Hermine spürte, dass Maya sie beobachtete. Irgendetwas ist heute anders an ihr… dachte sich Hermine als sie auf ihr Pergament starrte. Maya wirkte nicht so fröhlich wie sonst. Vielleicht lag es daran, dass sie einen langen Tag gehabt hatte. Doch irgendetwas sagte ihr, dass es etwas anderes war. Hermine hatte den Drang, ihre Sachen zur Seite zu legen, doch sie beschloss das es vielleicht gerade ein schlechter Zeitpunkt war.

Ein lautes Klopfen ließ die beiden Hexen zusammenzucken. Hermine sah zu Maya, stand auf und öffnete die Tür.

„Mädels, los gehts! Ihr habt Wochenende!", Ginny stand vor ihr und setzte gerade ihre Mütze auf.

Hermine drehte sich um und sah auf die Uhr, es war kurz nach neun, „Ja, du hast ja recht, wir packen noch schnell zusammen und dann kommen wir, ja?"

„Alles klar, aber lasst euch nicht zu viel Zeit!", entgegnete Ginny mit einem Zwinkern.

Hermine verdrehte die Augen und schloss die Tür. Maya stellte gerade die Bücher in das Bücherregal in Hermines kleiner Leseecke. Sie drehte sich um und lächelte Hermine an, sie hatte leicht rote Wangen und ihre Haare waren ein wenig zerzaust.

„Wochenende!", sagte Maya mit einem Grinsen, nachdem sie sich gestreckt hatte.

Da ist sie wieder! Dachte Hermine und grinste zurück.

„Hier, deine Jacke.", Maya hielt Hermine ihre Jacke auf und Hermine schlüpfte hinein.

„Danke, Miss Dupont.", erwiderte Hermine, die langsam das Gefühl hatte, dass es Maya wieder besser ging.

„Bitte, Miss Granger.", Maya zwinkerte Hermine zu, als sie selbst in ihre Jacke schlüpfte.

Maya öffnete die Tür und blieb im Gang stehen. Sie wartete bis Hermine die Tür schloss und griff dann nach Hermines Hand und zog sie in Richtung Wendeltreppe. Hermines Herz machte einen Satz, als sie die warme Hand der jungen Hexe an ihrer spürte und sie konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen.

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„Na, ihr zwei!", sagte Harry mit einem Lächeln als Hermine und Maya die Treppe runter kamen.

„Guten Abend!", erwiderte Maya vergnügt und wuschelte Pierre durch die Haare, welcher sie angrinste.

„Lasst uns los, sonst ist unser Tisch nicht mehr reserviert.", sagte Ginny in die Runde und schnappte sich Harrys Hand.

Pierre und David alberten noch einen Moment herum und huschten gerade noch so durch das Gemälde der alten Dame, bevor dieses wieder zu schwang.

„Wollte Ron nicht mit kommen?", fragte Maya vorsichtig.

„Ja, den treffen wir unten vor der großen Halle.", Harry drehte sich halb zu ihr um und lächelte.

„Okay.", entgegnete Maya als sie die Treppen runter gingen.

Die Freunde bogen um die Ecke und dort stand Ron schon und redete mit Gina. Mayas Herzschlag beschleunigte sich und ihre Atmung wurde flacher.

„Hey, da seid ihr ja!", Ron grinste in die Runde.

„Na.", Gina stand vor Maya und sah ihr in die Augen.

„Hey.", erwiderte Maya nervös. Irgendetwas an dieser Situation gefiel ihr ganz und gar nicht.

Gina strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht und lächelte. Maya war diese Geste ziemlich unangenehm, doch sie hoffte, dass ihr das niemand anmerkte. Als Hermine diese Situation beobachtete, überkam sie ein Gefühl der Eifersucht, doch sie versuchte es sich nicht anmerken zu lassen, was ihr vor Ginny jedoch nicht gelang.

„Wollen wir los, Ron?", fragte Ginny mit einem Blick in Mayas Richtung.

„Klar, gerne!"

Maya war die Erleichterung in ihrem Gesicht anzusehen und Ginny beschloss, sie demnächst mal über diese Situation zu befragen. Pierre hakte sich bei Maya ein und zog sie in Richtung der anderen. An ihrem Blick erkannte er, dass er sie mal wieder aus einer ausweglosen Situation gerettet hatte.

