2. Beebo liebt dich!
Jax konnte nicht anders, aber jedes Mal, wenn er Leo Snart sah, dann entfuhr ihm ein unwilliges Geräusch. Dabei wollte er Leo überhaupt nicht an-harumphen, da er Leo eigentlich mochte. Der Mann war nett und zuvorkommend und leistete Ray offenbar gerne Haushaltshilfe (Jax ging davon aus, dass es ziemlich unmöglich war Leo nicht zu mögen, der Mann hatte etwas an sich, das die meisten Leute ziemlich entzückte), aber es war nun einmal so, dass der Anblick des Beta-Omegas in Jax böse Erinnerungen an ihren Trip nach Erde-X weckte und ihn außerdem in Erinnerung rief, dass Leo nun ein Teil ihres Team war, der Graue jedoch nicht mehr.
Ja, er vermisste Martin Stein nun mal schrecklich. Und diese Mission bei der sie einer jüngeren Version seines ehemaligen Partners über den Weg liefen, half ihm auch nicht gerade dabei dieses Gefühl zum Verstummen zu bringen.
Denn Martin Stein war irgendwie in jedem Alter Martin Stein. Natürlich war Leo aufgefallen, wie Jax auf ihn reagierte und er wusste auch, dass Jaxs nichts gegen ihn persönlich hatte, aber er schien es sich aus irgendwelchen Gründen in den Kopf gesetzt zu haben, dass er Jax und den anderen dabei helfen musste mit dem Verlust ihres Rudelmitglieds fertig zu werden und lud sie deswegen alle zu persönlichen Gesprächen ein, bei denen sie über ihre Gefühle sprechen sollten.
Sara hatte sie dazu verdonnert hinzugehen. Sie war der Meinung es würde ihnen helfen mit jemanden über ihre Probleme zu sprechen, aber wie konnten sie mit jemanden, der aussah wie Leonard Snart, über Dinge wie Zuneigung und Verlust sprechen?
Leo Snart schien so eine Art Hobbypsychologe zu sein. Er hatte sich die Bibliothek unter den Nagel gerissen, obwohl die eigentlich Nates Reich war, und forderte jeden dazu auf über seine Gefühle für Martin zu sprechen, mit Martin - in Form einer Puppe.
Jax fand das überaus unangebracht und war deswegen nur zu gerne bereit überall dort zu sein, wo Leo Snart und seine Versuche zu helfen nicht waren. Nachdem sie den jüngeren Martin aus der Gefangenschaft von Leif Eriksson und seiner Schwester befreit hatten, stellte sich heraus, dass der Anachronismus, der sie in diese Zeit geführt hatte, nicht Martins Anwesenheit hier war, sondern eine sprechenden Beebo-Puppe, die er für Lily zu Hanukah gekauft hatte, und die nun von den Wikingern als Gott angebetet wurde, der Anachronismus war, der die Geschichte Amerikas umschrieb.
Von all unseren Missionen ist das hier eindeutig eine unserer verrückteren. Während die anderen die Wikinger infiltrierten um den Beebo zu stehlen, kümmerte sich Jax um den jüngeren Martin und dachte über seine Möglichkeiten nach. Es bedurfte nicht erst Zaris Ratschlag um ihn auf die Idee zu bringen, dass er die Zeitlinie zu seinen Gunsten ändern könnte, indem er in den jungen Martin über sein bevorstehendes Schicksal aufklärte. Dieser Gedanke war Jax in der Sekunde, als er Martin im Netz hängen hatte sehen, gekommen. Aber natürlich wusste er, dass er das nicht einfach tun konnte. Es war ihre Aufgabe die Zeitlinie zu beschützen und nicht sie nach Gutdünken umzuändern. Der Graue war immer einer der ersten gewesen, der darauf hingewiesen hatte. Er war anfänglich sogar bereit gewesen Lily wieder aus der Zeitlinie zu löschen um die Dinge wieder in ihre richtigen Bahnen zu lenken. Doch dann hatte er es nicht über sich gebracht, weil er sich daran erinnert hatte, dass er Lily liebte. Und Jax liebte Martin also…
Ja, Rip würde ausflippen, aber Rip war nicht hier (weil es vorgezogen hatte sich zu opfern, egal was die anderen davon hielten, und weil er das getan hatte ohne sich zu verabschieden!), und außerdem hatte er selbst Helenas Schicksal verändert ohne auf die Konsequenzen zu achten, also ….
