16. Das ist die Hölle
Extra-Warnings: Dezitierte Spoiler für 3.16, Todessehsucht, Erw. von Selbstverstümmelung
Saras Miene war steinern. Rip wartete auf die unausweichliche Explosion.
„Laurel … Laurel ist nur gestorben, weil du mich rekrutiert hast?", fragte Sara dann langsam. Rip schluckte. „Nun, nicht unbedingt. Tatsache ist, dass es in einigen Jahren einen großen Kampf geben wird, an dem die Heldin namens Black Canary teilnehmen wird. Natürlich könnte es sich dabei auch um diese neue Black Canary handeln, Dinah Drake, aber es gibt Fotos, die eine Frau zeigen, die deiner Schwester ähnelt", gab er dann zu, „Ich bin mir nicht sicher, was das zu bedeuten hat, aber auf jeden Fall heißt es, dass Laurel Lance in der ursprünglichen Zeitlinie noch einige Jahre gelebt hat."
„Du hast … du hast damals gesagt, dass du mich nicht vor ihrem Tod in die Zeitlinie zurückintegriert hast, weil ich sonst mit ihr sterben würde. Aber das ist nicht die Wahrheit, oder? Ich bin diejenige, die damals eigentlich gestorben wäre. Ich bin diejenige, die Damien Darhk getötet hätte. Und du wusstest das. Du wusstest, dass ich an diesem Tag sterben würde, also hast du mich mit voller Absicht erst danach wieder in die Zeitlinie zurückintegriert", meinte Sara dann langsam, „Weil du es nicht ertragen hättest mich zu verlieren."
Rip überlegte kurz darauf einfach nichts zu sagen, doch er hatte versprochen die Wahrheit zu sagen, nicht wahr? „Du hättest deinen Blutdurst unter Kontrolle bekommen und hättest in kurzer Zeit noch große Heldentaten vollbracht. Doch dann wärst du nach Star City zurückgegangen, und ja, du wärst gestorben. Schon wieder", gab er dann zu, „Ich weiß nicht, was mit deiner Schwester passiert wäre. Vielleicht wäre sie so oder so gestorben und wird zu einem späteren Zeitpunkt ins Leben zurückgebracht. Oder ihre Anwesenheit dort erklärt sich durch Zeitreise. Oder es handelt sich bei der Frau auf dem Foto um eine Doppelgängerin von einer anderen Erde. Die historischen Aufzeichnungen über diese Zeitperiode sind nicht immer exakt. Nicht nur die Time Master haben die Zeitlinie manipuliert. Auch die Speedster haben sie verändert. Eobard Thawne hat die ursprüngliche Zeitlinie ausgelöscht, als er Harrison Wells ermordet und seinen Platz eingenommen hat. Seit dem versucht sich die Zeit selbst zu korrigieren, aber sie hinkt hinterher. Und all die Anachronismen helfen auch nicht gerade dabei ein klares Bild entstehen zu lassen. In Wahrheit weiß ich nicht, wie die Zeitlinie wirklich sein soll. Ich weiß nur, dass ich in Kauf genommen habe sie zu verändern, indem ich die Legends aus ihr entfernt habe und ihnen ihr Schicksal geraubt habe."
Sara explodierte seltsamer Weise immer noch nicht. Rip sah sie prüfend an. Sie war bleich, wirkte aber gefasst. Normalerweise wäre das der Punkt, an dem sie jemanden ihre Faust ins Gesicht gerammt hätte.
„Ich wusste immer, dass ich nicht mehr in diese Welt gehöre. Ich dachte, es liegt an der Lazarus-Grube, aber scheinbar geht es tiefer", räumte Sara ein, „Ich sollte tot sein, und Laurel sollte leben."
„Nein", widersprach Rip energisch, „Verstehst du, genau darum geht es doch. Ich habe euch rekrutiert, weil ich nicht bereit war mich damit abzufinden, dass manche Dinge einfach sein sollen. Aus schmervoller Erfahrung weiß ich, dass die Dinge, die sein müssen, immer sein werden, andere jedoch müssen nicht sein. Dein Tod war nie vorherbestimmt. Er war ein Irrtum des Schicksals. Und er wurde korrigiert. Ich brauche dich, Sara. Die Welt braucht dich."
„Weil ich die Einzige bin, die Mallus stoppen kann, da ich schon einmal tot war. Nur ich kann das Todestotem verwenden. Aber siehst du, genau da irrst du dich. Ich dachte auch, dass ich stark genug bin, weil ich den Speer des Schicksals beherrschen konnte, aber meine Gründe das Totem zu nehmen waren nicht rein. Deswegen hat es mich beherrscht und nicht ich es", gab Sara zurück.