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„Sieben Butterbier und ein Butterbier mit Ingwer bitte.", sagte Maya als sie am Tresen des Drei Besens stand.

„Kommt sofort.", erwiderte die junge Hexe und lächelte zu Maya.

„Hey,du solltest uns doch keine Runde schmeißen!", Pierre war sichtlich verärgert.

„Aber wieso? Dann bist du eben danach dran und außerdem sind bald Ferien, da darf ich meinen Freunden wohl ein Bier ausgeben…", Maya zwinkerte David zu, welcher Pierre einen Blick zuwarf, der Pierre verstummen lies.
Ginny war die Erste, die sich ihr Lachen nicht verkneifen konnte und der Rest der Gruppe stimmte mit ein.

Maya ließ sich auf den Stuhl zwischen Hermine und Ginny fallen und sah eine Sekunde lang zu Hermine. Ihr Herz machte einen Satz, als sie den mittlerweile vertrauten Geruch der älteren Hexe wahrnahm.

„Für wen ist das Butterbier mit Ingwer?", die sanfte Stimme der Bedienung riss Maya aus ihren Gedanken.

„Für mich.", sagte Hermine und lächelte Maya an.

Als alle ihr Bier vor sich stehen hatten, erhob Harry seinen Krug in die Mitte des runden Tisches und forderte den Rest der Gruppe mit einem Blick auf, es ihm gleich zu tun: „Auf uns und auf viele weitere schöne und lustige Abende!"
Mit einem fröhlichen „Prost" stießen die Freunde an.

„Und Ron, wie ist es gelaufen bei Professor Sprout?", fragte Ginny mit einem Grinsen.

„Du brauchst gar nicht so grinsen! Ich habe bis nächste Woche Zeit, muss an meinen Charme liegen!", Ron grinste triumphierend.

Maya verschluckte sich fast an ihrem Butterbier, als sie sich ein Lachen verkniff und Hermine sah zu Ginny, welche eine Augenbraue musternd hochzog. Harry konnte nicht anders und musste lachen und auch David und Pierre lachten mit.

„Haha… Sehr witzig…", Ron sah verärgert in die Runde, „Ach Mine, kannst du mir aushelfen bei der Hausarbeit? Ich muss sie unbedingt vor den Ferien abgeben und ich hab nur noch diese Woche…"

„Das würde ich ja, aber da ich selbst noch eine Hausarbeit abzugeben habe und zudem Maya ein wenig unter die Arme greife, wird das eher nichts. Tut mir leid, Ron."

Ron murmelte irgendetwas Unverständliches, bevor er einen großen Schluck vom Bier nahm.

„Ich könnte dir helfen, ich bin mit meiner Hausarbeit in Verwandlung schon so gut wie fertig!", Pierre lächelte.

„Das wäre fabelhaft! Siehst du Mine, gibt noch mehr Streber wie dich!", Ron grinste.

„Ja Ronald, es kann ja nicht jeder so sein wie du und seine Pflichten nicht erfüllen.", erwiderte Hermine trocken und zwinkerte Maya vergnügt zu.

Maya grinste und als sie durch Harry und Ron zur Tür sah, erblickte sie eine elegante, rothaarige Hexe, die gerade zur Tür rein kam. Gina. Ihr Herz machte einen Satz und sie versuchte sich ihre Nervosität nicht anmerken zu lassen.
Gina ging gezielt auf einen kleinen, eckigen Tisch in der rechten Ecke des Drei Besens zu. Als die drei Hexen, auf die Gina zu ging, diese bemerkten, standen sie auf und begrüßten sie mit einem Küsschen auf die Wange, wobei sich die schwarzhaarige Hexe fast ihren Kopf an dem schrägen Balken anstieß. Ich glaube, sie hat uns nicht bemerkt… Puh… In Maya stieg eine Spur der Erleichterung auf.

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Drei Stunden und einige Butterbiere später, war die Stimmung unter den Freunden ausgelassen. Sie redeten über ihre Pläne in den Ferien, Politik, das Schwimmtunier und Quidditch.

