3. Der Dämon kennt deinen Namen
Zusätzliche Pairings für dieses Kapitel: Erw. von Amaya/Zari und Amaya/Anderen, John/Leo, John/Zari
Spolierwarnings: Indirekte Spoiler bis ca. 3.14, dezitierte Spoiler 3.10
„Es schmeichelt mir natürlich, dass ihr zu mir gekommen seid, aber ich denke, ich sollte euch vorwarnen: Ich bin bei Weitem kein Experte, was dieses Thema betrifft. Auf meiner Welt wurden Alpha-Omega-Beziehungen der alten Schule als pervers angesehen und alles Wissen darüber wurde unterdrückt. Ich selber bin ja in einer glücklichen Beziehung mit einem Beta und kann daher nicht unbedingt auf eigene Erfahrungen zurückgreifen, aber ich habe mich in der Bibliothek der Waverider über alles, was nötig ist, informiert und werde mein Bestes tun um euch zu helfen. Ich hoffe das reicht euch." Leo Snart lächelte ein wenig hilflos, und Amaya empfand das als überhaupt nicht vertrauenserzeugend.
Sie wandte sich an Nathaniel. „Ich bin verwirrt", gab sie zu, „Was machen wir hier?"
„Es nennt sich Paartherapie. Ich habe dir davon erzählt, weißt du noch? In meiner Zeit machen Paare, die auf Probleme in ihrer Beziehung stoßen, so etwas", erklärte Nathaniel ruhig. Sie beide saßen nebeneinander auf Stühlen gegenüber von Leo, der an dem Tisch in der Bibliothek saß, seine gefalteten Hände auf den besagten Tisch gelegt hatte und sie erwartungsvoll anblickte.
„Ja, ich erinnere mich", meinte Amaya spitz, „Aber wieso sind wir drei hier? Leo hat gerade selbst zugeben, dass er nicht dazu qualifiziert ist uns zu helfen. Tatsächlich ist er, meines Wissens nach, kein Therapeut irgendwelcher Art. Wie also soll er uns helfen?"
Dieses ganze moderne „Über seine Gefühle sprechen"- Besessenheit war ihr schon immer ein Dorn im Auge gewesen. Vielleicht war sie zu sehr Alpha, aber sie war der Meinung, dass ihre Gefühle niemanden etwas angingen, abgesehen von den Personen, die davon direkt betroffen waren. Und sie vor anderen auszubreiten … nein, das behagte ihr gar nicht. Einen Freund um Rat zu fragen war eine Sache, aber das hier… Nun, das war eine ganz andere Kategorie.
Nathaniel seufzte, beinahe so, als wäre sie hier diejenige, die irrational war. „Amaya, wir müssen mit irgendjemanden über unsere Probleme sprechen, und ich weiß nicht, wie es dir geht, aber mir wäre es lieber mit niemanden darüber zu reden, mit dem du geschlafen hast, der selbst gerade eine erfolgreiche Beziehung am Laufen hat, oder gerade auf traumatische Art und Weise seinen Partner verloren hat, auch wenn es nur ein platonischer Partner war. Und ich traue tatsächlichen Menschen mehr als Gideon. War nicht böse gemeint, Gideon."
„Ich verstehe schon, Dr. Heywood", meinte Gideon dazu.
„Und damit bleiben nur Zari und Leo. Zari, die offensichtlich keine Ahnung von Geschlechterinteraktion hat und vermutlich ihr Bestes tun würde um uns auseinander zu bringen, weil sie scharf auch dich ist", fuhr Nathaniel fort.
„Unsinn", meinte Amaya dazu, „So ist das nicht mit Zari."
„Also bleibt uns nur Leo", schloss Nate ungerührt, „Leo, der gerne bereit ist sich unsere Probleme anzuhören. Ich habe vorher nachgefragt."
