20. Leb wohl


Zusätzliche Warnings: Spoiler für 3.18, Ava ist stinkwütend

Zusätzliche Pairings: Ein bisschen TimeShip und ein Hauch von Damien/Ray


„Sara!" Rip hoffte einen Moment lang sich zu irren, doch nein, es war die Realität. Die Realität, in der seine schlimmsten Alpträume wahr zu werden schienen. Die Realität, in der sie gegen Mallus verloren. Die, in der Sara schon wieder die Kontrolle über sich verlor und sich Mallus anschloss.

Doch bisher griff sie die anderen nicht an, sondern wartete ab. Sie schien sich auf Mallus zu konzentrieren und zu versuchen ihn durch reine Willenskraft zu Tode zu starren. Oder kommunizierte sie gar telepathisch mit ihm?

„Es funktioniert nicht", verkündete sie dann, „Es gibt nichts … Er hat keine Ängste, hat keine Verluste erlitten. Ich finde nichts, womit ich ihm Angst machen könnte. Nichts, womit ich ihn kontrollieren kann…."

„Heißt das … dass du immer noch du bist?", wunderte sich Ray und sprach damit ihrer aller Gedanken aus.

„Natürlich bin ich ich. Wieso sollte ich nicht…" Sara runzelte die Stirn und sah an sich hinab. „Oh", stellte sie fest, „Deswegen. Nun, dieses Totem nennt sich das Todestotem, nicht wahr? Wenn die anderen mit ihren Geister, Wasser, Feuer, Wind, und Erde erzeugen können, dann müsste ich mit meinem doch wohl Tod erzeugen können, oder?" Sie starrte wieder in Mallus' Richtung und schien sich zu konzentrieren und dann … ließ sie einen dunklen Strahl auf Mallus los, der den Dämon voll traf, sonst aber nichts bewirkte.

„Das war wohl nichts", stellte sie fest.

Und es würde auch nicht besser werden. Die anderen Totemträger versuchten nun miteinander zu kooperieren – Wind mit Feuer und Wasser und Erde, doch auch besser windgesteuerte Gesteinsbrocken und Feuerbrünste und kleine Land-Tsunamis bewirkten nichts.

Rip hatte aufgehört an dem Kampf teilzunehmen, sondern sah ihm nur noch zu. Genau diese Szene hatte er verhindern wollen, nicht wahr? Er hatte sie alle retten wollen, doch nun…

Vielleicht lag es daran, dass Sara sich dem Totem eben nicht völlig ergab. Und wenn sie dahinter käme und es tat … würde sie nach Mallus vermutlich ihr Rudel vernichten.

Ich kann sie nicht schon wieder sterben sehen, wurde Rip klar. Es musste einfach einen Weg geben sie zu retten ohne schon wieder in der Zeit zurückzugehen.

Vielleicht war Rip Hunter einfach ein Omega, der seine Lektion nicht lernen wollte. Die Lektion, dass manche Dinge einfach sein mussten. Dass Manches passieren musste, weil die Zeit es wünschte. Aber irgendwie war es auch einfach nur unfair: Rip hatte der Zeit bereits seiner erste Familie geopfert. Warum sollte ausgerechnet er ihr auch noch seine zweite opfern müssen?

Er glaubte an Sara und an ihren Plan. Das tat er wirklich. Die Totems waren der Schlüssel um Mallus zu besiegen, da war er sich sicher. Das einzige Problem war, dass die Legends erst noch herausfinden mussten, wie sie die Totems zu diesem Zweck einsetzen mussten.

Und was sie dazu brauchten war Zeit. Zeit, die sie im Moment nicht hatten. Zeit, die er ihnen jedoch vielleicht verschaffen konnte. Es gab einen weiteren Notfallplan, einen, den er verworfen hatte, weil er Mallus nur vorübergehend stoppen würde und nicht auf Dauer. Aber vielleicht würde er ausreichen um Sara und den Rest seines Rudels die Zeit zu verschaffen, die sie brauchten.

