Wie erwartet hat die Hochzeit das Hochladen gestern verhindert, aber dafür kommen in diesem Kapitel einige Dinge, auf die ihr wahrscheinlich gewartet habt. Viel Spaß beim Lesen!


Draco stapfte nach draußen, nachdem er Pansy bei Millie verlassen hatte. Er hatte angedeutet, dass er und Theo sich bekiffen würden, was das dämliche Mädchen genug beeindruckt hatte, um nichts dagegen einzuwenden, dass er sie alleine ließ. Die beiden liefen ohne zu reden durch den magisch beheizten, lächerlich unjahreszeitgemäßen Rosengarten, bis sie Professor Snape sagen hörten: „Ich verstehe deine Bedenken nicht, Igor."

„Es wird immer dunkler", zischte der andere Mann.

Theo sah Draco an und strich wie beiläufig mit den Fingern über seinen Unterarm, eine Frage in seinen Augen, und Draco nickte. „Karkaroff auch?", flüsterte Theo und Draco zuckte mit den Schultern.

„Severus, es wird seit Monaten deutlicher, du kannst nicht so tun, als würde es nicht passieren. Was werden wir tun?"

„Flieh, wenn du denkst, du kannst es schaffen", schlug Snape voller Verachtung vor. „Ich werde deine Kündigung einreichen, wenn du möchtest."

Die beiden Erwachsenen bogen um eine Ecke, und Snape fletschte die Zähne und deutete seinen Zauberstab auf einen Busch. Zwei halb angezogene Schüler kamen aus den Schatten und flohen durch den Garten. „Zehn Punkte Abzug von Ravenclaw", schnappte der Mann, als er das Mädchen erkannte. „Zehn Punkte Abzug von Hufflepuff", fügte er mit Abscheu in Richtung des Jungen hinzu.

Er erspähte Draco und Theo und stieß einen sehr entnervten Atemzug hervor. „Ich hoffe, ihr beiden wart nicht hier draußen, um euren bedauernswerten Partnerinnen in den Rosenbüschen die Kleider abzunehmen wie eure idiotischen Mitschüler."

„Nein, Sir", sagte Theo. „Daphne wollte ein paar Lieder auslassen, um mit Hermine zu reden, darum haben Draco und ich einen kleinen Spaziergang gemacht."

„Dann geht wieder rein", riet Snape ihnen, während Karkaroff sie nervös betrachtete.

„Ja, Sir", sagte Draco.


Hermine grinste spöttisch, als sie den Artikel im Tagespropheten las.

„Ich sehe", sagte sie zu Vincent, „dass du dich von dem tragischen Biss erholt hast, den du letztes Jahr von einem Flubberwurm erlitten hast."

„Ich hatte Angst, ich würde den Finger verlieren", sagte er, und sein ernster Tonfall wurde nur dadurch beeinträchtigt, dass seine Stimme bei dem Wort 'Finger' brach.

„Du kannst ein Arsch sein", sagte sie zu Draco, als er vorbei lief, „aber ich muss zugeben, dass dieser Artikel ziemlich genial ist. 'Wir hatten einfach zu viel Angst, um etwas zu sagen.' Ich könnte dich umarmen. Hat er euch wirklich gezwungen, euch um irgendein Mischwesen zu kümmern, über das er nichts wusste?"

„Jap", sagte Greg und ließ sich neben ihr auf das Sofa fallen. „Die Dinger waren fürchterliche, widerliche Monster, die uns verbrannt haben und explodiert sind und Blut gesogen haben. Das Einhorn, das die Vertretungslehrerin heute hatte, war viel cooler, auch wenn ich es nicht berühren konnte."

„Ich schon", sagte Pansy mit einem verträumten Seufzen. „Es war... es war, wie ich mir Pflege magischer Kreaturen immer vorgestellt habe. Einhörner und Feen und... nicht... keine Monster." Sie und Hermine hatten sich nach dem Ball umkreist, und dann entschieden, dass sie so tun würden, als wäre ihre Auseinandersetzung wegen Draco niemals geschehen; schließlich waren sie beide Slytherins und würden noch jahrelang zusammen leben und arbeiten müssen.

Hermine wetterte noch immer gegen Hagrid. „Wie kann der Mann seine Stellung behalten? Das sind nicht nur Monster, es ist eine Verstoß gegen das Verbot experimenteller Züchtungen. Es verstößt gegen so viele Regeln, dass ich nicht mal weiß, wo ich anfangen soll", regte sie sich auf. „Er ist eine gefährliche Bedrohung."

„Und ein Halbriese", sagte Draco.

„Oh, wen schert das denn?", sagte Hermine ungeduldig. „Mir wäre es egal, wenn er ein ganzer Riese wäre, wenn er nicht gleichzeitig inkompetent und eine Gefahr wäre und seine Favoriten hätte. Er muss gefeuert werden!" Sie sah ihre Freunde ringsum an, die ihrem Blick auswichen, und seufzte dann. „Er wird nicht gefeuert werden, oder?"

Theo steckte ein Buch in ihre Hände. Sie warf einen Blick auf den Titel und ließ es dann in ihre Tasche gleiten. „Er wird wahrscheinlich nicht einmal wegen der experimentellen Züchtung angeklagt werden, geschweige denn dafür, dass er Schüler in Gefahr gebracht hat", sagte Theo leise. „Er ist einer von Dumbledores Lieblingen, und das heißt, dass er unantastbar ist."

„Es ist nicht fair", murmelte Hermine und als Theo sie nur ansah, fügte sie hinzu, „Ich weiß, ich weiß, aber das ist es einfach nicht."


„Miss Granger." Snape sah sie an. „Der Schulleiter möchte in seinem Büro mit dir reden, wenn ich bitten darf."

