1. Beebo hat Hunger
Spoilerwarning: Dezitierte Spoiler für 3.9, vage Spoiler bis 3.13
"Also gut, hier bin ich. Ihr wolltet mich sehen, ich bin bereit zuzuhören", erklärte Ava Sharpe, ihres Zeichens Alpha und beste Agentin des Time Bureaus. Jeder wusste das, auch sie wusste es, und es war offensichtlich, dass sie es wusste. Unter anderen Umständen hätte Sara so viel Selbstvertrauen sexy gefunden, aber nicht unter diesen. Im Augenblick ärgerte es sie eher, so wie sie der Anblick von Ava Sharpe meistens ärgerte.
"Wir haben genug davon ständig wegzulaufen. Wir sollten mit dem Bureau und nicht gegen es arbeiten", erklärte Sara, "Deswegen habe ich Sie hergebeten, Ava. Um darüber zu sprechen."
"Es ist ganz einfach zu erreichen, Miss Lance", erwiderte Ava ungerührt, "Übergeben Sie uns die Waverider und informieren Sie uns über den Aufenthaltsort von Agent Hunter, dann können wir … darüber reden."
Sara hatte schon mit so einer Antwort gerechnet. Es grenzte ja fast an ein Wunder, dass Ava nicht gleich hier und jetzt versuchte sie zu verhaften. Aber genau deswegen hatte Sara diesen Ort hier als Treffpunkt ausgewählt: Weil sie davon ausging, dass nicht einmal Ava Sharpe so herzlos sein würde sie hier zu verhaften. Ihr Blick fiel auf die bewusstlose Gestalt auf dem Spitalbett und Avas Blick folgte ihrem fast automatisch.
"Das hier ist ein gutes Beispiel dafür, warum Sie und ihre Gruppe nicht geeignet sind die Zeitlinie zu bewachen", meinte Ava, "Professor Stein hatte noch ein langes Leben vor sich, gemeinsam mit seiner Frau, seiner Tochter, und seinem Enkel. Doch jetzt…" Sie schüttelte den Kopf und ihre Miene zeigte Bekümmerung.
"Denken Sie wirklich, das wäre nicht passiert, wenn wir hier in Central City geblieben wären? Es gab eine Nazi-Invasion aus einem Parallel-Universum. Firestorm wäre diesem Kampf auf keinem Fall ferngeblieben. Das liegt nicht in Martins Natur. Und ohne die Waverider hätten wir keine Chance gehabt diese Invasoren zurückzuschlagen. Davon hat das Bureau aber nicht besonders viel mitbekommen, wie es scheint", erwiderte Sara bestimmt.
„Das Bureau hat zur Zeit … andere Interessen als die die Legends auf Schritt und Tritt zu überwachen", erwiderte Ava ausweichend.
„Was so viel heißen soll, wie dass Rip recht hatte mit der großen Gefahr, die Mallus für uns alle darstellt, und ihr alle Hände voll damit zu tun habt die von ihm und seinen Verbündeten erzeugten Anachronismen zu korrigieren. Was wiederum bedeutet, dass ihr jede Hilfe brauchen könnt, die ihr kriegen könnt. Wenn es nur jemanden gäbe, der ein Zeitschiff besitzt und Erfahrung damit hat die Zeitlinie zu schützen…." Sie schüttelte traurig den Kopf. „Mir will partout niemand einfallen. Was ist mit Ihnen?"
Ava sah sie zweifelnd an. „Das ist nicht so einfach", meinte sie dann, „Direktor Bennett hat gewisse Prioritäten, und da ist er nicht der Einzige. Agent Hunter hat einige gute Agenten auf dem Gewissen. Und wir wissen, dass Sie und ihre Crew ihn beschützen. Ganz zu schweigen davon, dass Sie alle ebenfalls als flüchtig gelten." Sie blickte Martin nachdenklich an.
