7. Die gefürchtete Piratin Jiwe


Spoilerwarnings: Dezitierte Spoiler für 3. 12 und für die 4. Staffel von „The Flash"

Zusätzliches Pairing für dieses Kapitel: Amaya/Ray, Vages Wally/Rip, Erw. von Ray/Rip, Wally/Jesse und Westallen


Sich von Leo paartherapieren zu lassen, stellte sich zunehmend als schlechte Idee heraus. Abgesehen davon, dass Nate sich bei jeder Sitzung mehr wie ein weltfremder Idiot vorkam, brachte ihn eine Analyse seiner Beziehung zu Amaya auch immer wieder nur zunehmend auf dumme Ideen. Er war bereit gewesen zuzugeben, dass es eine gute Sache war, dass er nicht gestorben war, aber er war immer noch der Meinung, dass es auch bedeutete, dass seine Beziehung zu seinem Alpha nicht so war, wie sie sein sollte. Und die Aussicht, die Zukunft in der Vergangenheit als Nebenomega eines anderweitig verheirateten Alpha zuzubringen, bedrückte ihn auch zunehmend.

Also beschloss Nate sich nach Alternativen umzusehen. Es musste eine Lösung geben, mit der sie beide leben konnten. Davon war er überzeugt. Und so verfiel er auf die Idee mit dem Gedächtnis löschen - nicht zu viel, sondern nur genug, sie sollten einfach beide vergessen, dass sie jemals wieder zusammen gekommen waren. Es wäre besser, wenn sie immer noch dächten, sie wären Exen, getrennt von Raum, Zeit, und Schicksal. Das würde hart werden, aber sie hatten es beide schon einmal überlebt.

Natürlich war es eine absolute Schnapsidee, geboren aus zu viel Alkohol und zu viel Grübeln. Das wussten Nate und Amaya auch so. Es brauchte nicht erst Zari um sie darauf hinzuweisen. Vermutlich war es gar nicht möglich nur eine gewisse Abfolge von Erfahrungen zu löschen ohne alles drum herum ebenfalls zu löschen, aber es war für einige Zeit eine verlockende Idee gewesen. Denn es war so: Nate war sich sicher, dass er es nicht überleben würde noch einmal von Amaya verlassen zu werden. Nicht jetzt, wo sie wieder zusammen waren. Aber wenn sie niemals wieder zusammen gewesen wären … Nun, dann könnte er es vielleicht überstehen, und jeder von ihnen könnte sein eigenes Leben weiterleben.

Aber Letztlich war Nate immer klar, dass das nur ein frommer Wunsch blieb, ein Traum, nichts weiter. Zari hatte recht seine Idee verrückt zu nennen. Aber sie hätte ihn und Amaya ja nicht unbedingt verpfeifen müssen. Es war ja nicht so, dass sie wirklich vorgehabt hätten ihren Plan durchzuziehen. Nach einer Strafpredigt von Sara, einer weiteren von Jax, und einem Gespräch mit Leo war beiden mehr als nur klar, dass das eine dumme Idee gewesen war. Und zwar eine wirklich dumme.

Aber sie zu verwerfen brachte sie einer Lösung ihres Problems nicht näher. Und dann verließ auch noch Jax das Schiff und Nates alte Verlassens-Ängste wallten wieder auf, und Amaya schien zunehmend mehr daran interessiert zu sein Kuasa zu retten anstatt sich um ihn zu kümmern, und kurz gesagt: Alles war schrecklich.

Aber Nate wusste aus bitterer Erfahrung, dass es keine gute Idee war sich gehen zu lassen, dass seine Schwäche andere abschreckte, sie dazu ermutigte ihn erst recht zu verlassen, also tat er das Einzige, was ihm einfiel um sich abzulenken: Er wandte sich seiner Arbeit zu. Und fand heraus, wo sie das Erdtotem finden könnten.

