Kapitel 10
Nachdem ich einfach nur da stand und alle in Jakes Wohnzimmer anstarrte, begann er sie vorzustellen. Ihre Namen waren Sam, Jared, Paul, Embry, Quil, Leah, Seth, Brady und Colin und jeder nickte mir zu, als er vorgestellt wurde. Brady und Colin waren diejenigen, zu denen ich diese komische Verbindung spürte, die der glich, die ich zu Jane und Alec spürte.
„Bella, du solltest dich besser setzen", meinte Billy, als er zum Platz neben mir rollte. Billy war durch sein Diabetes an den Rollstuhl gefesselt.
„Was geht hier vor?" schaffte ich es zu fragen, setzte mich jedoch nicht hin.
„Naja, du kannst es als eine Art Intervention sehen", sagte mein Dad hinter mir. Er blockierte den Ausgang und soweit ich das erkennen konnte, waren auch alle anderen so positioniert, damit ich nicht fliehen konnte. Ich fühlte mich eingesperrt und langsam bekam ich wirklich Angst. Ich konnte nicht anders, als mir zu wünschen, dass mein Seelenverwandter und unser Klan hier bei mir wären.
„Intervention wofür?" verlangte ich zu wissen. „Ich nehme keine Drogen, rauche nicht, trinke nicht. Ich habe exzellente Noten. Wofür sollte ich eine Intervention brauchen?"
„Bella, es geht eher um die Leute, mit denen du dich triffst", sagte derjenige, der als Sam vorgestellt wurde. Er versteckte die Abneigung, als er `Leute´ sagte, aber ich konnte sie trotzdem heraushören. „Dein Dad hat uns gebeten, dir einige Dinge zu erklären."
„Was für Dinge?"
„Dein Freund ist kein Mensch", brachte das einzige Mädchen, Leah, es auf den Punkt. Das war zugegebenermaßen nicht das, was ich von ihnen erwartet hatte.
„Wie bitte?" Ich wusste nicht, ob es nur der Schock darüber war, dass es jemand so einfach aussprach, oder ob ich unterbewusst versuchte, das Geheimnis zu bewahren, aber das war alles, was ich in diesem Moment herausbrachte.
„Zuerst sollten wir dir erklären, dass all unsere Legenden wirklich wahr sind", erklärte nun wieder Sam.
„Du meinst die über die Wölfe und die kalten Wesen?"
„Yep", nickte Quil. Er schien aufgeregt deswegen zu sein.
„Ja" Sam sah Quil böse an, bevor er fortfuhr. „Wir alle", er zeigte auf alle, die Jake davor vorgestellt hatte „verwandeln uns in Wölfe. Unsere Hauptaufgabe ist es, die kalten Wesen zu zerstören, die durch unser Land kommen."
„Außer die Cullens", warf Embry ein.
„Ja, außer die Cullens", stimmte Sam zu. „Dein Freund ist ein kaltes Wesen-"
„Auch Vampir genannt, aber ich bevorzuge Blutsauger", unterbrach Paul Sam.
„Paul", knurrte Sam. Dieses Geräusch machte mir klar, dass sie das alles ernst meinten. Kein Mensch wäre in der Lage, so zu knurren. Jetzt hatte ich Angst und alles was ich jetzt noch wollte war, dass mein Partner hier bei mir wäre. Ich versuchte jedoch, meine Angst nicht zu offen zu zeigen. „Rosalie und Jasper Hale und Emmett Cullen sind durch das Abkommen geschützt, da sie Teil des Cullen Klans sind. Die zwei Vampire, die zur Zeit bei Jasper leben sind auch beschützt, da sie Freunde des Cullen Klans sind, aber sobald sie die Regeln brechen, werden wir sie ausschalten."
Ich stand ruhig da und hörte zu, was sie mir zu sagen hatten. Mein Dad schien von all dem nicht beunruhigt zu sein, vermutlich wusste er es schon, bevor wir herkamen, aber ich fragte mich, wie lange er es schon wusste. Irgendetwas sagte mir, dass das etwas Neues für ihn war.
„Sam, ich vermute du bist der Alpha des Rudels", es war eigentlich keine Frage, aber ich wartete dennoch darauf, dass er es bestätigte. „Ich schätze es, dass ihr euch um meine Sicherheit kümmern wollt, aber ich weiß genau, worauf ich mich einlasse. Ich wusste es schon etwa einen Monat nachdem ich Edward Cullen kennengelernt habe. Bevor ich jetzt gehe, bekommt ihr noch ein paar freie Informationen-„
„Bells, du wirst dieses Haus nicht verlassen", sagte mein Vater. Nachdem ich ihn einfach nur anstarrte, fuhr er fort. „Bis die Cullens weg sind, wirst du das Reservat nicht verlassen. Billy und Sam haben mir erklärt, dass das Abkommen sie davon abhält, ihr Land zu betreten."
