Kapitel IV
Pierre beobachtete das ganze Spektakel, während er genüsslich seinen Kaffee trank. Er hielt es für besser, sich aus der ganzen Sache rauszuhalten; Maya würde ihm das sicher noch erzählen. Doch als er Rons Kommentar hörte, sprang er auf, um dem Rothaarigen endlich mal die Meinung zu geigen, doch ein blondhaariger, junger Mann hielt ihn auf: „Miss Granger regelt das schon, deiner Freundin wird nichts passieren."
Er lächelte Pierre an, welcher keinen Ton rausbrachte, da er nur einen Gedanken im Kopf hatte: Das ist der gutaussehende Blondie aus dem Hogwarts-Express!
„Ich bin übrigens David Peterson, Schülersprecher, also falls du ein Anliegen hast, dann komm bei mir vorbei. Meistens bin ich beim Quidditch-Feld zu finden.", er zwinkerte Pierre zu und ging ebenfalls in Richtung der Flügeltüren.
Pierre stand immer noch wie erstarrt da und schaute David mit offenem Mund nach, er konnte es einfach nicht fassen.
„Ach ja, der David.", hörte Pierre Gina sagen, was ihn aus seinen Gedanken riss. Er setzte sich wieder sah und Ginas grinsendes Gesicht.
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Maya wusste gar nicht wie ihr geschah, als Hermine sie aus der großen Halle zog und ehe Maya sich versah, stand sie mit Hermine vor einer kleinen, aber irgendwie doch riesigen Holzhütte. Hermine klopfte und Maya sah, wie sie sich Tränen aus den Augen wischte, Mayas Hand immer noch festhaltend.
Die große Holztür mit der verkupferten Klinke ging auf und ein Halbriese mit langem, schwarzen Haar und ebenso langem, schwarzen Bart öffnete verwundert die Tür und da stürzte Hermine ihm auch schon in die Arme.
„Hey Mine, was ist denn los? Ich habe dich schon lange nicht mehr so aufgebracht gesehen… Das letzte Mal als Malfoy dich Schlammblut nannte… Das ist Jahre her…", gab der Halbriese mit dem dicken Bauch von sich als er seine riesigen Hände schützend um Hermine legte.
Maya fühlte sich ziemlich überflüssig in dieser Szene und wusste nicht so recht, was sie machen sollte. Gerade als Maya sich so langsam auf den Rückweg machen wollte, löste sich Hermine von dem Halbriesen.
„Wer ist denn diese junge Dame?", fragte der Halbriese mit einer sehr tiefen, brummigen Stimme.
Maya wollte gerade den Mund aufmachen als Hermine für sie antwortete: „Das ist Maya-Amélie Dupont und der Grund, wieso mich Ronald mal wieder zur Weißglut getrieben hat!"
Der Halbriese wandte sich an Maya: „ Nett dich kennenzulernen, Maya, ich bin Rubeus Hagrid, nenn mich ruhig Hagrid. Wollt ihr vielleicht rein kommen und mir alles in Ruhe erzählen, bei einer Tasse Pfefferminztee?"
Hermine sah Maya fragend an und Maya nickte. Hagrid bat die beiden herein und wies auf den großen, runden Tisch in der Mitte der Hütte. Maya setzte sich auf einen der großen Stühle und ließ ihre Beine baumeln, sie war schon gewohnt auf solchen Stühlen zu sitzen, durch den Tee bei Madame Maxime, ihrer ehemaligen Schulleiterin. Wenn sie daran dachte, wurde sie ein wenig traurig.
Hermine nahm neben Maya platz, doch würden zwischen die beiden noch drei weitere Leute passen. Es sind eben andere Größenverhältnisse bei Halbriesen, dachte sich Maya.
„Nun dann erzähl doch mal, Mine, am besten ganz von vorn.", sagte Hagrid ruhig, als er den beiden Hexen und sich selbst einen Pfefferminztee eingoss.
Hermine erzählte wie Maya und sie auf dem Bahnsteig zusammengestoßen sind und von dem sprechenden Hut. Sie erzählte wie Ginny Maya ansprach und die beiden sich auf Anhieb gut verstanden. Sie erzählte, dass McGonagall Hermine gebeten hat, Maya zu unterstützen. Hermine erzählte, dass sich Ron und Harry verspätet haben und vom heutigen Morgen. Und schließlich von Rons Auftritt und ihrer Wut über sein Verhalten.
Gerade als Hermine eine Schluck Pfefferminztee nahm, guckte der Kopf eines Hippogreifes durch das offene Fenster der Hütte.
„Guten Morgen, Seidenschnabel.", sagte Hagrid und warf ihm ein totes Frettchen zu. Seidenschnabel fing es und fraß es in vier großen Bissen auf. Er machte ein dankbares Gurren und schaute mit schrägem Kopf Maya an.
