So, meine Lieben, es ist wieder soweit: Der 1. Advent, offiziell hat die Weihnachtszeit jetzt begonnen. Und ich bin krank. Gibt es was SCHLIMMERES?! Ja ja, natürlich gibt es das. Trotzdem ...
Also, ich wünsche zumindest euch einen schönen 1. Advent und passend dazu ist das heutige Kapitel betitelt ... Komische Zufälle immer, oder? ;)
Ganz viele Plätzchen euch und viel Spaß!
Eure Grim ^-^

PS: Und da Weihnachten die Zeit des Gebens ist, einen herzlichen Dank an ...
LussaMEER
matzezing
Lilie XD
blondies
jelly bean 77
pepinoflummy19112003
alle anonymen Leser, Favoritensetzer, Empfehler und Reviewer (Klingt das nur in meinen Ohren komisch? ;D)
Und noch ein besonderes Danke an meine Betaleserin Piglet, die mir hoffentlich noch lange erhalten bleibt! :)

Gila: Entschuldige, dass ich dir auf die letzten Reviews nicht geantwortet habe – ich habe es im ganzen Schulstress ganz vergessen und dann war das Kapitel schon on, in dem ich antworten wollte! Aber jetzt hier. Danke erstmal wieder für die tollen Reviews und das große Lob. Ich hatte wirklich ein richtiges Cheshire-Cat-Grinsen im Gesicht! ;D Aus Muggel für Anfänger wird so schnell wohl nichts mehr. Ganz ehrlich? Mir kommen einfach zu wenig Reaktionen und ich stehe nicht so hinter der Geschichte, als dass ich weiter updaten möchte. Wenn du sie aber lesen willst, kannst du das auf meinen anderen Profilen tun. Da ich aber keine Links hierreinstellen kann, guck doch auf meinem Profil hier vorbei – da sind meine anderen Profile direkt verlinkt. LG und viel Spaß mit dem neuen Chapter!

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Fürchte dich nicht vor langsamen Veränderungen, fürchte dich vor dem Stillstand.

- aus Japan

Kopfschmerzen.

Ein Symptom, das normale Menschen oft nach einer langen Nacht mit zu wenig Schlaf haben. Ein Symptom, das er noch nie gehabt hatte. Doch als Draco an diesem Tag aufstand, war es anders. In seinem Schädel pochte es, was in ihm das Bild eines kleinen Männchens hochkommen ließ, das in seinem Hinterkopf fröhlich mit seinem Zauberstab alles piekte, was es finden konnte.

Mit einem Seufzen richtete er sich auf und blinzelte.

Am Fußende seines Bettes lag ein Haufen Geschenke – natürlich, es war der 25. Dezember.

Weihnachten.

Seine Gedanken wanderten zum gestrigen Abend und er musste schmunzeln. Nie hätte er gedacht, dass er sich tatsächlich bei Weaslette entschuldigen oder gar eine Art Friedensangebot annehmen würde. Es war auch nicht geplant gewesen, doch jetzt war er irgendwie erleichtert darüber. Und wenn er etwas mehr nachdachte, desto sicherer konnte er sagen, dass er seine Zeit mit Weaslette eigentlich nicht so unausstehlich fand, wie es zu Beginn des Schuljahres der Fall gewesen war. Das würde alles sicher um vieles einfacher machen.

Dass es möglicherweise auch vieles verkomplizieren würde, ignorierte er fürs Erste.

Mit einem Seufzer stand Draco vom Bett auf und machte sich daran, die Geschenke darauf genauer anzusehen. Ein sehr künstlerisch Verpacktes von Astoria und ein total Chaotisches von Blaise, einige von seiner Mutter und der Rest von Verwandten. Als Erstes nahm er Blaise' Geschenk zur Hand, da er sich davon die größte Welle an Nervenstrapazierung versprach, und er hatte nicht vor, am Weihnachtsmorgen schlecht gelaunt zu sein.

Guten Morgen, Draci!

Hier ist dein Geschenk – Alter, ich hoffe, dass du es benutzen wirst.