Amaya seufzte. Wenn es nur so einfach wäre. Aber wenn sie jetzt gehen würde und sich weigern würde ihre Gefühle zu teilen, dann würde sie wie ein gefühlskalter Alpha dastehen, dem die Gefühle seines Omegas nicht interessierten, und das war das Letzte, was sie wollte. Nach der ganzen „Alpha verlässt seinen Omega ohne Vorwarnung an dessen Geburtstag"-Sache befand sie sich sowieso schon auf dünnen Eis, was das anging.
Dann heißt es wohl Augen zu und durch. Sie seufzte noch einmal, nickte aber.
„Also gut", meinte Leo und sah eindringlich von einem zum anderen, „Am besten fangt ihr ganz am Anfang an."
„Nun, wir haben uns kennengelernt, kurz nachdem ich mich den Legends angeschlossen hatte", erklärte Nate, „Anders als wir stammt Amaya nicht auf den 2010ern sondern den 1940ern. Sie war Mitglied der JSA und hat im zweiten Weltkrieg für die Vereinigten Staaten gekämpft. Auf einer Mission, bei der wir die Einsteins retten mussten, habe ich sie zum ersten Mal getroffen." Wow, er fängt ja wirklich ganz am Anfang an.
„Ist das für unsere augenblicklichen Probleme relevant, Nathaniel?", wollte Amaya von ihm wissen.
„Nate scheint es für relevant zu halten", mischte sich Leo ein, „Und das möchte er offensichtlich mitteilen. Das hier ist eine sichere Zone, ihr könnt vor mir alles sagen, was euch gerade auf der Seele lastet."
Amaya runzelte die Stirn. Denkt er, ich würde meinem Omega den Mund verbieten wollen? Ich will hier nur nicht tagelang sitzen! Das ist alles!
„Ich wollte nur, dass Leo unseren Hintergrund versteht", verteidigte sich Nate, der ihre Missstimmung ebenfalls bemerkt hatte, „Nun ja, wo war ich? Amaya hat sich uns angeschlossen, obwohl sie das ursprünglich nur getan hat um ihren getöteten Liebhaber zu rächen."
„Rex und ich waren nicht … Fraternation war innerhalb der JSA verboten. Wir wollten warten bis der Krieg vorbei ist um eine Beziehung zu beginnen, er war nicht … mein Liebhaber", widersprach ihm Amaya.
„Aha!", machte Leo. Amaya sah ihn stirnrunzelnd an. „Aha?", wiederholte sie, „Was aha?"
„Nichts", behauptete Leo, „Es ist nur … Ich frage mich, ob du vielleicht nicht immer noch der Meinung bist, dass es unprofessionell ist sich auf ein Teammitglied einzulassen."
„Ja, das frage ich mich auch sehr oft. Ich meine, oft vermittelt sie mir das Gefühl, dass sie nicht will, dass andere Leute erfahren, dass wir zusammen sind", stimmte ihm Nathaniel zu.
Amaya blickte zwischen den beiden hin und her. „Was? Nein, das ist überhaupt nicht wahr. Und es ist überhaupt nicht das Thema!", empörte sie sich.
„Ist es das nicht?", fragte Leo, „Nate hat mir das Gefühl vermittelt, dass ihr beide das Gefühl habt, dass irgendetwas mit eurer Beziehung nicht stimmt. Und schon am Beginn eurer gemeinsamen Geschichte scheint das erste Problem aufgetreten zu sein. Nun, das zweite eigentlich, wenn man mal außer Acht lässt, dass ihr aus verschiedenen Zeiten stammt."
„Was das wahre Problem ist", mischte sich Amaya ein, „Ich meine, immerhin habe ich ein Schicksal. Ich habe zwei Enkelinnen oder werde sie haben. Und deswegen bin ich zurück in die 1940er gegangen, um die Geschichte zu bewahren, was immerhin unsere Mission ist."
„Das ist wahr", räumte Leo ein.
