Hermine hatte einen tollen Sommer. Sie schickte regelmäßig Eulen zu Theo und Draco und falls es ihren Eltern leicht unbehaglich war, dass ihre Tochter hauptsächlich männliche Freunde zu haben schien, so waren sie größtenteils erfolgreich darin, ihre Gefühle zu verstecken. Der Schmerz über den verlorenen Hauspokal ließ nach und bis sie ihre Bücherliste erhielt, war sie bereit, ein neues Jahr zu beginnen.

Wir gehen am Mittwoch in die Winkelgasse, um meine Bücher zu holen, schrieb sie Draco. Können wir uns treffen?

Er grinste das gemeine kleine Lächeln, das sie über den Sommer vermisst hatte, als er sie vor der Eisdiele auf ihn warten sah, bevor er höflich lächelte. „Hermine, dies ist mein Vater. Vater, Hermine Granger."

Der aristokratische Mann blickte auf sie herab und sie hatte kurz das sinkende Gefühl, dass seine Meinung über ihre Abstammung weniger aufgeschlossen war als Draco sie hatte glauben lassen, bis er seine Hand ausstreckte und sagte: „Oh, ja, Miss Granger. Das kleine Mädchen in Slytherin, das die Kuchen mag. Ich freue mich, dich endlich kennen zu lernen."

„Es ist mir auch eine Freude, Sie kennen zu lernen, Sir", sagte sie, schüttelte seine Hand und lächelte.

„Wo sind deine Eltern, Miss Granger?", fragte er und ihr Lächeln verschwand für einen Moment.

„Sie sind Muggel, Sir", sagte sie. „Ich bin muggelstämmig, und sie finden das alles hier etwas befremdlich, deshalb haben sie mich abgesetzt und werden mich später wieder abholen."

„Aber das ist schrecklich. Du musst Draco und mir gestatten, dich auf deiner Einkaufstour zu begleiten."

„Das ist sehr freundlich", sagte sie, und stolperte über die Worte, „aber ich möchte mich nicht aufzwingen."

„Die Gesellschaft eines hübschen Mädchens ist niemals in Zwang", korrigierte er sie. „Draco, biete ihr deinen Arm an. Bevor wir uns an diese entsetzliche Bücherliste machen, die ihr bekommen habt, habe ich eine persönliche Besorgung." Er wandte sich an Hermine. „Das macht dir nichts aus, oder, Miss Granger? Ich verspreche, dass ich euch beiden danach einen Eisbecher spendieren werde, um es wieder gut zu machen."

„Ich... Danke", sagte sie, und blickte kurz zu Draco, der dankbar schien, dass sie der Forderung seines Vaters zugestimmt hatte. Sie vermutete, dass sehr wenige Menschen diesem Mann Nein sagten.

Mr. Malfoy führte sie beide durch eine schwach beleuchtete Gasse zu einem Laden, den sie nie zuvor gesehen hatte. Borgin und Burkes las sie, und der Mann, der sie hinein begleitete, ermahnte sie und Draco. „Rührt nichts an", sagte er. „Nicht alles hier ist so sauber wie die kleinen Spielzeuge, die sie euch in der Schule geben."

„Ja, Sir", sagte Hermine und er lächelte sie an, bevor er mit seinen Fingern auf dem Tresen trommelte. Draco hatte sich vorgebeugt und betrachtete einige Schädel auf einem unteren Regalbrett.

„Ich will einen Rennbesen", erklärte er ihr. „Dummer Potter hat einen Nimbus 2000 und ich möchte mich dieses Jahr für die Mannschaft bewerben."

Sie seufzte. „Natürlich willst du das."

„Er ist nicht mal gut", fuhr Draco fort und sie konnte spüren, dass sein Vater sie beide beobachtete. „Er ist nur berühmt. Dummer, berühmter Potter. Alle denken, dass er so schlau ist, mit seinem Besen und seiner Narbe und seinem..."

„Ich nicht", sagte sie und zog seinen Arm zurück, bevor er einen der Schädel aufheben konnte. „Würdest du damit aufhören? Ich habe dich den ganzen Sommer nicht gesehen und du redest jetzt schon nur über den blöden Typen."

„Kinder", sagte Mr. Malfoy. „Lasst mich euch daran erinnern, dass es nicht ratsam ist … nicht allzu angetan von Harry Potter zu sein, wo die meisten Leute ihn doch als den Helden sehen, der den Dunklen Lord verjagt hat - ah, Mr. Borgin."

„Ich mag sie", würde er später zu Narzissa sagen. „Ich habe es nicht erwartet, muggelstämmig und alles. Aber sie hat die richtige Einstellung über Potter und sie scheint einige Kontrolle über Draco zu haben."

Nun scheuchte er die Kinder davon und Hermine sah zu, wie er dem Mann, der hervorgekommen war, um mit ihm zu sprechen, eine Liste gab. „Was ist das?", fragte Draco und sie betrachtete die verschrumpelte Hand, die seine Aufmerksamkeit erregt hatte.

„Hand des Ruhmes", sagte sie. „Steck eine Kerze rein und sie leuchtet nur für dich. Der beste Freund eines jeden Diebes."

„Woher weißt du das, Miss Granger?", fragte Mr. Malfoy sie, und sie scharrte mit den Füßen und schluckte heftig, bevor sie antwortete.

„Ich lese gern, Sir."

„In der Tat." Er sah Mr. Borgin an, der beeindruckt schien von ihrer schnellen Identifikation des scheußlichen Dinges. „Ich bezweifle irgendwie, dass die Hand des Ruhmes in euren Lehrbüchern der ersten Klasse zu finden war."

„Nein, Sir", gab sie zu, aber ging nicht näher darauf ein, und er lächelte erneut.

„Ich fange an zu sehen, warum die junge Dame bessere Noten hat als du, Draco", sagte er, und Draco wurde rot unter seinem Blick.

„Wenn Sie mit der Schule fertig sind, und dieses 'Lesen' weiterführen", sagte Mr. Borgin zu Hermine, „dann denken Sie bitte darüber nach, wegen einer Anstellung zu mir zu kommen."

„Ich denke, die junge Dame hat eine hellere Zukunft vor sich als das Leben eines Assistenten in Ihrem Geschäft", sagte Mr. Malfoy abfällig und nun war es an Borgin, rot zu werden.

„Er mag dich", flüsterte Draco beeindruckt. „Ich habe das noch nie gesehen. Den einzigen meiner Freunde, den er mag, ist Theo, und das nur, weil er schon immer mit Theos Vater befreundet ist."

