13. Snart


Zusätzliche Warnings: Schwarze Magie, Menschenopfer, Intersexphobie


„Lass das endlich sein, Nanaba. Ich habe dir einen Gefallen getan, und dein Dank besteht darin mich anzugreifen?! Ich verstehe einfach nicht, was dein Problem ist!", meinte Kuasa, als sie wieder einmal menschliche Gestalt annahm. Bisher war sie lästiger Weise immer wieder dazu übergegangen sich zu verflüssigen, wenn Amaya sie angegriffen hatte, und war auf diese Art jedem Angriff ausgewichen, was Amaya sehr ärgerte. Knurrend verlieh sie ihrem Ärger Ausdruck.

„Du hast dich an meinem Omega vergriffen! Du hast ihn bewusst in eine gefährliche Situation gestoßen! Und das, obwohl du weißt, was er mir bedeutet! Und du fragst mich, was mein Problem ist?!", stieß Amaya ungläubig hervor.

„Siehst du, genau das, was er dir bedeutet, ist ja das Problem", erklärte Kuasa ruhig (Warum nur war sie so gelassen?!), „Ich muss an mich denken, und, glaub es oder nicht, an Mari. Da du es scheinbar vorziehst nicht an uns zu denken."

„Ich nicht an euch … Wie kannst du es wagen?! Weißt du denn nicht, was ich alles getan und erlitten habe um die Geschichte in die richtigen Bahnen zu lenken?! Ich habe ihn verlassen, bin in meine eigene Zeit zurückgekehrt. Ich habe meinem Omega und meinem Rudel den Rücken gekehrt. Kannst du dir überhaupt vorstellen, was für ein Opfer das für mich war?! Ich bin ein Alpha aus Zambesi, du solltest wissen, was das bedeutet. Wir lassen unser Rudel nicht im Stich. Niemals!", herrschte Amaya sie wütend an und behielt Kuasa genau im Auge. Wenn sie wieder versuchen würde sich auf den anderen Alpha zu stürzen, dann würde ihre Enkelin sich nur wieder verflüssigen, soviel war sicher. Aber sie war immer noch so wütend auf die andere Frau. Sie wollte sich immer noch auf sie stürzen und ihr das Gesicht zerkratzen. Mindestens.

Kuasa sah sie abwägend an. „Ja, ich fange an zu begreifen, was du geopfert hast", meinte sie, „Für kurze Zeit. Denn wo bist du nun? Und wo ist dein Sinn für Loyalität und dein Alpha-Schutz, wenn es um unser Dorf geht? Ich habe dir gesagt, was du zu tun hast, aber du ... hast es sogar geschafft dein Totem zu verlieren. Vielleicht sogar mit Absicht. Ohne Totem bindet dich nichts mehr an Zamebsi."

Amaya knurrte anstatt zu antworten. „Du sprichst vielleicht von dir selbst, aber sicher nicht von mir", erklärte sie scharf.

Kuasa seufzte. „Nun gut, ein letzter Tausch. Es ist dir so wichtig, also geh und rette deinen Omega und deine Freunde, aber vergiss nicht, dass sie nicht die Einzigen sind, die Rettung brauchen", meinte sie dann, und wie von Zauberhand öffnete sich hinter ihr das Portal, das Amaya zuvor nicht hatte sehen können, doch von dem sie nun wusste, was sich dahinter befand: Ihr Omega und ihr Rudel.

Ohne zu zögern und ohne Kuasa auch nur noch einen weiteren Blick zuzuwerfen sprang Amaya durch dieses hindurch.


Nate beobachtete entsetzt wie eine weitere Gruppe Menschen vor dem Pentagramm rapide alterte und schließlich auseinanderfiel. Wie ekelhaft. Und das steht uns bevor.

„Sieht so aus, als bräuchten wir noch ein paar mehr", meinte Damien, „Ich denke, es wird an der Zeit euch ins Ritual mit einzubeziehen. Aber keine Sorge, ich fange mit dem nutzlosen Omega an." Er meint mich.

Diese Ankündigung führte dazu, dass Sara und Mick aufhörten die Käfigstäbe zu malträtieren und sich stattdessen vor Nate schoben bzw. in Micks Fall besitzergreifend auf diesen setzten. Nicht, dass Nate den Gedanken hinter dieser Tat nicht zu schätzen wusste, aber unter diesen Umständen war diese Behandlung nicht gerade angenehm.