„…Naja und ganz aus Versehen natürlich, wurde dann der Slytherin Sucher vom Klatscher getroffen und ist leider vom Besen gefallen…", Ginny musste lachen als sie daran dachte und auch die anderen lachten bei dem Gedanken daran.

„Ich werde mal schnell für kleine Hexen gehen.", sagte Maya in die Runde während sie aufstand. Als sie durch das Drei Besen ging und den verschiedenen Menschen an den Tischen flüchtig ihre Aufmerksamkeit schenkte, blieb ihr Blick an Gina hängen. Diese warf gerade ihre rote Mähne nach hinten und lachte. Sie nahm eine Schluck von ihrem Bier, stand auf und kam auf Maya zu, gerade als diese in der Toilette verschwand. Mayas Herz machte einen Satz und aus irgendeinem Grund, wollte sie Gina nicht begegnen.

„Hey, was machst du denn hier?", fragte Gina als sie Maya am Waschbecken stehen sah.

„Hey, ich bin mit Harry und so hier.", erwiderte Maya unsicher.

„Wie lange seit ihr schon hier, ich habe euch gar nicht gesehen. Was vielleicht auch daran liegt, dass es Freitags immer ziemlich voll ist hier.", Gina zwinkerte Maya zu und wusch sich die Hände.

„Ja, das kann gut sein, wir sind seit um neun hier. Ich hab dich vorhin gesehen als du rein kamst.", Maya wusste nicht genau, was sie mit dieser Aussage bezwecken wollte.

„Na dann hättest du ja mal rüber kommen können!", Gina tat so, als sei sie verärgert, nahm Mayas Hand und zog sie zu sich ran.

Hermine.

Das war alles, woran Maya denken konnte. Ihr Herz raste als sie merkte, dass Gina sie küssen wollte und sie versuchte sich leicht aus Ginas Armen zu winden. Gina ließ sie los und sah schräg zur Seite mit einem enttäuschten Lächeln.

„Ich wusste, dass das passieren wird…", Gina klang gebrochen.

„Gina, es… Es tut mir leid.", Maya wusste nicht was sie sagen sollte.

„Weißt du, an Halloween habe ich erst zu einer Freundin gesagt, dass du keine x-beliebige für mich bist. Du bist… Du bist etwas besonderes für mich!", Gina sah sie mit Tränen in den Augen an.

Mist.

„Gina, ich kann nicht… Es tut mir wirklich leid, ich wusste nicht, dass du so empfindest… Ich wollte dich nicht verletzen…", Maya versuchte einfühlsam zu sein.

„Ja, das glaube ich dir… Das hätte ich auch nicht von dir gedacht. Aber trotzdem fand ich es schön mit dir…"

„Wir werden uns doch jetzt nicht ignorieren oder?", Panik stieg in Maya auf.

„Nein, nicht wenn du das nicht willst.", Gina lächelte sanft und sah wieder eher nach sich selbst aus, „Komm, wir gehen wieder."

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Hermine sah auf ihre kleine, silberne Armbanduhr und wunderte sich, weshalb Maya so lange weg war. Es mochte am Alkohol liegen, aber es kam ihr vor wie eine Ewigkeit. Als sie, wieder einmal, in Richtung der Toiletten sah, erblickte sie Maya und Gina und ein unangenehmes Gefühl machte sich in Hermine breit: Maya beugte sich zu Gina, legte ihre linke Hand in ihren Nacken und flüsterte Gina etwas ins Ohr. Danach küsste Maya sie auf die Wange und kam zielstrebig auf Hermine zu. Hermine konnte nicht anders, doch Wut und Verzweiflung machten sich in ihr breit und ihr stiegen Tränen in die Augen.

„Sorry Leute, ich hatte noch etwas zu klären.", Maya setzte sich wieder und trank einen großen Schluck Butterbier.

„Mit wem musstest du denn noch was klären?", Pierre lallte schon etwas.

„Mit Gina…"

„Ach sooo nennt man das jetzt, wenn man 'ne Nummer schiebt?! Gut zu wissen!", Ron grinste in die Runde und sein Blick blieb an Hermine haften, welche gar nicht belustigt aussah.