Hermine rollte mit den Augen und drehte sich um, um eine wunderschöne Opalkette zu betrachten. „Sie ist verflucht", sagte Draco und sie schnaubte.

„Ich kann das Schild lesen, Draco." Sie neckten und ärgerten sich weiter gegenseitig, als er ihr ein merkwürdiges Objekt nach dem anderen zeigte, bis Mr. Malfoy verkündete, dass er fertig war und zur Tür zeigte. Draco wandelte sich von ihrem Kumpel zu einem leicht nervösen jungen Mann und bot ihr sehr formell seinen Arm an, um sie aus dem Geschäft auf die verdächtig wirkende Straße zu geleiten.

„Kommt mit mir", befahl Mr. Malfoy und sie folgten ihm die Straße hinab und zurück zu Flourish & Blotts.

Der Buchladen war wegen einer Signierstunde gepackt voll. Hermine rümpfte die Nase, drückte sich durch die Menge, sammelte ihre Bücher und stöhnte unter deren Gewicht. „Draco", hörte sie dessen Vater sagen, „geh und hilf deiner Freundin. Ich treffe euch beide am Tresen."

„Ich kann meine eigenen Sachen tragen", zischte sie, aber Draco riss ihr die Bücher aus den Händen.

„Wenn mir gesagt wurde sie zu tragen, und ich das nicht tue, dann wird er mich die ganze Nacht über Höflichkeit belehren und darüber, was einer jungen Hexe von Rang gebührt, und so weiter. Lass es mich einfach tun." Draco klang mürrisch und sie zuckte zusammen.

„Aber, Draco", sagte sie, als sie erfolglos versuchte, die Bücher wieder aus seiner Hand zu ziehen", ich bin keine junge Hexe von Rang. Ich bin ich." Aber er weigerte sich, die Bücher aufzugeben. Schließlich gab sie auf und ließ ihn sie halten, während sie mehr und mehr Bücher für sie beide darauf stapelte. Sie ließen einen Stapel auf den Tresen fallen und gingen zurück für den Rest – die Bücherliste war dieses Jahr wirklich lang – als sie anhielten und den Autor anstarrten, der seine Bücher signierte. Der Mann hatte seinen Arm um Harry Potter, ausgerechnet, und posierte für ein Foto.

Er erzählte etwas davon, dass er dieses Jahr Harry Potters Lehrer sein würde, dass er eine eine Stelle in Hogwarts angenommen hatte. Hermine sah zu Draco hinüber; er trug sein schlangengleiches Lächeln und beobachte mit offensichtlicher Freude, wie Potter versuchte, sich von dem älteren Mann zu entfernen.

„Wette, das hat dir gefallen, oder Potter?", sagte er gedehnt, sobald ihr Klassenkamerad sich befreit hatte und einen Haufen Bücher in den Kessel eines kleinen Mädchens hatte fallen lassen. Potter wurde rot.

„Natürlich hat es das", klinkte Hermine sich ein. „Der berühmte Harry Potter erregt selbst im Buchladen Aufmerksamkeit."

„Lasst ihn in Ruhe", sagte das kleine Mädchen und blickte Draco und Hermine böse an. „Er wollte das alles nicht."

„Eine Freundin", sagte Draco. „Sieh mal, Hermine, Potter hat 'ne Freundin."

„Sie ist ein bisschen jung, oder?", fragte Hermine und betrachtete das kleine rothaarige Mädchen neugierig. „Ist sie überhaupt alt genug für Hogwarts?"

„Ich fange dieses Jahr an", sagte das Mädchen und warf ihr Haar zurück. Sie beäugte Hermines Slytherin T-Shirt mit Häme. „Ich werde aber nicht in dem Haus sein. Lieber sterbe ich."

„Das ließe sich einrichten", murmelte Draco und Hermine schenkte ihm einen wie sie hoffte besänftigenden Blick.

„Mit wem redest du, Ginny?" Ron Weasley kam herbei und die Familienähnlichkeit zwischen ihm und dem kleinen Mädchen vor ihnen war unverkennbar. Der Junge sah Hermine und Draco mit Abscheu an. „Bleib diesen Pennern fern, Gin. Sie sind nichts als Unheil." Er steckte seine Hände in seine Taschen und grinste sie spöttisch an. „Wette ihr seid überrascht, Harry hier zu sehen."

„Warum sollten wir?", fragte Hermine und rollte mit den Augen. „Er muss auch Bücher kaufen."

„Hatte nicht wirklich über Potters Einkaufsbedürfnisse nachgedacht, wenn ich ehrlich bin", sagte Draco. „Aber etwas überrascht, dich hier zu sehen, Weasley. Muss deine Familie einen Monat lang aufs Essen verzichten um die Bücher für dich, deine Brüder, und die kleine Rothaarige hier bezahlen zu können?"

Ron Weasley stürzte sich auf Draco, aber Harry Potter packte seine Jacke und zog ihn zurück.

„Ron!" Ein korpulenter, rothaariger Mann kam schwer atmend zu ihnen, als er sich durch die Menge kämpfte. „Was tust du da?"

Hermine hatte die plötzliche, natürliche Angst eines Kindes, das mitten im Gerangel von einem Erwachsenen erwischt wurde, bis sie eine Hand auf ihrer Schulter spürte und hinter sich Mr. Malfoy sah, der eine Hand auf ihr, und die andere auf Draco ruhen ließ. Sie drehte sich wieder zu der Sippe vor ihr um, ein zuversichtliches Lächeln auf ihrem Gesicht. „Mr. Weasley", sagte Dracos Vater gedehnt. „Ich bin überrascht zu sehen, dass Sie Zeit haben, ihre Brut beim Einkaufen zu begleiten, so beschäftigt, wie sie momentan im Ministerium sind. All diese Hausdurchsuchungen. Ich hoffe, dass Ihre Überstunden bezahlt werden."

Er beließ eine Hand auf Hermine, aber entfernte die andere von seinem Sohn, um in Ginny Weasleys Kessel voller Bücher zu greifen. Er zog ein angeschlagenes Lehrbuch heraus, zog seine Augenbrauen empor und sagte: „Offensichtlich nicht." Er seufzte. „Wenn Sie schon eine Schande für die Zaubererwelt sein müssen, sollten Sie dafür zumindest gut bezahlt werden."

„Wir haben sehr unterschiedliche Vorstellungen darüber, was es bedeutet, eine Schande zu sein", brachte Arthur Weasley hervor.

