5. Kein kleines Mädchen mehr
Extra-Warnings: dezitierte Spoiler für 3.10, indirekte Spoiler für 3.11-3-13, eine Extra-Portion Angst und eine trotzige Zari
Ray war eigentlich nicht nach Feiern zu Mute, aber da er annahm, dass es die anderen vielleicht brauchten, setzte er ein fröhliches Gesicht auf und tat so, als wäre alles in Ordnung. Er nahm nicht an, dass ihn die anderen durchschauen würden, mit Ausnahme vielleicht von Zari, die den Grund für seine schlechte Stimmung wohl am Ehesten erahnen können würde, aber nichts sagte.
Dafür sprach Mick ihn nach der Feier vor dem Schlafengehen darauf an. Er tauchte wie in letzter Zeit fast jeden Abend in Rays Quartier auf (offiziell hatten sie jeder immer noch ihr eigenes Quartier), doch anstatt Ray zu umarmen und zu küssen und auf das Bett zu ziehen, setzte er sich auf dieses und sah den Omega ernst an.
„Was ist los, Schmalzlocke?", wollte er wissen, „Mit dir stimmt doch was nicht. Denkst du wieder an Thawne?"
Nun, das war Nachteil daran, wenn man mit Mick Rory zusammen war, man ging immer automatisch davon aus, dass jemand, der nicht gerne über Gefühle sprach und sich unaufmerksam gab, das auch beibehalten würde, wenn man selber keine Lust auf ein Gespräch hatte, aber leider war Mick Rory ein überaus aufmerksamer Partner.
„Nein. Es war nur … diese Mission", erklärte Ray, „Zari und ich haben Zeit mit Nora verbracht, und sie war ein gutes Kind. Sie hätte nicht zu dem werden müssen, was sie in der Zukunft ist, aber wir konnten es nicht verhindern. Darhk selbst hat zugelassen, dass sie dem Dämon zugeführt wird. Seine eigene Auferstehung war ihm wichtiger als das Wohl seiner Tochter! Nora hatte Besseres verdient! Ich … ich werde einfach das Gefühl nicht los sie enttäuscht zu haben. Ich habe ihr versprochen, dass alles gut werden wird, aber ich konnte sie nicht retten."
Und dann war da natürlich auch noch die andere Sache. Dass Constantine ihm gesagt hatte, dass er dazu bereit sein sollte die Anti-Magie-Naniten-Kanone gegen Sara einzusetzen, wenn es notwendig werden sollte. Aber zumindest das musste er Mick ja nicht unbedingt an die Nase binden. Immerhin wusste er, wie schlecht Mick darin war Geheimnisse für sich zu behalten.
Mick deute Ray sich neben ihn auf das Bett zu setzen, und legte diesem dann tröstende Hand aufs Knie. „Schmalzlocke, ich weiß, dass du immer alle retten willst. Das gehört zu den Dingen, die dich ausmachen. Aber manchmal kann man eben nicht helfen. Besonders, wenn es um diesen ganzen Zeitreisequatsch geht. Erinnerst du dich noch an Hunters Familie? Manchmal bahnt sich Zeit einfach ihren Weg. Manche Dinge kann man nicht ändern, egal wie gerne man es möchte. Nora Darhks Schicksal gehört offensichtlich dazu", erklärte der Alpha geduldig.
„Damit kann ich mich aber nicht abfinden. Ich hätte dazu in der Lage sein müssen sie zu retten", widersprach Ray, „Wozu sonst bin ich ein Held? Ich habe meine Rüstung gebaut, weil ich Menschenleben retten wollte. Aber in letzter Zeit habe ich nicht gerade das Gefühl, dass wir besonders erfolgreich darin sind das auch umzusetzen."
„Was mit dem Professor passiert ist, war nicht deine Schuld. Und was mit Nora Darhk passiert ist, ebenfalls nicht", meinte Mick kategorisch, „Und beide leben noch."
Das war wahr. Vielleicht bedeutete das, dass es noch nicht zu spät war. Er hatte die junge Nora nicht retten können, aber vielleicht konnte er die erwachsene Nora retten. Immerhin wusste er nicht, wie viel von ihren Taten von ihr selbst und wie viel von Mallus und ihrem Vater ausgingen. „Du hast recht", stelle er laut fest, „Es ist noch nicht zu spät für Nora. Vielleicht kann ich sie immer noch retten!"
Mick wirkte nicht gerade so als wäre er begeistert von diesem Vorschlag. „Zuerst Amaya und jetzt du", brummte er.
