Kapitel 9

Ich war ein wenig sauer, da wir die ganzen Attraktionen, die für die Rückfahrt geplant waren, nicht sehen konnten, dachte mir aber, dass wir das ein anderes Mal nachholen konnten. Wir hatten immerhin eine Ewigkeit zusammen. Der Flug verlief ereignislos. Großvater konnte uns nicht mehr sagen, da Marcus ihm auch nicht viel gesagt hatte, also flogen wir ins Ungewisse.

Wir hatten einen der Privatjets der Volturi genommen, der angenehm geräumig war. In hinteren Bereich gab es sogar ein Zimmer mit einem Bett, vermutlich für die menschlichen Angestellten oder für Gäste, oder es gehörte einfach zur Standardeinrichtung, ich vermutete es war das letztere. Da der Flug nur etwa vier Stunden dauerte, zahlte es sich nicht aus, es zu benutzen. Schon komisch, dass wir für die Hinfahrt ganze vier Tage brauchten, und wir jetzt nur etwa vier Stunden fliegen würden.

„Enkelin", Großvater setzte sich nach der Hälfte des Flugs neben mich. „Du bist schon die ganze Zeit so ruhig, was geht in dir vor?"

„Nicht viel, ich denke nur daran, wie sich alles verändert", ich lächelte ihn traurig an.

„Isabella, ich verspreche dir, dass du alle Entscheidungen, die du willst, treffen wirst", Großvater schlang einen Arm um mich. „Als Volturi-König gebe ich dir mein Wort, dass du nie zu etwas gezwungen wirst, was du nicht willst, und als Volturi-Prinzessin hast du die gesammelte Macht der Volturi hinter dir, für alle Ewigkeit, wenn du willst. Ich vermute auch, dass dein Seelenverwandter nicht zulassen wird, dass dich jemand verletzt. Vertrau mir meine Liebe, mit dem Gott des Krieges, seinem Captain und der gesamten Macht der Volturi-Könige und Wachen wirst du die am besten beschützte Person auf diesem Planeten sein, egal ob Mensch oder Vampir."

„Danke Großvater" Ich lächelte und lehnte mich an ihn. Ich war glücklich darüber, dass mein Partner und mein Großvater sich ausgesprochen hatten. Ich freute mich schon, die Ewigkeit zu beginnen und zu wissen, dass ich eine Familie um mich hatte, die mich liebte, machte mich noch glücklicher.

Nachdem wir Jacksonville verlassen hatten, hatte unser Pilot den Flugplan so abgestimmt, damit wir in Port Angeles landen konnten. Das bedeutete, dass wir nur etwa eine Stunde Fahrtzeit hatten, anstatt der vier Stunden, die wir vom SeaTac gebraucht hätten. Sobald der Geländewagen abgeladen wurde, fuhren wir sofort zurück zu dem Haus, dass Jasper gekauft hatte. Ich wollte duschen und mich etwas für das Treffen bei den Cullens zurecht machen.

Großvater war damit einverstanden. Er würde mit Jane und Alec ein Auto mieten und direkt zu den Cullens fahren. Ich musste mich einfach überraschen lassen, was bei dem Treffen passieren würde.

„Also Süße, ich will dass du die ganze Zeit in meiner Nähe bist, sobald wir da sind", warnte mich mein Partner auf der Fahrt zu den Cullens. Ich hatte meinem Vater nicht gesagt, dass wir schon zurück waren, aber da wir eigentlich erst in drei Tagen zurückkommen wollten, hatten wir noch etwas Zeit.

„Werde ich", stimmte ich ihm zu. Ich wusste, solange ich nicht gleich unzerstörbar wie der Rest meiner Familie wäre, wäre er fordernder was meine Sicherheit anging.

„Aro, bitte", hörte ich Edward betteln, als wir ins Haus gingen. „Er hat zwei Mitglieder von Carlisles Klan fortgeschafft, außerdem hat er meine Seelenverwandte!"