„Ich gebe zu, ich hätte etwas rücksichtsvoller sein können, aber ich bin nicht gegangen um Nathaniel zu verletzten, sondern um meine Enkelin Mari, die gute Enkelin, zu retten und damit alle, denen sie jemals geholfen hat, ebenfalls zu vor Schaden zu bewahren. Und dieses Problem wird auch nicht von Heute auf Morgen verschwinden, aber auch deswegen sind wir nicht hier. Das zu lösen ist unsere Sache, und die Zeit wird zeigen, was daraus wird, aber darum sind wir nicht hier. Wir sind hier, weil wir keine echte Gefährtenbindung haben", verteidigte sich Amaya weiter.
„Ja, schon, aber wollen wir nicht herausfinden, warum wir keine echte Gefährtenbindung haben?", gab Nathaniel zurück.
„Ich bin verwirrt. Was versteht ihr unter einer echten Gefährtenverbindung?", wollte Leo an dieser Stelle wissen.
„Sie hat mich verlassen, an meinem Geburtstag. Und es war hart, hat mir das Herz gebrochen, mich in Depressionen gestürzt, und so weiter. Aber es hat mich nicht umgebracht. Ich war sogar in der Lage mit anderen auszugehen … Oder mit einer anderen einmal halb auszugehen, was furchtbar lief, aber das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist: Ich lebe noch, und es geht mir gut. Das sollte aber nicht der Fall sein. Also kann unsere Verbindung nicht so tief gehen, wie wir beide angenommen haben. Wir sind keine Gefährten, zumindest keine richtigen", erklärte Nathaniel.
Leo schwieg einen Moment lang. Dann meinte er langsam: „Eure Problem ist also die Tatsache, dass … Nate noch am Leben ist?"
Amaya hatte ja gleich gewusst, dass das hier eine dumme Idee gewesen war.
„Mann, ich sag euch, lasst euch niemals von Leo paartherapieren, er hat die Angewohnheit einen echt dämlich wirken zu lassen", meinte Nate erschlagen und ließ sich erschöpft auf den Küchentisch sinken.
„Diese Gefahr war niemals gegeben", brummte Mick.
„Obwohl sich die Idee eigentlich gar nicht so schl- ehm, ich meine, nein, das ist eine furchtbare Idee, Nate, das wäre mir niemals eingefallen!" Nate hob gerade noch rechtzeitig seinen Kopf um zu sehen, dass Mick Ray immer noch wütend anfunkelte. Dann ließ er seinen Kopf wieder sinken. „Wie konnte ich nur denken, es wäre eine gute Idee?!", beschwerte er sich bei der Tischplatte.
„Weil du prinzipiell nicht denkst", schlug Mick, charmant wie immer, vor.
Vermutlich hatte er damit auch noch recht. „Nate, Kumpel, komm schon. steh auf. Du bist Heute mit dem Abwasch dran, vergiss das nicht. Das Rad besagt es", erinnerte ihn Ray und rüttelte an seinen Schultern.
„Dazu habe ich keine Energie. Ray, mach du den Abwasch für mich! Bitte, Kumpel, ja? Du machst ihn doch gerne!", erklärte Nate der Tischplatte ohne sich zu bewegen.
Ray seufzte laut. „Und du bist eine alte Pottsau. Aber du hast recht, Teller waschen entspannt mich immer. Aber nur dieses eine Mal, Nate, denn das Haushaltsrad ist heilig. Und kann nur dann funktionieren, wenn man auf es hört!", meinte er dann und machte sich auch schon hörbar daran das dreckige Geschirr in der ganzen Küche einzusammeln.
„Du bist schamlos", kommentierte Mick die Situation.
„Ach, als hättest du dich noch nie auf diese Art vor deinen Haushaltsaufgaben gedrückt", gab Nate zurück ohne aufzusehen oder sich schuldig zu fühlen.
„Das ist was anderes. Ich bezahle Schmalzlocke mit Sex dafür, dass er meine Aufgaben übernimmt. Was gibst du ihn als Gegenleistung? Oder gibt es da etwas, das ich wissen sollte?", behauptete Mick.
Nate schnaubte. „Als Gegenleistung ist ihm meine ewige Freundschaft gewiss", meinte er und hob mühsam seinen Kopf von der Tischplatte, „Glaubst du Amaya schämt sich für unsere Beziehung? Ich meine, weil sie doch eigentlich gegen Interteam-Dating ist."
