A/N: Disclaimer beim letzten Mal vergessen...
Disclaimer: Nichts von mir; Figuren etc. gehören JKR und die Idee gehört der wundervollen Bea (trizfores)
Kapitel 11
Hermine erwachte und streckte ihren schmerzenden Körper. Sie erinnerte sich, was in der Nacht zuvor geschehen war, und lächelte. Ihr Körper schmerzte auf eine gute Weise und sie hatte nicht vor, sich darüber zu beschweren. Sie drehte sich auf ihre andere Seite; ihr Lächeln verblasste, als sie bemerkte, dass Severus gegangen war. Sie setzte sich auf, streckte sich ein wenig mehr und fragte sich, ob er wohl in seine Räume zurückgekehrt war.
Mit Severus Liebe zu machen war eine überwältigende Erfahrung für sie. Ihre Gefühle waren im Laufe der Nacht stärker geworden und als sie miteinander geschlafen hatten, hatte das sie nur mehr fühlen lassen. Er war ein Mann, der hinter seiner emotionslosen Fassade lebte. Mitanzusehen oder vielmehr selbst zu fühlen, wie fürsorglich, einfühlsam und zärtlich er sein konnte, hatte letzte Nacht unzählige Gefühle durch sie fließen lassen. Sie hatte sich noch nie so glücklich gefühlt; sie fühlte sich vollkommen.
Als sie einen Blick auf den Wecker auf ihrem Nachttisch warf, um die Zeit zu erfahren, bemerkte sie einen Umschlag, auf dem ihr Name stand. Mit der Erwartung, dass es eine kurze Notiz oder ein Brief von Severus war, reichte sie nach ihm und öffnete ihn. Da war keine Notiz oder ein Brief. Stattdessen fand sie einen Gringotts Scheck.
Der Scheck war an sie adressiert; es war ein Betrag von 10 000 Galleonen. Unten auf dem Scheck sah sie Severus' Unterschrift.
Hermine fühlte einen Schmerz in ihrer Brust. Ihr Herz brach. Sie fühlte sich so benutzt, wie eine Prostituierte, der der Mann einfach das Geld auf dem Bettrand legte.
Auf ihrem Date hatte sie eine so wunderbare Zeit gehabt, dass ihr irgendwann entfiel, dass das Date ein Deal gewesen war – und ein abgekartetes Spiel. Als sie miteinander geschlafen hatten, hatte sie es vollständig vergessen. Hätte sie für ihn geboten? Die Antwort ... Ja.
Letztendlich realisierte sie, dass das Geld ihr nichts bedeutete. Letzte Nacht war eine der besten Nächte ihres Lebens gewesen – unbezahlbar, perfekt und unvergesslich. Aber es war nur eine Nacht, dachte sie und blickte auf den Scheck in ihrer Hand. Er war eine schmerzliche Erinnerung an die Wahrheit, die Wahrheit, von der Severus nichts wusste.
Severus lehnte sich, gedankenversunken über die Ereignisse des letzten Abends, im Stuhl hinter seinem Schreibtisch zurück. Die Aufsätze, die er korrigieren musste, stapelten sich vor ihm, aber er hatte einfach keine Lust in diesem Moment zu arbeiten. Seine Gedanken waren woanders. Nachdem er Hermines Räume verlassen hatte, war sein Verstand klar gewesen und er fing an, die Wende der Ereignisse, die so unerwartet geschehen war, zu hinterfragen.
Wie hatte es passieren können, dass er die Kontrolle über die Verlangen seines Körpers verlor? Wie konnte es sein, dass er mehr wollte wann auch immer sie in seiner Nähe war? Wie konnte es sein, dass er den Verstand wegen Hermine Granger komplett verloren hatte? Millionen von Fragen gingen ihm gleichzeitig durch den Kopf. Fragen, über die er letzte Nacht nicht nachgedacht hatte – oder vielmehr nicht konnte, um es genau zu nehmen. Zeit mit ihr zu verbringen hatte ihn es vergessen lassen und – er wagte es kaum zu sagen – machte ihn glücklich. Aber nein, es war alles ein Fehler. Oder?