Sie folgte ihrem Hauslehrer gehorsam durch die Flure zu Dumbledores Büro, wo sie ausgerechnet Ron Weasley, Cho Chang und ein kleines Mädchen, das der Beauxbatons-Champion sehr ähnlich sah, erblickte.

„In der zweiten Aufgabe", sagte Dumbledore, und seine Augen funkelten auf eine Weise, die Hermine misstrauisch machte, „muss jeder der Champions in den See eintreten um eine Geisel heraus zu holen; jemanden, den sie am meisten zu verlieren fürchten. Ihnen wurde gesagt, dass sie nur eine Stunde haben, um euch zu finden und zu retten, und ihr danach sterben werdet, aber natürlich werdet ihr in völliger Sicherheit sein. Tatsächlich werdet ihr nicht einmal merken, was passiert, bis ihr gerettet werden, da ihr alle mit einem Schlafzauber belegt werdet."

Hermine musste ausgesehen haben, als würde sie ihren Ohren nicht trauen, denn Weasley spottete: „Zu feige es zu tun, kleine Miss Slytherin?"

Sie sah ihn regungslos an, bis er rot wurde, und Dumbledore schließlich sagte: „Wenn natürlich eine der potentiellen Geiseln nicht teilnehmen möchte, dann werden wir sie bestimmt nicht dazu zwingen."

Sie drehte sich zu Dumbledore und sagte: „Soll ich wirklich glauben, dass Viktor Krum mich am allermeisten vermissen würde? Das scheint mir etwas weit hergeholt."

Dumbledore funkelte sie wieder an und gab zu: „Die Wahl fiel auch der Einfachheit halber auf dich, Miss Granger, aber der Junge schwärmt wirklich ein wenig für dich." Er hielt inne. „Hast du Einwände dagegen, in der Öffentlichkeit als die Person dargestellt zu werden, die er am meisten vermissen würde?"

Sie lächelte. „Nein, das ist in Ordnung." Sie sah Ron an. „Ich nehme an, dass du Potters wahre Liebe bist?"

Weasley wurde so rot wie seine Haare.


Lucius und Narzissa Malfoy gesellten sich für die zweite Aufgabe auf den Tribünen zu Malfoy. „Es ist schön dich zu sehen, Liebling", sagte Narzissa. „Daphne", begrüßte sie das Mädchen. „Du siehst reizend aus. Hast du dich auf dem Ball vergnügen können?"

„Ja, danke, Mrs. Malfoy", antwortete sie.

„Hast du das Buch bekommen, dass ich dir geschickt habe?", fragte Lucius Theo, der nickte.

„Danke sehr, Sir. Ich dachte, mein Vater hätte eine Ausgabe, aber -"

„Ja, nun", winkte Mr. Malfoy ab, als er einen Platz für Narzissa säuberte, „die Leute haben bestimmte Werke ungern herum liegen. Er wollte es dir vielleicht nicht zuschicken. Lass es nicht beschlagnahmen."

„Das werde ich nicht, Sir", sagte Theo.

Pansy lächelte Draco gekünstelt an, bevor Vincent sie fortschleifen konnte. „Willst du mich deinen Eltern nicht vorstellen, Draco?"

„Ähm... Mutter, Vater, ihr kennt natürlich Vincent Crabbe, und das ist eine Freundin von mir, Pansy Parkinson", sagte Draco erzürnt und in die Ecke getrieben.

„Hallo Vincent, du siehst gut aus. Schön dich kennen zu lernen, Miss Parkinson", sagte Narzissa.

„Danke, Ma'am", sagte Vincent und zischte dann, „Komm schon", zu Pansy, „Komm und setz dich zu mir und Greg und Millie."

Draco formte ein unhörbares 'Danke' mit den Lippen, und Vincent gab ihm einen Daumen hoch, aber erwiderte auf gleiche Art 'Du schuldest mir was'.

„Wo ist Hermine?", fragte Narzissa und sah sich um. „Ich wollte sie fragen, wie ihr Kleid auf dem Ball angekommen ist."

„Ich weiß nicht", sagte Daphne. „Ich habe sie den ganzen Tag nicht gesehen." Sie sah Draco hinterhältig an. „Vielleicht wünscht sie den Champions viel Glück für die nächste Aufgabe."

„Ich wusste nicht, dass sie viel mit Potter oder Diggory zu tun hat", sagte Lucius. „Hat sie sich mit der Veela aus Beauxbatons angefreundet? Sie kommen mit Frauen normalerweise nicht gut zurecht."

„Nein", sagte Daphne, „Viktor Krum."

„Komisch", sagte Narzissa. „Ich hatte nicht den Eindruck, dass sie sich so sehr für Quidditch interessiert."

„Naja", sagte Daphne, „von Nahem sieht er viel besser aus."

Draco wirkte als hätte er eine Fliege verschluckt, aber er sagte nichts und Narzissa lächelte Daphne leicht verschwörerisch an.

„Erzähl mir von dem Ball", sagte sie und Daphne begann eine detaillierte Beschreibung darüber, was die Mädchen getragen hatten, wer mit wem getanzt hatte, und wer in den Rosenbüschen gefunden worden war. („Hoffentlich haben sich keine Slytherins bei so etwas Geschmacklosen erwischen lassen", sagte Lucius dazu, und Theo antwortete grinsend: „Wären wir so dumm, dabei gefunden zu werden?" Lucius schaffte es fast völlig, sein Lachen zu unterdrücken.)

Sie verstummten, als Ludo Bagman die Aufgabe erklärte. Jeder Champion würde den See betreten, um zu holen 'wonach sie sich schmerzlich sehnen'. Die Geiseln wurden von den Mermenschen bewacht und nach einer Stunde wären sie für immer verloren.

