6. Igeltag!
Extra-Warnings: Fragwürdige psychologische Methoden, dezitierte Spoiler für 3.11, indirekte Spoiler für 3.14
Jax hatte beschlossen sich dem Zari-Problem anzunehmen, denn irgendjemand musste es tun, und Sara war dafür eindeutig nicht die geeignete Person, da die meisten Reibereien zwischen Zari und ihr zu entstehen schienen. Außerdem musste Jax an die Zukunft denken, und dafür brauchte er Zari.
Er wusste, dass der andere Beta zwar immer so tat, als wäre sie nur zufällig hier, und als würde all das nichts bedeuten, aber die Wahrheit sah anders aus, davon war er überzeugt. Er wusste, dass Zari das Rudel auf ihre Weise genauso liebte wie die anderen, sie war nur schlecht darin das zu zeigen. Vermutlich weil sie es nicht zeigen wollte, weil sie irgendetwas davon abhielt zuzugeben, wie sehr sie an den Menschen hier an Bord hing.
Jax musste also einen Weg finden, sie dazu zu bringen genau das zuzugeben, und vor allem auch musste er es schaffen sie davon abzuhalten die Waverider zu verlassen.
„Irgendwelche Gedanken dazu, Gideon?", wollte er von der K. I. wissen.
„Ich hätte schon einige Vorschläge, Mister Jackson", meinte diese.
„Na dann lass mal hören", forderte Jax, der schon gespannt war, was die K.I. zu bieten haben würde. Und tatsächlich hatte sie einiges zu bieten, wie es schien.
„Und du denkst wirklich das würde funktionieren? Wäre das nicht irgendwie wie … Betrug?", wunderte er sich.
„Nein, mit den Daten, die ich täglich über die Legends sammle, bin ich in der Lage ein Szenario zu erstellen, das bis auf einige Kleinigkeiten der Realität entspricht. Und um es noch realistischer zu gestalten, bin ich dazu in der Lage Sie in dieses Szenario mit einzubinden, Mister Jackson", erklärte Gideon.
„Mich? Ach, du meinst so wie damals bei Rip? Ja, ich denke, ich verstehe. Aber Gideon, um das durchzuführen, müssten wir … ich meine, wir müssten zu ziemlich radikalen Mitteln greifen. Ich bin mir sicher, dass Sara nicht begeistert sein wird, wenn sie davon erfährt", wandte Jax ein, „Ich meine, wenn man bedenkt, was dabei alles schief gehen könnte…"
„Nichts kann schief gehen, solange ich den Vorgang überwache", behaupte Gideon von sich selber überzeugt.
Nun, Jax wusste ja, dass sie ein überaus ausgeprägtes Ego besaß. Aber ob sie mit ihrer Einschätzung auch recht hatte oder nicht, konnte er nicht sagen. Wenn sie sich irrte… Bin ich wirklich bereit dazu Zaris Gesundheit und meine eigene ebenfalls zu riskieren, nur um etwas zu beweisen?
Die ehrliche Antwort darauf lautete vermutlich ja. Manche Dinge waren eben wirklich wichtig. Wichtiger als alles andere. Immerhin tat er das um Zari zu helfen und nicht um ihr zu schaden, nicht wahr? Trotzdem durfte Sara nichts davon erfahren, weil sie es ansonsten niemals zulassen würde. Sie war zu sehr Alpha um so etwas gutzuheißen.
Ich werde es aber trotzdem durchziehen. Ich meine, das hier ist eine verzweifelte Situation, warum sollten wir also nicht auch zu verzweifelten Mitteln greifen um sie zu lösen?
Es würde schon nichts schiefgehen.
Miss Tomaz stellte sich auch in Zeitschleifensituation als stur heraus. Es war nicht so leicht sie dazu zu bringen aus ihrem Schneckenhaus herauszukommen, wie sich Gideon erhofft hatte. Aber zumindest entpuppte sie sich als äußerst einfallsreich.
Sie verfolgte die einzelnen Crewmitglieder abwechselnd und fand so deren Geheimnisse heraus. Sie fand Mister Rorys Roman, erfuhr von Dr. Palmers Auftrag durch John Constantine, entdeckte, dass Miss Jiwe und Mister Heywood überlegten sich selbst das Gedächtnis zu löschen, um so ihre Beziehung beenden zu können, erfuhr von Leo Snarts Versuchen Dinge über das Leben des anderen Leonard Snart zu erfahren, entdeckte Saras Selbstzweifel und die Tatsache, dass Mister Jefferson plante die Waverider zu verlassen.