Aber natürlich war es falsch. Jax war der Beta des Rudels, er sollte es besser wissen. Er war kein Alpha mit übertriebenem Beschützerinstinkt und auch kein Omega, der sich von seinen tiefen Gefühlen dominieren ließ. Nein, er war noch nicht einmal ein Beta-Omega, wie Leo einer war, der das Beste aus beiden Geschlechtern in sich vereinte. Jax war derjenige, der Sara zur Vernunft brachte, wenn sie die Perspektive verlor, und nicht derjenige, der übereilte und gefühlsbetonte Entscheidungen traf. Seine letzte Entscheidung dieser Art hatte dazu geführt, dass sie sich mit dem Time Bureau überworfen hatten, als sie die Metas aus Zaris Zeit aus dem Gefängnis befreit hatten.
Er sollte es inzwischen also wirklich besser wissen, aber …
Marty McFly hatte es doch auch geschafft Doc Brown zu retten, nicht wahr? Und ja, Martin lebte, aber Jax wusste, dass es ihm lieber wäre auch gesund und unversehrt zu sein, und dazu bedurfte es nicht viel, nur einer kleinen Warnung - in Form eines Briefes mit einem Datum, an dem der Brief geöffnet werden sollte, darauf…
Sara wird mich umbringen, wurde Jax klar, nachdem er es getan hatte. Wenn sie jemals erfuhr, was er getan hatte. Aber sie liebte Martin doch ebenfalls. Konnte sie wirklich dagegen sein?
Nun, zuerst mussten sie den Beebo-Tag-Anachronismus loswerden, oder Odin-Tag, wie er jetzt wohl hieß. Darhk und sein Sprössling waren aufgetaucht und brachten die Geschichte noch mehr durcheinander. Aber warum tun sie das nur? Jax konnte die beiden Magier wirklich nicht leiden. Und ich kann nicht glauben, dass die Rays ursprüngliche Idee sich für Götter auszugeben benutzt haben um das hier anzustellen….
Und dann war auch noch Agent Sharpe hier. Offenbar war sie der Meinung, dass die Legends ohne ihre Hilfe nichts zu Stande bringen würden, oder so ähnlich. Was wusste Jax schon. Zuerst war sie da und half ihnen, doch dann setzte sie sich ab, weil das Bureau sie zurückrief, also war sie alles in allem gesehen wohl nicht sehr verlässlich. Und wie sollen wir jetzt Weihnachten zurück bekommen?
Nun Ray löste das Ganze als Puppenspieler des fliegenden Beebos auf, der Anachronismus wurde beseitigt, und Jax konnte den Beebo den Steins in den 90'ern zurückbringen. Nur um zu erfahren, dass Martin den Brief vernichtet hatte anstatt ihn zu lesen.
„Was? Nein, Grauer, du verstehst nicht!", protestierte Jax geschockt, als er davon erfuhr.
„Doch, ich verstehe sehr genau, Jefferson. Denkst du wirklich ich hätte euch diese haarsträubende Erklärung, dass ich bei meiner Familie sei anstatt mit euch Weihnachten und die Vereinigten Staaten zu retten abgenommen? Nein, mir ist durchaus klar, dass mir etwas zugestoßen sein muss, und nein, ich will es gar nicht genau wissen. Niemand sollte sein Schicksal kennen, Jefferson, und niemand sollte davor davon laufen. Wir müssen ihm uns stellen, jeden Tag aufs Neue bis zum Letzten", erklärte Martin, „Und genau das habe ich vor zu tun. Und du musst diese meine Entscheidung akzeptieren, so schwer es dir auch fällt."
„Das scheint in letzter Zeit sehr in Mode zu sein. Zu sagen, dass man die Entscheidungen anderer zu akzeptieren hat", seufzte Jax, „Aber was ist mit meiner Entscheidung, dass ich euch nicht verlieren will?"
„Niemand abgesehen von Gott ist Gott, Jefferson, nicht einmal die Legends", erinnerte ihn Martin sanft, „Und jeder fühlt sich das eine oder andere Mal machtlos. Man kann nur versuchen das Beste aus dem zu machen, was einem widerfährt."