„Ronald, ich-", Ginny wollte gerade etwas sagen, als sie von einer wütenden, rausstürmenden Hermine unterbrochen wurde, „Super Ronald! Ganz, ganz toll gemacht!"

„Ich werde das wieder in Ordnung bringen, okay?!", Ron wusste nicht genau, was Hermine so aufgebracht hatte, doch wusste er, dass er derjenige sein wollte, der Hermine tröstet. Er stand auf und wollte gerade gehen, als ihn Ginny unterbrach: „Nein, ich denke, dass ist keine gute Idee! Maya, es ist an der Zeit, dass ihr euch mal unterhaltet, geh."

In Ron stieg Zorn auf und er wollte gerade fragen, wieso gerade Maya, doch ohne ein Wort zu sagen, schnappte sie sich ihre und Hermines Jacke und ging raus in die kalte, verschneite Nacht.

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Als Maya den Gryffindor-Gemeinschaftsraum erreichte, war es so still wie nie. In ihr stieg Panik auf. Wo könnte sie nur sein? Und was meinte Ginny mit „Es wird Zeit, dass ihr euch mal unterhaltet"? Könnte es sein, dass- nein das wäre absurd… Hermine würde nie-
Ein lautes Knallen riss Maya aus ihren Gedanken. Sie fuhr erschrocken herum und plötzlich schoss ihr ein Gedanke durch den Kopf: Ihr Turm! Sie schnappte Hermines Jacke, welche sie über die Lehne des roten Sofas lag und ging auf den Schulsprecher-Turm zu, nahm zwei Stufen auf einmal und blieb kurz vor dem kleinen Flur in einer Biegung der Treppe stehen. Vorsichtig sah sie um die Ecke und entdecke einen leeren Flur. Ihr Herz schlug schneller und sie ging so leise sie konnte zu der Tür, welche ihr in den letzten Monaten immer vertrauter wurde.

Sie atmete aus um sich zu beruhigen, hob ihre linke Faust und klopfte zitternd an die Tür. Sie hörte drinnen eine Tür aufgehen, vermutlich die des Badezimmers und kurz danach stand Hermine direkt vor Maya und sah ihr in die Augen. Es war wie ein Déjà-vu: Schon wieder stand sie mit Hermines Jacke vor ihr und schon wieder hatte sie dieses Gefühl im Bauch.
„Hey… Ich hab noch deine Jacke mitgenommen.", Mayas Stimme zitterte.

„Ja, danke.", Hermine wirkte kühl, nahm ihre Jacke und wollte gerade die Tür zu machen, als Maya sie am Handgelenk fasste: „Warte, Ginny meinte, es ist an der Zeit, dass wir uns mal unterhalten…"

Hermine zog ihre linke Augenbraue hoch, verschränkte die Arme und sah fragend in Mayas Gesicht.

„Was siehst du mich so an, Hermine! Ich weiß nicht, was sie damit meinte, aber vielleicht könntest du mir sagen, wieso du so plötzlich abgehauen bist, als ich von der Toilette wieder kam!", langsam wurde Maya sauer.

„Wieso ich… Dann erklär' du mir doch mal, wieso du Gina einen Kuss auf die Wange gibst! Und erzähl mir jetzt nicht, dass das freundschaftlich war, ich sehe doch, wie du sie ansiehst!", Hermines Stimme wurde forscher.

„Ich wüsste nicht was dich das angeht!"

„Nein? Nun ja, wir sind mit unseren Freunden unterwegs und du bist einfach mal eine halbe Stunde weg, mit Gina, und ständig kamst du zu spät für Vorbereitungen!", in Hermine stieg Zorn auf.

„Ich war keine halbe Stunde weg, es waren zehn Minuten! Und falls es dich interessiert: Ich habe Gina gesagt, dass es mir leid tut und aus uns nichts wird!", Maya verstand nicht, was Hermine so wütend machte und das machte sie wütend.

„Ach, dann blieb es nicht nur bei dem Kuss eben, ja? Dachte ich es mir doch… Und dann hältst du es nicht für nötig, mir einen einzigen Ton davon zu sagen?!", Hermine stiegen Tränen in die Augen.

„Was… Wie…", Maya wusste nicht was sie sagen sollte.

