Als Hermine am Donnerstag bei ihrem Einzelunterricht in Zaubertränke erschien, war Snape über einen Stapel Aufsätze gebeugt und versah sie mit schnellen Kommentaren in seiner engen Handschrift. „Ich kann nicht ganz entscheiden", sagte er, ohne sich die Mühe zu machen sie zu begrüßen, „ob es mich mehr erschüttert, was für eine völlige Unwissenheit deine Schulgenossen zeigen, oder dass sie die allgemeine Rechtschreibung und Zeichensetzung so offensichtlich ignorieren. Sobald du deine Z.A.G.s bestanden hast, Miss Granger, habe ich fest vor, dich diese verdammten Dinger korrigieren zu lassen."
Er schob den Stapel mit einem Seufzen von sich vor und sie sah schockiert, dass er eher erschöpft als gereizt wirkte. „Geht es Ihnen gut, Sir?", fragte sie mit zögernder Stimme.
Er rieb sich den Kopf und lachte auf, bevor er sie anblickte. „Ich glaube, Miss Granger, dass du die erste Person sein könntest, die mich das in über zehn Jahren gefragt hat." Er lehnte sich zurück und schloss die Augen. Als er sie wieder öffnete, sah er trauriger aus als sie ihn je gesehen hatte. „Wenn ich dir für deine Sorge auch dankbar bin, bist und bleibst du ein Kind, und wenn ich du wäre, würde ich mich auf die Sorgen der Kindheit konzentrieren, solange du es noch kannst."
„Worauf warten wir, versammelt auf dem Marktplatz?", fragte sie und er nickte.
„Ja, aber die Barbaren stehen noch nicht ganz vor den Toren, Miss Granger, also hör auf meinen Rat und halte solange wie möglich an den kindlichen Dingen fest. Als Erwachsener nämlich kannst du dich auf einmal allein im dunklen Wald wiederfinden, den geraden Pfad vor langer Zeit verloren." Er schüttelte seinen Kopf, als wolle er seine Gedanken daraus vertreiben, und sie betrachtete ihn besorgt, während er diesen Augenblick der Offenheit bei Seite schob. „Nachdem ich diese Aufsätze gelesen habe, werde ich es heute Nacht nicht ertragen können zuzusehen, wie du Zutaten zerstörst. Lass uns das fortwährende Problem deines Patronus angehen. Ich nehme an, du kannst noch immer keinen hervorbringen, obwohl du seit mehr als einem Jahr daran arbeitest?"
Sie grinste ihn an, erfreut, dass sie eine Chance bekam mit dem anzugeben, das sie sich nicht traute ihren Mitschülern vorzuführen; diesen Spruch zu beherrschen war wirklich ein wenig unausstehlich. Sie rief sich einen glücklichen Gedanken im Gedächtnis, rief: „Expecto Patronum", und sah erfreut zu, wie ihr Patronus aus der Spitze ihres Zauberstabs hervorbrach, ein gleißendes Tier aus silbernem Licht.
Snape betrachtete es einen Moment lang. Der weiße Kater – auf jeden Fall zu groß, um eine Hauskatze zu sein, also vielleicht ein Schneeleopard? – war nicht ganz ausgewachsen, aber er saß da, die Pfoten noch zu groß für seinen Körper, und schlug nach einem Staubpartikel. Als er dabei nicht erwischte, wirkte er verlegen, leckte eine seiner riesigen Tatzen und strich über sein Ohr, als wäre nicht passiert.
„So sehr?", fragte er leise.
Sie gab nicht vor, seine Frage nicht zu verstehen. „Ja", sagte sie.
„Das Problem mit Kätzchen ist", sagte er und betrachtete sie, wie sie ihren Patronus ansah, „egal wie niedlich sie sein mögen, sie werden zu tödlichen Raubtieren, wenn sie groß sind."
„Ich weiß", sagte sie. „Ich habe seinen Vater getroffen."
„Ja, ich schätze das hast du." Snape schwieg einen Moment und fügte dann hinzu: „Raubtiere töten Dinge, Miss Granger."
„Ich weiß", sagte sie erneut, ihre Stimme leise.
Snape nickte. Er ahnte, dass sie das tat.
„Ich muss dir gratulieren", sagte er endlich. „Ich bin sehr stolz auf dich, Miss Granger. Einen gestaltlichen Patronus im Alter von fünfzehn Jahren hervorzubringen ist eine bemerkenswerte Leistung." Er war einen eher verzweifelten Blick auf die Aufsätze. Eine brillante Schülerin in einem Meer des Mittelmaßes ließ die anderen nur noch begriffsstutziger wirken.
„Wenn es Ihnen nichts ausmacht, Sir, dann könnte ich vielleicht die Fehler in den Aufsätzen der Erst- und Zweitklässler für mein Tutorium heute berichtigen? Solche Grundlagen zu wiederholen könnte mir helfen?"
Er betrachtete ihren bedächtig unaufrichtigen Gesichtsausdruck. Freundlichkeit war nichts, das er erwartete, von niemanden, und bestimmt nicht von einem der verdammten Schüler, die er misshandelte.
Er reichte ihr einen Stapel Pergamente über die Wirkung von Diptam. „Versuch nicht vor Schreck in Ohnmacht zu fallen, sollte einer von ihnen mehr enthalten als sinnloses Geschwafel ohne Struktur oder eine logische Anordnung der Ideen."
Sie lächelte ihn an. „Ich bin sicher, dass sie nicht so schlimm sein können."
Sie waren es.
Als sie zum Gemeinschaftsraum zurückkehrte, war Blaise von allen Jungen in ihrem Jahrgang und noch einigen weiteren umrundet. Im Vorbeigehen hörte sie: „… und dann haben die Drillinge und ich…", und sie hielt inne, um ihn mit erhobener Augenbraue anzusehen.
„Was?", sagte er und unterbrach seine Geschichte angesichts ihres Gesichtsausdruckes. „Das war, bevor ich Luna getroffen habe."
Sie schüttelte nur den Kopf und setzte den Weg zu ihrem Zimmer fort.
„Erzählt Blaise immer noch die Geschichte über die italienischen Drillinge?", fragte Daphne.
„Ich…" Hermine schüttelte nur den Kopf. „Jungs", sagte sie schließlich in einem abgrundtief angewiderten Tonfall.
„Ich mag die neue Lehrerin für Pflege magischer Geschöpfe", sagte Draco laut, während er gegen das Schulgebäude lehnte. Er stand auf lässige Art da, von der er nie zugeben würde sie zu Hause geübt zu haben, und fuhr sich mit den Fingern durch die Haare, die ihm kunstvoll (noch eine Sache, von der er nie zugeben würde, sie geübt zu haben) in die Augen fielen.