Dann meinte sie: „Hören Sie, Miss Lance, ich weiß, was Sie von mir denken. Dass Sie fast damit gerechnet haben, dass ich hier mit einer ganzen Einheit Agenten auftauche und Sie auf der Stelle verhafte. Aber wir sind beide Alphas, und ich bin nicht vollkommen herzlos. Ich denke, Sie haben in letzter Zeit schon genug durchgemacht, und es liegt mir fern noch mehr zu Ihrem Leid beizutragen, also wäre ich bereit einen Kompromiss für Sie auszuhandeln, aber um damit Erfolg zu haben brauche ich etwas von Ihnen. Ich muss dem Direktor etwas anbieten können, verstehen Sie? Ich weiß, dass das nicht das ist, was Sie hören wollen, aber die Wahrheit ist: Taten haben Konsequenzen. Agent Hunter hat sich dem Time Bureau angeschlossen und uns dann verraten, als er gegen seine Befehle gehandelt hat und gute Agenten in den Tod geführt hat. Er muss dafür gerade stehen. Sie wissen das, ich weiß das, und er weiß es ebenfalls. Mir ist klar, dass Sie nicht gewillt sind ihn auszuliefern, aber sehen Sie es so: Sie wären in der Lage den Rest Ihres Rudels zu retten, wenn Sie das tun. Denken Sie darüber nach. Sie wissen, wie Sie mich erreichen können." Sie nickte Sara noch einmal zu und öffnete dann ihren Zugang zum Time Bureau und verschwand aus dem Krankenzimmer.
Na toll. Das war ungefähr so gut gelaufen, wie Sara erwartet hatte. Also schrecklich. Aber immerhin hatte sie es versucht. „Nun, das hätte besser laufen können, findest du nicht auch?", wandte sich Sara an Martin, „Was soll ich jetzt tun? Ich kann doch nicht ernsthaft in Betracht ziehen Rip auszuliefern, oder? Vor allem nicht jetzt, nach…" Sie verstummte und seufzte. „Ich könnte jetzt wirklich einen Rat von dir gebrauchen, weißt du?", meinte sie dann. Doch natürlich kam keine Antwort.
Martin Stein lag nach wie vor im Koma. Es würde noch einige Zeit dauern, bis er wieder aufwachen würde, und wenn es soweit wäre, würde sich zeigen, ob sein Gehirn gröbere Schäden davon getragen hatte oder nicht, und ob diese von Dauer sein würden. Gideon hatte ihr Bestes getan, aber wenn Eobard Thawne einen tot sehen wollte, dann machte er keinen halben Sachen. Und er hatte wirklich sein Bestes getan um Martin den Schädel einzuschlagen.
Was auch immer geschehen würde, eines war sicher: Martin Stein würden sie hier im Central City Hospital zurücklassen müssen. Auf der Waverider war es einfach zu unsicher. Das Schiff wurde andauernd beschädigt und stürzte ab. Sie konnten ihn nicht mitnehmen, so gerne sie das auch wollten. Egal wie hart es war. Und nun erwartete Ava auch noch von ihnen, dass sie Rip aufgeben würden?!
Nun, zumindest sollte ich den anderen mitteilen, was Ava mir gesagt hat, oder? Das schulde ich ihnen. Wir haben uns geschworen, dass wir keine Geheimnisse mehr voreinander haben, und ich habe geschworen keine Entscheidungen mehr für die anderen zu treffen, sondern sie ihre eigenen Entscheidungen treffen zu lassen. Weil ich ein besserer Alpha sein wollte und unser Rudel retten wollte.
Doch waren sie noch zu retten? Im Kampf gegen Erde-X hatten alle Saras Führungsqualitäten gelobt, aber trotzdem war der Kampf nicht ohne Opfer abgelaufen. Martin war schwer verletzt worden, und sie hatte Barry auf Erde-X für einige Zeit verloren, was bei dem Omega für ein Trauma der Extra-Klasse gesorgt haben dürfte, auch wenn er sich nichts anmerken ließ.