„Ach, kommt schon", meinte Damien, als er das sah, „Ihr habt immer noch Raymond. Und was bringt euch dieser da schon? Zu Stahl werden kann man schnell mal."

Warum nur musste Damien ihn ständig beleidigen? Nate hatte ihn nie etwas angetan, worauf es ankam.

„Wartet", meldete sich Leos Stimme zu Wort, „Das ist nicht mehr nötig. Wir sind hier fertig. Ich bin es: Snart."

Alle sahen hinüber zum Pentagramm. Damien wirkte nicht überzeugt. „Ist das wahr, Nora-Schatz?", wollte der weißhaarige Mann wissen.

„Ich bin nicht sicher", antwortete Nora mit ihrer eigenen Stimme, „Ich hatte nicht das Gefühl, dass wir hier fertig sind."

Damien seufzte. „Dann weiter. Guter Versuch, Ersatz-Snart, aber nicht gut genug", meinte er und schritt weiter auf den Käfig zu.

„Wenn es sein muss, dann töte den Historiker halt, aber es wird nichts daran ändern, dass ich hier bereits wohne", meinte Snarts mit schneidender Stimme, „Ich sagte schon: Wir sind fertig. Dass deine Aushilfshexe das nicht mitbekommen hat, ist nicht meine Schuld. Vielleicht solltest du lieber Mallus fragen, anstatt falsche Schlüsse zu ziehen."

„Mallus …", begann Nora und schien in sich hineinzuhorchen, „… schweigt."

„Seht ihr? Der große Chef ist erschöpft. Wie auch immer, ich würde jetzt gerne diese Fesseln los werden, und ihr werdet mich befreien, wenn ihr wisst, was gut für euch ist. Immerhin habe ich sogar Mick getötet, als er mich genervt hat, also würde ich an eurer Stelle darauf verzichten mit zu verärgern", fuhr Snart vor.

Damien hielt inne und drehte sich mit prüfendem Blick zu dem Snart im Pentagramm um. „Daran kannst du dich also erinnern? Was weißt du noch? Kannst du beweisen, dass du es bist? Was war das Letzte, das du zu mir gesagt hast, bevor die Legends uns in unsere jeweilige angestammte Zeit zurückgebracht haben?", wollte Damien wissen.

„Uns war nicht besonders nach Reden", meinte Snart, „Immerhin hatten wir gerade erst verloren, waren gefangen, und rechneten damit getötet zu werden. Doch ich glaube, das Letzte, was ich zu dir gesagt habe, bevor wir endgültig getrennt wurden, war: Ich hätte mich bezahlen lassen sollen, dann hätte ich wenigstens irgendetwas von dieser Aktion gehabt."

„Das stimmt sogar", räumte Damien ein.

Oh, nein. Das musste bedeuten, dass Leo weg war. Nate hatte bis jetzt gehofft, dass es sich wirklich nur um Leo handelte, der bluffte. Aber um das zu erraten, musste er wirklich gut im Raten sein. Nate war mit einem Schlag so, als würde ihm etwas noch gewichtigeres als Mick zu Boden drücken. Leo ist … fort.

„Es fühlt sich komisch hier drin an", fuhr Snart fort, „Alles riecht anders, sogar ich selbst. Dieser komische Omega-Odem…"

„Keine Sorge, das lässt sich ändern", erklärte Damien hilfreich, „Eine kleiner Eingriff, mehr ist dazu nicht nötig, und du wirst wieder ein richtiger Beta sein und nicht mehr dieses Zwischending." Er hob seine Hand und die Fesseln fielen von Snart ab.

„Wir halten unsere Versprechen. Jetzt ist es an dir deines zu halten. Deine Freunde sind hier, aber sie sehen nicht so aus, als würden sie dir verge-" Damien brach ab und würgte mit einem Mal. Amaya war wie aus dem Nichts aufgetaucht und hatte ihren Arm um seine Kehle geschlungen und drückte zu. „Lasst meine Freunde gehen", zischte sie, „Alle."

Das ist mein Mädchen, dachte Nate stolz.

„Das – urks – könnte ein Problem – werden", gab Damien zu, „Falscher Snart."

Amaya wirkte nur verwirrt.

Nora hatte sich erhoben und baute sich knurrend vor Amaya auf. „Lass meinen Vater los, falls du nicht wissen willst, wie sich dein Totem anfühlt, wenn es gegen dich eingesetzt wird", warnte sie die potentielle Retterin der Legends.