Hermine, die an einem Tisch nahe der Wand saß und ihre Runenhausaufgaben vor sich ausgebreitet hatte, war zu tief in ihre Arbeit vertieft, um seine Haltung zu bewundern, aber mehrere andere Mädchen lächelten ihm zu, während sie vorbeigingen, sodass seine Mühen nicht völlig umsonst waren. „Hmm", sagte sie nur. „Was hat sie im Unterricht behandelt?"
„Bowltruckle", sagte Draco gedehnt. Hermine sah hoch und erkannte, wem diese Darbietung galt. Potter und Weasley befanden sich im Schulhof und wirkten fuchsteufelswild. „Ich habe mit Vater geredet, Hermine, und ich schätze, das Ministerium ist wirklich entschlossen, endlich den ungenügenden Unterricht an dieser Schule zu beseitigen."
„Das ist gut", sagte Hermine mit einem Finger auf einer Rune in ihrem Buch, während sie das Wörterbuch durchblätterte, um ihre Übersetzung zu finden. „Hagrid war schon in unserem ersten Schuljahr eine Katastrophe, als er noch nur ein Wildhüter war. Aber du kennst meine Meinung."
„Niemand wird je ein so guter Lehrer für Pflege magischer Geschöpfe sein wie Hagrid", sagte Potter laut, und einige Schüler auf dem Hof schnaubten; jeder, der die Stunde über Bowltruckle erlebt hatte, wusste, dass Professor Raue-Pritsche eindeutig die bessere Lehrerin war.
Lavender Brown, eine von Potters Mitgryffindors, grinste den Jungen sogar hämisch an. „Sagt der Junge, der glaubt, dass der Dunkle Lord hinter ihm her ist."
„Er ist verrückt", stimmte Parvati Patil und die beiden Mädchen marschierten an Potter vorbei ins Schloss hinein.
Greg setzte sich neben Hermine. „Hast du den Aufsatz für Zaubertränke fertig?", fragte er.
Seufzend zog sie ihn aus ihrer Tasche und reichte ihn weiter.
„Hey", warf Draco ein, als er von seiner Mission, Harry Potter zu verärgern, abgelenkt wurde. „Du hast mich nicht abschreiben lassen."
„Sie gibt mir Nachhilfe", sagte Greg mit unschuldiger Miene.
„Nicht fair", sagte Draco und Hermine zuckte die Schultern.
„Ich dachte, du würdest wollten, dass er berechtigt ist Quidditch zu spielen", sagte sie und Draco verschränkte die Arme über der Brust und starrte sie mit hervor geschobener Unterlippe an. „Und du bist süß, wenn du schmollst", fügte sie hinzu.
Er rutschte hinter ihr auf die Bank und schlang seinen Arm um sie. „Wie lange wirst du noch an Runen sitzen?", fragte er sie und sie lehnte ihren Kopf zurück an seine Schulter.
„Eine Weile", gab sie zu und er seufzte.
Greg bestand darauf, dass sie den Slytherins am Samstagnachmittag beim Quidditchfeld Gesellschaft leistete. „Du weißt, wie sehr du Quidditch liebst", sagte er und sie verdrehte die Augen.
„Ja, das weiß ich, und du auch, weshalb ich wissen möchte, warum du mich dorthin schleifen willst, obwohl noch nicht mal ein Spiel ist."
„Du möchtest es nicht wirklich wissen", sagte Vincent. „Aber wenn wir dich nicht mitnehmen, könntest du sauer werden, und wir beide müssen Zaubertränke bestehen, also darfst du nicht sauer auf uns werden."
„Außerdem", sagte Draco grinsend, „wird es lustig werden."
„Du… Ihr habt alle vor, Potter etwas anzutun, oder?", grollte Hermine, während die anderen sie aus dem Gemeinschaftsraum und nach draußen zum Feld bugsierten.
„Wir werden kein einziges der Haare auf seinem Kopf krümmen", versprach Draco und nachdem sie sich auf einige Bänke gesetzt hatten und er sie auf seinen Schoß gezogen hatte, sahen sie zu, wie die Gryffindormannschaft auf das Feld lief.
„Hübscher Besen", rief Draco und warf Hermine einen finsteren Blick zu, als sie kicherte. „Hat deine Mutter einen Flugzauber auf einen alten Mopp aus eurer Hütte gelegt?", fügte er hinzu und die ganze Gruppe fing zu lachen an, auch wenn es eher darüber war, wie Hermine sich über Draco amüsierte, als über Ron Weasleys Besen.
Die Gryffindors begannen damit, einen Ball vom einen Spieler zum nächsten zu werden, und Hermine sah zu, wie Weasley ihn wieder und wieder fallen ließ, begleitet von immer lauter werdenden, heulenden Gelächter ihrer Freunde. „Wie ist er überhaupt in die Mannschaft gekommen?", fragte sie laut. „Hat sein Vater einen Skandal über die Mutter des Kapitäns vertuscht oder so was?"
„Irgendwelche Nachrichten von deiner Narbe, Potter?", rief Draco. „Vielleicht ein paar Quidditchtipps, die du an Weasley weiter geben könntest?"
Hermine lachte, denn die Gryffindors vergaben mehr und mehr Bälle in was nur eine leichte Aufwärmübung hätte sein sollen. „Wir werden sie fertig machen dieses Jahr", gluckste sie und Greg lachte erfreut über ihren Enthusiasmus. „Das könnte dieses Jahr sogar Spaß machen."
Als eine der Jägerinnen wegen ihrer unaufhörlich blutenden Nase zum Krankenflügel gehen musste, waren alle Zuschauer aus Slytherin längst dazu übergegangen, „Gryffindors, Flaschen vor! Gryffindor, Flaschen vor!" zu skandieren.
„Wir", sagte Hermine auf dem Weg zurück in den Gemeinschaftsraum, „sind ganz schöne Mistkerle, das ist euch klar?"
„Jep", sagte Greg fröhlich. „Kann ich jetzt den Rest von deinem Ausatz für Zaubertränke abschreiben?"
Draco schob Theo einen Brief von zu Hause zu, der ihn zu lesen anfing. Hermine lehnte sich herüber und las mit.
Mein teurer Sohn,
ich bin erfreut von deinen Lehrern zu hören, dass du dich dieses Jahr gut machst. Insbesondere Professor Snape hat deinen bisherigen Eifer gelobt, und obwohl ich weiß, dass er dein Pate ist, so bin ich doch sicher, dass er nicht zögern würde mir mitzuteilen, wenn du dich nicht auf deine zukünftigen Aufgaben vorbereiten würdest.
Ich wollte dir aber nicht nur gratulieren, sondern dir einen kleinen Ratschlag mitgeben. Als dein Vater Anfang dieser Woche im Ministerium war, hat der Minister ein paar Informationsbrocken fallen gelassen. Es wird in Hogwarts bald zu Veränderungen kommen, angetrieben vom Ministerium, und es würde sich ziemen, dass du diese Veränderungen verfechtest. Der Feind unseres Feindes ist schließlich unser Freund, und nur ein Tor kämpft einen Krieg an zwei Fronten.