Aber was würde ein guter Anführer jetzt tun?, fragte sie sich. Sich mit seinem Rudel beraten, lautete die Antwort darauf wohl.
„Es tut mir leid, dass alles so mies für uns gelaufen ist", sagte sie zu Martin, nahm seine Hand in ihre und drückte diese, „Wir kommen zurück zu dir, egal was kommt, das ist ein Versprechen." Und dieses eine plante sie auch auf jeden Fall einzuhalten.
„Das werden wir natürlich nicht tun!", sagte Jax sofort, als er gehört hatte, was Ava Sharpe ihnen anbot, „Das kommt gar nicht in Frage!"
Ray war geneigt ihm zuzustimmen. Sie waren ein Rudel, sie ließen niemanden im Stich, egal was kam. Aber er kannte Rip und er war ebenfalls ein Omega, und er wusste besser als jeder andere, dass es in der Natur der Omegas lag sich um andere zu kümmern, dafür zu sorgen, dass es ihnen gut ging. Und er wusste, wofür er sich entschieden hätte, wenn es um ihn gehen würde. Deswegen war er nicht sonderlich überrascht, als Rip sich zu Wort meldete und meinte: „Vielleicht sollten wir Avas Vorschlag nicht von Anfang an verwerfen."
„Das ist doch nicht dein Ernst!" Jax starrte Rip fassungslos an.
Nate und Amaya wechselten einen vielsagenden Blick, Mick grunzte, und Zari seufzte. Ray war offenbar nicht der Einzige, der das hatte kommen sehen.
„Es ist die offensichtlichste Lösung", erklärte Rip, „Und der einzige Grund, warum ihr das nicht einsehen wollt ist fehlgeleitete Loyalität. Und es schmeichelt mir ja auch, dass ich euch so viel bedeute, aber ich habe mich vom Time Bureau losgesagt um Mallus zu bekämpfen, da das Bureau nicht bereit war ihn als Gegner ernst zu nehmen. Das ist gerade dabei sich zu ändern. Und ihr wisst inzwischen, was auf dem Spiel steht, und seid eurerseits bereit alles zu tun, was notwendig ist um Mallus zu bekämpfen. Und in der Zwischenzeit kann ich mein Bestes tun um Direktor Bennett zu überzeugen, dass die Gefahr real ist. Und letztlich stimmt es: Ich bin für den Tod dieser Agenten verantwortlich. In meiner Besessenheit habe ich jeden, der mir nicht genug bedeutet um ihn um jeden Preis schützen zu wollen, für das höhere Ziel geopfert. Und das war falsch, das sehe ich jetzt. Ich schulde es Ava und Gary und meinen anderen Kollegen die Verantwortung für das zu übernehmen, was ich getan habe."
Mick gab ein seltsames Geräusch von sich. „Das ist Unsinn, Engländer", meinte er dann, „Der heiße Alpha und ihre Freunde scheren dich nicht die Bohne, du willst dich nur für uns opfern, das ist alles!" Ray musste ihm im Stillen zustimmen, was da anging.
„Nun gut, ja, so ist es! Und was ist dabei?! Ich will, dass ihr in der Lage seid Gideon und die Waverider zu behalten, und dass ihr immer und jederzeit nach Central City zurückkommen könnt um Martin zu besuchen! Und wenn ich mich dafür opfern muss, dann opfere ich mich eben dafür! Ava wird eher bereit sein mir zuzuhören, wenn ich Reue zeige und mit dem Bureau kooperiere, und Bennett genauso!"
Amaya schüttelte den Kopf. „Ich bin mir nicht sicher, ob das wirklich die beste Lösung ist", meinte sie, „Das Bureau hat sich in der Vergangenheit nicht gerade als besonders verständnisvoll erwiesen, wenn es darum geht die Sicht anderer auf Dinge, von denen sie denken, sie wüssten, wie sie ablaufen müssen, zu berücksichtigen."