„Ich habe ihm das Genick gebrochen, bevor du mich erreicht hast, und dann musst du ihn noch einmal wieder beleben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das besonders einfach ist", erwiderte Amaya ungerührt.

Nora knurrte und hob ihre Hand, doch bevor sie dazu kam ihre Magie auf Amaya loszulassen, verdrehte sie die Augen und ging zu Boden. Hinter ihr stand Snart, der ihr seine Kältekanone über den Schädel gezogen hatte. Wo auch immer er die auf einmal herhatte. Dann schoss er mit der Kanone auf den Käfig, dessen daraufhin vereiste Stäbe sich nun von Sara mit einem gekonnten Tritt zerbersten ließen.

„Nett, du hast es immer noch drauf, wie es scheint, Lance", meinte Snart und beugte sich dann hinunter um Nora Amayas Totemkette abzunehmen. Mick erhob sich endlich von Nate, was dieser nutzte um aufzustehen, und er kam gerade noch rechtzeitig auf die Beine um zu sehen, wie eine unsichtbare Kraft Snart zurückzuschleudern schien, und dieser durch die Luft zurück ins Pentagramm segelte und erschrocken „Leonard" ausrief.

„Mallus schätzt eben keine Verräter", keuchte Damien und versuchte sich nun aus Amayas Griff zu befreien, während Mick zu Snart eilte.

Sara blickte einen Moment lang unsicher zwischen den beiden Gruppen und Nora hin und her, genau wie Nate, als sie ein Geräusch hörten, da sich ziemlich noch einem Gorilla anhörte. „Grodd", keuchte Nate erschrocken, „Wir müssen hier weg!"

„Ganz meine Meinung." Nate sah erschrocken auf und erkannte Ava und Gary, die mitten in der Höhle erschienen waren, hinter ihnen noch der Übergang zur Waverider offen.

„Dr. Palmer hat uns informiert, dass irgendetwas nicht stimmt, und es ist uns gelungen euer Signal hierher zu verfolgen", erklärte Ava schnell.

„Unser Signal?", wiederholte Nate verwirrt, „Was für sein Signal?"

Sara riss die Augen auf. „Hast du etwa?!", empörte sie sich.

„Nun, zu meiner Verteidigung, ihr werdet ziemlich oft entführt. Dir einen Sender zu verpassen, während du geschlafen hast, war der einfachste Weg sicher zu gehen, dass ich meine Freundin aus jeder Gefahr herausholen kann, in die sie gerät", sagte Ava defensiv.

Alles in allem gesehen ist das eigentlich keine so schlechte Idee, wurde Nate klar, Wir könnten alle Sender vertragen, nur für alle Fälle.

Sara war weniger begeistert. „Du hast Glück, dass du scharf bist", meinte sie zu Ava.

Gary rannte inzwischen in der Höhle herum und meinte dann: „Ich habe die letzten Geiseln befreit und Mister Rorys und Captain Lances Waffen gefunden. Wir sollten jetzt zusehen, dass wir weg von hier kommen, Direktor Sharpe."

Nate sah, dass Mick Snart und die Kältekanone in jeweils einer Hand hielt und sich ihnen näherte. Nora war immer noch ohne Bewusstsein, und Amaya hielt immer noch Damien fest.

„Grodd wird gleich hier sein", meinte dieser.

„Nennen wir es unentschieden. Dieses eine Mal, Damien", meinte Sara düster, „Aber ich werde nicht vergessen, was du Leo angetan hast. Genauso wenig wie alles andere." Sie nickte Amaya zu, die sich bereit machte den Magier loszulassen, während die anderen alle in Richtung Zeitkorridor strömten. Als sie fast alle hindurch waren, ließ Amaya Damien los und beförderte den wartenden Nate dann schnell durch den Korridor, woraufhin die Höhle hinter ihnen verschwand als sich der Zugang schloss. Nate konnte nur noch sehen, wie Damien nicht einmal Anstalten machte sie zu stoppen, sondern stattdessen zu Nora stürmte.

Interessant, dachte er noch, bevor ihm einfiel, dass sie im Moment eigentlich ganz andere Probleme hatten, und alle davon hießen Snart.


Die Kältekanone hatte neben dem Pentagramm gelegen. Mick hatte gesehen, wie Nora sie dort platziert hatte, vermutlich um irgendwelchen Vodoo-Kram damit anzustellen, aber das erklärte nur den Teil der Geschehnisse, der mit ihr zusammenhing. Der Rest war Mick nach wie vor schleierhaft.

