Maya, Hermine, Ginny, Harry, Pierre und David saßen gerade beim Mittagessen als die Post eingeflogen kam.
„Oh! Ich habe Post von meinen Mädels und von Maman und Papa!", sagte Maya erfreut.
„Meine Eltern haben sich einen Hund gekauft, mit der Begründung, die brauchen etwas um das sie sich kümmern können, weil ich ja schließlich nicht mehr da bin...", Pierre zog die Augenbraue hoch und unwillkürlich musste die Gruppe grinsen.
„Mum und Dad waren im Urlaub, zwei Monate... Immerhin haben sie mir Bilder geschickt und eine Karte geschrieben.", Hermine zeigte erst Ginny die Bilder und dann gingen sie durch die Gruppe.
„Dubai?!", Pierre starrte mit offenem Mund zu Hermine.
„Ja, so ist das jedes Jahr, gewöhn' dich dran.", sagte Ginny mit einem Grinsen im Gesicht.
„Maya, wieso steht auf dem Absender: Pia Remie?", fragte Pierre ungläubig.
„Naja, ich denke, weil sie mir einen Brief geschrieben hat.", erwiderte Maya trocken.
„Will sie sich entschuldigen, dafür, dass sie sich drei Jahre lang nicht gemeldet hat oder was? Auf ihre Ausrede bin ich echt mal so was von gespannt!", Pierre wurde ziemlich wütend.
„Beruhig' dich, Hase, ich werde ihr ja nicht gleich wieder um den Hals fallen...", sagte Maya, in der Hoffnung, Pierre beruhigen zu können.
„Das hoffe ich für dich und für sie, sonst gibt es Tote!", antwortete Pierre immer noch wütend, „Du weißt, wie sehr sie dich verletzt hat und ich will nicht, dass das wieder passiert..."
„Ich weiß, aber lass mich ihren Brief doch erst mal lesen.", Maya legte ihre Hand auf seine Schulter, um ihn zu beruhigen.
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„Hast du das verstanden?", fragte Hermine sanft mit einem Lächeln.
„Ja, danke! Das hat mir echt Sorgen bereitet.", entgegnete Maya erleichtert und klappte Lehre der Runen-Sekundarstufe 2 zu.
Hermine und Maya unterhielten sich noch eine ganze Weile, bevor Maya sich verabschiedete. Sie nahm ihre Sachen und ging zur Tür.
„Maya, du hast deinen Brief hier liegen gelassen!", sagte Hermine bevor Maya aus der Tür trat.
„Oh, danke.", Maya nahm den Brief entgegen und sah auf die verschnörkelte Schrift Pia Remie. Wie erstarrt stand sie in der geöffneten Tür und sah auf den Brief.
„Alles in Ordnung?", Hermines Stimme riss Maya aus ihrer Trance.
„Ja, es ist nur... Ich bin mir nicht sicher, ob ich das lesen möchte, ich habe lange gebraucht, um damit abzuschließen und möchte nicht, dass das alles wieder aufwirbelt.", Maya wirkte abwesend.
„Nimm dir die Zeit, die du brauchst und wenn du reden möchtest, dann bin ich für dich da.", erwiderte Hermine mit einem Lächeln, bevor Maya aus der Tür ging. Was mache ich nur...dachte Hermine, als sie daran dachte, wie sie Maya fast geküsst hätte.
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Als Maya aus dem klaren Wasser auftauchte, sah sie in das grinsende Gesicht von Gina.
„Miss Dupont, ich darf gratulieren, Sie haben eine neue Bestzeit! Und ganz nebenbei den Schulrekord gebrochen, welcher ganz nebenbei meiner war."
„Oh, das tut mir leid...", sagte Maya, noch etwas ausgepowert.
„Dafür musst du dich nun wirklich nicht entschuldigen...", Gina gab Maya ein Handtuch, als sie aus dem Wasser kam und von links und rechts kamen Glückwünsche zur neuen Bestzeit.
„So Mädels, Schluss für heute, geht duschen! Ach Maya, kann ich dich noch mal für einen Moment hier behalten?!", sagte Gina in die Gruppe.
„Klar!", entgegnete Maya mit einem Grinsen.
Als die anderen Mädels aus der Hausmannschaft in den Duschen waren, richtete sich Gina an Maya: „Hast du heute Abend schon was vor?"