Liebe Grüße an Hermine. Ich freue mich darauf, sie während der Weihnachtsferien zu sehen, und hoffe, dass der Rest deiner Freunde uns ebenfalls besuchen können wird. Einigen Leuten mag es schwer fallen, mehr als ihre Abstammung zu sehen, aber bezweifle niemals, dass dein Vater und ich nicht so eingeschränkt sind, und dass jene, die eine der unseren zu verunglimpfen suchen, es am Ende bereuen werden.
Deine dich liebende Mutter
„Für deine Mutter war das direkt", sagte Theo und reichte die Nachricht zurück. „Ich nehme an, dass wir fürs Erste tun sollen, was Umbridge will?"
„Sie hetzen das Ministerium und Hogwarts gegen einander auf", flüsterte Hermine beeindruckt.
„Sie?", fragte Draco und sie legte ihre Hand wie beiläufig auf ihren Unterarm, bevor sie sich ein paar Haare aus dem Gesicht strich.
„Glaubst du, dass es funktionieren wird?", fragte Theo und Hermine zuckte die Schultern.
„Ich kann nicht behaupten, dass mir die Vorstellung gefällt, vor Umbridge zu katzbuckeln", sagte sie, „aber…"
„Wenn sie die verdammte Feder nochmal rausholt, kannst du ihr erzählen, wo sie sie sich hinstecken kann", murmelte Draco und sie lachte.
„Ich schätze, sie und ich müssen einfach eine Waffenruhe einberufen. Ich werde sie nicht herausfordern und sie wird keine Gesetze brechen, um mich zu bestrafen. Aber sei… sei einfach vorsichtig." Sie blickte Draco an, der das Gesicht verzog. „Ich meine es ernst, du impulsiver Kerl. Halt dich zurück und schleim dich bei ihr ein. Sie hat es auf Potter abgesehen, also sollte das für dich ein Leichtes sein, aber sie ist eine -"
„Wenn sie auf dich losgeht, ist sie tot", sagte Draco stur.
Hermine berührte die Nachricht seiner Mutter. „Eines Tages. Aber bis dahin… Ich gehe ihr aus dem Weg und du schleimst dich ein, okay?"
Draco sandte ihr sein schlangengleich-fieses Lächeln. „Das kann ich tun."
Hermine begegnete Potter auf dem Flur und erhaschte einen kurzen Blick auf die entzündeten roten Male auf seinem Handrücken. Sie zischte und griff danach. Bevor er seine Hand wieder zurückziehen konnte, erkannte sie die Worte ‚Ich soll keine Lügen erzählen' darauf geschrieben.
„Nachsitzen bei Umbridge", sagte sie, „du hast es getan? Bist du ein kompletter Vollidiot? Was zur Hölle stimmt denn nicht mit dir?"
Er zog seinen Ärmel zurück über seine Hand. „Verdammt, was weißt du schon, Granger?"
„Ich weiß genug um mich verdammt noch mal zu weigern, mich von dieser Kuh foltern zu lassen", blaffte sie. Sie hockte sich auf den Boden und durchwühlte ihre Tasche, um schließlich ein Fläschchen Diptam hervor zu ziehen. „Hier. Nimm das. Es wird die Schmerzen mildern und die Narbenbildung verringern."
Er nahm es nicht an und sie hielt es ihm vor die Nase. „Ich versuche nicht, dir noch mehr weh zu tu, Loser. Es ist Diptam."
„Warum schleppst du das einfach so mit dir herum?", fragte er und nahm es noch immer nicht.
„Ich bin mit Greg befreundet", sagte sie kurz ab. „Und Vincent. Die Idioten holen sich andauernd irgendwelche Kratzer. Und ich habe extra Zaubertränke-Unterricht. Ich komme da dran."
Er nahm das Fläschchen widerwillig und ließ es in seine Tasche gleiten. „Ich wünschte, ich würde dich verstehen", murmelte er. „Du bist gehässig und schrecklich und dann drehst du dich um und tust solche Dinge."
„Du schuldest mir was, Potter", sagte sie nur und schwang die Tasche wieder über ihre Schulter. „Eines Tages könnte ich darauf zurückkommen."
Sie erkannten, wovon Narzissa Malfoy geredet hatte, als am nächsten Tag der Prophet erschien. Der Zaubereiminister hatte Dolores Umbridge zur ‚Großinquisitorin' ernannt, die das Recht hatte, die Lehrer zu begutachten. Lucius wurde mit der Aussage zitiert, dass er es beruhigend fand, dass das Ministerium die Kontrolle der Schule verstärkte.
„Also", sagte Theo, legte die Zeitung hin und blickte Hermine an. „Es fängt an. Diese Frau hat wirklich ein Faible für das Mittelalter. Ich meine, ‚Inquisitorin'?"
„Nicht besonders subtil", sagte sie und sah die Zeitung stirnrunzelnd an, bevor sie zu grinsen und dann zu kichern begann und ihre Hände vor den Mund hielt, als könne sie so ihre Heiterkeit zurück halten.
„Was?", fragte Draco und starrte sie an.
„Wartet bis sie Snape inspiziert", sagte sie und sie alle grinsten breit, während Hermine seine Stimme nachahmte, „‚Wenn Sie fertig sind mit Ihren geistlosen Bemerkungen, Dolores, dann würde ich gerne anfangen, diese Maden zu lehren'."
Blaise stieg ein. „‚Sicher nennen Sie ihre Schüler nicht Maden, Professor?'"
„‚Ich habe über das Thema der heutigen Stunde geredet, Dolores, was Sie, wenn Sie die Texte, die ich Ihnen zur Vorbereitung geschickt habe, um den leisesten Hauch einer Chance zu haben, meinem Unterricht zu folgen, gelesen hätten, gewusst hätten. Ich sehe, dass Schüler nicht die einzigen Menschen in diesem Raum sind, die es einfach nicht schaffen, einfachen Anweisungen Folge zu leisten.'"
Greg hob seine Bücher auf und sagte: „Nun, vielleicht wird sie heute da sein. Wir haben eine Doppelstunde Zaubertränke."
Dolores Umbridge aber inspizierte ihren Zaubertränke-Unterricht an diesem Tag nicht. Stattdessen gab Snape ihnen ihre Aufsätze über die Eigenschaften von Mondstein zurück.
„Ich habe sie benoten, als seien sie eure Z.A.G.-Arbeiten", sagte er und sah sie der Reihe nach an, als wolle er sich nicht einmal mehr die Mühe machen, verächtlich zu wirken. „Die meisten von euch werden von euren ungenügenden Noten wahrscheinlich unschön überrascht werden, auch wenn ich mir nicht erklären kann warum, da eure Inkompetenz euch nicht neu sein sollte. Dennoch, wenn ihre es nicht schaffen könnt, eure Leistungen zu verbessern, dann werde ich denjenigen Stafarbeiten erteilen, die für ihre Aufsätze ein 'S' bekommen. Vielleicht wird euch das anspornen."