„Das Totem hat dich beherrscht, weil es korrumpiert wurde, als sich sein ehemaliger Besitzer auf die Seite von Mallus gestellt hat", verbesserte Rip sie, „Keiner hätte es kontrollieren können. Es war nicht deine Schuld. Und dein Wert für die Welt besteht nicht darin schon einmal gestorben zu sein. Er besteht in deinem Leben. Ich habe dich und alle anderen Legends benutzt, als ich euch rekrutiert habe, aber das würde ich nicht mehr tun. Ich liebe euch. Ich liebe dich. Das weißt du."
Sara seufzte. „Was weiß ich schon, außer, dass du ein kolossaler Lügner bist?", erwiderte sie, „Dir zu trauen ist … als würde man sich mit einem Skorpion verbünden. Man weiß nie, woran man ist, und wann man zu Tode gestochen wird."
Es wäre ihm lieber gewesen, sie würde ihn anschreien oder schlagen. Ihre scharfen Worte und ihre stille Resignation taten viel mehr weh als das.
„Es tut mir leid, dass du das so empfindest", sagte er dazu nur und versuchte den bitteren Schmerz, der in ihm aufstieg, zu unterdrücken so gut er konnte.
„Was noch? Da ist doch noch mehr, oder? Was muss ich sonst noch wissen? Was verheimlichst du noch?", fragte Sara dann nach kurzem Schweigen müde.
Rip wollte am liebsten gar nicht antworten, aber wenn er schon beichtete, dann musste er wohl eine vollständige Beichte ablegen. „Nun dann wäre da noch die Sache mit Ava", begann er.
Sara seufzte tief. „Was ist mit Ava?", wollte sie wissen, „Was hast du ihr angetan?"
Rip holte tief Luft. „Nun, angesichts eurer … Verbindung, wird dich das hier jetzt wohl schockieren, aber Ava stammt nicht aus Fresno, und auch nicht aus deiner Zeit, und genau genommen ist sie auch kein Mensch wie du oder ich. Sie ist nicht einmal die erste Ava Sharpe, die du kennengelernt hast", erklärte er, „Ava ist ein Klon aus der Zukunft. Sie stammt aus einer Klonfabrik, die sich damit brüstet den perfekten Menschen zu züchten. Die aktuelle Ava Sharpe ist der zwölfte Klon, den ich für das Time Bureau rekrutiert habe. Um zu verhindern, dass sie einen psychischen Schock erleidet, wurde sie mit künstlichen Erinnerungen ausgestattet, inklusive der, an die Erlebnisse ihrer Vorgängerinnen."
Sara blinzelte. Dann meinte sie: „Ich wusste ja gleich, dass es seltsam ist, dass sie auf einmal so viel netter zu mir ist! … Ist das dein Ernst, oder soll das ein Witz sein? Wieso … wieso solltest du so etwas tun?!"
„Nun, wie ich bereits sagte, das Ava-Modell ist der perfekte Mensch", wiederholte Rip.
„Das Todestotem", wurde Sara, die ihn eben doch sehr gut kannte, klar, „Du wolltest, dass sie das Todestotem benutzt."
„Ja, ich dachte mir, dass der perfekte Mensch dazu in der Lage sein sollte. Doch es hat sich gezeigt, dass auch eine Ava den Einsatz des Totems nicht überlebt. Trotzdem habe ich an diesem Plan festgehalten, denn immerhin handelt es sich bei den Ava-Klonen nicht um Personen im eigentlichen Sinn. Zumindest habe ich mir das eingeredet", führte Rip aus, „Allerdings…"
„Allerdings ging es dir wie mit uns, du hast die Avas liebgewonnen", vermutete Sara.
„Nun … ja. Aber da ist noch mehr. Die aktuelle Ava, deine Ava, sie ist nicht wie die anderen Avas. Sie ist nicht der perfekte Soldat. Sie hat Bedürfnisse und Wünsche und Träume. Sie stellt andere Dinge über die Pflicht. Sie kann lieben. Sie liebt dich", erklärte Rip, „Was mich betrifft, so ist sie in jeder Hinsicht eine vollwertige Person. Das Todestotem ist nicht für sie."
Sara nickte nur. „Was ist mit der anderen Ava passiert? Der, die wir als Erste kennengelernt haben - Ava-11?", wollte sie dann wissen.