„Nein, eigentlich nicht, wieso?", fragte Maya etwas verwirrt, da Gina unsicher wirkte.
„Ich dachte, wir beide gehen heute Abend was trinken?", erwiderte Gina mit einem unsicheren Lächeln.
„Also ein Date?!", sagte Maya und musste grinsen.
„Ja...", Gina musste ebenfalls grinsen.
„Gut, um acht im Gemeinschaftsraum?"
„Alles klar!", sagte Gina erfreut und die Beiden gingen in Richtung Duschen.
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Als Maya gerade ihre Tasche aus dem Spind nahm, fiel der Brief aus ihrer Tasche, direkt vor ihre Füße. Langsam beugte sie sich vor und hob ihn auf. Wieder einmal starrte sie auf die verschnörkelte Schrift. Ihr Herz schlug schneller und ihre Hände wurden zittrig. Mit dem Brief in der Hand ging sie aus der Trainingshalle runter zum See. Die Sonne ging gerade unter und Maya setzte sich an den Rand des Sees in das Gras. Sie drehte den Briefumschlag um und starrte auf den Namen. Pia Remie. Langsam öffnete sie den Umschlag und holte einen Brief raus, ein Foto fiel im selben Moment in das Gras und Maya nahm es in die Hand. Es zeigte eine braunhaarige, junge Frau, die einer dunkelrotharrigen Frau einen Kuss auf die Wange gab. Unwillkürlich musste Maya lächeln und gleichzeitig stiegen ihr Tränen in die Augen. Oh Pia…Das kommt drei Jahre zu spät… Maya faltete das Papier auseinander und fing an zu lesen.
Als Maya fertig war mit lesen, tropfte eine Träne auf das Pergament in ihrer Hand und dann noch eine und noch eine. Lautlos.
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„Hat einer von euch Maya gesehen?", fragte Hermine etwas besorgt in die alt bekannte Runde.
„Nein, zuletzt heute beim Training.", antwortete Gina die hinter Hermine auftauchte, ebenfalls besorgt.
„Ich werde sie suchen gehen!", sagte Hermine entschlossen und erhob sich.
„Gut, ich warte im Gemeinschaftsraum falls sie dort auftaucht.", entgegnete Gina.
Hermine ging zuerst zum großen See, in der Hoffnung hier etwas zu finden, was darauf hinweist, wo Maya sein könnte. Es war schon dunkel als Hermine am großen See eintraf und langsam ans Ufer runter ging. Recht weit unten sah sie einen Umriss im Gras sitzen, der nach vorn gebeugt kauerte.
„Maya?", fragte Hermine vorsichtig.
„Tut mir Leid… Sag Gina, ich schaffe es heute nicht.", sagte Maya mit verweinten Augen bevor sie disapparierte.
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Hermine stand einige Sekunden wie erstarrt da, ehe sie realisierte was gerade geschehen war. Sie schaute auf die Stelle an der vor einigen Sekunden noch Maya stand, als ihr ein Blatt Pergament im Gras auffiel. Sie ging darauf zu und hob es auf, zusammen mit einem Foto was neben dem Blatt Pergament lag. Darauf war Maya und eine dunkelrothaarige Frau zu sehen. Maya gab ihr einen Kuss auf die Wange. Hermine nahm das Pergament, faltete es auseinander und fing an zu lesen.
Als sie fertig war, wusste sie nicht was sie tun sollte. Sie hatte so viele Fragen an Maya und aus einem ihr unerklärbaren Grund stiegen Hermine Tränen in die Augen. Plötzlich fiel ihr wieder ein, dass Maya sie gebeten hatte, Gina bescheid zu sagen, dass sie es nicht schaffe. Hermine wischte sich die Träne von der Wange und machte sich auf den Weg zurück in den Gemeinschaftsraum.
Als sie dort angekommen war, schaute sie in die besorgten Gesichter von Gina und Ginny.
„Ich soll dir sagen, dass Maya es heute nicht schafft und es ihr leid tut.", sagte Hermine mit schwacher Stimme an Gina gewandt.
„Oh... Okay, danke Hermine...", Gina ging mit geknickter Haltung in Richtung der Mädchenschlafsäle.
„Bevor du fragst: Maya und Gina hatten für heute eine Verabredung im Drei Besen.", entgegnete Ginny und hakte sich bei der älteren Hexe ein.
