Wir fangen genau dort an, wo das letzte Kapitel aufgehört hat.


„Wer?" Theo reichte Draco den Krug Kürbissaft und blickte Millie verwirrt an.

„Colin Creevey", sagte das Mädchen erneut. „Ihr wisst schon, der kleine Gryffindor mit der Kamera, der Potter überall hin folgt."

Theo sah kurz zu Draco und sagte trocken: „Nicht jeder von uns schenkt Potter genug Aufmerksamkeit, um alle Mitglieder seines Fanckubs zu kennen, Millie."

„Er war auf dem Weg, Potter im Krankenflügel zu besuchen – er musste doch seine Knochen nach dem Spiel nachwachsen lassen, weil Lockhart es verbockt hat, seinen gebrochenen Arm zu heilen – und er wurde versteinert. Genau wie die Katze."

„Das Kind ist nervig", sagte Pansy. „Ich kann nicht sagen, dass es mir leid tut, dass ich ihm und seiner blöden Kamera nicht mehr die ganze Zeit begegne."

„Er ist unhöflich", sagte Hermine achselzuckend. „Es ist, als würde es ihm nicht mal in den Sinn kommen, dass Leute das Ding vielleicht nicht in ihr Gesicht gehalten bekommen möchten."

„Ich wusste nicht, dass er dich belästigt hat", sagte Draco mit einem gefährlichen Gesichtsausdruck, und sie trat ihn unter dem Tisch.

„Ich kann auf mich selbst aufpassen, Draco. Hör auf meinen großen Bruder zu spielen."

Blaise litt auf einmal an einem Hustenanfall, und Hermine hielt inne um ihn anzustarren, aber er winkte ab.

„Er wollte Porträts aller Muggelstämmigen in Hogwarts machen, und hat kein Nein akzeptiert. Nicht 'Danke, aber ich bin nicht interessiert'. Nicht 'Nein'. Nicht 'Verzieh dich'." Sie zuckte mit den Schultern. „Ich denke, 'Wenn du das Ding nochmal in mein Gesicht hältst, werde ich es in so viele Teile zertrümmern, dass kein Reparo der Welt es wieder zusammen setzen kann', hat er schließlich verstanden."

„Was hat er dazu gesagt?", fragte Draco, und als Hermine rot wurde, blickte er finster drein. „Sag's mir", beharrte er.

„Ich glaube es war so was wie 'hochnäsige Slytherin'", schnappte sie. „Ich habe ja gesagt, dass er unhöflich war."

„Ich habe ihn gehört", sagte Vincent mit einem Mundvoll Scone. „Er sagte, du wärst eine hochnäsige Slytherin-Schlampe, die sich für besser als alle anderen hält."

Hermine zuckte mit den Achseln, ihr Mund zusammengepresst. „Tja", sagte sie, „ich mag eine Schlampe sein, aber zumindest belästige ich Leute nicht mit Porträts, an denen sie kein Interesse haben."

„Warum würdest du überhaupt mit einem Haufen Schlamm … Muggelstämmiger zusammen gruppiert werden wollen?", fragte Pansy. „Es ist nicht so, als hättest du etwas mit ihnen gemein."

„Genau." Hermine grinste das Mädchen an. „Wenn er gesagt hätte, dass er Porträts aller Slytherins der zweiten Klasse wollte, wäre ich vielleicht interessiert gewesen."

„Apropos Muggle", sagte Daphne und Hermine grinste.

„Ich bitte Mum, noch ein paar mitzunehmen."

„Mehr Muggel?", fragte Theo und die Mädchen fingen zu kichern an. Pansy murmelte: „Mach dir keine Gedanken darum, Theo."


Es dauerte ein paar Tage, bevor Colin Creeveys Versteinerung und dessen Implikationen in der ganzen Schule angekommen waren. „Die Kammer der Schrecken wurde geöffnet", flüsterten die Schüler sich zu. „Die Muggelstämmigen sind alle in Gefahr."

„Jemand geht überall mit ihr hin", beharrte Draco. „Sollen sich die anderen Häuser um ihre Leute kümmern; Slytherins verteidigen sich selbst."


Als Hermine zugab, dass sie über Weihnachten in Hogwarts bleiben wollte, setzte Draco seinen Namen sofort ebenfalls auf die Liste. „Aber", sagte er ihr, „wenn ich dich nicht mindestens einmal zum Abendessen nach Hause mitbringe, wird meine Mutter mich wieder enttäuscht ansehen."

„Das scheint nicht das schlimmste Schicksal aller Zeiten zu sein", sage Hermine und Draco schnaubte nur.


Die Idee eines Duellierclubs interessierte sie alle; und zum ersten Mal seit Beginn Hogwarts' war Hermine erpicht darauf, zu einer außerschulischen Aktivität zu gehen. Flüche theoretisch zu lernen war schön und gut, aber zu lernen, wie man sie tatsächlich anwendete, nun, das klang sehr viel besser.

Theo und Blaise stöhnten beide, als sie sahen, wer den Club leitete, und Hermine funkelte sie böse an. Lockhart schritt mit wehendem Umhang durch den Raum, und sie konnte kaum einen Seufzer unterdrücken. Blaise sah sie aus dem Augenwinkel an und grinste spöttisch.

Snape lehnte gegen eine Wand nahe der Slytherins und sah mit einem herablassenden Lächeln auf dem Gesicht zu, wie der andere Lehrer die Regeln des Clubs erklärte. Als die beiden Männer sich tatsächlich duellierten, um es zu demonstrieren, bevor die Schüler begannen, hielt Snape seinen Zauberstab mit lässiger Zuversicht, während Lockhart umherwirbelte. Sie zuckte leicht. Ein Duell, fand sie, war nicht der Ort um anzugeben. Als Snape „Expelliarmus" bellte und ein violetter Lichtstrahl Lockhart nach hinten warf, betrachtete sie den schwarz gekleideten, unattraktiven Zaubertränke-Lehrer mit einem berechnenden Blick, während ihre Hausgenossen ihrem Hauslehrer zujubelten.