„Sie ist im Einsatz gestorben. Ein Anachronismus in Form eines Löwens hat sie erwischt", erwiderte Rip.
„Nun wenigstens hast du sie nicht geopfert", meinte Sara.
Aha, das hatte sie also gedacht. Rip war nicht begeistert, aber er konnte es ihr auch nicht verübeln. Er musste sich wie ein verrückter Wissenschaftler anhören, der mit Klonen experimentierte. Wie ein Monster. Nun, da er sich auch wie eines fühlte, war das wohl ganz passend.
„Auf jeden Fall muss sie nie die Wahrheit erfahren", verkündete er abschließend, „Sie kann ihr Leben als Ava Sharpe weiterführen, als Direktorin des Time Bureuas, als deine Freundin. Ich weiß, dass du reif genug bist um darüber hinwegzusehen, wo sie herkommt. Ihre Papiere sind gut genug. Ihr beide könntet sogar heiraten."
„Wir haben uns getrennt", informierte ihn Sara kühl.
„Oh." Rip fühlte sich ein wenig unbehaglich. Timing war nach wie vor nicht gerade seine größte Stärke, wie es schien.
„Hör mal", meinte er, „Ich weiß, du denkst jetzt im Moment das Schlimmste von mir, aber du kannst nicht schlimmer von mir denken als ich selber. Und wir müssen das alles zurückstellen, zumindest so lange bis wir Mallus neutralisiert haben. Danach musst du meinen Anblick nie wieder ertragen und die anderen auch nicht. Genauso wenig wie Ava."
„Was sind wir nur für ein Paar?", murmelte Sara.
„Wie bitte?", wunderte sich Rip, der nicht wusste, was sie damit meinte.
„Egal", behauptete sie, „Du hast recht. All das mag schrecklich sein, doch im Moment ist es wichtiger, dass wir Mallus besiegen. Alles andere ist sekundär. Also schlage ich vor, du suchst nach einem Weg, wie wir das bewerkstelligen, während wir die Totems, die sich in unserem Besitz befinden, weiter bewachen."
Das ist alles? Irgendwie hatte Rip sich eine … stärkere Reaktion auf alles, was er ihr erzählt hatte, erwartet. Es war nicht nur die mangelnde Wut über Laurel, die ihn erstaunte. Auch ihre Reaktion auf Ava und Rips Zurückgehen in der Zeit um den Tod der Legends zu verhindern war irgendwie leidenschaftslos. Das Einzige, was Sara zu beschäftigen schien, war die Tatsache, dass sie in der Zeitlinie, die Rip verändert hatte, dazu bestimmt gewesen war zu sterben. Schon wieder.
Vielleicht stand sie wegen den Erfahrungen mit dem Todestotem ja immer noch unter Schock. Vermutlich konnte sie alles, was er ihr erzählt hatte, noch gar nicht so richtig begreifen. Die Wut, die Vorwürfe, das alles würde noch kommen. Nur irgendwann später, wie es schien.
„Nun gut. Ich muss mich bei Ava zurückmelden. Die Darhks planen mit Sicherheit schon ihren nächsten Schachzug", sagte Rip deswegen, „Wir müssen bereit für sie sein. Wir bleiben in Kontakt."
„Ja", meinte Sara nur dazu, „Wir bleiben in Kontakt."
Warum nur war sie so ruhig? Rip empfand das als äußerst beunruhigend. Nun, es wird nicht so bleiben. Das dicke Ende kommt bestimmt. Da bin ich mir sicher.
Immerhin durfte es nicht sein, dass sie einfach nicht wütend auf ihn wurde.
Ray wusste natürlich, was kommen würde. Er hatte genug Erfahrung mit Mick und Sara um es vorherzusehen. Es war fast schon traurig wie wenig es ihn überraschte, dass sich seine Alphas eben so verhielten wie seine Alphas.
Als Erstes musste er Schadenskontrolle bei Mick betreiben, denn immerhin war der Mann sein Alpha und sein Verlobter, und Ray hatte keine Lust darauf sich nach so kurzer Zeit schon wieder zu entloben. Nicht jetzt, wo er endlich dazu übergangen war sich zu gestatten seine Zukunft mit dem sturen Alpha zu planen.