„Ich frage mich, wer die Geiseln sind?", fragte Narzissa müßig, während der Kommentator weiter redete.

„Unsere Lokalmatadoren, Cedric Diggory und Harry Potter, werden Cho Chang und Ronald Weasley retten." Aus der Zuschauermenge kam einiges Gejubel und Gejohle.

„Sie war seine Partnerin beim Weihnachtsball", flüsterte Daphne Narzissa zu. „Hübsches Mädchen, langes dunkles Haar. Sie ist in Ravenclaw, also nehme ich an, dass sie klug ist."

„Weasley?", fragte Lucius mit hoch gezogener Augenbraue.

Theo zuckte die Schultern. „Potter hat nicht wirklich viele Freunde; den Gerüchten zufolge hat er es kaum geschafft, eine Partnerin für den Ball zu finden, obwohl er einer der Champions ist. Sie hatten wahrscheinlich keine große Auswahl."

„Naja, ich nehme an, es wäre kein großer Verlust für die Welt, sollte Potter scheitern und er ertrinken", sagte Lucius Malfoy.

„Die reizende Fleur Delacour aus Beauxbatons wird ihre jüngere Schwester zurück holen", fuhr Bagman fort und es gab höflichen Applaus. Ohne das Vergnügen über potentielle jugendliche Romanzen tratschen zu können, gab es wenig Interesse an der Rettung.

„Und zuletzt wird Viktor Krum für Durmstrang Hermine Granger aus dem See retten."

Dracos Hände, die sanft auf der Brüstung vor ihm gelegen hatten, verkrampften sich plötzlich, und Lucius drehte sich mit langsamer und bedachter Bewegung zu ihm um.

„Miss Granger ist die Person, nach der Viktor Krum sich schmerzlich sehnen würde?", fragte Lucius, sein Tonfall eben und unbetont.

„Anscheinend", murmelte Draco.

„Cho Chang war Diggorys Partnerin für den Weihnachtsball. Würde ich falsch liegen, wenn ich annehme, dass Miss Granger mit Mr. Krum gegangen ist?" Lucius hatte noch immer keinerlei Regung in seiner Stimme, aber Daphne rutschte leicht von den Malfoys fort und Theo legte seinen Arm um sie.

„Ist sie", sagte Draco, die Hände noch immer um die Brüstung geklammert und die Augen auf den See gerichtet, wo die Teilnehmer sich gerade ins Wasser begaben.

„Faszinierend", sagte Lucius. „Es scheint, ich muss mich bei dir entschuldigen, Sohn. Ich hatte den Eindruck, dass du von Miss Granger sehr angetan warst, und habe den Weg für eine zukünftige Bindung mit ihr geebnet. Jetzt finde ich heraus, dass du einfach nur zu höflich warst mir mitzuteilen, dass du nicht einmal genug Interesse an dem Mädchen hast, sie zu einem Schulball einzuladen. Es tut mir leid, dass ich eure Freundschaft so sehr missverstanden habe; ich muss die Dinge für euch beide sehr unangenehm gemacht haben. Sollten wir in diesem Sommer dem Mädchen eine Einladung schicken, das du uns eben vorgestellt hast? Miss Parkinson?"

„Könnten wir das nicht jetzt tun?", brachte Draco endlich hervor und sah seinen Vater mit geplagtem Gesichtsausdruck an. „Hermine hat mir bereits klar gemacht, dass ich ein Arsch bin. Ich weiß nicht, ob sie mir überhaupt gestatten wird, ihr den Hof zu machen, selbst wenn dieser bulgarische Sucher sie sicher aus dem Wasser holt."

Lucius lächelte. „Oh, ich finde, das ist der perfekte Zeitpunkt hierfür. Ich finde, das ist der perfekte Zeitpunkt darüber nachzudenken, wie du anscheinend nicht nur ein, sondern gleich zwei Mädchen behandelt hast, denn ich nehme an, dass die reizende Miss Parkinson keine Ahnung hat, wie du über Miss Granger denkst."

„Liebling", sagte Narzissa und berührte das Knie ihres Ehemanns. „Lass uns nicht zu hastig sein."

„Oh, nein", sagte Lucius und seine Stimme wurde leiser. „Lasst uns nicht daran denken, dass Miss Granger gerade ertrinken könnte, weil unser Sohn sich die Hörner abstoßen wollte und entschieden hat, dass, was? Dass weil sie muggelstämmig ist, sie nicht erkennen würde, dass wir sie jeden Sommer zu uns holen, weil ihr eine Beziehung habt, die wir gutheißen? Dass du tun könntest, was du willst, ohne an die beteiligten Mädchen zu denken? Hast du wirklich erwartet, dass ein temperamentvolles Mädchen ertragen würde, dass du ihr deine Präferenz für eine andere Hexe auf die Nase bindest?"

„Ich präferiere Pansy nicht", sagte Draco mit rauer Stimme und so leise, dass man ihn kaum hören konnte. „Es ist nur..."

„Er ist nur jung", sagte Narzissa und lächelte Lucius an. „Ich bin sicher, dass wenn Miss Granger überlebt, er seine Wahl noch einmal überdenken wird."

Draco sagte nichts, sondern betrachtete nur fast ohne zu blinzeln das Wasser.

„Er denkt nicht wirklich, dass sie die Schüler ertrinken lassen würden, oder?", flüsterte Daphne Theo zu, der lachte.

„Ich nehme an, dass er im Moment nicht wirklich logisch denkt."

„Geschieht ihm recht", sagte Daphne mit Genugtuung, die nicht weniger bösartig dafür klang, dass sie kaum hörbar sprach.