Lockhart begann zu stammeln, dass das ein sehr grundlegendes und herausragendes Ding für eine Demonstration gewesen sei, aber er fand nicht, dass Snape... und sie schaltete ihn ab, als sie überlegte, wie nützlich es war, seinen Gegner zu entwaffnen. Würden das die meisten Leute kommen sehen? Was war der bessere Angriff: etwas auffälliges, oder etwas, das perfekt ausgeführt war?

„Ich denke, dass eine kleine Schwärmerei sich ausgeschwärmt hat", sagte Blaise in lautem Flüsterton zu Draco, der Hermine anblickte und grinste.

„Das war ein lehrreiches Duell", war alles, was sie sagte.

Die Schüler wurden rasch in Paare eingeteilt; Hermine war wenig überrascht, dass Snape Draco und Potter zusammen befahl. Als er sie einem Mädchen aus Gryffindor zuordnete, warf sie ihm einen missmutigen Blick zu, und er murmelte in ihr Ohr: „Wenn ich die kleine Idiotin in den Krankenflügel bringen muss, werde ich sehr ungehalten sein. Bleib dezent, Miss Granger."

Sie nickte dem anderen Mädchen höflich zu, und die betrachtete sie von Kopf bis Fuß und sagte: „Ich wusste nicht, dass Muggel nach Slytherin kommen."

„Tun sie nicht", stimmte Hermine zu. „Aber Hexen schon."

„Jetzt", sagte Lockhart. „Ich zähle bis drei, nur entwaffnen. Eins. Zwei. Drei."

Hermine hatte den Zauberstab des Mädchens in der Hand, bevor das 'i' den Mund des Mannes völlig verlassen hatte, und sie wandte sich um, um zu sehen, was mit ihren Freunden geschah. Potter hatte Rictusempra auf Draco geschickt, und sie fing zu brodeln an. Nur entwaffnen, hm? Draco war wegen des Kitzelfluches kichernd zusammengebrochen, schaffte es aber dennoch einen Tarantallegra abzufeuern, und Potter fing zu tanzen an.

„Genug!", rief Snape und beendete beide Zauber. Hermine warf ihrer wertlosen Gegnerin den Zauberstab zu, und setzte sich in Dracos Richtung in Bewegung, nur um von Theo zurückgezogen zu werden.

„Er muss das alleine tun", zischte Theo. „Du kannst ihn nicht beschützen."

„Potter..."

„Hat sich nicht an die Regeln gehalten?", fragte Theo. „Und das überrascht dich?"

Sie verschränkte ihre Arme, aber ließ sich von Theo zurückhalten.

„Lasst es uns nochmal versuchen, nur das eine Paar", sagte Lockhart. „Wir lassen euch Jungs zeigen, wie man diese unfreundlichen Zauber abwehren kann." Lockhart nahm Harry beiseite und zeigte ihm einen komplizierten Zauber, bei dem sich der Zauberstab wild bewegte. Hermine beobachtete ihn mit wachsender Verachtung. In der Zwischenzeit flüsterte Snape Draco Anweisungen ins Ohr.

Als das Duell begann, schrie Draco: „Serpensortia!", und Hermine sah ziemlich überrascht zu, wie eine große, schwarze Schlange an der Spitze von Dracos Zauberstab auftauchte und sich auf den erstarrten Potter zubewegte.

„Wenn du Angst hast, Potter", sagte Snape gedehnt, „kann ich sie beseitigen."

„Erlauben Sie mir", sagte Lockhart, und mit einem dramatischen Schwingen seines Zauberstabs ließ er die Schlange in die Luft fliegen. Als sie direkt vor einem Jungen, den Hermine nicht kannte, landete, richtete sie sich auf, bereit zuzuschlagen.

Potter zischte der Schlange etwas unverständliches zu, und sie fiel zu Boden. Hermine sah Blaise verwirrt an, aber der Junge betrachtete Potter mit einem kühlen, berechnenden Gesichtsausdruck. Sie sah zurück auf die Szene vor ihnen, wo der Junge, der gerade vor der Schlange gerettet worden war, Potter anschrie und dann aus dem Raum rannte. Die Leute fanden Gründe, sich von Potter weg zu bewegen, und der sah so verwirrt aus, wie Hermine sich fühlte, bis Theo ihr ins Ohr flüsterte: „Also ist er ein Parselmund", und dann verstand sie.

Sie sah zu Draco, der sie anlächelte, dann zu Snape, der ihren fragenden Blick mit einem unlesbaren Ausdruck erwiderte, während er noch mit der Hand winkte und die Schlange in einer Wolke schwarzen Rauchs verschwinden ließ.


„Also, jetzt da wir wissen, dass er ein Parselmund ist", sagte Draco, „können wir darüber reden, ob er der Erbe ist?"

„Wenn wir hören würden, wie er angibt", sagte Hermine leicht zögernd, „oder wir ihm eine Frage darüber stellen würden und er es uns erzählte... aber wir müssten eine Menge Regeln brechen, und in den Gryffindorgemeinschaftsraum schleichen und..."

„Wie würden wir das tun?", fragte Draco mit verengten Augen.

„Es gibt eine Möglichkeit", gab sie zu. „Aber es könnte gefährlich sein und..."

Theo rollte mit den Augen. „Planst du, es uns in nächster Zeit mal zu verraten?"

„Vielsafttrank", platzte sie heraus. „Professor Snape hat darüber im Unterricht geredet. Schwierig herzustellen, aber er verwandelt dich in jemand anderen. Wir würden uns in, hm, Weasley und seine kleine Schwester, die Potter immer anhimmelt, verwandeln und … niemand würde wissen, dass wir es sind! Potter wird uns alles erzählen, wenn er glaubt, dass wir Teil seines Fanclubs sind."

Theo nickte langsam. „Wir müssten schnell handeln; wenn ich mich recht entsinne, hält er nur etwa eine Stunde."

„Wie bekommen wir das Rezept?", wollte Draco wissen.

„Verbotene Abteilung der Bibliothek", sagte sie. „Ich hole mir die Erlaubnis von Snape, um, ich weiß nicht, ein zusätzliches Projekt für Zaubertränke zu machen. Ihr wisst, dass er sie mir geben wird."

„Er bevorzugt dich wirklich schamlos", sagte Draco.

„Nicht meine Schuld, dass ich eine gute Schülerin bin", sagte sie und warf ihr Haar zurück.