Damit fing Jasper an zu knurren und bevor ich wusste was passierte, hatte er Edward schon an die Wand gedrückt und ihm einen Arm abgerissen.

„Major", fuhr ihn Großvater an. Jasper hörte für den Moment auf, zu versuchen Edward zu zerstückeln und ließ ihn los. Esme hatte geschrien, als Jasper angelaufen kam und Alice hatte gekreischt, dass er von Edward ablassen sollte. Carlisle stand einfach nur still da.

„Wir sind keine Mitglieder des Cullen-Klans und sind es auch schon seit einiger Zeit nicht mehr", erklärte Emmett, der ihm Türrahmen stand. Ich stand hinter meinem Klan, da sie mich beschützten, während Jasper mit Edward beschäftigt war.

„Meister, sie haben einen Snack mitgebracht", sagte eine Stimme, als mich jemand von hinten fasste.

„Ein Mensch?" fragte Aro. „Oh, oh, jemand war unartig." Aro schien es auf meinen Klan zu beziehen.

„Lass sie sofort los!" knurrte Großvater. Aro und Marcus waren beide verwirrt über seine Zurschaustellung, und noch mehr verwirrte sie, als Jane ihre Gabe an dem Vampir anwandte, während Alec ihn zerstückelte. Peter griff schnell nach mir und brachte mich hinter ihn und Emmett.

„Bruder", sagte Aro, während er Großvater seine Hand hinhielt.

„Sie ist meine Enkelin und die Seelenverwandte des Gottes des Krieges", zählte Großvater auf und verweigerte Aros Berührung. „Verbrennt ihn!" Großvater wandte sich zu einem anderen Mitglied der Wache, da Jane und Alec zu mir gekommen waren, um meinem Klan zu helfen, mich zu beschützen. Die Wache, die fast 7 Fuß groß war, dunkle, beinahe schwarze Haare hatte und genauso muskulös war wie Emmett, brachte die Stücke des Vampires, der mich einen Snack genannt hatte, nach draußen und ich konnte eine purpurne Wolke aufsteigen sehen. „Ich werde das nur einmal sagen, sie ist die Prinzessin der Volturi. Ihr werdet sie mit eurem Leben beschützen! Sie ist wichtiger als die Könige selbst!" Großvater drehte sich zu dem Rest der Wache. „Stellt sicher, dass es alle wissen!"

„Sie ist nicht Jaspers Seelenverwandte", Alice schäumte vor Wut. „Das bin ich! Ich habe gesehen, wie glücklich Jasper und ich zusammen sein werden! Ich habe gesehen, dass Bella verwandelt wird und dass Edward ihr Seelenverwandter ist. Ich habe das alles gesehen. Bitte Aro, tu irgendetwas!" Alice begann am Ende ihres Geschwafels zu betteln.

„Halt die Klappe Alice", mischte ich mich schließlich ein. Ihre Stimme war so quietschend. „Du kannst mich nicht sehen, das konntest du noch nie. Ich wünschte, jemand würde dich einfach verbrennen, du bist so psychotisch."

Das nächste, was ich mitbekam war, dass sich ein riesiges Mitglied der Wache, ungefähr so groß wie mein Engel und mit braunen Haaren, Alice schnappte und begann, sie zu zerstückeln.

„Aufhören, bitte!" rief Carlisle aus. Aro bedeutete der Wache, die Stücke noch nicht zu verbrennen.

„Sie ist unsere Tochter", heulte Esme. „Tut ihr nicht weh!"

„Also soll sie einfach so damit durchkommen, dass sie Bella wie einen schwachen Menschen behandelt?" verlangte Rose von ihrem Erzeuger und dessen Frau zu wissen.

„Natürlich nicht", zog sich Carlisle schnell zurück. „Wir wollen nicht, dass eines unserer Kinder verletzt wird."