„Nun, vielleicht kann ich das ja ändern", gab Rip zurück, „Hört mal, ich weiß, dass euch das nicht schmeckt. Besonders euch Alphas nicht. Jeder Instinkt sagt euch, dass ihr mich vor diesen Menschen schützen müsst, aber es ist der beste Weg diese Situation zu lösen und tief in euch drinnen wisst ihr das auch."
Ray hasste sich selbst für das, was er nun sagen würde, aber er meldete sich trotzdem zaghaft zu Wort und sagte: „Vielleicht hat Rip ja recht. Ich meine, es gefällt mir nicht, aber wenn er sich wirklich ausliefern möchte, nun dann müssen wir seine Entscheidung respektieren, oder?"
Die anderen sahen ihn einen Moment lang betroffen an und schwiegen dann. Ja, dieses Argument hatte gewirkt. Rip nickte Ray dankbar zu und dieser wünschte sich, der andere Omega würde das nicht tun. Er fühlte sich angesichts seines Einwurfs sowieso schon schuldig genug.
Sara seufzte tief. „Na gut. Ich habe es versprochen, nicht wahr? Also werde ich Ava anrufen und ihr die Neuigkeiten mitteilen", meinte sie dann und marschierte schnell los in ihr Büro.
„Rip, Kumpel, weißt du wirklich, was du da tust?", wandte sich Nate nun an Rip.
„Das Richtige, Dr. Heywood", erwiderte Rip, „Ich hoffe, ich tue das Richtige."
Ray hoffte das ebenfalls.
„Das ist dann wohl der Abschied."
Sara drehte sich auf Rips alten Stuhl zu ihm um und sah ihn ernst an. „Ich wollte nicht, dass es so endet", meinte sie, „Das wollte ich niemals. Ich weiß, dass ich etwas Unentschuldbares getan habe, als ich dich dominiert habe um dir meinen Willen aufzuzwingen, aber dass ich das hier tun muss um es wieder gut zu machen … Es fühlt sich falsch an und ist härter als ich erwartet hätte."
Rip nickte. „Ich will nicht schon wieder streiten", meinte er müde, „Und ich danke dir dafür, dass du meinen Willen respektiert und mich diese Sache hier selbst entscheiden lässt. Ich weiß, du traust dem Time Bureau nicht, und ich kann dir auch nicht sagen, warum es wichtig ist, dass du es trotzdem tust, aber ich kann dich hier und jetzt um etwas bitten: Vertrau zumindest Ava, es ist wichtig, dass du das tust. Sieh es als einen letzten Gefallen an, wenn du nicht anders zu überzeugen bist."
Sara zog eine Grimasse. „Ava", wiederholte sie, „Du und deine Besessenheit von Ava. Ich habe das noch nie verstanden. Aber ich will mich nicht schon wieder in Eifersucht verrennen. Immerhin gehörst du nicht mir, und du kannst tun, was immer du willst, also…"
„Es ist nicht so, wie du denkst, Sara", erklärt Rip müde, „Ava und ich … das würde niemals passieren."
„Nun, jetzt vermutlich nicht mehr", gestand ihm Sara zu, „Aber selbst wenn, wir waren uns einig, dass es vorbei ist, nicht wahr? Und ich habe bereit danach gehandelt, also kann ich von dir schwer verlangen, dich nicht ebenfalls so zu verhalten, wie du möchtest."
Sie war also wieder mit jemand zusammen gewesen. Rip konnte nicht anders als sich zu fragen, um wen es sich handelte. Vermutlich um jemanden, den sie auf der Hochzeit getroffen hatte. Er sollte davon nicht überrascht sein, aber er missfiel ihm trotzdem. Alte Eifersucht regte sich in ihm, die er in den letzten fünf Jahren niemals hatte begraben können. Aber was soll's, sie gehört mir noch weniger als ich ihr gehöre, erinnerte er sich. Und wenn sie wüsste, was er alles vor ihr verheimlichte…
Rip beschloss diesen Gedankengängen nicht mehr länger nachzuhängen. „Wir werden uns wiedersehen", meinte er, „Wir alle."