Für mich und alle, die dich jetzt ertragen sollen.

Blaise

PS: Erwürg mich jetzt bitte nicht. Zumindest, ohne vorher DAS HIER ausprobiert zu haben. Sonst muss auf meinem Grab stehen, dass ich vor meinem besten Freund ohne die Nutzung seines Zauberstabs krepiert bin. Und mal ehrlich: Wie langweilig wäre das denn?

Draco runzelte die Stirn und besah sich das längliche, kleine Päckchen misstrauisch. Schließlich riss er einfach wieder besseres Wissen das dunkelblau schillernde Geschenkpapier auseinander. Darunter kam eine kleine Schachtel zum Vorschein, auf der in goldenen Lettern stand: 'Dr. Basta's Zahnbürste für zahnzaubersauberhaften Mundgeruch!'.

„Danke, Blaise, das ist echt schmeichelhaft", grummelte er böse vor sich hin, bevor er die Schachtel achtlos aufs Bett warf und sich den anderen, weitaus erfreulicheren, Sachen zuwandte.
Von Astoria bekam er ein dickes Buch über die Sternbilder des Mittelalters und einen waldgrünen Schal, den sie darum gewickelt hatte. Eine Karte hatte sie wie immer nicht dazu getan, stattdessen einen so umfassenden Brief, dass sie ihm vom Lesestoff her das Buch überhaupt nicht hätte schicken müssen. Wahrscheinlich beinhaltete er aber nur eine endlos lange Beschwerde über Blaise.

Von seiner Mutter hingegen bekam er ebenfalls einige Bücher, aber auch eine große, etwas gruselige Statue aus Serpentin, bei der sich die betroffene Eule zu Tode geschleppt haben musste und Draco sofort beschloss, sie ganz tief in seinem Schrank zu verstauen. Narzissa machte öfter Reisen und immer kam sie mit der ein oder anderen Antiquität zurück – sie liebte Antiquitäten, was wohl die halbe Inneneinrichtung des Manors erklärte.

Lieber Draco,

ich hoffe, es geht dir gut. Das ist doch so, oder?

Ich habe von diesen Angriffen gehört – vergiss nicht: Ich lese den Tagespropheten immer noch!

Und ich bin wirklich sehr wütend auf dich! Was denkst du dir, dich nicht bei mir zu melden? Sag mir jetzt sofort, ob es dir gut geht, oder ich appariere nachhause und überzeuge mich selbst davon, egal, wie beschäftigt du gerade damit bist, meine Abwesenheit auszunutzen!

Mein Aufenthalt in Kanada wird noch einige Zeit dauern, wir sehen uns wohl erst im Sommer wieder. Ich wünschte, ich könnte früher zurück sein, doch unsere Partner sind schwer zu überzeugen.
Aber ich weiß, dass du gut auf dic
h achtgeben kannst. Das hoffe ich zumindest für dich und deinen Hintern, den ich dir andernfalls versohlen werde.

Pass auf dich auf.

Mutter

Seine Mutter … wenn sie wüsste, wo er gerade eigentlich war. Natürlich wusste sie aber von den Angriffen. Sie war zwar oft zurückhaltend und sehr leicht zu manipulieren, doch auch wenn sie auf einem anderen Kontinent war, informierte sie sich über alles, was gerade zu Hause geschah. So war sie nun einmal und er hätte vielleicht zuerst schreiben sollen, bevor sie davon hörte und Panik schob.

Rasch schrieb er ihr eine Antwort und legte sie auf das Fenstersims, um sie bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit abzuschicken. Anschließend machte er sein Bett und ging zu der schlichten, etwas sperrigen Truhe, die ihm die Hauselfen aus dem Manor zugeschickt hatten. Er zog sich an und bedachte den Ghul mit einer halb genervten, halb herablassenden Grimasse, da dieser ihn beleidigt anknurrte, als er ihm und seiner Ecke zu nahe kam.