„Dafür ist es schon zu spät, Daddy C", spottete Peter. „Sie haben den Mitgliedern ihres Klans dadurch geschadet, dass sie sie nicht disziplinierten, und ihnen nicht beigebracht haben, wie man Seelenverwandte Paare respektiert. Verdammt, Sie hätten ihnen beibringen müssen, wie man Vampire respektiert, die älter und stärker sind als sie selbst. Der Major hat seinen Namen verdient und sollte dementsprechend behandelt werden. So wie Fuckward-„

„Ich muss doch sehr bitten!", Esme unterbrach Peter. Mich beunruhigte es, dass sie versuchte, jeden zu bemuttern, auch wenn es derjenige nicht ausstehen konnte.

„Sie sind weder meine Mutter noch meine Seelenverwandte noch irgendjemand, den ich respektieren müsste, also spreche ich wie auch immer ich will", fuhr Peter sie an. „Also wie gesagt, da Fuckward Majors Seelenverwandte beansprucht, hat er ihn herausgefordert. Er hat genau das verdient, was der Major ihm antut."

„Nun, im Moment wird niemand verbrannt", rief Aro. Seine kindliche Stimme hatte die Heiterkeit von vorhin verloren und war jetzt sehr ernst. „Ich denke, es gibt mehr zu besprechen, als mir ursprünglich am Telefon erzählt wurde."

„Ja Bruder. Die Verbindungen der anwesenden Vampire, die ich sehe, erzählen eine ganz andere Geschichte", erklärte ein anderer Mann, vermutlich Marcus, da er den selben Umhang wie Großvater und Aro trug.

„Jasper", rief ich. Ich wollte meinen Partner an meiner Seite haben bis sich alles auflösen würde. Jasper riss auch noch Edwards anderen Arm aus und gab sie Peter, gleich wie damals am Feld, als sie das erste Mal nach Forks kamen. Ohne seine Arme war es zumindest schwieriger für Edward, an mich heranzukommen, und dadurch fühlte ich mich besser.

Ich sah zu, wie Aro durch den Raum ging und jeden Vampir berührte. Er begann mit Carlisle, dann Esme, Edward und zum Schluss Alice.

„Was macht er, Großvater?"

„Aro kann mit nur einer Berührung alle Gedanken sehen, die diese Person jemals gedacht hat", erklärte Großvater. „Es ist egal wie flüchtig ein Gedanke ist, solange er auch nur für eine Millisekunde im Gedächtnis der Person ist, kann Aro ihn sehen."

Während Großvater es mir erklärte, hatte sich Aro zu meinem Klan bewegt und berührte jetzt jeden davon. Als er vor mir stehen blieb, berührte er mich nicht, sondern wartete darauf, dass ich ihn berührte, vermutlich aus Achtung vor meinem Großvater und meinem Seelenverwandten. Ich fühlte, dass mir Jasper eine Welle der Ermutigung schickte, also wusste ich, dass es für ihn in Ordnung war. Schlussendlich streckte ich meine Hand nach Aro aus und er nahm sie zwischen seine Hände. Als er anfing zu lachen, wunderte ich mich, was er wohl gesehen hatte.

„Nichts", murmelte er. „Brüder, da ist gar nichts! Ich kann keinen einzigen ihrer Gedanken sehen. Ich wusste ja, dass Edward nicht in der Lage war, ihre Gedanken zu lesen, aber viele Personen sind in der Lage, oberflächliche Gedanken zu verstecken, und das ist alles, was er lesen kann, aber dass ich keinen einzigen Gedanken hören kann ist wirklich erstaunlich. Ich schätze, unsere liebe Isabella wird ein Schild sein, wenn sie erstmal verwandelt wurde."

„Nun, ich denke es gibt eine Menge durchzusehen", sagte Aro, nachdem er Großvaters und Marcus Gedanken gelesen hat. Danach bedeutete er Marcus, anzufangen, vermutlich wegen der Informationen, die er durch seine Gabe hatte.