Es war eine sehr lange Stunde, und am Ende brach Diggory als erster durch die Wasseroberfläche. Draco atmete tief ein, als er die Bewegung im Wasser sah, und erstarrte dann, als er sah, dass es nicht Krum mit Hermine war. Als Krum kurz darauf mit ihr auftauchte, sank Draco zusammen und vergrub sein Gesicht in den Händen. Er war so beschäftigt damit, vor Erleichterung zu zittern, dass er das echte Drama des Tages verpasste, als Harry Potter nicht nur seine eigene Geisel, sondern auch das kleine französische Mädchen rettete.

„Sehr sportlich von ihm", stellte Lucius fest und streckte seine Hand aus, um Narzissa auf die Füße zu helfen.

„Ich frage mich, wie Potter von Dianthuskraut erfahren hat", sagte Daphne, als sie aufstand und sich auf den Weg machte, die Tribüne zu verlassen.

„Oh", sagte Theo schulterzuckend, „ich habe gehört, wie er mit Longbottom geredet hat. Anscheinend hat Moody dem Jungen ein Buch über Wasserpflanzen gegeben, und eine davon war Dianthuskraut."

„Gut mitgedacht", sagte Lucius. „Man sollte nie zu stolz sein, sich von engen Freunden bei schweren Aufgaben helfen zu lassen."

„Moody hat ihm das Buch gegeben?", fragte Narzissa mit einem belustigten Unterton. „Mad-Eye Moody?"

„Gibt es mehr als einen?", fragte Daphne schaudernd, und sah dann verwirrt Theo an, als Narzissa lachte.


„Hermine, würdest du mit mir zum See kommen?" Draco versuchte gar nicht erst, nicht mit den Füßen zu scharren. Er war schlau genug zu wissen, dass großspuriges Selbstbewusstsein ihm ein 'nein' einbringen würde, aber zuzugeben, dass er nervös war, würde sie vielleicht dazu bewegen, mit ihm spazieren zu gehen. Er hatte das ganze letzte Jahr verbockt, und er wollte es wirklich, wirklich gerade biegen.

„Klar." Hermine legte ihr Buch hin und zog einen Mantel über den Pulli – dieses Mal war es Vincents – und sie gingen stumm nach draußen.

Sobald sie angekommen waren, sagte er etwas überhastet: „Da ist ein Artikel in der Hexenwoche -"

„Warum liest du diesen Müll noch?", fragte sie mit einem müden Seufzen.

„- und der behauptet, dass du und Viktor... dass er... dass er dich gefragt hast, ob du ihn diesen Sommer in Bulgarien besuchen willst."

„Wirklich?" Sie wirkte überrascht und er entspannte sich ein wenig.

„Also... stimmt es nicht?"

„Nein, es stimmt schon." Hermine sah auf den See hinaus. „Ich bin nur überrascht, dass das jemand überhört hat. Er hat mich gefragt, nachdem er mich gerettet hat."

„Was... was hast du gesagt?" Er hasste, dass er über jeden seiner Sätze stolperte, aber er schien sich heute nicht richtig ausdrücken zu können.

Sie schenkte ihm einen kühlen, belustigten Blick. „Ich habe ich gesagt, dass ich noch nicht weiß, welche Pläne ich für den Sommer habe, und dass ich meine Eltern fragen müsste."

„Aber du gehst nicht dorthin, oder?"

Hermine wirkte noch immer amüsiert, und er wand sich unter ihrem Blick. „Vielleicht."

„Ich wünschte, du würdest es nicht tun", murmelte er und sie lachte.

„Kommt Pansy diesen Sommer zu dir?", fragte sie und er verschränkte die Arme über der Brust und wandte sich von ihr ab.

„Wie lange planst du noch, mich leiden zu lassen?"

„Oh, ich denke eine ganze lange Weile", sagte Hermine, und hörte sich darüber ziemlich erfreut an.

„Wenn ich sagen würde, dass es mir leid tut, würde das helfen?"

„Vielleicht."

„Es tut mir wirklich leid", sagte Draco und ohne sie anzusehen, fasste er nach ihrer Hand. Er erwartete fast, dass sie ihre wegziehen würde, und als sie das nicht tat, entspannte sich etwas in ihm. „Du sahst auf dem Ball übrigens wunderschön aus."

„Oh? Ich dachte, ich sah aus wie ein Flittchen?"

„Ich war ein Arsch", murmelte er. „Mir gefiel der Gedanke nicht, dass du so viel Zeit darauf verwendet hast, für ihn schön auszusehen."

Sie schnaubte spöttisch und er sah sie an. „Du bist wirklich ein Idiot, weißt du das?"

„Mädchen sind so verwirrend", murmelte er leise, aber anscheinend nicht leise genug, denn sie lachte erneut. „Ich habe mit Pansy Schluss gemacht", gab er zu.

Hermine atmete heftig ein, und er sah, dass sie ihren Mund zusammenpresste und ein Beben unterdrückte, aber sie sagte nur: „Gut."

Er zog sie etwas näher an sich heran, und dabei erhaschte er einen Blick auf etwas unter dem Ärmel ihres dicken Pullovers; er sah zu ihr hoch, sie zuckte die Achseln und er krempelte den Stoff hoch und starrte sein Armband an.

„Du trägst es", sagte er, und dann wiederholte er sich. „Du trägst es."

„Ist das okay?", fragte sie und er nickte stumm. „Ich war nicht sicher", sagte sie.

„Sei sicher", sagte er und fuhr mit den Fingern über die Perlen. „Du kannst sicher sein."