„Offensichtlich." Mr. Malfoy betrachtete das Buch mit scheinbar echtem Mitleid, bevor er es zurück in den Kessel des Mädchens fielen ließ. „Kommt, Kinder. Lasst uns eure Bücher kaufen und dann, glaube ich, müssen wir einen Besen für Draco aussuchen, und ich habe euch beiden ein Eis versprochen." Er hielt inne. „Miss Granger, möchtest du auch einen Besen haben? Ich würde dir gerne Ratschläge geben und dir einen..."

Hermine sagte rasch: „Danke sehr, Sir, aber Sie waren bereits zu großzügig mit Ihrer Zeit und Ihrem Angebot von Eiscreme. Ein Besen ist zu viel, und ich könnte nicht..."

„Hermine hasst fliegen", warf Draco ein. „Sie würde ihn nie benutzen."

„Jede vernünftige Person würde fliegen hassen, wenn sie gezwungen würde, die Schulbesen zu verwenden." Lucius Malfoy hatte sich von den Weasleys abgewandt, als hätte er sie aus seinem Gedächtnis verbannt. „Sie sind eine Schande, und außerdem gefährlich. Nein, nein, Kind. Wenn ich dich ohne einen anständigen Besen zur Schule zurückkehren ließe, würde mir meine eigene Frau nie verzeihen, dass ich einen Freund Dacos einem Risiko ausgesetzt hätte."

„Sie können ihr nicht einfach einen Besen kaufen", platzte Ron Weasley heraus, und Mr. Malfoy wandte sich um, um das Kind mit einem höflich neugierigen Gesichtsausdruck zu betrachten.

„Warum um Merlins Willen nicht?"

„Sie ist muggelstämmig", sagte Ron mit bösartiger Freude. Er erwartete offenbar, dass Dracos Vater seine Unterstützung des Mädchens beendete, sobald er diese Neuigkeit vernahm. Mr. Malofy blinzelte ein paar Mal, und sah dann zu Mr. Weasley.

„Ich hatte keine Ahnung, dass Sie Ihren Kindern solche Vorurteile eingeprägt haben, Arthur. Faszinierend. Gerade als ich gedacht hatte, dass Sie nicht tiefer sinken könnten." Mr. Malfoy wandte sich von den Weasleys ab und, während er seine beiden Schützlinge zum Tresen leitete, bestand weiterhin darauf, dass Hermine fliegen mögen würde, wenn sie es nur auf einem vernünftigen Besen versuchte. Kein Rennbesen, nein, nichts wie was Draco wollte, aber ein gut gefertigter Besen. Sie protestierte den ganzen Weg zum Besengeschäft, dass es einfach zu viel wäre, wo der Mann zwei Besen für Draco kaufte; einen Rennbesen und einen einfacheren Besen, 'für den Fall, dass du einem Freund einen leihen musst'.


Hermine packte Daphne mit einer Hand und Pansy bei der anderen, zog sie in ein Abteil und die drei ließen sich auf die Sitze fallen.

„Hast du sie mitgebracht?", wollte Pansy wissen, und Hermine nickte und begann, Muggelmodemagazine aus ihrer Tasche zu ziehen.

„Merlin, ich liebe sie." Daphne lehnte sich zurück und blätterte mit einem freudigen Seufzer durch die britische Vogue. „Ich wünschte, meine Mutter würde mich die haben lassen."

„Wenn meine Eltern mich mit einem davon erwischen würden, hätte ich Hausarrest, bis ich verheiratet bin", sagte Pansy grummelnd, „aber seht es euch an." Sie hielt ein Bild von einer Frau in einem Kleid mit besticktem Oberteil und einem kurzen Rock, der beinahe nur aus Federn bestand, hoch; die Frau hatte einen Mantel über die Schulter geworfen, trug Handschuhe, die über ihren Ellenbogen reichten, und einen Hut, der nur als 'kess' beschrieben werden konnte. „Ich will das haben."

„Wo würdest du es tragen?", fragte Hermine.

„So langweilig praktisch", murmelte Daphne.

Die Tür zum Abteil öffnete sich und die drei Mädchen schoben die Magazine mit schnellen, schuldbewussten Bewegungen in ihre Taschen, als Theo seinen Kopf hereinsteckte.

„Was führt ihr drei im Schilde?", fragte er ihre Gesichter betrachtend.

„Nichts", sagte Pansy. „Wie war dein Sommer, Theo?"


Draco reichte Hermine eine Ausgabe des Abendpropheten.

„Sie haben ein magisches Auto geflogen? Sie wurden gesehen?", fragte sie entsetzt. „Deshalb waren sie nicht im Zug? Das ist das bescheuertste, lächerlichste, … Bitte sag mir, dass sie dafür von der Schule verwiesen wurden."

Sie sah sein Gesicht an und seufzte.

„Sie wurden nicht verwiesen, oder?"

„Verfluchter Potter", sagte Draco, und sie nickte zustimmend.


Dem Heuler, den Weasleys Mutter ihm wegen des Autovorfalls geschickt hatte, zuzuhören, munterte sie beide auf. „Trotzdem", sagte Hermine wie der sprichwörtliche Hund mit einem Knochen. „Sie hätten der Schule verwiesen werden sollen."


„Welches Fach haben wir als nächstes?", fragte Theo, als sie auf dem Schlosshof standen, und betrachtete seinen Stundenplan missmutig.

„Verteidigung gegen die Dunklen Künste", sagte Hermine, und er sah hinüber auf ihren Zettel.

„Hermine", fragte er, „warum hast du alle Stunden bei Lockhart mit einem Herz umkringelt?"

Sie schnappte ihm den Stundenplan aus der Hand und murmelte etwas Unverständliches, bevor sie es in ihre Tasche steckte. „Was ist da los?", fragte sie um ihn abzulenken, und deutete auf einen winzigen Jungen, der Potter fotografierte.

„Ich bin sehr viel mehr an deinen Herzen interessiert", sagte Theo und langte nach ihrer Tasche, aber Draco war auf das Gerangel vor ihnen aufmerksam geworden und Theo richtete sich seufzend auf und folgte Draco, als der in Richtung Potter schlenderte. Der winzige Junge fragte Potter, ob er ein Bild mit seinem Helden schießen durfte, das Potter später signieren würde. Draco begann zu lachen.

„Verteilst du jetzt Autogrammkarten, Potter?", fragte er. Seine Stimme war laut und hallte über den ganzen Hof. Hermine kicherte und Greg kam herbeigeeilt, um Potters rotes Gesicht ebenfalls spöttisch anzusehen. Theo seufzte nur. „Hey, alle miteinander", Draco hob seine Stimme noch weiter. „Harry Potter verteilt Fotos an seine Fans."

