15. Die Legends erinnern mich an meine D&D-Gruppe
Warnings: Dezitierte Spoiler für 3.15, eine Extra-Portion Angst für dieses Kapitel
Extra-Pairing: Constangreen
Einen konservativen christlichen Priester davon zu überzeugen, dass Rock'n Roll nicht die Musik des Teufels war, war nichts im Vergleich hierzu gewesen. Zari konnte kaum glauben, dass sie diese Aufgabe als schwer empfunden hatte. Aber, na ja, sie hatte ja nicht ahnen können, dass ihr Captain das Todestotem anlegen und dessen Macht verfallen würde und sich in eine Art Todeshexe verwandeln würde. Wie hätte sie auch jemals auf so eine Idee kommen sollen?!
Saras erste Tat hatte darin bestanden Ray anzugreifen. Ausgerechnet den süßen Omega Ray! Zari wusste nicht viel über diese ganze Alpha/Beta/Omega-Dynamik, aber sie wusste, dass das ein sehr sehr schlechtes Zeichen war. Wenn sich ein Alpha an einem Omega vergriff, war das schlimm, wenn er sich an seinem Omega vergriff war es sehr schlimm, und wenn sich jemand an Ray Palmer vergriff, nun dann stimmte etwas eindeutig nicht mit ihm, denn so sehr einem Rays positive Einstellung und sein fröhliches Gemüt auf die Nerven gehen konnten, ihm weh zu tun wäre einfach falsch. Immerhin war er Ray.
Sara war schon ohne Totem die stärkste Kämpferin ihrer Gruppe, immerhin war sie nicht umsonst der Alpha, mit Totem jedoch …
Sie hatte das Schiff abgeriegelt und hinderte die anderen so daran eine Hilferuf auszusenden. Es bestand keine Möglichkeit Rip, Gary oder Ava zu erreichen, die Legends waren auf sich gestellt. Und egal, was sie tun würden, Sara würde gewinnen.
Ich bin der Beta, erinnerte sich Zari, Das bedeutet, dass ich hier jetzt das Sagen habe. Aber was wäre die richtige Entscheidung? Was würde Jax in ihrer Situation tun?
„Wir müssen hier verschwinden. Runter vom Schiff. Wir nehmen das Jump Ship und hauen ab. Das ist unsere einzige Chance", meinte sie schließlich.
„Vergiss es", erwiderte Mick sofort, „Ich lasse Schmazlocke hier nicht zurück. Und er ist nicht transportfähig."
Damit hätte Zari wohl rechnen müssen. „Oh, ja, plötzlich kümmert dich Ray. Aber als er dich gebraucht hätte, warst du nicht da!", warf ihm Nate bitter vor. Mick hätte eigentlich bei Ray sein sollen, doch er hatte den Wissenschaftler alleine am Feuertotem arbeiten lassen und hatte sich zurückgezogen um sich zu betrinken. Was Nate ihm offenbar sehr übel nahm.
„Woher hätte ich wissen sollen, dass Sara durchdreht und ihn angreift?!", verteidigte sich Mick.
Zari wusste, dass er Nate nicht brauchte um sich Vorwürfe zu machen, er machte sich selber schon genug. Sie hatten ihn beobachtet, als sie den verletzten Ray zur Krankenstation gebracht hatten, bevor alles höllisch schief gegangen war. Mick war sehr betrunken gewesen, aber er hatte Rays Kopf trotzdem liebevoll gehalten und ihn dann mit einem leeren Blick angestarrt, den Zari nur zu gut kannte. Sie hatte ihn nach dem Tod ihres Bruders oft genug im Spiegel gesehen.
„Du bist sein Alpha, du hättest ihn beschützen müssen!", fuhr Nate Mick an, „Aber anstatt das zu tun, hast du was getan?! Dich besoffen!"
„Ich weiß, dass du denkst, ich wäre nicht gut genug für Ray, aber das ist seine Entscheidung, nicht deine, Schönling!", gab Mick wütend zurück.