Der süffisante Ausdruck belustigter Selbstsicherheit war wie von ihrem Gesicht gewischt, und er sah sie einen Moment lang sehr verletzlich wirken. Ihm kam die plötzliche Eingebung, dass so schlecht er sich gefühlt hatte, als er sie mit Krum gesehen hatte, so schlecht, oder schlimmer, hatte sie sich gefühlt, wenn sie ihn mit Pansy gesehen hatte. Und sie hatte sie monatelang ansehen müssen. Hatte ihnen beim Knutschen im Gemeinschaftsraum zusehen müssen.

„Ich war so ein Arschloch", flüsterte er, sie lächelte leicht zittrig und er zog sie in eine feste Umarmung.

„Ja", stimmte sie zu, „warst du wirklich."

„Du siehst so auch wunderschön aus", sagte er, „eingemümmelt in diesen dummen, riesigen Pullover und deinem großen grünen Schal und deinen verrückten Haaren."

Sie machte ein ungläubiges Geräusch im Bereich seiner Brust, und er ließ sie mit einer Hand los, damit er sie vorsichtig an den Haaren zurück ziehen konnte.

„Ich nehme nicht an, dass du mich küssen würdest?", fragte er mit hoffnungsvoller Stimme, und sie stieß ihn mit einem Lachen an.

„Fordere dein Glück nicht heraus."

Er zog sie zurück in die Umarmung und sie standen lange Zeit am Rande des Sees.


Unglücklicherweise für Hermine hatte der Artikel, der ihr eine romantische Beziehung mit Viktor Krum unterstellte, noch andere Folgen als einen reumütigen Draco Malfoy.

„Was ist das alles?", fragte Blaise, als mehrere Eulen beim Frühstück ein paar Tage nachdem der Artikel erschienen war Briefe auf ihren Teller fallen ließen.

Hermine verzog das Gesicht. „Viktor hat viele Fans, und einige von ihnen sind nicht sonderlich erfreut über die Vorstellung, dass er an mir interessiert ist. Und, ich meine, der Artikel war eh nicht besonders schmeichelhaft." Sie öffnete eine der Nachrichten, biss die Zähne aufeinander und reichte sie an Blaise weiter.

Jemand hatte Buchstaben aus der Zeitung ausgeschnitten und sie zusammengeklebt, um die Nachricht zu bilden 'Viktor Krum verdient etwas besseres als dich. Geh zurück, wo du hergekommen bist, Muggel."

Blaise legte den Brief langsam hin, und zog einen anderen aus dem Haufen zu sich hin.

„Lass es", murmelte sie. „Sie sind so ziemlich alle gleich. Ich bin Muggel-Abschaum. Er ist ein Quidditch-Gott. Sie werden mich verfluchen, sobald ihnen wieder einfällt, wie das geht. Die Rechtschreibung ist größtenteils ziemlich schlecht." Sie hielt inne. „Einer war dabei mit einer Zeichnung von mir in der Muggel-Hölle. Das war eigentlich ganz gut gemacht."

Greg öffnete einen und las ihn. „Das ist widerlich", sagte er und gab ihn Draco, der ihn las und dann gewaltsam zusammen knüllte.

Blaise sah sie mit einem unergründlichen Gesichtsausdruck an. „Bekommst du das oft zu hören? Diesen Mist über deine Abstammung?"

Sie zuckte die Schultern und er griff nach ihrer Hand. „Ich meine es ernst. Werfen dir Leute diesen Mist an den Kopf?"

„Nicht in Slytherin", sagte sie schließlich. „Aber außer euch? Ja. Die Leute scheinen die ganze Zeit überrascht zu sein, dass ich, ich weiß nicht, mich selbst anziehen kann, geschweige denn Magie wirken kann. Es ist... Muggelstämmige sind nicht wirklich willkommen, weißt du?" Sie schob den Haufen ungeöffneter Briefe von sich weg. „Sie lassen Leute wie mich nicht mal nach Durmstrang."

„Leute wie dich?" Draco blickte sie zornig an. „Sag das nicht. Sag das niemals."

„Du bist eine von uns", sagte Millie leise aber in einem Tonfall, der keinen Widerspruch duldete. „Wir passen auf uns auf, erinnerst du dich?" Sie zog ihren Zauberstab hervor und die Briefe verschwanden. Hermine sah sie beeindruckt an, aber das Mädchen winkte leicht befangen ab. „Ich habe in einem Sommer viel Werbung bekommen, und meine Mum hat mir beigebracht, wie ich sie auf einmal los werden konnte."

„Du bist toll Millie", sagte Hermine. „Danke."

„Wer hat den Artikel überhaupt geschrieben?", fragte Theo.

Millie zog ihre Ausgabe der Hexenwoche hervor und schaute nach. „Irgendeine Kuh namens Rita Kimmkorn."

Sie sahen sich gegenseitig an, und dann sagte Hermine: „Tja, ich schätze wir wissen, auf wen wir es jetzt abgesehen haben, oder?"

Draco wurde rot und murmelte schuldbewusst: „Ich muss dir etwas gestehen."


„Also habe ich das richtig verstanden", sagte Hermine, nachdem sie sich alle in einer Ecke des Gemeinschaftsraumes versammelt hatten, und Draco gestanden hatte, was sie getan hatten. „Rita Kimmkorn ist ein unregistrierter Animagus, und ihr habt ihr das ganze Jahr über Potter bei ihr angeschwärzt?"

Draco blickte missmutig über ihre Schulter hinweg auf die Wand hinter ihr, aber er nickte.

„Arg!" Hermine warf ein Kissen nach ihm. „Greg!", klagte sie und wandte sich ihm zu, „warum ermutigst du ihn?"

„Vincent tut es auch", murmelte Greg.