„Bella ist die wahre Seelenverwandte von Major Whitlock", begann Marcus, was ein knurren von Edward und Alice nach sich zog, während ich nur meine Augen verdrehte. Das wusste ich bereits. „Sie hat auch einzigartige Verbindungen zu jeden Mitgliedern ihres Klans aufgebaut. Die Grundlage jeder dieser Verbindungen ist die der sekundären Klanführerin, was normal ist, da sie die Partnerin des Klanführers ist, aber jedes Band hat noch eine zweite Schicht, die es möglich macht, dass diese Bänder nur durch den Tot eines Mitglieds zerstört werden können. Diese Schicht auf dem Band zwischen Rosalie und Bella ist die von Mutter und Tochter. Rosalie sieht Bella als ihre Tochter, währen Bella Rosalie als ihre Mutter annimmt. Bella und Charlotte teilen eine tiefe Schwesternverbindung. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, dass sie dieselben Eltern hätten. Emmett und Peter haben beide eine brüderliche Verbindung zu Bella. Emmetts Band zeigt, dass eine Blutsverwandtschaft zwischen ihnen besteht, während Peters Band so aussieht, als wären die beiden im selben Haushalt aufgewachsen. Während alle Mitglieder des Klans Major Whitlock als ihren Anführer ansehen, werden sie durch die Verbindung zu Bella immer zusammenbleiben."

„Wird das die Verbindungen zwischen Jasper und den anderen verändern?" fragte ich. Ich war mir sicher, dass Jasper Rose nicht als Schwiegermutter sehen wollte.

„Sie werden sich nicht verändern, aber durch die Verbindungen zu dir werden sie zusätzlich gestärkt", Marcus lächelte. „Das Band zwischen dir und Caius ist das zwischen Großvater und Enkelin, wie er es vorhin gesagt hatte. Ich kann auch ein mütterliches Band zwischen dir und Jane und Alec erkennen, sie sehen dich als Mutterfigur an."

„Wird das eine Großelternbeziehung zwischen ihnen und mir erzwingen?" unterbrach Rose.

„Nein, Bellas Verbindungen werden keine Verbindungen zwischen anderen Vampiren erzwingen", Marcus kicherte. „Ich kann bereits sehen, wie sich geschwisterliche Verbindungen zwischen Bella und einigen der Mitglieder der Volturi-Wache bilden. Nicht annähernd so stark wie die zu Peter, Emmett und Char, aber das könnte sich in der Zukunft auch noch ändern. Die Verbindung zu mir ist die zu einem Onkel, während zu Aro eine freundschaftliche Verbindung entsteht. Außer den Verbindungen zu Caius, Jane und Alec, können sich die anderen Verbindungen zu den Volturi verändern. Sie können wachsen und zu einer stärkeren Verbindung werden, oder sie verwelken und sterben irgendwann ab."

„Wie kann man es verhindern, dass sie absterben?" fragte die Wache, die Alice zerstückelt hatte. Einige andere Mitglieder der Wache nickten zustimmen, dass mussten die Mitglieder sein, zu denen sich die Geschwisterbeziehungen aufbauten.

„Zeit", Marcus Antwort war sehr simpel. „Je mehr Zeit ihr zusammen verbringt, desto solider werden die Verbindungen werden. Mit genügend Zeit könnten manche sogar so stark werden wie die Verbindungen zu den Mitgliedern ihres Klans."

„Was ist mit Fuckward, PPB, Daddy C und Esme?" Peter spuckte ihre Namen spöttisch aus.

„Ich sehe keine Verbindung", beschrieb Marcus. „Ich kann auch kein Band sehen, dass vielleicht davor einmal da war. Es ist so als ob sie Fremde wären, die sich das erste Mal sehen. Sie hat absolut keine Beziehung zu ihnen und offensichtlich hat sie auch kein Verlangen danach, eine aufzubauen."

„Wie ist das möglich?", jammerte Edward. „Ich weiß, dass sie meine Seelenverwandte ist! Ich fühle es!"

„Marcus, siehst du irgendwelche Beziehungen zwischen mir und den Vieren?" wollte mein Engel wissen. Er liebkoste immer noch meinen Nacken, um mich zu beruhigen.

„Ich sehe ein zerbrochenes Band zwischen dir und Carlisle und Esme" Marcus schien darüber traurig zu sein. „Und da ist nichts zwischen dir und Edward oder Alice, wie bei Bella."

