Anm. d. Übersetzerin: MagusFeles: Ich hatte behauptet, das dritte Schuljahr wäre dreigeteilt, aber ich habe mich geirrt, weil ich mit dem Übersetzen schon im vierten bin. Es wird aus zwei Kapiteln bestehen, aber wenn die Handlung an Fahrt aufnimmt, werden auch die Jahre länger werden.
Azerty: Es freut mich, wenn dir die Übersetzung hilft. Du kannst mir auch immer gerne eine Nachricht schreiben, wenn du dein Deutsch üben möchten :)
Ferien mit den Malfoys machten herrlichen Spaß. Hermine und Daphne sahen sich nachts unter der Bettdecke Mugglemodemagazine an, sie feuerten Theo und Draco an, wenn die Jungs angaben, indem sie auf ihren Besen durch den Park um Malfoy Manor rasten, und Narzissa Malfoy nahm beide Mädchen mit, sich die Haare und Nägel machen zu lassen, gefolgt von einem Mittagessen. Es war ein „Hexenausflug", bei dem die Frau ihren Freundinnen die beiden Mädchen selbstzufrieden vorstellte. Hermine hatte sich gewappnet, als die erste Frau, die zu ihrem Tisch gekommen war, kühl gesagt hatte: „Ich kenne die Familie Greengrass, natürlich, aber ich glaube nicht, dass ich den Namen Granger schon einmal gehört habe."
„Oh", hatte Narzissa Malfoy mit einem Glas Wein in der Hand, „unsere Hermine ist muggelstämmig. Sie ist die erste Muggelstämmige die seit – oh meine Güte, seit wer weiß wie langer Zeit nach Slytherin gekommen ist. Sie ist die beste Schülerin in ihrem Jahr, musst du wissen. Lucius und ich sind geradezu in sie vernarrt."
„Du warst immer gut darin, Juwelen zu entdecken, Narzissa", hatte ihre Freundin gesagt, beiden Mädchen zugelächelt, und das war das.
„Magst du ihn?", fragte Daphne, während sie über die Schuhe in der französischen Vogue seufzte, als sie in ihrer letzten Nacht im Herrenhaus in ihrem Zimmer saßen.
„Natürlich mag ich ihn", murmelte Hermine. „Wir sind Freunde, seit wir uns getroffen haben."
„Mhm. Aber magst du ihn?", beharrte Daphne. „Weil seine Eltern dich mögen."
„Warum sollte das eine Rolle spielen?", fragte Hermine ohne ihre Freundin anzusehen.
„Es spielt eine Rolle", sagte Daphne. „Vertrau mir, das tut es. Und du hast nicht geantwortet."
„Was ist mir dir?", fragte Hermine um der Frage auszuweichen. „Magst du Theo?"
„Weiß nicht." Daphne legte das Heft einen Moment lang weg. „Ich meine, ja, aber seine Mutter ist tot und sein Vater war ein... Ich bin nicht sicher, ob meine Eltern damit einverstanden wären, weißt du? Aber sie lassen mich herkommen, also vielleicht? Oder vielleicht dachten sie, dass die Malfoys mich für Draco in Betracht ziehen? Obwohl das das gleiche Problem hätte, weißt du?"
„Nicht wirklich", gab Hermine seufzend zu. Sie hatte all die Bücher gelesen, die Narzissa Malfoy ihr geschickt hatte, hatte sie von vorne bis hinten sudiert, bis sie sie beinahe auswendig gelernt hatte, aber diese subtilen Dinge, die die Reinblüter taten, verwirrten sie noch immer. Man konnte einen Jungen nicht einfach mögen, man musste diese komischen elterlichen Besichtigungen bestehen, genau wie er, zumindest wenn ihre Eltern zählten, was Daphnes taten aber ihre nicht. Und sie hatte keine Ahnung, was Theos Vater gewesen war, das ihre Eltern vielleicht nicht mögen würden. „Wir sind eh nur Kinder."
Daphne schüttelte den Kopf. „Wenn meine Eltern ihn nicht mögen, dann hat es keinen Sinn... es gibt einfach so wenige Möglichkeiten, weißt du?"
„Welche Wahlfächer möchtest du nehmen?", fragte Hermine und sah auf die Liste vor ihr, um das ihr unangenehme Thema zu wechseln. „Ich kann mich nicht entscheiden, aber ich denke Arithmantik und Alte Runen."
„Natürlich tust du das", schnaubte Daphne und wandte sich wieder den Heften zu. „Was hältst du von diesem Paar?"
„Sie sehen unbequem aus", sagte Hermine, als sie das Bild sah, und rümpfte ihre Nase. „Und sie sind lila. Und diese Absätze. Und wie kann man darin laufen?"
„Sie sind von Vivienne Westwood", sagte Daphne seufzend. „Wie kannst du Narzissa Malfoys Liebling sein und so wenig Interesse an Kleidung haben?".
„Ich kenne ein Geheimnis", sagte Pansy in Sing-Sang-Stimme im Zug.
„Was?" Blaise sah zu ihr auf.
„Potter hat seine Tante aufgeblasen. Spontaner Zauber." Das Mädchen sah selbstgefällig drein.
„Ist er nicht etwas zu alt, um noch spontane Magieausbrüche zu haben?", fragte Draco gedehnt und blickte ziemlich offensichtlich auf Pansys enges Oberteil. „Es ist wie das Bett nässen; okay wenn du zwei bist, aber ein bisschen peinlich in unserem Alter; man sollte denken, dass der Auserwählte mehr Selbstbeherrschung hat."
„Ich schätze nicht", sagte das Mädchen und brüstete sich ein wenig unter seiner Aufmerksamkeit.
Daphne warf Hermine einen Blick und Pansy einen Umhang zu. „Zieh das lieber an, bevor jemand Punkte abzieht, weil du deine Uniform nicht trägst. Du siehst wie ein Flittchen aus."
„Wurde er von der Schule verwiesen?" Hermine sah von ihrem Arithmantikbuch auf. „Sagt mir bitte, dass er rausgeworfen wurde."
„Hermine", sagte Daphne, „sag Pansy, dass sie wie ein Flittchen aussieht."
„Hm?" Hermine sah Pansy an. „Ist das in der Kleiderordnung erlaubt?"
Pansy rollte mit den Augen. „Nein, kleine Miss Ich-halte-mich-an-die-Regeln."
„Es ist süß", sagte Hermine, sah wieder auf ihr Buch und Pansy lachte. Ihr Gelächter wurde von einem lauten Jaulen aus dem Käfig zu Hermines Füßen unterbrochen.
„Was ist das?", wollte Blaise wissen.
„Ich habe einen Kater gekauft", sagte Hermine leicht defensiv. „Als ich meine Bücher geholt habe. Er schien einsam zu sein."
Blaise lehnte sich vor, zog die Decke vom Käfig des Katers und kicherte spöttisch. „Das ist die hässlichste Katze, die ich je gesehen habe. Wie heißt er? Hässliches Gesicht?"
„Hör auf!", rief Hermine und kniete sich hin, um den Käfig wieder zu bedecken. „Sein Name ist Krummbein. Du verletzt seine Gefühle. Außerdem finde ich, dass er wunderschön ist."
„Da du Pansys Oberteil magst, bin ich nicht sicher, dass du einen guten Geschmack hast", sagte Daphne.
„Hey!", sagte Draco. „Ich mag Pansys Oberteil."
„Natürlich tust du das", murmelte Daphne.
„Was ist los?"
Der Zug hatte sich verlangsamt und war dann abrupt angehalten.
„Weiß nicht", sagte Draco. „Vielleicht hat Potter ein fliegendes Auto auf den Schienen gelandet?"
Pansy kicherte gehässig, aber Hermine sah aus dem Fenster in die Schwärze, die draußen herrschte, und zitterte. Im gleichen Augenblick gingen alle Lichter aus und das Abteil wurde in völlige Dunkelheit gehüllt.
