8. Stell dir meine Überraschung vor
Zusätzliche Pairings: Vages Rip/Wally, Erw. von Nysara, ansonsten ist das hier übrigens das große Avalance-Kapitel, das Pairing bleibt uns in der Folge noch ein bisschen erhalten, denkt aber daran, dass dies eine Timecanary-Fic ist und auch so enden wird
Spoilerwarnings: Dezitierte Spoiler für 3.12 und 3.13
Leo war bereit offen zuzugeben, dass er sich zu Beginn nicht besonders für seinen Doppelgänger von Erde-1 interessiert hatte. Nach den wenigen Dingen, die er von Barry, Mick, und den anderen über ihn gehört hatte, nahm er an, dass der Beta in vielerlei Hinsicht das genaue Gegenteil von ihm gewesen war. Es waren erst die Träume gewesen, die ihn dazu gebracht hatten sich für das Leben und die Person des verstorbenen Leonard Snarts zu interessieren.
Doch es gab ein Problem: Er konnte die anderen nicht einfach nach dem anderen Snart fragen. Die, die ihn besser gekannt hatten, wie Mick, Sara, Ray, und Jax betrauerten ihn, und Nate und Amaya hatten ihn kaum und Zari überhaupt nicht gekannt, und nach allem, was Leo in Erfahrung hatte bringen können, wäre der Einzige, mit dem er ohne emotionalen Müll aufzuwühlen über den verstorbenen Beta sprechen könnte wohl Jax, doch Leo konnte sich nicht dazu durchringen dieses Thema dem Beta gegenüber anzuschneiden, bevor dieser das Schiff verließ.
Bisher hatte er hauptsächlich Gideon als Informationsquelle benutzt, aber sie konnte oder wollte ihm nicht viel mehr sagen, als er bereits wusste. Doch dann trat Zari an ihn heran und versprach ihm bei seinen Recherchen zu helfen. Sie wusste sie nichts von den Träumen, sie nahm an, dass Leo aus reiner Neugierde Bescheid wissen wollte, aber sie verstand, warum er nicht Mick, Ray, oder Sara, oder auch nur Amaya und Nate auf das Thema ansprechen wollte. Leonard Snart von Erde-1 war gestorben, als er den Oculus zerstört hatte, anstelle von Mick, der wiederum die Stelle von Ray eingenommen hatte, und er und Sara hatten sich nahe gestanden. Eine jüngere Version von ihm wiederum hatte Amaya in einer Alternativzeitlinie getötet, an die sich die Legends immer noch erinnern konnten, und das vor den Augen aller anderen. Nun, man musste nicht besonders sensibel sein um zu erkennen, dass Leonard Snart ein heikles Thema für diese Leute war.
„Ich werde dir helfen mehr über den anderen Snart zu erfahren", hatte ihm Zari versprochen, „Und wenn ich dazu Gideon hacken muss."
„Das würde ich als Angriff auf meine Person empfinden, Miss Tomaz", hatte Gideon daraufhin erwidert, woraufhin Zari verwirrender Weise gesagt hatte: „Nun, nachdem du mich zuerst gehackt hast, wäre das nur recht und billig."
Leo hatte nicht verstanden, was sie damit gemeint hatte, aber falls sie gehofft hatte Gideon zu einer besseren Kooperation zu überreden, war sie gescheitert. Es gelang Zari zumindest ein paar alte Aufnahmen von Leonard Snarts Zeit an Bord der Waverider auszugraben, aber die halfen Leo auch nicht wirklich weiter.
Seinen Doppelgänger zu sehen war irgendwie unheimlich, ihn dabei zu beobachten, wie er Sara beim Kartenspiel betrog, war irritierend, und seine Angewohnheit ständig mit anderen zu flirten, während er sich mit ihnen unterhielt, brachte Leo dazu sich zu fragen, ob er das vielleicht auch tat, und ob er damit Ray (seinen Ray) auf irgendeine unbewusste Art und Weise betrog.