„Da wir das jetzt wissen, stimme ich zu, dass Bella nichts passieren darf", meinte Aro. „Durch die verschiedenen Beziehungen, die sie zu den ganzen Vampiren hat bin ich mir sicher, dass sie in der Zukunft verwandelt werden wird."

„Ja, das wird sie", bestätigte mein Engel.

„Wir werden Edward und Alice mit nach Volterra nehmen", fuhr Aro fort. „Sie werden einige Zeit dort verbringen, um etwas über die Grundlagen des Vampirseins zu lernen. Carlisle, Esme, ihr seid beide mehr als willkommen mit uns zu kommen. Eine kleine Auffrischung wird allen gut tun."

„Wie lange wird ihre Anwesenheit dort nötig sein?", fragte Carlisle.

„Ich würde sagen hundert Jahre, aber vielleicht müssen sie auch länger bleiben" Aros kindliches Lächeln war wieder zurück.

„Felix, Santiago, bitte sammelt Edward und Alice ein und bereitet sie für den Transport vor", sagte Großvater. „Wie lautet deine Entscheidung, Carlisle?"

„Wir werden eure Einladung gerne annehmen", akzeptierte Carlisle. Ich konnte ein prusten nicht zurückhalten. Ich wusste, dass war keine richtige Einladung, vielmehr war es ein versteckter Befehl.

„Werdet ihr mit uns nach Volterra kommen?" fragte die Wache, die Alice zerstückelt hatte, als alle sich für die Abreise vorbereiteten.

„Ich bin mir sicher, wir werden bald zu Besuch kommen", lächelte ich. „Ich bin übrigens Bella."

„Ich bin Demetri, Prinzessin" Dabei verbeugte er sich auch leicht.

„Bist du bereit zu gehen Prinzessin?", fragte Peter, der gleich neben mir stand. „Wir sollten nach Hause, damit du dich nach all dem ausruhen kannst."

„Ja" Ich lächelte meinen großen Bruder an. „Demetri, ich bin mir sicher wir werden in Kontakt bleiben. Großvater hat meine Nummer, jeder der will, kann mir schreiben oder mich anrufen."

„Danke Prinzessin" Demetri sah so aus, als wollte er mich umarmen, schien sich aber nicht sicher zu sein, ob es erlaubt war, also umarmte ich ihn.

„Schwesterherz", Emmett kam jetzt auch zu uns.

„Emmy", Ich begann das Gefühl zu bekommen, dass Peter und Emmett eifersüchtig auf Demetri waren. Vermutlich würde es noch interessant werden, wenn meine Beziehungen zu den Volturi stärker wurden.

„Enkelin, ich freue mich schon auf euren Besuch", verabschiedete sich Großvater.

Ich verabschiedete mich schnell von Aro, Marcus und dem Rest der Wache.

„Ich bin mir sicher, die Könige würden es erlauben, dass wir hier bleiben, wenn du uns brauchst", flüsterte mir Jane ins Ohr.

„Danke, aber ihr solltet erstmal zurück fliegen" Ich umarmte sie so fest, wie es meine menschlichen Arme zuließen. „Ich verspreche dir, wir bleiben in Kontakt und sobald ich mit der Schule fertig bin, bringe ich Jasper schon dazu, mich nach Italien zu bringen."

„Nun, wenn du uns brauchst, machen wir uns sofort auf den Weg", meinte Alec.

Ich musste gestehen, ich hätte gerne mehr Zeit mit der Wache der Volturi verbracht und sie besser kennenzulernen. Es war schwer, sich bei allen zu verabschieden, aber ich wusste, ich würde sie bald wieder sehen.

Bevor ich es wusste, hatte auch schon das letzte Semester angefangen, es war etwa eine Woche nachdem alle abgereist waren. Die Schule wurde angerufen und Alice und Edward wurden wegen einem Notfall in der Familie von der Schule abgemeldet und die Schule wurde gebeten, die Zeugnisse zu einer Adresse in New York nachzuschicken.