„Ava, halt den anderen den Rücken frei!", wies er seine ehemalige Schülerin an, „Ich bin gleich wieder zurück."

„Was?!", fragte sie noch, doch er war schon weg, auf dem Weg zur Waverider.

Gideon wusste natürlich, was er vorhatte. Sie wusste es immer.

„Diese Prozedur ist nicht empfehlenswert, Captain", erinnerte sie ihn, als er damit begann den Zeitantrieb aus dem Maschinenraum auszubauen, „Wir haben sie verworfen, weil sie keinen Erfolg verspricht."

„Sie muss nur genug Erfolg haben um uns Zeit zu erkaufen", erwiderte Rip.

„Zeit, an der Sie keinen Anteil mehr haben werden, Captain", erwiderte Gideon, „Die Überlebenschancen stehen bei 0,001 Prozent."

„Ich weiß." Rip legte eine Pause ein. Dann erklärte er: „Ich kann sie nicht sterben lassen. Nicht schon wieder. Sie mögen behaupten, dass sie ihre Leben durch mich verbesser haben, doch die Wahrheit ist, dass ich sie aus den Leben, in die sie gehören, gerissen habe. Und jetzt ist Amaya schwanger. Unser Rudel erwartet Nachwuchs. Ein Kind, Gideon. Ich werde es zwar nicht mehr miterleben, aber ich hatte nie erwartet noch einmal auch nur die Chance zu bekommen, verstehst du? Ich muss das tun. Für sie."

Gideon antwortete einen Moment lang nicht. „Ich werde dich sehr vermissen, … Rip", meinte sie dann.

„Ich dich auch", erwiderte Rip mit belegter Stimme, „Du warst immer für mich da. Ich hoffe, ich war keine allzu große Enttäuschung für dich."

„Du warst mir immer ein guter Captain, Rip", behauptete Gideon, „Und ein guter Freund." Vermutlich log sie. Rip hatte nicht das Gefühl besonders für sie da gewesen zu sein. Doch woher sollte sie wissen, ob dem so war oder nicht? Sie kannten keine andere Variante. Vor ihm hatte sie keinen wirklichen Captain gehabt, und seit ihm nur Sara, und sie wussten beide, dass Sara der bessere Captain gewesen war.

Trotzdem wusste Rip ihre Lüge zu schätzen. Er wollte nicht im Bösen von ihr scheiden.

„Leb wohl, Gideon", sagt er noch.

Für einen Moment war ihm, als würde er den Druck von weichen Lippen auf den seinen spüren und die Augen einer dunkelhaarigen Frau sehen, doch der Moment verflog, und er hörte noch wie sie sagte: „Leb wohl, Rip" und dann rannte er mit seiner kostbaren Fracht schon zurück zum Schlachtfeld.

„Sara, Ava, zieht euch zurück. Rettet euch auf die Waverider. Ich habe hier einen Plan, wie wir Mallus vorübergehend aufhalten können, aber er ist riskant. Zieht euch zurück", wandte er sich per Com an die beiden Alphas.

„Nun gut. Hoffentlich funktioniert es auch", meinte Ava, und Rip erkannte, dass sie und die anderen Agenten Portale zur Waverider öffneten und die Legends ebenfalls hindurch schritten. Soweit so gut.

Mallus war für einen Moment irritiert, doch dann erkannte er, dass noch ein Feind übrig war. Die Energie des Zeitantriebs schien ihn nahezu magisch anzuziehen. Kein Wunder, immerhin war er ein Zeitdämon, er ernährte sich von Zeitenergie. Und nun da er endlich frei war, hatte er sogar noch mehr Hunger als zuvor.

Rip hatte den Antrieb bereits aktiviert. Jetzt musste er Mallus nur noch nahegenug herankommen lassen und den Antrieb dann detonieren. „Rip! Was treibst du da?!", wollte Sara von ihm wissen.