Danach begab er sich auf den Weg durch das weihnachtlich geschmückte Haus nach unten. Als er den Wohnbereich betrat – der am schlimmsten von allen anderen Räumen mit Weihnachtsdeko vollgestopft war –, saßen bereits alle Weasleys am Frühstückstisch, um den es schon bedenklich eng wurde, denn selbst Muriel, die man am Tischende neben Mrs Weasley platziert hatte, war erschienen.

„Ah, guten Morgen, Draco. Fröhliche Weihnachten!", begrüßte Mrs Weasley ihn erfreut, als sie ihn sah, und winkte ihn zu sich.

Von den meisten anderen Versammelten kam ebenfalls etwas, das wie „Fröhliche Weihnachten" klang und mit einem steifen Nicken nahm er auf ihrer anderen Seite Platz, wobei er Weaslbes und Potters Starren ignorierte. Links von ihm saß Fleur und ihm gegenüber Tante Muriel.

„Wie geht es Ihnen? Ich hoffe, Sie haben gut geschlafen." Mrs Weasley lächelte ihn freundlich an und Draco konnte ihr deutlich ansehen, wie viel Mühe sie sich gab.

„Ja, es war alles Bestens, danke", erwiderte er, was sie verdutzt lächeln ließ.

„Wollen Sie vielleicht etwas Kaffee?", fragte sie.

„Nein, danke", schlug er ihr Angebot höflich aus und nahm sich eine Scheibe Weißbrot, die er mit wachsendem Hungergefühl mit Erdbeermarmelade bestrich.

Arthur Weasley schenkte sich auf der anderen Seite des Tisches Tee aus einer dampfenden Kanne nach. „Wie geht es Ihren Wunden, Draco?"

„Sie sind verheilt, ich spüre nichts mehr."

Sein Blick fiel auf Weaslette, die ihm von ihrem Platz zwischen Percy und Bill aufmerksam zuhörte. Seine Mundwinkel zuckten amüsiert, als er ihr zerknittertes Shirt und die unordentlichen Haare sah, die sie nachlässig zu einem Zopf geflochten hatte.

„Bist du sicher?", fragte Ron währenddessen enttäuscht und kassierte sofort einen Stoß in die Rippen, ausgeführt von niemand anderem als Granger, die nicht besonders begeistert von ihrem festen Freund zu sein schien. Im Gegenteil, sie schaute eher angesäuert drein.

Draco musterte sie überrascht, da sie eine der Letzten gewesen war, von denen er erwartet hatte, dass sie ihn verteidigen würden. Sie jedoch widmete sich nur unbeteiligt ihrem Rührei.

„Ich bin zwar nicht bewandert in Heilkunde, aber ich hatte vor einigen Jahren eine Freundin, Mrs Whortleburry, die im St. Mungos arbeitete. Sie hat mir von einigen Fällen berichtet, von denen sie sagte, sie wären unheimlich schnell genesen, andere jedoch…"

Muriel hatte noch fortfahren wollen, wurde jedoch von einem lauten Geräusch und einem darauf folgendem Klappern am Fenster abgelenkt.

Die Köpfe aller Anwesenden wandten sich in die Richtung und Draco erkannte vier Eulen, die mit ihren Schnäbeln ungeduldig gegen den Rahmen klackerten und sich auf dem Fenstersims nebeneinander quetschten. Eilig stand Bill auf und ließ sie herein.

„Guck mal, von wem die sind", sagte Mrs Weasley.

„Vielleicht ist es ja von Creevey."

Ron wandte sich verdrießlich an seine Schwester. „Oder von diesem mysteriösem Typen, mit dem du neulich in Hogsmeade warst."

Dracos Gesicht verfinsterte sich unisono mit ihrem, als er an Richard und seine bescheuerte Wette dachte. Inzwischen, nachdem er und Weaslette Frieden vereinbart hatten, sah er dafür, wie er mit der Gryffindor umgesprungen war, noch abfälliger auf ihn herab. Auch hier ignorierte er, dass er von der Idee anfangs begeistert gewesen war.