„Nun", sagte Hermine, „er ist eine Berühmtheit."

„Ich dachte, du magst solche", stichelte Theo und sie sah ihn finster an.

„Bin ich nicht", murmelte Potter und hielt seine Büchertasche fester.

„Ihr seid doch nur neidisch", schnappte der Kamera schwingende Junge und Hermine lachte, aufrichtig und erfreut.

„Worauf?", fragte sie und begann dann mit süßer Stimme das Messer herumzudrehen. „Darauf, dass meine Mutter gestorben ist, damit ich überleben konnte; dass ich jeden Tag meines Lebens weiß, dass meine Eltern wegen mir tot sind? Darauf, berühmt zu sein, weil ich einfach nicht gestorben bin?"

„Es ist die Narbe, schätze ich", sagte Draco. „Mädchen stehen auf Narben."

„Ich denke, sie ist hässlich", sagte Hermine achselzuckend.

„Friss Schnecken, Granger", zischte Weasley und Draco verengte seine Augen.

„Sei vorsichtig", sagte er. „Du möchtest nicht noch einen Brief von deiner Mutter bekommen. 'Wenn du noch einmal die Regeln verletzt'", ahmte er nach, seine Stimme hoch und schrill.

Eine Gruppe älterer Slytherins lachte und Ron wurde rot.

„Warum gibst du nicht Weasley ein Bild", schlug Draco vor. „Er könnte es verkaufen und das Monatseinkommen seiner Familie verdoppeln."

Mit einem Schrei voll unzähmbarer Wut zog Weasley seinen Zauberstab und deutete ihn auf Draco.

„Warum ist dieser Zauberstab zusammengeklebt?", fragte Hermine, legte ihren Kopf zur Seite und zog ihren eigenen ruhig hervor, als ob sie sie vergleichen wollte. „Funktionieren sie so überhaupt noch?"

„Nicht sehr gut", sagte Theo mit selbstgefälligem Grinsen. „Die meisten Leute kaufen einfach einen neuen."

„Warum tut er das nicht?", fragte sie.

„Oh, er kann es sich nicht leisten", sagte Theo und zuckte die Schultern während Weasley immer röter wurde.

„Schade", sagte Hermine. „Meiner funktioniert einwandfrei. Steck deinen Zauberstab weg, Weasley, bevor ich denke, dass du meine Freunde bedrohst, und überreagiere."

„Was ist hier los?" Gilderoy Lockhart, der tatsächlich ihr neuer Lehrer für Verteidigung gegen die Dunklen Künste war, eilte herbei und Hermine ließ ihren Zauberstab zurück in ihre Tasche gleiten.

„Fotos!", rief der Mann mit unverkennbarer Freude. „Ich mache eins mit dir für unseren jungen Freund hier, Harry, und dann signieren wir es beide. Wie hört sich das an?"

Draco kicherte gehässig und er, Greg, Theo und Hermine schlenderten zum Klassenzimmer, während Potter sich wand.

„Erinnere mich, dich niemals böse zu machen", sagte Greg und stieß Hermine an. „'Wegen dir sind deine Eltern tot.' Autsch."

„Sie ist genial", sagte Draco und Theo lachte.

„Ja, solange sie auf unserer Seite ist, ist sie genial. Pass nur auf, dass sie sich niemals entscheidet, dich zu hassen, Draco."

„Wird nicht passieren", sagte der Junge. „Wer als erster im Klassenzimmer ist." Die vier Kinder stürmten vor einfacher Freude kreischend über den Hof.


„Hermine." Theo vertrieb einen Erstklässler von dem Platz neben ihre auf dem Sofa und riss ihr das Buch aus der Hand. „Ich habe eine Frage für dich."

Sie seufzte ein leidgeprüftes, langgezogenes Seufzen und wartete, dass er fortfuhr.

„Ich weiß", sagte er, „dass du eine unglaubliche Streberin bist, und dass du deine Notizen mit unterschiedlichen Farben markierst, um sie zu sortieren. Ich weiß, dass du Karteikarten hast, damit du dir im Gehen irgendwelche Fakten einpauken kannst. Ich weiß, ..."

„Komm zur Sache", murmelte sie.

„Und ich war sehr beeindruckt davon, wie du all diese Wichtel eingefroren hast, nachdem Lockhart geflohen ist, und dich, mich und Draco zurückgelassen hat, um uns um das Chaos zu kümmern. Nicht unbedingt das, was ich von einem Mann mit seiner, ähm, Erfahrung erwartet hätte."

„Wirst du vorm Abendessen noch auf den Punkt kommen?"

„Was ich nicht verstehe", sagte er mit vollkommen unschuldiger Stimme, „ist, woher du wusstest, dass es Lockharts größter Traum ist, seine eigene Reihe von Haarpflegeprodukten auf den Markt zu bringen."

Blaise und Pansy fingen beide zu lachen an, und selbst Draco sah grinsend auf, als Hermine Theo einen finsteren Blick zuwarf, ihre Ausgabe von Wandern mit Werwölfen aus seiner Hand riss und ihre Sachen zusammen sammelte, um zu ihrem Schlafsaal zu stapfen.

„Um fair zu sein", sagte Blaise mit erhobener Stimme, „hat sie uns mit ihrer Schwärmerei zehn Punkte verdient."

Hermine ließ die Tür zuknallen.


„Erklär' mir noch mal, warum ich das Mannschaftstraining ansehen muss?", jammerte Hermine, als Draco sie in Richtung des Quidditchfeldes zog.

„Weil du mich liebst?", schlug er vor und sie schnaubte.

„Hol dir Pansy oder Millie, wenn du jemanden möchtest, der dich umschwärmt", erwiderte sie und blieb dann stehen. „Was tun die hier?"

Das Gryffindorteam war bereits auf dem Feld und stritt mit Flint. „Oh", sagte Draco in der unschuldigen Stimme, die bedeutete, dass er etwas im Schilde führte, „sie hatten das Feld bereits gebucht, aber wir haben eine besondere Erlaubnis von Snape bekommen es zu teilen, weil die Mannschaft zusätzliche Zeit braucht, um ihren neuen Sucher zu trainieren."

„Ich verstehe immer noch nicht, warum du möchtest, dass ich zusehe... warte." Sie hielt inne und sah ihn an. „Draco? Bist du der neue Sucher?"