Mick schüttelte entschieden den Kopf. „Oh, nein, mit mir wirst du jetzt nicht über deine verletzten Omega-Gefühle sprechen. Dazu hast du jetzt doch den falschen Snart, oder etwa nicht?", wehrte er ab, „Der ist der neue Seelenklempner vor Ort, jetzt wo der Professor…" Er unterbrach sich und verstummte. Nate konnte es ihm nachfühlen. Martin Steins Abwesenheit riss ein riesiges Loch in ihr Rudel, und das war ihnen allen fast ständig bewusst.
„Leo kennt uns aber kaum, aber ihr kennt uns. Ray, schämt sich Amaya für mich?!" Nate drehte sich zu dem im Abwasch versunkenen Ray Palmer um.
„Immer nur dann, wenn du behauptete Jäger des verlorenen Schatzes wäre der beste Film, der jemals gedreht wurde", gab Ray sofort zurück.
„Ich meine es ernst!", beharrte Nate.
„Sei nicht lächerlich. Sie liebt dich, sie ist dein Alpha, natürlich schämt sie sich nicht für dich", erwiderte der andere Omega.
„Bist du da sicher…? Ich meine, ich weiß ja, ich bin kein Hauptgewinn…" Nate verstummt. Das waren seine altern Unsicherheiten, die aus ihm sprachen. Der beschädigte Omega, den keiner wollte. Nachdem Amaya ihn verlassen hatte, war er automatisch wieder in dieses Gedankenmuster verfallen. Und so sehr er versuchte es abzuschütteln, es gelang ihm nicht.
„Ich würde es mit dir treiben. Öfter. Wenn ich noch keinen Omega hätte, meine ich. Und vielleicht könntest du mich sogar für eine Beziehung weichkochen, wenn du es versuchen würdest. Der dort hat es ja auch geschafft", meinte Mick plötzlich ernsthaft.
„Was nicht so einfach war", ließ sich Ray vernehmen.
„Amaya weiß, was sie an dir hat. Sie ist verrückt nach dir. Das kann jeder hören, der an eurem Quartier vorbeigeht. Oder an den anderen Orten, die ihr regelmäßig entweiht. Respekt übrigens für den Küchentisch", schloss Mick, „Das hatte bis zu euch noch keiner gewagt."
„Ihr habt es auf dem Küchentisch getrieben?!" Ray stand mit weit aufgerissenen Augen und entsetzter Miene vor ihm und begann mit einem mit Geschirrspülmittel getränktem Schwamm die Tischplatte zu putzen. „Jetzt kann ich hier nie wieder essen!"
Nate brachte sich in Sicherheitsabstand um nicht mit Geschirrspülmittel bespritzt zu werden.
„Und das ist der Grund, warum ich es nie auf dem Küchentisch treiben werde", bemerkte Mick bedauernd und sah Ray bei dessen Putzanfall zu. Nate tat es ihm gleich. Ab wann ist es nicht mehr liebenswert sondern ein Problem?, fragte er sich. Aber Ray hatte recht, Nate war eine alte Pottsau und konnte so etwas wirklich nicht beurteilen. Rays Sauberkeitswahn war ihm schon immer wie genau das erschienen: Wie ein Wahn. Aber vielleicht war er das ja gar nicht.
Genau wie seine Freunde vielleicht nur nett zu ihm sein wollten, weil sie nun mal seine Freunde waren und aus Erfahrung wussten, wie schlecht er darauf reagiert hatte verlassen zu werden. Und sie ja waren ja auch Amayas Freunde. Vielleicht wollten sie etwas zusammenhalten, was einfach nicht zusammengehörte.
„Vielleicht sind wir zu grundverschieden", meinte Nate.
Mick warf ihm einen „Wirklich?"-Blick zu und deutete auf Ray, der immer noch den Tisch putzte. „Ihr stammt wenigstens aus derselben Zeit. Ich weiß nicht, ob ich wirklich in den 1940ern leben kann. In der Zeit vor Rock n Roll, vor Farbfernsehen, vor der Mondlandung, und vor anständigen Haarpflegeprodukten", fuhr Nate fort, „Das wird hart."