Letztere Erkenntnis brachte sie besonders aus dem Konzept. Auch deswegen, weil Mister Jackson und Gideon genau durchgeplant hatten, wann Miss Tomaz diese Information herausfinden sollte, und Mister Jefferson als der gute Schauspieler, der er war, nicht enthüllte, dass er ebenfalls nicht von der Zeitschleife betroffen war und sich ebenfalls an alles erinnern konnte.
„Was soll das heißen du willst gehen?!", empörte sich Miss Tomaz, „Du kannst nicht gehen! Du bist der Beta!"
„Ja, genau. Und deswegen kann ich nicht einfach so gehen, wann immer es mir in den Kram passt, sondern muss vorausplanen. Was denkst du denn, warum ich versucht habe dich in die Mechanik der Waverider einzuführen? Ich habe dich dazu auserwählt meine Nachfolgerin zu werden!", erklärte Mister Jackson.
„Deine Nachfolgerin? Als Chefmechanikerin?!", wiederholte Miss Tomaz ungläubig.
„Und als Beta", fügte Mister Jackson hinzu.
„Warte mal … du willst, dass ich … dass ausgerechnet ich der neue Beta werde?!" Miss Tomaz schien es nicht glauben zu können.
„Warum auch nicht? Es gibt sonst niemanden, der dafür in Frage kommt. Leo ist nur Gast hier und wird nicht ewig bleiben, und du … nun, Zari, ich denke, du hast es dir verdient", führte Mister Jackson aus.
„Aber … ich bin die, die Befehle verweigert, und nicht diejenige, die Befehle gibt!", erinnerte Miss Tomaz Mister Jackson lautstark.
„Du hast immer noch nicht verstanden, was die Aufgabe des Betas ist, Zari. Es geht nicht darum Befehle zu geben, es geht darum das Rudel zusammenzuhalten und dem Alpha den Rücken frei zu halten", erklärte Mister Jackson kopfschüttelnd, „Und ihn auf Kurs zu halten. Gerade weil du Sara dauernd widersprichst, bist du perfekt für den Job. Der Beta ist der Will Riker von Captain Picard. Er sorgt dafür, dass es allen gut geht, und hält nicht mit seiner Meinung hinter dem Berg, wenn der Captain dabei ist einen Fehler zu machen."
„Aber ich bin doch keine Autoritätsperson! Ich bin nur Zari, ich …"
Und genau in diesen Moment explodierte die Waverider erneut, und die Zeitschleife begann von Neuem.
„Sollen wir ihr noch eine Runde geben um das zu verdauen?", wollte Mister Jackson von Gideon wissen.
„Nein, ich denke, wir können zum Endspiel übergehen, Mister Jackson", meinte Gideon, „Sie ist bereit."
„Nun, ich hoffe du hast recht."
Gideon hatte aber natürlich recht. Sie hatte immer recht. In dieser Runde sorgte sie dafür, dass Miss Tomaz Gary entdeckte, und von da an lief alles wie von selbst wie vorhergesehen weiter.
Miss Tomaz war nach der Zerstörung des fiktiven Zeitfeldgenerators bereit ihr Leben für die Crew zu opfern und hatte noch letzte berührende Worte für alle übrig.
„Mick, hör auf zu verstecken, was du liebst. Folge deinem Herzen und schreib weiter. Du bist ein toller Autor. Nate und Amaya, eine Liebe wie eure gibt es selten. Ja, manchmal würde ich mich am liebsten übergeben so offensichtlich ist sie, aber genau deswegen solltet ihr nicht versuchen sie auszulöschen, weil ihr unsicher seid, was euch die Zukunft bringt, sondern stattdessen genießen, was ihr habt, und es ausleben. Ray, als ich an Bord kam, warst du so nett und höflich zu mir, dass dir am liebsten ins Gesicht geschlagen hätte. Inzwischen ist mir aber klar geworden, dass die Welt ein bessere Ort wäre, wenn wir alle ein bisschen mehr wie du wären. Leo, du bist immer für andere da, aber deswegen ist es auch in Ordnung zu erwarten, dass die anderen auch einmal für dich da sind. Wenn du etwas über den anderen Leonard Snart wissen willst, dann musst du nur fragen. Jax, der Beta zu sein heißt nicht, dass du das Wohl aller anderen über dein eigenes stellen solltest. Manchmal ist es auch okay etwas für sich zu wollen, und wenn du wirklich vorhast zu gehen, dann solltest du auch gehen. Ich bin sicher, es wird sich jemand finden, der sich an deiner Stelle um diesen Haufen Verrückter hier kümmert. Ich hätte es gern getan, aber es sollte wohl nicht sein. Und Sara, du bist ein tolle Anführerin, warmherzig, liebevoll streng, unglaublich stark und ein Vorbild für uns alle. Und es tut mir leid, dass ich es in dir in letzter Zeit so schwer gemacht habe, aber ich wusste einfach nicht, wo ich hingehöre. Doch nun weiß ich es. Ich gehöre hier zu euch. Ich liebe euch alle. Und ich hätte gerne mit euch erlebt, wie das alles hier ausgeht…"
Miss Tomaz schloss die Augen und wartete auf die große Explosion, die nicht kam. Stattdessen veränderte Gideon die Simulation und erschien in menschlicher Form neben Mister Jackson, während alle anderen simulierten Charaktere verschwanden.