Als er nickte, sowohl selbstzufrieden als auch nervös aussehend, flog sie in seine Arme und umarmte ihn. „Ich komme zu jedem Spiel", versprach sie. „Ich freue mich so für dich! Draco, das ist toll! Du musst so begeistert sein."

„Bin ich", sagte er, und dann, mit Nervosität in der Stimme: „Mein Vater hat der Mannschaft neue Besen gekauft, aber … Ich musste trotzdem zu den Testspielen. Er hat sie gekauft, nachdem ich aufgenommen wurde, ich schwöre es, Hermine. Ich habe nicht..."

„Natürlich nicht." Sie umarmte ihn erneut. „Ich bin so stolz auf dich, Draco."

Sie erreichten die streitenden Teams, Dracos Arm um ihre Schultern geschlungen, gerade als Weasley von den herrlichen neuen Besen zu Draco sah und sagte: „Nun, ich schätze, wir wissen, warum er der neue Sucher ist. Zumindest musstest du dir nicht den Platz in der Mannschaft erkaufen, Harry."

„Draco ist in der Mannschaft, weil er ausgezeichnet fliegt", sagte Hermine mit blitzenden Augen. „Und niemand musste irgendwelche Regeln für ihn brechen, anders als für deinen kostbaren Harry Potter."

„Niemand hat nach deiner Meinung gefragt, du dreckiges kleines Schlammblut", blaffte Weasley und es entstand eine plötzliche Stille, die anhielt, bis Draco seinen Zauberstab hervorzog.

Marcus Flint schubste den jüngeren Slytherin aus dem Weg und versperrte seinen Blick auf Weasley. „Er ist es nicht wert", zischte der ältere Junge. „Wie kannst du es wagen!", rief Adrian Pucey, als Draco schrie: „Dafür wirst du bezahlen, Weasley." Er versuchte, sich mit weiterhin gezogenem Zauberstab an Flint vorbei zu winden, und Weasley zog seinen eigenen geflickten Zauberstab hervor und sandte einen Fluch auf Draco.

Der Fluch ging nach hinten los und traf Weasley selber, der zu husten begann. Er blickte entsetzt, als er erst eine, dann eine zweite, und immer mehr Nacktschnecken aus würgte. Er hustete immer weiter fette Schnecken hoch, und die Slytherins hörten auf, Draco zurückzuhalten, und begannen zu lachen. Selbst Hermine, die zornige Tränen zurück geblinzelt hatte, musste lachen. Draco steckte seinen Zauberstab ein, schlang seine Arme um das Mädchen und blickte den Jungen, der nicht aufhörte Nacktschnecken auszuspucken, über ihre Schulter hinweg böse an. „Dafür krieg ich ihn ran", schwor er, seine Stimme von ihrem Haar gedämpft. „Nacktschnecken sind nicht genug. Ich kriege ihn, keine Sorge, Hermine."

„Wir kriegen ihn", stellte sie richtig, als sie ihre Augen abwischte und ein paar Mal schluckte.

Später sagte sie: „Ich weiß, dass einige … einige der anderen in unserem Haus, sie..."

„Du bist eine von uns", sagte Draco und gab ihr einen der kleinen Kuchen, den er von der letzten Schachtel aufbewahrt hatte. „Haus über Blut."

„Du hast Leute Schlammblut genannt", sagte sie leise und knabberte an der alten Leckerei.

„Keine Slytherins", sagte er, „und nicht dich." Er knuffte sie und versuchte, ihr ein Lachen zu entlocken. „Außerdem ist es völliger Mist, wenn Weasley behauptet, er sei dafür, alle Muggelstämmigen zu beschützen, während er dich so nennt."

„Er ist ein Arsch", stimmte sie zu und sank gegen die Lehne ihres Stuhls. „Ich wünschte, es gäbe keine Vorurteile über Blut."

Draco schnaubte. „Eigentlich sind es nur Leute, die sich seit Ewigkeiten hassen. Mein Vater ist ein 'Blutpurist' und er mag dich, aber er würde den Longbottoms niemals ein Lächeln schenken. Die Weasleys sind Blutsverräter und, naja, du hast den Penner gehört. Selbst wenn man Blut außen vorlässt, hassen wir uns noch."

„Also geht es nur darum, eine Seite auszuwählen", sagte sie und lehnte ihren Kopf gegen ihn.

„Der Hut hat deine Seite gewählt", sagte er. „Hat dich uns gegeben."

„Ich mag es nicht, mein Schicksal von einem Hut entschieden zu haben", murmelte sie.


Hermine, Theo und Draco wanderten durch die Korridore, sich schubsend und lachend, als sie versuchte Theo davon abzuhalten, ihre Bücher nach Herzen um Lockharts Namen abzusuchen, als Theo plötzlich anhielt und mit erstickter Stimme sagte: „Was ist das?"

Auf der Mauer stand in riesigen Buchstaben geschrieben:

DIE KAMMER DEs SCHRECKENS WURDE GEÖFFNET

FEINDE DES ERBEN, NEHMT EUCH IN ACHT

„Was..."

Draco sah blasser aus als sonst, packte Hermine und drehte sie in die andere Richtung, aber nicht bevor sie die Katze sah, die steif wie ein Brett von einer Fackelhalterung neben dem Schriftzug hing.

„Draco", sagte sie, ihre Stimme fast unhörbar, „sollten wir nicht etwas unternehmen?"

„Wir wollen nicht hier gefunden werden", sagte er. „Glaub mir."

Aber bevor sie entkommen konnten, ergoss sich ein ganzer Schwall Schüler in den Flur. Als die Schüler die Nachricht und die starre Katze erblickten, wurden sie ebenfalls stocksteif, bis die immer größer werdende Gruppe auseinander gedrückt wurde, als der Hausmeister der Schule sich nach vorn drängte, und zu erfahren verlangte, was hier vor sich ging. Dann sah er die Katze – seine Katze – und fuhr herum um die versammelte Gruppe anzustarren.

„Wer hat das getan?", fragte er. Der Mann erblickte Harry Potter, deutete mit einem krummen, zitternden Finger auf ihn und sagte: „Du – Du hast meiner Katze das angetan! Du hast sie getötet, und ich werde dich umbringen, du kleiner..."

„Argus." Dumbledore erschien von irgendwo her und beruhigte den hysterischen Mann. „Nehmen Sie Ihre Katze und ich werde einen Blick auf sie werfen. Mr. Potter, Mr. Weasley, bitte kommen Sie mit uns mit."