Doch leider war seine Entdeckung schlecht getimed, denn Sara war gerade beschäftigt. Sie traf sich mit Ava, zu einer Art Arbeitsessen, wobei so wie sie angezogen war, schien es sich eher um ein Date zu handeln. Und sie brauchte ein Date. „Sie muss sich entspannen, damit sie nicht böse wird und Mallus verfällt", meinte Ray, „Und da Rip immer noch verschwunden ist… Nun, dann muss halt Ava herhalten."

„Ava ist schwer in Sara verknallt, lasst uns zusehen, was sich daraus entwickelt", meinte Leo.

Also beschlossen sie Sara auf ihr Arbeitsessen/Date gehen zu lassen und sich selbst darum zu kümmern das Erdtotem zurückzuholen. Da sie ein Schiff besaßen, das durch die Zeit reisen konnte, könnten sie wieder zurück sein, bevor Sara überhaupt bemerkte, dass sie weg gewesen waren. So lautete zumindest der theoretische Plan.

Nate hätte sich daran erinnern sollen, dass diese Idee noch jedes Mal schief gegangen war.


Amaya wusste wirklich nicht, was sie tun sollte. Sie sah es als ihre Pflicht an Kuasa zu helfen, ihr Schicksal abzuwenden. Sie ging davon aus, dass sie die Botschaft ihrer Vorfahren falsch interpretiert hatte, dass mit dem Mädchen, das sie retten sollte, niemals Zari, sondern immer nur Kuasa gemeint gewesen war. Doch wenn sie ehrlich war, dann hatte sie keine Ahnung, wie sie es anstellen sollte ihre Enkelin zu retten. Und Nathaniel war nicht gerade begeistert von ihrer Idee das Schicksal zu verändern, er weigerte sich sie zu unterstützten, was neu und beunruhigend war, da er sie bisher immer unterstützt hatte, egal worum es ging.

Amaya wünschte sich, sie könnte es Sara gleich tun und einfach auf ein entspannendes Date gehen, das vermutlich in fleischlichen Genüssen enden würde, doch stattdessen führte sie ihr Weg in eine Spelunke zu Blackbeard und seinen Männern auf der Suche nach dem Erdtotem.

Amaya starrte deprimiert in ihr Bier, als ihr auffiel, dass sie von allen Piraten in der Bar angestarrt wurde. „Warum starren mich hier alle an?", wunderte sie sich.

„Weil es nur eine Sache gibt, die Piraten mehr lieben als Schätze: Eine gute Geschichte", erläuterte Mick und erkläre Amaya dann zur gefürchteten Piratin Jiwe, die ihren Feinden ihre Zungen herausschnitt, Männer, die ihr nicht gehorchten Kielholen ließ, von der Marine gefürchtet wurde, und Schätze gestohlen hatte, von denen andere nur träumen konnten. Und Nathaniel und Ray unterstützen ihn bei diesen Märchen auch noch. Und dann begannen auch noch Fremde, die Amaya überhaupt nicht kannte, in die Geschichte mit einzufallen und gaben so manchen Seemannsgarn über das, was Amaya angeblich schon alles getan hatte, zum Besten, der sie erstaunte.

Zumindest weckte die Geschichte Blackbeards Aufmerksamkeit. Obwohl Amaya sie eigentlich nicht zu schätzen wusste. Piratin zu spielen könnte ja ganz witzig sein, aber all diese Geschichten über ihre angeblich brutalen Taten, die Tatsache, dass sich Nathaniel und Ray als unterwürfige Omegas vor sie hinknieten (sie hatte die beiden angeblich von einem Haremsschiff befreit und zu Mitgliedern ihrer Crew und ihren persönlichen Omegas gemacht), das alles erinnerte Amaya zu sehr an genau das Klischeebild von Alpha, dem sie niemals hatte entsprechen wollen.

„Ein bisschen flunkern hat noch niemanden geschadet", behauptete Mick, „Sich besser zu machen als man ist, ist oft eine Notwendigkeit."

„Wir müssen das Erdtotem finden, vergiss das nicht", erinnerte sie Nathaniel.

„Sei einfach so umwerfend wie immer, dann wird schon alles gut werden", meinte Ray nur.