Sie fasste nach Dracos Hand, und er verschränkte seine Finger beruhigend mit ihren, als jemand herumkramte und einen Zauberstab herausholte, und sie murmelte „Wir geraten in Schwierigkeiten, wenn wir Magie verwenden, das wisst ihr."
„Selbst um Licht zu machen?", fragte Pansy. Ihr verächtlicher Tonfall versteckte ihr Schaudern.
„Du denkst, sie lassen uns die Regeln beugen, so wie die Gryffindors es können?", entgegnete Hermine, und die anderen murmelten zustimmend. Dann, bevor sie weiter streiten konnten, gingen die Lampen wieder an, der Zug setzte sich wieder in Bewegung und Draco zog seine Hand mit einem scharfen Ruck aus ihrer.
Als sie ihr Zeug zusammensuchten, hörten sie, wie Neville Longbottom mit zittriger Stimme bei einem seiner endlos öden Hausgenossen darüber jammerte, dass ein Dementor („Da war was im Zug?", zischte Hermine Theo zu) in ihr Abteil gekommen war, und Potter das Bewusstsein verloren hatte. „Es war schrecklich", sagte Neville, als Dracos Augen anfingen, in einem gemeinen Licht zu funkeln. „Ich dachte, dass ich nie wieder glücklich sein würde."
Hermine murmelte: „Fang jetzt keinen Streit mit dem dummen Jungen an."
Pansy grinste sie spöttisch an, bevor sie sagte: „Beschützt du ihn jetzt, Hermine? Ich wusste nicht, dass du einer von Potters kleinen Fans geworden bist."
„Bin ich nicht", sagte Hermine. „Ich würde nur gerne ein Jahr verbringen, ohne die ganze Zeit von Potter zu hören."
„Zu spät", sagte Blaise und stellte sich neben sie, als Draco, flankiert von Greg und Vincent, zu Potter hinüber schlenderte und ihn mit seiner Ohnmacht aufzog. Pansy folgte ihnen, ihr Umhang angezogen aber geöffnet, und Hermine seufzte.
„Komm schon", sagte Theo. „Lasst uns Plätze finden, und wir können Wetten abschließen, welche Schüler dieses Jahr zu uns ins Haus kommen."
Die Weasleyzwilline schafften es dieses Jahr sich davon abzuhalten, irgendwelche Kinder auszubuhen, und bald schon hatte sich eine Gruppe nervös wirkender Elfjähriger, inklusive Daphnes jüngerer Schwester, am Fuße jedes Tisches nieder gelassen, und Dumbledore begann seine alljährliche, vorhersehbare Rede.
„Lass mich raten", sagte Daphne. „Der Verbotene Wald ist noch immer verboten."
„Außerdem, Tendenziös, Bildungsroman, Gimpel", sagte Theo, und erntete eine Runde begeistertes Gelächter.
„Es gibt einen neuen Lehrer für Verteidigung gegen die Dunklen Künste", sagte Hermine, die den Lehrertisch beäugte, wo ein dünner Mann in geflicktem Umhang mit dem Rest der Lehrer und, merkwürdigerweise, dem Wildhüter Hagrid saß.
„Keine wirkliche Überraschung", schnaubte Daphne.
„Er sieht aus, als hätten sie ihn aus der Gosse gezogen", sagte Theo. „Ich schätze, dass niemand für den schwärmen wird."
Hermine schlug ihm auf die Schulter, und er kicherte.
„Snape mag ihn nicht", sagte sie, und sie alle wandten sich um zu ihrem Hauslehrer. Er starrte den neuen Professor mit einem Ausdruck völliger Abscheu auf dem Gesicht an.
„Nein", sagte Greg mit neugierigem Tonfall in der Stimme. „Wirklich nicht. Ich frage mich warum."
„Was ich mich frage", sagte Hermine und langte nach etwas Brot, „ist, warum das Ministerium Seelen-schluckende Gefängniswärter um unsere Schule herum stationiert hat."
„Hast du es nicht gehört?" Pansy lehnte sich mit einem erfreuten Lächeln zu ihr herüber. „Sirius Black ist aus Askaban ausgebrochen."
„Wer?"
„Nun." Sie war offensichtlich hoch erfreut darüber, dass sie Hermine über den Tratsch informieren konnte. „Er war ein Mörder. Dreizehn Menschen mit einem einzigen Fluch. Wurde ohne Verfahren nach Askaban geschickt, von dem, was ich gehört habe. Und er ist Potters Patenonkel."
„Natürlich ist es Potter, der einen Massenmörder zum Paten hat", murmelte Draco.
„Würdest du damit aufhören?", verlangte Hermine. "Ich werde anfangen zu denken, dass du auf den dämlichen Typen stehst, wenn du ihn bei jeder Gelegenheit erwähnst."
Draco wurde rot, während Theo und Greg lachten.
„Nicht, dass daran etwas falsch ist", fügte sie zu Gelächter hinzu.
„Wie auch immer", sagte Pansy und blickte Hermine finster an, „war er scheinbar besessen von Potter, sogar im Gefängnis. Hat die ganze Zeit gemurmelt 'Er ist jetzt in Hogwarts, er ist jetzt in Hogwarts', darum denken sie, dass er jetzt herkommen wird um ihn zu töten."
„Hat der Mann gerade gesagt, dass der Wildhüter der neue Lehrer für Pflege magischer Kreaturen ist?", wollte Vincent wissen. Er hatte den Vorstellungen zugehört, anstatt dem Tratsch über Potter und diesen mysteriösen, gewalttätigen Kriminellen, der anscheinend hinter dem Jungen her war, zu lauschen. „Ein Obdachloser und ein Diener? Wollen die uns auf den Arm nehmen?"
Hermine war zu beschäftigt damit Snape zu beobachten, um zu antworten; er funkelte den neuen Professor Lupin mit einer Heftigkeit an, die ihr Angst machte. Irgendetwas stimmte ganz und gar nicht.
Beim Frühstück erntete Draco Gelächter, indem er Potters Ohnmachtsanfall nachahmte. Dass Potter ihm Zug das Bewusstsein verloren hatte, amüsierte ihn noch immer. „Ein Jahr", murmelte Hermine. „Könnten wir ein Jahr haben, in dem es nicht nur um Harry Potter geht?"
„Potter", rief Pansy, als der Junge die Halle betrat, „die Dementoren kommen!"
Draco grinste sie mit erfreuter Zustimmug an, und Hermine rollte mit den Augen, als sie sich neben Daphne setzte.
„Also ich habe gelesen", sagte sie und Theo stöhnte.
„Bitte sag mir, dass es nicht eine Geschichte Hogwarts' war", sagte er.
„Tatsächlich ging es um Dementoren", sagte sie. "Wir müssen lernen, wie man etwas namens 'Patronus' wirkt, um uns vor ihnen zu schützen."
„Und warum", fragte Theo, „müssen wir uns gegen sie verteidigen?"
„Hör zu", sagte Hermine, „wenn ein Werwolf in der Schule wäre, würde ich herausfinden, wie ich mich dagegen verteidigen könnte." Er schauderte, als sie 'Werwolf' sagte. „Letztes Jahr war es ein Basilisk, dieses Jahr Dementoren. Zumindest wissen wir dieses Jahr, was es ist."
„Warum habe ich das Gefühl, dass dieses 'Patronus'-Ding nicht auf dem normalen Lehrplan steht?", fragte Theo und Hermine blickte ihn finster an. „Schön", sagte er, „aber nur, weil du nicht locker lassen wirst. Finde den Zauberspruch für einen 'Patronus' heraus, und Daph und ich werden ihn mit dir üben, okay?"
„Warum stimmen wir zu?", fragte Daphne.
„Weil ich dir weiterhin die Vogue besorgen werde?"
„Einverstanden." Aber sie sagte es mit einem hörbaren Seufzen.
„Hermine." Es war Greg und er war kreidebleich.
„Was ist los?", fragte sie, als der Junge von einem Fuß auf den anderen schwankend vor ihr stehen blieb.