„Weil es Spaß macht?", fragte Vincent, der sich schon gegen etwaige auf ihn geworfene Kissen zu wappnen schien.

„Ihr seid alle drei Idioten", zischte sie. „Millie, stimm mir zu."

„Es macht aber Spaß, dem kleinen Blödmann zuzusehen, wie er sich windet", gab Millie zu. „Hast du den Artikel gelesen, in dem sie geoutet hat, dass er denkt, der Dunkle Lord würde wiederauferstehen?"

„Und woher würde er das wissen?", fragte Theo mit leiser und, wie Hermine fand, gefährlicher Stimme.

„Angeblich verraten es ihm seine Kopfschmerzen", sagte Millie steif, und Hermine starrte sie an, bevor sie zu lachen anfing.

„Er bekommt Nachrichten vom Dunklen Lord durch seine Kopfschmerzen?"

Millie nickte, und sie alle brüllten vor Lachen.

„Aber sie ist zu weit gegangen, als sie dich angegriffen hat", sagte Draco und die anderen nickten.

Hermine nahm eine Teetasse in die Hand, betrachtete sie und verwandelte sie dann mit einem Wink ihres Zauberstabs in ein Marmeladenglas mit einem Loch im Deckel. Sie fügte einen Unzerbrechlichkeitszauber hinzu und warf es Draco zu, der es mit den Reflexen eines Suchers auffing.

„Irgendwelche moralischen Bedenken dagegen, einen Käfer zu fangen?", fragte sie und es gab erneutes Gelächter.

„Naja", sagte Theo und beäugte das Glas in Dracos Hand, „uns fehlt schließlich immer noch ein Haustier, nachdem Ratti weggelaufen ist."

„Erinnere mich irgendwann mal daran, dir eine lustige Geschichte über Ratti zu erzählen", sagte Hermine.


Die dritte Aufgabe stand an. Die Tribünen waren gefüllt mit Schülern und so vielen ihrer Familien, wie hatten Tickets bekommen können. Hermine konnte sehen, dass Potter keine Familie hatte und sein Teil der Champions-Loge stattdessen mit einer Horde Weasleys gefüllt war.

Sie spürte einen ihrer immer häufigeren Mitleidsanfälle für den armen Jungen.

Dann wurde sie von Narzissa Malfoy in eine höfliche aber aufrichtige Umarmung gezogen, die sie wieder losließ, nur um sie auf Armlänge zu halten und sie anzuschauen. „Du siehst großartig aus, meine Liebe", sagte sie und ihr Blick fiel auf die Glasperlen an Hermines Handgelenk. „Ich kann nicht bleiben; ich habe ein Treffen des Damenhilfswerks – wir wollen ein kostenloses Frühstücksprogramm für bedürftige Kinder in London aufbauen – aber ich wollte Lucius begleiten, um euch Kinder zu sehen."

Sie wandte sich von Hermine ab um Daphne zu begrüßen und dann Millie vorgestellt zu werden."Greg Goyle", sagte Narzissa, „ich schwöre, dass du jedes Mal, wenn ich dich sehe, deinem Vater ein bisschen ähnlicher siehst. Wir müssen diesen Sommer einmal deine ganze Familie einladen. Bring Miss Bulstrode mit. Weiß der Himmel, wir haben inzwischen so viele Teenager, die im Herrenhaus herumlaufen, dass es auf zwei mehr auch nicht mehr ankommt."

Lucius begrüßte einen Mann, den Hermine als Theos Vater erkannte, und Draco schleppte sie zu Gregs Vater, um sie ihm vorzustellen. „Es ist schön, dich endlich kennen zu lernen", sagte Mr. Goyle zu ihr. „Greg hat viel Gutes von dir erzählt."

„Alles Lügen", sagte Hermine und lächelte den Mann charmant an, der lachte und ihr Kinn tätschelte.

Sie wurde Vincents Vater, einem ernst wirkenden Mann mit ausdünnendem Haar und blassen Augen vorgestellt, der ihre Hand schüttelte und ganz erfreut schien, sie zu treffen, aber der sich rasch wieder abwandte um leise mit Gregs Vater zu reden.

Endlich verkündete der Ansager, dass das Ereignis gleich beginnen würde, und die Tribünen füllten sich mit viel Geraschel, als alle sich auf ihre Plätze begaben und ihre Programme und etwaige mitgebrachte Snacks hervorholten. Narzissa winkte ihnen allen zu und lief dann die Treppen hinunter und verschwand.

„Also... wir sitzen jetzt alle hier und gucken uns einen Irrgarten an, während die versuchen, in dessen Mitte zu kommen?", fragte Hermine.

Greg nickte verdrießlich.

„Quidditch erscheint auf einmal gar nicht so schlimm", murmelte sie, und Greg und Draco lachten. Draco schlang einen Arm um ihre Schulter und sie lehnte sich an ihn und seufzte. „Ich hätte ein Buch mitbringen sollen."

Irgendwann erschienen rote Funken über einem Teil des Labyrinths und Lucius Malfoy, der sich so gelangweilt anhörte wie Hermine sich fühlte, sagte: „Und es ist ein Teilnehmer weniger." Dann legte er die Hand auf seinen Unterarm und zuckte ein kleines bisschen zusammen.

„Alles in Ordnung, Sir?", fragte Hermine ihn und er lächelte sie beruhigend an.

„Ja, liebes Mädchen. Danke. Aber ich denke, ich muss mich entschuldigen und einen kleinen Spaziergang machen. Das hier scheint, als ob es noch eine ganze Weile dauern würde."

Theos Vater stand ebenfalls auf und sagte: „Macht es dir etwas aus, wenn ich mich zu dir geselle, Lucius?"