„Merlin", murmelte Theo. „Pass auf, wo du das Zeug hinwirfst. Damit kannst du jemandem ein Auge ausstechen."


Höchst potente Zaubertränke?", fragte Snape und beäugte Hermine spöttisch. Sie, Theo und Draco standen vor seinem Pult und sie hatte einen wie sie hoffte unschuldigen Gesichtsausdruck angenommen. „Wenn du planst, Miss Granger, fortgeschrittene Arbeit auszuprobieren, so hoffe ich doch sehr, dass du nicht vorhast, meine Zutaten zu stehlen und auf dem Boden einer dreckigen Toilette zu brauen."

„Ich, ähm...", stammelte sie, als er eine Feder herausholte und ihre Anfrage unterzeichnete.

„Ich werde dir eine Stunde die Woche geben, um ungestört in meinem privaten Labor zu brauen", sagte er. „Leider kann ich dir keine fortgeschrittene Klasse anbieten, um deine akademischen Bedürfnisse zu erfüllen, aber da es so wenige Schüler mit Talent und Hingabe gibt, wäre es wenig mehr als privater Unterricht."

Als sie ihren Dank hervorstammelte, winkte er er sie mit einer irritierten Handbewegung davon. „Geh weg, Miss Granger, und nimm dein reinblütiges Gefolge mit. Ich habe keine Zeit, dir mit dem Projekt zu helfen, dass deine Aufmerksamkeit erregt hat, also versuch bitte, dich nicht umzubringen." Er hielt inne. „Oder mein Labor in Unordnung zu bringen. Ich wäre extrem ungehalten, sollte ich es in in einem weniger makellosen Zustand vorfinden, als ich es hinterlassen habe."

„Tja", sagte Theo, als sie davon gingen. „Ich schätze, wir wissen, was ihn mehr stören würde, dein Tod oder Unordnung in seinem Labor."

„Oh, ich weiß nicht." Hermine sah zurück auf die Tür des Klassenzimmers. „Ich denke, dass er wenig Lust auf den Papierkram hätte, den er ausfüllen müsste, wenn ich in seinem Labor sterben würde."


Hermine hatte keine Probleme mit dem Brauen, ließ ihren Trank ruhen und sah noch einmal sehnsüchtig über das gut ausgestattete und makellose Labor, bevor sie die Tür sanft schloss und Theo traf, der ihre Eskorte für den Tag war.

„Ernsthaft", murmelte sie. „Mir geht es gut. Ich brauche wirklich keine reinblütige Eskorte überall, um mich vor Potter zu beschützen."

Theo sah sie an und sagte: „Er wurde gefunden, wie er über dem Körper von noch einem versteinerten Muggelstämmigen stand, während du deinen Trank gebraut hast, also bleibe ich dabei, du wirst nicht allein gelassen."

„Was?" Sie sah ihn geschockt an. „Wie ist er überhaupt noch auf der Schule? Er wurde über dem Körper eines Opfers gefunden, und sie beschützen ihn noch immer? Wie ist das überhaupt..."

„Auserwählter", sagte Theo kurz ab. „Er hat den Dunklen Lord besiegt, also..."

„Es wurde keine Leiche gefunden", sagte sie und Theo drehte sich zu ihr um und fragte mit scharfer Stimme. „Was?"

„Voldemort", sagte sie geduldig. „Sie haben keine Leiche gefunden. Das würde ich nicht 'besiegt' nennen. Das würde ich 'verschwunden' nennen."


Die Weihnachtsferien waren herrlich. Auch wenn Potter und alle Weasleys geblieben waren, so waren das auch Draco, Theo und Greg. Sie sah weiter nach ihrem Trank und fügte die nötigen Zutaten hinzu, und Snape beobachtete ihr Kommen und Gehen in seinem Labor mit halb-geschlossenen Augen, ohne etwas zu sagen. An Weihnachten selbst trafen sich die vier, um zum Abendessen zu den Malfoys zu gehen, was als 'angeordnetes Erscheinen' bezeichnet werden musste.

„Sei einfach... höflich", hatte Draco nervös gesagt. „Vater mag dich bereits, aber wenn Mum entscheiden würde, dass du... sei einfach höflich, okay?"

„Ich bin immer höflich zu Erwachsenen", sagte Hermine wegwerfend.

„Stimmt", bestätigte Greg. „Sie tritt dich und sagt uns dauernd, dass wir uns verpissen sollen, aber mit den Professoren könnte sie kein Wässerchen trüben. Sogar Snape mag sie."

„McGonagall mag mich nicht", protestierte sie.

„'Türlich nicht", schnaubte Greg. „Du bist eine dreckige Slytherin."

Eine 'dreckige Slytherin' zu sein, war jedoch ein klarer Vorteil im Haushalt der Malfoys. Mrs. Malfoy machte einen Wirbel um Greg und Theo und rief aus, wie sehr sie gewachsen seien, bevor sie Hermine begutachtete. Mit ausgestreckter Hand sagte sie: „Willkommen, meine Liebe. Danke, dass du auf meinen Draco aufpasst. Er kann manchmal etwas impulsiv sein, und das bringt ihn in alle möglichen Scherereien."

Hermine schüttelte die Hand der Frau, lächelte nur leicht nervös und sagte: „Ich denke, Draco passt eher auf mich auf, Ma'am. Er hat es getan, seit ich nach Slytherin gekommen bin, und inzwischen lässt er mich kaum noch aus den Augen."

„Hören Sie nicht auf sie", warf Theo ein. „Sie hat den Weasleyjungen mindestens einmal mit ihrem Zauberstab bedroht, als der es auf Draco abgesehen hatte, und ich musste sie körperlich zurückhalten, damit sie Potter nicht in unserem ersten Duellierclubtreffen angreifen konnte, nachdem der geschummelt hat und Draco verhext hat."

Hermine wurde rot. „Theo lässt es schlimmer klingen, als es war."

Narzissa Malfoy schien aber nicht bestürzt zu sein darüber, dass sie sich nicht zurückhaltend und damenhaft verhielt, und fragte sie stattdessen, was sie von Slytherin hielt, als sie die Kinder zu einem kleinen Salon führte, in dem Punsch bereit stand. Das brachte Hermine dazu, weit weniger nervös zu lächeln. „Ich bin voreingenommen", gab sie zu, „aber ich könnte mir nicht vorstellen, woanders glücklicher zu sein."