„Was soll ich nur tun, Grauer?", wollte Jax von dem Mann wissen, „Ich bin der Beta, ich kann nicht einfach gehen und das Rudel verlassen, gerade jetzt nicht, nicht nach all dem, was passiert ist, aber ohne dich … fühlt sich die Waverider nicht richtig an."
„Das", erwiderte Martin, „ist eine Entscheidung, die nur du treffen kannst, Jefferson. Aber vielleicht wäre es ganz gut mit jemanden über deine Gefühle zu sprechen, jemanden, der genau weiß, was vor sich geht, meine ich, und trotzdem objektiv genug ist um dir einen guten Ratschlag geben zu können."
Jax seufzte. „Tja, wie der Zufall will, kenne ich genau so eine Person", meinte er.
Leo Snart, verdammt. Mick ertrug diesen Kerl nur schwer. Es war natürlich nicht seine Schuld, obwohl irgendwie schon, aber dann auch wieder nicht. Er konnte nichts dafür, dass er aussah wie Micks toter Freund, aber diese Professor-Puppe war eindeutig zu viel des Guten gewesen, und Mick zu verbieten zu trinken … Nun, das durfte nicht einmal Ray Palmer.
Mick wäre ihm am liebsten an die Kehle gegangen, als er ihn vor alle diesen Wikingern zur Schnecke machte, weil er zu viel trank, aber Leo Snart war teilweise Omega, also könnte er das nicht einmal, wenn er es wollen würde. Und er war sich nicht so sicher, ob er es wollte, da es keine Probleme lösen würde, sondern nur neue schaffen würde.
„Es tut mir leid", erklärte ihm Leo nachher, als er unaufgefordert in Micks Quartier auftauchte, „Ich weiß, dass du nicht Mickey bist. Du bist Mick. Und es steht mir nicht zu mich in dein Leben einzumischen, dir zu verbieten zu trinken und all das. Es ist nur … Ich habe mich nicht nur deswegen eurer Gruppe angeschlossen um euch zu helfen mit dem, was den Professor passiert ist, zurecht zu kommen, sondern auch deswegen, weil ich mit dem Verlust meines Freundes Frieden schließen wollte."
„Mhm", brummte Mick.
„Dich zu sehen so wie du bist, so anders und zugleich genauso wie Mickey …" Leo verstummte.
Mick verstand aber was er meinte, immerhin ging es ihm genauso. „Vielleicht war es einfach eine dumme Idee mit euch zu kommen", schloss Leo.
„Nein", meinte Mick bestimmt, „Nein, das war es nicht. Du bist nicht Leonard, aber du bist … nützlich. Du tust uns gut." Das stimmte. Stein-Puppe hin oder her, Leos Gegenwart wirkte auf die meisten der anderen beruhigend, Ray schien in seiner Gegenwart aufzugehen, genau wie Sara, die ihn offenbar sehr gerne hatte, Nate und Amaya schienen sich ebenfalls über seine Anwesenheit zu freuen, und der Junge litt zwar, aber aus nicht Leo-relevanten Gründen. Tatsächlich hatte er vor kurzem ein scheinbar erhellendes Gespräch mit Leo geführt, wie es schien. Und Zari, nun die schien sich ebenfalls recht wohl in Leos Gegenwart zu fühlen.
Und gerade jetzt nach den Verlusten vom Professor und dem Engländer konnte sie jemanden gebrauchen, in dessen Gegenwart sie sich alle etwas entspannen konnten.
„Ändere dich nicht, Mick Rory, du bist genau richtig so wie du bist", meinte Leo voller Zuneigung.
„Das bist du auch", meinte Mick.
„Nun, ich sollte dann wohl … gehen", meinte Leo und machte Anstalten Micks Quartier zu verlassen.
„Warte." Mick wusste nicht genau, wo er beginnen sollte. „Hast du nie … was war mit deinem Vater? Auf Erde-X, meine ich", wollte er dann wissen.
„Nun, ich habe ihn nie gekannt", räumte Leo ein, „Warum?"
Das bedeutete dann wohl keine Lisa, aber dafür ein warmer unbeschädigter Leonard Snart. War es nicht nur der Omega-Anteil in ihm? War das hier die Version von Leonard Snart, die er sein könnte, wenn er niemals unter Lewis gelitten hätte?
„Was war mit meinem? Ich meine seinem. Was war mit meinen Eltern?", wollte Mick wissen.