Kaum, dass er wieder auf den Beinen war, machte Mick sich rar um mit dem Feuertotem zu spielen und zu schmollen. Ray konnte kaum gehen, aber er machte sich trotzdem die Mühe Mick Essen in seine Kabine zu bringen. Mick wirkte fast erschrocken, als er ihn sah. Als Ray hereingekommen war, hatte er auf Feuer, das er scheinbar aus dem Nichts heraus in seiner Hand erscheinen hatte lassen, gestarrt und war in seine eigene Welt versunken gewesen.
„Ich habe gehört, wir haben unsere Rettung dir zu verdanken", meinte Ray, „Weil du mit dem Totem in der Lage warst Sara in den Hintern zu treten." Er deutete auf die Flamme, die Mick sofort verschwinden ließ. Dann meinte der Alpha vorwurfsvoll: „Du sollst doch noch nicht herumlaufen!"
„Wie sonst soll ich meinen Verlobten sehen? Er hat es vorgezogen sich vor mir zu verstecken anstatt mich gesundzupflegen indem er meine Wunden küsst", gab Ray lächelnd zurück.
Micks Blick verdüsterte sich und er nahm Ray das Tablett mit dem Essen ab. „Ich hab nie verstanden, was du in mir siehst", meinte er ohne Ray anzusehen, „Aber irgendwann hab ich beschlossen: Scheiß drauf und nimm, was du kriegen kannst. Was siehst du in mir, Ray?" Sein Blick flackerte zu Ray hinüber, bevor er wieder wegsah.
„Ich sehe meinen Alpha", erklärte Ray, „Ich habe ihn schon immer in dir gesehen. Du weißt es vielleicht nicht, aber du bist ein wirklich guter Alpha, Mick. Ich habe da so meine Erfahrungen gemacht, und abgesehen von Anna, bist du derjenige unter all meinen Partner und Möchtegern-Partnern, der mich am besten behandelt hat."
Mick lachte trocken. „Mir war langweilig, und was habe ich getan? Mich niedergesoffen", erklärte er voller Selbstanklage, „Und währenddessen wurdest du…" Er brach ab und schien es nicht aussprechen zu können.
„Wir waren an Bord der Waverider. Umgeben von unserem Rudel. Du hättest nicht ahnen können, dass ich angegriffen werden würde. Nur weil wir ein Paar sind, sind wir nicht verpflichtet jede Sekunde miteinander zu verbringen. Ich weiß, dass du manchmal Zeit für dich brauchst. Mir geht es doch genauso. Und das ist auch in Ordnung so", erwiderte Ray geduldig und streckte zögerlich seine Hand nach Mick aus. Als der Alpha nicht wegzuckte, berührte er dessen Arm.
„Leo hatte recht. Ich habe ein Problem", brummte Mick, „Aber ich … ich weiß nicht, was passiert, wenn ich nicht mehr trinke. Wer ich dann bin."
Ray streichelte Micks Arm. „Du bist Mick", meinte er, „Immer mein Mick."
„Dein Mick brennt sich seine Haut weg, wenn ihm danach ist", gab dieser bitter zurück.
„Ich weiß", erwiderte Ray schlicht.
„Der Schönling hat also doch gepetzt", stellte Mick fest.
„Nate hat kein Wort gesagt. Das musste er auch nicht. Ich liebe dich, Mick. Du bist mein Alpha. Denkst du wirklich, ich würde nichts davon mitbekommen?", korrigierte Ray Micks Annahme.
„Du hast nie was gesagt", stellte Mick fest.
„Weil du nichts gesagt hast. Mick, hör mir zu. Natürlich wünsche ich mir, dass du damit aufhörst. Und in den letzten Wochen hattest du damit aufgehört, wenn ich mich nicht irre. Und natürlich würde ich es auch besser finden, wenn du aufhörst zu trinken, allein schon, weil ich zusammen mit dir und deiner Leber alt werden will. Aber, solange du denkt, dass du das Feuer und den Alkohol noch brauchst, solange brauchst du beides eben", erklärte Ray.
Mick blickte ihn an, als könnte er nicht glauben, dass Ray wirklich war.
„Manchmal", sagte er, „Denke ich all das ist nicht wirklich, du bist nicht wirklich, und ich würde immer noch von den Zeitbastarden gefoltert werden, und das alles hier ist nur ein schöner Traum, den mein Gehirn mir vorgaukelt, damit ich nicht endgültig den Verstand verliere."
„Ich bin echt, das verspreche ich dir", erwiderte Ray daraufhin nur und küsste Mick vorsichtig auf den Mund. Der Alpha seufzte und umfasste dann Rays Hüften und trug den Omega vorsichtig zum Bett. „Gesund pflegen indem ich deine Wunden küssen, ja? Wollen wir das mal ausprobieren?", murmelte er, und Ray lächelte erneut. Diesmal aus ehrlicher Freude heraus.