„Nein, das ist für mich", ließ Muriel verlauten und nahm zufrieden die beiden Päckchen entgegen, die die Eulen bei sich gehabt hatten, bevor sie wieder verschwanden. „Ich habe die Leute, die gerade gegen die Ungezieferplage in meinem Haus ankämpfen, gebeten, mir alle Sachen zuzuschicken, die sie retten können. Es wird noch einiges mehr kommen, vermute ich."
Kaum gesprochen rauschten noch weitere drei Eulen herein, allerdings mit sehr viel größeren Paketen – um genau zu sein kleinen Truhen, vielleicht vierzig Zentimeter hoch und dreißig breit.

„Muriel", sagte Mrs Weasley, in ihrer Miene spiegelte sich eine Mischung aus unguter Vorahnung und Ärgernis wider. Mit dieser Vorahnung (Professor Trelawney wäre stolz gewesen!) hatte sie recht, denn noch während der nächsten paar Minuten trafen zwei weitere Lieferungen ein.

„Ach je, was soll ich damit nur machen?", fragte sich die alte Dame, die sich, wie alle anderen, von ihrem Frühstück abgewandt hatte und das Chaos in der Küche abschätzig musterte.

Ein aufgeregtes Funkeln trat in die Augen Fleurs, als sie vorsichtig und mit kaum hörbarem, französischen Akzent vorschlug: „Vielleicht könnten wir uns das ja mal … zusammen ansehen und dann entscheiden?"

„Ah, das ist eine wirklich gute Idee. Kompliment, Französin!" Muriel klatschte lautlos in die Hände und machte Bill, Charlie und Weaslbe Beine, damit sie die Sachen zu den Sofas im Wohnbereich trugen.

Weaslette und ihre Schwägerin erhoben sich gleichzeitig, die Blicke begierig (und etwas beängstigend) auf die Truhen gerichtet. Sie waren schneller dort, als jemand hätte protestieren können.

„Na gut, ich denke, das Frühstück ist damit beendet …", resignierte Mrs Weasley und scheuchte die restlichen Versammelten davon. „Wenn Sie noch weiter frühstücken wollen, Draco, können Sie das natürlich machen", wandte sie sich dann aber noch an ihren Gast.
Der grinste und bedankte sich, während er den neidischen Gesichtsausdruck von Weasley genoss und nebenbei noch sein zweites Brot mit Käse belegte. Von seinem Platz an dem leeren Tisch beobachtete er mit viel Amüsement die Weasleys, wie sie sich über die Truhen hermachten oder interessiert zuschauend daneben standen. Ausgenommen von Mr Weasley, der nach draußen zu seinem Schuppen verschwunden war, und Charlie, der sich in einen Sessel geworfen und dieses Vieh von einem Kater auf seinen Schoß gehoben hatte, den Granger mit in den Fuchsbau geschleppt haben musste.

Mon Dieu … C'est mignon!", rief da Fleur aus und starrte in eine der Truhen. Sie hielt violetten Stoff in den Händen, der sich beim Herausholen als ein Rock entpuppte. „Das sind ja nur Kleidungsstücke, Muriel!"

„Natürlich, immerhin habe ich diesen Tölpeln angeordnet, sich zuerst um das Wichtigste zu kümmern."

„Ist das ein echtes Kollier?!"

„Allerdings, aber ich glaube kaum, dass es bei deiner knochigen Gestalt gut zur Geltung käme, Ginevra …"

„Tantchen Muriel, denkst du, du wirst diese kleinen Püppchen noch brauchen?"
„Es handelt sich dabei keineswegs um Püppchen, Fred, sondern um Matroschka. Sie stammen aus meinem zweimonatigen Russlandaufenthalt. Aber bitteschön, wenn ihr diesen Müll haben- Moment, was habt ihr eigentlich wieder damit vor?!"

„Muriel, dieses Lunaskop hier kannst du doch sicher entbehren, oder?"

„Aber Percy, ich wusste ja gar nicht, dass du auch eine romantische Ader hast!"
„Haha, bitte...! Muriel! Das kann ich doch … sehr gut, ähm … für meine Arbeit gebrauchen!"