„Maya-Amélie Dupont, sag was dazu, wenn ich ver-", mehr konnte Hermine nicht sagen, denn in diesem Moment griff Maya nach Hermines rechter Hand, zog sie näher zu sich, umschlang sie mit ihrem rechten Arm und ehe Hermine wusste, wie ihr geschah, spürte sie die weichen Lippen der jüngeren Hexe auf ihren.
Hermine stand wie angewurzelt da, ihre Augen aufgerissen und ihr Herz raste. Als sie begriff was hier gerade passierte, schloss sie ihre Augen und umschlang Mayas Hals um sie näher zu sich zu ziehen. Hermine öffnete ihren Mund und nahm Mayas Unterlippe zwischen ihre, sie atmete tief ein und nahm den Geruch der jüngeren Hexe war, welcher sie verrückt machte.
Mit einer schnellen Bewegung drehte sie Maya zur Wand, drücke sie dagegen und ihr Kuss wurde heißer und intensiver. Maya streckte ihre Zunge suchend und drängend in den Mund von Hermine und als ihre Zunge Hermines fand, zog Maya die Luft schnell ein um ein Stöhnen zu unterdrücken. Maya legte ihre Hände an die Hüfte der älteren Hexe und zog sie näher zu sich. Hermines rechte Hand suchte nach Mayas kantigem Kieferknochen und sie zog Maya zu sich um sie noch näher zu spüren.
Sie küssten sich wild und intensiv, beide konnten nicht voneinander ablassen, doch plötzlich hörte man von unten einen lauten Knall und die beiden Hexen zuckten zusammen, ließen voneinander ab und sahen sich tief in die Augen.

„Weißt du jetzt, wieso ich gerade so reagiert habe…?", fragte Hermine noch immer außer Atem.

Maya nickte, unfähig etwas zu sagen, ihr Herz raste, genau wie ihr Atem und sie fühlte sich, als wäre ihr der Boden unter den Füßen weggerissen worden.

„Ich glaube, das sind die anderen…", hauchte Hermine in Mayas Ohr.

„Ja… Ich werde dann mal runter gehen und ins Bett… Wir müssen schließlich morgen noch was für die Hausarbeit machen…", erwiderte Maya noch außer Atem, löste sich von Hermine, ging in Richtung Treppe und sah noch einmal in Hermines haselnussbraune Augen, bevor sie in den Gryffindor-Gemeinschaftsraum ging. Hausarbeit?! Wirklich Maya? Was besseres ist dir nicht eingefallen?

„Hey, da bist du ja!", Ginny grinste Maya an, welche mit aufgerissenen Augen vor ihr und Harry stand.

„Ja… ich äh, hab mit Hermine geredet, so wie du meintest…", Maya war noch sichtlich durch den Wind.

„Gut so, naja, dann gute Nacht!", Ginny zwinkerte ihr zu und ging mit Harry die Treppe hoch.

„Willst du denn gar nicht wissen was zwischen den beiden passiert ist? Sie sah durcheinander aus…", Harry klang besorgt.

„Das brauche ich nicht.", Ginny grinste und Harry sah sie nur fragend an.

„Mayas Lippen waren geschwollen und sie war noch außer Atem, ich denke, die beiden wissen endlich, was sie wollen und vor allem wen.", mit diesen Worten gab sie Harry einen langen Kuss und ging dann in den Mädchenschlafsaal. Sie beschloss, Hermine morgen noch vor dem Frühstück auszufragen.

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Ein lautes Klopfen riss Hermine aus ihrem unruhigen Schlaf. Die Sonne schien leicht durch das Fenster in ihrer Leseecke. Sie drehte sich um und sah auf ihren Wecker:

07:08

Wer ist das denn? Hermine raffte sich auf und plötzlich überkam sie ein komisches Gefühl: Ihr Herz raste und sie zitterte leicht. Maya! Hermines Finger glitt unwillkürlich an ihre Lippen und so verharrte sie für einen Moment und die Geschehnisse der letzten Nacht rasten im Zeitraffer durch ihren Kopf. Ein weiteres lautes Klopfen ließ Hermine zusammen zucken und sie stand auf und ging entnervt zur Tür.