„Jemand hat ein 'S' bekommen?", sagte Draco. „Wow."
„Miss Granger, ich würde mir wünschen, dass du versuchst an deiner Tendenz zu exzessiven Wortschwallen zu arbeiten", sagte Snape, als er ihr ihren Aufsatz zurückgab. „Du musst nicht immer das längst mögliche Synonym verwenden, und Knappheit ist nicht dein Feind. Auch wenn ich beeindruckt war, dass du es geschafft hast, einen fünfzehn zeiligen Satz zu schreiben, der technisch gesehen nicht nur eine Aneinanderreihung von Hauptsätzen war, solltest du es noch einmal tun, dann werde ich dir Punkte dafür abziehen, nur weil du mich irritierst."
Weasley kicherte hämisch du Snape gab dem Jungen seinen eigenen Aufsatz, das rote ‚P' deutlich zu erkennen. „Oh, Mr. Weasley, wenn deine Probleme doch nur so einfach zu beheben wären, wie zu viele Worte zu kennen und eine Vorliebe für Nebensätze zu haben." Weasley stopfte das Pergament in seine Tasche, ohne es anzusehen.
„Ich würde denken, dass Weasley in allen Nebensachen gut wäre", kommentierte Draco spöttisch und Weasley lief rot an und schaute ihn finster an.
„Gut gemacht, Mr. Goyle", sagte Snape und Greg seufzte erleichtert über sein ‚Annehmbar'. „Ich war erfreut zu sehen, dass du Miss Grangers bedauerliche Tendenz zu Langatmigkeit auf eine vernünftige Länge gekürzt hast. Wenn du dir einfach nur merken kannst, was du schreibst, wirst du deine Z.A.G.s bestehen." Snape reichte Harry Potter dessen Pergament. „Leider wird dieses glückliche Schicksal nicht auf uns alle warten."
Verteidigung gegen die Dunklen Künste bestand wieder einmal darin, den langweiligen Text zu lesen und Harry Potter dabei zuzusehen, wie er auf der Rückkehr des Dunklen Lords beharrte und sich so erneut Nachsitzen einhandelte.
„Du bist ein Idiot", zischte Hermine ihm nach der Stunde zu. „Es ist, als ob du unbedingt ein Märtyrer sein willst oder sowas."
Draco blickte Potter finster nach, während dieser davon stapfte, und Hermine seufzte. „Sei nicht so eifersüchtig", sagte sie. Draco schlang seinen Arm um sie und grummelte etwas, das ‚nicht eifersüchtig' oder ‚dämlicher Potter' hätte heißen mögen, aber sie ignorierte es und gab ihm einen Kuss auf die Wange. „Du weißt, dass ich dich lächerlich gern habe", sagte sie und er schnaubte leise aber hörte zu grollen auf.
Zurück im Gemeinschaftsraum zog sie ihr Lehrbuch für Verteidigung heraus und starrte es eine Weile an, während sie auf ihrer Unterlippe kaute.
„Du denkst nach", sagte Theo, der sie vom Sofa aus beobachtete.
„Ich will meinen Z.A.G. in Verteidigung bestehen", sagte sie das Buch in der Hand wiegend, „und ich kann nicht erkennen, wie mich der Unterricht dahin bringen soll." Sie setzte sich neben Theo und Draco ließ sich auf dem Boden nieder und lehnte sich gegen ihre Beine. Nachdem sie das Buch zur Seite gelegt hatte, strich sie gedankenverloren mit den Fingern durch seine Haare. Nach ein paar Minuten fragte sie sehr leise: „Will das Ministerium nicht, dass wir Verteidigung lernen? Will… wenn ich Dracos Mutter fragen würde, würde sie mir sagen, dass es eine gute Wahl ist, Verteidigung nicht zu lernen?"
„Das Ministerium… Ich denke ja", sagte Theo, seine Stimme noch leiser als ihre. „Ich glaube, sie sehen diese Schule als einen… als die andere Seite, und sie wollen nicht, dass diese Seite zu gut bewaffnet ist."
„Ich verstehe", sagte sie. „Und?"
„Ich glaube Dracos Mutter würde sagen, dass man nie zu viel wissen kann", sagte Theo und Hermine nickte mit nachdenklich zusammen gekniffenen Augen.
„Erinnerst du dich, dass du gesagt hast, du würdest den Patronuszauber mit mir lernen?", fragte Hermine und Theo schnaubte.
„Du meinst vor Ewigkeiten mal? Wir können das unmöglich lernen, Hermine. Ich habe ihn nachgeschlagen. Die meisten erwachsenen Zauberer schaffen den nicht."
„Oh, wirklich?" Sie zog ihren Zauberstab hervor und grinste ihn überlegen an, auch wenn er bemerkte, dass ihr Grinsen ein leichtes Zögern verbarg.
„Das hast du nicht", flüsterte er. „Zeig es mir."
„Expecto Patronum", sagte sie mit leiser aber fester Stimme, und ihr jugendlicher Schneeleopard sprang aus ihrem Zauberstab und eine silbern leuchtende Spur hinter sich herziehend streunte er auf seinen großen Pfoten durch den Gemeinschaftsraum. Jeder Schüler im Raum, angefangen bei den Erstklässlern, drehte sich um, um die Gestalt zu betrachten, bis sie eine imaginäre Fliege durch eine Wand jagte und verschwand.
„Ich denke", sagte Hermine, „wir sollten eine Lerngruppe gründen, um unsere Z.A.G.s zu bestehen."
„Ich will wissen, wie man das macht", sagte ein Siebtklässler und zeigte auf die Stelle, an der der Patronus verschwunden war.
„Ja", sagte eine Viertklässlerin. „Das war beeindruckend."
Pansy hatte den Patronus mit einem schmollenden Stirnrunzeln beobachtet.
„Ich habe mehr als ein Jahr dafür gebraucht", gab Hermine zu. „Ich meine, es ist nicht wie eine Feder schweben zu lassen, das man sofort lernen kann."
„Ich hab lange gebraucht, um die Feder zum Schweben zu kriegen", murmelte Greg.
„Trotzdem", sagte Theo, „ganz abgesehen vom Patronuszauber finde ich, dass du recht hast. Ich glaube, wir sollten eine Gruppe gründen, um die Dinge zu üben, die wir können müssen, um die Verteidigungsprüfungen zu bestehen."
Daphne hustete laut und sie alle sahen sie an. „Ich finde nicht, dass wir nur Verteidigung lernen sollten."