„Aus jetzt!", fuhr Amaya dazwischen, „Hört auf zu streiten! Ray würde das nicht wollen!"
Tatsächlich schienen ihre Worte zu wirken, die beiden Männer verstummten. Eigentlich hätte ich es sein müssen, die sie zur Vernunft bringt. Es wäre meine Aufgabe! Der Beta war derjenige, auf den man sich in Krisenzeiten verlassen konnte. Oder nicht?
Zari versuchte ihre gesamte Autorität in ihre Stimme zu legen, als sie sagte: „Ray ist hier sicher. Sara will nichts mehr von ihm. Wir gehen zum Jump Ship!" Sie funkelte die anderen herausfordernd an. Nate und Mick starrten sie trotzig an, es war Amaya, die meinte: „Zari hat recht. Wir können weder Ray noch Sara helfen, wenn wir hier festsitzen und darauf warten, dass sie uns angreift."
Zari nickte dem Alpha dankbar zu, und dann migrierten die ganze Gruppe zum Jump Ship. Leider hatte Sara mit dieser Aktion gerechnet und Vorkehrungen getroffen. Es war ein Wunder, dass es sie es schafften mit dem Leben und mehr oder weniger unverletzt zu entkommen um sich in Rays Labor zu verschanzen. Zaris Windtotem sicherte ihnen den Rückzug, aber jede Chance auf Flucht war gestorben. Sara war gründlich genug gewesen um das Jump Ship ebenfalls zu sabotieren.
„Was jetzt?", wollte Nate schließlich wissen.
Zari wusste es nicht. Dann meinte Amaya: „Ich denke, dass nur ein Totemträger dazu in der Lage ist einen anderen Totemträger zu besiegen."
Alle Blicke richteten sich auf Zari. „Hört mal", meinte sie, „Ja, ich konnte uns den Rückzug sichern, aber ich bin nicht sicher, ob ich wirklich stark genug bin um sie zu besiegen."
„Fällt dir ein besserer Plan ein?", wollte Mick wissen.
Nein, der fiel ihr nicht ein, und das war ja das Ärgerliche daran. Was würde Jax jetzt tun?
„Okay", meinte Zari, „Ich werde es tun. Ich werde raus gehen und sie suchen und stellen. Ihr bleibt hier drinnen und kommt nicht raus, wenn es sich vermeiden lässt."
„Vielleicht solltest du warten, bis wird das Erdtotem geholt haben. Zwei gegen einen würde unsere Chancen enorm verbessern", wandte Nate ein.
„Ja, aber dazu müsstet ihr hinaus. Sie könnte überall im Schiff lauern", gab Zari zu bedenken.
„Mick und ich gehen mit Nate das Erdtotem holen", meinte Amaya, „Du versuchst inzwischen Sara abzulenken."
Was sie alle in Gefahr bringen würde, aber es war der beste Plan, den sie hatten. „Okay", meinte sie und atmete tief aus, „Dann mal los." Dann würde sie eben den Köder geben. So schwer konnte das nicht sein. Sara war doch sowieso immer wieder mal wütend auf sie, vielleicht war sie im Moment extra wütend.
Zari bahnte sich ihren Weg durch die dunkle Waverider. Allein. Das kann keine gute Idee sein, wurde ihr klar, Jeder Horrorfilm von vor dem Crash ist der Meinung, dass es keine gute Idee ist sich aufzuteilen, wenn man gegen ein Monster kämpft. Und im Grunde genommen war Sara doch genau das jetzt: Ein Monster.
Doch es war nicht das Monster, was Zari fand. Es war ihr Bruder Behrad. Behrad als Kind um genau zu sein. Zari traute ihren Augen und Ohren nicht. Sie wollte nicht glauben, dass er es wirklich war. Und dass er die Dinge, die er ihr vorwarf, ernst meinte. Das war doch alles nicht möglich.
„Behrad", begann sie, verstummte dann aber wieder. Was sollte sie auch sagen?