„Genau so ging es mir auch", stimmte Mrs. Malfoy zu, „obwohl es für mich als Black natürlich wenig Zweifel darüber gab, in welches Haus ich kommen würde."

Hermine sandte Draco einen kurzen, verwirrten Blick, und er informierte sie: „Manche Familien sind fast immer in einem bestimmten Haus. Mum war eine Black, und die sind fast immer in Slytherin, genau wie die Malfoys und die Notts."

„Und die Goyles", fügte Greg hinzu.

„Die Weasleys sind immer in Gryffindor", ergänzte Draco.

„Es ist sehr selten, dass eine Muggelstämmige nach Slytherin kommt", fuhr Narzissa Malfoy fort. „Als ich gehört habe, dass Dracos neueste Freundin muggelstämmig war, muss ich zugeben, dass ich ein wenig besorgt war, dass du dich dort nicht willkommen fühlen könntest. Das Draco dich vielleicht nicht willkommen heißen würde."

„Nein!", beeilte Hermine sich die Frau zu versichern, ohne das kleine Lächeln zu bemerken, das sie und ihr Ehemann austauschten. „Draco war immer nur großartig. Einige Leute aus anderen Häusern waren … nicht so nett, aber jeder Slytherin -"

„Es gab diesen einen Jungen", sagte Greg, aber Theo schnaubte.

„Sie hat sich um ihn gekümmert, und danach haben ihn ein halbes Dutzend Viertklässler herum getreten. Jeder, der es auf Hermine abgesehen hat, wird es bereuen; wir passen auf uns auf."

„Und das haben wir schon immer getan", sagte Lucius Malfoy glatt. „Und werden es weiterhin tun. Draco, warum zeigst du deinen Freunden nicht die Aussicht vom hinteren Balkon, während wir auf das Abendessen warten? Ich bin sicher, dass ihr einige Zeit außerhalb der Gesellschaft von hemmenden Erwachsenen haben möchtet."

Sie erkannten die Aufforderung sich zu entfernen, und die Kinder folgten Draco in einen anderen Raum, wo man sie die Aussicht bewundern hören konnte, bevor sie es sich gemütlich machten und darüber spekulierten, ob Potter wirklich der Erbe war, und wenn ja, ob er jemals dafür zur Rechenschaft gezogen würde.

Narzissa sah Lucius an. „Ich muss sagen, du hattest ganz recht."

„Ich dachte, dass du mir zustimmen würdest. Snape erzählt mir, dass sie Vielsafttrank in seinem Labor braut, völlig ohne Aufsicht."

„Ist das nicht etwas fortgeschritten für eine Zweitklässlerin?"

„Ziemlich." Lucius sah sie an. „Anscheinend haben die Kinder vor, sich in die Weasleys zu verwandeln um herauszufinden, ob Potter der Erbe Slytherins ist."

Narzissa lachte, ein erfreutes Trillern, das auf den Balkon wehte, wo Draco nervös zu dem Raum zurückblickte, in dem seine Eltern waren. „Du möchtest sie nicht aufhalten?"

„Natürlich nicht. Ihre Initiative sollte unterstützt werden, und sie können sich nicht verletzen; Snape hat mir versichert, dass der Trank perfekt ist. Sie werden ihr kleines Abenteuer haben und sich noch enger an einander binden."

„Du bist wirklich einverstanden mit einer Muggelstämmigen?", stellte Narzissa sicher, und Lucius sah hinaus zu den Kindern.

„Mit dieser ja", sagte er. „Jeder Züchter weiß, dass man für die besten Ergebnisse manchmal auskreuzen muss." Er sah zurück zu seiner Frau. „Er hat ihr übrigens letztes Jahr ein Armband mit Glasperlen zu Weihnachten geschenkt."

„Wirklich?" Sie lehnte sich in ihrem Stuhl zurück und lächelte. „Du hast das nicht getan, bis wir, oh, dreizehn waren. Hat sie es getragen?"

„Nicht öffentlich", gab Lucius zu. „Aber er hat sich deswegen nicht die Augen ausgeheult, also nehme ich an, dass sie ihn hat wissen lassen, dass sie es schätzt."

„Ich werde etwas wegen der Haare unternehmen müssen", sagte Narzissa und Lucius lachte.

„Ich vertraue darauf, dass du sie, bis sie volljährig ist, vollkommen vorzeigbar gemacht hast, meine Liebe."


Während des Abendessens fragte Narzissa Hermine über ihre Eltern aus, stellte kommentarlos fest, dass das Mädchen sich langsam von der Muggelwelt entfernte, und fragte, was sie von Muggelkunde hielt.

„Oh Junge", sagte Theo stöhnend, „und es geht los."

Narzissa sah den Blick, den Hermine ihm zuwarf, und versteckte ihre Belustigung. „Es ist Zeitverschwendung", sagte das Mädchen, biss die Zähne zusammen und sah dann Narzissa an. „Mit Verlaub, Ma'am. Ich hoffe, es ist kein geliebtes Projekt für Sie."

„Ist es nicht", versicherte Narzissa, und begegnete kurz Lucius' Blick. „Ich bin neugierig, warum du es als Zeitverschwendung empfindest. Bestimmt musst du es nicht nehmen, oder?"

„Nein, natürlich nicht", sagte Hermine. „Es ist schließlich ein Wahlfach, und niemand von uns wird es nehmen. Aber es verschwendet dennoch wertvolle Ressourcen. Niemand verlässt die Zaubererwelt um unter Muggeln zu leben, das passiert einfach nicht."

„Sehr wahr", sagte Lucius.

„Aber", beharrte Hermine, „Leute wie ich treten jedes Jahr in die magische Welt ein."

„Oh, das denke ich nicht", murmelte Narzissa. „Ich glaube wirklich nicht, dass Leute wie du unsere Welt häufig betreten."

Hermine sah sie leicht verwirrt an, während Draco sich an seinem Wasser verschluckte. „Alles okay?", fragte Theo und Draco murmelte: „Gut, mir geht's gut."

