"Ich habe überlebt..."
Ihr Körper glühte. Überall an ihm verheilten schwere Wunden.
Sie konnte sich noch nicht bewegen, nicht einmal sprechen.
Touka schlug die Augen auf.
Und das Erste was sie sah, war Kens besorgtes Gesicht.
Sie schaffte ein schwaches Lächeln. Er sah immer so verwundbar und zerbrechlich aus, wenn er dieses Gesicht machte...
"Zuhause..., ich bin zurück im Cafe Antik", dachte sie leise für sich.
"Große Schwester?! Wie fühlst du dich?!"
Da war Hinami... wie sehr freute sie sich sie wiederzusehen.
Am Ende waren sie doch noch gekommen und hatten sie gerettet... Wie hatten
sie dass nur geschafft? Es konnte doch niemand wissen, wohin sie gebracht
worden waren... Yoriko! Wo war Yoriko?!
Sie riss die Augen auf und versuchte Blickkontakt mit Ken aufzunehmen.
Doch der war gerade damit beschäftigt Hinami zu beruhigen, welche sich
sorgte weil Touka ihre Frage nicht beantwortet hatte.
"Mach dir keine Sorgen, Hinami-chan. Es ist alles in Ordnung. Sie ist nur
noch etwas geschwächt."
Ken wandte sich wieder zu ihr.
Überrascht riss er die Augen auf als er ihren dringenden Blick sah.
"Touka? Hast du Schmerzen?"
Sie runzelte die Stirn. Touka versuchte zu sprechen, aber es ging nicht.
Sie musste alle Willenskraft zusammennehmen um leicht ihren Kopf zu
bewegen.
"Nicht? Dann hast du vielleicht Durst? Kann ich dir etwas zu Trinken
bringen? Oder hast du Hunger?! Ich könnte..."
"Ja, beides du Idiot!", dachte sie genervt. "Aber dass ist nicht was ich
will dass du mir sagst." Sie hätte ihn am liebsten getreten, aber das ging
nun eben gerade nicht. Und dann wurde es ihr klar...
Wäre Yoriko unversehrt bei ihnen, hätte er es ihr sofort gesagt. Und wäre
sie tot, dann hätte er es auch nicht vor ihr verbergen können. Und das
hiess...
Sie wippte leicht mit dem Oberkörper nach vorne - dann gaben ihre Muskeln
schmerzend nach.
"Bleib liegen! Du verletzt dich nur noch mehr!"
Sie musste es ihnen sagen..., sie musste es ihnen irgendwie sagen!
Das Yoriko auch entführt worden war! Wenn sie dass nicht wussten-
"Wir wissen dass Yoriko auch verschleppt wurde.", sagte er auf einmal.
Sie hielt inne. Er hatte ihre Gedanken erraten. Aber was..., was war das in
seiner Stimme?
"Gestern war Yorikos Mutter hier und hat nach ihr gefragt. Sie war völlig
verzweifelt weil sie vorher in deiner Wohnung war..."
"Was?!", dachte sie panisch. Die Wohnungstür war durch den Angriff dieser
Ghoula zerstört worden. Und außerdem hatte sie kaum Zeit gehabt die
Leiche zu verstecken.
"Yorikos Mutter hat etwas gerochen und eine übel zugerichtete Leiche gefunden.
Sie hat dann das CCG verständigt, aber keine Sorge! Sie verdächtigen dich nicht
sie verschleppt zu haben! Sie denken dass ihr beide entführt wurdet."
"Was ja wohl auch stimmt du Einfallspinsel!", dachte sie zornig. "Scheiße,
sie haben mich jetzt bestimmt im Visier... Aber was ist mit Yoriko?!"
Ken schien sich sehr unwohl zu fühlen.
"Wir wissen leider nicht wo Yoriko ist..."
Diese Nachricht traf sie mit bleierner Schwere und sie hörte für einen
Moment auf zu atmen.
"Touka?!"
Sie versuchte sich zusammen zu nehmen, aber es fiel ihr sehr schwer.
"Wir wissen nicht was passiert ist! Sie kann entkommen sein! Yomo sucht nach
ihr, er wird sie bestimmt finden!"
Hinami nickte fest überzeugt.
"Du bist ein beschissener Lügner Ken.", dachte Touka es kaum noch
aushaltend hier gefesselt zu sein.
Warum hatte sie nicht besser aufgepasst?! Wäre sie nur diesen einen Moment
nicht unachtsam gewesen, hätte sie dieser Kerl nicht in die Enge gedrängt.