„Nun, dein Argument hat ein paar Fehler", konterte ich. „Und ich garantiere euch, ich werde heute noch von hier abhauen. Wenn ihr mich jetzt sofort gehen lasst, können wir einfach so tun, als wäre nichts gewesen, aber wenn nicht, dann werden mein Seelenverwandter und unser Klan nach mir suchen und Köpfe werden rollen."
„Hast du nicht zugehört? Sie können nicht auf unser Land ohne das Abkommen zu brechen!" fuhr mich Leah an. Ich sah mich im Raum um und die einzigen, die noch nichts gesagt hatten, waren Seth, Colin und Brady. Colin und Brady sahen besorgt aus und ich fühlte mich, als ob ich sie beruhigen müsste, aber ich lies es erstmal bleiben, da ich nicht wusste, was diese Verbindung bedeutete.
„Bevor ich erkläre, warum ihr alle falsch liegt, woher weißt du das Alles?" Ich richtete diese Frage direkt an meinen Dad.
„Das war meine Schuld", sagte Jake, während er mich verlegen anlächelte. „Dein Dad war hier, um sich das Spiel anzusehen, als Paul und ich zu streiten begannen. Da wir beide sehr verärgert waren, haben wir uns direkt vor der Tür verwandelt. Dein Dad hat alles gesehen."
„Huh, also habt ihr ihm einfach alles erzählt?"
„Nun, wir mussten es ihm ja irgendwie erklären, die Wahrheit schien die beste Lösung zu sein" Diesmal antwortete Billy „Außerdem ist er schon so lange ein Freund des Stammes. Wir wussten, er wäre dazu in der Lage, das Geheimnis zu bewahren. Das einzige, dass er im Gegenzug verlangte war, dass wir ihm helfen, dich zu beschützen."
„Ich war komplett sicher, bevor du mich hierher geschleppt hast", konterte ich. „Mein Seelenverwandter und unser Klan sind durch die Verbindungen zwischen uns physisch gar nicht in der Lage, mich zu verletzen. Sogar wenn sie komplett ausgehungert wären und ich die einzige Blutquelle wäre, würden sie mein Blut nicht trinken!"
„Wie kannst du dir da so sicher sein?" wollte Seth wissen. Die restlichen Wölfe sahen aus, als ob sie mir nicht glauben würden.
„Ich weiß es einfach", war meine einfache Antwort. „Zurück dazu, warum ihr alle falsch liegt. Zuerst mal, alle Cullens sind weg" Ich grinste, als ich die verwirrten Blicke sah. „Die, die noch da sind, sind Teil des Whitlock Klans und ihr habt kein Abkommen mit ihnen. Sie haben das Abkommen nur deshalb respektiert, weil sie keine Probleme verursachen wollten, aber wenn ihr mich hier weiterhin festhalten werdet, wird nicht nur mein Klan kommen, um mich zu befreien, auch der Volturi Klan wird ihnen zur Hilfe kommen."
„Wer sind die Volturi?" Wollte Jake wissen.
„Sie sind der Klan, der die Vampire regiert", ich lächelte „Und ich bin ihre Prinzessin. Ich bin eine direkte Nachfahrin von einem der Könige. Nicht zu vergessen, dass ich mit einigen von ihnen geschwisterliche Beziehungen aufgebaut habe, wenn sie nicht jede Stunde von mir hören, werden sie panisch!" Ich konnte nicht anders, als daran zu denken, was heute in der Schule war.
„Und wieviel sind in diesem Klan?" fragte Sam. Vermutlich versuchte er zu planen, wie er alle ausschalten könnte.
„Mehr als die Anzahl der Wölfe in deinem Rudel", ich hatte mich endlich hingesetzt. Da ich schon etwa eine Stunde hier war und mich bei keinem meiner Vampire gemeldet hatte, wusste ich, dass mein Seelenverwandter mich bald aufspüren würde.