„Red weiter", forderte Narzissa und Hermine, mit einem Stirnrunzeln für Draco, kehrte zu einem ihrer liebsten Ärgernisse zurück.

„Die Mittel, die die Schule verschwendet, um gleichgültigen Zauberern beizubringen, wie sie ein Muggeltelefon benutzen, könnten dazu verwendet werden, muggelstämmigen Schülern Dinge wie die sozialen Regeln der Zauberer beizubringen. Theo versucht es, aber es gibt nicht mal ein Buch, das ich lesen kann, und ich habe immer Angst, das Falsche zu sagen. Es gibt für Alles Regeln, und ich kenne sie nicht!" Hermines Tonfall wurde geradezu jammernd, und Narzissa lächelte Lucius erneut an.

„Aber es gibt ein Buch", sagte sie, als sie den Elfen das Signal dafür gab, den Tisch abzuräumen und das Dessert zu servieren. „Mehrere, sogar. Ich werde dir Exemplare von ihnen schicken. Zugegeben, es ist nicht das gleiche wie mit Tante Walburgas endlosen Vorträgen aufzuwachsen, aber wahrscheinlich etwas angenehmer."

„Wenn ich das Kind nicht völlig falsch einschätze", würde Lucius später sagen, „wird sie selbst die unbedeutendste Anstandsregel auswendig wissen, wenn du sie das nächste Mal siehst."


Der Trank war fertig und sie starrten missmutig auf die gluckernde Flüssigkeit. Hermine hatte Umhänge aus der Wäsche gestohlen und über einen Stuhl gehängt, und das Rot und Gold erschien grell im Labor. „Hat jeder ein Haar?", fragte Hermine, und Theo zog zwei rote Haare hervor.

„Eines von dem Penner in unserem Jahr, eines von seiner kleinen Schwester."

„Und wer bist du?", fragte Hermine.

„Ich", sagte er selbstgefällig, „werde Wache stehen."

„Feigling", murmelte sie. „Vertraust du meiner Brauerei nicht?"

Theo lachte. „Ihr zwei geht und überlistet Sankt Potter. Ich stelle sicher, dass die Wiesel nicht im Weg sind."

Draco nahm ein Haar, ließ es in seine Flasche fallen und erschauderte, als die Flüssigkeit blubberte und dann wieder ruhig wurde, nachdem sie eine orange-rote Farbe angenommen hatte. Hermine nahm das längere Haar und sah zu, nachdem sie es dem Trank zugefügt hatte, wie der Flascheninhalt schäumte und beinahe gerann, bevor er dunkelrot mit schwarzen Flecken wurde.

„Hm", sagte Theo. „Das hätte ich nicht erwartet. Die Essenz vom Weasleymädchen ist ziemlich dunkel."

„Auf ex?", fragte Draco und Hermine grinste ihn an und stürzte ihre ganze Flasche hinunter. Beide Jungs sahen zu, wie sie zu schmelzen begann und Blasen warf, und dann stand vor ihnen ein kleines, rothaariges Mädchen, das sie beide finster anblickte.

„Also", sagte sie und zuckte fast zusammen, weil ihre Stimme so anders klang. „Es hat funktioniert?"

„Es hat funktioniert", sagte Draco, und trank seine Portion mit einem Schluck. Er schmolz und veränderte sich, bis Ron Weasley im Labor stand. „Ich fühle mich dümmer", murmelte er, als Theo ihm den Gryffindorumhang reichte.

„Du siehst hässlicher aus, das ist mal sicher."

„Ich fange an, das Mädchen zu bemitleiden", sagte Hermine, als sie den Umhang überzog. „Könnt ihr euch vorstellen, diese Farbe mit ihren Haaren tragen zu müssen?"

„Du hast zu viel Zeit mit Pansy und diesen Modemagazinen verbracht", schnaubte Theo. „Hör auf dir über die Stylingprobleme des kleinen roten Mädchens Sorgen zu machen, und fang an, ihren dämlichen Helden auszufragen, während ich die eigentlichen Wiesel ausschalte und sie in irgendeiner abscheulich peinlichen, kompromittierenden Position zurücklasse." Draco und Hermine sahen ihn beide an und er zuckte mit den Schultern. „Wenn du es nicht rein halten kannst, halt es in der Familie."

Draco würgte laut und Hermine verzog vor Abscheu ihr Gesicht. „Du bist wirklich böse, Theo. Möchtest du, dass ich mich übergebe?"

Er grinste sie an, als die drei das Labor verließen.


Snape sah zu, wie die beiden Kinder sich verwandelten und aus seinem Labor verschwanden. Sollte der Dunkle Lord wirklich zurückkehren, fragte er sich, wie würde der Mann mit einer Muggelstämmigen umgehen, die ohne Aufsehen zu erregen in den Schoß der Familie seiner Hauptunterstützer aufgenommen wurde?


Theo ging davon, um die beiden tatsächlichen Mitglieder der Weasley-Sippe dingfest zu machen. Deren Entdeckung, Stunden später, ohnmächtig und in den Armen des jeweils anderen, regte Tratsch an, der jahrelang hängen blieb.

Draco und Hermine fanden Potter vor der Bibliothek.

„Da bist du", sagte er zu Draco. „Warum ist sie hier?"

„Meine Mum möchte, dass ich ein Auge auf sie habe", sagte Draco, gelangweilt klingend. „Was tust du wegen dieses ganzen Kammer-Zeugs?"

Potter lehnte sich gegen die Wand. „Geh weg."

„Nein", sagte Hermine und starrte den Jungen böse an.

„Solange sie sich von Malfoy fern hält, wird es ihr gut gehen", sagte Potter. „Ich liebe deine Mum, aber ich sehe nicht ein, warum du Babysitten musst."

„Was meinst du, mich von Malfoy fern halten?", fragte Hermine und versuchte, ihre Stimme im Zaum zu halten.

„Draco ist offensichtlich der Erbe. Wer sonst ist solch ein reinblütiger Snob?"

Draco sah Harry mit Abscheu an, aber schaffte es zu sagen: „Ich glaub' nicht, Kumpel. Ist er nicht mit dem Granger-Mädchen befreundet? Und sie ist kein Reinblut."