Und dann, als sie immer noch nach Worten rang, änderte sich schlagartig alles, als ihr klar wurde, dass sie recht gehabt hatte, dass das Wesen vor ihr nicht Behrad war. Ich hätte auf mich selber hören sollen und mich an diese ganzen Horrorfilme erinnern sollen, dachte sie noch, bevor sie ohnmächtig wurde.
Jax ging das alles zu schnell. Die Dinge passierten Schlag auf Schlag. Rips Zusammenbruch und sein halbgares Geständnis, Snart, ihr Trip auf die Waverider. Wo sie nicht alleine waren. Neben den Legends waren auch Ava Sharpe, Gary, und John Constantine hier.
„Euch gemeinsam hier zu sehen, hätte ich nicht erwartet", hatte Rip die Anwesenheit des Trios kommentiert und sprach damit Jax aus der Seele.
„Uns war klar, dass wir Unterstützung von einem Experten brauchen", meinte Gary und strahlte Constantine bei diesen Worten mit glänzenden Augen an. Offenbar war er verknallt. Jax zog eine Grimasse. Zuerst Sara und nun Gary. Nun über Geschmack ließ sich offenbar streiten. Aber vielleicht würde sich Constantine doch noch als nützlich erweisen.
Dass sie alle überhaupt hier waren, grenzte sowieso schon an ein Wunder. Die Waverider war nicht anpeilbar gewesen, und sie hatten nur hierher gefunden, weil Snart ihnen geraten hatte Agent Sharpes Signal anzupeilen, was auch funktioniert hatte.
Zumindest hatte der Gedanke daran, dass Sara in Gefahr war, Rip von seinen Selbstmordgedanken abgebracht. Zumindest fürs Erste. „Ich mache da nicht mit, aber vielleicht versucht er es trotzdem noch mal", hatte Snart zu Jax gemeint, „Du musst ihm dieses Artefakt abnehmen und es zerstören." Nur, dass er sich damit an den Falschen wandte. Jax war kein Dieb, anders als Snart hatte er keine kriminelle Vergangenheit, während Rip eine hatte. Wie also sollte es ihm gelingen Rip zu bestehlen?
Nun vielleicht konnte er Constantines Hilfe in Anspruch nehmen, immerhin war die Scheibe eigentlich sein Artefakt, das Rip von ihm, vermutlich ohne Erlaubnis, „geborgt" hatte. Aber diesem Problem konnten sie sich erst zuwenden, nachdem sie Sara gerettet hatten.
Offenbar war sie vom Todestotem und Mallus besessen. Als Mallus verbannt worden war, hatte sich der Nutzer des Todestotems gegen die anderen gewandt, weswegen es korrumpiert worden war und das Böse in Sara freigesetzt hatte. Nun war sie Mallus' Marionette und hatte schon ziemlich gewütet. Erst Mick war es mit Hilfe des Feuertotems gelungen sie halbwegs zu bändigen, doch solange sie unter Mallus' Bann stand, würde das auf Dauer nichts gegen sie helfen.
Constantine war der Meinung, dass nur Sara Mallus besiegen konnte. Doch Avas Versuche die wahre Sara zu erreichen, hatten bis jetzt nicht gefruchtet. Die Zeitagentin sah Rip an. „Versuch du es!", forderte sie, „Niemand von uns kennt Sara besser als du!"
Rip nickte und kniete sich vor Sara. „Sara, ich bin es, Rip. Kannst du mich hören? Wir brauchen dich, Sara, dein Rudel braucht dich", erklärte er eindringlich, „Ich brauche dich. Alpha, komm zurück zu mir."
Und tatsächlich – Jax hatte schon nicht mehr daran geglaubt, doch es wirkte. Der Bann fiel von Sara ab, ihre weiße Haut und ihre bleichen Haare gewannen an Farbe, und sie schlug die Augen auf. Und es war Sara Lance, die sie anblickte. „Rip", stellte sie fest, „Du bist gekommen."
„Ich werde immer kommen, wenn du mich brauchst", erwiderte der Omega.