Sara nickte kurz. „Ich hoffe, damit hast du recht", meinte sie und blickte zu ihm auf.
Rip zögerte. Ein Teil von ihm wollte sie zum Abschied umarmen, doch das erschien ihm nicht mehr als angebracht. In letzter Zeit wusste er meistens nicht, wie er sich ihr gegenüber verhalten sollte. Trennungen, darin war er offenbar einfach nicht gut.
„Es gibt noch ein paar andere Dinge", meinte er schließlich, „Die ganze Sache mit Darhk. Ich will, dass du weißt, wie leid sie mir tut. Ich habe falsche Prioritäten gesetzt, aber ich wollte nie, dass du darunter leidest. Das musst du wissen."
„Das weiß ich doch", erwiderte Sara nur.
„John Constantine", fuhr Rip fort, „Wenn er hier auftauchen sollte um eure Hilfe zu erbitten oder seine anbietet, dann nehmt an. Er kann uns gegen Mallus helfen. Mehr als jeder andere vielleicht."
Sara nickte. „Verstanden. Auf Constantine hören. Kein Problem, immerhin verdanke ich ihm meine Seele", meinte sie.
„Und zuletzt noch: Es war mir eine Ehre unter Ihnen dienen zu dürfen, Captain Lance. Ich weiß, ich habe nicht immer dein Eindruck vermittelt, dass ich mit all deinen Entscheidungen einverstanden bin, aber ich habe gemeint, was ich gesagt habe: Du bist ein besserer Captain als ich es jemals war", sagte er dann noch.
„Rip, langsam mache ich mir Sorgen", meinte Sara, „Das alles hört sich ziemlich nach endgültigen Abschied an."
Rip schüttelte den Kopf. „Es kein endgültiger Abschied", versprach er, „Ich wollte das nur alles noch einmal loswerden. Nur für alle Fälle."
Sara sah ihn nachdenklich an. „Es war mir auch eine Ehre mit dir zusammen zu arbeiten, Rip Hunter", meinte sie dann, „Nur damit du das für alle Fälle weißt."
Er nickte. Und dann tauchte auch schon Ava im Büro auf. „Kann's losgehen?", wollte sie wissen.
Rip nickte. Es war besser, wenn sie sofort gingen, da er sich nicht auch noch von den anderen verabschieden wollte. Das würde zu weh tun, und immerhin hatte er vor sie alle wiederzusehen, nicht wahr?
„Das war die richtige Entscheidung, Miss Lance", meinte Ava zu Sara, „In der Zwischenzeit habe ich Daten über einen Anachronismus für Sie, den Sie sich ansehen können. Halten Sie mich auf den Laufenden, was Ihren Umgang mit ihm angeht. Ihr Verhalten auf dieser Mission wird über Ihre zukünftige Zusammenarbeit mit dem Time Bureau entscheiden."
„Wikinger, wie nett", murmelte Sara, als sie die Daten von Ava entgegen nahm.
„Wir sprechen uns", meinte Ava und packte Rip dann am Arm, was Sara ein leises Knurren entlockte, woraufhin sie Rips Arm losließ und ihm nur zunickte voraus durch den Zeitkorridor ins Time Bureau zu gehen. Rip nickte Sara noch einmal zu und schritt dann durch den Übergang und fand sich im Bureau wieder. Ava kam neben ihn an und schloss den Übergang zur Waverider.
„Direktor Bennett ist überaus wütend", informierte ihn Ava, „Ich habe versucht ihn zu beruhigen, aber ich würde mir keine Gnade erwarten."