Draco trieb Hermine langsam von der Gruppe weg, Theo dicht auf ihren Fersen, und sobald Dumbledore und Filch mit den Gryffindordeppen verschwunden waren, eilten die drei zu den Kerkern. „Draco", sagte Hermine, „was war das? Was ist die Kammer der Schrecken? Wer ist der Erbe?"

„Bei unserem Glück ist es Potter", murmelte Theo und sie fuhr herum, um ihn anzusehen.

„Der Erbe Slytherins", erklärte Draco, als sie in den Gemeinschaftsraum eintraten.

„Ihr drei." Ein Siebtklässler hielt sie auf. „Geht nicht weg. Hausversammlung."


„Also, lasst uns mit den Grundlagen anfangen." Das gesamte Haus Slytherin war in ihrem Gemeinschaftsraum versammelt. Als bloße Zweitklässler waren Hermine und ihre Freunde gegen die Wand gedrückt, nachdem ältere Schüler sie von ihren Sitzplätzen auf den Möbeln verdrängt hatten. Zwischen Draco und Theo hatte sie immer jemand berührt, seit sie die Nachricht gefunden hatten, und sie war inzwischen nicht mehr genervt sondern verängstigt, und sie hatte die Angst unterdrückt, indem sie Fakten für Geschichte der Magie wiederholt hatte. Jetzt nahm Draco das Buch aus ihren Händen und stieß sie an, damit sie ihre Aufmerksamkeit auf die Siebtklässlerin vorne im Raum lenkte.

„Denkt jemand hier, er sei der Erbe Slytherins?"

Ein nervöses Gelächter folgte auf ihre Frage und ein Witzbold rief: „Könnte ein Mädchen sein."

„Oder sie?", fügte das Mädchen Augen rollend hinzu.

„Was ist der Erbe Slytherins?", zischte Hermine Draco zu. Es war aber Theo, der antwortete: „Nachkomme von Salazar Slytherin. Eine Art Mythos, eigentlich. Ich bin ziemlich sicher, dass die ganze Familie vor Generationen ausgestorben ist, aber die Idee ist, dass diese Person die gleichen Kräfte besitzt, die Slytherin hatte."

„Wie zum Beispiel?"

„Parsel, eine generelle Abneigung gegen Schlamm... Muggelstämmige."

Das Mädchen, das das Treffen leitete, sprach erneut: „Denkt jemand, es wäre schlau, diese Nachricht auf der Wand zu hinterlassen?"

„Die Leute hassen uns schon genug", murmelte ein Junge, der auf einer Armlehne eines der Sofas balancierte – Hermine glaubte, dass er in der sechsten Klasse war. „Die verfluchten Professoren ziehen Punkte ab, wenn wir sie falsch ansehen, und die ganze Sache mit dem Hauspokal letztes Jahr? Wer wäre dumm genug zu versuchen, dass die Leute uns noch weniger leiden können?"

„Das ist mein Z.A.G.-Jahr", sagte ein Mädchen, und in ihrer Stimme schwang Hysterie mit. „Ich habe keine Zeit für Erben und Kammern und -"

„Hat jemand hier ein Problem mit Muggelstämmigen?"

„Nicht so lange sie in unserem Haus sind", murmelte jemand.

„Muggelkunde ist eine verdammte Zeitverschwendung", sagte jemand und erhielt ein zustimmendes Murmeln. „Damit habe ich ein Problem."

Draco sandte Hermine einen leicht entschuldigenden Blick, aber sie schüttelte den Kopf. „Was? Er hat recht."

„Seht ihr?", sagte eine Schülerin in ihrer Nähe. „Selbst Hermine, unsere ansässige Muggelstämmige, hält das Fach für überflüssig."

„Das liegt daran, dass sie keine Idiotin ist", sagte jemand, und Gelächter zog durch den Raum.

„Irgendwelche Parselmünder im Haus?", fragte das Mädchen, das die Versammlung leitete, und es gab erneutes Gelächter.

„Was ist ein Parselmund?", zischte Hermine Theo zu, der so leise wie möglich sagte: „Die Fähigkeit mit Schlangen zu sprechen. Salazar Slytherin hatte sie. Der Dunkle Lord hatte sie. Es ist … wird nicht wirklich als eine gute Eigenschaft angesehen, es ist nichts, worüber Menschen reden. Es ist etwas, das der Erbe haben würde."

„Was werden wir tun?", fragte Marcus Flint. „Ihr wisst, dass alle uns die Schuld geben werden."

„Nicht erwischt werden, wie wir mit Schlangen reden?", schlug ein Witzbold vor.

„Ich weiß nicht, was wir tun können", gab das führende Mädchen zu. „Bleibt unauffällig, passt auf einander auf -"

„Also alles beim Alten", sagte jemand bitter. „Wenn etwas schief läuft, muss es einer von uns sein."

„Wenn der Dunkle Lord noch hier wäre...", fing jemand an, doch er wurde rasch von den umstehenden Leuten zum Schweigen gebracht.


In der nächsten Woche redeten die Schüler über nichts als die Kammer und den Erben. Es gab wilde Spekulationen darüber, wer der mysteriöse Erbe sein musste, und die Schüler waren entzweit zwischen Harry Potter („Schließlich hat er Ihr-Wisst-Schon-Wen besiegt") und einem Slytherin („Schließlich muss es eine der Schlangen sein, oder?"). Hermine verbrachte ihre Zeit mit Nachforschungen und ließ sogar Theo auflaufen, als er versuchte sie von ihren Büchern abzuhalten. Letztendlich veranstalteten er und Greg, was sie eine 'Intervention' nannten.

„Du musst aufhören", sagte Greg. „Du wirst dich noch verrückt machen. Was suchst du überhaupt?"

„Jede Ausgabe von Geschichte Hogwarts' wurde ausgeliehen", antwortete Hermine frustriert. „Und ich habe mein Exemplar zu Hause gelassen."

„Da das Buch noch langweiliger ist als der Magische Sozialregister, bin ich schockiert, dass du überhaupt eines besitzt", sagte Theo. „Was versuchst du zu tun? Dich mit Langeweile umzubringen?"

„Nein, du Arsch", sagte sie und zerrte an dem Buch in seiner Hand. „Ich versuche herauszufinden, was die Kammer ist. Ich weiß, dass sie darin war, ich erinnere mich an den Namen, aber ich weiß nicht mehr, was sie war."

Sie bekam ihre Chance es herauszufinden in Geschichte der Zauberei. Das Fach wurde weithin als schmerzhaft langweilig angesehen; es war das einzige Fach, das von einem Geist unterrichtet wurde, und Professor Binns schien zu glauben, dass pädagogische Maßnahmen, die gut genug für das siebzehnte Jahrhundertgewesen waren, auch heute noch gut genug waren.