Jax wünschte sich das würde auch stimmen. Vor nicht allzu langer Zeit hatte sich das noch anders angehört. Und das konnte er nicht einmal mit den anderen besprechen. Denn Snarts letzte Worte an sie waren gewesen: „Sagt Mick, Sara und Raymond nicht, dass ich noch da bin. Lasst sie in den Glauben, dass ich verschwunden bin, als ich aus Leo gerissen wurde. Es ist leichter für sie, wenn sie die Wahrheit nicht kennen."
Aber was ist mit uns, die wir die Wahrheit kennen? Jax nutzte die Gelegenheit um Constantine zur Seite zu nehmen, während Sara und Rip ihre Wiedervereinigung feierten, unter Avas eifersüchtigem Blick. Vielleicht musste sie gar nicht eifersüchtig sein. Vielleicht war genug Sara für alle da. Aber das war Saras Angelegenheit, Jax hatte andere Sorgen.
Constantines Miene verfinsterte sich, als er hörte, was Jax ihm berichtete. „Rip, mein Freund, wir müssen miteinander reden", meinte er in einem Tonfall, dessen Leichtigkeit nicht zu dem ernsten Ausdruck in seinen Augen passte.
„Ist er nicht toll?", wandte sich Gary an Jax, „Er kann alle Probleme lösen. Und er hat mich brillant genannt und geküsst." Jax beschloss ihm nicht zu sagen, dass es noch gar nicht so lange her war, dass Constantine sich mit Sara auf einer Mission vergnügt hatte, und er, so wie Jax ihn einschätzte, sich so oder so nicht gerne festlegte.
Stattdessen meinte er: „Gary, ich muss mir übrigens mal deinen Flasher ausborgen." Vielleicht war es auch besser, wenn Rip von Nichts wusste. Und was eine mögliche Rettung von Snart betraf, vielleicht wusste Ava Rat. Immerhin war sie nun die Direktorin vom Bureau, nicht wahr?
Nachdem Constantine mit Rip fertig war, nahm Jax den Omega beiseite und löschte die Auferstehung von Leonard Snart aus seinem Gedächtnis. Als der Engländer ihn danach verwirrt anblinzelte, meinte Jax: „Du solltest wirklich mit Sara reden. Über alles. Sie wird es verstehen, oder auch nicht, aber sie muss es wissen. Geheimnisse sind niemals gut, und du hast eindeutig zu viele davon."
„Wieso habe ich dich geholt? Was weißt du?", wollte Rip misstrauisch wissen.
Jax seufzte. „Es hat mich zuerst schockiert, das gebe ich zu. Aber letztlich wollte der Graue so gerne auf diese Mission gehen. Und auch alle anderen haben sich dafür entschieden. Und du wolltest deine Familie retten. Man sagt ja, dass Omegas, die ihre Kinder verlieren, verrückt werden, und vielleicht warst du ein wenig verrückt, als du uns rekrutiert hast. Es spielt keine Rolle mehr. Wir haben dadurch gelernt. Haben uns weiterentwickelt. Selbst Snart … er würde nichts bereuen, da bin ich mir sicher. Vielleicht war es Lügen, die uns zusammengeführt haben, aber was uns zusammengehalten hat, ist die Tatsache, dass wir zusammengehören. Wir lieben dich, Rip, so wie du uns liebst. Aber zu Liebe gehört auch Vertrauen. Es ist Zeit für die Wahrheit", meinte er, „Und für mich ist es Zeit nach Hause zurückzukehren. Ich werde mit dem Bureau gehen, sobald ich nach Ray gesehen habe. Und was dich angeht: Du solltest dich endlich mit unserem Alpha aussprechen."
„Es tut mir leid, Jefferson. Ein Teil von mir fände es sogar besser, wenn du nicht hier an Bord bist, sobald das große Finale beginnt", meinte Rip.
„Nun, das ist dein Pech, denn nichts auf dieser Welt könnte mich davon abhalten beim großen Finale dabei zu sein. Lass uns nur hoffen, dass es nicht sobald beginnt", gab Jax zurück, „Pass auf dich auf, Mann, und auf unser Rudel." Er umarmte den Omega schnell und ging dann los um nach Ray, Nate, und Zari zu sehen, die von Gideon auf der Krankenstation versorgt wurden.
