Kapitel 8
Sehr zu Severus Betroffenheit ging die Quälerei bei ihrem Date weiter.
Hermine war diejenige, die den Film aussuchte, und es war ein Frauenfilm, sprich – „Verwünscht". Eine auf einem Märchen basierte Geschichte, die Wirklichkeit wurde, war die Haupthandlung des Films. Severus dachte jedoch, dass es bescheuert war und schlichtweg lächerlich. Wer, der noch bei Sinnen ist, würde Tag ein, Tag aus singen, und in den Straßen tanzen? Und die Kakerlaken?! Warum waren die so sauber? Glücklicherweise gab es keine im Kino; wenn doch, dann würde er zu viel kriegen.
Hin und wieder drehte Severus leicht seinen Kopf, um Hermine angucken zu können, oder sie aus dem Augenwinkel zu beobachten. Sie hatte eine große Cola und einen Eimer Popcorn, und blickte aufmerksam zur Kinoleinwand. Es hatte den Anschein als würde ihr der Film gefallen, sie lachte zusammen mit den anderen Kinobesuchern, von denen viele Paare waren. Severus blieb für sich, er wollte nichts kaputt machen. Der Deal besagte, dass sie sich aussuchen konnte, was sie machen würden, und so sehr er auch wollte, beklagen durfte er sich nicht.
„Ooooh, sie tanzen zusammen", hauchte Hermine sanft, Tränen stiegen in ihren Augen auf. „Sehen sie nicht toll zusammen aus, wie in einem Märchen?" Sie drehte sich zu Severus mit einem kleinen Lächeln, Tränen zierten ihre Lippen.
„Warum zum Teufel weinst du?" zischte Severus. „Das ist ein Film!"
„Er ist ihre einzig wahre Liebe, ich wusste es", schniefte Hermine. „Es ist so romantisch. Sogar das Lied ist perfekt."
„Ach du Scheiße", grummelte Severus und griff in seine Hosentasche, zog ein Taschentuch heraus. „Hier", sagte er und bot es ihr an.
„Danke", sagte Hermine und nahm das Taschentuch. Nachdem sie sich die Tränen weggetupft hatte, griff sie nach Severus Arm und lehnte ihren Kopf an seine Schulter. Sie konnte spüren, wie ein warmes Kribbeln sich in ihrem Bauch breit machte und ihr Herz schneller schlug. Jedoch war sie sich nicht sicher, ob es wegen des Filmes oder wegen Severus war.
Severus erstarrte über dem Kopf der Hexe. Während der letzten Stunde hatte er bemerkt, wie viel Körperkontakt sie suchte, ständig hatte sie seine Hand oder seinen Arm gehalten. Das war etwas an das er nicht gewöhnt war oder mochte, denn er war ein Mann, der seine Privatsphäre und seinen Freiraum schätzte. Jedoch konnte er sich nicht dazu überwinden, sie abzuschütteln oder wegzustoßen. Letzten Endes versuchte er so gut wie es ging ein Gentleman zu sein, es war schließlich nur eine Art Date. Ohne darüber nachzudenken oder es zu bemerken, verschränkte er seine Finger mit den ihren und hielt ihre Hand, bis der Film zu Ende war.
***
„War das nicht der süßeste Film, den du je gesehen hast?" fragte Hermine Severus, als sie beide aus dem Kino traten und auf dem Bürgersteig liefen.
Severus antwortete nicht, er schnaubte nur. Süß war nicht in seinem Vokabular enthalten.
„Komm schon, Severus!" rief Hermine; sie trat einen Schritt vor ihn und begann, ihn ansehend, rückwärts zu laufen, „Tanz mit mir!"
„Hermine," warnte Severus sie, doch es war zu spät. Sein Arm wurde angehoben und sie fing an, sich unter seiner Hand zu drehen. Es wurde nur noch schlimmer, als sie anfing zu singen.
„So close ta, da, da… ta, da, da, da, da, da…" sang Hermine sanft.
„Wir werden angestarrt", zischte Severus. Glücklicherweise machten die Fußgänger auf dem Bürgersteig der tanzenden Hermine Platz. Jeder, der es wagte zu lachen, warf Severus einen tödlichen Blick zu – wie konnten sie es wagen?! Er hatte sich die ganze Zeit verflucht, als das Singen und Tanzen in der Öffentlichkeit im Film angefangen hatte, und nun passierte es ihm.