„Gut gemacht, Miss Tomaz", lobte Gideon.
Miss Tomaz öffnete die Augen. „Was? Ich bin nicht tot? Jax? Wer ist das?", wunderte sie sich.
„Tatsächlich kennen Sie mich, Miss Tomaz, wenn auch nicht in dieser Form. Ich bin es, Gideon", erklärte Gideon.
Miss Tomaz sah verwirrt zwischen Jax und Gideon hin und her. „Aber was?"
„Weißt du noch, wie wir beide mit dieser Flüssigkeit bespritzt wurden, als du die Leitung reparieren wolltest? Dabei wurdest du in eine Art komatösen Schlaf versetzt. All das hier, die Zeitschleife, die Explosion, das alles hat sich nur in deinem Kopf abgespielt", erklärte Jax, „Gideon hat sich mit deinem Bewusstsein verbunden und eine Simulation dieses Szenarios in deinem Bewusstsein ablaufen lassen."
„Aber du bist wirklich hier?", wunderte sich Miss Tomaz.
„Gideon hat mich mit deinem Bewusstsein verbunden, ich bin sozusagen in deinem Kopf", erklärte Mister Jackson.
„Und die anderen Legends? Die waren alle nicht wirklich echt?", wollte Miss Tomaz betroffen wissen.
„Ich habe Situationen und Verhaltensweisen der Legends, die ich auf täglicher Basis beobachten konnte, in diese Simulation aufgenommen. Die Legends haben sich also so verhalten, wie sie sich in der Realität in einer ähnlichen Situation ebenfalls verhalten würden", erklärte Gideon, „Dr. Heywoods Liebe für Und täglich grüßt das Murmeltier könnte ich gar nicht erfinden, selbst wenn ich es versuchen würde."
„Aber was sollte das mit Gary, der die ganze Zeit über im Müllschlucker festsitzt?", fragte Zari Tomaz verwirrt.
„Ich fand dieses Szenario amüsant", gab Gideon zu.
Miss Tomaz schien nachzudenken. „Aber warum? Wozu all das?", wunderte sie sich, „Was war der Sinn dieser ganzen Sache?!"
„Gideon und mir war klar, dass du kurz davor warst das Schiff zu verlassen. Ein weiterer Streit mit Sara und das wäre es gewesen. Aber das konnten wir nicht zulassen", erklärte Mister Jackson, „Wir wollten, dass dir klar wird, dass du gerne bei uns bist und nicht weil du es musst."
„Und du wolltest, dass ich der neue Beta werde, wenn du gehst. So ist es doch, oder?", fügte Zari hinzu.
Jax nickte. „Ja, das ist wahr. Und so wie ich das sehe, hast du mir gerade bewiesen, dass ich recht hatte. Du bist ausreichend für diese Rolle qualifiziert", meinte er, „Der Beta muss keine Autorität ausstrahlen, Zari, er muss sein Rudel lieben. Aber du hast recht, selbst als Beta kann man nicht immer alle anderen sich selbst vorziehen. Ich trage mich schon lange mit dem Gedanken zu gehen, eine Pause beim legenden einzulegen, aber Leo hat mich daran erinnert, dass ich nicht einfach vor all meinen Problemen davon laufen kann. Also habe ich versucht zu bleiben, bei den Leuten zu heilen, die mir Kraft geben, aber … Ich sehe den Grauen in jeder Ecke hier. Ohne ihn hier zu sein ist härter als ich dachte. Alles, was ich in den letzten Jahren war, war ich seinetwegen, ich bin sogar seinetwegen zum Mitglied dieses Teams geworden. Es ist an der Zeit herauszufinden, wer ich ohne ihn bin. Aber wenn ich gehe, dann kann ich das Rudel nicht einfach so zurücklassen. Ich muss es jemanden in die Hände legen, dem ich absolut vertraue. Und dir vertraue ich, Zari."