„Gott", Potter verzog das Gesicht. „Die Streberin. Kannst du glauben, dass er sie über Weihnachten nach Hause mitgenommen hat? Bei dem kleinen Familientreffen hätte ich gern Mäuschen gespielt. Ich wette, seine Eltern hassen es, dass er mit ihr befreundet ist." Er schien erfreut von der Idee. „Ich habe ein Exemplar von Geschichte Hogwarts' in die Finger bekommen, und das letzte Mal, dass die Kammer geöffnet wurde, ist eine Muggelstämmige gestorben. Ich frage mich, ob, wenn dieses Mal eine stirbt, Dumbledore dann endlich Malfoy los wird."

„Du bist sicher, dass es Malfoy ist?", fragte Hermine.

„Wer sollte es sonst sein?" Potter runzelte die Stirn. „Ich wünschte, Dumbledore würde den Penner einfach von der Schule weisen. Ich hab es satt, dass alle denken, dass ich es bin, nur wegen dem Parsel-Ding. Und den Stimmen. Ich habe Parvati danach gefragt, und sie hat angeboten, mir meine Karten zu lesen. Als ob Tarotkarten mit helfen würden, wenn ich Stimmen höre." Er schmollte. „Es ist einfach so unfair."

„Nicht wirklich", sagte Hermine und Potter sah sie an.

„Wer hat die Kammer das letzte Mal geöffnet?", fragte Hermine und Potter zuckte die Schultern.

„Weiß nicht. Warum bist du überhaupt noch hier?", fragte er in unfreundlichem Tonfall. „Hast du nicht kleine-Mädchen-Dinge zu tun, Ginny?"

„Ich schätze schon", sagte sie und stapfte den Korridor hinab.

Draco seufzte und machte ein entschuldigendes Geräusch und rannte ihr nach.

„Also", sagte er, sobald sie außer Hörweite waren, „er ist es nicht. Ich frage mich, wer dann."


Es war weniger leicht zu genießen, wie die ganze Schule zu glauben schien, dass Potter der Erbe war, jetzt da sie wussten, dass er es nicht war. „Ich will es wissen", murmelte Hermine, als sie Buch um Buch herumschleppte, und alles über die Kammer der Schrecken las, was sie finden konnte. „Was versteinert Dinge?", fragte sie, die Nase so tief in einem Buch vergraben, dass selbst Theos Neckerei sie nicht hervorholen konnte.

Draco gab schließlich auf zu versuchen, ihr überall hin zu folgen, da sie nur noch im Unterricht saß, oder in der Bibliothek, umgeben von Büchern. Es schien sicher genug; es hatte seit Monaten keinen Angriff gegeben. Vielleicht, dachten sie, waren der Erbe und sein zahmes Monster vorsichtig geworden, jetzt da die ganze Schule auf der Hut war.

„Mr. Malfoy." Draco sah von seinem Aufsatz auf, den er versuchte auszupolstern, um zwei zusätzliche Zoll zu erhalten. Professor Snape stand in der Tür ihres Gemeinschaftsraumes. „Wärest du so freundlich, mir zu folgen?" Sein Tonfall erlaubte keinen Widerspruch, und Draco packte seine Arbeit in seine Tasche und stand auf.

„Ich weiß, dass du und Miss Granger … enge Freunde seid", sagte der Mann, ausnahmsweise nicht spöttisch.

„Wir... Sie ist eine meiner besten Freunde", sagte Draco vorsichtig. „Aber es gibt keine … Übereinkunft oder dergleichen."

„Mr. Nott." Snape sah weiter in den Raum hinein und Theo sprang auf seine Füße. „Komm bitte mit uns."

Die Jungen sahen sich mich langsam wachsendem Entsetzen an, als Snape sie still durch die Flure zum Krankenflügel brachte. Bevor er die Tür öffnete, sagte er: „Dies mag ein Schock für euch sein, aber Miss Granger wurde angegriffen, genau wie eine andere Schülerin, die nicht in unserem Haus ist."

Draco stand einen Moment lang auf der Türschwelle, und sah Hermine an, die steif auf einem Bett lag, bevor er vorwärts eilte und neben ihrem Bett auf die Knie fiel. „Hermine", flüsterte er. „Kannst du mich hören? Ich bin's, Draco. Ich bin direkt hier, Hermine. Ich bin direkt hier."

„Könnt ihr das hier erklären?" Madam Pomfrey hielt einen kleinen Handspiegel hoch, und Draco schüttelte den Kopf. Sie sah Theo an, der ebenfalls den Kopf schüttelte, bevor er einen Stuhl neben das Bett seiner Freundin rückte.

„Hermine", sagte Theo. „Das ist nicht fair. Du darfst dich nicht einfach versteinern lassen. Wie sollen wir ohne dich genügend Punkte bekommen, um die Gryffindors zu schlagen?" Seine Stimme brach am Ende des Satzes.

Snape ließ sie ein paar Minuten bei ihr sitzen, bevor er mit ebener Stimme sagte: „Ich werde euch jetzt wieder in die Kerker begleiten. Eine strikte Ausgangssperre wurde eingeführt; Schüler müssen in ihren Schlafsälen bleiben, außer während des Unterrichts und der Mahlzeiten."

„Ich bleibe", sagte Draco und sah Snape nicht einmal an.

„Mr. Malfoy", sagte Snape, leicht ungehalten. „Du hast mir mitgeteilt, dass zwischen dir und Miss Granger keine Übereinkunft besteht. War das falsch?" Der Junge schüttelte den Kopf und Snape sagte: „Dann wirst du sofort mit mir zu eurem Schlafsaal zurückkehren." Er milderte seinen Ton und fügte hinzu: „Wenn du deinem Vater eine Nachricht darüber schicken möchtest, was Miss Granger befallen hat, werde ich sicher gehen, dass er sie erhält."


Lucius Malfoy stürmte am nächsten Tag mit flatterndem Umhang in die Schule. „Dumbledore", sagte er, als er den Mann in der Großen Halle ansprach. „Ich verlange eine Erklärung."

„Mr. Malfoy", sagte Dumbledore mit sanftem Tonfall aber blitzenden Augen. „Was verschafft mir die Ehre Ihres Besuchs?"