Und so ging es die nächsten Minuten weiter, bis alle irgendwann nur noch ganz fasziniert von ihren Fundstücken in dem Gewühl saßen.

„Oh Merlin, das ist ja eine wunderschöne Murmelsammlung!", sagte Weaslette immer wieder, die ein Glas voller Murmeln verschiedener Farben und Muster begutachtete, als wäre es das Schönste, das sie je gesehen hatte.

Er musste grinsen, als er ihre weit aufgerissenen, kindlichen Augen bemerkte. Generell konnte er über das Gewirr der Weasleys nur staunen, wie sie sich streitend um die Schätze Muriels gedrängt hatten, darauf bedacht, alles mindestens einmal in den Händen zu haben oder ihrer Großtante mit großen Kinderaugen abzuschwatzen.

Weaslettes Starren wurde jetzt von einem entzückten Schrei Fleurs unterbrochen, die aufgesprungen war und in ihren blau lackierten Fingern gewinnend ein weißes Kleid hielt.

„Das ist doch nicht ein 'ochzeitskleid, oder?", flüsterte sie betont langsam, was Charlie auflachen ließ, der jedoch von Grangers Lehrerblick zum Schweigen gebracht wurde.

„Du hast nie erzählt, dass du mal verheiratet warst, Tante Muriel", sagte Weaslette verwundert, während Draco an ihnen vorbei ging und sich ebenfalls in einem Sessel niederließ, um das Chaos im Gewühl besser überblicken zu können. Nun konnte auch er das Kleid richtig sehen – es war aus schlichtem, musterlosem Stoff gefertigt, trägerlos, mit einem blassblauem Band tailliert und einem weitfallendem Rocksaum.

„War ich auch nicht, ich bitte dich! Es ist das Kleid meiner Schwester, eurer Großtante Maggie. Die liebe Maggie … Ach, sie war wirklich ein dummes Ding, als sie nach dem Tod eures Großonkels Charles noch einmal geheiratet hat … Wisst ihr, ich mochte Thomas wirklich nie, deshalb kann ich es kaum bedauern, dass er ein Jahr später an einem Herzinfarkt gestorben ist. Ich sage es euch: Die liebe Maggie ist daran zu Grunde gegangen!"

Dramatisch griff sie sich ans Herz und setzte sich auf das Sofa.

„Es ist wunderschön!", meinte Fleur unbeeindruckt und bekam ein zustimmendes Nicken Bills. „Nur etwas klein, eure Tante war wohl wirklisch eine Weasley. 'ermine", mit einem schalkhaften Lächeln sah sie zu der Braunhaarigen, „willst du es mal anprobieren?"

„Was?" Granger wäre vermutlich aus den Schuhen gekippt, hätte sie welche angehabt. Die Reaktion des Wiesels war noch amüsanter: Seine Augen übten sich darin, den Umfang von Tellern zu übertrumpfen.

S'il te plaît, 'ermine! Muriel 'at sischer nischts dagegen."

„Bitte …", zog sie das Wort gekünstelt in die Länge, „ich brauche diese alten Sachen nicht mehr! Ihr könnt sie euch gerne nehmen – aber Finger weg von meiner Murmelsammlung, Ginevra!"

„Na gut, wenn es dir wirklich nichts ausmacht, Muriel …", meinte die Gryffindor zögernd und ließ sich von Fleur in Richtung Treppe drängen, gefolgt von einer belustigt grinsenden Weaslette. Und schon waren die Mädchen verschwunden.

Fred und George sahen indessen ihren jüngeren Bruder mit offensichtlichen Absichten an.

„Sag mal, Ronnie, müssen wir etwas wissen, was du uns vielleicht ..."

„… nur zufällig und ganz unabsichtlich …"

„… vergessen hast du erzählen?"
Weasley wirkte, als würde er jeden Moment in Ohnmacht fallen. „Ich – ihr – nein!"

ooooo

„'alt still, 'ermine! Isch muss das doch erst rischtisch zumachen", stöhnte Fleur genervt auf und zwang Hermine stehen zu bleiben.