Rays Eifer verfolg. „Heißt das … du denkst nicht, dass sie noch zu retten ist?", wollte er wieder niedergeschlagen wissen.
Mick musterte ihn eindringlich. „Du glaubst es. Das reicht doch", erwiderte er dann, „Was weiß ich schon."
Ray fühlte, wie der letzte Rest seines kurzzeitigen Enthusiasmus verflog. „Du glaubst also, dass sie nicht mehr zu retten ist", stellte er bekümmert fest, „Menschen können sich ändern, Mick. Du hast dich geändert. Warum sollte Nora es nicht auch können? Sie war kein böses Mädchen, sie war ein gutes Kind."
Mick seufzte. „Ich sagte doch, dass ich nichts weiß", meinte er, „Aber Ray, bitte sei vorsichtig mit deinen Hoffnungen. Nicht jeder will gerettet werden. Nicht jeder kann gerettet werden. Ich will nicht, dass du … verletzt wirst."
Er glaubt nicht daran, dass ich sie retten kann. Er traut es mir nicht zu, wurde Ray klar, Was wenn ich nicht mal Sara retten kann?! Der Gedanke eine Waffe bauen zu müssen, die er gegen Sara einsetzen musste, machte ihn ziemlich fertig.
„Weißt du was? Ich will jetzt einfach nur schlafen, sei mir nicht böse. Wir sehen uns morgen, ja?", meinte Ray schließlich und fühlte sich dabei undankbar und schrecklich, aber er wollte im Moment lieber alleine sein. Zuviel Widersprüchliches schwirrte ihm im Kopf herum.
Mick sah ihn an und legte dabei seine Stirn in Falten. „Du schmeißt mich raus?", vergewisserte er sich.
„Ich will einfach nur ein bisschen alleine sein", erklärte Ray müde.
Mick schien hin und her gerissen zu sein. Man konnte es hinter seiner Stirn arbeiten sehen. In der Vergangenheit war er in solchen Fällen meistens gegangen, oder Ray war gegangen, wie bei seiner überstürzten Flucht aus Micks altem Versteck um mitten in der Nacht einen Staubsauger zu kaufen. Diesmal schien er aber zu zögern. Ray fragte sich nur warum.
„Nein", sagte Mick dann.
„Nein?", wiederholte Ray ungläubig.
„Du tust das immer. Ziehst dich zurück, badest in deinen negativen Gefühlen, und denkst du bist dabei im Recht, will ich eh nicht merke, was in dir vorgeht. Aber ich habe es satt das gleiche Spiel immer und immer wieder zu spielen. Ich will nicht in drei Wochen feststellen, dass wir zwar immer noch ab und zu Sex haben, sonst aber nichts mehr so läuft, wie es soll. Du willst nicht mehr darüber reden. Das ist okay. Du denkst, ich würde dich nicht unterstützen, obwohl ich genau das wirklich versuche, obwohl ich die Idee Nora Darhk zu retten ehrlich gesagt für Unsinn halte. Aber ich weiß, dass es dir wichtig ist es zu versuchen. Und ich will nicht darüber streiten, aus genau demselben Grund. Wir müssen nicht mehr darüber reden, oder miteinander schlafen, oder uns auch nur ansehen, aber ich übernachte heute hier, neben dir. Weil du mein Omega bist und mich brauchst, weil du traurig bist", verkündete Mick dann, „Wenn du aufwachst, weil du Alpträume hast, und beschließt, dass du mich brauchst, dann bin ich gleich hier neben dir." Wie auf Kommando legte Mick sich auf das Bett.
„Du hast noch immer deine Schuhe an", merkte Ray an.
Micks Reaktion bestand darin sich seine Schuhe auszuziehen und sie vom Bett auf den Boden zu werfen. Nun zumindest waren die Schuhe nur über der Decke und nicht unter ihr, versuchte sich Ray selbst zu trösten.
Natürlich könnte er jetzt einfach genauso stur sein wie Mick und in dessen Quartier gehen und dessen Bett in Beschlag nehmen. Aber Mick würde ihm in diesem Fall vermutlich einfach dorthin folgen. Na gut. Es ist ja nicht so, dass ich ihn beachten muss, oder mit ihm reden muss, oder ihn auch nur ansehen muss, argumentierte Ray mit sich selber und zog sich seine Sachen aus und seine Schlafkleidung an. Dann schlüpfte er unter die Decke und schenkte Mick dabei so auffällig wie möglich keine Beachtung.