„Wollen Sie das wirklich hier tun?" Lucius blickte durch die Halle, auf all die Gruppen von Schülern, die nicht einmal vorgaben, wegzusehen. Als Dumbledore nicht antwortete, verengte der Mann seine Augen und sagte: „Na schön. Ich bin von den Schulbeiräten damit beauftragt worden, Sie zu suspendieren." Er zog eine Rolle Pergament aus einer Tasche und überreichte sie dem Schulleiter. „Sie werden sehen, dass alles seine Ordnung hat, alle zwölf Unterschriften sind vorhanden."

„Wie viele Leute mussten Sie bedrohen, um das unterzeichnet zu bekommen?", wollte Professor McGonagall wissen, die sich dem Paar genähert hatte.

„Nicht einen." Lucius sah sie an. „Ich weiß, dass Sie es gewohnt sind mit fast völliger Autonomie zu handeln, Minerva, aber Leute fangen zu protestieren an, wenn mehrere Schüler von einem Monster angegriffen und versteinert werden, das Sie scheinbar unfähig sind zu finden, ganz zu schweigen davon es aufzuhalten. Dachten Sie, dass Sie es geheim halten könnten, nur weil alle Opfer muggelstämmig sind? Dass, weil keine der Eltern auch nur im Entferntesten wüssten, wie sie eine Beschwere einreichen können, Sie nicht für Ihren unglaublichen Kompetenzmangel zur Rechenschaft gezogen würden?"

„Ich habe nicht gewusst, Lucius, dass Sie so besorgt über das Schicksal der Muggelstämmigen sind", sagte Dumbledore mit trügerischer Ruhe.

„Sie haben schon immer meine Gefühle über die Reinheit des Blutes überschätzt", sagte Lucius abfällig. „Versuchen Sie nicht anzunehmen, dass nur weil ich Ihre beschränkte Meinung über die Dunklen Künste und Zauberertraditionen nicht teile, dass wir in allen Bereichen so weit auseinander stehen. Ich bin ziemlich sicher, dass die beste Freundin meines Sohnes muggelstämmig ist, und Sie haben nicht ein Wort des Tadels von mir darüber vernommen, und das werden Sie auch nicht. Sie ist ein liebes Mädchen. Sie ist auch, wie mir gesagt wurde, im Moment versteinert im Krankenflügel, ohne dass ihre Eltern auch nur ein Wort darüber gehört haben."

„Sie haben Miss Granger unter Ihre Fittiche genommen", sagte Dumbledore, und tauschte einen Blick mit McGonagall aus.

„Sie können darüber denken, was Sie wollen." Lucius Malfoy betrachtete den anderen Mann. „Dennoch denke ich, dass Sie jetzt gehen sollten."

„Albus", warf McGonagall ein. „Sie können nicht gehen. Es wird garantiert einen Angriff geben, sobald Sie fort sind."

„Wenn ich von den Beiräten suspendiert wurde, Minerva, dann werde ich natürlich gehen." Dumbledores Tonfall war ausgesprochen eben. „Aber ich werde Hogwarts nie wirklich verlassen."

„Poetisch, sicherlich", sagte Lucius Malfoy. „Aber ich merke, dass ich weniger interessiert bin an Ihren poetischen Ausflüchten als am Wohlergehen der Kinder in Ihrem Krankenflügel."


Draco wanderte umher und überdeckte seine Angst um Hermine dadurch, dass er prahlte, wie sein Vater Dumbledore losgeworden war. „Der schlimmste Schulleiter, den dieser Ort je hatte", sagte er. „Parteiischer, inkompetenter, alter Mistkerl. Vielleicht bekommen wir jetzt einen vernünftigen Schulleiter."

In Zaubertränke versuchte er, nicht auf Hermines leeren Platz zu schauen, und sagte stattdessen zu Snape: „Vielleicht könnten Sie Schulleiter werden, Sir."

„Dumbledore ist nur suspendiert", sagte Snape durch ein dünn-lippiges Lächeln.

„Trotzdem", beharrte Draco. „Ich bin sicher, dass Sie die Stimme meines Vaters hätten, Sir. Ich bin überrascht, dass sie die Schule überhaupt offen gelassen haben. Wer weiß, wen das Monster als Nächstes angreifen wird." Er sah Potter voll Abscheu an. „Vielleicht dich, Potter. Vielleicht wird das Ding das nächste Mal den Job zu Ende bringen."


„Sie wird okay sein", sagte Theo im Gemeinschaftsraum. Pansy und Daphne saßen da, hielten ihre Magazine fest, und blätterten die Seiten voll unbeweglicher Muggelmodels vor leeren Augen um und um. „Okay", sagte Theo erneut.

„Wir haben es gehört", blaffte Draco.

„Du bist nicht der einzige, der sich Sorgen macht", sagte Blaise.


„Es muss Draco Malfoy sein", sagte ein Mädchen auf dem Flur zu einem anderen. „Die Malfoys waren eng verbunden mit dem Dunklen Lord, und du weißt, wie die Slytherins sind."

„Nein." Das andere Mädchen schüttelte den Kopf. „Er würde niemals Hermine Granger verletzen. Er ist halb verrückt, jetzt wo sie versteinert ist."


Draco saß an Hermines Seite. Er kam jeden Tag zwischen Ende des Unterrichts und vor dem Abendessen hierher, um ihr etwas aus seinen Lieblingsbüchern vorzulesen. Madam Pomfrey beharrte, dass sie ihn nicht hören konnte, aber er zuckte nur mit den Schultern. Sie reagierte nicht mal mit einem Wimpernschlag, aber er konnte es nicht ertragen dort zu sitzen und nichts zu tun, und wenn er nicht hier war, machte er sich Sorgen.

„Hermine", sagte er, legte das Buch nieder und ergriff ihre Hand. „Ich... ich wünschte du wärst hier. Ich weiß nicht, was ich tun soll, und ich brauche deine Hilfe. Mein Vater hat deinen Eltern eine Eule geschickt und ihnen erzählt, dass du krank bist; hat ihnen gesagt, dass die Medizin bald fertig ist. Dumbledore hatte sie nicht mal darüber informiert, dass etwas passiert war." Er ließ seine Finger auf ihrer steifen, zusammengeballten Hand ruhen, und runzelte die Stirn als er merkte, dass sie etwas in ihrer Faust stecken hatte. Er zerrte daran und zog ein Stück Papier hervor.

