4. Ich hoffe keiner hat keinen verführt, während ich fast lobotomiert wurde!


Extra-Warnings: Androhung von Lobotomie, veraltete psychiatrische Einstellungen, Erw. von KZs und einen nationalsozialistischen Regime, dezitierte 3.10-Spoiler, vage 3.11-Spoiler


Leo mochte die Legends und verbrachte gerne Zeit mit ihnen, auch wenn es nicht immer leicht war. Besonders fiel natürlich der Unterschied zwischen Mick und Mickey ins Gewicht, der ihn zu Beginn doch ziemlich aus dem Gleichgewicht gebracht hatte, doch den er langsam aber sicher gelernt hatte zu akzeptieren und sogar zu schätzen. Und letztlich genoss er es einfach von Leuten umgeben zu sein, die ihn nicht als unnatürlich ansahen, sondern so nahmen wie er war. Etwas, das er, seit er sich als Teil-Omega herausgestellt hatte, gerade nur einmal mit Mickey und seinem geliebten Ray erlebt hatte.

Doch den Legends war sein Geschlecht ziemlich egal, sie nahmen ihn als Person wahr und nicht nur als Omega, und deswegen war er nur zu gerne bereit ihnen und ihren Freunden zu helfen, selbst wenn er dafür ein Irrenhaus (Nervenheilanstalt wurde das wohl auf dieser Welt heutzutage genannt) infiltrieren musste um ein kleines Mädchen zu finden, das von einem Dämon besessen war.

Leo war sich ja nicht ganz sicher, was er von John Constantine halten sollte. Es war schmeichelhaft gewollt zu werden und auch gut, dass der Beta eine Zurückweisung akzeptierte, aber andererseits kratzte es doch ein bisschen an Leos Ego zu sehen wie schnell Constantine sich anderen Objekten seiner Begierde zuwandte. Zurzeit schien er es vor allem auf Sara abgesehen zu haben, was Leo recht sein konnte, immerhin brauchte der Alpha dringend Entspannung, und ein wenig freundschaftlicher Sex käme da genau richtig.

Einen Alpha zu haben, den es galt glücklich zu halten, war auch ein neues Gefühl für Leo. Seine Welt war immer eine Welt der Betas gewesen. Der Führer, General Schott, selbst Eddie … in der Regel waren es die Betas, die sich in Machtpostionen hocharbeiteten. Ja, es gab auch Ausnahmen, allen voran den General, aber Alphas waren meistens vor allem Fußsoldaten, nicht ihnen galt die Loyalität der Masse, sie waren die loyale Masse. Leo hatte in seinem bisherigen Leben wenig interessante Alphas kennengelernt, abgesehen von Mickey natürlich, und trotzdem, vielleicht war er der Omega-Anteil in ihm, der sich instinktiv Sara Lance dem Alpha aller Alphas untergeordnet hatte, kaum dass er sie kennen gelernt hatte. Es war ihm ganz natürlich erschienen. Und tat es jetzt immer noch.

Seit er hier war, hatte er viel über die drei Hauptgeschlechter und ihre Beziehungen zueinander nachgelesen, und ein Teil von ihm hatte damit begonnen sich zu fragen, ob er in seinem bisherigen Leben vielleicht irgendetwas verpasst hatte. Selbst seine Beziehung zu Mickey – sie waren Brüder gewesen, beste Freunde, aber sie waren nicht Alpha und Omega gewesen.

War es falsch gewesen sich sein Leben lang wie ein Beta zu verhalten? Eddie wäre anderer Meinung, aber das war die Art und Weise, auf die Leo bisher durchs Leben gegangen war: Die eines Betas. Immerhin erlebte er keine Hitzen, also war sein Beta-Anteil größer als sein Omega-Anteil, auch wenn die Nationalsozialisten das anders gesehen hatten. Aber ein Omega zu sein, sich wie ein Omega zu verhalten … wenn er sich ansah, was Amaya und Nate oder Mick und Ray oder sogar Sara und Rip Hunter miteinander hatten, nun dann war er doch ein bisschen eifersüchtig. Nicht, weil er unglücklich mit seinem Ray wäre, nein ganz im Gegenteil, sondern eher deswegen, weil sie auf eine Art und Weise miteinander verbunden zu sein schienen, auf die er gerne mit seinem Ray verbunden wäre, es aber letztlich wohl niemals sein könnte.

Oder vielleicht doch? Konnte man lernen mehr wie ein Omega zu sein? Wäre das überhaupt richtig?