„Aber es ist so eng", meinte diese kritisch. „Am Ende machen wir es noch kaputt … Was denkst du, Ginny?" Da sie sich ja nicht bewegen sollte, sah sie nur aus den Augenwinkeln zu ihrer Freundin.

„Na jaaa …", sagte Ginny und betrachtete die Ältere berechnend. Das Kleid saß tatsächlich etwas eng, das bemerkte man besonders daran, dass sie die Luft anhalten musste und Fleur schon eine geraume Zeit am Verschluss herumwerkelte. „Ich denke schon, dass du da hineinpassen könntest, allerdings ist es definitiv etwas … na ja, würdest du wirklich beabsichtigen, darin zu heiraten, würdest du vermutlich auf dem Weg zum Altar krepieren und auf anderen Wegen einer Zeremonie beiwohnen – allerdings eher unter der Erde, als darauf."

Hermine nickte bedächtig. „Du hast vollkommen Recht. Außerdem steht mir die Farbe auch nicht besonders …"

„Das stimmt tatsächlisch, warme Farbnuancen passen serr viel besser zu dir", murmelte Fleur, die den Versuch, die Gryffindor in das Kleid zu zwängen, aufgegeben hatte, und nun prüfend einmal um sie herumging. „Man bräuchte etwas, das nicht so kalt ist … Möglischerweise ein wärmeres Weiß mit roten Musterungen … Oder Violett?"

„Jedenfalls passt es mir nicht. Außerdem habe ich ja eh nicht vor, in naher Zukunft zu heiraten …"

„Ah, da würde isch mir keine Gedanken machen, 'ermine. Schade nur, dass Ron disch nischt sehen wird …"

Ein Grinsen schlich sich über Ginnys Gesicht, als sie beobachtete, wie Hermine verlegen den Blick zu Boden richtete und sich darauf konzentrierte, so ruhig zu stehen, dass Fleur ohne Probleme das Kleid wieder öffnen konnte. Kurz herrschte Stille, bis sie wieder ihre normalen Sachen anziehen konnte und das „robe de mariée", wie Fleur es nannte, wieder auf dem Bett der Mädchen lag. Mit einer nachdenklichen Miene musterte Ginnys Schwägerin es.

„Es ist wirklisch zu schade … Wenn wir es Muriel jetzt zurückgeben, wird sie es kaum sobald wieder 'erausrücken." Fleur drehte sich zu den beiden anderen, die sich nebeneinander auf das gemütliche Sofa gelümmelt hatten, auf dem Ginny während Muriels Aufenthalt schlief.

„Ja", pflichtete ihr Ginny bei und streckte sich. „Es ist wirklich schade. Aber sonst gibt es hier ja niemanden, der in Frage käme."
„Hey!", sagte Hermine und sah sie beleidigt an. „Ich habe nie behauptet, dass Ron und ich… Moment mal! Du könntest das Ding genauso gut einmal anprobieren! Wieso sollte nur ich das machen müssen?"

„ICH?", platzte es aus Ginny heraus, deren Mund aus irgendwelchen Gründen nicht mehr zugehen wollte.

Oui … Wieso sind wir da nischt früher draufgekommen? Ginny, es würde an dir sischer fantastique aussehen!"

„Also, ich …"

Doch gesagt, getan. Kurz darauf stand Ginny an Hermines Stelle, während die anderen um sie herum gingen und mit neuem Elan ihr Werk begutachteten. Protestieren hatte nichts gebracht.

„Es … passt dir wirklich gut!", sagte Hermine bewundernd.

„Isch denke auch! Ich 'atte disch eigentlich für einen dunkleren Farbtyp ge'alten, aber es ist wirklisch 'übsch. Guck es dir einmal an!"

Ginny runzelte argwöhnisch die Stirn, drehte sich aber schließlich zum Spiegel.