Die Antworten, die er suchte, lieferten ihm die von Zari gefundenen Aufnahmen auf jeden Fall nicht. Und dann hatte er keine Zeit mehr übrig sie durchzusehen, weil ihre Suche nach dem Erdtotem fürchterlich schief ging, und sie so Saras Date mit Ava Sharpe unterbrachen, die sie dadurch nun auch noch an Bord hatten.
Es gelang ihnen zwar das Erdtotem zu finden und Ava und Sara versöhnten sich wieder und gingen gleich dazu über heißen Alpha-Sex zu haben, wie es schien, doch Amaya hatte ihr eigenes Totem verloren, und Ray (Palmer) wurde entführt.
Letzteres war nicht sofort klar. Es war Morgen, als Mick mit schlechter Laune ankam und fragte, ob Ray immer noch nicht zurück wäre, was die anderen dazu veranlasste sich Sorgen zu machen, woraufhin auch schon eine Nachricht von Ray einging, in der er erklärte, dass die Darhks ihn entführt hätten.
Leo hatte noch nie mit angesehen wie Alphas den Verstand verloren, aber nun wurde er zum ersten Mal Zeuge davon, wie nicht nur ein Alpha sondern gleich drei von einem Moment auf den anderen verrückt zu werden schienen.
Mick schien einen unsichtbaren Damien Darhk herausfordern und attackieren zu wollen, Sara und Amaya schrien sich gegenseitig und ihn an, und alle drei begannen aufgrund von offensichtlich unkontrollierter Wut zu zittern. Micks Reaktion konnte Leo ja noch verstehen, immerhin war es sein Omega, der entführt worden war, aber Sara und Amaya schienen die ganze Sache ebenfalls überaus persönlich zu nehmen.
Zari versuchte ohne großen Erfolg die drei zu beruhigen und daran zu hindern mit der Waverider kopflos durch die Zeit zu irren, doch es war erst der andere Alpha an Bord, Ava Sharpe, dem es gelang die panischen Alphas wieder zur Vernunft zu bringen.
„Wenn wir Dr. Palmer finden wollen, dann müssen wir strategisch vorgehen. Ich werde sämtliche Ressourcen des Time Bureaus zu eurer Verfügung stellen, und unterdessen kann Gideon die Zeitlinie nach neuen Anachronismen durchsuchen. Ich nehme an, Dr. Palmer hat das Jump-Ship genommen um sich abzusetzen, wenn wir das Schiff zurückholen, dann sind wir möglicherweise in der Lage zu rekonstruieren, was genau passiert ist. Unterdessen sollten wir ein Team losschicken, das dem Hinweis von Dr. Palmer bezüglich des Konzerts, das er erwähnt hat, nachgeht. Möglicherweise soll uns dieser Hinweis auf eine falsche Fährte locken, aber vielleicht auch nicht. Es ist sicherlich möglich die Darhks aufzuspüren, wir müssen nur noch in Erfahrung bringen auf welche Art, wir das erreichen können", erklärte Ava mit fest-autoritärer Stimme, und vermutlich war es vor allem die Tatsache, dass sie so klang, als hätte sie einen Plan, die die anderen dazu brachte ihr zuzuhören.
„Gut", meinte Sara und nickte, „Aufs Konzert gehen…"
„Ich", meinte Mick sofort.
„Und ich auch", fügte Nate hinzu.
„Nein", meinten Sara und Amaya wie aus einen Mund.
„Was heißt hier nein?", wollte Nate wissen, „Oh, ich weiß schon, ihr habt Angst, dass ich auch noch entführt werde, oder? Das ist so was von nicht-"
„Ich werde gehen", meinte Zari schnell, „Es ist besser, wenn du hier an Bord bleibst und zusiehst, ob du irgendwo in der Geschichte der Menschheit einen Hinweis auf Rays Aufenthaltsort findest. Leo kann dir ja dabei helfen."
Sie war nicht sehr subtil, aber zumindest gelang es ihr mit diesem Einwurf die Diskussion um den gefährdeten Omega abzuwürgen, bevor sie so richtig beginnen konnte, weil sie Nates Fähigkeiten betonte anstelle seines Geschlechts. Doch natürlich war unübersehbar, dass die Omegas ruhig gestellt werden sollten. Manche Dinge sind immer gleich, dachte Leo bitter.