Er rollte sich zur Seite und wandte dem Alpha den Rücken zu und schloss dann schnell seine Augen. Er konnte Mick hinter sich mit der Decke rascheln hören und spürte wie der Alpha sich bewegte. Vermutlich zog er sich gerade aus. Nach einer Weile kehrte Ruhe ein. Ray atmete tief aus und ein, und versuchte zu schlafen. Er versuchte es wirklich, aber es war ein unruhiger Schlaf.
Sein Traum-Mallus wirkte um einiges dämonischer als der echte Mallus vermutlich aussah. „Nora!" Ray fuhr auf und saß aufrecht im Bett und versuchte den Traum abzuschütteln. Die Bilder des riesigen Dämons, der nach dem kleinen Mädchen mit seiner beklauten Hand griff, loszuwerden.
„Sshhh. Es war nur ein Traum", brummte Mick in sein Ohr und streichelte seinen Rücken. Ray erzitterte. „Nein, ich hab sie im Stich gelassen, Mick. Sie war doch nur ein kleines Mädchen", widersprach Ray.
„Sie war nicht dein kleines Mädchen. Manche von uns haben furchtbare Eltern, aber es ist nicht deine Aufgabe das wieder gut zu machen. Du bist nur ein Mann, ein Omega, nicht Jesus. Keiner erwartet Wunder von dir. Sie weiß, dass du es versucht hast", meinte Mick und strich ihm beruhigend über den Rücken.
„Was hab ich schon für sie getan?! Ich habe sie in ein Kaffehaus ausgeführt, das war alles!", lamentierte Ray.
„Und ich bin sicher, dass wir ihr bester Tag seit langem. Das wird sie nicht so schnell vergessen", behauptete Mick und fuhr damit fort Rays Rückenmark entlang zu fahren. Ray lehnt sich gegen seinen bewussten Willen in die beruhigende Liebkosung. Sie half ihm ruhiger zu werden und sich zu entspannen. Und Mick schien genau zu wissen, was er tat, an welchen Stellen er inne halten musste um sanften Druck auf Rays Rücken auszuüben, bevor seine Finger weiter nach Unten fuhren, nur am dann wieder von Oben anzufangen.
„Mick."
„Mhm?"
„Danke, dass du geblieben bist."
„Mhm."
Ray lehnte sich an Micks Brustkorb und gemeinsam sanken sie zurück ins Bett. Ray seufzte während Mick seine Schultern massierte. „Constantine hat gesagt, dass ich meine Anti-Magie-Kanone vielleicht gegen Sara einsetzen muss", erklärte Ray müde.
„Mhm."
„Warum sagt er mir so was? Ich bin nicht gut darin mit Stress umzugehen. Jeder weiß das! Man sieht es mir sogar an! Wieso setzt er ausgerechnet mich alleine so unter Druck?"
„Du bist nicht mehr alleine."
Ja, das stimmte allerdings. Ray schnappte sich Micks linken Arm und führte diesen um seinen eigenen Körper herum. Mick brummte zustimmend, küsste ihn in den Nacken, und wenig später versank Ray in tiefem Schlaf ohne einen einzigen Alptraum.
Am nächsten Morgen schlüpfte er aus dem Bett, als Mick immer noch schlief, und machte sich auf die Suche nach einem ganz bestimmten Objekt, das er immer gut verwahrt bei sich hatte, und das nun nicht mehr im Dunkeln herumliegen sollte.
„Wieso trägt Ray ein Armband?", wunderte sich Zari, nachdem der Omega die Küche wieder verlassen hatte, und sah die anderen fragend an.
Sara zuckte die Schultern. „Fashionstatement?", meinte sie unsicher.
„Das ist ein Omega-Band", erklärte Amaya geduldig.
„Was ist ein Omega-Band?", wunderte sich Zari.
„Das ist so eine Art altmodisches Äquivalent zu einem Verlobungsring für Omegas", führte Nate aus, „Wenn man einem Omega den Hof machen wollte, dann hat man ihm seine Absicht mitgeteilt, indem man ihm ein Omega-Band geschenkt hat. Wenn der Omega dieses Band später in der Öffentlichkeit getragen hat, dann war das die Erlaubnis dafür, dass man ihm den Hof machen durfte. Natürlich kam dann noch das offizielle Balzen, die Einverständniserklärung der Eltern etc. Aber im Grunde war das der wichtigste Schritt. In alten Zeiten konnte man den anderen nicht einfach einen Zettel mit der Frage Magst du mich? zustecken. Man musste subtiler vorgehen."