„Ich glaube, du solltest kommen", war alles, was er sagte, und sie packte ihre Bücher und Hausaufgaben in eine Tasche und folgte ihm, als er sich halb gehend, halb rennend, durch die Flure bewegte.
Als sie sah, dass sie sich dem Krankenflügel näherten, sagte sie mit nervöser Stimme: „Greg...", aber er ging einfach weiter.
Als sie Draco sah, ohne Umhang und sein teils zerfetztes weißes Hemd mit Blut getränkt, während Madam Pomfrey einen seiner Arme bandagierte, schlug sie die Hand vor den Mund. „Was hast du getan?", verlangte sie zu wissen, und Greg fing zu lachen an.
Sie fuhr herum und funkelte ihn an. „Was hat er getan?"
„Er wurde von diesem riesigen Monster in Pflege magischer Geschöpfe angegriffen", schniefte Pansy, „oder, Drakey?"
„Drakey?" Hermine sah das Mädchen einen Moment lang an, bevor sie sich Draco näherte und ihm ins Gesicht blickte. „Es war kein Zusammenstoß mit Potter?", fragte sie.
„Nein", murmelte er, „und es tut wirklich weh. Du könntest ein bisschen Mitgefühl haben."
„Tut mir leid", sagte sie, leicht schuldbewusst klingend. „Ich dachte, du hättest schon wieder was mit Potter angefangen. Erzähl mir, was passiert ist."
Draco setzte an, eine lange Geschichte darüber zu erzählen, wie vollkommen unschuldig er war, dass er nur den Anweisungen gefolgt war, und was für ein Lehrer hatte gefährliche Kreaturen in einer Klasse von Drittklässlern? Hermine hörte nach ein paar Minuten der ausschweifenden Geschichte auf, sich Sorgen zu machen; es ging ihm offensichtlich gut.
„Warum nimmst du das Fach überhaupt?", fragte sie, als er anhielt um Luft zu holen. „Ich meine, hast du ein geheimes Verlangen, in einem Zoo zu arbeiten?"
„Was hätte ich sonst nehmen sollen?", jammerte er und sie rollte mit den Augen.
„Weiß nicht. Wie wäre es mit Runen?", fragte sie. „Oder Arithmantik."
„Wir sind nicht alle völlige Streber", sagte Pansy.
„Ich wusste nicht, dass der Wildhüter das Fach unterrichten würde", widersprach Draco. „Letztes Jahr war es ein richtiger Lehrer. Hagrid ist eine Bedrohung. Wusstest du, dass er dachte, es wäre lustig, dass wir unsere Bücher nicht öffnen konnten? Lustig! Ein Buch zu bestellen, das beißt!"
Hermine sah zu, wie Pansy Dracos unverletzten Arm streichelte, und ging einen Schritt zurück zu Greg, der dort während des ganzen Gesprächs gestanden war, eine solide Präsenz hinter ihr. „Hast du es gesehen?", fragte sie Greg, der nickte.
„Vincent und ich waren direkt daneben; es hat ihn wirklich einfach angegriffen", bestätigte Greg. „Er hat etwas Unhöfliches gesagt und -"
„Draco", sagte Hermine seufzend. „Du hast wirklich versucht, dich ihm gegenüber wie ein Idiot zu verhalten, oder?"
„Es ist ein Tier", murmelte er. „Und ich habe nur Spaß gemacht." Er klang mürrisch. „Ich werde meinem Vater schreiben."
„Es ist lächerlich, so gefährliche Tiere im Unterricht zu haben", stimmte Hermine zu, ihre Augen weiter auf Pansy gerichtet. „Grüß deinen Vater von mir, okay?"
„Klar", sagte Draco, und wandte sich Pansy mit wehleidigem Blick zu.
„Ich glaube, ich werde zurückgehen und an meinen Gleichungen arbeiten", sagte Hermine, leicht auf der Stelle tretend.
„Hört sich gut an", sagte Draco. „Ich sehe dich später?"
„Ja", sagte sie.
Draco schlenderte mit dem Arm in einer Schlinge in Zaubertränke, gefolgt von Greg und Vincent. „Oh, Draco, tut es noch weh?", umkoste Pansy ihn.
Hermine versteifte ihre Schultern und wandte sich an Blaise, dem sie für das Schuljahr als Partner zugeteilt worden war, und sagte: „Welche Seite?"
Der Junge sah hinüber zu Pansy, die um Draco herumscharwenzelte, und runzelte die Stirn, blätterte aber dennoch durch ihr Lehrbuch um die Schrumpflösung zu finden.
„Professor", sagte Draco voll freudiger Genugtuung. „Ich brauche Hilfe beim Zerschneiden meiner Wurzeln."
„Ich werde dir helfen, Draco", sagte Pansy.
„Weasley, hilf bitte Mr. Malfoy", sagte Snape ohne aufzusehen.
„Du willst mich wohl verarschen", murmelte Ron Weasley, während er anfing, eine zweite Portion der Wurzeln zu zerschneiden.
„Hat er die Schlinge heute Morgen schon getragen?", zischte Hermine Blaise zu, „weil ich sie nicht bemerkt hätte."
Blaise ließ ihre Wurzeln in den Kessel gleiten und murmelte: „Kann ich nicht sagen."
„Sie ermuntert ihn nur", murmelte Hermine.
„Wenn du nicht willst, dass jeder denkt, es würde dich kümmern", sagte Blaise, „würde ich den Mund halten."
„Sir", sagte Draco, „Weasley hat meine Wurzeln mit Absicht verhackstückt."
Hermine musste ein Lächeln unterdrücken, als sie die Häme in Dracos Stimme hörte. So sehr sie auch dagegen war ihn zu ermutigen, über seine Verletzung zu jammern, so sah sie ihm doch immer gerne dabei zu, wie er die schrecklichen Zwei drangsalierte.
„Weasley, tausch deine Wurzeln mit Mr. Malfoy", wies Snape an, und Weasleys Stöhnen hallte durch den Raum.
„Möchtest du etwas sagen, Mr. Weasley?", erkundigte Snape sich, und der Junge murmelte mürrisch etwas, das „Nein, Sir" heißen mochte, als er Draco seine Wurzeln hinschob.
„Das tut es nicht", murmelte Hermine, als sie ihre Raupen in mathematisch identische Scheiben schnitt. „Mich kümmern, meine ich. Es ist nur... du weißt, wie Draco ist."
„Sir", jammerte Draco. „Ich brauche Hilfe beim Schälen meiner Schrumpelfeige."
„Potter." Snape gab keine weiteren Anweisungen und Hermine, die ihre eigene vorsichtig schälte, sah zu, wie der Auserwählte die Haut einer Schrumpelfeige herunter riss und diese dann fast auf Dracos Kopf zu schleuderte.
„Gut." Blaise wischte seine Hände ab und sah sie an. Er schien kurz davor zu sein, seinen Zeh über den Boden zu schlurfen, als er sie so schnell sprach, dass sie ihn kaum verstehen konnte: „Theo-Daphne-und-ich-wollten-alle-zusammen-nach-Hogsmeade-gehen-am-ersten-Wochenende-und-ich-habe-mich-gefragt-ob-du-vielleicht-mit-uns-gehen-würdest?"
Sie hörte Draco sagen: „Danke, Pansy. Es tut wirklich weh, weißt du?", und sie lächelte Blaise an.
„Liebend gern", antwortete sie.
Er atmete offensichtlich erleichtert aus und grinste sie an, die Nervosität verschwand und machte Platz für den Jungen, den sie kannte. „Gut. Es wird Spaß machen."
„Dein Arm ist nicht verletzt", zischte Harry Potter Draco zu, der sein fieses kleines Lächeln lächelte, und dann gedehnt sagte: „Wie geht es deinem Professor gewordenen Wildhüterfreund, Hagrid? Du solltest ihn besuchen, während du noch Zeit hast; mein Vater war sehr ungehalten, dass ich in seinem Unterricht verletzt wurde, und nachdem Weasleys Schwester letztes Jahr einen Basilisk auf die Schüler losgelassen hat, waren die Schulräte höchst ungehalten zu erfahren, dass noch ein Schüler verletzt wurde."