Der Omega-Anteil in ihm fühlte mit Nora Darhk, dem kleinen vom Dämon besessenen Mädchen, und wollte sie retten, was prompt dazu führte, dass er gemeinsam mit Sara, Jax, und Constantine in der Vergangenheit landete – und das ganz ohne Waverider, und damit auch ohne jede Möglichkeit auf Rückkehr. „Es ist ganz einfach", meinte Sara, „Wir müssen den anderen nur eine Nachricht hinterlassen, die besagt wann sie uns finden können."

Das war allerdings leichter gesagt als getan. Bei seinem Versuch auf dem auffälligen Bild der Nervenheilanstalt eine Nachricht zu hinterlassen, wurde Leo geschnappt, und zugegeben seine Erklärung, dass er aus einer anderen Zeit und von einer anderen Erde stammte, sprach sicher nicht grade für ihn, aber dieser Ärztin war zuzutrauen, dass sie ihn so oder so hätte behandeln wollen. Sie erinnerte Leo nicht nur ein bisschen an den Doc aus dem KZ, in dem er eingesessen war, und andere Leute seines Schlages. Sie hatte etwas an sich, das wissenschaftliche Neugierde und Sadismus in einem versprach.

„Ihre Pheromone sind nicht ganz eindeutig, mein Freund", meinte die Ärztin, die natürlich ein Beta war, als sie ihn an einen Stuhl gefesselt gegenüber saß, und befragte, „Sind Sie ein Beta oder ein Omega?"

Leo sah keinen Sinn darin über etwas zu lügen, das sowieso nicht zu verbergen war (wie er aus eigener bitterer Erfahrung wusste), und erklärte wahrheitsgetreu: „Ich bin ein Beta-Omega."

„Oh, davon habe ich schon gehört. Sie sind ein anderer dieser armen geschlechtsverwirrten Fälle", meinte die Ärztin mit voll geheucheltem Mitleid triefender Stimme, „Ich habe gehört manche von euch benutzen keine sehr … lauteren Methoden um an ihre andersgeschlechtlichen Pheromone zu kommen."

Leo konnte sich zwar vorstellen, was das heißen sollte, war aber nicht erfreut über diese Vorstellung. Offenbar unterschieden sich die beiden Erden doch nicht so sehr voneinander, wie er gedacht hatte, wenn man davon absah, dass gewisse Barbareien hier in der Vergangenheit zu liegen schienen, nur dass Leo nun mal gerade eben in jener Vergangenheit festsaß!

„Ich habe keine unlauteren Methoden benutzt um an irgendwas zu kommen!", versicherte Leo der Beta-Frau, „Ich als Intersex geboren."

Die Ärztin schüttelte traurig den Kopf. „So viel Verwirrung in so einem kleinen Kopf. Aber kein Sorge, wir können dafür sorgen, dass es Ihnen wieder besser geht", meinte sie, „Es gibt Nichts, was eine kleine Lobotomie nicht beheben könnte."

Na toll. Leo versuchte sich von seinen Fesseln zu befreien, aber es war sinnlos. Man hatte ihn ziemlich fest auf den Patientenstuhl geschnallt. „Das ist keine sehr gute Idee", keuchte er, „Und vollkommen unnötig. Ich bin geistig vollständig gesund."

Doch schon hatte sie den Hammer und den Meißel gezückt und deutete ihren Pflegern Leos Stuhl hinunter zuklappen, so dass er sein Schicksal liegend über sich ergehen lassen musste. Vielleicht war es doch ein Fehler sich den Legends anzuschließen….

Leo schloss die Augen um sein kommendes (geistiges) Ende nicht sehen zu müssen, als Jax, Sara, und Constantine hereingestürmt kamen um ihn zu retten. Zumindest das hatte ihm die Mitgliedschaft bei den Legends gebracht: Mehr Leute, die ihm den Rücken stärkten und auf die man sich verlassen konnte.

Oder auch nicht. Zwar wurde sein Gehirn gerettet, und seine Fesseln wurden gelöst, doch dann musste er erfahren, dass Sara und Constantine offenbar seit ihrer Ankunft in dieser Zeit vor allem damit beschäftigt gewesen waren einander zu verführen, was er ja prinzipiell gut heißen würde, aber doch nicht bei der Arbeit und vor allem nicht dann, wenn er dabei war lobotomiert zu werden!

„Ich hoffe keiner hat keinen verführt, während ich fast lobotmiert wurde!", ließ er sich leicht panisch vernehmen und fragte sich, ob das der Grund war, warum er so lange auf seine Rettung hatte warten müssen. Und ob es zu spät für ihn gewesen wäre, wenn Jax nicht gewesen wäre, der die Nachricht für die Zukunft hinterlassen hatte, und Sara und Constantine in den Hintern getreten hatte um Leo zu retten.