Die gesamte Bevölkerung des Gemeinschaftsraums, die durch den Patronus aufmerksam geworden waren, versammelte sich um die Couch, auf der Hermine saß. „Sie hat recht", sagte Millie.
„Wer von beiden?", fragte ein Drittklässler.
„Beide", sagte eine Sechstklässlerin. „Diese Umbridge wird euch nicht durch eure Z.A.G.s bringen. Und…" Sie sahen sich alle gegenseitig an, ein ganzer Raum voller Schüler, die sich durch Blicke verständigten.
„Keine Unverzeihlichen, natürlich", sagte Hermine, Blicke wurden ausgetauscht und irgendwer sagte: „Naja, natürlich nicht die."
„Wir brauchen einen Namen", sagte Daphne und wurde rot, als Hermine sie ansah. „Namen sind wichtig", murmelte sie. „Außerdem wäre es hilfreich zu sagen, ‚wir haben ein Treffen von' was auch immer und tatsächlich einen Namen zu benutzen, als es ‚ihr wisst schon, die Sache' zu nennen."
„'Lerngruppe der Dunklen Künste' ist wahrscheinlich nichts, das wir öffentlich ans Schwarze Brett hängen wollen", sagte Pansy mit einem Schnauben.
„'Slytherins Gruppe der Dunklen Künste'", scherzte jemand, und von da wurden die Vorschläge immer unpassender und offensichtlicher, bis Blaise sagte: „Delle arti."
Hermine blickte ihn an und er zuckte die Schultern. „Von den Künsten", sagte er, „auf Italienisch."
„Alle dafür?", fragte Hermine und ein zustimmendes Gemurmel bestätigte die Entscheidung.
„Nur Slytherins?", fragte jemand und Blaise hüstelte leise.
„Was?", fragte Theo.
„Ich würde Luna gern mit einschließen", sagte er leise.
„Sie ist keine von uns", widersprach Draco.
„Das wird sie sein", sagte Blaise. „Sie ist… fast eine Ausgestoßene in ihrem eigenen Haus und -"
Mehrere der versammelten Schüler gaben ein angewidertes Geräusch von sich.
„Ich weiß", sagte Blaise grimmig. „Sie stehlen ihre Sachen, machen sich über sie lustig. Sie muss mit ihren Schuhen an den Füßen schlafen oder sie verschwinden. Es ist…"
„Ihr eigenes Haus?", fragte jemand fassungslos. „Ich meine, ich weiß, dass sie komisch ist, aber…"
„Ich weiß", sagte er erneut.
„Trotzdem." Theo klang besorgt. „Es ist das eine, wenn du sie einfach so herbringst; sie ist deine Freundin und niemand wird etwas dagegen sagen. Aber, Blaise, eine Lerngruppe der Dunklen Künste… das ist… das ist kein Geheimnis, das du ihr einfach anvertrauen kannst, nur weil sie vernarrt in dich ist."
„Ein Vertrag", sagte Hermine und alle drehten sich zu ihr um. „Wir unterschreiben alle einen magischen Vertrag mit einem eingebauten Fluch, der uns zur Geheimhaltung verpflichtet."
„Das würde mir ein besseres Gefühl geben", gab Draco zu. „Es ist nicht so, als würde ich deine Freundin nicht mögen, Blaise. Ich meine, ich verstehe sie nicht im Geringsten, und ich glaube, sie könnte etwas beschränkt sein, aber sie ist ganz nett, es ist nur…"
„Sie ist keine Slytherin", sagte Blaise, sein Tonfall halb resigniert, halb beschützend. „Ich verstehe."
Hermine drückte sich vom Sofa auf und umarmte den Jungen. „Weiß sie, was für ein Glück sie hat, dass sie dich hat?", fragte sie und er zuckte verlegen die Schultern.
„Wer weiß", sagte er. „Ich weiß, dass ich Glück habe, dass ich sie habe."
Ihre nächste Stunde Zaubertränke wurde inspiziert. Hermine schlüpfte auf ihren Stuhl neben Greg und sah mit einem ergebenen Seufzen zu, wie Draco versuchte Potter auf die Palme zu bringen. „Muss er sich immer über den Loser lustig machen?", murmelte sie Greg zu, der lachte.
„Je mehr du Potter verteidigst, desto mehr wird Draco versuchen, ihn wie einen Idioten dastehen zu lassen; das ist dir bewusst, oder?"
Hermine machte ein frustriertes Geräusch, gerade als Draco, in einer Stimme, die durch den ganzen Raum hallte, während sie darauf warteten, dass Snape auftauchte, sagte: „Ich frage mich, wie lange es dauern wird, bevor jemand Potter für eine Untersuchung ins St. Mungo karrt? Ich meine, er ist nicht ganz bei sich. Ich bin nicht wirklich ganz zuversichtlich, dass er nicht eines Tages ausrasten wird und ein Buch für einen Schwarzmagier halten wird. Vater hat mir erzählt, dass sie eine spezielle Station für Leute haben, deren Verstand von Magie zerstört wurde." Dracos fieser Tonfall nahm gekünstelte Besorgnis an. „Ich mache mir nur Sorgen über den Jungen, der lebt. Was für ein Opfer er gebracht hat. Er sollte wirklich die beste verfügbare Pflege bekommen, meint ihr nicht?"
Neville Longbottom stürzte sich von seinem Platz auf Draco, der vor Schock zurückschreckte und dann lachte, als Potter Longbottom zurückhielt. „Nicht, Neville", zischte Potter. „Das ist, was er will."
Neville zerrte weiter an Potters Armen, um zu Draco zu gelangen, und Greg stand auf und ging wie beiläufig hinüber zu der zappelnden Gestalt. Vincent tat es ihm gleich. Hermine bedeckte ihr Gesicht und zog den Kopf ein, als sie auf das fast unausweichliche Blutbad wartete, während Neville kaum verständliche Worte ausstieß. „Nicht lustig", keuchte er, und „Du Bastard", gerade als Snape in das Klassenzimmer kam.
„Schlägerei, Longbottom? Potter?" Snape wirkte beinahe erfreut. „Zehn Punkte Abzug von Gryffindor. Lass den Jungen los, Potter, sofort, oder du wirst mal wieder Kessel für mich polieren."
Harry Potter tat wie geheißen, und Neville blieb nach Luft ringend stehend und starrte Draco weiter voller Abscheu an.
„Hinsetzen", sagte Snape. „Mr. Goyle, du ebenfalls. Auf eure Plätze. Jetzt."
Hermine zog ihre Bücher hervor und bereitete ihre Sachen vor, als Professor Umbridge in den Raum kam. Sie trug einen ihrer bemerkenswert unvorteilhaften pinken Blazer, an den sie eine Emaille-Brosche in Form eines Kätzchens gepinnt hatte. Sie hielt ein Klemmbrett in den Händen und lächelte die Klasse an; eine gekünstelte Grimasse, die wirkte, als hätte sie zu viel Süßes gegessen und der Zucker würde ihren Mund verzerren. Daphne drehte sich um und nahm Blickkontakt zu Hermine auf, und beide Mädchen sahen erwartungsvoll von Snape zu Umbridge.