„Ich kaufe uns Zeit. Besser gesagt euch. Sara, ich weiß, dass ihr es schaffen könnt Mallus zu besiegen. Ich werde es nur nicht mehr miterleben", erklärte er.

„Aber was…."

„Ich werde den Zeitantrieb detonieren. Mallus ernährt sich von Zeitenergie, aber sie war es auch, die ihn in seinen Gefängnis hielt", erklärte Rip, „Sieh ihn dir an."

Mallus schwebte über Rip und schien von Moment zu Moment größer zu werden. Er labte sich an den Emanationen des Zeitantriebs. Im Moment war er wie ein Kätzchen auf Katzenminze. Rip musste diesen Moment nützen.

„Dann komm an Bord, und wir sprengen den Antrieb von hier!", verlangte Sara.

„Nein, sobald ich mich bewege, weiß er, dass etwas nicht stimmt. Er denkt nicht, dass ich blöd genug wäre, das zu tun, was ich vorhabe zu tun, sonst wäre er schon längst weg", erklärte Rip.

„Aber…"

„Es ist in Ordnung. Ich freue mich darauf Miranda und Jonas endlich wieder zu sehen", fuhr Rip fort, „Und ich werde als Legende gehen. Eine Legende, die ihr Rudel gerettet hat. Ich liebe euch alle und glaube an euch. Besonders an dich. Sag den anderen, dass es mir leid tut." Und dann aktivierte er die Selbstzerstörung. Es war ein einfacher Knopfdruck, der dafür gedacht war, zu verhindern, dass der Feind ein Zeitschiff übernahm. Die Time Master waren zwar gewissenlose Bastarde gewesen, aber sie hatten an alles gedacht.

Rip konnte Sara noch seinen Namen schreien hören, und dann wurde alles weiß um ihn herum.


„Nein! Rip!"

Es war ein helles Leuchten zu sehen, und dann waren beide verschwunden: Rip und Mallus.

„Es gab eine Art Zeitriss. Mallus wurde davon zurück in sein Zeitgefängnis gezogen", berichtete Gary atemlos.

„Und Rip?" Sara sah den Omega mit leicht irrem Blick an.

„Ich weiß es nicht. Es tut mir leid", meinte Gary und zuckte entschuldigend mit den Schultern.

„Er ist tot", verkündete Ava düster, „Rip ist gestorben um das rückgängig zu machen, was ihr verbrochen habt. Er hat Mallus verbannt, aber es wird nicht von Dauer sein. Ein weiterer Anachronismus reicht aus, und er wird wieder frei sein. Vielleicht passiert es schon in diesem Moment."

„Wir haben immer noch die Totems", warf Zari ein, „Laut Constantine sind sie der Schlüssel zum Sieg über Mallus. Wenn wir lernen sie richtig zu benutzen, dann…"

Ava lachte nur trocken. „Das hat doch schon einmal nicht funktioniert. Nein, wenn ich ihr wäre, dann würde ich so weit weglaufen, wie es mir möglich ist, und mich verstecken damit Mallus' Agenten mich nicht finden. Entweder das oder ihr gebt die Totems auf. Er wird sie wollen, wenn sie wirklich die einzige Waffe sind, die ihn aufhalten können", erwiderte sie, „Inzwischen werde ich ins Bureau zurückkehren und versuchen aus Rips letzten Opfer etwas zu machen. Zeitantriebe sammeln und irgendwie zu Bomben umfunktionieren. Vielleicht kann man ihn nicht besiegen, aber zumindest verlangsamen. Gary, komm mit."

„Du kannst mir nicht wirklich die Schuld daran geben. Ich meine, Rip war mein Omega, denkst du wirklich, wenn ich das hier hätte kommen sehen, dann hätte ich…", begann Sara, doch Ava unterbrach sie.