Danke Jax, aber buh Sara und Constantine? Vielleicht waren Alphas ja doch nicht so toll, wenn sie derart triebgesteuert waren.

Andererseits … sie konnten kämpfen wie sonst keiner, dachte Leo so bei sich, als er Sara beim Kampf gegen die Mallus-Anhänger zusah. Es war wirklich gut, dass diese Frau auf ihrer Seite war.


Vielleicht hatte Rip ja recht gehabt und Mallus war wirklich der schlimmste Gegner, den sie sich je hatten stellen müssen. Selbst Constantine schien vor ihm Respekt zu haben. Zuerst sagt er mir ich bin stärker als jedes Böse, und dann nimmt er es wieder zurück. Typisch Mann!

Es war wohl ein Fehler gewesen sich auf den Beta einzulassen, aber na ja, es hatte Spaß gemacht. Und anders als mit Alex Danvers führte es auch zu keinem komplizierten Danach-Gespräch, und anders als mit Rip war es nicht kompliziert, zumindest nicht sonderlich. Obwohl die Tatsache, dass er dachte, sie könnte nicht gegen Mallus bestehen, schon etwas an ihrem Ego kratzte. Aber, tja, es war doch wohl schon auf den ersten Blick offensichtlich, dass John Constantine kein Hauptgewinn war. Aber Sara war auch nicht auf der Suche nach einem Hauptgewinn.

Was vielleicht der Grund dafür war, warum sie es, nachdem sie Nora an Mallus verloren hatten (oder besser gesagt nachdem Damien seine eigene Tochter einem Dämon übergeben hatte um seine spätere Auferstehung zu sichern, was für ein kranker Kerl!) und aus der Vergangenheit gerettet worden waren, noch einmal mit ihm trieb, bevor sie ihn wieder in 2018 absetzten.

„Und wie dämonisch bin ich?", wollte sie nach dem Akt von John wissen.

„Sehr dämonisch", meinte dieser ohne jede Ironie, „Ich glaube aber, dass ihr mit den Totems von Zambesi dazu in der Lage sein solltet Mallus zu besiegen. Warum sonst sollten sie so eine große Rolle in dieser ganzen Geschichte spielen?"

„Mhm", erwiderte Sara nur darauf, „Nun, zumindest besser als Rays Anti-Magie-Naninten-Kanone sollten sie funktionieren."

„Mhm", meinte John dazu und musterte sie nachdenklich.

„Was?", wollte sie wissen.

„Ach, nichts", meinte er nur, „Es ist nur … diese ganze Geschichte, dass du in Mallus' Dimension warst. … Und du warst schon mal tot. … Und hattest einige Zeit lang keine Seele."

Sara runzelte die Stirn. „Was willst du mir damit sagen?", verlangte sie von ihm zu erfahren.

„Nichts", behauptete John.

Sara war sich ziemlich sicher, dass er log, was das anging. Nun zumindest würde er es hoffentlich irgendjemanden sagen, bevor er das Schiff verließ. Wenn es wichtig war…. Nun, Sara war nicht dumm, sie konnte sich denken, worum es ging.

Mallus war irgendwie mit ihr verbunden. Und das bedeutete, dass er vielleicht dazu in der Lage war sie zu beeinflussen, so wie er Nora Darhk beeinflusst hatte. Kein sehr tröstlicher Gedanke. Über manches konnte einem nicht einmal Sex hinweghelfen.

Sex, von dem sie in letzter Zeit wieder mehr hatte. Trauerarbeit wegen ihrer Trennung von Rip? Oder fiel sie in alte Verhaltensmuster zurück? Hatte sie jede Hoffnung auf eine feste Beziehung begraben, weil es mit Rip schief gegangen war? War sie wieder die alte umtriebige Sara Lance?

Nun, falls das alles wirklich darauf hinausläuft, dass mich ein Dämon übernimmt, spielen diese Fragen alle keine Rolle, nicht wahr? … Ach, Unsinn, soweit wird es schon nicht kommen.

Nachdem sie sich offiziell von Constantine verabschiedet hatten, erhielt Sara einen Anruf vom Time Bureau. Aus Erfahrung wusste sie, dass es besser war ran zu gehen. Ava konnte sonst sehr ungemütlich werden, obwohl sie sich in letzter Zeit verwirrender Weise sanfter gab, wenn sie mit Sara sprach. Was da wohl dahinter steckte?

„Miss Lance, es gibt Neuigkeiten, was Agent Hunter betrifft", erklärte Ava.