„Damit rechne ich auch nicht", meinte Rip, „Ich hoffe nur auf Vernunft. Andererseits hat sich der Gute was das angeht bisher leider auch nicht als besonders verlässlich erwiesen."
„Nun, du hast ihn zu deinem Nachfolger bestimmt, ihn ausgewählt", erinnerte ihn Ava, „Also liegt die Schuld wohl bei dir."
„Mein anderer Kandidat war … noch nicht bereit für den Job", erwiderte Rip ausweichend.
„Du hattest Recht mit Mallus, aber das sieht hier nicht jeder so", räumte Ava ein, „Das wird kein leichtes Gespräch werden."
„Ich hatte schon schwierigere", meinte Rip dazu nur. Nur zu gut erinnerte er sich an das Gespräch mit seiner eigenen jüngeren Version, das nun gute fünf Jahre zurücklag, für einen Teil seiner Erinnerung, für den anderen sah es anders aus. Die Legends hatten niemals erfahren, dass der geheimnisvolle Gründer und erste Direktor des Time Bureaus niemand anderer gewesen war als Rip selbst. Und das war auch gut so, denn ansonsten würde das zu vielen unangenehmen Fragen führen, die Rip nicht beantworten konnte. Zumindest noch nicht.
Nach seinem letzten Streit mit Sara und dem vagen Versprechen sich zu seiner nächsten Hitze wiederzusehen, hatten die Umstände dafür gesorgt, dass Agent Rip Hunter zu Direktor Rip Hunter wurde und das Time Bureau gründete. Er hatte versucht mit sich selbst so wenig wie möglich zu interagieren, was einer der Gründe war, warum er Bennett als zweiten Direktor eingesetzt hatte. Doch wenn er vorhergesehen hätte, dass Bennett sich gegen ihn und seine Wünsche und Prioritäten stellen würde, dann hätte er den Mann niemals in dieser Position eingesetzt. Letztlich hatte Ava recht: Es war Rips Schuld, er hatte einen Fehler gemacht. Wieder einmal.
Und nun, da es nur noch einen und nicht mehr zwei Rip Hunters beim Bureau gab, gab es auch niemanden mehr, der ihn den Rücken freihielt. Von Ava vielleicht abgesehen, doch die Dinge standen zwischen ihnen beiden im Augenblick nicht mehr zum Besten.
„Miss Lance und die anderen werden bei dieser Mission Hilfe brauchen", meinte er zu Ava, „Es ist kein so kleiner Anachronismus und der beste Agent des Bureaus sollte ihnen beistehen."
Ava sah ihn nur an. „Wirklich? Als wäre der Beebo-Tag nicht schlimm genug", murmelte sie.
Rip stutzte. „Der … was?", wunderte er sich.
„Beebo-Tag? Der 24. Dezember? Das Fest der Liebe, an dem sich alle Verwandten versammeln und gemeinsam den Gott des Hungers Beebo feiern? Habt ihr keinen Kalender auf der Waverider?", gab Ava zurück.
Rip seufzte. „Oh ja, du solltest dringend mit Sara Kontakt aufnehmen und mit ihr über diese Mission sprechen", meinte er dann, „Wie es scheint hat der Anachronismus schon begonnen sich auf diese Zeitperiode auszuwirken."
Ava runzelte die Stirn. „Na gut", meinte sie, „Nachdem ich dich zu Direktor Bennett gebracht habe."
Wunderbar. Mir steht offenbar ein besonders fröhlicher Beebo-Tag bevor, wie es scheint…
A/N: Ja, ich habe hier etwas unvermittelt die Identität des Gründers des Time Buraues enthüllt und es ist timey-wimey. Es ist nicht ganz leicht diese Fic zu planen, ohne zu wissen, was eigentlich Sache ist, aber ich muss mich von anderen Dingen ablenken, also habe ich trotzdem schon angefangen zu schreiben.
Reviews sind wie immer erwünscht.