„Du hast getan, was du immer tust, Sara. Nicht auf diejenigen gehört, die es besser wissen als du, jede Regel ignoriert und damit eine Katastrophe heraufbeschworen. Und nun hat sie uns Rip gekostet. Er war ein Lügner und ein Bastard, aber er war auch mein Lügner und Bastard", meinte die Agentin schroff, „Er hat mich in diese Zeit geholt und mir die Chance gegeben ein echter Mensch zu werden. Und nun muss ich mich revanchieren, indem ich seinen Kampf gegen Mallus weiterführe. Aber ohne euch, denn ihr habt wieder einmal bewiesen, dass es ein Fehler ist euch zu vertrauen. Gary, wir gehen!"

Sämtliche Agenten, auch Gary, wenn auch zögerlich, öffnete Portale auf der Brücke des Schiffes und verschwanden.

„Können wir von hier weg. Ich meine, das war doch unser Zeitantrieb. Sitzen wir für immer in 1992 fest?", erkundigte sich Sara bei Zari.

„Es gibt einen Ersatzantrieb", meinte diese, „Ich mache mich sofort daran ihn einzubauen." Sie verließ die Brücke und ging in den Maschinenraum.

„Ist Rip … ist Rip wirklich tot?", wollte Ray mit leiser Stimme wissen.

Gideon meldete sich nun endlich zu Wort, auch wenn es ihr schwer fiel: „Ich fürchte ja, Dr. Palmer." Ray gab einen Schmerzenslaut von sich und vergrub sein Gesicht in Micks Schulter. Dieser starrte mit feuchten leeren Augen vor sich hin.

„Es ist unsere Schuld!", behauptete Nate mit zitternder Stimme, „Wir wollten unbedingt die Geschichte ändern, und nun ist Rip deswegen…."

„Nein", fuhr Sara mit Grabesstimme dazwischen, „Es ist meine Schuld. Ava hat recht. Es war meine Entscheidung. Und sie hat Rip umgebracht. Und warum auch nicht? Immerhin bin ich der Tod." Sie riss sich das Todestotem vom Hals und nahm wieder ihre eigentliche Sara Lance-Gestalt an und schleuderte das Totem dann zu Boden.

„Wir haben versagt!" Mit diesen Worten wirbelte sie herum und stürmte in ihr Büro.

Amayas Blick fiel auf das am Boden liegende Totem, und sie legte die Hand auf ihren Bauch. Der Fötus darin gab stabile Werte von sich, zumindest soweit Gideon das mit ihren Sensoren ohne genaueren Scan feststellen konnte. Unser Rudel erwartet Nachwuchs. Ein Kind, Gideon, hatte Rip gesagt. Es gab Prioritäten.

„Miss Jiwe, begeben Sie sich bitte zur Krankenstation, damit ich Sie dort untersuchen kann", sagte sie also.

Amaya nickte mechanisch und ging dann gefolgt von Nate, der ihre Hand hielt, los zur Krankenstation. Rip hatte sich geopfert um ihr Rudel zu retten. Also war es nun an Gideon dafür zu sorgen, dass sein Opfer nicht umsonst gewesen war, und ihr Rudel weiterhin so gut es ihr möglich war beschützt wurde.

Das war das Mindeste, was sie ihm schuldete.


Es war eine knappe Sache gewesen. Und Leonard war eigentlich überrascht, dass sie funktioniert hatte, doch für einen Moment war er in der Lage gewesen mit der realen Welt zu interagieren. Die Emanationen des Zeitantriebs hatten ausgereicht um in die wirkliche Welt zu greifen, wenn man so wollte. Und für einen kurzen glorreichen Moment hatte er genau das getan, und nun musste er mit den Konsequenzen leben.

„Was? Was ist passiert?"

„Du wolltest den Helden spielen, Michael. Aber mir war nicht danach, dir deinen tragisch inszenierten Heldentod zu gönnen", erklärte Leonard.