Nate und Zari ging es soweit gut, und auch Ray schien schon wieder auf dem Weg der Besserung zu sein. Jax ließ die drei in Micks und Amayas Obhut und kehrte zur Brücke zurück. Constantine schäkerte mit Gary, und Ava redete mit Sara in deren Büro. Von Rip war nichts zu sehen, aber laut Gideon war er in der Küche. Dort konnte er hoffentlich nicht allzu viel anstellen.
„Ich wollte mich Gary für eine Runde D&D anschließen. Hast du Lust mitzumachen, Jefferson?", erkundigte sich Constantine bei ihm. Jax fragte sich, ob das eine Metapher war, und wenn ja, was damit wirklich gemeint war. (Er wollte es eigentlich gar nicht so genau wissen). „Nein, danke, ich verzichte", meinte es deswegen schnell, „Oh, da kommt Ava, sie scheint fertig zu sein."
Fertig war ein Wort für ihren derzeitigen Zustand. Nach ihrem Gesichtsausdruck und ihrer Körperhaltung zu urteilen war ihr Gespräch mit Sara nicht gut verlaufen. Sie blickte sehr finster drein.
„Ähm, nehmt ihr mich mit nach 2018? Rip wollte noch ein bisschen bleiben, und ich wollte noch etwas mit Ihnen besprechen, Direktor Sharpe", meinte Jax schnell.
„Von mir aus", erwiderte Ava wenig begeistert. Ja, ihr Gespräch mit Sara war wirklich nicht gut verlaufen. Jax fragte sich, ob er irgendetwas Tröstendes sagen sollte, doch er nahm an, dass es besser war sich nicht einzumischen. Alpha-Alpha-Beziehungen waren heikel, es war besser dort nicht vermitteln zu wollen, wenn man nicht plante das für immer zu tun. Und so gut kannte er Ava Sharpe definitiv nicht.
Sie kehrten zu Viert ins Bureau zurück, und während Gary und Constantine verschwanden um wer-wusste-schon-was zu tun, folgte Jax Ava in ihr Büro. Der Alpha nahm hinter dem darhins stehenden Schreibtisch Platz und gab sich sichtlich Mühe beherrscht zu wirken. „Was kann ich für Sie tun, Mister Jackson?", wollte Ava wissen und sah ihn müde an.
Jax holte tief Luft. „Nun, es geht um Leonard Snart, die Erde-1-Version von ihm", begann er, „Und zwar ist die Situation folgende…" Und dann begann er zu erzählen.
Ich bin also der Tod. Warum überrascht mich das nicht? Sara hatte gedacht ihre Vergangenheit hinter sich gelassen zu haben, doch nun wurde ihr klar, dass dem nicht so war. All ihre Probleme der letzten Zeit … ihr Versagen als Alpha … das alles lag darin begründet, dass etwas in ihr war, das zutiefst verdorben war. Ein dunkler Kern. Mallus und Nora wussten davon. Und das Todestotem hatte ihn erkannt.
Das kleine Mädchen aus ihren Alpträumen würde sie ewig verfolgen um sie daran zu erinnern, dass dem so war. Dass sie kein Glück verdient hatte. Nicht nach dem, was sie getan hatte. Du bist eine Mörderin, Sara Lance, eine Assassine. Du hast einem kleinen Mädchen den Vater genommen. Egal, was der Beta getan hatte, er hatte es nicht verdient zu sterben.
Und Sara hatte es nicht verdient nach dieser Tat einfach so weiterzumachen, als wäre nichts passiert. Sie hatte seit dem versucht eine Heldin zu sein, Wiedergutmachung zu leisten, aber … nur sie und Oliver verstanden wirklich, dass es manche Dinge gab, die man nicht wieder gut machen konnte.