„Wie ihr sehen könnte, hat Dolores Umbridge sich dazu bewogen, uns heute mit ihrer Gegenwart zu beglücken", sagte Snape. „Ich würde euch bitten, dass ihr ihr eure beste Leistung zeigt, aber ich schätze, das würde dazu führen, dass sie sich in ihr Büro zurückziehen und stundenlang darüber schluchzen würde, wie sehr die Lehrpläne in Hogwarts wegen eurer Unfähigkeit leiden mussten, darum werde ich nur darum bitten, dass ihr heute nichts explodieren lasst. Longbottom."
„Ja, Sir", sagte der Junge, noch immer rot von der Auseinandersetzung.
„Hol deine Sachen heraus, wenn ich bitten darf", sagte Snape und Neville gehorchte, wobei er nur sein Buch und das nur einmal fallen ließ.
„Ihr werdet heute an euren Stärkungstränken weiter arbeiten", fuhr Snape fort, und Hermine schickte Greg mit einem Nicken, um ihren Kessel zu holen, und fing an, die benötigten Zutaten zusammen zu sammeln. Während sie das Salamanderblut abmaß und in den Kessel gab, sah sie zu, wie Umbridge Notizen auf ihrem Klemmbrett machte. Nach etwa dreißig Minuten stand die Frau auf und ging zu Snape, der über Dean Thomas' Kessel gebeugt war und betonte, wie wichtig es war die richtige Zutat zu verwenden, und nicht nur eine mit der richtigen Farbe.
„Diese Klasse scheint mir recht fortgeschritten", fing Umbridge an, aber Snape unterbrach sie, ohne aufzusehen.
„Sie irren sich. Ich würde von einer Gruppe Fünftklässler normalerweise erwarten, dass sie sehr viel erfolgreicher wäre, als diese Gruppe es gewesen ist. Ich bin mir aber sicher, dass weder Sie noch das Ministerium wollen würden, dass ich meinen Kurs verwässere, nur weil Berühmtheiten wie Harry Potter nicht mithalten können. Oder, Ma'am, machen Sie es sich zur Gewohnheit, Ausnahmen für Berühmtheiten zu machen?"
„Ich bin überrascht", sagte sie trällernd, „dass Sie mit ihnen an Stärkungstränken arbeiten. Vielleicht würde das Ministerium es vorziehen, diese von Ihrem Lehrplan zu entfernen."
Snape richtete sich auf und sah die Frau an. Sein Blick verharrte einen Moment lang auf der Kätzchenbrosche und sein Mund verzog sich höhnisch. „Sollte das Ministerium diesen Trank vom Lehrplan streichen wollen, dann sollte er nicht auf der Liste der Dinge stehen, die die Schüler für ihre Z.A.G.-Prüfungen wissen sollen, Ms. Umbridge. Auch im Angesicht von Uneinsichtigkeit und unablässiger Idiotie behandle ich zumindest doch alle Themen dieser Prüfung."
Sie machte eine Notiz.
„Wie lange unterrichten Sie schon hier?", fragte sie.
„Vierzehn Jahre", sagte er vollkommen ausdruckslos. Hermine fügte die nächste Zutat vorsichtig hinzu und begann, den Trank umzurühren, wobei sie Gregs Hand zur Seite stieß, als er zu helfen versuchte.
„Sie haben sich zuerst um die Stelle für Verteidigung gegen die Dunklen Künste beworben?", fragte Umbridge und Snape nickte. „Aber Sie haben sie nicht bekommen?"
„Offensichtlich", sagte der Mann. „Stellen Sie immer unnötige Fragen?"
„Nun", sagte Umbridge, „ich finde es angesichts Ihrer Vorgeschichte nur ganz… faszinierend… dass Sie diese spezielle Stelle wollen würden."
„Schlichte Gemüter sind leicht zu unterhalten", sagte Snape. „Wenn Sie dann damit fertig wären, mich über Dumbledores Entscheidungen auszufragen, würde ich mich gerne wieder dem Unterrichten zuwenden."
Umbridge lächelte süßlich, bevor sie sich an Pansy wandte und ihre eine Frage über den Unterricht stellte.
„Ich wusste nicht, dass Snape Verteidigung haben wollte", sagte Hermine zu Greg. „Anders herum", fügte sie hinzu, als er in die falsche Richtung zu rühren begann.
„Er hat sich jedes Jahr dafür beworben", antwortete Greg. „Bekommt sie natürlich nie."
Hermine kratzte sich mit einem fragenden Blick über den Unterarm und Greg nickte.
„Also haben wir stattdessen Unfähigkeit bekommen, einen Verrückten, und diese Frau", murmelte Hermine.
„Ehemalige… du weißt schon… werden an vielen Orten nicht angestellt", flüsterte Greg leise.
„Diskriminierung", blaffte Hermine und füllte ihre Probe in ein Fläschchen. „Es ist nicht richtig." Sie sah zu, wie Umbridge Pansy befragte, und überlegte, wie viel sie von Verteidigung wissen würde, wenn sie einen konsistent kompetenten Lehrer gehabt hätte, und versuchte, die Bitterkeit herunter zu schlucken. Niemand würde auf ihre Meinung darüber, wie die Schule geleitet werden sollte, hören, und sie wusste besser, als dass sie erwarten würde, dass jemand außerhalb von Slytherin sich um die Jobprobleme eines angeblichen ehemaligen Todessers scheren würde, selbst wenn es der beste Lehrer war, den sie besaß.
Nicht der netteste, vielleicht. Aber der beste. Der, dem sie vertraute.
Für ihr erstes Treffen der DA schoben sie die Möbel aus der Mitte des Gemeinschaftsraumes, nachdem jeder das Pergament unterschrieben hatte, das sie alle zur Geheimhaltung zwang, inklusive Luna, die beim Unterschreiben gesagt hatte: „Das ist ein hübscher Fluch, den du da eingearbeitet hast, Hermine."
Mehrere Leute warfen ihr daraufhin einen Blick zu, aber sie betrachtete bereits die Decke und lehnte an Blaise, der eitel zufrieden schien, dass sie so aufmerksam war.
Sie fingen mit Expelliarmus an. „Ich weiß, er ist einfach", sagte Hermine leicht entschuldigend, „aber ich glaube, dass etwas Simples gut ausgeführt besser funktioniert als etwas Kompliziertes, das euch nicht gelingt, wenn ihr nervös seid."
