Disclaimer: Nichts von mir; Figuren etc. gehören JKR und die Idee gehört der wundervollen Bea (trizfores)
Kapitel 12
Fast eine ganze Woche war vergangen und Severus wusste immer noch nicht, was er tun sollte. Er hatte einige Male versucht, auf Hermine zuzugehen, doch er wurde nur ignoriert oder weggestoßen. Erst nach ihrem Streit war ihm bewusst geworden, dass er Gefühle für sie hatte und sie vielleicht sogar liebte. Er fühlte sich deswegen wie ein kompletter Idiot.
Während der Mahlzeiten in der Großen Halle konnte er die Spannung zwischen ihnen spüren, aber wollte es nicht riskieren, diese zu durchdringen und sie dadurch möglicherweise nur noch wütender zu machen. Er wollte sie nicht zwingen, da es so schien, als ob sie sich bereits dazu entschlossen hätte, dass sie nichts mehr mit ihm zu tun haben wollte. Er wollte sie, aber er wusste nicht, wie er sie kriegen könnte, da er immer noch damit abmühte, auf irgendeine Weise zu ihr durchzudringen.
„Ah, Severus," grüßte Albus ihn und sah zu, wie der dunkle Zauberer das Lehrerzimmer betrat und sich neben ihn setzte. „Genau der Mann, mit dem ich sprechen wollte."
„Was ist jetzt schon wieder, alter Mann?" fragte Severus, der ganz und gar nicht begeistert war, ihn zu sehen.
„Ich habe dich noch gar nicht gefragt, wie dein Date am Valentinstag mit Hermine gelaufen ist," antwortete Albus. „Ich nehme an, dass es nicht so gut gelaufen ist, da es scheint als ständet ihr nicht auf gutem Fuß miteinander," behauptete er. Es war offensichtlich für ihn und alle anderen, dass irgendetwas nicht in Ordnung mit ihnen war. Hermine warf ihm von Zeit zu Zeit einen Blick zu und verschwand unhöflich, wenn er in der Nähe war.
„Warum fragst du dann, wenn du es sowieso schon weißt," knurrte er irritiert.
„Als ihr beide an diesem Abend gegangen seid, schien sie glücklich zu sein. Aber am darauffolgenden Tag, und sogar jetzt noch, scheint sie verletzt und wütend zu sein. Unsere Hermine ist nicht jemand, die ihre Gefühle hinter einer Maske versteckt. Was hast du getan, Severus?"
„Weißt du was, es ist ganz und gar ihr verdammter Fehler," fauchte Severus. „Ich habe dir gesagt, ich wollte an dieser blöden Auktion nicht teilnehmen und alles ist kaputt gegangen. Was soll ich dir sagen? Dass ich mich in sie verliebt habe und ich es versaut habe?!" Als die Worte seinen Mund verließen, fiel Severus in seinem Stuhl zurück, verschränkte die Arme vor seiner Brust und senkte seinen Kopf. „Ich versaue alles immer so schnell."
„Ach, mein Severus," seufzte Albus, der sein Dilemma verstand. Doch bevor er noch etwas anderes sagen konnte, trudelte der Rest des Kollegiums langsam ein, Hermine mit inbegriffen. Er schenkte ihr ein kleines Lächeln, als sich ihre Blicke trafen. Das Thema ‚Severus und Hermine' musste für den Augenblick beiseite geräumt werden, da die Lehrerkonferenz begann.
Trelawney blickte neugierig zwischen Severus und Hermine hin und her, weil sie einander gegenüber saßen. Sie fragte sich viele Male, was während ihres Dates passiert war, da sie die Anspannung zwischen ihnen mehr sehen konnte als alle anderen, da sie eine Seherin war. Während der Konferenz sah Severus Hermine die ganze Zeit an, während sie ihren Kopf nur gesenkt ließ.