Während Gideon den bewusstlosen Snart scannte, wusste er gar nicht, auf was für ein Ergebnis er hoffte. Leo, Leonard … Es würde zu Leonard passen die Darhks zu betrügen, kaum, dass er einen Körper bekommen hatte, aber wenn dem so war, könnte er trotzdem nicht hier an Bord bleiben. Das stand außer Frage. Er hatte in Kauf genommen Leos Leben auszulöschen nur um sein eigenes zurückzubekommen.

Nach allem, was mit der Legion der Verdammnis passiert war, sollte Mick das nicht überraschen, aber, nun ja, eigentlich hatte er gedachte Leonard wäre als besserer Mann gestorben. Ja, Leonard war nur ein Beta und reagierte daher auf Omegas anders als Alphas, und Leo war nur ein Teil-Omega gewesen, aber letztlich war der Punkt doch der, dass er unschuldig gewesen war. Leonard hatte ihn vielleicht nicht persönlich gekannt, und das nicht ahnen können, aber ….

Würde ich dann mit ihm gehen? Eigentlich war ihre Partnerschaft lange vorbei. Und Mick könnte Ray niemals verlassen, aber …

Seine Gedanken wurden unterbrochen, als Gideon verkündete: „Körperlich ist mit Mister Snart alles in Ordnung."

„Und geistig? Kannst du feststellen, wer da drinnen ist? Ob es Leo ist oder Leonard?", wollte Sara, die besorgt neben Mick stand, wissen.

„Unklar", erwiderte Gideon, „Ich empfange widersprüchliche Erinnerungen und Gedanken. Es wäre ein Tiefenscan erforderlich um das festzustellen, was nicht empfehlenswert ist, solange Mister Snarts Geist aktiv ist. Soll ich ihn in künstlichen Tiefschlaf versetzen um …"

„Was ist passiert?" In diesem Moment schlug Snart die Augen auf und blickte zu Sara und Mick hinüber.

„Ava und Gary haben uns gerettet", erklärte Sara, „Was ist das Letzte, woran du dich erinnern kannst?"

Snart schien darüber nachzudenken. Mick versuchte unterdessen festzustellen, wer nachdachte. Er sagte sich, dass er es eigentlich erkennen müsste, aber das ihm so vertraute Gesicht zeigte ihm zum ersten Mal überhaupt vielleicht nicht eindeutig, was im dazugehörigen Kopf vorging. Es könnte Leo sein, aber es könnte auch Leonard sein.

„Rip Hunter", sagte Snart, „Wir konnten Rip Hunter erreichen. Er hat versprochen zu helfen."

„Rip?", wiederholte Sara, „Wie… Wovon sprichst du? Was heißt erreichen? Und wer ist wir?"

„Leonard und ich", erklärte der Snart (Leo?), „Es ist schwer zu beschreiben. Wir waren gemeinsam an diesem geistigen Ort, und durch das Ritual konnten wir Energie abzweigen, genug um für einen Moment sichtbar zu werden. Leonard hat Rip Hunter aufgespürt und ihm mitgeteilt, dass er zwischen Raum und Zeit feststeckt und Hilfe braucht. Und dann ist er in mich gefahren um euch zu retten."

„Ist er noch da? Seid ihr beide da drin?", wollte Sara wissen, und Mick wusste, dass sie sich genau wie er auch an das erinnerte, was Darhk über mehr als ein Bewusstsein in einem Körper gesagt hatte. Wenn sie Pech hatten, dann kostete sie Darhks kleines Experiment beide Snarts.

Leo schien in sich zu horchen. „Nein", meinte er dann, „Nein, er ist weg. Als wir das Totem berührt haben, da habe ich gespürt, wie er davon gerissen wurde. Aus mir heraus. Es muss Mallus gewesen sein …" Ihm schauderte.

Sara und Mick tauschten einen kurzen besorgten Blick aus. „Er ist mir im Traum erschienen, schon seit Wochen. Ich wusste nicht, was es zu bedeuten hat. Ich hätte besser aufpassen sollen, etwas sagen sollen … Es tut mir leid. Er hat mich gerettet, und ich konnte nichts für ihn tun!", verkündete Leo selbstanklagend und ließ den Kopf hängen, „Ich hab ihn im Stich gelassen."