„Sie waren Widerstandskämpfer gegen das Regime", erklärte Leo, „Und sind in diesem Kampf gestorben. Tut mir leid." Sein Vater als ewiger Soldat im Kampf um die Freiheit. Seit er ihn in Nam getroffen hatte, konnte sich Mick das sogar vorstellen.
„Mhm. … Dieser Kerl … der andere Ray, den liebst du, ja?", fragte Mick weiter.
„Oh ja!" Die Sonne schien in Leos Gesicht aufzugehen, so sehr strahlte er Mick nun an. „Ray ist wunderbar. Es war schwer ihn zu verlassen, aber er kann auf sich aufpassen. Er ist ein Kämpfer. Aber er ist auch mitfühlend und verständnisvoll und … unbeschädigt. Er ist nicht wie die anderen, vermutlich deswegen, weil er von eurer Erde kommt und nicht von meiner. Das ist mir als Erstes an ihm aufgefallen, dass er nicht nur so zynisch tut, es aber nicht ist. Dass er die Hoffnung noch nicht aufgegeben hat, dass er noch glaubt. Das, und dass er mir meine Macken lässt. Das war … Entschuldige, ich brabble vor mich hin, das interessiert dich wahrscheinlich alles nicht. Aber ja, ich liebe ihn."
Nun das war offensichtlich. Mick hatte seinen Leonard nur einmal richtig verliebt erlebt, und selbst das hatte dieser lange Zeit nicht zugeben wollen, bis er schließlich beschlossen hatte seinen Zug zu machen und damit gescheitert war, woraufhin er sich quer durch die Waverider geflirtet hatte, zugleich aber immer noch der Meinung gewesen war, dass er irgendwann seinen Herzensomega erobern würde. Wie viel von dieser Einstellung verletzter Stolz gewesen war und wie viel ernst gemeint, hatte Mick aber niemals mit Sicherheit sagen können. Leo jedoch kannte keine Zurückhaltung, wenn es um die Liebe ging, wie es schien.
„Was ist mit deinem Ray?", wollte der Beta-Omega wissen.
„Wie bitte?", wunderte sich Mick.
„Woher hast du gewusst, dass er der Richtige für dich ist?", erkundigte sich Leo.
Mick zögerte mit der Antwort zu seiner eigenen Überraschung nicht. „Er hat was für mich getan, was noch nie jemand für mich getan hat, nicht mal Leonard. Er hat versucht mich zu schützen, obwohl ich nichts getan habe um ihn zu schützen. Einfach so, dabei kannten wir uns nicht einmal besonders lange. Und da wusste ich einfach … dass ich ihn nie wieder gehen lassen kann, weil er innerlich so schön ist wie von außen. Ich meine, ich wusste, dass er das für jeden getan hätte, aber er hat es auch für mich getan, den großen bösen Alpha. Vorher wollte ich ihn, danach wollte ich das Beste für ihn", erklärte er.
Leo lächelte. „Das klingt sehr romantisch", meinte er.
„Ist es nicht. War es nicht. Ich habe alles getan um ihn von mir wegzustoßen. Jahrelang. Weil er was Besseres verdient hat. Aber er … hat sich für mich entschieden. Ich habe keine Ahnung warum. Er liebt mich. Also muss ich versuchen ihn glücklich zu machen", widersprach Mick.
Leo lächelte wieder. „Mickey hat nie … jemanden gefunden, nicht wirklich. Ich bin froh, dass es dir gelungen ist", meinte er dann.
„Wart ihr beide denn…." Mick verstummte, weil das vielleicht keine gute Frage war. Was, wenn ihm die Antwort nicht gefallen würde?
„Nicht so, nein. Ich meine manchmal… aber … Wart ihr beide denn…?", erwiderte Leo unsicher.
„Genau wie ihr. Nicht so. Der Sex war gut, aber es war nur Sex. Wir waren Freunde", erklärte Mick.
„Ja, das kommt mir bekannt vor", murmelte Leo, „Er hat mich auserwählt, weißt du? Ich wusste nie wirklich warum. Ich war nur ein kleiner dürrer Beta-Omega, nichts besonderes…"
„Vielleicht fand er ja einfach, dass du aussiehst wie jemand, der Hilfe brauchen kann", meinte Mick dazu nur und dachte an seine eigene erste Begegnung mit Leonard Snart zurück.
„Entschuldigt die Unterbrechung, aber Captain Lance möchte alle im Speisesaal sprechen", verkündete Gideon in diesem Moment über die Lautsprecher.