„Basilisk", flüsterte er, als er es las. „Natürlich. Du geniales, geniales Mädchen."

Er rannte durch die Flure um Theo zu suchen. „Sie hat es herausgefunden", brachte er heraus, als er den Jungen gefunden hatte. „Es ist ein Basilisk."

„Natürlich", sagte Theo und blickte auf das Papier in Dracos Händen. „Merlin, Draco. Wir hätten daran denken sollen."

Keiner von beiden bemerkte Harry Potter, der in die Schatten getreten war, als er Draco vorbei rennen gesehen hatte.


Blaise sah auf den Zettel. „Verfolgen wir das Ding alleine?"

Draco rollte mit den Augen. „Bist du ein Idiot? Du möchtest dich einem mystischen Monster entgegen stellen, das in einer geheimen Kammer lebt? Bist du lebensmüde? Wir erzählen es meinem Vater und lassen ihn ein paar richtige Experten bringen, die das Ding beseitigen können."

„Blödmann", murmelte Blaise, aber seine Schultern entspannten sich erleichtert.


Als Lucius Malfoy ankam, war die Schule im Chaos. „Was ist hier los?", fragte er, als er zum Büro des Schulleiters schritt. „Minerva." Er brach ab, als sich die Tür öffnete und Albus Dumbledore zeigte. „Albus."

„Ja." Die Augen des Mannes funkelten. „Als es einen weiteren Angriff gab, wurde ich zur Schule zurück bestellt. Es scheint, dass niemand eine passende Vertretung finden konnte, und Professor McGonagall hat sich geweigert, die Position zu übernehmen."

„Wie loyal von ihr", sagte Lucius höhnisch. „Dann werde ich Ihnen meine Informationen geben anstelle von ihr. Mein Sohn hat mir mitgeteilt, dass seine Freundin Miss Granger recherchiert und herausgefunden hat, dass das Monster ein Basilisk ist. Ich bin sicher, Albus -"

„Ja, Lucius." Dumbledore saß ruhig da. „Ich weiß."

„Entschuldigung? Warum wurde dann nichts unternommen?"

„Aber das wurde es. Das Monster wurde getötet."

„Und wissen Sie, wer die Kammer geöffnet hat?", fragte Lucius gedehnt.

„In der Tat." Albus Dumbledore lehnte sich in seinem Stuhl zurück und betrachtete seinen Gegenüber. „Der gleiche Mann, der es vor fünfzig Jahren getan hat. Voldemort. Dieses Mal aber hat er ein verzaubertes Tagebuch verwendet, um ein unschuldiges Mädchen dazu zu bringen, die Arbeit für ihn zu verrichten."

„Eine glaubhafte Geschichte." Lucius schnaubte. „Also hat eine Schülerin die Kammer geöffnet, und Sie behaupten, es lag daran, dass sie von einem Mann besessen wurde, der seit Jahren verschwunden ist?"

„Genau das behaupte ich."

„Und diese Schülerin, dieses unschuldige Mädchen, das die Kammer geöffnet und ein Monster auf Ihre Schützlinge gehetzt hat, darf ich annehmen, dass sie nicht im Geringsten bestraft werden wird?" Lucius Malfoy sah aus, als stünde er kurz vor einem Schlaganfall.

„Ich denke von Voldemort besessen zu sein, ist wahrscheinlich schon Strafe genug, Lucius."

„Würde ich falsch darin liegen anzunehmen, dass dieses Mädchen eine Ihrer wertvollen Gryffindors ist, Albus? Ein Ordenskind, vielleicht?"

„Aber Lucius, ich vermute, dass Sie genau wissen, wer das Kind ist." Dumbledore lehnte sich vor. „Glücklicherweise wurde sie von ihrem Bruder und einem anderen Schüler gerettet, und glücklicherweise wurde das Tagebuch, das sie besessen hat, zerstört. Wenn bekannt geworden wäre, dass die Tochter einer bekannten reinblütigen Familie Muggelstämmige umgebracht hat? Nun, das hätte ihren Vater diskreditiert, und damit die Arbeit, die er für das Muggelschutzgesetz leistet, ganz zu schweigen von seinem Versuch, dunkle Artefakte aufzuspüren, oder?" Es entstand eine lange Pause.

Lucius Malfoy verengte seine Augen und er und der alte Zauberer starrten sich gegenseitig nieder. Schließlich sagte Lucius: „Dies ist nicht vorbei."

Dumbledore lächelte. „Wenn noch weitere von Tom Riddles alten Schulsachen ihren Weg in die Hände meiner Schüler finden, würde ich genau wissen, wo ich gucken muss, Lucius. Gehen Sie und sehen Sie nach ihrem Schützling im Krankenflügel. Ich bin sicher, sie wird erfreut sein zu hören, dass Sie der Grund ihres Unglücks waren."


„Es tut mir leid, Kind", sagte Lucius und strich ihr das Haar aus dem Gesicht. Hermine blinzelte ihn verwirrt an. Draco trieb sich hinter seinem Vater um und sah nervös und unbehaglich aus. „Wir befinden uns im Krieg, auch wenn es ein kalter sein mag, aber ich wollte nie, dass du eines der Opfer wirst."

„Ich..." Hermine schluckte hart und versuchte ihre Gedanken zu ordnen. „Sie müssen sich nicht bei mir entschuldigen, Sir."

„Dennoch bestehe ich darauf, dass du es annimmst."

„Ich..." Sie sah zu Draco, der auf seine Lippe biss und die Schultern hob. „Natürlich", sagte sie schließlich.

„Und du wirst im Sommer für ein paar Wochen zu uns ins Herrenhaus kommen", fügte Lucius glatt hinzu „Daphne und Theo werden ebenfalls dort sein, sodass sich niemand Sorgen machen muss, dass es unanständig wirken könnte."

„Das... das würde mir gefallen."

Lucius ging mit den Kindern aus der Schule zum Zug, eine Hand auf Hermines Schulter. Er blickte Dumbledore an, der zurückschaute, als die drei in den Sommer liefen.