Maya musste lächeln, stand auf und ging durch die Tür nach draußen. Sie ging einmal um die Holzhütte herum und auf Seidenschnabel zu. Hagrid und Hermine stürzten gleichzeitig zum offenen Fenster, von dem Seidenschnabel sich gerade weggedreht hatte. Hagrid wollte gerade rufen, dass sie sich doch in Acht nehmen soll und bloß von ihm weggehen soll, da bot sich Hermine und Hagrid ein ungewöhnlicher Anblick:
Maya ging langsam aber zielsicher auf Seidenschnabel zu und blieb zwei Meter vor ihm stehen. Sie schaute ihm für einen Augenblick zu lange in die Augen und verbeugte sich schließlich. Seidenschnabel beobachtete aufmerksam ihre Handlung mit schief gelegtem Kopf und verbeugte sich schließlich ebenfalls. Maya kam aus ihrer Verbeugung hoch, streckte ihre linke Hand aus und sah ihm in die Augen. Seidenschnabel ging auf sie zu und schmiegte sich mit seinem Kopf in ihre Hand. Nun schloss Maya die Lücke zwischen ihnen und ging ihm ein Stück entgegen, woraufhin sich der Hippogreif mit seinem Kopf an ihre Brust schmiegte und sich von ihr den Hals kraulen lies.
Hermine und Hagrid waren so sprachlos, dass sie mit offenem Mund da standen und dem Treiben der beiden zusahen. Nach einigen Minuten brach Hagrid das schweigen: „Mine, so etwas habe ich noch nie gesehen, sie sah ihm vorher in die Augen und er war ganz ruhig… Das… Das ist unglaublich! Sie ist eine sehr talentierte, junge Hexe. Da hast du eine gute Wahl getroffen." Er wandte sich vom Fenster ab und ging zu Maya und Seidenschnabel nach draußen.
„Da hast du eine gute Wahl getroffen."-Was meinte Hagrid damit? Hermine fühlte sich unsicher und das war sie nur eine Handvoll Male in ihrem Leben gewesen. Zudem beschloss sie, Maya auf die Sache mit Seidenschnabel anzusprechen, wenn sich die Gelegenheit bot.
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Ron saß auf der Gryffindor-Tribüne und schaute dem Gryffindor-Team beim Quidditch-Training zu. Irgendwas passte ihm ganz und gar nicht an dieser Maya! Wahrscheinlich, weil Hermine so ein Glitzern in den Augen hatte, wenn sie über sie redete, dabei kannten die beiden sich gerade einmal eineinhalb Tage...! Aber wenn diese Maya wirklich in der Zeitung stand, wusste Hermine das natürlich wieder als erste… Sie passte ihm nicht und fertig! Er machte ein abfälliges Grunzen und sah, dass Harry und Ginny die Tribüne hoch kamen.
„Hier bist du ja! Wir suchen dich schon seit du heute Morgen nach Hermine und Maya abgedampft bist!", Ginny war sichtlich sauer.
„Wieso, wie spät ist es denn jetzt?", fragte Ron ziemlich genervt von Ginnys Anfuhr.
„ Drei Uhr Nachmittags!", langsam ging Ginny die Art ihres Bruders auf den Geist. „Maya hat dir nichts getan! Findest du es recht, sie so dermaßen anzupflaumen nachdem du sie gerade mal drei Minuten kanntest?!"
Ron sprang auf und ging auf seine Schwester zu: „Glaubst du, ich muss mir von so einer die Freundschaft mit Hermine kaputt machen lassen? Ich sehe doch, dass die sich dazwischen drängen will!"
Ginny wollte gerade zu einer weiteren Anfuhr ansetzten, als Harry sie mit einer Armbewegung zurück hielt, „Ron, ich denke nicht, dass Maya sich dazwischen drängen will. Es ist wie Hermine gesagt hat: Sie kommt aus Frankreich und braucht jemanden, der sie ein bisschen bei den Hausaufgaben unterstützt und da hat McGonagall an Hermine gedacht und diese hat zugestimmt. Zudem hat Ginny Maya zu den beiden an den Tisch geholt, weil Maya ziemlich überfordert aussah.
Und im Übrigen finde ich, dass Maya sehr nett wirkt auf den ersten Blick und mit Sicherheit nicht die Absicht hat, sich zwischen irgendjemanden drängen zu wollen."
Ruhig und besonnen, nicht so temperamentvoll wie wir, dachte Ginny und nahm die Hand ihres Freundes.
„Sie passt mir trotzdem nicht! Und ich finde, dass sie nicht gut ist für Hermine!", entgegnete Ron trotzig.
„Ron, du kannst gar nicht sagen ob sie gut für Hermine ist oder nicht, das kann man nicht innerhalb von drei Minuten entscheiden! Nur weil du immer noch Gefühle für sie hast, heißt es nicht, dass sie keine neuen Freunde kennenlernen darf!", erwiderte Ginny.