„Guuuuuuten Moooooorgen!", eine übers ganze Gesicht grinsende Ginny stand vor ihr.

„Was machst du hier, Ginerva?!", Hermine war sichtlich genervt.

„Ginerva?! Du bist ja schlecht drauf…", Ginny grinste weiterhin.

„Es ist sieben Uhr morgens, was erwartest du? Frühstück ist in eineinhalb Stunden, ich hätte noch eine Stunde schlafen können!"

„Ja ja, lass mich lieber rein und erzähl mir jedes Detail von gestern Abend!", mit diesen Worten drückte sie sich an Hermine vorbei und ließ sich auf das Bett fallen.

Mit einem Kopfschütteln und einem leisen Seufzer schloss Hermine die Tür und wandte sich Ginny zu.

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„Reichst du mir Mal den Käse?",Pierre sah zu Maya, welche geistesabwesend ihren Kaffee trank.

„Ich glaube, sie nimmt dich nicht wahr…", David, welcher neben Pierre saß, beugte sich vor und begutachtete Maya.

„Maya?", Pierre sah belustigt zu Maya und dann zu den anderen.

Aus ihren Gedanken gerissen, sah Maya in das grinsende Gesicht von Pierre und dann in die Gesichter der anderen, einschließlich Hermines. Sichtlich verwirrt sah sie von David zu Ginny und dann zu Pierre: „Was… Hast du was gesagt Pierre?"

„Ja, ich habe gefragt, ob du mir mal den Käse reichen könntest…", er lachte und strich Maya über den Rücken, als diese nach dem Käse griff.

„Es tut mir leid, ich bin noch nicht ganz wach…", sagte Maya.

„Haben wir gemerkt!", Hermine biss in ihr Brötchen und zwinkerte Maya zu.

Ein merkwürdiges Gefühl machte sich in Maya breit, als sie in die haselnussbraunen Augen sah: „Treffen wir uns gleich bei dir oben?"

„Ja machen wir, ich hab schon mal ein paar Bücher rausgelegt.", Hermine lächelte.

„Alles klar, ich geh schon mal.", Maya nahm den letzten Schluck von ihrem Kaffee und stand auf.

„Aber du hast doch gar nichts gegessen!", rief Pierre ihr nach.

„Ich habe keinen Hunger!", Maya lächelte ihn an und verließ die große Halle. Als sie durch die großen Flügeltüren ging, bog sie rechts ab, lehnte sich gegen die kalte Steinwand, schloss die Augen und atmete tief ein und wieder aus. Beruhig dich Maya, sonst wird das heute gar nichts! Bei diesem Gedanken ertappte sie sich dabei, wie sie mit ihren Fingern über ihre Lippen strich.

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„Hey, sehen wir uns heute Abend beim Training?", Gina stand hinter Maya, welche gerade eine Gabel Salat essen wollte.

„Ja kar, ist ja das letzte Mal für dieses Jahr!", Maya zwinkerte ihr zu.

„Richtig, ich werde euch nicht schonen!"

„Das war mir klar…", murmelte Maya, während sie ihren Salat aß.

„Gut, dann bis später. Hey Hermine, was machst du denn für ein Gesicht?", mit diesen Worten verabschiedete sich Gina, zwinkerte Maya noch einmal zu und ging aus der großen Halle.

„Ach ja, Gina wie sie leibt und lebt!", Ginny grinste Maya an und diese grinste zurück.

Hermine zog ihre rechte Augenbraue hoch und sah abwechselnd zu Ginny und dann zu Maya, damit war für Hermine das Thema Gina erledigt. Sie unterdrückte ihre aufkommende Eifersucht und hoffte, es würde heute nicht wieder so komisch zwischen ihr und Maya ablaufen, wie die letzten Tage: Nach ihrem Kuss Freitag Nacht, welcher schon sechs Tage zurücklag, war alles anders zwischen den beiden. Sie redeten nur noch über das Nötigste, stürzten sich in ihre Hausarbeiten und vermieden jegliche Berührungen. Kam es vor, dass sich ihre Hände zufällig trafen, zogen sie sie beide schnell zurück und schauten verlegen zur Seite. Sie sprachen bisher nicht mehr über diesen Kuss und sowohl Hermine, als auch Maya sahen dies auch nicht mehr kommen vor den Winterferien, welche morgen begannen. Hermine konnte seither das Gefühl, welches sie im Bauch hatte, wenn sie Maya sah oder wenn Maya bei ihr war, nicht mehr verdrängen und sie wusste nicht, was sie tun konnte, damit die Dinge wieder unkompliziert werden würden. Selbst mit Ginny redete sie nicht darüber.