Da weder meine Mutter noch mein Vater wussten, dass wir früher nach Hause gekommen waren, versteckten wir uns ein paar Tage und riefen dann Charlie an um ihm zu sagen, dass wir sicher nach Hause gekommen waren. Danach musste ich wieder bei meinem Dad schlafen. Ich würde es sehr vermissen, meine Vampire immer um mich zu haben, ich hatte mich daran gewöhnt, dass mein Partner mich in der Nacht hielt, während meine anderen Vampire meistens mit uns im Haus waren.

Nur eine Stunde, nachdem alle abgereist waren, begann ich viele SMS zu erhalten. Gott sei Dank identifizierten sich die Vampire, bevor sie begannen, eine Menge Fragen zu stellen oder mir ihre Geschichten zu erzählen.

Jede Nacht, bevor ich schlafen ging, schickte ich eine Massen-SMS aus, und wünschte ihnen eine gute Nacht. Durch die Zeitverschiebung und vor allem weil meine Vampire nicht schlafen mussten, wusste ich, dass ich sie über meine Schlafgewohnheiten auf dem Laufenden halten müsste.

Ich dachte nicht daran, ihnen mitzuteilen, dass ich zur Schule musste und war schockiert darüber, wie viele SMS, verpasste Anrufe und Sprachnachrichten ich zu Mittag auf meinem Handy hatte. Ich las ein paar SMS, bevor ich eine Massen-SMS abschickte, um sie zu informieren, dass ich in Ordnung war und ich in der Schule nicht so oft auf mein Handy schauen konnte.

„Hallo", antwortete ich vorsichtig. Mein Handy hatte nur 30 Sekunden nachdem ich die SMS abgeschickt hatte, geklingelt.

„Bella", hörte ich mindestens fünf Stimmen rufen. Danach fingen alle gleichzeitig an zu reden, und ich konnte nicht ein Wort davon verstehen.

„Es tut mir leid", sagte ich, sobald alle fertig waren. „Ich wollt euch nicht beunruhigen."

„Ich war kurz davor, den Jet fertig zu machen", schimpfte Jane mit mir.

„Warum habt ihr nicht versucht, Jasper anzurufen?"

Das schien alle zu verblüffen.

„Hey, es ist doch OK", versuchte ich sie zu beteuern. „Ich bin von Montag bis Freitag in der Schule. Die erste Glocke klingelt um 8 Uhr und der Schultag endet um 15 Uhr. Ich werde versuchen, daran zu denken, euch vor und nach der Schule eine SMS zu schicken, so wie ich es vor dem Schlafengehen mache."

„Danke Prinzessin", antworte Demetri für alle.

„Ich muss jetzt gehen, da meine Mittagspause zu Ende ist, aber ich schreibe euch, wenn die Schule heute zu Ende ist."

Nachdem alle sich verabschiedet hatten legte ich gleich auf und machte mich auf den Weg zurück zur Kantine. Heute war einer der seltenen sonnigen Tage, also musste Char heute zu Hause bleiben. Sie rief an und sagte dass sie krank wäre und sich hoffentlich morgen wieder besser fühlen würde.

Der restliche Tag verging schnell. Emmett wartete heute draußen auf mich und brachte mich zu Jaspers Haus, wo ich meine Hausaufgaben machte und dann mit meinen Vampiren entspannte, bevor ich wieder zu Charlie musste.

„Hey Bells" Mein Vater saß in der Küche, als ich nach Hause kam.

„Hey Dad", lächelte ich. Ich wollte nach oben gehen, aber mein Dad hielt mich auf.

„Wir müssen reden, Bells", begann mein Dad. „Du verbringst gerade deine ganze Freizeit mit Jasper und seiner Familie."

„Jaaa" Ich war mir nicht sicher, in welche Richtung dieses Gespräch gehen würde.

„Was ist mit deinen anderen Freunden?"

„Welchen?" fragte ich. „Ich hänge ab und zu mit ein paar Mitschülern ab, aber es sprang einfach kein Funke über."