Zari dachte darüber nach. Das hörte sich alles sehr umständlich an. „Vermutlich gab es genug Schlampen, die mehrere dieser Bänder auf einmal getragen haben", meinte sie.
Nate warf ihr einen entsetzten Blick zu. Amaya sah sie ebenfalls streng an.
„Was?!", verteidigte sich Zari, „Irgendwie musste man sich doch alle Türen offen halten, oder? Wenn man die Person, die einem das Band geschenkt hat, nicht wirklich gekannt hat, woher sollte man dann wissen, ob es ein Arsch ist, oder nicht?"
Sara seufzte nur. „Genau genommen ist das nicht verboten gewesen, aber ich denke nicht, dass es viele Omegas gab, die das getan hätten", meinte Nate etwas verschnupft klingend, „Denn immerhin hätten sie so Alpha-Kämpfe provoziert."
Zari zuckte die Schultern. „So wüssten sie wenigstens wer der Stärkere von ihren Verehrern ist", meinte sie dazu nur.
Sara räusperte sich. „Die eigentliche Frage ist doch, woher Ray das Omega-Band hat", meinte sie.
„Mick hat es ihm geschenkt. Einige Zeit nach unserem Treffen mit George Washington", informierte Amaya die Gruppe.
„Oh? Und Ray hat es bis jetzt nicht getragen?", wunderte sich Sara.
„Er dachte, dass Mick nicht weiß, was es bedeutet. Und es ihm vielleicht nur wegen dem Diamanten geschenkt hat", erklärte Nate, „Außerdem wissen wir ja alle, wie die beiden sind. Mehr Katastrophe als Beziehung, zumindest meistens."
„Und was hat sich jetzt geändert?", wollte Zari wissen, „Sind sie jetzt verlobt?"
Sara, Amaya, und Nate zuckten die Schultern. „Nun, wenn du noch was von Ray abhaben willst, dann würde ich mich an deiner Stelle beeilen", meinte Sara nur scheinbar gleichgültig dazu.
„Sehr witzig. Mick würde mich umbringen. Und außerdem will ich nichts von Ray abhaben, danke vielmals", wehrte Zari den Vorschlag ab, „Ich muss jetzt los. Jax wollte mich sehen." Sie erhob sich vom Frühstückstisch und machte sich auf in den Maschinenraum.
Dort wurde sie von Jax erwartet. „Gut, da bist du ja endlich. Fangen wir an", meinte er.
„Erstens: Was heißt hier endlich? Und zweitens: Womit fangen wir an?", wollte Zari wissen.
„Ich zeige dir, wie der Antrieb funktioniert", erklärte Jax, „Unsere letzte Mission hat uns wieder mal bewiesen, wie leicht wir alle voneinander getrennt werden können. Deswegen ist es wichtig, dass du weißt, wie er funktioniert, für den Fall, dass mal weder ich noch Ray verfügbar sind."
„Warte mal!" Zari hob beschwichtigend die Hand. „Das würde voraussetzen, dass ich an Bord bleibe, wie ein richtiges Mitglied der Crew. Was aber nie festgelegt wurde. Zumindest nicht von mir!", protestierte sie.
Jax seufzte. „Zari", begann er und unterbrach sich dann wieder und schien über seine nächsten Worte nachzudenken, dann sagte er aber nur: „Bist du absichtlich schwierig? Du lebst hier an Bord, oder etwa nicht? Wenn du eine neue Wohnung beziehst, dann lernst du doch auch wie man die Heizung darin einschaltet, oder nicht?"
Zari wusste zwar, worauf er hinauswollte, aber sie war nicht in kooperativer Stimmung. Schon am frühen Morgen in den Maschinenraum zitiert zu werden um zu arbeiten, stimmte sie nicht gerade fröhlich. „Nun um ehrlich zu sein: Die meisten meiner sogenannten Wohnungen der letzten Zeit hatten keine Heizung", sagte sie also.
„Sara hat gesagt, dass du lernen musst, wie der Hase läuft, wenn du an Bord bleiben willst", erklärte Jax daraufhin nur ungerührt.
„So? Hat sie das? Wie interessant", meinte Zari nur, „Vor allem deswegen, weil ich mir sicher bin, dass Amaya und Nate nicht wissen, wie man den Antrieb repariert, und trotzdem an Bord bleiben dürfen. Also verzeih mir, wenn ich das ein wenig unfair finde. Und wo wir gerade dabei sind: Was tut Leo eigentlich die ganze Zeit über? Außer anderen seine Meinung aufzuzwingen, meine ich."