„Mister Snart … aber. … Jefferson! Er hat mir das Gedächtnis gelöscht!"

„Ja, ich weiß. Aber das war besser so. Immerhin hattest du schon damals Todessehnsucht, und das musste unterbunden werden", erklärte Leonard.

„Wo … wo bin ich hier?"

„Dort, wo ich schon die ganze Zeit bin. Zwischen den Zeiten. Willkommen im ewigen Nichts. Ist nicht so lustig hier, wie man denken würde, aber na ja, zumindest bin ich hier jetzt nicht mehr alleine", meinte Leonard, „Weißt du, wer du bist? Als ich hier eintraf, war ich zuerst verwirrt und brauche einige Zeit um wieder zu mir zu kommen und mich an mich selbst zu erinnern. Andrerseits habe ich dich hier reingezogen, also müsstest du noch ganz sein. In der Theorie, zumindest."

„Du hast mich während der Explosion hier rein gezogen? Ist das überhaupt möglich? Wenn ich noch körperlich bin, wo ist dann mein Körper?"

Leonard zuckte mit seinen metaphorischen Schultern. „Du bist doch hier der Experte", meinte er, „Wieso also fragst du mich?"

„Warum hast du mich gerettet? Warum schon wieder?"

Leonard seufzte. Soweit das möglich war. „Musst mich das wirklich fragen? Meine Güte, Michael, du warst bereit dich zu opfern um mich zu retten. Wie könnte ich mich dafür nicht bei dir revanchieren? Hast du es nicht gehört? Ich bin seit Neuesten ein Held. Und nun, Gratulation übrigens, bist du auch einer. Rip Hunter, der Held. Wie fühlt man sich so als frischgebackener Märtyrer?"

„…."

„Ja, das dachte ich mir schon."


„Endlich lässt sich mal wieder einer von euch hier blicken! Ich dachte schon, ihr habt mich vergessen. Seit Sara mich niedergestochen hat, sitze ich hier auf dem Trockenen. Wie steht der Kampf gegen Mallus? So schlecht also, ja? Raymond, ist alles in Ordnung? Was ist passiert?"

Damien ertappte sich dabei, dass ihn die Antwort auf diese Frage wirklich interessierte, und er sich wirklich Sorgen um Raymond machte. Der Omega hatte gerötete Augen und eingefallene Wangen und sah alles in allem gar nicht gut aus. Der Alpha in Damien reagierte mit echter Sorge, was neu und beunruhigend war. Normalerweise konnte er Omegas foltern ohne sich besonders schlecht deswegen zu fühlen. Doch nun machte er sich einfach so Sorgen um das seelische Wohlbefinden eines Omegas. Was stimmte nur nicht mit ihm? Hatte er zu viel Zeit mit Raymond verbracht, oder war es der endgültige Verlust von Nora gewesen, der ihm so zugesetzt hatte?

Sich um andere zu scheren war beunruhigend und anstrengend. Wie konnten andere Menschen ständig mit diesem Gefühl leben? Wie gingen sie daran nicht zu Grunde?

„Rip hat sich geopfert um Mallus aufzuhalten. Aber das wird ihn vermutlich nicht lange aufhalten", erklärte Raymond in ernstem Tonfall.

„Das tut mir leid", erwiderte Damien, und irgendwie meinte er das auch so. Die Zeiten, in denen er Rip Hunter verletzt am Schlachtfeld zurückgelassen hatte, obwohl er ihn hätte retten können, lagen weit zurück. Irgendwie war Damien davon ausgegangen, dass es Rip Hunter immer geben würde um ihn auf die Nerven zu fallen. Dass er nun fort war, führte doch dazu, dass sich eine gewisse Trauer in ihm regte. Natürlich war sie nichts im Vergleich zu seiner Trauer um Nora, aber … Vielleicht war es ja noch nicht zu spät für Nora, vielleicht gab es immer noch einen Weg sie zu retten.