„Darum tust du das", flüsterte Potter. „Du möchtest, dass Hagrid gefeuert wird."
„Du hast es erfasst", höhnte Draco, „aber es gibt noch andere Gründe. Schneide meine Raupen für mich, Weasley."
Der Junge protestierte nicht einmal; er nahm einfach einen Haufen und begann, sie zornig klein zu schneiden. „Ich schätze, du hast nicht gehört, dass Sirius Black hier in der Nähe gesehen wurde", fuhr Draco fort. „Wenn ich du wäre, würde ich mich rächen wollen, aber vielleicht haben Gryffindors keinen wirklichen Familiensinn."
„Wovon redest du?", blaffte Harry. Hermine, deren Trank schon lange fertig war und köchelte, sah zu, wie Potter vor Wut eine Raupe zerfleischte.
„Oh." Draco begegnete ihrem Blick und sie konnte nicht umhin zurück zu lächeln. „Du weißt es nicht?"
„Er will dich nur ärgern", murmelte Weasley. „Ignorier den Penner einfach."
Aber was auch immer Draco sagen wollte, ging im allgemeinen Trubel unter, als die Stunde endete und jeder eine Probe abfüllte, während Snape abfällige Geräusche machte, als diese eingereicht wurden. „Ich schwöre, du wirst jeden Tag noch unfähiger", teilte er Neville mit, als er dessen leuchtend orangen Trank beäugte. „Ich bin nicht sicher, warum deine Großmutter dich überhaupt herschickt. Sicherlich würde einen Muggelschule deinen Fähigkeiten besser gerecht werden."
Hermine reichte ihm ihren Trank, er begutachtete die grüne Farbe und sagte dann: „Wenn du so freundlich wärst, nach der Stunde zu warten. Ich möchte kurz mit dir reden, Miss Granger."
Sie nickte und Draco winkte ihr kurz zu, als er, nachdem er sein eigenes Fläschchen abgegeben hatte, den Raum verließ, Pansy eng an seiner Seite.
„Wie eine Klette", murmelte Hermine vor sich hin.
Blaise lümmelte nahe der Tür um auf sie zu warten, während Snape die letzte Probe mit einem herablassenden Blick auf Potter entgegen nahm, der langsam auf die Tür zuging, offenbar in der Hoffnung mitzuhören, wie sie von dem durchgängig unfreundlichen Lehrer gerügt wurde.
„Obwohl ich deine Fächerwahl abgesegnet habe, Miss Granger, wollte ich mit dir über deine Wahlfächer reden. Arithmantik und Runen? Das scheint ein wenig... ehrgeizig."
„Theo hat den gleichen Stundenplan, Sir", sagte sie so höflich wie möglich, „und keine der anderen Wahlmöglichkeiten hat mich interessiert."
„Schade", er sah sie an. „Du hättest den jungen Mr. Malfoy in Pflege magischer Kreaturen vor Schwierigkeiten bewahren können."
Sie zuckte mit den Schultern und sagte: „Das bezweifle ich, Sir. Er findet häufig Schwierigkeiten."
„Er findet weniger, wenn du dabei bist", bemerkte Snape. „Wie wäre es mit Wahrsagen? Oder Muggelkunde?"
„Wahrsagen ist ein Haufen Blödsinn, Sir", sagte sie, „mit Verlaub gesagt."
„Nicht ganz richtig, Miss Granger, aber da das Innere Auge nicht gelehrt werden kann, stimmt deine Einschätzung im Rahmen des Schullehrplanes. Du hast Muggelkunde nicht angesprochen."
„Eine völlige Zeitverschwendung, Sir, vor Allem, da ich muggelstämmig bin", sagte Hermine. „Hätten Sie meine Fächer überhaupt abgesegnet, wenn ich das gewählt hätte?"
„Nein, ich denke nicht." Er stand auf und lehnte sich vor. „Anders als einige meiner Kollegen versuche ich sicher zu stellen, dass meine Schüler ihren Stundenplan weder mit einfachen Z.A.G.s füllen, noch sich an den Rande eines Nervenzusammenbruches arbeiten. Nichtsdestotrotz habe ich die Erlaubnis erhalten, dir fortgeschrittenen Einzelunterricht anzubieten, Miss Granger. Wenn du denkst, dass du einen zusätzlichen Kurs trotz deiner Wahlfächer schaffen kannst, werden wir uns wöchentlich treffen." Er blickte hinüber zu Harry Potter. „Was tust du noch hier? Ich versichere dir, Potter, dass ich dir keinen fortgeschrittenen Zaubertrankunterrricht anbieten werde."
„Also", Professor Lupin betrachtete die Kinder in seinem Klassenzimmer, „ihr seid die Slytheringruppe."
Hermines Schultern spannten sich an. Natürlich war der Mann voreingenommen. Natürlich war er das. Sie zog ihr Buch hervor und ließ es auf den Tisch fallen und holte eine Feder und Papier hervor und hielt ihre Hand so, dass sie jederzeit beginnen konnte mitzuschreiben, während sie den schäbigen Mann anstarrte und wartete, dass er anfing.
„Ihr könnte eure Sachen wegpacken", sagte er und sah sie belustigt an. „Wir werden heute eine praktische Stunde haben. Nehmt eure Zauberstäbe mit und folgt mir."
Draco sah sie an und sie zuckte die Achseln. Das war etwas Neues. Abgesehen von dem Wichtel-Vorfall letztes Jahr hatten sie in dieser Klasse nie etwas anderes getan, als sich Notizen zu machen. Die Klasse lief durch den Flur und folgte dem Professor in ein ungenutztes Klassenzimmer, in dem ein großer Kleiderschrank gegen die Wand gerückt worden war.
„Irrwichte", sagte Professor Lupin, der sich gegen das Lehrerpult des neuen Raumes lehnte. „Wer kann mir etwas über sie erzählen?"
Sie sahen ihn alle mit passiven Gesichtern an, bis er seufzte und Hermine ansah. „Miss Granger, richtig?"
Sie nickte.
„Ich habe gehört, dass du private Stunden bei Professor Snape hast. Ich nehme an, das bedeutet, dass -"
„Es ist ein Gestaltwandler", unterbrach sie ihn mit kühlem, aber höflichen Tonfall. „Es nimmt die Form dessen an, wovor man sich am meisten fürchtet."
„Ah, also bist du tatsächlich eine sehr gute Schülerin. Ich habe schon vermutet, dass dies der Fall sein muss, da du die positive Aufmerksamkeit von Professor Snape auf dich gezogen hast."
Hermine setzte ein Lächeln auf, das liebreizend wirken mochte. „Ich bin sehr dankbar für seine Zeit und gute Meinung. Sir."
„Ja, nun." Professor Lupin wandte sich wieder dem Rest der Klasse zu. „Irrwichte mögen dunkle Orte: Schränke, unter dem Bett, Truhen, und so weiter. Sie sind ziemlich verbreitet; jede gute Hausfrau sollte wissen, wie man sie beseitigen kann."
Der Mann schien nicht zu bemerken, wie die Mädchen im Raum sich versteiften. „Oder die Bediensteten", sagte Pansy, die Worte leise und lang gezogen. Die Ansammlung privilegierter Kinder im Raum lachte. Die meisten von ihnen waren von Kindermädchen und Hauselfen erzogen worden; Pansy würde später vielleicht eine Gesellschaftsdame sein, aber bestimmt keine Hausfrau. Was nicht hieß, dass sie, oder eine ihrer Mitschülerinnen, seinen beiläufigen Sexismus mochte.
„Also", fuhr der Mann fort, ohne den Einwurf zu beachten, „im Moment, weil wir so viele sind, haben wir einen Vorteil. Wer weiß, welcher das ist?"
Draco rollte mit den Augen und antwortete, ohne aufgerufen worden zu sein: „Es weiß nicht, was es darstellen soll. Sollte es ein Leben ohne Diener sein, um Pansy zu erschrecken, oder ein überfälliges Bibliotheksbuch, um Hermine Angst einzujagen?"