Aber Amaya hasste es. Und es kam noch schlimmer als gedacht, als die Darhks ihr Totem stahlen und sie nichts dagegen unternehmen konnte. Als würde es nicht schon ausreichen, dass Blackbeard unglaublich schwer davon zu überzeugen war sie zum Erdtotem zu führen. Das Erdtotem, das seine Omega-Freundin getötet und zu einer Art Pflanzenzombie gemacht hatte.

Vermutlich hätte Amaya das ahnen sollen, als Blackbeard sie dazu aufgefordert hatte „die Schätzchen zu Hause zu lassen, da Schatzsuche nichts für sie war". Blackbeard war alles in allem ein seltsamer Alpha, jedes Mal, wenn Amaya dachte, er würde sie herausfordern, tat er es nicht, aber er schien den Schutz von Omegas durchaus wichtig zu nehmen, auch wenn das Schicksal seines Omegas … nun, es betrübte ihn nicht sonderlich wie es schien, es schien ihn stattdessen nur Angst zu machen (hauptsächlich um seine eigene Haut).

Und zu allen Überfluss waren sie auch noch von der Waverider abgeschnitten. Amaya und Mick mussten sich mit Blackbeard, seinem Zombie-Omega, und den Darhks herumschlagen, während Zari, Leo, Nate, und Ray mit dem Schiff irgendwo verloren gegangen waren, wer wusste schon wo. Und Sara wusste von all dem nichts. Eines ist sicher, wenn sie je herausfindet, was hier alles passiert ist, dann übergibt sie mir nie mehr die Leitung über das Rudel. Spektakulär versagt war noch eine Untertreibung für die Beschreibung dieser Situation. Ein vollkommenes Desaster würde es eher treffen. Jax hätte niemals gehen dürfen, sie hätten Sara niemals erlauben sollen auf ein Date zu gehen, noch dazu mit Ava Sharpe vom Time Bureau!

Das alles entgleitet mir zunehmend. Nichts läuft so, wie es soll, erkannte Amaya.

Blackbeard und seine Leute stürmten dann auch noch die Waverider, was dazu führte, dass nicht nur Sara, sondern eben auch Ava alles erfuhren, was vor sich ging, und wenn Ray Nora Darhk nicht mit seiner Anti-Magie-Naniten-Kanone beschossen hätte, hätten sie nicht nur Amayas Totem, sondern auch das Erdtotem und Amaya selber verloren, da war sie sich sicher.

Doch so schafften sie es irgendwie mit heiler Haut und dem Erdtotem davon zu kommen, Blackbeard in seine Schranken zu weisen, und am Ende gab es sogar Rum von der gefürchteten Piratin Jiwe. Amaya hatte nicht gerade das Gefühl es verdient zu haben ein Getränk nach sich benannt zu bekommen.

Sie fühlte sich eher wie eine Versagerin. „Du bist knallhart, mit oder ohne Totem", meinte Mick, aber sie konnte ihm nicht ganz glauben. Vielleicht war sie ja wirklich knallhart, aber sie war auch eine Versagerin, sie hatte es zugelassen, dass ihr Totem ihren größten Feinden in die Hände fiel, die wer wusste schon was damit anstellen würden.

„Natürlich kannst du über den Verlust deines Totems mit mir sprechen", meinte Leo hilfsbereit, „Es muss schlimm sein, wenn ein Teil deines Erbes von einem Moment auf den anderen fehlt." Es war schlimm, und sie wollte definitiv nicht darüber sprechen. Danke vielmals, aber nein danke. Sie war sowieso schon deprimiert genug.

„Wir werden dein Totem zurückbekommen", versprach Nathaniel. Sie wollte gerne daran glauben, aber was wenn nicht? Was wenn sie das Erbe von Zambesi, ihr Schicksal, durch ihr Versagen vernichtet hatte, was wenn…

Aber ohne Totem sind die Schicksale von Kuasa und Mari nicht mehr in Stein gemeißelt, ohne das Totem ist das Schicksal meines Dorfes nicht mehr fix, ohne Totem ist mein Schicksal nicht mehr festgelegt, wurde Amaya klar. Und zum ersten Mal in ihrem Leben, wusste sie, wie es sich anfühlte, wenn man frei war, wenn man die Wahl hatte. Zum ersten Mal in ihrem Leben bestimmte nur sie selbst und niemand anderer über ihr Schicksal.