„Professor!" Sie winkte ihre Hand durch die Luft und Theo ließ seinen Kopf mit einem lauten, dramatischen Geräusch auf den Tisch fallen.

„Miss – ähm?" Binns schien überrascht, dass er in seinem Vortrag über die Zaubererversammlung von 1289 unterbrochen worden war.

„Granger, Sir. Und es tut mir leid, Sie zu unterbrechen, aber ich habe mich gefragt, was Sie uns über die Kammer des Schreckens erzählen können."

Die Leute im Raum hörten zu kritzeln auf und sahen bei ihrer Frage auf.

„Miss Granger." Der Geist schien geradezu gereizt ob ihrer Frage. „Dies ist Geschichte. Wenn sie Mythen und Legenden studieren möchten, dann rate ich Ihnen, die Bibliothek aufzusuchen." Er hielt inne. „Oder vielleicht Schulleiter Dumbledore."

Die Slytherins kicherten nach dem letzten Kommentar.

„Aber Sir", beharrte sie, „sicher waren die meisten Legenden doch ursprünglich in Tatsachen gebettet. Erst letzte Woche, als Sie über die primären Dokumente, die wir für das Studium der Geschichte verwenden sollen, geredet haben, haben Sie anerkannt, dass..." Sie blätterte durch ihre Zettel und Binns schien etwas schockiert, dass sie in seiner Klasse überhaupt Notizen gemacht hatte, ganz zu schweigen von der Menge, die sich vor ihr befand.

„Ja, nun." Er unterbrach ihre Suche. „Sie haben ganz recht. Es ist nur, dass es eine solch eine entsetzliche und reißerische Geschichte ist und..." Er sah durch den Raum voller gespannter Gesichter und blinzelte ein paar Mal. „Na schön. Aber dies wird nicht im nächsten Test vorkommen. Dies ist nicht Teil des Lehrstoffs.

Wie Sie sicherlich wissen, wurde Hogwarts von vier Personen gegründet, und einer davon war Salazar Slytherin. Er und seine Mitgründer hatten unterschiedliche Ansichten darüber, wem eine magische Ausbildung angeboten werden sollte, da er Muggelstämmige von der Schule ausschließen wollte. Letztendlich verließ er die Schule wegen dieser Meinungsverschiedenheiten, aber laut Gerücht hinterließ er eine geheime Kammer, die nur von seinem wahren Erben geöffnet werden konnte." Der Geist sah sich im Raum um. „Das ist natürlich Unsinn. Menschen haben die Kammer seit hunderten von Jahren gesucht."

„Aber warum der ganze Trubel um ein geheimes Zimmer?", fragte Lavender Brown, eines der weniger intelligenten Gryffindormädchen. „Dieser Ort ist voll von Zimmern, die niemand verwendet."

„In der Kammer", sagte Binns und runzelte die Stirn, „befindet sich ein Monster. Wie gesagt, das ist natürlich völliger Unfug, aber laut der Legende könnte der wahre Erbe das Monster kontrollieren, und es würde die Schule von allen Muggelstämmigen säubern."

„Ich wusste, dass Slytherin niederträchtig war", sagte Weasley gedehnt, „aber ich wusste nicht, dass er den ganzen Unsinn mit dem reinen Blut angefangen hat. Ich wollte nicht mal in dem Haus sein, wenn ich bezahlt würde. Ich schwöre, wenn der Hut versucht hätte, mich nach Slytherin zu stecken, wäre ich direkt wieder in den Zug gestiegen und hätte verlangt, nach Hause zu fahren."

„Das ist Blödsinn", sagte Hermine, legte ihre Feder weg und sah Weasley finster an. „Ich bin muggelstämmig, und ich hatte keine Probleme in Slytherin."

„Noch nicht." Weasley grinste sie an. „Aber jetzt da der Erbe die Kammer geöffnet hat, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bevor einer deiner liebevollen Hausgenossen sich deiner und deines buschigen, schrecklichen Haares entledigt."

„Kein Verlust", murmelte Potter und Hermine drehte sich, um auch ihn anzufunkeln.

„Es ist unlogisch und dämlich", sagte Hermine laut. „Wenn Salazar Slytherin Muggelstämmige so sehr los sein wollte, warum hat er ein Monster in der Kammer gelassen, um sie irgendwann später zu vernichten? Warum hat er sie nicht einfach alle selbst getötet?"

„Miss Granger erwähnt in der Tat eines der Probleme der Legende", sagte Binns. „Wenn wir als Historiker uns Quellen wie diese ansehen, ist es von höchster Bedeutung, dass wir -"

Und", fuhr sie fort, „als die Schule gegründet wurde, haben da die Muggel Hexen und Zauberer nicht noch getötet?"

„In der Tat." Binns versuchte die Kontrolle über den Unterricht wieder von Hermine wegzunehmen, aber sie machte einfach weiter.

„Salazar Slytherin hatte einen guten Grund, um 990 herum Muggelstämmige auszuschließen. Diese Gründe sind tausend Jahre später überhaupt nicht mehr relevant." Sie lehnte sich selbstgefällig in ihrem Stuhl zurück. „Die einzigen Leute, die gemein zu mir waren, weil ich muggelstämmig bin, sind Leute wie du, Weasley. Slytherin hat sich weiterbewegt; es ist zu schade, dass du das offenbar nicht hast."

„Habe ich dir in letzter Zeit gesagt, dass du genial bist?", fragte Draco, als sie aus dem Klassenzimmer gingen, und sie grinste ihn an.

„Nein."

„Möchtest du fliegen gehen?"

Sie schüttelte sich. „Nein."

„Theo?"

„Bin dabei." Die beiden Jungs liefen davon und sie streckte ihnen ihre Zunge hinterher, bevor sie zur Bibliothek ging um nachzusehen, ob jemand ein Exemplar von Geschichte Hogwarts' zurückgebracht hatte. Sie hatte das nagende Gefühl, dass es noch etwas über die Kammer gab, an das sie sich nicht erinnern konnte.


Die Debatte darüber, ob Harry Potter der Erbe war oder nicht, ging weiter, und man konnte dadurch verfolgen, wer es glaubte, dass einige Schüler ihn auf den Fluren mieden oder während der Mahlzeiten nicht bei ihm saßen.

Nicht dass es Hermine kümmerte, aber Draco hatte entschieden, dass Potter der Erbe sein musste, und er war fast so weit, dass er ein Tagebuch über die Taten des Deppen führte, und sie musste sich viele Spekulationen darüber anhören, wo der Junge hinging und was er dort tat.