„Oh...", zu mehr war Hermine nicht Stande als sie mit Ginny die Wendeltreppe des Schulsprecherturmes empor stieg.
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Zwei Wochen waren vergangen seit dem Vorfall am See. Hermine gab Maya den Brief wieder und Maya erzählte ihr die ganze Geschichte von Pia und sich. Hermine hörte aufmerksam zu und verstand immer mehr Mayas Handlung am See. Es war schnell wieder alles beim Alten: Hermine und Maya gingen ihren Nachhilfestunden nach, Gina war wieder gut gelaunt und nahm kein Blatt vor den Mund und Maya war sichtlich erleichtert, dass der Vorfall am See nichts zwischen ihr und ihren neuen Freunden geändert hatte.
„Hey Maya, wo geht's für dich hin in den Weihnachtsferien?", fragte Harry zwischen Kürbispastete und gebratener Ente.
„Ich besuche meine Oma, die in der Nähe von London wohnt. Da wir jetzt in London wohnen hat es sich angeboten, sie mal wieder zu besuchen zu Weihnachten.", sagte Maya mit einem fröhlichen Lächeln.
„Oh, wie schön!", sagte Ginny und lächelte zurück, „Harry, Ron und ich sind im Fuchsbau und es ist Tradition, dass wir uns in der letzten Ferienwoche alle bei uns einfinden und genießen, Hermine, du kannst doch Maya mitbringen wenn du aus London kommst, oder?"
„Ja klar! Vorausgesetzt, Maya möchte das überhaupt.", fragte Hermine, mindestens genauso überdreht wie Ginny es ist.
„Gerne!", Maya sah in die strahlenden Gesichter von Ginny und Hermine.
Eine blonde Hexe unterbrach die Freunde: „Hey Maya, ich soll dir das hier von Gina geben!". Mit einem Augenzwinkern ging sie weiter.
Maya faltete das kleine Stück Pergament auseinander und las:
Heute Abend um acht vor dem Gryffindor Gemeinschaftsraum.
-G
Maya lächelte verschmitzt und Ginny lächelte in sich hinein und sah, wie sich ein Gefühl auf Hermine Jean Grangers Gesicht breit machte, welches Ginny zuletzt beim trimagischen Turnier sah. Eifersucht.
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„Guten Morgen!", schallte Professor Osbirns Stimme durch den Kerker, als er an die Tafel ging.
„Super gelaunt unsere Diva…", hauchte Gina in Mayas Ohr und beide konnten sich ein Grinsen nicht verkneifen.
„Wir haben heute einen Gast!", er winkte eine junge Hexe an seine Seite und Maya sah in das makellose Gesicht von Hermine. „Miss Granger wird Ihnen heute, zusammen mit mir, etwas über die Schulter schauen. Den Trank den wir heute brauen ist komplizierter und bedarf höchster Konzentration. Da Miss Granger eine ausgezeichnete Schülerin ist, habe ich sie mir kurzerhand als Hilfe für heute geholt. Geht etwas schief, kann dies böse enden! Also bitte ich um höchste Konzentration! Sie werden in zweier Teams arbeiten. Sie haben nun fünf Minuten Zeit sich einen Partner zu suchen-in der Zeit stellen Miss Granger und meine Wenigkeit die Zutaten bereit."
Maya warf Gina einen schnellen Blick zu und damit war die Partnersuche für die beiden erledigt. Es war schon Routine bei den beiden geworden: Maya ging nach hinten und holte einen Kessel und Streichhölzer. Gina holte ein Buch und das Holz für die Feuerstelle des Kessels. Zudem gingen beide an den Utensilien-Schrank und holten das was man so brauchte: Messer, Brett und einen Stab zum umrühren.
„Wie ich sehe, sind unsere beiden jungen Hexen bereits fertig mit dem Aufbau. So langsam sollten Sie sich ebenfalls in der Endphase des Aufbaus befinden!", Professor Osbirn schritt durch den Raum und fuhr durch seine kurzen, schwarzen Haare. Er war ein relativ junger Professor und war durch sein attraktives Äußeres bei den Hexen sehr begehrt.
„Gut! Dann schlagen Sie bitte ihre Bücher auf Seite 234 auf!"
„Furunkulus?!", raunte es durch die Menge.
