denn sie starrte Rose nicht mal wütend an.

„Ich weiß, dass du es nicht so gemeint hast", versuchte ich sie zufriedenzustellen. „Sind unsere Verwandten den schon da?" Ich versuchte, das Thema zu wechseln.

„Oh, sie sollten jeden Moment kommen", schwärmte Renee. In diesem Moment fuhr eine schwarze Limousine vor das Haus. Ich war überrascht, da ich mir gedacht hatte, sie hätten nicht so viel Geld da ich sie bis jetzt nur ein einziges Mal gesehen hatte. „Sie sind hier!" Renees Augen leuchteten, da sie die Limousine als Status sah, dass unsere Verwandten Geld hatten. Als ich einen Mann mit langen, blonden Haaren aussteigen sah, übermannten mich die Erinnerungen, wie ich mit ihm gespielt habe als ich ein kleines Mädchen war. Seine Augen waren braun, ähnlich den meinen. Ich erinnerte mich daran, dass ich diesen Vergleich damals machte und er lachte nur und meinte zustimmend, dass das braun wirklich ähnlich aussah.

„Onkel", kreischte ich und stürmte zu dem Mann, der mich laut meiner Erinnerungen kurz vor meinem siebten Geburtstag besucht hatte. Ich bemerkte gar nicht, dass sich meine Vampire versteift hatten, aber ich, dass alle fünf Vampire meinen Namen ausriefen, bevor ich mich in die Arme meines Onkels warf.

„Isabella", mein Onkel lächelte mich an. „Wo bist du denn diesmal wieder hineingeraten?"