„Wollen wir?", Mayas sanfte Stimme neben ihr, riss Hermine aus ihren Gedanken und schon war ihr Herzklopfen wieder da.

„Ja, lass uns gehen.", entgegnete Hermine mit einem Lächeln.

„Ginny, ich mache mir Sorgen um die beiden, sie essen kaum noch was, lachen kaum noch miteinander und die angespannte Stimmung merkt doch jeder!", sagte Harry als Maya und Hermine außer Hörweite waren.

„Das brauchst du aber nicht. Es ist nicht leicht, sich Gefühle einzugestehen und die beiden sind auf dem besten Weg. Und du glaubst doch wohl nicht, dass sie sich in den Ferien nicht sehen! Sie sind beide irgendwo in der Gegend von London und spätestens nach zwei Wochen halten sie es nicht mehr ohne einander aus!", Ginny grinste und Pierre und David sahen ebenfalls überzeugend zu Harry.

„In Ordnung, ich glaube euch ja!", Harry grinste zurück und gab Ginny einen Kuss.

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Maya löste sich aus einer innigen Umarmung mit Ginny und griff nach ihrem Koffer, als Pierre sie von hinten in eine feste Umarmung zwang.

„Es ist schön euch beide wieder zusammen zu sehen!", sagte eine tiefe Stimme mit französischem Akzent.

„Papa!", Maya sprang in die starken Arme ihres Vaters und sprach ein paar Worte Französisch mit ihm. Hermine beobachtete das herzliche Wiedersehen mit einem Lächeln, als Ginny ihr über die Schulter sah: „Nun geh schon und verabschiede dich, du siehst sie erst Ende der Ferien im Fuchsbau wieder!"

„Ich… Ja, du hast ja recht, aber ich möchte das nicht unterbrechen.", Hermine klang traurig.

„… Und das ist Hermine!", Maya stand mit ihrem Vater direkt vor der älteren Hexe.

„Du bist also Hermine. Ich habe schon viel von dir gehört. Freut mich dich kennenzulernen, ich bin Philippe Dupont.", er lächelte Hermine an.

„Es ist mir ebenfalls eine Freude, Maya hat viel von Ihnen erzählt.", Hermine sah in Mayas Augen und verlor sich für eine Sekunde zu lang in den dunklen Augen der jüngeren Hexe.

„Ich geh schon mal langsam vor, ja Maya?", Philippe schnappte sich Mayas Koffer und ging einige Schritte von den beiden Hexen weg. Er hatte schon immer ein Gespür für seine Tochter und wusste, dass sie noch einen Moment allein mit Hermine brauchte.

„Ich wünsche dir schöne Ferien!", bei diesen Worten fiel Maya Hermine um den Hals und drückte sie fest an sich.

„Ja, die wünsche ich dir auch!", mehr als ein Flüstern brachte Hermine nicht zustande, da sie sonst die Befürchtung hatte, gleich los zu weinen. Sie erwiderte die Umarmung der jüngeren Hexe und so standen sie eine Weile eng umschlungen an Gleiß 9 3/4. Die Freunde beobachteten das Spektakel aus sicherer Entfernung und verabschiedeten sich dann voneinander.

„Okay Papa, wir können…", Maya tauchte neben ihrem Vater auf und hakte sich bei ihm ein.

„Gut, deine Mutter wartet schon im Auto, wir fahren gleich weiter zu Granny.", er konnte ein Grinsen nicht unterdrücken als er seine Tochter ansah.

„Granny!", Mayas Augen leuchteten und unwillkürlich sah sie noch einmal zum Gleiß zurück, dorthin wo sie vor weniger als zwei Minuten noch eng umschlungen mit der älteren Hexe stand.

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