Das verschwommene Bild der Frau, die für Severus bestimmt war, kam ihr in den Sinn. Alles, was sie sah, waren lockige Haare und eine Brille. Als sie zu Hermine hinüberschaute, bemerkte sie, dass Hermine eine Brille trug und Locken hatte. Sie keuchte laut, als sie ihren Fehler realisierte. Es war nicht sie. Hermine war diejenige, die dafür bestimmt war, mit ihm zusammen zu sein.
„Ist irgendwas, Sybill?" fragte Albus, der ihr Keuchen gehört hatte.
„N–nichts," stammelte Trelawney.
Als die Konferenz zu Ende war, war Hermine die erste, die den Raum verließ, zusammen mit allen anderen. Severus, Albus und Trelawney waren diejenigen, die zurückblieben.
„Du Idiot!" rief Trelawney Severus wütend zu, als sie sich von ihrem Stuhl erhob und nach einem sehr schweren alten Buch griff, auf ihn zuging und sich vor ihm aufbaute, während er auf seinem Stuhl sitzen blieb.
„Was habe ich jetzt schon wieder getan?" Severus runzelte die Stirn.
„Erinnerst du dich an die Vision, von der ich dir erzählt habe?" fragte Trelawney. „Du bist in Hermine verliebt, streite es nicht ab. Sie liebt dich und du hast ihr Herz gebrochen."
„Was solltest du bitteschön darüber wissen?" spottete Severus. Für den Bruchteil einer Sekunde sah er eine sehr wütende Trelawney, bis ein Buch ihm direkt entgegenrauschte und seine Nase schmerzhaft brach. „Argh!" rief er unter Schmerzen und hielt seine blutende gebrochene Nase in seinen Händen.
„Sybill!" rief Albus überrascht, nahm ihr das Buch ab und hielt die Hexe fest – nur für den Fall, dass sie ihn noch einmal attackieren würde. In der ganzen Geschichte von Hogwarts hatte noch nie ein Lehrer einen anderen Lehrer physisch angegriffen. Er war überraschter als er sauer war.
„Scheiße! Du hast meine Nase gebrochen!" beschwerte sich Severus gedämpft in seine Hände, während er zu ihr hochblickte. „Du bist wirklich wahnsinnig, du glubschäugige Hexe!"
„Erinnerst du dich an die Vision, von der ich dir erzählt habe?" fragte Sybill erneut. „Sie ist kein Schwindel, sondern ich bin nicht die Frau, die für dich bestimmt ist. Eine Brille und lockige Haare."
Eine Brille... lockige Haare... Hermine! Severus' Augen weiteten sich vor Schock, als er verstand, was Trelawney meinte. Er sah entgeistert zu Trelawney hoch, seine Hände rutschten von seiner Nase, aber ihn störte es nicht, dass ein wenig Blut in seinen Mund tröpfelte. „Oh, scheiße, ich habe alles versaut."
„Und jetzt musst du es wieder in Ordnung bringen," sagte die Hexe zu ihm.
„Stimmt. Du hast Recht," sagte Severus und erhob sich von seinem Stuhl.
„Aber zuerst gehst du in den Krankenflügel und lässt deine Nase reparieren," befahl Albus und reichte ihm ein frisches weißes Taschentuch.
„Hilf mir, Albus," bat Severus, der vor Schmerz zusammenzuckte, als er das Taschentuch unter seine Nase hielt.
„Das werde ich," lächelte Albus mit funkelnden Augen. „Jetzt geh zu Poppy." Als Severus den Raum verließ, kicherte er über Sybill. „Manchmal muss man ihn fest schlagen, um ihn zur Vernunft zu bringen."
„Ich habe gerade eben erst meine Vision verstanden, Albus. Ich hatte nicht vor, ihn zu schlagen."
„Schon in Ordnung, meine Liebe," lachte er und bot ihr seinen Arm an. „Zumindest weiß er es jetzt. Und er wird alles daran setzen, es wieder gutzumachen für sie. Hach... Was Liebe mit einem Mann machen kann, und was ein Mann dadurch macht. Wundervoll, nicht wahr?"