Wieder hallte Gelächter durch den Raum und der Lehrer lächelte. „Genau. Ich habe einmal einen verwirrten Irrwicht gesehen, der sich in eine halbe Nacktschnecke verwandelt hat; überhaupt nicht beängstigend. Der Zauber, der einen Irrwicht abwehrt, ist ganz simpel, aber er benötigt Willensstärke, weil man den Irrwicht dazu zwingen muss, eine lustige Gestalt anzunehmen, was im Angesicht von Angst ziemlich schwierig sein kann. Möchte jemand von euch anfangen?"
Die Gruppe bewegte sich, als alle Schüler versuchten, subtil nach hinten zu gehen, während sie die anderen nach vorne stießen, bis schließlich Vincent mit einem entsetzten Gesichtsausdruck ganz vorne stand. Schulische Aufgaben waren nicht seine Stärke.
„Danke, dass du dich freiwillig meldest", sagte Lupin ohne die geringste Spur Ironie. „Ich fürchte, ich habe deinen Namen nicht gehört?"
„Vincent Crabbe", murmelte der Junge und Lupin sah einen Moment lang alarmiert aus, bevor er sich fing.
„Ah, Mr. Crabbe. Und wovor hast du die meiste Angst?"
Er wurde rot und Hermine trat vor, legte ihm eine Hand auf den Arm und blaffte: „Inwiefern ist das hier eine gute Lektion? Leute dazu zu zwingen, ihre größten Ängste offen zu legen? Vor allen anderen? Vielleicht möchte Vincent nicht, dass der Rest von uns erfährt, dass er Angst vor Schlangen oder Fröschen oder überfälligen Bibliotheksbüchern hat?"
„Und wie würdest du vorschlagen, dass ich euch diesen einfachen Zauber ohne eine praktische Stunde beibringe, Miss Granger?", fragte Professor Lupin und richtete sich auf. „Mir war nicht bewusst, dass weil du Snapes Liebling bist, du auch die Lehrpläne der anderen Professoren bestimmst."
Hermine lief rot an, wich aber nicht von der Stelle. „Es ist nicht fair", beharrte sie. „Sie könnten es ohne Zuschauer tun."
Lupin sah sie irritiert an. „Mindestens ein Schüler muss es öffentlich machen, Miss Granger, um die Methode vorzuführen."
„Sie könnten das Beispiel sein", sagte sie, aber er schüttelte den Kopf.
„Melden Sie sich freiwillig, Miss Granger, um Mr. Crabbe die Demonstration abzunehmen?"
Sie wurde blass, trat aber vor.
„Also, Miss Granger", fragte er, „wovor hast du Angst?"
„Ich schätze, das werden wir alle bald herausfinden", antwortete sie, den Mund zu einer schmalen Linie zusammengepresst.
Er hielt inne und sah sie an, bevor er nickte. „Schön. Der Zauberspruch, den du verwendest, lautet Riddikulus. Wärst du so freundlich ihn für mich zu sagen, damit ich sicher gehen kann, dass deine Aussprache stimmt?"
„Riddikulus", sagte sie und er nickte, sein Mund ebenfalls schmal, als sie sich anstarrten.
„Gut gemacht. Das ist allerdings der einfache Teil. Du musst dir das Ding, das dir Angst macht, als etwas Lustiges vorstellen. Was belustigt dich, Miss Granger?"
„Dass Draco denkt, meine größte Angst seien überfällige Bibliotheksbücher", sagte sie.
„Na gut." Er sah sie an, als würde er abwägen, ob er weitermachen sollte. „Stell dir einen Stapel überfälliger Bibliotheksbücher vor, Miss Granger. Vielleicht mit ein paar Bücher, die meckern und nörgeln, dass sie zurückgebracht werden müssen? Kannst du das tun?"
Sie wippte mit dem Fuß und sah erst den Kleiderschrank, dann ihn an. „Können wir es hinter uns bringen?" Vincent atmete scharf ein und Theo pfiff leise. Keiner von ihnen hatte jemals erlebt, dass sie einem Lehrer gegenüber so unhöflich war.
„Was auch immer es ist, sie hat panische Angst", murmelte Theo und Daphne nickte.
Lupin öffnete die Tür des Kleiderschrankes und Draco Malfoy schlenderte daraus hervor, einen Ausdruck arroganter Häme auf dem Gesicht, vollkommen lebensecht. Er fuhr mit den Augen über Hermine, angefangen bei ihren Füßen, und verzog schließlich das Gesicht, als er ihr Haar erreichte. „Schlammblut", sagte er, „als ob du jemals dazu gehören würdest. Als ob ich jemals wirklich mit jemandem wie dir befreundet wäre."
Er öffnete seinen Mund, um weiterzusprechen, aber sie schwang ihren Zauberstab mit zusammengekniffenen Augen und blaffte: „Riddikulus", und an Stelle von Draco lag ein Haufen Bücher vor ihr, von denen eines tatsächlich in einer nervigen Stimme von Überziehungsgebühren redete und mit seinen Seiten blätterte.
„Sind wir fertig?" Sie blickte Professor Lupin an, der schnell nickte, und fragte: „Wer ist der Nächste?"
Blaise sah Draco an, der blasser war als üblich, dann Hermine, die ihre Hände zu Fäusten geballt hatte und schwer atmete. Er packte sie, zog sie in eine Umarmung und blickte Professor Lupin finster an, der zugegebenermaßen ein wenig schockiert wirkte; scheinbar war dem Mann nicht eingefallen, dass einige von ihnen vielleicht etwas schlimmere Ängste haben könnten als Vampire oder Schlangen. „Was ein Arschloch", murmelte er in ihr Ohr.
Vincent, stellte sich heraus, hatte Angst vor Feuer. Theo fürchtete sich vor Werwölfen, Daphne sich vor Spinnen. Der Rest der Stunde verlief ohne Vorfälle, bis, als Professor Lupin den Irrwicht in den Schrank zurück treiben wollte, der sich in eine leuchtende, weiße Kugel verwandelte.
Hermine betrachtete den Irrwicht und dann Lupin, während der „Riddikulus" sagte, und den Hauself in einem Partyhut und rosa Rüschchenunterwäsche in den Kleiderschrank schob.
„Ich frage mich, warum Professor Lupin Angst vor Kristallkugeln hat", sagte Pansy, als sie sich auf den Weg zur nächsten Stunde machten.
„Ja", sagte Hermine. „Warum wohl?"
„Hat Blaise dich gefragt?", fragte Daphne von ihrem Bett aus, und als Hermine mit offensichtlicher Verwirrung auf ihrem Gesicht von ihren Runenhausaufgaben aufsah, stellte sie klar: „Mit ihm nach Hogsmeade zu gehen?"
„Oh, ja", sagte Hermine und wandte sich wieder ihren Hausaufgaben zu.
„Und du hast gesagt..." Daphne zog das letzte Wort erwartungsvoll in die Länge.
„Ich habe ja gesagt", sagte Hermine, während sie die Diagramme aus dem Buch sorgfältig abzeichnete. „Was hätte ich sonst sagen sollen?"
„Er hatte Angst, du könntest vielleicht darauf warten, dass Draco dich fragt", sagte Daphne. „Zumindest hat er Theo das gesagt."
„Ich denke", sagte Hermine kurz ab, „dass Draco schon jemanden hat, mit dem er einkaufen gehen kann, und dem er Süßigkeiten schenken und -"
„Muss deine Katze das vor uns tun?", unterbrach Daphne sie schaudernd, als Krummbein mit einer riesigen Spinne im Mund auf Hermines Schreibtisch sprang.
„Hast du die ganz alleine gefangen?", gurrte Hermine. „Du schlauer Junge."
„Kann er nicht eine Ratte oder so fangen?", wollte Daphne wissen. „Müssen es Spinnen sein?"