Miss Tomaz seufzte. „Nun, ich muss sagen, dass es mich ziemlich beeindruckt und erschreckt, dass ihr beide mich einfach gehackt habt um mir eine Lektion zu erteilen. Eigentlich sollte ich sauer sein, aber … Ich habe endlich meinen Platz gefunden, mir ist endlich klar geworden, dass ich hierher gehöre, zu diesen Leuten, zu diesem Rudel. Ich kann nicht behaupten, dass ich dieses ganze Alpha-Beta-Omega-Zeug verstehen würde, soweit bin ich wohl noch lange nicht, aber ich habe eine neue Familie gefunden, und deswegen fühle ich mich endlich nicht mehr so alleine wie früher", sagte sie dann.
Gideon nickte Jax zu. „In diesem Fall", meinte sie, „Ist es wohl an der Zeit, dass ihr beide aufwacht." Und dann beendete sie die Simulation.
Die Aufregung war groß als der Junge und Zari wieder aus ihren Koma erwachten. Sara war wütend auf Gideon und auf Jax und scheinbar auch auf Zari, aber Mick war einfach nur froh, dass die neueste Krise überstanden war.
Offenbar hatten Jax und Gideon die ganze Koma-Sache absichtlich herbeigeführt um Zari eine Lektion zu erteilen. Mick fand das ziemlich krank, aber wenn es ihnen Spaß machte, sollten sie eben. Was ihn mehr störte, war die Tatsache, dass Zari durch diese ganze Sache scheinbar Wind von seinem Roman bekommen hatte und ihn auch noch gelesen hatte!
„Weißt du, ich finde, du brauchst ein anderes Ende. Hat dein Held am Ende nicht endlich eine Familie gefunden, bei der es sich zu bleiben lohnt?", meinte sie zu Mick, der nur zu gerne wüsste, was sie eigentlich zur Literaturkritikerin prädestinierte.
Und noch mehr ärgerte ihn, dass sie recht hatte. Dass das das bessere Ende wäre. Und dass er das Ende deswegen umschreiben musste.
„Mit seinem mächtigen Arm drückte er die Alien-Omega-Prinzessin an seine Brust und blickte mit ihr hinunter in sein neues Reich. Seine lange Zeit der Suche war endlich vorbei, er hatte ein Zuhause gefunden." Mick musterte den Absatz kritisch. Ich weiß nicht, das bedarf noch einiger Überarbeitung, finde ich…
Neulich beim gemeinsamen Wäschemachen war ihm aufgefallen, dass Ray nun offenbar sein Omegaband trug. Als Mick ihn gefragt hatte, warum er es bisher nicht getragen hatte, hatte dieser nur gemeint: „Nun, zuerst wusste ich nicht, was ich davon halten soll, dann habe ich in all dem Stress und Chaos ehrlich gesagt darauf vergessen, und dann … nun dann war ich mir nicht sicher, ob unsere Beziehung auch halten würde. Ich meine, früher oder später hat mich noch jeder verlassen. Aber mir ist klar geworden, dass du mir das nicht antun wirst."
Mick wusste nicht, was er von dieser Erklärung halten sollte. Er hatte Leo dazu befragt, der irgendwas von ewiger Liebe und seinem Ray geschwafelt hatte anstatt eine nützliche Antwort zu geben. An Nate oder Amaya wollte er sich nicht wenden, da die beiden in letzter Zeit Probleme hatten, und das bedeutete, dass sie ihm nicht nützlich sein könnten. Und Sara hätte ihn vermutlich ausgelacht. Also musste er wohl von selber darauf kommen, was das zu bedeuten hatte.
Wieso war Ray sich ausgerechnet jetzt ihrer Beziehung sicherer als zuvor? Ist es weil ich mich geweigert habe ihn allein zu lassen? Konnte die Antwort so einfach sein? Rays fiktives Alter Ego, die Alien-Omega-Prinzessin, war viel einfacher zu durchschauen. Was er wohl sagen wird, wenn er das liest? Vor allem die expliziteren Stellen dürften dem Omega durchaus bekannt vorkommen. Ober sauer sein würde? Vielleicht sollte ich es ihm besser nicht zum Lesen geben.