Ava verstand es nicht. Sie hatte vermutet, dass Sara wegen Rip mit ihr Schluss machte. Und zum Teil stimmte das auch. Als Sara in sich selbst gefangen gewesen war, und Nora versucht hatte sie für Mallus zu rekrutieren, da hatte sie die Stimmen von Zari und Amaya gehört, und von John und auch von Ava, aber es war Rips Stimme gewesen, die sie zurückgebracht hatte. In dem Moment, als sie die Augen aufgeschlagen hatte und ihn angesehen hatte, war ihr klar geworden, dass sie nur ihn wirklich liebte. Dass alle anderen – Alex, John, und sogar Ava – im Grunde nur eine Ablenkung für sie waren.
Aber das kratzte nur an der Oberfläche des Problems. Denn das andere, was Sara klar geworden war, war die Tatsache, dass sie kein Glück verdient hatte. Und Ava machte sie glücklich, also hatte sie Schluss gemacht. Und nun fehlte nur noch Rip, nicht wahr? Nun musste sie noch mit ihm Schluss machen, denn wenn sie schon keinen anderen Alpha verdiente, dann verdiente sie einen Omega noch weniger.
Und wenn das erledigt war, würde sie die Waverider verlassen. Immerhin hatte sie ihre Omegas attackiert und ihren Beta. Mick und Amaya hätten sie vermutlich nicht töten können, weil sie Skrupel hatten ihren Alpha zu verletzten. Wenn Constantine, Ava und Gary nicht aufgetaucht wären, wenn Rip und Jax nicht gekommen wären …
Sie wollte gar nicht erst daran denken.
„Sara? Hast du kurz Zeit?" Natürlich war es Rip. Sie deutete ihm herein zu kommen. Das wird schwerer werden als erwartet, wurde ihr klar. Sie hatten gerade erst einen gemeinsamen Moment erlebt. Und nun plante sie, alles, was sie bisher verbunden hatte, zu zerstören – ein für allemal.
Doch bevor sie damit beginnen konnte, ergriff Rip das Wort. „Jax hat gemeint, dass ich dir endlich die ganze Wahrheit sagen soll, und er hat recht damit. Ich will nicht mehr lügen, und nach dem, was eben passiert ist, können wir es uns auch nicht mehr leisten unsere Augen weiterhin vor der Wahrheit zu verschließen", verkündete er, „Fangen wir mit den Dinge an, die du wissen musst, bevor du wütend auf mich wirst und mir nicht mehr zuhörst."
Sara blinzelte. „Was…"
„Ich habe den Kampf gegen Mallus schon einmal miterlebt. Genauer gesagt sogar mehrmals. Ihr seid alle im Kampf gegen ihn umgekommen, also bin ich in der Zeit zurückgegangen, habe das Time Bureau begründet und mich selbst als Agenten rekrutiert um einen Weg zu finden ihn zu besiegen. Natürlich hat die Veränderung der Zeitlinie nur dazu geführt, dass er noch stärker wurde. Du hast mich mal gefragt, warum ich so besessen von Mallus bin. Das ist die Antwort. Er hat mir meine Familie genommen, mein Rudel. Diese fünf verlorenen Jahre, die habe ich damit verbracht nach einem Weg zu suchen euch zu retten. Ich habe aber keinen gefunden, niemals", verkündete Rip, „Ich glaube, dass wir dazu in der Lage sein sollten Mallus zu besiegen, wenn wir die Totems benutzen, aber nach der ganzen Geschichte eben, bin ich mir nicht sicher wie. Ich hatte Ideen für das Todestotem, aber … Nun, daran müssen wir noch arbeiten. Egal, aber ich habe dir die ganze Wahrheit versprochen, nicht wahr? Dann kommen wir nun zu dem Teil, nach dem du wütend auf mich sein wirst."
Sara war bisher vor allem erstaunt, wurde aber langsam doch ein bisschen wütend, denn wieso hatte Rip ihr das alles bisher verschwiegen? Was konnte er noch sagen, dass sie noch wütender machen würde?
Während sie sich diese Frage noch stellte, sagte er es ihr.
A/N: Ja, lang lebe Constangreen!
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