„Wir wissen alle drei, dass das keine Freundschaft zwischen den beiden ist! Habt ihr das Glänzen in ihren Augen nicht gesehen?!", sagte Ron aufgebracht und ging die Tribüne hinunter.
„Er hat Recht, Gin…", sagte Harry als Ron außer Hörweite war.
„Ich weiß, aber trotzdem ist das kein Grund, Maya so anzupflaumen. Er hat seine Chance bei Hermine vertan und vielleicht traut sie sich bei Maya ja endlich… Ich meine, sie hat ja ein Fable für Schülerinnen von Beauxbaton…", Ginny musste bei dem Gedanken an das Trimagische Turnier grinsen.
„Ja, da hast du recht.", Harry musste ebenfalls grinsen.
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Maya spürte den kalten Stein unter ihren Füßen und an ihren Händen. Der erste Pfiff und all ihre Muskeln spannten sich an. Der zweite Pfiff und Maya drückte sich mit all ihrer Kraft ab. Dann spürte sie das kalte Wasser, welches sich um ihren Körper schmiegte. Sie musste lächeln, das Wasser ließ sie sich heimisch fühlen; In Beauxbaton war sie eine der besten Schwimmerinnen gewesen und fast hätte sie es in das Turnier um den Trischulischen Schwimmpokal geschafft.
Maya glitt an die Oberfläche und neigte ihren Kopf zur linken Seite um einen Atemzug zu machen. Ihre Beine bewegten sich schnell und stetig in abwechselnder Reihenfolge auf und ab. Sie hob den linken Arm und begann zu kraulen - sie wusste, dass sie in Bestform war und freute sich, endlich wieder einen kleinen Wettkampf schwimmen zu können.
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Hermine stand am Rande des Schwimmbeckens und schaute zu wie Maya und Gina Benson um die Wette schwammen. Sie war fasziniert von der Körperbeherrschung die Maya hatte und der Geschmeidigkeit, mit der sie sich an das Wasser anschmiegte. Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen und es wurde spannend. Die umher stehenden Schüler feuerten Gina an, aber auch Maya hatte schon ein paar Fans, vor allem aber ihren besten Freund, der direkt neben Hermine sich die Seele aus dem Leib zu schreien schien. Auch David Peterson war da und feuerte Maya an, sowie ein paar kleine Mädchen die Maya zu bewundern schienen.
Maya und Gina kamen auf die letzten fünf Meter und die Schüler tobten. Hermine sah, wie Maya ihr zu lächelte für einen kurzen Augenblick und schwamm noch schneller als zuvor und schlug als Erste an. Pierre freute sich so sehr, dass David ihn festhalten musste, damit er nicht ins Wasser fiel, was Hermine ein wenig schmunzeln lies.
Gina und Maya gaben sich die Hand und besprachen kurz etwas, dann drehte sich Maya um und ging auf Hermine, Pierre und David zu. Hermine hielt Maya ein Handtuch auf, da es doch ziemlich kalt war draußen und Maya nahm dies danken an, „Ich bin offiziell Mitglied im Schwimmteam von Hogwarts!"
„Glückwunsch! Ich hab es dir doch gesagt!", Pierre sprang ihr in die Arme.
„Herzlichen Glückwunsch!", sagte Hermine und nahm sie in die Arme, „ Komm, wir stecken dich erst mal in was Warmes und dann gehen wir zum Abendbrot."
Maya nickte und folgte Hermine. Morgen würde die Schule losgehen und sie war schon ein wenig nervös. Gestern, nachdem Hermine mit ihr bei Hagrid war, zeigte sie ihr den Campus und auch die Hauselfen in der Küche waren sie besuchen. Zudem haben sie mit Ginny und Harry abends einen Spaziergang durch Hogsmead gemacht und Maya ist schließlich todmüde ins Bett gefallen.
Sie war froh, dass Hermine sich so um sie kümmerte, das lies sie sich gleich ein wenig heimischer fühlen. Sie schloss zu Hermine auf und lächelte sie an, während sie in Richtung Schloss gingen.
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Pierre sah die beiden Hexen Richtung Schloss gehen und wandte sich wieder Gina zu: „Ich hab's dir doch gesagt!"
„Ja sie ist echt gut, ich hab die Wette verloren, also zahle ich.", Gina warf sich ein Handtuch um.
Pierre grinste und die beiden machten sich ebenfalls auf den Weg in Richtung Schloss.
„Ich gehe mich schnell umziehen und dann treffen wir uns in zehn Minuten vor der Großen Halle. Dann gehen wir ins Drei Besen und du bekommst dein Butterbier, okay?", sagte Gina mit einem Lächeln.
„Okay", sagte Pierre und machte es sich auf der Marmortreppe vor der Großen Halle bequem, während Gina Richtung Gryffindor-Trakt ging.