„Mick, hast du nicht gehört? Sara hat gerade mal wieder alle zu sich gerufen. … Was machst du da? Ist das eine Schreibmaschine? Ist das … Hast du eine Kurzgeschichte geschrieben?" Ray beugte sich neugierig über Micks Schulter. Dieser seufzte. Und noch einer mehr, der von seinem Geheimnis wusste.
„Es ist ein Roman, wenn du es genau wissen willst, aber er ist noch nicht fertig", brummte Mick.
„Da steht aber Ende drunter. Oh, bitte, lass ihn mich lesen, ja? Darf ich ihn lesen?" Ray zog sein bestes Hundegesicht, weswegen Mick nichts anderes übrig blieb als zu sagen: „Ja, aber später."
„Oh, danke! Ich darf wirklich dein Erstleser sein?!", freute sich Ray daraufhin.
„Nun, nicht ganz. Offenbar war das Zari", brummte Mick missgelaunt, „Oder wohl eigentlich Gideon."
„Hat das mit dieser Koma-Sache zu tun? So hat sie mich genötigt Sara zu erzählen, was Constantine zu mir gesagt hat", merkte Ray an, „Das bedeutet wohl, dass Gideon alles über uns weiß. Irgendwie unheimlich, findest du nicht? Was wenn sie mal auf böse umprogrammiert wird und versucht uns alle zu töten?" Er warf einen unsicheren Blick Richtung Zimmerdecke.
„Wenn ich Sie alle töten wollte, Dr. Palmer, müsste ich nur Giftgas ins Schiff einleiten, dazu bräuchte ich nichts anderes über Sie zu wissen, als dass Sie Sauerstoff zum Leben benötigen", schaltete sich Gideon ins Gespräch ein.
„Nun, das ist auch wieder wahr", räumte Ray ein.
Mick seufzte. „Lass uns gehen", meinte er, „Hast du nicht gesagt, dass Sara uns sehen wollte?" Da es sowieso kein Geheimnis mehr war, machte sich Mick nicht die Mühe die Schreibmaschine und das Manuskript wegzusperren, sondern ließ sie einfach stehen und zerrte Ray mit sich aus seinem Quartier.
Auf der Brücke waren alle versammelt.
„Ich habe eine Ankündigung zu machen", verkündete Jax, „Wie ihr alle wisst, komme ich mit der Tatsache, dass Martin nicht mehr hier bei uns ist nur schwer klar. Ich dachte zuerst, ich kann trotzdem hier bleiben, aber es wird immer deutlicher, dass ich eine Pause brauche um mich zu sammeln und mir über einige Dinge klar zu werden. Das hier ist kein Abschied, nicht wirklich. Ich liebe euch alle, ihr seid mein Rudel, meine Familie. Wir alle sind Teile eines großen Ganzen, wir gehören zusammen. Und wir werden uns wiedersehen. Ob der Graue und Rip dann bereits wieder bei uns sein werden oder nicht, kann ich nicht sagen, aber ich bin sicher, dass wir eines Tages wieder alle vereint sein werden. Bis dahin werdet ihr auch ohne mich gut klar kommen. Zari wird meine Nachfolgerin als Bordmechanikerin werden, und wo sie nicht weiter weiß, kann Ray ihr sicher aushelfen, und was alles andere angeht: Ihr braucht mich nicht, nicht wirklich. Ihr werdet auch ohne mich klar kommen. Solange es eben notwendig ist."
„Ich denke, ich spreche für alle, wenn ich sage, dass wir dich vermissen werden, kleiner Bruder", meinte Sara. Alle nickten daraufhin, sogar Leo.
Mick nickte nicht. Er hatte dazu zu schlechte Laune. Es war nicht so, dass er das hier nicht hatte kommen sehen, aber es machte ihn nicht glücklich. Zuerst der Professor, dann Hunter, und nun der Kleine. Nein, das hier gefiel ihm gar nicht. Das Rudel sollte zusammen bleiben und sich nicht wild durch Raum und Zeit zerstreuen. Das war schon das letzte Mal nicht gut gegangen. Hoffentlich musste er nicht bald ein wirklich vollkommen anderes Ende für seinen Roman schreiben. Die Idee, dass sein Weltraumkrieger ein Zuhause gefunden hatte, hatte ihm eigentlich wirklich gut gefallen.
A/N: Das war die etwas veränderte Version von der Zeitschleifen-Folge und auch der vorübergehende Abschied von Jax. Wie Martin werden wir ihn wiedersehen, vielleicht schon sehr bald. (Es gibt noch ein paar plotrelevante Entscheidungen für die nächsten Kapitel, die ich treffen muss. Stichwort: Wally).
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