Sie hätte Yoriko finden können und dann wäre sie nicht... Touka schauderte.
Sie schwiegen.
Hinami hatte ihr inzwischen ein Glas Wasser gebracht und half ihr vorsichtig
dabei es zu trinken. Als sie es ausgetrunken hatte, schaffte sie es leise
eine Frage zu stellen: "Was ist passiert?"
"Nachdem Yorikos Mutter gestern hier war, sind wir sofort in Teams aufgebrochen
und haben die ganze Umgebung nach euch abgesucht.", erzählte Ken. "Hinami und
ich haben zusammen gesucht. Auf einmal ist Hinami aufgefallen dass wir verfolgt
wurden. Wir können wirklich froh sein dass sie so einen tollen Geruchssinn hat",
sagte er lächelnd und strich ihr über die Haare.
"Wir haben sofort heimlich Yomo verständigt und versucht unauffällig weiter
zu gehen. Aber unsere Verfolger haben das wohl bemerkt und versucht uns
anzugreifen. Es war eine üble Situation."
Touka konnte sich schon denken um was für Ghoule es sich gehandelt hatte.
"Sie waren zu zehnt und hatten uns nach ein paar Minuten eingekreist. Ohne
Hinami hätte ich mit Sicherheit nicht überlebt."
Er schob sein Hemd etwas hoch unter dem ein Verband um seinen Bauch herum
gewickelt war.
"Aber wir haben lang genug durchgehalten bis Yomo eintraf. Zum Glück hatte
Herr Yoshimura so etwas geahnt und uns nicht allzuweit voneinander entfernt
suchen lassen. Yomo hat dann alle in die Flucht geschlagen oder getötet.
Bis auf einen aus dem er dann herausgebracht hat wer er ist, welcher Gruppe
er angehört und wo sie euch gefangen halten..."
"Diese Scheißkerle.", dachte Touka. Sie waren zu feige gewesen sich
mit den stärksten Ghoulen vom Cafe Antik anzulegen und hatten sich statt-
dessen zusammengerottet um die scheinbar Schwächsten aus dem Hinterhalt
anzugreifen.
Auf einmal öffnete sich die Tür: Es war Yomo. An seinem Gesichtsausdruck
war nicht abzulesen ob er gute oder schlechte Nachrichten bringen würde.
"Ich konnte deine Freundin nicht finden. Allerdings..."
Er zögerte. Das war völlig untypisch für ihn.
"Habe ich Blutspuren in der Nähe des Gebäudes in dem ihr gefangen wurdet,
ausfindig gemacht."
Blutspuren?! So wie er es sagte musste es das Blut eines Menschen, Yorikos
Blut sein! Aber sie selbst hatte er nicht gefunden! Was war geschehen?!
"Wie viel Blut?", fragte sie mit heiserer Stimme.
"Viel. Aber nicht so viel dass deine Freundin zwingend gestorben sein muss."
Ja, jetzt war es klar. Wahrscheinlich die Beiden die ihr nach dem Kampf im
Vorraum entkommen waren...
Chiko und Gorou warteten darauf dass sie aufwachte. Als sie aus der Ferne
andere Ghoule näher kommen sahen, hatten sie sich erst einmal im Schutz
der einbrechenden Nacht mit dem Mädchen in ihre Wohnung zurückgezogen.
Chiko schnaubte immer wieder wütend. Nur wegen diesem bescheuertem Auftrag
war fast ihre ganze Gruppe draufgegangen. Nicht nur durch den Angriff des
Hasen. Offenbar war auch das Team, dass nichts anderes tun sollte als
möglichst schwache Mitglieder des Cafe Antik anzugreifen wenn sich die
Gelegenheit bot, vollständig aufgerieben worden.
Sie hatte von Anfang an geahnt dass es keine gute Idee war sich mit einer
Gruppe anzulegen, über deren Boss man so üble Gerüchte hörte.
Und nun war ihr Boss, Kenshin, der so gehofft hatte den 20. Bezirk erobern
zu können, tot. Zumindest Ayaka hatte es gerade noch so geschafft zu
entkommen, wie sie vorhin nach einem Anruf erfahren hatten. Vom Rest war
nichts zu hören.
"Hey, Gorou? Hast du noch etwas zum Essen da?!", schnauzte sie ihren
Kameraden an.
"Nein..., aber wir könnten Sie essen...", sagte er langsam.
"Ha! Vielleicht sollten wir das wirklich!", erwiderte sie gereizt.