Danach ließ ich die anderen einfach auf mich einreden. Sie versuchten immer noch, mir einzureden, dass ich mich nicht mehr mit meinen Vampiren treffen sollte. Ich gab darauf keine Antworten mehr, sondern beobachtete sie nur noch. Ich wusste wann mein Seelenverwandter und unser Klan in der Nähe waren, da die Wölfe plötzlich angespannt waren. Was mich am meisten überraschte war, dass Brady und Colin sich zu mir kuschelten, so als könnte ich sie beschützen.
„Brady, Colin, kommt her", bellte Sam, nachdem alle nach draußen gegangen waren. Sie schüttelten einfach ihre Köpfe und kuschelten sich noch näher an mich ran.
„Jetzt!" Er hatte etwas in seiner Stimme, es schien so als würden die Jungs gegen seinen Befehl ankämpfen.
„Sam, lass sie in Ruhe!" Ich war total sauer und ich wusste, es hatte etwas mit der Beziehung zu den beiden zu tun. „Es ist mir vollkommen egal, dass du der Alpha bist, du wirst meine Jungs nicht herumkommandieren! Du hast gerade zwei deiner Wölfe verloren, ich werde sie mitnehmen, wenn mein Partner herkommt."
Sam schien schockiert zu sein, als die Jungs sich neben mir entspannten, aber er lief schnell aus dem Haus, als mein Seelenverwandter vor Ärger schrie.
„Keine Angst Jungs", beruhigte ich sie. „Wir werden bald gehen. Ihr seid sicher bei mir, versprochen."
Sie nickten und folgten mir auf dem Weg nach draußen. Ich ging zu meinem Dad und hielt meine Hand hin, um mein Handy zurückzufordern.
„Ich werde meine Sachen packen, aber ich werde nicht länger in deinem Haus leben, Charlie" Ich drehte mich um, um zu gehen, stoppte aber bei seinen nächsten Worten.
„"Du bist meine Tochter und du bist immer noch in der High School, du kannst nicht einfach ausziehen!"
„Ich bin 18. Ich kann und ich werde!" Damit ging ich nach draußen. Dort standen acht gigantische Wölfe, die zwischen dem Haus und meinem Klan standen. All die übernatürlichen Kreaturen knurrten. Ich wusste, dass mein Klan die Wölfe ohne Probleme fertig machen konnte, aber ich wollte wirklich nicht, dass es zu einem Kampf kam. Nur weil ich wusste, dass mein Klan gewinnen würde, hieß ja nicht, dass sie nicht verletzt werden könnten. Ich wusste, wenn ich zu meinem Klan durchdringen konnte, könnten wir einfach gehen, aber ich wusste nicht, wie ich zu ihnen kommen konnte.
Als ich mir überlegte, wie ich das schaffen würde, verwandelte sich Colin neben mir.
„Steig auf", sagte Brady, während er mich zu Colin führte. Nachdem ich auf Colins Rücken war, verwandelte sich auch Brady und sie liefen los. Sie umrundeten die anderen Wölfe und versuchten, so weit wie möglich von ihnen wegzukommen, aber einer der anderen Wölfe verfolgte uns.
Der kleinste Wolf drehte sich um und verfolgte uns ebenfalls. Ich lag so nahe wie möglich an Colins Körper, damit wir so aerodynamisch wie möglich waren. Ich konnte den kleinen grauen Wolf aufholen und als ich sein Knurren direkt hinter uns hörte, konnte ich spüren, wie sich etwas um mich und meine zwei Wölfe herum ausdehnte. Als ich zurückschaute, sah ich wie Rose den kleinen Wolf auf den Boden drückte. Rose hatte sie am Nacken, so konnte der Wolf nicht wegkommen. Ich schickte Jasper meine ganze Liebe und mein Vertrauen und hoffte, dass keiner meiner Vampire meine Jungs angreifen würde.
„Brady, Colin, kommt sofort zurück!" Sam hatte sich zurückverwandelt und hatte wieder diesen komischen Ton in seiner Stimme. „Könnt ihr nicht sehen, was sie mit Leah machen?"
„Ich habe es dir bereits gesagt: Sie kommen mit mir", ich starrte Sam an. Brady und Colin waren jetzt hinter meinem Klan und ich sah, dass mein Klan mir komische Blicke zuwarf, aber ich wusste, sie würden hinter mir stehen. „Wenn ihr jetzt verschwindet und uns gehen lasst, wird Rose diesen mickrigen Wolf vermutlich nicht töten."
„Ich werde es nicht zulassen, dass du zwei meiner Wölfe mit in die Höhle der Vampire nimmst", fuhr mich Sam an.