Hermine warf Draco einen verwirrten Blick zu, als Gregs und Vincents Väter sich den beiden anschlossen und sie alle die Tribüne verließen. Er legte seinen Arm enger um sie, und er und Theo sahen den älteren Männern hinterher, bis sie außer Sichtweite waren.

„Denkst du, dass...?", fragte Draco und verstummte dann.

„Ich denke, du solltest die Klappe halten", sagte Theo, die Augen fest auf den Irrgarten gerichtet.

„Draco, was geht da vor sich?", fragte Hermine leise.

Er drehte sich zu ihr und schenkte ihr ein übermütiges Grinsen, und wenn er auch angespannter schien, als sie ihn jemals erlebt hatte, so war darin doch eine klare Warnung zu sehen. „Der langweiligste Publikumssport der Welt, wie ich finde: Hecken beim Wachsen zusehen."

Sie lächelte ihn an, aber blickte zu Greg und Vincent, die beide steif da saßen, und ihre Aufmerksamkeit ein wenig zu sehr auf das Labyrinth gerichtet hatten, als dass sie es ihnen glauben konnte. Sie saßen so auf ihren Plätzen, angespannt und konzentriert, während absolut gar nichts passierte, und Hermine lauschte ihrem eigenen Herzschlag.

„Denkst du", fragte Draco schließlich, „dass Potter wieder gewinnen wird? Er scheint in diesen Dingen ganz gut zu sein."

„Ich kann es mir nicht vorstellen, nein", sagte Theo leichthin. „Ich würde kein Geld auf ihn setzen."

In dem Moment fiel Potter aus dem Nichts auf den Rasen vor dem Irrgarten, in einer Hand den Trimagischen Pokal, und in der anderen -

„Oh mein Gott", keuchte Hermine. „Das ist Cedric Diggory."

Und er war es tatsächlich. Geschrei erhob sich, Leute rannten auf das Feld und jemand rief „Er ist tot", und dieser Schrei hallte über alle Sitzplätze hinweg und die Leute verfielen in Panik. Einige rannten auf das Feld, wo Cedric Diggorys Vater über dem Körper seines Sohnes kniete und gequälte, nervenzerfetzende Schluchzer weinte. Einige liefen entsetzt von den Tribünen davon.

Draco zerrte Hermine auf die Füße und zischte Theo zu: „Zum Gemeinschaftsraum. Jetzt!", und alle Slytherins in ihrer Nähe schlüpften von den Bänken hinab und bewegten sich durch die hysterischen Massen hin zur relativen Sicherheit der Kerker.

„Was ist los?", fragte Hermine erneut, sobald sie in ihrem eigenen Reich waren.

Theo sah sie an, sah die kleine Gruppe der versammelten Viertklässler an und sagte mit leiser, heftiger Stimme: „Der Dunkle Lord ist wiederauferstanden. Er hat seine Todesser zu sich gerufen. Das Rad des Schicksals hat sich gedreht."

„Ihr seid alle zu jung", sagte Hermine beinahe hysterisch.

„Zwei Jahre", sagte Theo und beobachtete sie. „Höchstens drei und dann werde ich das Mal annehmen."

„Das werden wir alle", sagte Greg, seine Hand in Millies, seine Augen auf Hermine gerichtet. Sie erkannte, dass sie diejenige war, von der sie fürchteten, dass sie davonlaufen würde. Sie war diejenige, der sie sich nicht sicher waren.

„Es ist so gefährlich", flehte sie Draco beinahe an.

„Wir wollen die Freiheit, unsere eigenen Zukunft zu bestimmen", sagte er. „Du kennst die Vorurteile, Hermine. Du erlebst sie jeden Tag." Er klang wütend, so wütend. „Du hast es selbst gesagt. Leute sind überrascht, dass sich eine Muggelstämmige überhaupt selbst anziehen kann. Slytherins werden ebenfalls diskriminiert, immer und überall. Du hast gesehen, wie das Ministerium sich verhält. Es wirft Menschen ins Gefängnis, wenn das jemand so möchte, und ermöglicht es Leuten wie Arthur Weasley, seine Kumpel zu beschützen."

Sie nickte und er packte ihre Hand.

„Die Geschichte, die den Menschen beigebracht wird, ist gegen uns gerichtet. Wir sind immer die Feinde."

„Die Sieger schreiben die Geschichte", flüsterte sie.

„Es muss nicht so sein", sagte Draco und versuchte sie zum Zuhören zu bewegen. „Wir können das Ministerium neu formen, es gerechter und vernünftiger machen. Wir wollen faire Prozesse. Wir wollen die Brutalität der Auroren beenden. Wusstest du, dass sie die Unverzeihlichen Flüche ohne Grund gegen jeden anwenden dürfen? Wusstest du das?"

„Und gegen wen denkst du verwenden sie sie?", sagte Theo erbittert. „Nicht die Gryffindors. Nein, gegen die vermeintlichen Schwarzmagier. Slytherins. Uns."

„Es ist nichts Falsches an den Dunklen Künsten", sagte Draco. „Es ist nur eine... Beschriftung. Ob etwas ein schwarzer Fluch oder ein normaler Spruch ist, das kommt nur darauf an, wer ihn beschriftet. Es ist nicht alles nur Crucio und Avada Kedavra!"

„Sie werden in Durmstrang unterrichtet", sagte sie. „Ich... sie waren beeindruckt von einigen der Tränken, die ich gebraut habe. Viktor hat mich gefragt, ob ich eine spezielle Erlaubnis bekommen hätte, mit schwarzen Tränken zu arbeiten und... es sind nur Tränke. Sie sind nicht... an ihnen ist nichts Falsches."

Draco umarmte sie fest. „Bist du auf unserer Seite?", fragte er sehr leise in ihre Haare.