Ohne Hermine in seiner Nähe, erinnerte sich Severus daran, was für eine Art von Mann er war. Er genoss seine Privatsphäre und den Trost, es für sich zu behalten. Er hielt sich von anderen fern, da er nicht in jemands Angelegenheiten involviert sein wollte, und, um es genauer zu nehmen, er wollte niemanden in den seinen. Der einzige lästige Mensch, der eine totale Nervensäge war, war ein alter, aufdringlicher Narr, um den er sich noch später kümmern müsste. Es gab weder Frauen in seinem Leben, noch plante er eine welcher Art auch immer zu haben – Hermine mit inbegriffen.
„Severus!" rief Hermine laut und rauschte durch die Tür in sein Büro.
„Miss Granger," sagte Severus kalt, griff nach seiner Feder und fing mit der Feder an. „Haben Sie meinen Scheck bekommen?"
„So ist es also?" fragte sie wütend. Was letzte Nacht geschehen war, bedeutete ihm rein gar nichts. Ihre Augen wurden feucht und sie kämpfte gegen die Tränen an, da sie nicht wollte, dass Severus sie weinen sah. „Einfach so?"
„Es war ein Deal," entgegnete er. „Sie haben Ihre Pflicht wie vereinbart erfüllt, so wie ich es getan habe."
„Du hast mich benutzt," sagte Hermine, die ihre Tränen nicht mehr zurückhalten konnte, abgehackt. „Ich dachte wir wären Freunde, und vielleicht sogar mehr. Aber nein, ich wurde zu einer Prostituierten degradiert."
Severus riss seinen Kopf hoch und sah sie an. „So habe ich dich nicht behandelt," blaffte er. „Es war eine Vereinbarung, eine Vereinbarung, die du akzeptiert hast. Beschuldige mich nicht wegen irgendwas!"
„Und zu denken, dass ich in dich verknallt wäre, und mich dann in dich zu verlieben." Hermine schüttelte ihren Kopf. „Ich habe das Geld nicht ein Mal gestern Abend erwähnt. Ich habe dich niemals darum gebeten. Scheiß auf deine 10 000 Galleonen und nenn' es lieber mein eigenes Gebot und meinen eigenen Gewinn! Du bist wirklich ein Widerling!"
Severus' Brust zog sich zusammen. In ihn zu verlieben? Hermines Tränen störten ihn auf eine Weise, die er nicht verstand. Sich schuldig und blöd fühlend, stand er auf und ging auf sie zu. „Hermine–"
„Komm mir jetzt nicht mit ‚Hermine'," zischte sie und entzog sich seiner Reichweite.
„Es tut mir Leid, okay? Das wusste ich nicht–"
„Jetzt entschuldigst du dich und nimmst alles zurück, was du gerade eben gesagt hast, und tust so, als wäre es nie geschehen?! Vor einer Sekunde wolltest du noch alles, was mit letzter Nacht zu tun hat, vergessen."
„Das habe ich nie gesagt," sagte Severus, der versuchte ruhig zu bleiben. Er wollte sie anschreien, aber dachte, es wäre besser, wenn er es nicht täte. Es war sein Fehler. „Was soll ich deiner Meinung nach sagen? Soll ich wieder auf meine Knie fallen und betteln?"
„Du brauchst nicht zu betteln," antwortete sie. Sie hielt den Scheck vor ihm hoch und mit den Worten „Hier ist dein Geld." drückte sie ihm ihn in die Hand. „Lass uns einfach fair sein. Ich habe für eine Nacht bezahlt, genauso wie es die Wettbewerbsregeln vorschreiben. Sex mit dir war nur ein Bonus."
„Hermine–"
„Nicht, Severus," unterbrach Hermine ihn mit sanfter Stimme. „Die letzte Nacht war wundervoll, aber sie endet hier." Sie drehte sich auf dem Absatz um und verließ den Raum.
„Verdammte Scheiße!" fluchte Severus und fuhr sich mit den Fingern durchs Haar. Was sollte er jetzt bloß machen?