Ava Sharpe aber nickte zufrieden. „Gut. Ich werde inzwischen meine Ressourcen im Bureau reorganisieren", meinte sie und schritt dann auch schon durch ein Zeitfenster zurück in das besagte Time Bureau.
„Amaya und ich behalten inzwischen hier auf der Brücke alles andere im Auge", meinte Sara, „Los jetzt! Wir dürfen keine Zeit verlieren. Wer weiß schon, was die Ray alles antun, während wir hier miteinander reden! Gideon bring uns zum Jump Ship, sobald wir die Szene dort fertig untersucht haben, brechen Mick und Zari auf."
Nate öffnete den Mund, als wollte er protestieren, doch Leo packte ihn an seinem T-Shirt und zerrte ihn mit sich von der Brücke. „Wir beginnen schon mal damit den Geschichtsverlauf nach Auffälligkeiten zu durchsuchen", meinte er und zerrte den Omega mit sich in Richtung Bibliothek.
„Ray ist mein Freund! Ich habe genauso viel Recht wie alle anderen auch nach ihm zu suchen! Ich bin kein Kleinkind, ich kann zu Stahl werden!", beschwerte sich Nate bei ihm.
„Ja, ich weiß, aber diese Alphas haben gerade schon genug Sorgen", erwiderte Leo, „Es gefällt mir ja auch nicht, aber manchmal muss man als Omega aus Rücksicht auf ihre Gefühle eben kürzer treten. Komm schon, ich bin sicher dir fällt etwas ein um Ray zu helfen ohne das Schiff zu verlassen."
Nate murmelte irgendetwas Unflätiges, aber Leo hörte ihm gar nicht zu. Ihm war, als hätte er etwas hinter sich gehört. Er drehte sich um und suchte nach der Quelle des Geräuschs, fand sie aber nicht. Sehr seltsam. Nun, aber er hatte wirklich keine Zeit übrig um darüber nachzudenken. Es galt einen vermissten Teamkameraden aufzuspüren.
Sara hatte das Gefühl neben sich zu stehen. Mal wieder. Einer ihrer Omegas war entführt worden. Mal wieder. Sie konnte keinen klaren Gedanken fassen. Mal wieder.
Und irgendwie wurde sie das Gefühl nicht los, dass das alles ihre Schuld war. Wenn sie nicht mit so mit Ava beschäftigt gewesen wäre….
Ava. Alles hatte mit Leos Sticheleien angefangen und mit der Tatsache, dass Sara zum Schluss gekommen war, dass der Beta-Omega recht hatte. Ava war anscheinend wirklich in sie verknallt. Wie sie von „Ich würde sie am liebsten zu einem Alpha-Kampf herausfordern, Miss Lance" zu „Ich will nicht, dass normal für mich bist, weil ich so auf dich stehe, wie du bist" gekommen war, wusste Sara zwar nicht, aber sie hatte sich für ihr gemeinsames „Arbeitsessen" extra schick gemacht und beschlossen zu sehen, wohin es führte.
Ava hatte sich ebenfalls herausgeputzt und schien denselben Gedanken zu haben. Sie teilten sich Wein und Mahl, tauschten Anekdoten und Geschichten aus, und für einige Momente konnte Sara vergessen, dass sie Sara Lance war, und konnte einfach nur Sara sein, die zum ersten Mal seit dem Untergang der Queens Gambit einfach nur ein Date hatte. Natürlich hielt der Frieden nicht.
Gary tauchte im Restaurant auf, und Ava entschuldigte sich mit einer billigen Ausrede um mit ihm zu sprechen, und dann rief auch noch Gideon an und teilte Sara mit, was ihr Team in ihrer Abwesenheit so getrieben hatte, und dass Zari, Leo, Nate, und Ray gerade mit der Waverider in der Stadt abgestürzt waren.
Damit war das Date beendet, Sara beglich die Rechnung und machte sich auf zu ihrem Rudel, das sie offenbar dringend brauchte. Sie hätte nicht damit gerechnet, dass Ava ihr wutentbrannt folgen würde und ihr vorwerfen würde sie sitzen gelassen zu haben.