Raymond schien seine Gedanken gelesen zu haben, denn er fragte: „Hast du immer noch vor Nora zu retten, wenn es irgendwie möglich ist?"

„Natürlich!", erwiderte Damien entrüstet, „Sie ist meine Tochter. Ich würde alles für sie tun!"

Raymond nickte abwesend. „Gut, dann lass uns gehen. Aber … es ist besser, wenn die anderen nichts davon wissen", verkündete er und machte sich daran den magischen Bannkreis zu unterbrechen.

Damien schritt aus dem Kreis. „Was hast du vor?", wollte er wissen.

„Wir werden unsere eigene Zeitlinie kreuzen und zu dem Punkt zurückkehren, bevor Nora zu Mallus wurde", erklärte er.

„Ist das nicht … gegen jede Regel der Zeitreise?", wandte Damien ein.

„Ja, aber … vielleicht können wir damit zumindest eine Person retten", meinte Raymond nur dazu. Sie schlichen gemeinsam in Richtung Jumpship und wären auch fast unbemerkt von der Waverider entkommen, doch Heywood erwischte sie am Jumship.

„Ray, was hast du mit Damien Darhk vor?", wollte er wissen.

„Es gibt eine gute Erklärung für seine Anwesenheit hier bei mir", meinte Raymond.

„Ach ja? Und welche ist das?", wollte Heywood wissen.

„Das würde mich auch interessieren", warf Damien ein.

„Wir werden Nora retten", erklärte Raymond.

Damien seufzte. Eine Superschurken-Karriere stand Raymond Palmer definitiv nicht bevor.

„Verstehe. Nun, wenn du denkst, dass du es tun musst, dann musst du es wohl tun. Aber wenn du dabei umkommst, wird Mick dir das niemals verzeihen. Ich würde ja mit dir kommen, aber ich kann Amaya zur Zeit nicht verlassen. Das verstehst du doch, oder?", erwiderte Heywood zu seiner Überraschung darauf nur niedergeschlagen.

„Ja, ich verstehe es", meinte Raymond, woraufhin sich die beiden Omegas umarmten.

Was stimmt nur nicht mit denen?, fragte sich Damien und begann sich langsam wirklich Sorgen zu machen. War das eine Art Omega-Wahnsinn? War er ansteckend? Hatte Rip Hunter damit Raymond infiziert und der Heywood?

„Los geht's", meinte Raymond mit falschem Enthusiasmus in der Stimme, und Damien musterte ihn von der Seite her.

„Was", wollte er von dem Omega wissen, „stimmt eigentlich nicht mit euch Legends?"

„Nun, wir lieben uns", meinte Raymond schlicht.

„Oh, das. Das sollte ihr wirklich lassen, wenn es dazu führt, dass ihr eine dumme Sache nach der anderen macht", riet ihm Damien.

Raymond warf ihm einen ernsten Blick zu. „So was kann man nicht einfach abstellen, weißt du?", belehrte er den Alpha. Dieser schnaubte nur. Bis er wenig später mit all seiner Magie Mallus aus Nora heraussog und dann die Essenz des Dämons in sich selbst aufnahm.

Er konnte noch hören, wie Nora Raymond fragte, warum er das getan hatte, und Raymond darauf erwiderte: „Weil er dich geliebt hat." Da verstand Damien endlich, was mit den Legends nicht stimmte.

Und als er starb, und Mallus aus ihm herausbrach, beneidete er sie sogar ein bisschen, da sie wussten, dass sie zurück geliebt wurden, während Nora es bis zu diesem Moment offenbar nicht gewusst hatte.


A/N: Natürlich ist diese Fic zugleich auch ein Fix-It für das Staffelfinale und all die Dinge, die mich darin nicht glücklich gemacht haben, wie ihr unschwer erkennen könnt.

Jonah Hex tritt im nächsten Kapitel auf.

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