Hermine lachte, aber setzte sich so, dass sie den Blick ihrer Freundin auf die Spinne versperrte. „Na, Krummbein? Meine Freundin möchte, dass du ihr eine Ratte fängst. Kannst du eine Ratte hier im Schloss finden, du süßer Kater? Kannst du's?"
Der Kater leckte sich die Lippen, sprang nach unten und verschwand.
„Wenn er wirklich eine Ratte bringt, was sollen wir dann damit machen?", fragte Daphne und Hermine zuckte die Achseln.
„Sie den Jungs geben, schätze ich? Keiner von denen hat ein Haustier. Oder sie in Zaubertränke verwenden? Kommt wohl drauf an, ob sie tot oder lebendig ist."
Hermine, Blaise, Daphne und Theo gingen am Morgen vor Halloween nach Hogsmeade. Draco, gefolgt von Greg und Vincent und mit Pansy am Arm, war vor ihnen ans Tor gekommen, und blickte Harry Potter höhnisch an, während er darauf wartete, dass sein Name auf der Liste der Schüler, die Erlaubnis hatten ins Dorf zu gehen, markiert wurde.
„Gehst du nicht, Potter?", kicherte er. „Angst vor den Dementoren?"
Hermine machte es sich zur Aufgabe, ihm nicht finster auf den Rücken zu starren. „Also", sagte sie laut, „wo gehen wir als Erstes hin?"
„Ich nehme an, dass du zur Buchhandlung möchtest", sagte Blaise und sie grinste ihn an.
„Da müssen wir nicht als Erstes hingehen."
„Wir müssen in der Großen Halle schlafen?" Hermine klang nicht amüsiert und Professor Snape wandte sich ihr zu.
„Auch wenn ich zugeben muss, dass ich die Idee so offenkundig lächerlich finde wie du, Miss Granger, hat unser geschätzter Schulleiter entschieden, dass der beste Weg, um euch vor einem mörderischen Irren zu beschützen, der sich scheinbar in die Schule geschlichen hat, ist, euch alle in einem Raum unterzubringen, und ich bin nicht gewillt, mit ihm zu streiten."
Das ganze Haus Slytherin wanderte ihrem Hauslehrer hinterher zu der Halle, und starrte die bauschigen, lila Schlafsäcke, die über dem Steinboden verteilt waren, missmutig an.
„Was ist los?", wollte Daphne wissen, als sie ihren neben Theo und Hermine zog.
„Es war Sirius Black", flüsterte Pansy. „Peeves hat ihn gesehen. Er hat das Porträt vor dem Gemeinschaftsraum der Gryffindors aufgeschlitzt, als sie ihn nicht einlassen wollte. Er ist hinter Potter her."
„Das ist schrecklich", sagte Hermine und Pansy blickte sie an.
„Seit wann bist du ein Fan?"
„Ich mag ihn nicht", sagte Hermine, als sie in ihren Schlafsack stieg. „Aber es ist garantiert Furcht einflößend, wenn ein Verrückter hinter einem her ist. Merlin, Pansy. Ich kann jemanden nicht mögen, ohne zu wollen, dass er stirbt."
„Wenn du das sagst", erwiderte Pansy.
„Ich bin kein Fan", beharrte Hermine.
Sie war noch immer wütend und wach, als sie ein Gespräch zwischen Dumbledore und Snape überhörte. Sie war im Kopf all die Dinge durchgegangen, die sie Pansy hätte sagen können – hätte sagen sollen. 'Ein Jahr', dachte sie. 'Wir können nicht mal ein Jahr hinter uns bringen, ohne dass sich alles um Potter dreht', und 'Ist dir klar, dass seine Mutter mich mag', und 'Schön, mach einfach weiter und ermutige ihn dazu, die ganze Zeit den Liebling der Lehrer zu verärgern, weil das ja so gerissen ist.' Der einzige Trost war, dass er seinen Schlafsack nicht verrückt hatte, um Pansy nahe zu sein, sondern in seiner kleinen Gruppe mit Greg und Vincent geblieben war. Und nicht mit ihr.
„Direktor." Es war Snape. „Alles wurde durchsucht; es gibt keine Spur von ihm."
„Sie sind ganz sicher?"
„Ich würde Sirius Black sicher nicht übersehen. Und, trotz eines starken Verlangens dazu, habe ich ihn nicht verflucht und irgendwo sterben lassen." Snapes Stimme war leise, aber der Abscheu war deutlich, und Hermine lag sehr still; alle Gedanken an Pansy waren wie weggewischt.
„Nun, ich habe kaum erwartet, dass er hier verweilen würde", sagte Dumbledore seufzend. „Ich habe den Abend damit verbracht, zu überlegen, wie er hereingekommen ist, aber jede Theorie ist unsinniger als die letzte."
„Sie erinnern sich, nehme ich an, an unser Gespräch vor Beginn des Schuljahres?"
„In der Tat." Dumbledores Tonfall war eine deutliche Warnung, zu reden aufzuhören, aber Snape bohrte weiter.
„Sie waren einmal enge Freunde."
„Niemand im Schloss würde Sirius Black dabei helfen es zu betreten." Niemand, nicht einmal Snape, hätte das Gespräch an diesem Punkt weitergeführt. Hermine brannte darauf zu erfahren, wer die Person im Schloss war, der Sirius Black nahe gestanden hatte, aber als keine weiteren Informationen mehr kamen, lag sie still da und ging die Möglichkeiten durch, bis der Schlaf sie übermannte.
Draco verbrachte viel Zeit damit, über seinen verletzten Arm zu jammern und darüber, dass er unmöglich Quidditch spielen konnte.
Hermine, die auf einem Sofa im Gemeinschaftsraum saß und Arithmantiknotizen mit Theo austauschte, sagte nur: „Wenn du ein Fach gewählt hättest, das dich tatsächlich fordert, anstatt zu versuchen das System auszutricksen, wärst du nicht verletzt worden." Abgesehen davon weigerte sie sich, seinen Arm, sein ständiges Bedürfnis, alles getragen zu bekommen, oder dass Pansy zu jeder Mahlzeit seinen Saft einschenkte, zu beachten.
„Professor Lupin ist heute krank und ich werde seinen Unterricht übernehmen." Professor Snape betrachtete die gemischte Verteidigung gegen die Dunklen Künste Klasse aus Gryffindors und Slytherins mit seinem üblichen abfälligen Gesichtsausdruck. „Um dies zu gestatten, werden wir eure Klassen für die Dauer seiner Krankheit zusammenlegen; ich bin sicher, dass ihr alle in der Lage seid, eure nachvollziehbaren, jugendlichen Rivalitäten bei Seite zu legen. Da Professor Lupin es nicht für nötig gehalten hat, mir Aufzeichnung über das behandelte Material dazulassen, oder so etwas wie einen Lehrplan -"
Harry Potter kam durch die Tür geschlittert, murmelte: Entschuldigen Sie, dass ich zu spät bin", und Hermine sah von ihm zu Snape, voll Vorfreude auf den Moment, in dem er merken würde, dass er nicht Professor Lupin gegenüber stand.
„Wie schön, dass du uns mit deiner Anwesenheit beglückst, Mr. Potter. Zehn Punkte Abzug von Gryffindor für deine Verspätung."
„Wo ist Professor Lupin?"
Hermine atmete scharf ein. Niemand sprach so mit Snape, vor Allem nicht einer der Gryffindors.
„Wenn du pünktlich hier gewesen wärst, hättest du erfahren, dass er krank ist. Jetzt -"
„Aber was fehlt ihm?" Potters Stimme war anklagend, als würde er Snape verdächtigen, den Mann vergiftet zu haben. Hermine und Daphne tauschten 'jetzt wird er etwas zu hören bekommen'-Blicke aus.
„Nichts Lebensbedrohliches." Das 'unglücklicherweise' blieb unausgesprochen in der Luft hängen. „Fünf weitere Punkte Abzug für deine Unverschämtheit. Zwing mich nicht dich zum hinsetzen aufzufordern, oder ich mache es fünfzig."
Der Junge betrachtete den Professor mit düsterem Blick und sank auf seinen Stuhl.