„Entschuldigung, aber es gab einen Notfall!", verteidigte sich Sara.
„Entschuldigung, aber das ist noch lange kein Grund einfach so wortlos abzuhauen!", schrie Ava zurück.
„Nun, was hätte ich denn dann tun sollen?! Mein Rudel hat mich gebraucht! Sie brauchen mich immer! Du verstehst das nicht, aber ich bin der Alpha! Ich werde immer Verpflichtungen anderen gegenüber haben, die mich davon abhalten auf ein Date zu gehen, oder eine nette Person kennenzulernen, mit der ich Zeit verbringen kann, außerhalb der Arbeit! Ich habe ein Rudel! Ich bin ein Alpha! Das geht nun mal vor alles andere!", erklärte Sara ihr aufgeregt.
„Aber du könntest mir so was auch sagen anstatt mich einfach sitzen zu lassen!", warf Ava ihr vor.
„Entschuldigung, dass ich nicht normal sein kann! Wenn jemand, der mir nahe steht, meine Hilfe braucht, dann verliere ich keine Zeit! So bin ich nun mal, wenn es um Dinge geht, die mir wichtig sind!", informierte Sara sie erregt.
„Ich will doch gar nicht, dass du normal bist!", hatte Ava entgegnet, und dann hatten sie vom Adrenalin aufgeputscht begonnen miteinander zu knutschen, bis sie von angreifenden Piraten unterbrochen worden waren, gegen die sie dann gemeinsam gekämpft hatten, was dazu geführt hatte, dass sie, kaum das alles überstanden war, miteinander im Bett gelandet waren, denn für Alphas lag Sex und Kampf nun mal sehr nahe nebeneinander. Mick hatte nicht ganz daneben gelegen, als er Sara einst vorgeworfen hatte, dass sie sich manchmal nicht entscheiden konnte, ob sie einen anderen Alpha töten oder ficken wollte, und allem Anschein nach schien es Ava ähnlich zu gehen.
Doch auf die heiße gemeinsame Nacht, folgte das böse Erwachen. Sara wunderte sich noch übe die ganzen nicht-abgewaschenen Teller, als Mick schon wissen wollte, wo Ray steckte, und dann wurde klar, dass er entführt worden war, und das ausgerechnet von Damien Darhk, dem Mörder von Laurel.
„Alles nur weil ich abgelenkt war!", lamentierte Sara, während Mick knurrend verlangte, dass sich Darhk ihm sofort stellen sollte, obwohl dieser ihn gar nicht hören konnte, und Amaya Gideon befahl sie zu Rays letzten Aufenthaltsort zu bringen. Sara wiederief diese Anweisung sofort und befahl Gideon stattdessen Rays persönliche Zeitlinie zu überprüfen, woraufhin Mick sie anschrie, was das bringen sollte, und Amaya wissen wollte, warum ihr Befehl aufgehoben worden war, und bald waren sie drei nur noch damit beschäftigt sich gegenseitig anzuschreien, und ignorierten alle Versuche von Zaris Seite sie zu beruhigen.
Sie begannen erst zu schweigen, als Ava ruhig und bestimmt das Wort ergriff, woraufhin sich Sara erst wieder daran erinnerte, dass die Agentin ebenfalls anwesend war. Sie sollte nicht hier sein, sie ist eine Ablenkung, dass das alles überhaupt passiert ist, ist ihre Schuld, dachte Sara wütend, obwohl das natürlich unfair war. Ja, Ava hatte sie abgelenkt, Sara wusste nicht einmal mehr, wann sie Ray überhaupt zum letzten Mal gesehen hatte, aber Sara war diejenige, die sich hatte ablenken lassen. Nach ihrer großen Rede der anderen Frau gegenüber von letzter Nacht hatte sie sich nicht gerade als sehr aufmerksamer Alpha entpuppt. Es war ihr vollkommen entgangen, dass sich Ray von Bord geschlichen hatte. Und Ava war diejenige, die im Augenblick den klarsten Kopf zu haben schien, und sie wollt helfen.