Ein Lächeln trat in sein breites Gesicht und er trat einen Schritt an die
an den Handgelenken an der Decke aufgehängten Yoriko heran.
"Das war ein Scherz, du Idiot! Wir schauen erst ob wir irgendetwas mit ihr
anfangen können! Wenn dass nicht klappt haben wir etwas Spaß mit ihr... und
dann fressen wir sie."
Das Lächeln verschwand aus seinem Gesicht. Ihre Beziehung war recht
einseitig.
Es klopfte an der Balkontür. Chiko schubste Gorou beiseite und ließ
Ayaka herein. Sie hatte ihre schlichte, weiße Maske auf und schien in sehr
schlechter Verfassung zu sein.
"Ha! Dich hat es vielleicht erwischt!", spottete Chiko als sie sah mit wie
viel Blut ihr Umhang getränkt war. Dann bemerkte sie den irritierend
vertrauten Geruch der von Ayaka ausging. Es roch nach ihrem Boss...
Ayaka nahm ihre Maske ab. Ihr Gesicht war schweißnass, doch völlig
ausdruckslos.
"Ihr habt dieses Mädchen also am Leben gelassen.", sagte sie ihre grauen
Augen auf Yoriko richtend.
"Ja. Ich dachte mir sie könnte vielleicht noch nützlich sein.", antwortete
Chiko mit einer Stimme die großes Lob für sich selbst ausdrückte. "Besonders
wenn diese Ghoula mit der Hasenmaske den Kampf mit dem Boss überlebt haben
sollte."
"Hat sie. Ich habe beobachtet wie ihre Kameraden sie abtransportiert haben."
Ayaka betrachtete das Mädchen. Ihr Gesicht war bleich, wie das einer Leiche.
Sie musste viel Blut verloren haben. Sie ging um sie herum und sah
schlampig herumgewickelte Verbände an ihrem Rücken. Offenbar hatte Chiko
sie kräftig mit den Stacheln ihrer Flügel gespickt. Sie war mehr tot als
lebendig.
"Aber das war erst der Anfang", flüsterte Ayaka. "Ich freu mich schon darauf
dem Hasen deinen Kopf zu schicken."
Es klingelte an der Tür.
"Wer ist das jetzt?", fragte sie genervt.
Gorou ging zur Tür.
"Ich dachte mir wir sollten sofort/", holte Chiko aus, doch in diesem Moment
wurde Gorou zurückgeworfen und landete mitsamt der aus den Angeln gerissenen
Tür schmerzverzerrt am Boden. Geschockt sahen Chiko und Akane auf.
Ein großgewachsener Ghoul in einem weiten, dunklen Mantel war erschienen. Er
trug einen Hut mit weiter Krempe unter der ein breites Lächeln und furchein-
flössende Augen hervorleuchteten.
"Was, was soll das?!", fragte Chiko mit hoher Stimme.
"Das... haben wir uns auch gefragt.", sagte der Ghoul immer noch breit
lächelnd. "Nicht Kenshin, eurer nichtsnutziger Anführer, sondern ihr ruft
bei uns an, um den ungeheuren Erfolg zu melden dass... ihr ein Mädchen
gefangen habt?"
Ayaka lief es eiskalt den Rücken runter. "Chiko, diese Idiotin!", dachte
sie. Sie musste sich schnell etwas überlegen.
"Wir haben den Plan-"
Blitzschnell war er vor ihr aufgetaucht und hatte ihr einen Schlag in die
Magengrube verpasst der ihre Wunde sofort wieder aufreißen liess. Wimmernd
ging sie auf die Knie.
"Bei uns..., gibt es keine zweiten Chancen. Ihr habt versagt", sagte er. Er
war gekommen um zu töten. Chiko versuchte noch zu fliehen. Doch sie hatte
nur zwei Schritte geschafft, da flog ihr Kopf von ihrem Körper. Dann
erledigte er Gorou mit einem Stoß ins Herz.
Zuletzt war Ayaka dran.
"Ich hab alles getan um am Leben zu bleiben", dachte sie, sich keinen Milli-
meter rührend könnend. "Ich verfluche dich Kenshin. Wegen dir muss ich
sterben. UND ICH VERFLUCHE DICH HAS-"
Mit einem letzten Streich beendete der Auftragskiller sein Werk.
Dann wandte er sich Yoriko zu.
"Dich wollten sie also an uns verkaufen...", schnaubte er geringschätzig.
Er ging nah an ihr Gesicht heran. Ihre Augenlider schienen kurz zu zucken.
"Nein, danke."