„Nun, das ist zu blöd", knurrte mein Engel. „Meine Seelenverwandte sagt, dass sie mit uns nach Hause kommen, also wird genau das passieren!"
Jasper schickte vermutlich eine Wolke aus Angst zu den Wölfen, denn die restlichen Wölfe verwandelten sich auch zurück und lagen jetzt nackt und zitternd am Boden.
„Folgt unserem Geruchspfad", befahl mein Partner meinen Wölfen. Sie begannen sofort zu laufen. Ich bemerkte, dass Char und Rose uns flankierten und war davon überzeugt, dass die anderen uns folgen würden, sobald sie sicher waren, dass die Wölfe uns in Ruhe lassen würden. Ich hatte bemerkt, dass Leah, nachdem Rose sie losgelassen hatte, zu Boden geplumpst war und wunderte mich, ob Rose sie tatsächlich umgebracht hatte.
Als wir das Haus erreichten, verwandelte sich zuerst Brady zurück und half mir von Colins Rücken, bevor auch Colin sich zurückverwandelte. Die Jungs brachten mich zur Tür, bevor sie ihre Reservekleidung anzogen. Rose und Char standen direkt vor dem Haus und warteten dort, um uns zu beschützen.
„Süße, bist du in Ordnung?" Mein Engel fing an, mich komplett durchzuchecken, als er auf mich zukam.
„Mir geht's gut", seufzte ich, bevor ich begann, ihnen zu erzählen, was passierte, nachdem Emmett mich bei Charlie abgesetzt hatte.
„Also hast du jetzt zwei Hunde?" kicherte Emmett, als ich die Verbindung zu ihnen erklärte.
„Emmett McCarty Whitlock", knurrte ich ihn warnend an, während Rose ihn auf den Hinterkopf schlug. Ich lächelte Rose dankbar an.
„Zumindest stinken sie nicht so wie die anderen", grummelte Peter.
„Jane du Alec werden das lieben", Char schüttelte den Kopf als wir hineingingen.
„So, das wichtigste zuerst, Colin, Brady, wer sind eure Eltern?" fragte ich die beiden Jungs, die ich schnell als meine Söhne akzeptiert hatte.
„Sie haben uns enterbt und rausgeworfen, als wir uns das erste Mal verwandelt haben", erklärte Brady. Ich konnte sehen, wie schwer es ihm fiel, seine Gefühle zu verstecken.
„Wir sind bei den anderen der Rudels untergekommen, aber keiner konnte uns für längere Zeit aufnehmen", seufzte Colin.
„Wir sind mehr oder weniger von Couch zu Couch gesurft", fuhr Brady fort. „Wir haben jede Nacht bei einer anderen Person geschlafen. Es gab auch eine Nacht, in der wir verwandelt bleiben mussten und im Wald schliefen."
„Ich nehme an ihr seid Brüder?" fragte ich. Ich konnte meinen Ärger über das Rudel kaum verbergen. Ich wollte nichts mehr, als ins Reservat zu gehen und das gesamte Rudel zu vernichten, nachdem ich gehört hatte, wie meine Jungs behandelt wurden.
„Ja, wir sind Zwillinge", bestätigte Colin.
„Ruf Großvater an und bitte ihn, einen Jet zu schicken" Ich drehte mich zu meinem Seelenverwandten um „Wir fliegen nach Italien."
„Was ist mit der Schule?", fragte Rose.
„Ich beende sie online."
„Was ist mit uns?" fragte Brady. Es klang fast so, als würde er erwarten, dass sie zurück ins Reservat müssten.
„Ich kommt mit uns mit", nickte ich. „Wir kaufen euch ein paar neue Sachen, sobald wir da sind."
„Ist das da, wo der andere Klan, den du erwähnt hast lebt?" fragte Colin.
„Ja, genau", bestätigte ich. Als ich den verängstigten Blick auf ihren Gesichtern sah, beruhigte ich sie. „Keine der Vampire dort werden euch etwas tun oder sie kriegen es mit mir zu tun."
„Süße, dein Großvater hat eine Vendetta gegen alle Wölfe", meinte Jasper.
„Nun, dann sollte ich ihn vermutlich besser anrufen", grinste ich.
„Keine Angst, ich stehe immer hinter die, egal wohin wir gehen", sagte er. „Char, zeig den Jungs bitte ihre Zimmer."
„Können wir uns eins teilen?" fragte Brady.
