A/N: Nach sehr sehr langer Zeit, geht es doch mal weiter!

Disclaimer: Nichts von mir; Figuren et cetera gehören JK Rowling und die Idee gehört der wundervollen Bea (trizfores).

Kapitel 9:

„Ich hoffe, du magst italienisches Essen," sagte Hermine zärtlich zu Severus, als sie beide dem Kellner zu ihrer Sitzecke folgten. „Ich komme hier häufig hin und mag das Essen sehr gerne."

„Mir ist alles recht," erwiderte Severus, während er ihr erlaubte, in die Sitzecke zu rutschen und ihr folgte.

Hermine wandte sich ihm zu, etwas überrascht, dass Severus neben ihr (anstatt ihr gegenüber) saß. Weder hatte sie dies erwartet, noch erwartete sie, dass er ihre Hand öffentlich über dem Tisch hielt.

„Signore, Signora, hier unser Menü für unser Valentinstags-Spezialangebot," sagte der Kellner mit einem starken italienischen Akzent und reichte es Severus. „Ich komme wieder, wenn Sie bereit sind zu bestellen."

„Vielen Dank," entgegnete Hermine freundlich und überflog zusammen mit Severus die Menükarte. Das Menü hatte eine schöne Auswahl an Gerichten; von Vorspeisen über Hauptgerichte zu Desserts und natürlich Wein.

„Oh, verdammt," murmelte Severus leise; er war nicht begeistert, was er da sah. Er zog seine Hand weg von Hermines, stützte sein Kinn auf beiden auf und blickte nur auf die Rose, welche vor ihm auf dem Tisch stand.

Hermine runzelte die Stirn und fragte sich, was falsch war. „Wir könnten auch woanders hingehen, Severus, wenn es dir hier nicht gefällt." War es die romantische Atmosphäre, die ihm nicht zusagte? „Möchtest du woanders hingehen, vielleicht in einen Pub?"

Severus schüttelte den Kopf. „Ich sagte, dass es okay sei, und du kannst dir alles bestellen, worauf du Lust hast."

Da war ein bestimmter Ton in Severus' Stimme, der Hermine auffiel. Derjenige, den sie heraushörte, wenn er wütend war. „Was möchtest du denn bestellen?", fragte sie.

„Irgendetwas," antwortete Severus. Um jedoch ehrlich zu sein, wollte er überhaupt nichts.

Als sie vorhin im Taxi gesessen hatten, hatte er versucht, seine Erektion loszuwerden in der Hoffnung, dass sie weicher werden würde. Trankzutaten aufsagend und was ihm sonst zu dem Zeitpunkt in den Kopf kam, das nichts mit Sex zu tun hatte. Es war jedoch eine schwierige Aufgabe, da sie eine sehr attraktive Hexe war, die entweder neben ihm saß oder an seiner Seite klebte.

Das Restaurant hatte eine gute Menüauswahl. Severus zweifelte nicht daran, dass das Essen gut schmeckte. Es war aber nicht der Geschmack des Essens, über das er sich Sorgen machte. Es waren vielmehr die Zutaten. Austern, Artischocken, Trüffel und natürlich Zartbitterschokolade, um nur ein Paar zu nennen. Sie waren problematisch für ihn, da sie Aphrodisiaka waren. Sein Libido machte ihm schon Schwierigkeiten und es war eine harte Aufgabe, es zu ignorieren.

Während er das Schicksal verfluchte, fragte sich Severus, warum er umso mehr gequält wurde, als Hermine versprach, dass er die ganze Nacht frei davon sein würde. Sie machte es sicherlich nicht absichtlich, aber sie quälte ihn. Zuerst der Film, anschließend die Erniedrigung, dass sie rumknutschten und er seinen Verstand mitten auf dem Bürgersteig verlor, und einige Minuten lang, welche ihm wie Stunden erschienen, pochte es hart und schmerzhaft in seiner Jeans.