„So? Und was für Neuigkeiten sind das? Hat sich das Time Bureau endlich dazu herabgelassen ihm zu glauben und etwas gegen Mallus zu unternehmen?", gab Sara zurück.

„Nein, leider ist dem nicht so", meinte Ava, „Der Direktor und die anderen nehmen Mallus nach wie vor nicht wirklich ernst. Aber darum geht es im Moment nicht. Der Grund, warum ich angerufen habe ist folgender: Agent Hunter ist aus dem Gefängnis geflohen."

„Oh", machte Sara und zog eine Miene, die hoffentlich ausdrückte, dass diese Neuigkeit ihr Sorge bereitete, „Nun, ich danke Ihnen für diese Information, Agent Sharpe. Wir werden die Augen offen halten und Sie wissen lassen, ob wir erahnen können, was er plant, oder nicht."

Ava nickte abgehackt und unterbrach dann die Verbindung. Sara gestattete sich nun endlich zu Grinsen. „Das hat ja lange genug gedauert", meinte sie. Sie hatte schon vor Wochen mit dieser Neuigkeit gerechnet.

„Captain Hunter war immer schon jemand, der auf lange Sicht geplant hat", meldete sich Gideon zu Wort.

„Ja, das ist allerdings wahr", meinte Sara, „Und das trotz seiner Neigung zu Kurzschlussaktionen. Nun, dann sollten wir den anderen die frohe Kunde mitteilen."

Sie kehrte auf die Brücke zurück, wo der Rest ihrer Leute sie erwartete und scheinbar immer noch über Kuasa diskutierte (die Wasser-Hexe war vor Saras Trip in die Nervenheilanstalt an Bord gefangen gewesen, doch Amaya hatte sie während Saras Abwesenheit wieder gehen lassen, wie es schien gegen Nates Willen). „Leute, vergesst Kusas für einen Moment. Was passier ist, ist passiert. Amayas Entscheidung macht mich zwar nicht gerade glücklich, aber ich kann verstehen, dass sie ihre Enkelin nicht gefangen halten wollte. Ich denke mal, jeden von uns würde es genauso gehen. Aber ich habe gute Nachrichten: Rip ist aus dem Gefängnis entkommen und auf den Weg zurück zu uns. Es ist also nur eine Frage der Zeit bis wir alle wieder vereint sind!", sagte sie.

Jax warf ihr einen Blick zu, der Zweifel ausdrückte, sagte aber nichts.

„Das ist wunderbar!", ließ sich Ray vernehmen, „Ja, denn ich könnte gut seinen Rat gebrauchen für … Ich meine, es ist gut, wenn er wieder bei uns ist."

„Mhm." Sara warf Ray einen scharfen Blick zu, doch er sah zu Boden. Sehr verdächtig. Ray wollte etwas vor ihr verheimlichen? Schon wieder mal? Wann lernte er endlich, dass er dafür nicht geschaffen war? Sara beschloss es für den Moment ruhen zu lassen.

„Nun, eines ist auf jeden Fall klar, wenn er sich bei uns meldet, dann werden wir dem Time Bureau nichts davon erzählen, denn die wollen ihn immer noch einsperren und scheinen in Mallus nach wie vor keine ernste Gefahr zu sehen", fuhr sie fort, „Was das angeht, sind wir und das Bureau also offenbar nach wie vor keine Verbündeten."

Das galt auch für Ava, solange sie sich weiterhin an die offizielle Politik des Büros hielt. Sie hatte diese zwar bereits einmal in den Wind geschlagen, als sie zurückgekommen war, um Sara und den anderen gegen die Darhks zu helfen, und hatte Sara aus Mallus Dimension gerettet, aber solange sie kein deutlicheres Zeichen dafür setzte auf welcher Seite sie stand, nun so lange würde diese Arbeitsbeziehung belastet bleiben.

Was irgendwie schade war, denn Sara hatte festgestellt, dass Rip nicht unrecht hatte, und Ava eigentlich ganz nett sein konnte, wenn sie es wollte. Sie war kein so schlechter Kerl. Ein typischer Alpha eben, aber ansonsten konnte man ihr eigentlich nur ihre Treue zum Bureua vorwerfen.

Und die hat schon mich und Rip auseinander gebracht, also wären wir beide von Anfang an zum Scheitern verurteilt. … Moment, was denke ich da? Seit wann sehe ich in Ava Sharpe eine potentielle Partnerin?

Vermutlich seit der Wikinger-Mission, als Ava die gierigen Wikinger alle fern gehalten hatte mit „Ich bin nicht so der heiratswillige Typ". Oder war es Leos Behauptung gewesen, dass Ava in Sara verknallt wäre?