„Wenn ihr das wollt", antwortete Rose. Ich konnte spüren, wie ihre mütterlichen Instinkte bei den zweien einsetzte.
Nachdem Rose und Char den Jungs das Zimmer zeigten, in dem sie schlafen konnten, bis wir fliegen würden, setzte ich mich auf den Schoß meines Seelenverwandten während ich meinen Großvater anrief.
Ich erklärte ihm schnell die Situation und er war sehr verärgert als ich erwähnte, wie die Wölfe mich von meiner Familie fernhalten wollten. Er war schockiert, als ich ihm erklärte, dass wir zwei Wölfe mitnehmen würden und dass sie meine Söhne waren. Im Hintergrund konnte ich zwei Schmerzschreie hören. Ich war mir sicher, dass es Jane und Alec waren und ich wusste, ich würde mit ihnen reden müssen um sie zu beruhigen und ihnen zu erklären, dass sie nicht ersetzt worden waren. Nach ein paar Minuten stimmte mein Großvater zu, die beiden Wölfe nicht zu verletzen. Der Jet wäre morgen Abend hier, damit wir am Morgen danach fliegen könnten.
Mein Telefonat mit Jane und Alec verlief nicht, wie ich es erhofft hatte. Sie waren verärgert und aufgelöst. Ich tat mein Bestes, um sie zu beruhigen, aber über das Telefon funktionierte das nicht. Schlussendlich musste ich mir eingestehen, dass ich nichts machen konnte, bis ich nicht dort war.
In dieser Nacht kuschelte ich mich im Bett an meinen Engel. Er hielt mich schon seit wir wieder zu Hause waren in seinen Armen. Char und Peter waren zu Charlie gegangen, um meine Sachen zu packen. Sie wussten was ich wollte und was nicht, während Rose und Emmett ums Haus patrouillierten, um sicherzugehen, dass keine Wölfe versuchten, meine Jungs oder mich zu holen.
Als ich Peter erzählte, wo die Notiz war, schlug er sich selbst auf den Kopf. Ich neckte ihn unbarmherzig damit, und hatte auch Pläne, es zumindest in den nächsten paar Jahrzenten regelmäßig zu wiederholen.
Am nächsten Tag rief ich in der Reservatsschule an und erklärte ihnen, dass ich Colin und Brady aus der Schule nehme und dass sie die ganzen Zeugnisse und sonstige Dokumente an Jaspers Anwalt in Seattle schicken sollen. Die Schule fragte gar nicht nach, was ich komisch fand, aber ich fand später heraus warum, als Sam, in menschlicher Form, auftauchte und von zwei Wölfen flankiert wurde.
Jasper und ich standen als Klanführer zusammen, Brady und Colin standen direkt hinter uns. Rose und Emmett waren standen an Jaspers Seite, gleich neben den Zwillingen, während Peter und Char an meiner Seite neben den Jungs standen.
Ich fuhr Sam erst mal scharf an, bevor die Zwillinge ihm erklärten, dass sie bei mir bleiben wollen. Keiner sagte ihm, wohin wir gehen würden, nur dass wir fahren würden. Durch unser Gespräch gestern Abend wusste ich, dass die Jungs nicht mehr Teil der Rudelgedanken waren und das war auch gut so. Es schien so, als ob Sam es auch gut fand, und nicht gegen meinen Klan kämpfen wollte. Ich wunderte mich, was Jasper, Peter und Emmett sagten oder taten, nachdem der Rest von uns gestern Abend zu Hause waren. Irgendwie fand ich es schrecklich, dass Sam nicht härter um die Jungs kämpfte, da es zeigte, dass es ihn gar nicht wirklich interessierte, aber zur gleichen Zeit war ich auch erleichtert, da ich nicht wollte, dass jemand aus meiner Familie verletzt wird.
Ich konnte nicht anders als zu hoffen, dass es das letzte Mal wäre, dass ich mich mit dem Rudel auseinandersetzen musste. Ich hatte bereits meinen Frieden damit gemacht, dass ich meine Mutter nie mehr sehen würde und so wie mein Vater sich veralten hatte und sich auf die Seite der Wölfe gestellt hatte, ohne auch nur über meine Gefühle nachzudenken, besiegelte meine Gefühle für ihn.