Hermine wusste nicht, was sie sagen oder machen sollte. Sie wollte ihn nicht wütend machen. Bis zu dem Zeitpunkt hatte sie den Abend genossen, aber seit dem Kuss war es offensichtlich, dass eine gewisse Spannung zwischen ihnen war. War es ein Fehler gewesen und war sie schuld daran? Sie war diejenige gewesen, die ihm zuerst einen Kuss auf die Wange gegeben hatte, was etwas Leidenschaftlicheres ausgelöst hatte.

Für sie war der Kuss soweit das Highlight des Abends. Wenn es von da an bergab gehen sollte, wollte sie nicht, dass der Abend weiterging. Lieber würde sie nach Hause gehen als den Abend zu ruinieren.

„Wir können nach Hause gehen," sagte Hermine sanft mit einem kleinen Anflug von Traurigkeit in ihrer Stimme. „Wir müssen nicht so weitermachen, wenn du es nicht möchtest."

Severus drehte sich, um Hermine anzusehen und runzelte die Stirn. „Was bringt dich dazu, zu denken, dass ich nach Hause gehen möchte? Wir hatten den Deal, dass wir auf ein Date gehen sollen und ich halte mich immer noch an mein Wort."

„Der Kuss ...," sagte Hermine unbehaglich. „Du bist wütend. War es ein Fehler?"

„Nein, war es nicht," entgegnete Severus angespannt. Er wusste genau, worauf diese Diskussion hinauslief, und er wollte nicht an diese Stelle gelangen. Wie sollte er ihr sagen, dass er kurz davor stand, in seiner Hose zu explodieren, wenn er irgendeine der Zutaten, die auf der Speisekarte standen, aß?

„Was ist dann dein Problem?" fragte Hermine. „Bitte erkläre es mir, ich möchte es nur verstehen."

„Mein Gott, Frau!" knurrte Severus in einem leisen Ton, sodass die anderen ihn nicht hörten. „Vor wenigen Minuten waren wir kurz davor, an eine Laterne gelehnt zu vögeln. Und jetzt sind nur Aphrodisiaka auf der Speisekarte. Wer weiß, vielleicht werden wir gleich genau in dieser Sitzecke vögeln?"

Hermine errötete für eine Sekunde, während versuchte, ihr Lachen zurückzuhalten, aber sie konnte nicht. Sie brach in Gelächter aus, stürzte sich auf ihn und schlang ihre Arme um seine Taille. „Du bist ein wirklich lustiger Mann, Severus, in einer verstörenden Art. Ich denke nicht, dass wir so weit in einer richtigen Verfassung gehen würden."

„Wir waren nicht in einer richtigen Verfassung," machte er sie darauf aufmerksam. Sein Atem stoppte für einen Moment, als er fühlte, wie sie ihre Hand an seinen Bauch legte. Wenn sie weiter runterging, würde sie seine Erektion bemerken. Er betete, dass er nicht gleich in seiner Hose kommen würde, und hoffte, dass er es bis zu einem späteren Zeitpunkt aushalten würde. Ansonsten würde er sich nicht vergeben können, nicht nur wegen der Beschämung, sondern auch wegen seines männlichen Stolzes.

Hermine kaute auf ihrer Unterlippe und musste ihm zustimmen. Sie wollte ihn immer noch und spürte, wie ihre Erregung anstieg, als sie nur an den berauschenden Kuss dachte, den sie beide zuvor genossen hatten. In ihrem ganzen Leben war sie noch nie so erregt gewesen. Er musste nur so wenig tun und doch rief es so viel in ihr hervor. Seine Stimme, seine Lippen ... der Rest war reine Phantasie und Wunschdenken.

Der Abend verlief besser als sie sich jemals hätte vorstellen können. Wochenlang, seitdem sie die Auktion geplant hatten, hatte sie sich vorgestellt, wie es werden könnte. Der Kuss war eine einzige Überraschung gewesen. „Du bereust unseren Kuss also nicht?" fragte sie schließlich.

Severus antwortete Hermine nicht mit Worten. Stattdessen senkte er seinen Kopf und küsste sie sehr sanft. Dieses Mal war der Kuss zärtlicher und behutsamer, ohne Eile. „Beantwortet das deine Frage?" fragte er sie, als er sich zurückzog.