Es war ein beängstigendes Gefühl. Aber auf eine verdrehte Weise irgendwie auch …gutes?


„Wally West? Mein Name ist Rip Hunter, und ich brauche die Dienste eines Speedsters", so lauteten Rips erste Worte an den Alpha, der zuvor als Kid Flash bekannt gewesen war. Wally West stand eine große Zukunft bevor, doch Rip plante ihn sich kurz zwischendurch auszuborgen.

Wally war vor einigen Monaten vom Radar des Time Bureaus verschwunden. Team Arrow und Team Flash wurden prinzipiell im Auge behalten, doch um Wally West scherte sich im Moment niemand im Bureau besonders. Während die historische Auseinandersetzung zwischen dem Flash und DeVoe tobte, war der Aufenthalt vom Sidekick des Flashs Nebensache. Und genau darauf setzte Rip. Hier würden sie ihn niemals suchen. Es war ja schwierig genug für ihn gewesen Wally aufzuspüren.

Offenbar wollte der junge Mann alleine sein und nicht gefunden werden, doch Rip benötigte nun einmal Hilfe. Es war nicht besonders schwer gewesen aus dem Gefängnis des Time Bureaus auszubrechen, zumindest nicht dann, wenn man Rip Hunter hieß. Doch leider bedeutete sein Ausbruch auch, dass er nun wieder offiziell auf der Flucht war, und die Legends wurden vom Bureau auf Schritt und Tritt überwacht, sobald Rip auch nur einen Fuß an Bord der Waverider setzen würde, wäre das ganze Rudel wieder auf der Flucht.

Wenn Bennett nur nicht so stur wäre…

Ja, wenn. Rip musste immer noch dafür sorgen, dass die Dinge, von denen ihm der andere Rip berichtet hatte, nicht wahr werden würden. Dinge, die er nicht hatte glauben wollen, bis er sie selbst gesehen hatte. Doch als Flüchtiger fiel es ihm schwieriger als jemals zuvor das alles abzuwenden.

Ich plane meine eigenen Regeln zu brechen, erneut. Wir wissen doch, wie das das letzte Mal ausgegangen ist… Diesmal musste es einfach anders laufen.

Wally West musterte ihn verwundert. Sie waren beide an der Schlacht in Central City gegen die Erde-X-Invasoren beteiligt gewesen, hatten einander aber kaum Aufmerksamkeit geschenkt. Von der eigentlichen West-Allen-Trauung dann hatte Rip sich schnell wieder abgesetzt – zu viele schlechte Erinnerungen, zu viel Sorge darum, dass Sara mit ihm tanzen wollen könnte, oder eben auch nicht. Und was davon schlimmer gewesen wäre, wusste Rip nicht zu sagen.

Im Grunde waren sich die beiden Männer also fremd. Wally schnupperte ein wenig und meinte dann: „Nun, Omega, was kann ich für dich tun? Abgesehen vom Offensichtlichen, meine ich. Wofür wir uns, glaube ich, noch nicht gut genug kennen. Sorry."

Was? Oh, nein! Rip hatte wieder einmal die ersten Anzeichen übersehen. Aber, zu seiner Verteidigung: Er war im Gefängnis gewesen! Es war also nicht seine Schuld.

„Ich nehme nicht an, dass ihr hier Unterdrücker bei der Hand habt, oder?", erkundigte sich Rip vorsichtig.

Wally West schüttelte den Kopf. „Das hier ist ein Ort der Stille und der Mediation", erklärte er (Rip hatte ihn in einem buddhistischen Tempel am Ende der Welt aufgespürt), „Hier soll man zu seinem wahren Selbst finden, auf natürliche Weise." Ja, Buddhisten hielten nicht viel von Hitze- und Brunftunterdrückern.

„Nun", meinte Rip, „Dann bleibt mir wohl keine andere Wahl als mich an einen geeigneten Ort zurückzuziehen um natürlich zu mir zu finden. Gibt es hier abschließbare Räume?" Wally West nickte.