Hermine senkte seinen Arm und leitete ihn zu ihrem Rücken, bevor sie sich zu ihm drehte. „Sei nicht so ein Griesgram!" kicherte sie und lehnte sich für eine Sekunde an ihn, nur um sich dann wieder herauszudrehen und ein wenig mehr herumzuwirbeln. "So close ta, da, da… ta, da, da, da, da, da…" wiederholte sie wieder und wieder.
„Das Lied enthält noch mehr Wörter als diese beiden", brummte er verärgert. Nicht nur dass sie komisch drauf war, aber es war nervig, die selbe Stelle sich wieder und wieder anhören zu müssen.
„Das sind aber die einzigen Wörter, an die ich mich erinnern kann", entgegnete sie ihm. Plötzlich entfuhr ihr ein Kreischen, als sie auf ihren eigenen Fuß trat, und fühlte wie sie fiel.
Severus hatte noch nie so schnell in seinem ganzen Leben reagiert. Er sprang auf Hermine zu und griff sie mit beiden Armen.
Hermine brauchte eine Weile, um herauszufinden, wo genau sie sich nun befand. Anstatt dass sie auf dem Boden lag, fand sie sich komplett an Severus gedrückt wieder, etliche Zentimeter über dem Boden schwebend, da er sie von der Hüfte an festhielt. Ihre Arme waren um seinen Hals geschlungen. „Hups!" errötete sie.
„In der Tat – hups", antwortete Severus gedehnt, sein Gesicht war nur wenige Zentimeter von ihr entfernt. Er hatte einen guten Blick auf ihre vollen roten Lippen. Sie waren so verlockend zum Küssen! „Wärst du gefallen, hättest du mich wahrscheinlich mit heruntergezogen. Was ist mit dir los, Frau? Ich glaube, die haben dir mehr als Salz und Butter in dein Popcorn getan. Du bist verrückt geworden!"
Hermine lachte auf. Hat er gerade einen Witz gemacht? „Severus, mein süßer, lustiger Prinz!" neckte sie ihn und küsste ihn fest auf die Wange. Als sie sich zurückzog, realisierte sie, was sie gerade getan hatte, und errötete noch mehr.
Severus neigte langsam seinen Kopf zur Seite und bewegte ihn vorwärts, fühlte ihre sanften Lippen, berührte sie leicht und streifte sie.
„Sev –" Hermine wurde durch das süße Eindringen seiner Zunge in ihren Mund unterbrochen. Sie küsste ihn! Sie stöhnte und ihre Hände krallten sich in seinem seidigen, weichen Haar fest; sie vertiefte den Kuss. Es war besser als sie sich es jemals vorgestellt hatte.
Ihre Lippen schmeckten süß, wie frische Erdbeeren, wenn sie am Reifesten waren. Severus konnte nicht genug von ihnen kriegen. Er knabberte und saugte sanft an ihrer Unterlippe immer wieder so oft – er liebte es, wie es sie zum Stöhnen brachte.
Ihr Kuss heizte sie schnell auf und wurde immer leidenschaftlicher. Alle Gedanken, über wo sie sich befanden, waren vergessen. Wie eine Droge hatte der Kuss sie in andere Dimensionen gebracht.
„Sucht euch ein Zimmer!" brüllte eine männliche Stimme.
Severus und Hermine lösten sich voneinander und sahen den Mann an, der über sie kicherte, als er weiterging. Beide sahen sich atemlos an, bemerkten letztendlich die Position, in der sie sich befanden. Hermine hatte ihre Beine um seine Hüfte geschlungen, während er seine Hände unter ihren Pobacken hatte. Sie war zwischen ihm und einem Laternenpfahl eingeengt, viele Leute starrten sie an.
„Vielleicht sollten wir jetzt etwas essen gehen", sagte Severus letztendlich und gab Hermine die Chance, abzurutschen. Er hielt seinen Atem an, als sie seine wachsende Erektion streifte. Er begann sich wieder wie ein erregter Teenager zu fühlen, und schlang seine Lederjacke enger um sich, so dass die Beule in seiner schwarzen Jeans nicht so offensichtlich war, wenn man sie sehen konnte.
„Ja…", sagte Hermine sanft. Sie konnte immer noch nicht glauben, dass ein Kuss sie so heiß und erregt fühlen lassen konnte. Sie pulsierte, sie wollte und brauchte ihn. Wenn schon seine Stimme allein ihre Höschen durchnässte, dann tropften sie nun schon.