„Wenn ich mit Potters freundlicher Erlaubnis nun die Stunde beginnen dürfte, schlagt bitte alle Seite 394 auf."
Es gab eine kurze Pause und Weasley murmelte: „Natürlich müssen wir bei dem Typ wieder mitschreiben. Lupin ist der beste Lehrer für Verteidigung, den wir je hatten. Wir haben Rotkappen durchgenommen, und Grindelohs, und jetzt müssen wir wieder etwas lesen über -" Er blätterte durch die Seiten, aber Hermine war ihm bereits zuvor gekommen.
„Werwölfe", flüsterte sie und sah zu Snape auf.
„Ganz genau, Miss Granger", sagte er. „Kann uns jemand außer Miss Granger erzählen, wie man einen Werwolf von einem echten Wolf unterscheiden kann?"
„Aber wir haben das noch nicht durchgenommen", jammerte Parvati. „Wir sind bei Hinkepunks."
„Mir war nicht klar, Miss Patil, dass du sowohl schlecht hören als auch nicht lesen kannst. Ich bin sicher, diese Bürden sind eine große Belastung für deinen kleinen Verstand, und deine Mühen tun mir wirklich leid." Er hörte sich ganz und gar nicht so an, als täte es ihm leid. „Vielleicht könnte jemand, der des Lesens mächtig ist, Miss Patil darüber informieren, wie man einen Werwolf erkennt?"
„Der Werwolf", las Ron Weasley in sarkastischem Tonfall, „unterscheidet sich von dem echten Wolf durch mehrere kleine Merkmale. Erstens -"
„Ich erinnere mich nicht daran, deine Hand in der Luft gesehen zu haben, und ich habe dich auch nicht aufgerufen, Mr. Weasley." Snape blickte den Jungen finster an.
„Sie haben gefragt und ich habe geantwortet", murmelte Ron. „Ich verstehe nicht, warum Sie die Frage stellen, wenn Sie keine Antwort hören wollen. Es steht direkt hier im -"
„Fünf Punkte Abzug von Gryffindor wegen unerträglicher Unhöflichkeit", sagte Snape. „Und Nachsitzen, weil du ungefragt geredet hast."
Den Rest der Stunde verbrachten sie damit Notizen zu machen, während Snape zwischen den Tischen entlang lief. Als der Unterricht vorbei war, sagte er: „Zwei Rollen Pergament bis Montag darüber, wie man einen Werwolf erkennt und tötet. Weasley, bleib noch hier, damit ich dir die Zeit für dein Nachsitzen mitteilen kann."
Hermine weigerte sich vehement dagegen, zum Quidditchspiel Gryffindor gegen Hufflepuff zu gehen. Sie schnaufte und wies auf das Wetter hin und beschwerte sich, und Blaise und Greg hörten nicht einem einzigen Wort ihrer Einwände zu.
„Wir spielen noch nicht einmal", jammerte sie zuletzt. „Und es regnet!"
„Es ist Qudditch", sagte Greg, einen sturen Ausdruck auf seinem breiten Gesicht, während Blaise ihr einen seiner überzähligen Pullover hinhielt. Sie blickte beide finster an, während sie die zusätzliche Schicht anzog.
„Was würdest du sonst tun?", fragte Blaise und reichte ihr einen verzauberten Taschenwärmer, um ihre Hände warm zu halten. „Hausaufgaben? Dein zusätzliches Zaubertränke-Zeugs?"
„Nun, ja", gab sie zu. „Snape hat mir aufgetragen, Flubberwürmer in gleichmäßige Scheiben zu schneiden. Man muss sie einfrieren, damit sie steif sind, und dann -"
„Du wolltest wirklich lieber Flubberwürmer schneiden, als mit mir zu einem Quidditchspiel zu gehen?" Blaise sah hauptsächlich spöttisch aus, aber auch etwas verletzt, und Hermine verschränkte ihren Arm schnell mit seinem.
„Natürlich nicht", sagte sie und seufzte dann, als er grinste.
„Du bist so einfach zu manipulieren", erklärte er und wich aus, als sie ihn zu treten versuchte. „Aber ich freue mich, dass du kommst", fügte er hinzu.
Das Spiel war miserabel. Das Wetter war miserabel. Es war regnerisch und windig und selbst unter einem riesigen Regenschirm und flankiert von Greg und Blaise war Hermine kalt, nass und unglücklich. „Könnte das hier noch schlimmer werden?", murmelte sie und Blaise grinste.
„Potter könnte den Schnatz schon wieder fangen?"
Sie lachte darüber, aber presste sich noch enger an seine Seite, um so viele Wärme aufzusaugen wie möglich. Es schien kälter und kälter zu werden. Sie fühlte sich so niedergeschlagen, wie sie da im Regen saß, als könnte nie wieder etwas gut sein. Sie konnte nicht einmal die Energie aufbringen zu können, ihren Kopf zu heben und dem Spiel zuzusehen. Was war der Sinn? Blaise sank in sich zusammen, seine übliche schelmische Energie wie weggeblasen, und Greg ließ den Schirm schwanken, sodass der Regen ihr den Nacken hinunter lief, aber es störte sie nicht einmal genug, dass sie sich bewegte. Alles war kalt und nass und schrecklich, und alles würde für immer so sein. Sie sandte einen lustlosen Blick zurück aufs Spielfeld, in Erwartung, dass Potter den Schnatz auf eine unwahrscheinliche und deprimierende Weise fing, weil das immer passierte, und stattdessen sah sie so viele schwarz gewandete Gestalten, dass sie kaum den Boden erkennen konnte.
'Dementoren', flüsterte ihr Verstand ihr zu. 'Du fühlst dich nur so wegen der Dementoren.'
Komisch, dachte sie, dass das zu wissen die Gefühle nicht verschwinden ließ. Sie starrte die Gestalten nur weiter an, bis sie sah, wie Dumbledore aufs Feld rannte und etwas silbriges beschwor – einen Patronus, sagte ihr Verstand erneut. Das ist ein Patronus. Du wolltest lernen, wie man das macht, aber du wurdest abgelenkt – und die Dementoren fielen zurück, verjagt von dem hellen Licht, und das Wasser, das auf ihren Nacken tropfte, wurde nervig genug, dass sie den Schirm packte und ihn wieder gerade hielt.
„Bist du okay?", fragte sie Greg, und er schüttelte den Kopf und murmelte etwas. Blaise zitterte, senkte sein Gesicht zu ihren Haaren und atmete tief ein.
„Lasst uns rein gehen", sagte Blaise. „Sieht so aus, als wäre das Spiel vorbei."
„Hat Potter ihn wieder gefangen?", fragte sie, aber er schnaubte, und ein kleines bisschen Freude begann wieder in ihrer Seele zu glühen.
„Scheint als hätte Hufflepuff gewonnen und unser unbescholtener Held ist mal wieder im Krankenflügel."
„Es verwundert mich, dass der Junge noch nicht tot ist", sagte Hermine, stand auf und machte ihren Weg die Tribüne hinunter.
„Gib ihm Zeit", murmelte Greg.
Hermine hockte auf einem Stuhl in Professor Snapes Labor. „Hast du eine Präferenz, woran du diese Woche zu arbeiten anfangen möchtest, Miss Granger?", fragte er.
„Wolfsbann", erwiderte sie.
„Gibt es einen Grund für diesen speziellen Trank?", fragte er und zog ein vergilbtes Stück Pergament mit der Anleitung von einem Stapel auf einem nahen Regal.
„Nicht wirklich", sagte sie ihn beobachtend.
„Nun gut, Miss Granger. Folge diesen Anweisungen und ich werde deine Arbeit kritisieren, wenn du fertig bist."
„Sie werden mir nicht dabei helfen?"
„Auch wenn dies im Allgemeinen als ein eher komplexes Gebräu angesehen wird, wirst du es, denke ich, mit Vielsafttrank vergleichbar finden", sagte er. Als ihr Kopf in die Höhe schoss um ihn anzusehen, bevor er die Tür schloss, nickte er ihr leicht zu. „Miss Granger."