„Es sieht wirklich … gut aus", gab sie verwundert zu und drehte sich, um das Kleid bestaunen zu können.

Das Weiß war nicht zu grell, sodass es ihre Haut leichenblass wirken ließ, und weder das Band an ihrer Taille, noch die Tatsache, dass es ein trägerloses Kleid war, ließen sie knochig erscheinen. Ganz im Gegenteil passte es sich gut an ihren Körper an und ließ ihre Sommersprossen auch nicht zu stark auffallen.

„'abe isch es dir nischt gesagt?" Fleur grinste zufrieden und tätschelte ihr die Schulter, als sie sich scheinheilig lächelnd vorbeugte. „Und, was denkst du: Willst du es den anderen vorführen?"

Ginny begann sofort am Verschluss herumzufummeln. „Nein!"

„Oh, komm schon, du siehst niedlisch aus!"

„Nein", sagte sie nochmals entschieden und war schon überzeugt, dass es sich damit hatte, da Fleur mit einem theatralischem Seufzen auf dem Sofa Platz nahm, doch sie hatte sich zu früh gefreut. Ein Klopfen an der Tür ließ alle zusammenschrecken, als Hermine schon zu Ginny getreten war, um ihr ihre Hilfe anzubieten.

„Mädchen, ich habe nicht den ganzen Tag Zeit! Seid ihr fertig mit dem Anprobieren?", ertönte Muriel, eindeutig genervt. Das konnte man allein daran erahnen, dass sie sich eigens die Treppen hinauf begeben hatte – und das mit ihren 'hundertacht Jahren'.

„Ja, sind wir!", sagte Fleur und stand auf, um ihr die Tür zu öffnen.

Tante Muriel trat ein – und hinter ihr der gesamte Weasley-Clan. Die drei Mädchen starrten überrascht auf den Haufen, der sich in den engen Flur und zum Teil auf die Treppe gedrängt hatte, ganz vorne Muriel, Ron und Molly, alle drei mit zuerst enttäuschten Mienen. Als Molly dann aber ihre Tochter statt Hermines in dem Kleid sah, jauchzte sie entzückt auf und studierte sie von allen Seiten ganz genau.

„Schluckende Wasserspeier, Ginny!", platzte es aus ihrem Vater heraus, während ihre Brüder allesamt eine etwas erstaunte Miene zogen.

„Du siehst irgendwie älter da drin aus …", meinte Percy verwirrt.

„Nicht schlecht, Gin", sagte währenddessen Charlie anerkennend.

„Merlin, Ginny, zieh das wieder aus!", kam es von Ron, der sie anstarrte, als würde er sie innerlich schon vor dem Traualtar stehen sehen.

Ginny knirschte verdrossen mit den Zähnen, als sie bemerkte, wie eine peinlich berührte Röte in ihre Wangen schoss. Das würde sie sich vermutlich die nächsten Jahre noch von ihrer Familie anhören müssen! Sie sah von einem zum anderen, bis sie schließlich bei einem ganz anderen Augenpaar ankam.

Es war, als würde ein Blitz durch sie hindurchfahren.

Malfoy. Er musterte sie so, dass sie sich von seiner Miene nicht mehr losreißen konnte. Von seinen brennenden Augen, die langsam von ihren nackten Füßen aufwärts bis zu ihrer Taille glitten. Weiter über ihre Brust, über ihre Schultern. Und letzten Endes bei ihren Augen verharrten.

Überall, wo sein Blick sie streifte, schien ihre Haut in Flammen zu stehen.

Dieser Blick …

Es war ein Ausdruck, den sie nicht ganz definieren konnte. Irgendwie überrascht und gleichzeitig abwesend, als wüsste er nicht so recht, was er selbst denken sollte. Oder als wäre er darüber schockiert, was er wirklich dachte.

Er wandte sich ruckartig ab.

Erleichtert atmete sie aus. Hatte sie gerade etwa die Luft angehalten? Nein, ganz bestimmt nicht. Und diese Sache eben hatte sie sich vermutlich auch nur eingebildet.

Vermutlich.