Jax sah sie eindringlich an. „Du willst heute also unbedingt schwierig sein, oder? Sehe ich das richtig?", wollte er dann wissen.
„Du hast es erfasst."
Wenig später saß sie wie eine schlimme Schülerin in Saras Büro auf dem Sessel vor deren Schreibtisch, während Sara und Jax sie strafend ansahen. Zari hatte nicht damit gerechnet, dass Jax wirklich so weit gehen würde sie zum Captain zu schleppen, aber vermutlich hätte sie damit rechnen sollen.
Sara saß hinter ihrem Schreibtisch, hatte die Hände ineinander gefaltet, und riss sich sichtlich zusammen um sich zu beherrschen. Jax stand wie ein düsterer Schatten hinter ihr und starrte Zari finster an.
„Tatsächlich haben Amaya und Nate sehr wohl einen Crashkurs zur Zeitantriebs-Reparatur bekommen. Aber es ist nun mal nicht jeder hier an Bord gleich technisch begabt, deswegen gibt es so etwas wie Aufgabenteilung. Und unser Haushaltsrad, an das wir uns zu halten haben, weil es sonst nicht funktionieren würde. Was ich nur erwähne, weil du deine Haushaltsaufgaben in letzter Zeit konsequent an Ray, Amaya, und sogar Leo abgetreten hast, wann immer du konntest mit der einen oder anderen vorgeschützten Ausrede. Und wo wir ihn gerade erwähnen: Leo ist unser Gast und viel kürzer hier an Bord als du, und hat sich in dieser kurzen Zeit bereits als überaus nützlich erwiesen, da wir durch seine Kältekanone in der Lage waren Kuasa zu fangen, wenn auch nur für kurze Zeit. Außerdem ist er ständig damit beschäftigt Frieden zwischen uns allen zu stiften, während du vor allem mehr Chaos stiftest, wie es scheint, da du nicht das machst, worum man dich bittet", erklärte Sara gefasst aber mit unterdrückter Wut.
„Du meinst, was man mir befiehlt", verbesserte sie Zari.
Sara sah sie kurz stumm an. Dann meinte sie: „Von mir aus: Was man dir befiehlt. Es läuft auf das Selbe hinaus."
Zari schüttelte den Kopf. „Oh, nein, tut es nicht, denn siehst du: Wenn man mich um etwas bittet, dann tue ich es meistens auch, aber wenn man mir etwas befiehlt, dann neige ich dazu, es eben nicht zu tun, weil ich mir nun mal keine Befehle geben lasse. Von niemanden. Das müsstet ihr doch langsam verstehen", erwiderte sie entschlossen.
Sara und Jax wechselten einen Blick. Dann meinte Sara: „Zari, unsere Gesellschaft funktioniert nun einmal dadurch, dass höher gestellte Leute anderen anschaffen, was sie zu tun haben."
„Falsch. Eure Gesellschaft funktioniert vielleicht so, aber meine nicht", widersprach ihr Zari, „Ich sehe nicht ein, warum ich mich von euch herum schupfen lassen sollte, nur weil ihr der Alpha und der Beta seid. Was immer das bedeuten soll."
„Das bedeutet, dass du auf uns hören sollst", meinte Jax kurz.
„Bedaure, ich gehöre nicht zu eurem seltsamen kleinen Jeder-hat-was-mit-jedem-oder-auch-nicht-Rudel. Ich bin kein Doppelgänger eines eurer toten Ex-Mitglieder, und ich bin kein verängstigter Omega, der das tut, was man ihm sagt, nur weil es ihm ein Alpha sagt. Ich hätte der kleinen Nora gerne geholfen, und habe nur zu bereit gegen die Nazis mit euch gekämpft, aber Menschen zu helfen und die Zeitlinie zu bewahren ist eine Sache. Euren kleinen Soldaten zu spielen eine andere. Und für die habe ich mich nie freiwillig gemeldet. Und nun entschuldigt mich. Ich habe noch zu tun", verkündete Zari nur, stand auf, und verließ das Büro des Captains.
Als sie hinausging, hörte sie noch, wie sich Sara an Jax wandte und fragte: „Meinst du, sie hat das ernst gemeint, oder dass sie nur schlechte Laune hat, weil Ray und Mick offenbar miteinander verlobt sind?"
A/N: Das Omega-Band hat Mick Ray in dem One-Shot „Rogue Valentine" aus meiner A/B/O-Oneshotsammlung geschenkt.
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