Touka riss sich aus ihrem Schlaf. Wie lange war sie wohl weg gewesen? Nur
eine Nacht? Einen ganzen Tag?
Sie war immer noch schwach, doch sie schaffte es diesmal sich aufzurichten,
die Beine aus dem Bett zu schwingen und ein, zwei unsichere Schritte zu
machen.
"Du solltest besser liegen bleiben.", sagte eine ihr vertraute Stimme.
"Herr Yoshimura." Sie sah ihn an wie er im Licht des Flurs in der Tür stand,
alt und würdevoll.
"Wenn du dich hinsetzt, kann ich dir etwas erzählen.", sagte er ruhig.
Sie setzte sich wie er sie aufgefordert hatte.
"Die Gruppe die uns in den letzten Tagen angegriffen hat, war offenbar ein
Teil einer Ghoulgruppe die vor einigen Jahren versucht hat die Kontrolle
über den 20. Bezirk zu übernehmen."
Touka nickte. Das wusste sie bereits.
"Sie hat allerdings nicht aus eigenem Antrieb gehandelt, sondern wurde von
einer anderen Gruppe dazu beauftragt um uns... auszutesten, würde ich
sagen."
Das interessierte Touka im Moment nicht. Etwas in ihr hatte gehofft dass
sie, wenn sie nur schaffte aufzuwachen, erfahren würde dass Yoriko irgendwie
überlebt hatte und in Sicherheit war. Doch der Gedanke dass sie nun
vielleicht irgendwo Stück für Stück verspeisst wurde, oder angsterfüllt auf
ihr Ende wartete , hatte ihre letzten Stunden voller Albträume bestimmt.
"Yoriko lebt."
"Wa- Was?!", fragte sie mit heiserer Stimme.
"Sie wurde allerdings sehr schwer verletzt und ist nicht bei Bewusstsein."
Touka konnte daraufhin nichts sagen. Es war schwer so eine Nachricht zu
verarbeiten.
"Yoriko wurde vor zwei Tagen vor dem Hintereingang des Cafe Antik abgelegt.
Sie hatte schwere Wunden am Rücken erlitten und viel Blut dadurch verloren.
Wir haben uns so gut es ging um sie gekümmert und dann dafür gesorgt dass
sie in ein Krankenhaus gebracht wurde ohne weitere Aufmerksamkeit auf uns
zu lenken.", berichtete er ruhig.
"Ich muss sie sehen!", sagte Touka sofort, doch als sie in das Gesicht ihres
Chefs sah, wurde es ihr wieder klar.
"Das geht nicht. Dir ist sicherlich bewusst, dass du, wenn du wieder
auftauchen würdest, einige Fragen vom CCG gestellt bekommen würdest. Und
die Gefahr dass du dabei enttarnt wirst, ist einfach zu groß."
Er beschönigte nichts und sagte ihr einfach die Wahrheit.
Ja, es war nicht zu ändern. Die Schülerin und Kellnerin im Cafe Antik,
Touka Kirishima war tot. Gestorben durch einen Ghoulangriff, dem auch ihre
beste Freundin fast zum Opfer gefallen wäre. Ihr bisheriges Leben war
vorbei.
"Wird sie sich erholen?" Touka sah ihm in Augen, die er fast vollständig
geschlossen hielt. Sie wollte auch darauf eine ehrliche Antwort haben.
"Es ist ungewiss ob sie wieder aufwachen wird."
So war das also...
"Wir haben Vorkehrungen getroffen, damit du bald in einen anderen Bezirk
ziehen kannst, sobald deine Wunden verheilt sind.", sagte der Besitzer des
Cafe Antik.
Es dauerte bis diese Nachricht bei ihr ankam. Dann sprang sie auf und schrie
hinaus:
"Wozu?! Damit ich überleben kann?! Damit ich wieder in eine Schule gehen
kann?! Wieder jemanden umbringen kann?! ES IST MEINE SCHULD WAS PASSIERT
IST! ICH HÄTTE MICH NIE MIT YORIKO ANFREUNDEN DÜRFEN! ICH HÄTTE NIEMALS
EINE SCHULE BESUCHEN DÜRFEN! UND DIESES GANZE CAFE... IST WAHNSINN!"
Sie keuchte und funkelte ihn an vor Zorn.
"Das stimmt vielleicht.", antwortete er. "Vielleicht ist es einfach nur
egoistisch Kontakt mit den Menschen haben zu wollen, obwohl es sie in Gefahr
bringen kann, uns nahe zu sein."
Touka war überrascht von dieser Antwort, sie machte sie sogar noch wütender.