Nachdem sie vorsichtig Liebe gemacht hatten (Ray fand es seltsam aber nicht schlecht zur Abwechslung mal ständig Oben zu liegen), döste Mick vor sich hin und Ray machte sich auf die Suche nach Sara. Und erwischte sie gerade noch rechtzeitig, sie war offenbar dabei das Schiff zu verlassen.
„Sara! Was soll denn das?!", beschwerte sich Ray.
„Amaya hat das Sagen, während ich weg bin", erklärte Sara, „Ihr sollt die Totems bewachen und vielleicht den einen oder anderen Anachronismus dorthin zurückbringen, wo er hingehört. Vor dem großen Endkampf bin ich hoffentlich zurück."
„Nein! Du kannst jetzt nicht gehen! Alle gehen! Jax, Rip, Leo. Das reicht jetzt langsam! Und du bist der Alpha, du kannst sowieso nicht gehen!", protestierte Ray.
„Ich habe jetzt keinen Kopf für deinen Verlassensängste, Ray", meinte Sara hart.
„Du bist extra gemein, aber da du viel durchgemacht hast, bin ich bereit dir das zu vergeben", erwiderte Ray, obwohl der Stich saß, „Der Punkt ist, dass das Rudel dich braucht. Ich weiß, dass du dich schuldig fühlst, weil du auf Nate und mich losgegangen bist, aber das warst nicht du, das wissen wir beide, und wir verstehen es!"
„Ihr solltet es aber nicht verstehen", gab Sara zurück, „Das Ganze wird langsam ein Muster. Und ich habe das Muster endlich durchschaut: Ich bin ein schlechter Alpha, weil ich ein schlechter Mensch bin, ein Mensch, der den Tod einmal zu oft ein Schnippchen geschlagen hat. Ich bin nicht … richtig. Und deswegen sollte ich nicht in der Nähe von anderen sein."
Das Schlimmste an dieser Erklärung war, dass sie so ruhig klang, als sie das sagte. So als würde sie nur reine Fakten wiedergeben, und nicht so als würde sie gerade einen vollkommenen Nervenzusammenbruch erleiden.
„Sara, das Todestotem war von sich aus korrumpiert, es hat dich beeinflusst, nicht umgekehrt!", belehrte Ray sie.
„Du weißt nicht so viel über mich, wie du denkst, Raymond", gab Sara nur zurück. Dann runzelte sie die Stirn und sah irritiert über Rays Schulter hinweg. „Was soll das werden, Gary?!"
Ray drehte sich um und erblickte Gary, der sich die Hand vor die Augen hielt und ziellos durch den Gang irrte. „Gary?", wunderte er sich.
„Kann ich die Hand wegnehmen? Sind alle angezogen?", wollte Gary wissen und blickte sie dann an, „Ich wollte nur sichergehen, dass ich nicht reinplatze, während Direktor Sharpe und Sie…"
Sara stöhnte und Ray grinste. Ob das schon passiert war?
„Was bringt dich her, Gary?", wollte er von dem anderen Omega wissen.
„Oh na ja, ich bin auf der Suche nach Direktor Sharpe. Sie ist jetzt schon ziemlich lange weg", erklärte Gary, „Ich musste ihr Unterschrift bereits dreimal fälschen, und wenn ich mich nicht mit einer Perücke für sie ausgeben will, dann weiß ich nicht, was ich noch tun soll um zu verbergen, dass sie nicht da ist."
„Gary, Ava und ich haben uns getrennt", informierte Sara den Agenten.
„Was? Wirklich? Wann war das denn?", wunderte sich Ray.
„Was? Nein! Ich habe euch beide doch so sehr geshippt!", jammerte Gary.
„Als du dich erholt hast., Ray Und das tut mir sehr leid für dich, Gary", meinte Sara zu den beiden, „Können wir jetzt vielleicht…"
„Aber, Moment mal, wenn sie nicht hier ist, wo steckt Direktor Sharpe denn dann?", fragte Gary besorgt, und Ray wusste mit einem Mal, dass Sara die Waverider zwar schon vorübergehend verlassen würde, aber auch, was sie tun würde, und dass er mit ihr gehen würde.
A/N: Nun kennt ihr also Rips Plan mit Ava, den er wieder verworfen hat.
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