Ray hielt mitten im Putzen inne. „Ihr wollt in den 1940ern leben?!", wunderte er sich.
„Nun, das müssen wir doch, oder?", erklärte Nate, „Amaya muss ihr Dorf beschützen, und ihre Tochter und ihre Enkelinnen, zumindest die Gute, müssen geboren werden. Es wird zwar hart werden sie zu teilen, aber … na ja, vielleicht ist es ja ein Beta. Der Vater von Amayas Tochter, meine ich."
Ray und Mick tauschten einen Blick, der viel auszusagen schien, den Nate aber nicht ganz verstand. „Nate, würdest du wirklich nur der Seitenomega sein wollen?", wollte Ray wissen.
„Wollen ist nicht das richtige Wort, aber ich liebe sie nun mal, und du hast mir selbst gesagt, dass Amaya ein Schicksal hat. Was bleibt mir also übrig?", verteidigte sich Nate.
Nun sahen sie ihn an, als würden sie ihn verurteilen. Vielleicht taten sie ja genau das gerade. Zuerst Leo und nun sie. Warum verurteilten ihn nur ständig alle für seinen Wunsch ein guter Omega für seinen Alpha sein zu wollen? Er wollte nicht an gebrochenem Herzen sterben, und er wollte auch nicht für einen gesichtslosen Fremden zurücktreten damit eines Tages Mari und Kuasa geboren werden konnten, aber als guter Omega wurden solche Dinge nun mal von ihm erwartet. Natürlich wurden erwartete sie nicht Amaya von ihm. Vielmehr tat das die Welt. Und das Schicksal, wie es schien.
Nate konnte ihre Blicke nicht mehr ertragen. „Da fällt mir ein, ich habe Jax versprochen ihm mit dieser Sache zu helfen, also gehe ich zu ihm und helfe ihm damit. Jetzt. Bis später. Ray, es rinnt Schaum auf den Boden", stotterte Nate, erhob sich und floh aus der Küche. Er hatte Jaxs nicht wirklich versprochen ihm bei irgendetwas zu helfen, aber zumindest Jax würde ihn nicht verurteilen, hoffentlich.
„Diese Leute spinnen doch alle", meinte Zari zu niemand im Speziellen. Gegen Nazis zu kämpfen war genau so lange witzig gewesen, wie keiner verletzt worden war, doch nun lag der Professor im Koma, Jaxs Herz war gebrochen, und sie hatten ein neues Crewmitglied das bereits nach kurzer Zeit beliebter war als Zari.
Und was den Rest anging: Zeitreisen waren Spaß, wenn man nicht gerade Gefahr lief zu sterben, aber die Legends wollten Zari nicht dabei helfen ihren Bruder zu retten und nahmen keinen ihrer Vorschläge ernst. Sie hörten sogar auf die Pappnasen vom Time Bureau mehr als auf sie, und der Erfolg davon war, dass Rip Hunter nun im Gefängnis saß. Zari hätte diesen Ausgang der Ereignisse gleich voraussagen können. Was mache ich eigentlich hier an Bord?
Ja, Darhk und die verrückte Kuasa waren hinter ihrem Totem her, aber nach allem, was Zari in den letzten Monaten gelernt hatte, wäre sie eigentlich durchaus in der Lage auf sich selber aufzupassen. Sie könnte sich verstecken und den Darhks und Kuasa eine Falle stellen, oder ähnliches. Es gab keinen zwingenden Grund für sie an Bord der Waverider zu bleiben. An Bord, wo sie immer nur von Sara angeschrien wurde, für all das, was sie angeblich falsch machte, aber nie für das gelobt wurde, was sie richtig machte.