„Was ist mit Jake?"

„Jacob Black?" musste ich klarstellen. „Ich habe mit ihm gespielt als wir Kinder waren und ich habe ihn ein paar Mal gesehen, seitdem ich wieder hier bin, aber er ist auch ein paar Jahre jünger als ich."

„Nun, du könntest ihn trotzdem besuchen gehen", sagte mein Dad. „Er hat nach dir gefragt. Ich denke es wäre besser, als wenn du so viel Zeit mit Jasper verbringst." Wie er Jaspers Name aussprach war etwas seltsam. Es schien so, als ob er schon angeekelt war, nur den Namen auszusprechen. Wenn ich so darüber nachdachte, hatte er seinen Namen schon vom Beginn unseres Gesprächs an so ausgesprochen.

„Dad, Jasper und ich gehen miteinander aus", stellte ich klar. „Ich genieße es, Zeit mit ihm und seinen Geschwistern zu verbringen."

„Ich möchte auch mehr über diese Cousine von dir, Char, erfahren", sagte mein Vater plötzlich. „Ich habe gerade mit deiner Mutter telefoniert und sie sagte, dass sie keine Nichte oder Cousine namens Charlotte hat."

„Warum hast du mit Mom geredet?" ich wusste, er verheimlichte mir etwas.

„Sie hat angerufen um uns mitzuteilen, dass dein Zimmer in Phoenix durchwühlt wurde", gab er nach. Nachdem ich nichts darauf erwiderte, fuhr er fort „Deine Mutter sagte, sie wollte alles packen, da das Haus endlich verkauft worden war und als sie dorthin kam, war dein Zimmer zerstört. Aber am interessantes war, dass sie eine Notiz gefunden hatte, die zwischen Bett und Wand gerutscht war. Sie sagte, dass sie in deiner Handschrift an einen Major adressiert war. Deine Mutter hat sie gelesen, ich will wissen, warum du eine Notiz in deinem Zimmer gelassen hast, in der du jemandem mitteilst, dass du hierher ziehen wirst. Wusstest du, dass jemand ins Haus einbrechen würde, nachdem du abgereist bist?"

Ich wusste nicht, wie ich auf seine Fragen antworten sollte. Ich wusste, dass Peter mein Zimmer verwüstet hatte, aber ich konnte einfach nicht glauben, dass die Notiz an der einzigen Stelle herunter gerutscht ist, an der er nicht gesucht hatte. Als ich nicht antwortete oder überhaupt irgendetwas sagte, führte Dad mich einfach raus zu seinem Polizeiauto. Meine Gedanken drehten sich im Kreis, also achtete ich nicht darauf, wohin wir fuhren.

„Warum sind wir bei den Blacks?" fragte ich, nachdem er mir die Tür geöffnet hatte.

„Ich habe dir doch gesagt, dass Jake nach dir gefragt hat", sagte mein Dad. „Suchst du das?" er hielt mein Handy in der Hand, als ich neben mich griff bevor ich ausstieg. Irgendetwas stimmte hier nicht und ich wollte Jasper wirklich eine SMS schreiben.

„Bells", ich sah jemanden auf mich zukommen, vermutlich Jake. Er war riesig. Nur ein paar Monate davor war er ein dürres kleines Kind und jetzt war er fast sechs Fuß groß und muskulös. Wenn ich nicht komplett verliebt und vernarrt in meinen Seelenverwandten wäre, wäre es in Ordnung, Jake etwas besser kennenzulernen. „Komm rein und lern alle kennen!"

Ich folgte ihm ins Haus und sah seinen Vater in der Tür zwischen Küche und Wohnzimmer. Im Wohnzimmer waren acht andere Männer, alle waren groß und muskulös, mit Ausnahme von dreien. Da saß auch eine Frau, die bezaubernd aussah. Das seltsame daran war, dass ich eine Anziehung zu zwei Jungs fühlte, sie schienen die jüngsten der Gruppe zu sein.

Alles, was ich denken konnte war: Verdammt!