„Wie sie sicher wissen, gehört der Furunkulus-Fluch zu, wie der Name schon sagt, den Flüchen. Er lässt kleine Furunkel auf der Haut des Gegners erscheinen. Wir brauen heute einen Trank, der diesem Fluch sowohl heilt, also auch, durch die Zugabe der Phönixtränen, den Trinkenden für ein Jahr immunisiert! Nun denn! Fangt an!", sagte Professor Osbirn in die Gesichter seiner Schüler und wandte sich nun Hermine zu.
„Auf geht's! Lass uns erst mal unsere Zutaten holen.", Gina zwinkerte Maya zu und nahm sie bei der Hand um sie zum Lehrertisch zu ziehen, auf dem die Zutaten standen. Hermine gefiel diese Geste von Gina gar nicht.
„Hey!", eine sanfte Stimme riss Hermine aus ihren Gedanken.
„Hey Kleine!", erwiderte Hermine überrascht als Maya vor ihr stand. Kleine?! Hermine, du musst auch immer mit der Tür ins Haus fallen!
„Hey Maya, nimmst du noch die Phönixtränen mit?", Gina grinste Maya im vorbeigehen an.
„Aye, aye Captain!", Maya drehte sich zu Gina und grinste zurück.
„Haben wir alles?", fragte Maya als sie zurück an ihrem und Ginas Tisch war.
„Lass uns schauen: 6 ml Schlangengift?"
„Jab!"
„ 8 Tropfen Salamanderblut?"
„Jab!"
„6 ml Weinrautenessenz?"
„Hier!"
„13 ml Sud von geschmorten Wellhornschnecken?"
„Jab!"
„Und zu guter Letzt: 5 Tropfen Phönixtränen?"
„Jab, alles da!", Maya lächelte Gina an und sah in ihre hellblauen Augen in denen man sich schnell verlieren konnte.
„Dann lass uns los legen!"
Die nächsten 45 Minuten verbrachten alle damit, den Trank zu brauen. Hier und da griffen Hermine und Professor Osbirn ein, damit der Kerker nicht in Flammen aufging oder ein vergleichbares Unglück geschah. Maya und Gina arbeiten wie ein perfektes Team, sie ergänzten sich und waren sehr konzentriert bei ihrer Sache. Professor Osbirn lobte die beiden und wandte sich wieder seinen anderen Schülern zu.
„Gut, nun sollen wir in den inzwischen dunkelroten Trank eine Phönixträne geben und den Trank dann sternförmig umrühren. Fünf mal, bis alle Tränen aufgebraucht sind.", sagte Maya die ihre Krawatte inzwischen gelockert und ihre Ärmel hochgekrempelt hatte. Hermine sah sie eine Sekunde zu lang an, doch konnte sie ihren Blick nicht von der jüngeren Hexe abwenden. Maya bemerkte Hermine und lächelte sie an.
„Lasst mal sehen!", entgegnete Hermine zu Gina und Maya als sie vor ihnen stand.
„Gut was?!", fragte Gina mehr rhetorisch als ernsthaft.
„Ja, gut gemacht.", erwiderte Hermine mit einem Lächeln um sich ihre aufkommende Wut über Gina nicht anmerken zu lassen.
Nach und nach inspizierte Professor Osbirn die Tränke der Zweierteams. Als er am Lehrertisch angekommen war beriet er sich kurz mit Hermine und schließlich sagte er: „Miss Granger und ich sind uns einig. Den besten Trank haben Miss Dupont und Miss Benson gebraut! Herzlichen Glückwunsch!"
Die Schüler klatschten und gratulierten den beiden.
„Nun, da bald Weihnachten ist, habe ich auch etwas für euch! Einen Gutschein für das Drei Besen!", sagte er mit einem Grinsen.
Maya ging nach vorne und holte den Gutschein ab und während sie sich umdrehte hörte sie wie Professor Osbirn zu Hermine flüsterte: „Wenn du heute noch nichts vor hast, können wir ebenfalls ins Drei Besen gehen. Na, wie wär's?"
„Gerne!", erwiderte Hermine leise. Maya stockte der Atem und wusste nicht, wie sie darüber denken sollte, war es Professoren nicht verboten mit Schülern auszugehen?! Klar, er war nur ein Aushilfs-Professor aber sie wusste, dass es nicht das war, was sie wütend machte. Sie musste zugeben, dass sie eifersüchtig war, wahrscheinlich ein kleines bisschen mehr, als ihr lieb war.