Mick spürte den Verlust, mit dem er gedacht hatte sich abgefunden zu haben, wieder in sich auflodern. Wie sollte er nur jemals mit dem Verlust seines Partners abschließen, wenn dieser immer wieder in seinem Leben auftauchte?

„Es gibt nichts, was du hättest tun können", sagte er langsam, „Leonard … hat das einzig Richtige getan. Wenn Hunter von ihm weiß, kann er ihn gemeinsam mit dem Bureau vielleicht retten." Doch er bezweifelte es. Er war sich ziemlich sicher, dass Mallus das, was von Leonard noch übrig gewesen war, vernichtet hatte. Das war es was Mick an Mallus' Stelle getan hätte.

Sara musterte ihn prüfend. „Er hat sich für uns geopfert. Schon wieder", meinte sie, „Mick hat recht, du hast dir nichts vorzuwerfen, Leo."

Leo nickte. „Es ist seltsam. Ich habe noch ein paar seiner Erinnerungen, hier in mir, aber sie verblassen langsam…" Er brach ab. „Ich will Heim."

Sara nickte. „Ich weiß", sagte sie, „Und ich verstehe es. Aber du brauchst jetzt erst mal Schlaf. Schlaf ein wenig, und dann sehen wir, ob … es Nachwirkungen geht. Und dann … dann bringen wir dich nach Hause zu deinem Ray."

Leo nickte bedrückt. Nachwirkungen. Ein Teil von Leonard für immer in Leo. Nein, Mick wünschte ihm das nicht. Leo Snart hatte genug Scheiße in seinem Leben durchgemacht, er brauchte nicht auch noch die von Leonard in seinem Kopf.

„Hi, ich habe Kekse gebacken", erklärte Micks Ray, der in diesem Moment in die Krankenstation kam, „Kekse für …"

„Leo sollte schlafen", meinte Sara dazu, „Aber du kannst sie ihm hinstellen."

Ray stellte den Teller gehorsam neben das Krankenbett. „Waren die Darhks furchtbar zu dir? Haben sie dich magisch gefoltert? Wenn es so ist, kannst du mit mir darüber reden, immerhin habe ich das ja auch durchgemacht", meinte er hilfsbereit zu Leo.

„Danke Raymond", murmelte Leo, „Vielleicht später."

Sara scheuchte Mick und Ray aus der Krankenstation. „Er hat mich Raymond genannt. Er nennt mich nie Raymond. Das war Leonards Ding", merkte Ray besorgt an.

„Er war vielleicht nur müde und wollte dich von seinem Ray unterscheiden", tat Sara es ab.

„Er wäre sowieso gegangen", erklärte Mick seinem Alpha. Dieser sah ihn unsicher an. „Er hat es mir vor der Mission gesagt", fuhr Mick fort, „Dass er heim will und seinem leuchtenden Freund einen Heiratsantrag machen will."

Sara ließ seinen Beruhigungsversuch aber nicht gelten. „Aber das war davor", meinte sie, „Nun ist er traumatisiert. Verdammt, wir haben es geschafft jemanden, der auf Erde-X aufgewachsen ist, zu traumatisieren! Und Leonard ist nicht zurück, sondern nun vermutlich endgültig verloren!"

Ray machte ein trauriges Gesicht, und Mick brummte nur.

Sara seufzte. „Tut mir leid. Du wolltest helfen. Ihr beide wolltest das, und ich …" Sie schüttelte den Kopf. „Ich werde das Gefühl nicht los als Alpha zu versagen, das ist alles. Ich muss Ava anrufen und herausfinden, was an dieser Geschichte mit Rip dran ist", erklärte sie dann, „Ich denke, wir brauchen alle etwas Schlaf. Geht schlafen. Wir setzen das hier morgen fort." Dann eilte sie davon.

Mick sah ihr hinterher. Er konnte verstehen, wie sie sich fühlte. Ihm selbst ging es ähnlich. Ray umarmte ihn und presse seine Stirn an Micks Schläfe (Mick fand es manchmal lästig, dass sein Omega genau so groß war wie er). „Es tut mir leid, dass du Leonard nicht zurückbekommen hast", meinte der Omega.

„Bin nur froh, dass es Leo gut geht", erwiderte Mick, „Komm lass uns schlafen gehen."

Vielleicht würde morgen alles nicht mehr so bedrückend wirken, vielleicht wäre morgen früh alles besser.

Vielleicht.


A/N: Armer Mick, armer Leo, arme Sara, armer Leonard.

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