Das Wissen, dass sie daran arbeiteten, Verteidigung zu lernen, und an den Fluch, den sie in das Pergament eingebettet hatte, führte dazu, dass Hermine sich besser fühlte, während sie in den sinnlosen Unterrichtsstunden mit Umbridge saß. Sie lächelte die Frau ausdrucklos an und dachte darüber nach, wie man die Theorie in dem Buch vor ihr am besten in die Praxis übersetzte. Daphne besorgte Kopien der Prüfungen der letzten zehn Jahre („Fragt nicht", sagte sie, und niemand tat es.) und sie verglichen, welches die üblichsten praktischen Aufgaben waren, die von den Schülern gefordert wurden, und lernten sie dann in dieser Reihenfolge.
Eines nachts, nachdem sie die Möbel wieder gerade gerückt hatten und Hermine mit Draco zusammengerollt auf dem Sofa saß, ihre Augen geschlossen während er ihre Locken um seine Finger wickelte, sagte er: „Weißt du, ich würde niemals auf deranderen Seite eines Konflikts als du sein wollen."
„Warum?", fragte sie schläfrig.
„Weil alle anderen sich nur darüber beschweren, was für eine Bitch diese Frau ist", sagte er mild, „oder so dämlichen Widerstand wie Potter leistet, der andauernd Nachsitzen bekommt, aber du hast dir einfach einen Weg überlegt, das zu bekommen, was du wolltest, ohne dass jemand etwas mitbekommt. Du bist so praktisch veranlagt, dass es schon fast beängstigend ist."
„Ihr werdet mich zwingen hinzugehen, oder?", fragte Hermine, als Theo, Daphne und Millie mit den Füßen auf den Boden klopfend neben ihr standen und darauf warteten, dass sie so weit war, hinunter zum Feld zu gehen. „Ich meine, es ist Quidditch."
„Ganz genau", sagte Theo, aber sie alle wussten, dass ihr Widerspruch nur der Form halber stattfand. Sie hatte sich mit Freuden den Aktionen angeschlossen, die Weasley die ganze Woche über verunsichert hatten, indem sie so tat, als ließe sie einen Quaffel fallen, oder ihn fragte, ob er sich in einem Turnier für Kinder nicht wohler fühlen würde. Wenn einige dieser Verunsicherungen etwas physischer geworden waren, nun, technisch gesehen hatte niemand den Jungen berührt, auch wenn sie dem sehr nahe gekommen waren, als sie die unzähligen Verletzungen aufgezählt hatten, die er in diesem ersten Mannschaftsspiel erwarten konnte. Sie hatte Blaise dabei geholfen, die Anstecker in Form von grünen Kronen im ganzen Haus zu verteilen. Sie hatte sogar Pansy dabei geholfen, dass deren ‚Weasley ist unser King'-Lied sich reimte, auch wenn sie sich geweigert hatte, zu den Proben zu kommen.
„Ich glaube, ich werde es schaffen, auf der Tribüne mitzusingen, ohne geübt zu haben", hatte sie erklärt.
Jetzt trug sie einen von Dracos grünen Pullovern, einen grünen Schal, eine grün und silberne Krone und einen Anstecker mit den Worten ‚Weasley ist unser King'. Sie sah aus wie eine richtige Quidditch-vernarrte Schülerin, und sie hatte nicht mal ein Buch in die Tasche gesteckt; Blaise hatte sie extra abgetastet.
Luna gesellte sich auf dem Weg zu den Tribünen zu ihnen. Anstatt eine der Kronen zu tragen, hatte sie einen großen Hut hergestellt, der aussah wie eine grüne Schlange, die gleich ihren Kopf abbeißen würde. „Du siehst… ähm… das ist ein wirklich interessanter Hut", sagte Hermine schließlich, nachdem sie ihn einen langen unangenehmen Moment lang angestarrt hatte.
„Die Leute in meinem Haus haben gesagt, dass er lächerlich wirkt", sagte Luna und hakte sich bei Blaise ein.
„Solange er dir gefällt", sagte Hermine schulterzuckend und Luna lächelte.
Es war kalt und das Spiel schien so langweilig wie eh und je, selbst mit Greg und Vincent in der Mannschaft. Hermine feuerte Draco an – feuerte sie alle an – und stimmte mit ein, als alle Slytherins angeführt von Pansy das Lied sangen, das diese zum Spott auf Ronald Weasley geschrieben hatte. Er war wirklich ein schrecklicher Hüter, und Hermine schrie und buhte zusammen mit ihren Mitschülern, als er Quaffel um Quaffel durch die Ringe ließ.
Das Problem war natürlich, dass sie dank des absurden Punktesystems noch immer verlieren würden, wenn Potter den Schnatz fangen sollte. Sie ballte ihre Fäuste und trieb Draco gedanklich an, das Ding als Erster zu sehen.
Das tat er nicht.
Potter entdeckte den winzigen goldenen Ball und stürzte darauf zu, Draco folgte ihm und seine Finger streckten sich hilflos nach etwas aus, das Potter bereits gefangen hatte, und Hermine schrie beinahe vor Zorn. Vincent hatte einen Klatscher einen Moment zu spät auf Potter geschickt, und auch wenn er den Jungen traf und zur Seite trieb, hatte er den Schnatz bereits gefangen. Sie hatten bereits verloren.
Schon wieder.
Hermine konnte die Konfrontation nicht hören, auch wenn Draco sie ihr später detailliert wiedergab, aber sie beobachtete, wie er landete und die Gewinner verhöhnte. Sie sah, wie angespannt seine Schultern waren und dass er sich bemühte, nicht vor Enttäuschung über den unerwarteten Verlust zu weinen. Dies hatte ihr Jahr sein sollen. Was immer er sagte führte dazu, dass sie sich auf ihn stürzten und aus den verbalen Schlägen körperliche wurden; Potter und einer der Weasleyzwillinge prügelten beide auf ihn ein.
Sie stand auf, den Zauberstab in der Hand, und wollte gerade zu zaubern anfangen, als Theo ihren Arm ergriff und leise sagte: „Nicht."
„Sie… es ist zwei gegen einen…", stotterte sie.
„Sei keine verdammte Gryffindor deswegen", zischte er. „Sie so offensichtlich verfluchen? Hast du den Verstand verloren?"
Sie steckte ihren Zauberstab langsam weg. „Welcher der Zwillinge ist es?", fragte sie und Theo sah sie verwirrt an. „Ich würde es ungern auf den Falschen abgesehen haben."
Darauf nickte er. „Ich werde es herausfinden."
Madam Hooch hatte den Kampf unterbrochen und marschierte die Übeltäter zum Schloss, während Draco klein zusammengerollt auf dem Boden lag. Hermine rannte die Treppen der Tribüne hinunter und auf die Menschenmenge zu. Jemand griff nach ihrem Arm, aber sie schüttelte sie ab. Sie bahnte ihren Weg durch eine Gruppe Gryffindors und nahm nur am Rande wahr, dass Vincent vor ihr eine Schneise bahnte, bevor sie neben Draco auf die Knie fiel. Seine Nase blutete heftig und er wimmerte und Madam Hooch sah ihn besorgt an. „Bringt ihn in den Krankenflügel", sagte die Frau und Hermine nickte und, mit Vincent auf einer und sie auf der anderen Seite, halfen sie Draco hoch zum Schloss.