„Er ist in die Mädchentoilette gegangen", sagte Draco eines Tages mit erfreuter Stimme.

„Welche?", fragte Hermine beiläufig.

„Warum schert dich das?"

„Damit ich sicher gehen kann, dass ich die niemals verwende", sagte sie und grinste ihn an.

„Die neben der die... neben der wir die … du weißt schon gefunden haben. Sie hat ein großes 'Defekt'-Schild an der Tür."

„Oh, in der spukt es." Hermine sah wieder auf ihr Buch. „Die Maulende Myrte. Sie ist in den Vierzigern oder so gestorben und sie flutet den Ort andauernd."

„Ich wette, Potter hat da versucht herauszufinden, wie er das Monster entfesseln kann", sagte Draco zu ihr und sie seufzte.

„Ist Potter ein Parselmund?", fragte sie und als Draco eine Grimasse schnitt, murmelte sie: „Komm mit deiner Theorie wieder, wenn er mit Schlangen sprechen kann. Bis dahin nimm deine langweilige Besessenheit und sprich darüber mit Millie."


„Ich habe dich noch nie so aufgeregt darüber gesehen, zu einem Quidditchspiel zu gehen", sagte Blaise, als Hermine vor der Tür des Gemeinschaftsraums stand.

„Ich glaube, sie ist aufgeregt, dass sie Draco spielen sehen wird", sagte Greg und wickelte einen Schal um seinen Hals. „Warum ist das Wetter an Spieltagen immer so bescheiden?"

„Daran kann's nicht liegen", sagte Blaise. „Unsere kleine Hermine spart all ihre Liebe für Professor Lockhart."

„Halt die Klappe, Blaise", murmelte sie, als er sie angrinste.

„Wer möchte wetten, dass wenn wir uns ihre Notizen anziehen, wir überall Herzen um 'Hermine Lockhart' finden werden?", zog er sie auf und sie wurde tiefrot und nahm Gregs Hand.

„Lasst uns gehen", sagte sie. „Ich möchte einen guten Platz erwischen."

Fünf Minuten nach Beginn des Spiels bereute sie bereits ihr Versprechen, sich alle Spiele anzusehen. Nicht, dass sie eine große Wahl hatte. Es war einfach so langweilig zuzusehen, wie jeder herumflog, und das Spiel schien wirklich gefährlich mit den Klatschern, die willkürlich umher flogen. Nun, vielleicht nicht völlig willkürlich.

„Greg", fragte sie, „ist der eine Klatscher auf Harry fixiert?"

Der Junge sah hinüber und verengte die Augen. Greg war nicht der allerbeste Schüler, aber liebte Quidditch - liebte es – und die Idee, dass jemand die Bälle manipuliert hatte, begeisterte ihn nicht. „Wenn sie es getan haben", murmelte er, „wird niemand glauben, dass wir es nicht waren. Selbst wenn wir gewinnen..."

„Werden die Leute annehmen, dass es passiert ist, weil wir gemogelt haben", sagte sie, zornig werdend. „Und das haben wir nicht. Haben wir nicht."

„Aber niemand wird das glauben", sagte Greg, und seine Stimme war so leise, dass sie in der tosenden Menge fast nicht zu hören war. „Das ist ätzend."

Die Gryffindors ließen das Spiel unterbrechen, und Hermine klammerte sich an Gregs Arm, während sie zusahen, wie die andere Seite sich beriet. Ihre eigene Mannschaft, sechzig zu null in Führung, johlte. „Sie versuchen zu entscheiden, was sie tun werden", sagte sie, und er nickte.

„Wenn sie das Spiel absagen und eine Untersuchung fordern, gewinnen wir automatisch", sagte er. „Das werden sie nie tun."

„Dies Spiel ist idiotisch", sagte sie und Greg sah sie genervt an.

„Es ist noch nicht mal jemand verletzt."

„Noch", murmelte sie, und umklammerte ihn enger, als das Spiel weiterging und Draco zurück in die Luft stieg. Sie konnte den Schnatz direkt über seinem Ohr schweben sehen, aber er war so beschäftigt damit Potter zu verhöhnen, dass er ihn nicht sah; sie versuchte seinen Namen zu schreien, aber ihre Stimme ging im allgemeinen Getöse unter und sie stampfte frustriert mit dem Fuß.

„Seht mal, wer sich plötzlich fürs Spiel interessiert", neckte Blaise.

Sie schnappte nach Luft, als der besessene Klatscher Harry Potter traf, und vergrub ihr Gesicht in Gregs Schulter, als der gegnerische Sucher so schnell er konnte auf Draco zuflog und so den gewalttätigen Ball direkt auf ihren Freund lenkte.

„Verdammt!", hörte sie Greg sagen und schaute auf, wo sie Potter im Dreck liegen sah. „Der kleine Scheißkerl hat den Schnatz schon wieder gefangen", fügte er hinzu.

„Wir haben verloren", sagte Blaise missmutig.

„Ich hasse dieses Spiel", murmelte Hermine."


Anm. d. Autorin: Das zweite Schuljahr ist etwa 13k Worte lang, weshalb ich es entzwei geteilt habe.

Vielen Dank an meine wundervolle Beta, ShayaLonnie, die mich anfeuert UND meine Kommas korrigiert. Sie hat eine tolle epische Geschichte, Debt of Time, die ich nur empfehlen kann.

Eine Frage, die VIELE Leute gestellt haben, die ich beantworten wollte: Parvati. Ich war wirklich geschockt, dass so viele Leute es schrecklich fanden, dass sie die dritte Person war, die geholfen hat, den Spiegel zu finden. Viele Leute wollten wissen, wie ein Mädchen, das nicht unbedingt logisch ist, das geschafft hat. Da das Labyrinth von Dumbledore organisiert wurde, um die Stärken der Kinder, die er manipulierte, zu fordern, bin ich sicher, dass er sich einen 'Test' ausdenken konnte, den Parvati schaffen konnte. Natürlich waren meine Gedanken, als ich überlegt habe, sie die Dritte zu machen: „Hm. Brauche eine dritte Person für das kleine Abenteuer. Es ist immer Lavender. Ich bin ihrer so überdrüssig. Wen gibt es noch? Welcher Patil Zwilling ist in Gryffindor? *googlegoogle* Und es ist Parvati." Erwartet nicht, dass sie ständig auftaucht, auch wenn ich sie einmal im zweiten Teil des zweiten Jahres erwähne.