„Professor Snape", sagte sie gerade, bevor die Tür zufiel, und er hielt inne.
„Miss Granger?"
„Die Dementoren, beim Quidditchspiel." Sie sprach die Worte eilig aus. „Warum sind sie gekommen?"
„Sie waren hungrig, nehme ich an." Snape sah sie an, als wäre sie dumm. „Sie ernähren sich von Freude, von Glück. Selbst diese trostlose, nasse Sportveranstaltung erschien ihnen wahrscheinlich wie ein Festmahl. Ich bin sicher, dass du genug gelesen hast, um das zu wissen, Miss Granger."
„Ja", gab sie zu.
Sie fühlte, wie Professor Snape sie beobachtete, als ob er seine nächsten Worte abwog. „Es gibt Verteidigungen", sagte er zuletzt. „Wege, sie abzuwehren. Der Zauber ist... ziemlich fortgeschritten. Weit jenseits dessen, zu dem eine Drittklässlerin fähig ist."
„Der Patronuszauber", sagte sie und er nickte.
„Sie haben ihre Hausaufgaben gemacht, Miss Granger. Nun, ich würde nichts anderes erwarten."
„Zeigen Sie mir, wie es geht", verlangte sie und er schnaubte tatsächlich.
„Denkst du wirklich, dass du mit dreizehn einen Zauber bewältigen könntest, den die meisten erwachsenen Zauberer nicht schaffen?"
„Sie hätten ihn nicht erwähnt, wenn Sie nicht überlegen würden, ihn mir zu zeigen", beharrte sie mit stur hervorgeschobenem Kinn, und der schwarz gekleidete Mann sah sie spöttisch an.
„Vielleicht ein andern Mal, Miss Granger. Fürs Erste denk über die richtige Zubereitung des Wolfbanns nach und versuch, eine weitere Portion Flubberwürmer zu schneiden. Dieses Mal würde ich gerne sehen, dass alle Scheiben die gleiche Dicke haben, was ich schon beim letzten Mal von dir verlangt habe. Wenn du nicht einmal den einfachen Anweisungen folgen kannst, wie Würmer zu schneiden sind, dann kann ich nicht erkennen, wie ich dir helfen soll zu lernen, wie du ein anderes Monster abwehrst."
Hermine lächelte, nahm die Anweisungen für den Zaubertrank in die Hand und begann, die lange und detaillierte Zutatenliste zu lesen, als Snape die Tür hinter sich schloss.
Zeit verstrich, Hermines Zerschneiden von Flubberwürmern wurde immer genauer, und bald war das Jahr fast vorbei. Zu allseitiger Freude wurde ein weiterer Hogsmeade-Ausflug für das letzte Wochende vor den Ferien angekündigt. Hermine wartete nicht einmal darauf, dass Draco sie fragte; sie hatte ignoriert, wie er und Pansy auf den Sofas saßen und gemeinsam die Texte für Pflege magischer Kreaturen lasen, aber es war ihr nicht genauso möglich zu ignorieren, wie sie Händchen hielten.
„Denkst du, dass er sie geküsst hat?", fragte sie Daphne eines Nachts missmutig. Sie hatte eine Schachtel aus den Tiefen ihres Koffer gekramt und hielt sie abwägend in der Hand. Sie hatte das Armband in der Schule nicht herausgenommen, hatte es nie öffentlich getragen. Daphne sah zu, wie sie die Schachtel wieder ungeöffnet zurück packte.
„Wir können unsere Weihnachtseinkäufe in Hogsmeade erledigen", sagte das Mädchen schließlich und ignorierte Hermines Frage. „Außer wenn ich andeuten kann, dass ich mehr Muggel Make-Up möchte."
„Dann wird es Make-Up. Was sollte ich Blaise schenken?", fragte Hermine. „Was ist angemessen?"
„Ein Buch über Quidditch?", schlug Daphne vor und Hermine seufzte. „Süßigkeiten?"
„Vielleicht Süßigkeiten", stimmte Hermine zu. „Was besorgst du für Theo?"
Daphne wurde rot. „Eine Krawattennadel", sagte sie und Hermine sah sie an.
„Ist das nicht … heißt das, deine Eltern haben..."
Daphne nickte. „Meine Mum sagt, dass es wirklich zu früh für etwas Offizielles ist, aber die Notts sind Teil der Unantastbaren Achtundzwanzig, und wenn man Todesser von der Liste möglicher Familien ausschließen möchte, müsste man sich außerhalb Slytherins umsehen, und, naja, du weißt ja."
„Nicht wirklich", gab Hermine zu.
„Als ob sie mit einem Weasley einverstanden wären." Daphne schnitt eine Grimasse.
„Wenn sie auf einem Reinblut bestehen, gibt es immer noch Neville", sagte Hermine, und Daphne warf ein Kissen nach ihr.
„Ich gehe nicht mit Neville Longbottom aus. Niemals. Auf keinen Fall. Vor Allem nicht, wenn es um eine Übereinkunft geht. Igitt."
„Oh, komm schon", sagte Hermine und verdrängte Gedanken daran, dass sie kein Reinblut war, nicht mal im Ansatz; Gedanken darüber, dass niemand sie für gut genug für einen der teuren reinblütigen Jungen halten würde. „Er ist süß genug."
„Wenn du blind bist", sagte Daphne. „Und diese Großmutter? Hast du sie mal getroffen? Ich hätte lieber Bellatrix Lestrange zur Familie als die alte Fledermaus." Sie hielt inne. „Aber Blaise. Blaise ist süß."
„Tja, Blaise bekommt Süßigkeiten von mir, keine Krawattennadel. Sie bekommen alle Süßigkeiten." Sie machte eine Pause. „Daph?"
„Ja?"
„Ich freue mich wirklich für dich."
„Danke." Das Mädchen zog den Kopf ein. „Ich meine, es könnte alles zu nichts führen, es ist früh und diese Dinge fallen die ganze Zeit auseinander, aber..."
„Trotzdem", Hermine grinste ihre Freundin an. „Es ist ziemlich cool, dass ihr zwei öffentlich... seid, was auch immer ihr seid."
Es war natürlich Pansy, die den Klatsch in Hogsmeade überhört hatte. „Die wirklichen Neuigkeiten", sagte sie beinahe atemlos, als sie sich vor dem Feuer ausgestreckt hatte, „ist nicht, dass Sirius Black all diese Menschen umgebracht hat, oder sogar, dass er der beste Freund von Potters Eltern war und sie an den Dunklen Lord verraten hat. Die wirklichen Neuigkeiten sind, dass Potter nichts von dem Zeug über seine Eltern und Black wusste, und er hat es herausgefunden, weil er sich versteckt hat, während die Lehrer sich unterhalten haben, und er sie überhört hat. Ihr hättet sein Gesicht sehen sollen", gluckste sie.
„Wow." Hermine lehnte gegen Blaise, der ihre Hand auf eine Weise hielt, die trotzig und zaghaft zugleich war. „Was eine schreckliche Art das herauszufinden."
„Du hast immer so viel Mitleid mit dem Penner", beschwerte Draco sich und schlang einen Arm um Pansy.
„Habe ich nicht." Hermine wirkte wütend. „Nur weil ich deine kleine Besessenheit nicht so wie Pansy anfeuere, heißt das nicht, dass ich völlig auf Potter abfahre."
„Sie fährt auf Blaise ab", sagte Daphne mit einem hinterhältigen Gesichtsausdruck.
Anm. d. Autorin: Danke für eure fortlaufende Unterstützung für diese kleine Geschichte. Es macht mir irrsinnig viel Spaß sie zu schreiben, auch wenn ich zugeben muss, dass ich überzeugt davon bin, dass je weiter Hermine sich vom Canon entfernt, desto weniger die Leute sie mögen werden. Trotzdem fließen die Kapitel mir dank euren Kommentaren momentan rasend schnell aus den Fingern.
Die Schuhe, die Daphne gefallen: tinyurl Punkt com /mj3jcfs