Aber das ist doch Unsinn, oder? Ich meine, ja, sie ist milder zu mir, aber ich weiß, dass sie mich noch nie leiden konnte. Daran hat sich nichts geändert. Oder?

Und schon wurde es wieder kompliziert. Seit Rip sollte alles andere danach einfacher sein, aber irgendwie wurde alles trotzdem wieder kompliziert: Alex, John, Ava… Vielleicht sollte ich die Liebe einfach ganz aufgeben. Und den Sex auch, der wird doch in Wahrheit immer noch kompliziert. Ich muss mir doch nur Nate und Amaya ansehen…

Sara warf einen Blick auf die beiden. Ihr Streit lag nach wie vor in der Luft. Und Mick war nach wie vor damit beschäftigt sein Footballspiel anzusehen. Trotzdem schien er den Ersatz-Captain gegeben zu haben, als sie und Jax in der Zeit verschollen gewesen waren. Mhm. Verkehrte Welt Amaya macht Ärger, und Mick macht sich. Oder nicht? Entdeckt Mick langsam sein wahres Potential?

Das wäre wünschenswert. Seine Beziehung zu Ray schien ihn zu stabilisieren, und nach Doomworld war es unwahrscheinlich, dass er sie noch einmal verraten würde. Er hatte seine Lektion gelernt. Und er liebte das Rudel, das wusste sie. Er stand Amaya und Nate näher als er Kendra oder Martin jemals gestanden hatte. Und das obwohl es offensichtlich war, dass Mick Martin vermisste. Wurde er endlich wirklich einer von ihnen?

Nun, aber selbst wenn, dafür haben wir jetzt Zari hier, nicht wahr? Sara konnte richtiggehend sehen, wie sich der Beta auf die Zunge biss um etwas nicht zu sagen. Anders als Jax konnte sie ihre Zweifel schwerer verbergen. Sie waren für jeden offensichtlich.

„Trotzdem werden wir weiter mit dem Bureau arbeiten, was den Kampf gegen Anachronismen angeht", schloss sie ihre Rede, „Wir werden in Zukunft einfach etwas vorsichtiger sein, was die Informationen angeht, die wir mit diesen Leuten teilen."

Sie nickte allen noch einmal zu. „So viel dazu. Leo? Du hast doch nicht vor uns zu verlassen, oder?", vergewisserte sie sich, „Fast lobotomiert zu werden war sicher eine traumatische Erfahrung, aber wir können dich hier nach wie vor gebrauchen. Und ich werde persönlich dafür sorgen, dass du so schnell nicht wieder in einer derartige Situation gerätst." Immerhin war der Schutz ihres Rudels wichtig, und sie durfte diesen ob amouröser Abenteuer, egal welcher Art, nicht vergessen.

Leo warf einen kurzen Blick auf Jax. Dann meinte er: „Nun, ich war etwas erschüttert, das gebe ich zu. Aber ich habe schon Schlimmeres hinter mir. Ich vermisse zwar meinen Ray, aber ich denke ich bleibe noch ein wenig länger. Wir sind noch nicht fertig miteinander."

Was immer das heißen sollte. Aber offenbar war Jax ihr zuvor gekommen und hatte mit Leo geredet. Trotz seiner Trauer fand er immer noch Zeit dazu der Beta zu sein. Sara war ihm dafür dankbar. Wenn er nur einen Weg wüsste das Zari-Problem zu lösen. Aber vielleicht wusste er das ja. Sie musste mit ihm darüber sprechen. Über das und anderes. (Auch über, was auch immer Ray gerade verheimlichte).

Aber dazu war später immer noch Zeit. Im Moment war ihr danach Rips Rückkehr in die Freiheit zu feiern. Auch ohne den Ehrengast.

„Nun, ich schlage vor, dass wir uns runter in die Küche begeben und die Tatsache feiern, dass Rip zu uns zurückkehren wird", meinte sie deswegen, „Wer hat noch Lust auf Kuchen?"

Ray, Zari, Jax, Leo, Amaya und Nate sahen zwar nicht gerade so aus als wären sie in Feierlaune, aber sie folgten Sara trotzdem, genau wie Mick, der meinte: „Das Spiel ist sowieso gerade vorbei."

Das war wichtig, sagte sich Sara, sie mussten die wenigen Siege, die ihnen gestattet waren so feiern wie sie fielen, denn sie hatten selten genug etwas zu feiern. Und wer wusste schon, was die Darhks als nächstes für sie im Petto hatten?


A/N: Auch Leo bleibt uns in dieser Fic länger erhalten.

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