Sara schluckte also alle irrationalen Ressentiments herunter und versuchte wieder zu Sara Lance zu werden, dem Alpha des Rudels Legends. Im Augenblick war kein Platz für Sara, nur für Sara Lance.
Nachdem Ava weg war und jeder eine Aufgabe zugeteilt bekommen hatte, rannte sie nervös in ihrem Büro auf und ab und versuchte sich nicht dazu hinreißen zu lassen den nächstbesten Gegenstand wütend gegen die nächstbeste Wand zu schleudern. Sie wollte sich ihre Wut und Frustration für Damien Darhk aufheben.
Ava kehrte zurück und teilte ihr mit, dass das Bureau ihnen leider nicht bei der Suche nach Ray beistehen konnte, weil sie gerade zu viele Anachronismen auf einmal zu bekämpfen hatten. Die altbekannte Wut auf das Time Bureau stieg in Sara auf, doch bevor sie Ava wütend anschreien konnte, meinte diese: „Aber ich werde trotzdem hierbleiben und euch bei der Suche nach Ray helfen. Du hast mir gestern erklärt, dass das Wichtigste in deinem Leben, diejenigen sind, die dir nahe stehen, und das kann ich nachvollziehen. Und da du mir wichtig bist, werde ich dir helfen."
Saras Wut verwandelte sich in Dankbarkeit und ein wenig Rührung. Aber auch ein wenig Sorge. Wurde das hier gerade wieder zu einer ihrer „Die andere Person nimmt diese Verbindung ernster als ich es tue"-Beziehungen? Das hatte sie schon mit Nyssa hinter sich, bei der sie nie ganz das Gefühl hatte abschütteln können, dass Nyssa sie mehr liebte als umgekehrt und auf eine gemeinsame Zukunft hoffte, die Sara nicht sehen konnte, weil sie der Meinung war, dass sie es eigentlich überhaupt nicht verdient hatte diese Zukunft zu erleben, und ihre Gefühle für Nyssa nicht ausreichten um diese Zukunft erleben zu wollen.
Doch darüber konnte sie erst einmal nicht nachdenken. Ray war immer noch verschollen.
Die anderen entwickelten die Idee anstelle von Ray nach den Totems zu suchen, die die Darhks in ihren Besitz hatten. Das war ein guter Plan und eigentlich hätte Sara diejenige sein sollen, der er einfiel, aber dass sie nicht darauf gekommen war, bewies wieder, dass sie immer noch neben sich stand.
Jax würde wissen, wie er sie wieder beruhigen konnte. Aber Jax war nicht hier. Stattdessen hatte sie nur Zari, die ihr Bestes tat, aber Sara nun mal nicht gut genug kannte um zu wissen, auf welche Knöpfe sie zu drücken hatte um sie auf Kurs zu halten. Abgesehen davon machte sie sich selbst sichtbar zu große Sorgen um Ray um andere gut beruhigen zu können, und sie war der Schlüssel um Ray zu finden, da sie und Amaya nur noch durch ihr Totem Zugang zur mystischen Totemgeisterwelt erhalten konnten.
Letztlich war es Ava, die Sara ruhig hielt. Zumindest solange bis plötzlich Rip am Schiff auftauchte. Zusammen mit Wally West. Wenn Wally nicht dabei gewesen wäre, dann hätte Sara den Omega für eine Erscheinung gehalten, doch warum sollte sie ausgerechnet Wally West her halluzinieren?
„Rip. Du bist zurück", stellte sie tonlos fest.
„Ja, und wie ich sehe keinen Moment zu früh. Ray befindet sich in Gewalt der Darhks?", erwiderte der ehemalige Time Master.
„Ja", meinte Sara nur, „Wir müssen ihn finden."
„Wie ich sehe, arbeitet ihr zu diesem Zweck mit dem Time Bureau zusammen", stellte Rip fest und nickte in Richtung Ava.