„Komm mit, ich zeige dir, wo du es auswarten kannst", meinte er, löste seine Beine aus dem Lotussitz und stand auf. Dann ging er voraus den Weg entlang, den Rip gerade mühsam hinter sich gebracht hatte. Rip folgte ihn einiger Maßen unglücklich.

Er hatte sich immer noch nicht an seine Hitzen gewöhnt. Hauptsächlich deswegen, weil er nach seinem letzten großen Streit mit Sara wieder dazu übergangen war sich als Beta zu tarnen. Dafür gab es Gründe, aber wichtig war nur, dass er erst wieder seit kurzer Zeit als Omega lebte. Mit Hitzen verband er hauptsächlich Sara, die nicht hier war, und eine helfende Hand von Ray Palmer in mitten lauter Omega-Sklaven. (An diese spezielle Episode aus seinem Leben wollte er gar nicht erst denken). Die Unterdrücker war sein bester Freund gewesen, seit er zurückdenken konnte, und es passte ihm gar nicht keine bei der Hand zu haben.

„Hier wären wir", meinte Wally West, „Diese Türe ist von Innen verriegelbar. Wenn du etwas brauchst, dann lass es uns wissen. Ich werde veranlassen, dass dir Wasser gebracht wird."

„Danke", meinte Rip nur. Wasser, das war nicht unbedingt das, was Rip im Moment brauchte, aber nach den anderen Dingen konnte er einfach nicht fragen, das wäre zu peinlich.

Wally West nickte ihm noch einmal zu und war dann verschwunden. Rip sah dem Alpha nachdenklich hinterher. Alpha… Aber nein, das wäre … absolut unangebracht.

Er seufzte, verriegelte die Türe, warf seinen Rucksack in die nächste Ecke, und ließ sich dann auf das bettähnliche Gebilde in Mitten des Zimmers fallen. Hoffentlich ist es wenigstens schnell vorbei.

Drei Tage später fand Rip sich mit Wally West beim Karaoke Singen wieder und ihre gemeinsame Version von „Careless Whispers" war der Hit schlecht hin, und das nicht nur weil sie beide betrunken waren.

Rip konnte nicht sagen, wie es zu dieser Episode gekommen war (um ehrlich zu sein, war seine Erinnerung an die letzten Tage mehr verschwommen als klar), aber zum ersten Mal seit fünf langen Jahren hatte er einfach nur wieder Spaß.

„Und dann hat sie gesagt, sie muss zu sich selber finden, und das kann sie nicht, wenn ich an ihrer Seite bin. Als wäre ich eine Art … Bremse für sie. Dabei ist sie es doch, die auf eine andere Erde gezogen ist, und das gleich zwei Mal. Ich meine, wenn sie nicht mehr auf mich steht, dann soll sie es mir halt sagen!", beschwerte sich Wally gerade, „Oh, nein, hey, lass das. Davon solltest du nicht zu viel trinken, das ist der Speedster-Alkohol von Cisco. Der ist nicht für Normalsterbliche."

„Aber er ist so gut", protestierte Rip, „Ich meine, wirklich gut, ich liebe Cisco Ramon."

„Das tun wir alle", meinte Wally, „Ich meine, wow, ohne das Zeug hier, wäre mein Liebeskummer viel größer."

„Wolltest du wirklich Mönch werden, weil dich deine Freundin verlassen hat?", wunderte sich Rip, der diesen Gedanken doch irgendwie sehr befremdlich fand.