„Tut mir leid, Hermine", murmelte der Junge durch seine geschwollene Lippe und – hatten diese Mistkerle ihm wirklich einen Zahn abgebrochen? – sie umklammerte seinen Arm noch enger.
„Du musst dich für nichts entschuldigen", sagte sie und versuchte den Blutstrom aus seiner Nase mit einem Taschentuch aufzuhalten.
„Ich habe schon irgendwie Dinge gesagt -"
Aber sie unterbrach ihn mit einer zornigen Tirade. „Es ist mir egal, ob du ihnen gesagt hast, dass sie es mit Ziegen und Zebras in den Betten ihrer Eltern treiben! Mündliche Provokationen sind keine Entschuldigung, juristisch gesehen, das sind sie schon seit – oh, keine Ahnung – nicht mehr, und dass sie dich beide gleichzeitig angegriffen haben, war…"
Sie brach ab, während sie nach dem passenden Wort suchte, und Vincent schlug vor: „Unsportlich."
„Das passt", stimmte sie mit einem Nicken zu. „Oder feige."
Draco sagte: „Ich dachte, du hättest eine Schwäche für Potter", als sie gerade das Schloss betraten.
Sie hielt an, um Dracos Arm neu zu postieren, damit es einfach wäre, ihn zu unterstützen, aber er winkte ab.
„Ich glaube, Vincent ist genug", sagte er und sie nickte, aber blieb an seiner Seite.
„Ich glaube, sie hat keine Schwäche für Potter mehr", sagte Vincent, der den grimmigen und besorgten Gesichtsausdruck von Hermine betrachtete, als diese Draco im Auge behielt.
„Nein", stimmte sie zu, „habe ich nicht."
Der Rest des Herbstes war eine Mischung guter und schlechter Neuigkeiten. Potter und beide Weasley-Zwillinge waren vom Quidditch verbannt worden.
„Beide?", fragte Daphne verwirrt, während sie einen einfachen schwarzen Zauber übte. „Warum beide? Nur einer von ihnen hat Draco verprügelt."
„Vielleicht kann sie sie auch nicht auseinander halten?", schlug Theo abwerfend vor. „Ich glaube, du sprichst es falsch aus. Versuch mal, die Betonung auf die dritte Silbe zu legen."
Daphne zuckte die Schultern, folgte seinem Rat und quietschte erfreut, als die Orange, an der sie geübt hatte, explodierte.
„Nächstes Mal", sagte Theo und wischte sich Saft vom Gesicht, „warn mich, was er tun soll, okay?"
Während das Quidditchverbot der Gryffindors im Slytherin-Gemeinschaftsraum als gute Neuigkeiten aufgefasst wurde, war die Rückkehr Hagrids das weniger.
„Oh NEIN", sagte Greg, als er hörte, dass der Lehrer für Pflege magischer Geschöpfe zurück war. „Ich glaube nicht, dass ich noch mehr von seinen Monstern vertragen kann!"
Der Unterricht selbst aber gab der stetig zunehmenden Zahl an Schülern, die Hagrid nicht mochten und Raue-Pritsche ihm vorgezogen hatten, neue Hoffnung. Der Halbriese führte die Klasse in den bemerkenswert schlecht benannten Verbotenen Wald und zeigte ihnen Thestrale. Umbridge, die seine Bewertung durchgeführt hatte, war nicht begeistert.
„Was sind Thestrale?", fragte Daphne später, als sie ihre Hausaufgaben im Gemeinschaftsraum erledigten und Greg und Draco sich über den Unterricht beschwerten.
„Quasi unsichtbare Pferde, die rohes Fleisch fressen", sagte Hermine mit einem Achselzucken. „Erscheint mir allerdings ein bisschen merkwürdig eine ganze Stunde Tieren zu widmen, die kaum jemand sehen kann."
„Ich schon", sagte Theo leise. „Ich konnte sie schon immer sehen."
Hermine lehnte sich über den Tisch und legte ihm eine Hand auf den Arm. Er sah auf, die Augen etwas betrübt, und lächelte sie an. „Danke", sagte er und sie seufzte.
„Ganz abgesehen davon", fügte sie hinzu, „zu fragen, wer sie sehen kann, ist als würde er fragen, wer ein Trauma durchlitten hat."
„Warum?", fragte Vincent.
Draco verdrehte die Augen und sagte: „Hast du gar nicht aufgepasst? Weil man jemanden sterben sehen muss, um die Teile sehen zu können."
„Oh." Vincent sah Theo an und murmelte: „Tut mir leid, Mann."
„Es ist eine vollkommend unangebrachte Stunde", murmelte Hermine. „Und wahrscheinlich nicht mal Teil der Z.A.G.s, also auch noch eine Zeitverschwendung. Ich hoffe, die schreckliche Kuh beseitigt ihn."
„Ich glaube nicht, dass ihre Bewertung positiv ausfallen wird, nein", sagte Draco und lehnte sein Gesicht an Hermines Hals.
Und dann war das Halbjahr fast vorbei und es war Zeit, für die Ferien nach Hause zurückzukehren. „Ich sehe dich am Tag nach Weihnachten", sagte Draco zu Hermine. „Theo und Daphne werden da sein, also -"
„Also muss ich mir keine Sorgen machen, dass es so aussieht, als würden wir etwas schrecklich Unanständiges tun, ich weiß." Hermine verdrehte die Augen.
Draco sah hoch auf den Mistelzweig, den jemand aufgehängt hatte, und stieß Hermine leicht an, bis sie darunter stand. Sie blickte hoch und lachte und schlang ihre Arme um ihn und sie küssten sich zum Abschied, bis Pansy murmelte: „Besorgt euch ein Zimmer, bitte."
Anm. d. Autorin: Hermine zitiert ‚Warten auf die Barbaren' von Constantin P. Cafavy, ein Gedicht, das endet mit ‚Und nun, was sollen wir ohne Barbaren tun? / Diese Menschen waren immerhin eine Lösung.' Snape antwortet darauf mit einem Hinweis auf Dantes Inferno. Zieht daraus eure eigenen Schlüsse.
Vielen, vielen Dank an Irianna Marie. Sie hat ein Bild von Hermine in ihrem Weihnachtsballkleid gezeichnet (zu finden auf meinem Pinterest: www Punkt pinterest Punkt com / colubrina) (Anm. d. Übersetzerin: Wie immer, die Pinnwand enthält Bilder mit Spoilern. Absehbar ja, aber wer lieber im Dunkeln bleibt, der guckt sie sich erst nach dem letzten Kapitel an ;))