Und was die anderen anging: Ja, sie verstand sich mit Ray und Amaya ganz gut, aber wenn sie zu viel Zeit mit Ray verbrachte wurde Mick komisch zu ihr, und wenn sie zu viel Zeit mit Amaya verbrachte, sah Nate sie misstrauisch an und Sara machte anzügliche Witze, die Zari nicht ganz verstand, und das obwohl Zari weder an Ray noch an Amaya romantisches Interesse hatte. Zumindest nicht wirklich. Ray war zwar hinreißend, aber das war nun mal seine Art und hatte nichts mit Zari zu tun, und Amaya war eine umwerfende Frau, aber sie war Zaris Freundin und Mentorin und nicht irgendetwas Unanständiges, auch wenn das alles zu glauben schienen.
Es ist wegen dem Totem, es verbindet uns irgendwie. Was vermutlich bedeutete, dass Zari und Amaya auf irgendeine Art und Weise miteinander verwandt waren, was aber keinem anderen als Zari – nicht einmal Amaya – bisher in den Sinn gekommen zu sein schien. Aber was konnte man schon von einer Frau erwarten, die Gideon nicht einmal über die Identität des Vaters ihrer zukünftigen Tochter befragte? Ich meine, immerhin könnte es Nate sein, nicht wahr? Es gibt keinen triftigen Grund, der dagegen spricht. Wer sagt, dass sie sich nicht immer schon kennengerlernt und ineinander verliebt haben?
Das würde dann bedeuten, dass Zari auch mit Nate verwandt sein könnte. War das der Grund, warum sie blieb? Weil sie ihre gesamte Familie verloren hatte, und die einzige Familie, die sie hypothetischer Weise noch besitzen könnte hier auf der Waverider war? Warum bin ich wirklich noch hier?
Sara hatte sie alle auf die Brücke gerufen und Zari folgte dem Ruf, wie ein braver keiner Soldat, der sie nicht war. Sie hatten einen kurzen Abstecher nach 2018 unternommen um zu sehen, ob es dem Professor inzwischen besser ging (nein) und um irgendjemanden zu treffen (weil Rip es so gewollt hatte), und dieser jemand kam jetzt mit Sara auf die Brücke. „Seit wann hat Rip einen Beta-Klon?", wollte Rory wissen.
Sara ignorierte ihn, wie immer, wenn er solche Kommentare schob. „Das hier ist John Constantine", erklärte sie und zeigte auf ihren Begleiter. Zari hatte den Namen nie gehört, aber es handelte sich um einen relativ gutaussehenden blonden männlichen Beta, der wie Rip Brite zu sein schien, und ungeniert Leo Snart angrub, der das geschmeichelt aber bestimmt zurückwies. Was Constantine dazu veranlasste Zari anzusehen und zu meinen: „Pech für mich, aber wie ich sehe hat Sara hier einen Haufen überaus …interessanter Begleiter versammelt." Zari beschloss darauf vorerst nicht zu reagieren.
„Was will er von uns?", mischte sich Jax ein.
„Nun, John ist auf einen Dämon getroffen, einen Dämon, der von einem kleinen Mädchen Besitz ergriffen hat und meinen Namen kennt, wie es scheint", erklärte Sara.
„Na wunderbar, noch ein Dämon", seufzte Zari.
„Noch ein Dämon?", wunderte sich Constantine.
„Sara hat vor Kurzem einen getroffen", berichtete Ray, „Sein Name ist Mallus."
„Oh, Mallus. Was für ein äußerst passender Name für einen Dämon. Nun das ändert die Sache. Vielleicht handelt es sich bei meinem Dämon und euren Dämon um den gleichen Dämon. Oder sie stehen in irgendeiner Verbindung zueinander. Auf jeden Fall kann das kein Zufall sein. Es sei denn, du hast noch mehr Dämonenbekanntschaften von denen ich nichts weiß, Sara", meinte Constantine.
„Bisher nicht", erwiderte die Frau darauf schulterzuckend.
„Na dann. Lasst uns einen Dämon austreiben", sagte John Constantine darauf bestimmt.
A/N: Und nun weiter mit John und dem Irrenhaus. Und ja, Zari gibt hier einiger meiner offensichtlicheren Theorien, die keiner je zu erwähnen scheint, wieder.
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