„Nein, Mann, ich wollte mich selber finden. Ich war auf der Suche nach meiner Mitte und nicht nach Mönchstum. Und nicht nur wegen Jesse, sondern auch weil … ich immer das Gefühl hatte nie ins Team Flash zu gehören. Ich meine, Cisco ist ein Genie, genau wie Caitlin, und Harry, und Barry. Und Julian. Und Jay-Zoom war auch eines. H. R. war ein richtiger Autor. Und Iris und Joe… die sind so klug und haben so viel drauf. Ich meine, Iris hatte damals die volle Punktezahl für die Aufnahmeprüfung an die Polizeiakademie. Und ihre Collegenoten erst … Und Joe, der versteht zwar nichts von Wissenschaft, aber er ist ein wirklich guter Detektiv. Und ich … ich bin nur ein Kerl mit unterdurchschnittlichen Noten und einem Fimmel für Geschwindigkeit. Hab ich erwähnt, dass Jesse auch ein Genie ist? Noch ein Grund, warum wir nicht zusammenpassen. Wo war ich? Ach ja, ich passe nicht zu denen, die sind einfach so viel besser als ich. Ich hab nie das Gefühl gehabt zu ihnen zu passen. Vielleicht weil die alle ihr eigenes Ding hatten, aber ich nie eins hatte. Außer schnelle Autos, und die sind jetzt irgendwie … unnötig geworden", erklärte der Speedster leicht lallend.

„Das ist noch gar nichts. Ich habe sie alle rekrutiert, verstehst du? Und dann, schon nach der ersten Mission, haben sie mich praktisch als Captain abgesetzt und ihr eigenes Ding gemacht. Und das war ja irgendwie auch okay, nur, dass es das nicht war. Aber irgendwie sind wir so durchgekommen, auch wenn Leute gestorben sind. Aber sie haben fast nie auf mich gehört, dachten immer sie wüssten es besser, und dann hab ich sie verloren, und als ich zurückkam, hatten sie einen besseren Captain als ich je einer war. Und plötzlich wurde mir klar, dass ich nicht mehr wusste, wo ich hingehöre. Ich wollte so gerne zu ihnen gehören, aber dann ist mein zukünftiges Ich aufgetaucht und hat mir erklärt, dass das niemals sein kann, dass ich ein anderes Schicksal habe, dass ich meinen eigenen Weg gehen muss. Allein", gab Rip zurück, „Und so habe ich meinen Alpha und mein Rudel verlassen um eine Organisation aufzubauen, die alles, was wir jemals getan haben, für stümperhaft hält, und die mich eingesperrt hat, kaum, dass wir unterschiedlicher Meinung waren."

„Das ist hart, Mann", meinte Wally.

„Ja, das ist es. Und deswegen kann ich nicht mal zu ihnen zurück!", schloss Rip.

„Da fällt mir ein: Was sollte ich noch gleich für dich stehlen?", fiel Wally ein.

„Es ist eine Art Armband. Gary heißt der Omega, von dem du es stehlen sollst. Er ist herzensgut, aber nicht sehr kompetent. Oh, und dann ist da noch mein Mantel. Ich brauche meinen Mantel. Er ist im Hauptquartier des Time Bureaus, aber um da rein zu kommen, brauchen wir eine Schlüsselkarte. Die musst du auch von Gary stehlen…", erklärte Rip und versuchte sich zu konzentrieren um auch ja nichts zu vergessen.

„Okay, bin gleich wieder da!", meinte Wally und war dann verschwunden.

Rip blinzelte. „Jetzt is' er weg", stellte er fest und kam sich dabei blöd vor.

„Wirklich traurig, Captain Rip Hunter", stellte eine Stimme, die Rip bekannt vorkam fest, „Was ist nur aus dir geworden?"

Rip blinzelte und erkannte eine Gestalt vor sich.

„Leo Snart?", wunderte er sich, „Sollten Sie nicht auf der Waverider sein?"

„Nicht ganz", erwiderte die Gestalt, „Ich bin es. Und wir beide müssen dringend miteinander reden."


A/N: Nach „The Curse of the Earth-Totem" habe ich eigentlich eine Masse von Wally/Rip-Fics erwartet, die aber nie gekommen sind Hier habe ich absichtlich vage gelassen, ob etwas zwischen den beiden passiert ist, oder nicht. Das kann jeder Leser selber entscheiden.

Und wo wir gerade bei Entscheidungen sind, ich habe mich dazu entschlossen Wally doch in dieser Fic vorkommen zu lassen, aber in einer etwas anderen Funktion als in der Serie. Und ja, langsam wird es zunehmend mehr AU.

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