Nachdem Sam gegangen war, rief ich meine Schule an und fand heraus, dass ich durch die Kurse, die ich in Phoenix besucht hatte, bereits jetzt die Schule abschließen konnte. Ich traf alle Vorbereitungen, um mich von der Schule abzumelden und lies mir alle Dokumente an Jaspers Anwalt schicken. Nachdem ich bereits 18 war brauchte ich die Erlaubnis meiner Eltern nicht, aber ich hätte davon ausgehen sollen, dass die Schule meinen Vater anrufen würde, immerhin lebten wir in einer Kleinstadt und er war der Polizeichef.
Als er ankam, lud ich ihn ins Haus ein, nicht so wie die Wölfe, die draußen bleiben mussten. Ich befahl Colin und Brady in ihrem Zimmer zu bleiben, sie mussten diese Diskussion nicht beobachten, auch wenn sie durch ihr übernatürliches Gehör jedes Wort mitbekommen konnten. Mein Klan wollte mich nicht mit Charlie alleine lassen, also saßen sie alle im Wohnzimmer als er kam. Ich führte ihn ins Esszimmer, um zu reden.
„Rose, Jasper, könntet ihr bitte zu uns ins Esszimmer kommen?" fragte ich die beiden, denn ich wusste, dass mein Partner mich nicht mit Charlie alleine lassen würde, nachdem was Charlie gestern getan hatte und Rose mütterlicher Instinkt würde vermutlich auch sofort mit voller Wucht einsetzen.
„Schau, es ist in Ordnung wenn du ausziehen willst aber ich werde dir nicht erlauben, die Schule hinzuschmeißen", Charlie kam direkt zum Punkt.
„Ihr erlauben?" ,fuhr Rose ihn an.
„Ich schmeiße die Schule nicht hin"; sagte ich kalt zu Charlie, während ich meine Hand auf Rose Arm legte. „Ich habe mir der Schule gesprochen und ich kann die Schule früher abschließen."
„Das ist mir egal", Charlie stand auf und griff nach meinem Arm. Es dauerte nur ein paar Sekunden, bis er mich losließ und bewusstlos auf den Boden fiel.
„Was hast du mit ihm gemacht?" Ich blickte meinen Engel an.
„Lethargie", grinste Jasper „Ich dachte mir ich sollte nicht zu böse zu ihm sein, er ist immer noch dein Dad, auch wenn er ein Mistkerl ist."
„Oh" Ich nickte nur dazu. „Emmett, könntest du meinen Dad in sein Auto setzen, damit er gleich fahren kann, sobald er aufwacht?"
„Natürlich Schwesterherz", Emmetts Grinsen war etwas beunruhigend, aber ich dachte er würde nichts Schlimmes tun, also sagte ich nichts.
Danach verbrachten wir den restlichen Tag damit, alles zusammenzupacken. Ich wusste, wir würden einfach alles in die Autos packen und am Morgen einfach damit zum Flughafen fahren und sie in den Jet packen. Ich hörte, wie mein Dad nach etwa einer Stunde wegfuhr und fühlte mich zugegebenermaßen erleichtert, dass mein Dad es mir so leicht gemacht hatte, ihn loszulassen.
Jane und Alec wollten immer noch nicht mit mir reden, aber ich konnte mit den anderen reden. Jane und Alecs Handys gingen sofort zur Mailbox. Ich hinterließ einige Nachrichten, wollte sie aber auch nicht erdrücken. Ich wollte auch nicht die anderen nach ihnen fragen und keiner gab mir freiwillig Informationen.
Colin und Brady halfen, wenn sie darum gebeten wurden, waren aber sonst eher reserviert den anderen gegenüber. Sie neigten dazu, immer in meiner Nähe zu bleiben. Ich hoffte, dass der Flug sie dazu bringen würde, offener zu meinem Klan zu werden, damit alle miteinander klar kommen würden.
Colin, Brady und ich gingen früh ins Bett, damit wir früh fahren konnten. Ich wusste, der Jet würde erst dann abheben, wenn wir dort ankommen würden, aber ich war mehr als bereit, so schnell wie möglich die Fliege zu machen.
Am nächsten Morgen waren meine Vampire bereit zu fahren und Brady, Colin und ich brauchten nur ein paar Minuten um fertig zu werden. Wir stoppten nur, um etwas zu Essen zu holen und ich sah das erste Mal, wie viel die Beiden verdrücken konnten. Ich war dankbar dafür, dass Jasper reich war, da es einiges kosten würde, sie vernünftig durchzufüttern.
Ich war sehr überrascht, als ich sah, wer im Flugzeug auf uns wartete. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass ein paar Vampire von Volterra kommen würden und ich war mir nicht sicher, wie die nächsten 16 Stunden verlaufen würden.