Sara fühlte den Anflug eines schlechten Gewissens, wenn sie daran dachte, was sie und Ava vor kurzem miteinander getan hatten. Anderseits roch Rip ziemlich nach Wally. Aber Wally ist doch nicht Rips Typ. Oder etwa doch? Nun, genau genommen ging sie das nichts mehr an, nicht wahr? „Eigentlich nicht. Ava und ich … arbeiten privat zusammen", erklärte Sara langsam. Rip schien sich an dieser Erklärung nicht zu stören. Warum auch? Immerhin war er es doch gewesen, der betont hatte, dass sie Ava vertrauen konnte und sollte.
„Wally, hi. Wir haben uns seit der Hochzeit nicht mehr gesehen", wandte sich Sara an Rips Begleiter.
„Ja, es war eine wundervolle Zeremonie, nicht wahr?", erwiderte Wally, „Nun, abgesehen von den Nazis."
Ava sah irritiert aus, aber keiner ging auf ihre unausgesprochene Frage ein. Stattdessen sah sich Rip auf der Brücke um. „Wo ist Mister Jackson?", wollte er wissen.
„Zu Hause in Central City, hoffe ich", meinte Sara, „Ohne Martin … konnte er nicht hier bleiben." Noch etwas, wobei sie versagt hatte. Sie hätte einen Weg finden müssen Jax dazu zu bringen sich wohl genug an Bord zu fühlen um bleiben zu wollen.
Amaya und Zari kehrten zurück und erklärten ihnen, dass die Totemgeisterwelt durch die Darhks korrumpiert wurde. Aber zumindest fanden sie so endlich zu Ray. Und dabei stellte es sich wieder einmal als äußerst nützlich heraus einen Speedster dabei zu haben, der Ray aus den Fängen der Darhks befreien konnte, ohne dass diese mitbekamen, was passierte.
Wally hatte außerdem das kaputte Feuertotem von Damien Darhk gestohlen, womit die Legends nun drei Totems in ihren Besitz hatten. Amayas Totem befand sich allerdings immer noch in den Händen der Darhks.
Nun war es an der Zeit sich mit allen Informationen, die sie hatten, an die Time Bureau zu wenden. Dank der Recherche von Amaya und Zari, Rays Ausflug, und Rip wussten sie nun um einiges mehr über die Pläne der Darhks. Sie erzeugten absichtlich Anachronismen um Mallus, der einst mit Hilfe der Totems eingesperrt worden war, freizubekommen, und wollten außerdem die Totems unter ihre Kontrolle bringen, damit Mallus nie wieder besiegt werden konnte.
Wenn das Time Bureau das erfuhr, mussten sie endlich ein Einsehen haben und mit ihnen zusammen arbeiten. Das dachte Sara zumindest, als Ava von der Waverider aus Direktor Bennett kontaktierte. Doch der wollte nur wissen, warum sie Rip nicht verhaftet hatte.
Sara wollte ihn schon ihre Meinung sagen (sie war wirklich wütend, ihren einen Omega hatte sie gerade erst aus der Entführung retten müssen, und ihren anderen hatte Bennett eingesperrt, obwohl er von Anfang an recht gehabt hatte, und jeder Blinde konnte sehen, dass die Darhks und ihre Verbündeten gefährlich waren!), doch sie kam nicht mehr dazu, da sie und die anderen auf der Brücke entsetzt beobachteten, wie Direktor Bennett von einem gewissen riesigen telepathischen Gorilla, der offenbar doch nicht in Vietnam gestorben war, getötet wurde.
Schweigen kehrte ein, als das Live-Feed abbrach. „Nun, die gute Nachricht ist, dass Agent Sharpe damit wohl der höchstrangige Agent des Time Bureuas ist", meinte Rip schließlich, „Ich gratuliere, Direktor Sharpe."
Ava sah allerdings nicht so aus, als würde sie das für eine besonders gute Nachricht halten.
Nun aber zumindest sind meine Omegas wieder da, wo sie hingehören, dachte Sara, Das ist besser als gar nichts.
A/N: Ich weiß, ich weiß: Was ist mit dem Cliffhangar vom letzten Kapitel? Was hat es mit Leos Träumen auf sich? Keine Sorge, die Antworten darauf werden bald kommen, aber Ray wurde entführt! Das war erst mal wichtiger. Mehr zu beiden Themen im nächsten Kapitel.
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