Sie zog sich zurück und sah ihn beleidigt an. „Ich bin eine Slytherin", sagte sie.

Ein langsames Lächeln erschien auf Theos Gesicht und Greg stieß die Luft aus, von der sie nicht gemerkt hatte, dass er sie angehalten hatte. Vincent lächelte sie schief an. „Gut", sagte er. „Weil ich glaube, du hast mindestens drei Pullis von mir, und ich möchte sie vor den Ferien zurück haben."

„Die gehören jetzt mir", sagte sie mit einem leicht selbstgefälligen Grinsen, und er lachte zittrig, bevor er sie anstieß.

„Gib sie zurück", sagte er, und sie alle lachten ein bisschen, als sie ihren Kopf schüttelte und ihn angrinste, nervöses Gelächter durchzogen von Erleichterung.


Dumbledore machte eine Ankündigung beim Frühstück, in der er die Schüler bat, Harry Potter in Ruhe zu lassen, und ihn nicht darüber auszufragen, was während der dritten Aufgabe im Irrgarten passiert war. Draco fing an, eine abfällige Bemerkung zu machen, und Hermine fuhr ihn an: „Lass den dämlichen Jungen in Frieden."

Zur Abwechslung hörte Draco auf sie.

Das Abschiedsfest war eine triste Angelegenheit, die Große Halle war schwarz geschmückt und Dumbledore hob sein Glas, um auf Cedric Diggory anzustoßen.

„Cedric Diggory", wiederholten die Schüler alle zusammen. Cho Chang, nach der Cedric sich am schmerzlichsten gesehnt hätte, strömten Tränen über die Wangen.

„Cedric", sagte Dumbledore, „wurde von Lord Voldemort ermordet."

Die Schüler verstummten, und Hermine fühlte, wie Draco ihre Hand in seine nahm.

„Das Minsterium will nicht, dass ihr dies erfahrt; wahrscheinlich werden eure Eltern entsetzt sein, dass ich euch das erzählt habe", fuhr Dumbledore fort, und Hermine sah den Mann schockiert an. Die Halle war gefüllt mit Kindern. Er erzählte Elfjährigen, dass eine Albtraumgestalt zurück gekehrt war, gegen die ausdrücklichen Wünsche der Eltern dieser Kinder. War er verrückt? Oder wollte er eine Kinderarmee gründen, um sie gegen seinen Feind einzusetzen?

Draco lehnte sich zu Greg und murmelte: „Und, natürlich, lasst uns nicht erwähnen, dass der Zaubereiminister einen des Mordes angeklagten Mann ohne Prozess von einem Dementor hat küssen lassen. Er war ein ehemaliger Todesser, als war er es nicht wert, gerecht behandelt zu werden."

Dass Mad-Eye Moody sich als Bartemius Crouch jr. herausgestellt hatte, Todesser und wahrscheinlich Irrer, hatte die Gerüchte in den Kerkern seit den Ereignissen im Irrgarten angefeuert. „Warum", hatte Hermine gefragt, „war er euch allen so feindlich gesinnt, wenn er ein Todesser war?"

„Er war wütend, dass keiner unserer Väter wie er nach Askaban gegangen ist", hatte Theo mit blassem Gesicht geantwortet. „Er hat hier für den Dunklen Lord gearbeitet, aber..."

„Ich habe gedroht, ihn wegen der Frettchen-Sache umzubringen", hatte Hermine gesagt. „Ich habe versprochen, dass ich es tun würde."

„Ich glaube, das Ministerium hat dir die Aufgabe abgenommen", hatte Greg erwidert. Niemand hatte etwas dazu gesagt, was der Dunkle Lord über ihre Drohung gegen einen seiner Anhänger gedacht haben könnte.

Jetzt lobte Dumbledore Harry Potter, der es geschafft hatte, eine Begegnung mit dem Dunklen Lord zu überleben, und der Cedrics Körper zurück gebracht hatte. Er erhob sein Glas auf den Jungen und der Raum folgte seinem Beispiel.

Hermine hielt ihren Blick starr auf den Tisch vor sich gerichtet. Sie würde dem Jungen nicht zuprosten, weil der es geschafft hatte, nicht zu sterben. Sie hatte ihre Seite gewählt und er, der unschuldige Narr, der er war, war auf der anderen. Auch kein anderer Slytherin erhob sein Glas.


Sie sah Potter ein letztes Mal in dem Schuljahr auf der Zugreise nach Hause. Er war blass und saß mit Weasley zusammen in einem Abteil. Niemand sonst war bei ihnen. Draco machte eine abfällige Bemerkung über Dumbledores Liebling, aber sie drängte ihn davon. „Geh und such uns ein Abteil", sagte sie. Greg und Vincent warfen den beiden Gryffindors heimtückische Blicke zu, aber sie funkelte sie an. „Ihr auch", befahl sie, und sie gingen davon, während Greg besorgt zu ihr zurückblickte.

Sie lehnte sich gegen die Tür des Abteils und sah die beiden an.

„Was willst du?", blaffte Weasley sie an.

„Du hast dich auf die Seite der Verlierer gestellt, Potter", sagte sie leise. „Der Dunkle Lord ist zurück und du wirst von Dumbledore als eine Schachfigur verwendet werden."

„Hau ab", sagte Potter.

„Du wirst sterben", sagte sie. „Dumbledore wird dich zum sterben schicken, genau wie Cedric."

Er stand auf und machte die Tür vor ihrer Nase zu. Sie atmete schwer aus und ging Draco suchen.

Sie hatte es versucht.


Das Kapitel nächste Woche sollte wieder pünktlich kommen, also am Sonntag :)