Mick deutete Leo voraus zu gehen und folgte dem anderen Mann dann in den Speisesaal. Jax, Zari, Amaya, Nate, und Ray hatten sich bereits um den Tisch herum versammelt. Mick setzte sich neben Ray und drückte diesem kurz das Knie, während Leo ihm gegenüber neben Jax Platz nahm.
Schließlich erschien Sara. „Ich habe Neuigkeiten", meinte sie, „Wie ihr alle wisst, ist Ava zurückgekommen um uns zu helfen und hat mich aus Mallus Fängen gerettet."
„Ja, sie war zur Abwechslung mal überraschend nützlich", meinte Mick dazu.
„Der Grund, warum sie zurückgekommen ist, ist der, dass sie erfahren hat, was das Bureau mit Rip getan hat. Sie haben ihn ins Gefängnis gesperrt, wie es scheint", fuhr Sara fort.
„Was?! Das können wir nicht zulassen! Wir müssen ihn sofort befreien!", entfuhr es Jax erschrocken.
„Ganz ruhig", meinte Sara beschwichtigend, „Wir wussten, dass eine reelle Möglichkeit besteht, dass es so kommt, als wir Rip dem Bureau übergeben haben. Ava war mit dieser Entscheidung nicht einverstanden, und sie hat mir versprochen, dass sie versucht unseren Omega wieder frei zu bekommen, aber damit ihr das gelingen kann, müssen wir die Füße still halten, so schwer es uns auch fällt."
Protestlaute gingen um den Tisch. „Wir müssen klug vorgehen, nicht kopflos", erinnerte Sara die anderen.
„Ist das unser neues Motto?", wunderte sich der Schönling.
„Wichtig ist, dass wir angesichts unserer Verluste alle zusammenstehen und zusammenhalten", nahm Sara den Faden wieder auf, „Und weiterhin ehrlich zueinander sind. Jax? Ist es dir gelungen Martins Schicksal zu verändern?"
Der Beta seufzte. „Nein, der Graue war wieder mal schlauer als wir anderen und hat sich geweigert Dinge über seine Zukunft zu erfahren. Er meint, er muss sich seinem Schicksal stellen, und dass wir das respektieren müssen. Und damit hat er recht", erklärte er müde.
„Bullshit", meinte Mick dazu.
Ray schniefte, woraufhin Mick ihm noch einmal das Knie drückte.
„Wir werden ihn wiedersehen", meinte Sara, „Früher oder später wird er aufwachen, und dann werden wir bereit sein und ihn zu Hause willkommen heißen. Genau wie Rip. Aber bis dahin: Auf abwesende Freunde." Sie hob eine Bierflasche und prostete ihnen zu. Mick erwiderte die Geste in Richtung Leo, der ihm zurückprostete.
Sara sah sich noch einmal am Tisch um. „Gibt es sonst noch etwas?", wollte sie wissen, „Will uns irgendjemand verlassen?"
„Falls ihr mich nicht rauswerfen wollt, eher nicht. Immerhin bin ich doch gerade erst angekommen", meinte Leo.
Alle nickten. Mick hatte recht gehabt. In Wahrheit hatten sie ihn alle gerne an Bord.
Alle schienen nun absichtlich nicht in Jaxs Richtung zu blicken. Der meinte nur: „Mallus, also. Wie war es ihn zu treffen, Sara? Hast du Neues über ihn in Erfahrung bringen können?"
Damit war wohl auch diese Frage beantwortet. Leo nickte zufrieden, als wäre diese Wendung sein Verdienst, und vielleicht war sie das ja auch. Mick war einfach nur froh darüber, dass sein Rudel nicht noch weiter auseinanderbrach. Zumindest vorerst. Wer wusste schon, wie lange der Kleine ohne den Professor wirklich noch an Bord bleiben würde?
Doch Mick hatte sich schon vor langer Zeit angewöhnt sich keine Sorgen um die Zukunft zu machen, sondern stattdessen die Gegenwart zu genießen, solange es möglich war, und seiner Erfahrung nach kam die nächste Katastrophe so oder so immer bald bestimmt. Und so würde es wohl auch dieses Mal sein.
A/N: Ja, in meiner Version bleibt Jax weiterhin bei seinem Rudel, immerhin ist es sein Rudel.
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