"WARUM ALSO?!"
Sein Gesicht war ausdruckslos. Hatte er keine echte Antwort, oder wollte er
sie ihr einfach nicht sagen? Meinte er, sie würde es nicht verstehen?
Er trat einen Schritt an sie heran und legte ihr etwas in die Hand.
"Was ist das?", fragte sie. Es war eine sehr kleines, flaches, blaues
Päckchen, das mit einer kunstvollen weißen Schleife zugemacht war.
"Yoriko wollte es dir zum Geburtstag geben."
Touka startete das Paket an.
"Möchtest du es nicht aufmachen?"
"Was sollte das ändern?", dachte Touka.
Dann machte sie es doch auf.
In dem Päckchen war - ein zusammengeballtes Stück Pergament, eine Art
Schatzkarte?! Touka runzelte verwirrt die Stirn. Was sollte das denn?
Aber es war auch noch ein Brief dabei.
Liebe Touka,
herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag! Ich wünsche dir alles Gute für dein
neues Lebensjahr und ganz besonders für die Schulprüfungen natürlich!
Wenn wir weiter fest zusammenhalten und fleißig lernen, bin ich ganz sicher
dass wir es schaffen ^^
Danke dass du immer für mich da bist und nett zu mir bist, auch wenn ich
manchmal störend für dich sein muss. Du hast mir so viel gegeben und bist
mir so wichtig, dass ich schon lange, lange Zeit überlegt habe, wie ich
dir eine Freude bereiten könnte. Ich konnte einfach keine Antwort finden.
Am Ende bin ich zum Schluss gekommen, dass es das Beste wäre dir eine
schöne Zeit zu schenken und deshalb... hab ich uns Karten für einen
Freizeitpark besorgt.
Erinnerst du dich noch? Ein paar Klassenkameraden hatten doch erzählt wie
toll es im Fuji-Q Highland Park war mit all den Achterbahnen, dem Blick
auf den Fuji, der Anime-Welt, dem Onsen und den anderen tollen Bädern!
Und als ich fragte ob du mit deinen Eltern auch schon mal an so einem Ort
warst, sagtest du, du wärst noch nie an einem solchen Ort gewesen. Deshalb
dachte ich mir es wäre eine gute Idee mit dir hinzufahren und hoffe es
wird dir gefallen.
Es sind Karten für ein ganzes Wochenende, wir werden also jede Menge Zeit
haben gemeinsam Spaß zu haben und alles zu erkunden was es zu sehen gibt.
Und damit dir nicht allzu langweilig wird mit mir, habe ich Ken und Hinami
auch noch eingelagen! Und sie haben sofort zugesagt und mir geholfen
alles zu organisieren. Die beiden sind toll. ^^
Auch Herrn Yoshimura und meinen Eltern sei an dieser Stelle sehr für ihren
Beitrag zu unserer Reisekasse gedankt.
Ich möchte dass du ein paar schöne Tag mit deinen Freunden erlebst, den
Menschen, die dir wichtig sind.
Danke, dass ich einer dieser Menschen sein darf.
Yoriko
PS: Die Karte von dem Park und seiner Umgebung haben Hinami und ich
gezeichnet! Sieht doch toll aus auf dem Pergamentpapier, nicht wahr? ^^
Touka stand sprachlos da. Es war wie als hätte Yoriko selbst ein letztes
Mal zu ihr gesprochen. Sie las den Brief wieder und wieder.
Herr Yoshimura liess sie allein.
Heute war einer der traurigsten Tage als Chef des Cafe Antik für ihn
gewesen. Es war sehr schwer ein neues Leben zu beginnen. Und noch schwerer
ein neues Leben aufgebaut zu haben und es dann erneut zu verlieren. Er
würde alles in seiner Macht stehende tun um Touka zu unterstützen
weiterzuleben und Glück zu finden. Denn egal ob Mensch oder Ghoul, jeder
hatte ein eigenes, ganz egoistisches Recht darauf zu Leben.
Den Brief den diese gewisse Organisation Yoriko mitgegeben hatte,
würde er ihr nicht zeigen. Sie hatten ihm dazu gratuliert immer noch
aufmerksam zu sein und als "Belohnung", wie sie schrieben, das Mädchen
zurückgebracht.
Ein Anderer hätte dafür sicher Rache gesucht. Doch Herr Yoshimura wusste
dass er dadurch die Lage nur noch schlimmer gemacht hätte. Alles was er
tun konnte war, alle im Antik zu unterstützen.
ENDE
