Zusammenfassung des letzten Kapitels

Bei ihrem nächsten Treffen erkundigt sich Severus nach dem Verbleib seines Umhangs und bekommt eine überraschende Erklärung dafür, warum er ihn noch nicht zurückbekommen kann. Während er und Hermine in seinem privaten Labor für den Krankenhausflügel brauen, besprechen beide die letzte Okklumentikstunde. Severus findet eine überraschende Erklärung für die Tatsache, das Hermine sich weder unwohl fühlte noch Kopfschmerzen hatte. Um die Hypothese zu testen und um Hermine zu einem besseren Verständnis von Legilimentik zu verhelfen, erlaubt er ihr, in seinen Geist einzudringen. Das Ergebnis lässt beide aufgewühlt zurück. Als das Gespräch auf Harry kommt, regt Hermine an, dass Severus eine Aussprache suchen soll und seinem Patensohn endlich die ganze Wahrheit erzählt.


Unerwartet und unverhofft

Mit einer schnellen Bewegung seines Zauberstabs hob Severus die Schutzzauber um sein Büro auf, riss die Tür auf und drängte das zitternde Häufchen Elend, das ihn begleitete, hindurch. Er hatte die großartige Idee gehabt, seine junge Gehilfin an diesem Abend zur Abwechslung mit in den verbotenen Wald zu nehmen, um Schneedornbuschsamen zu sammeln. Sie hatte die meisten Abende in seinem Büro oder Labor verbracht, hatte Aufsätze korrigiert und war ihm bei der Herstellung eines komplexen Heiltranks zur Hand gegangen, den er für St. Mungos braute. Zu seiner Überraschung war das Arbeiten mit ihr angenehm gewesen. Würde er dazu neigen, solcherlei Umschreibungen zu gebrauchen, würde er gar von 'erquicklich' sprechen.

Sie war sofort Feuer und Flamme gewesen, als er ihr vorschlug, ihn an diesem Abend in den Wald zu begeleiten – Merlin, wusste, warum. Was immer sie erwartet hatte, es war vermutlich nicht der heftige Eisregen gewesen, der sie beide nach Tagen sanften Schneefalls böse überrascht hatte. Er hatte eingesetzt, als sie gerade die Hälfte des Weges bis zu der Lichtung zurückgelegt hatten, zu der er sie hatte führen wollen, und innerhalb weniger Minuten waren sie nass gewesen. Sie schlimmer als er, da sie auch keinen anständigen, wasserabweisenden Wintermantel zu besitzen schien.

Severus warf einen raschen 'Incendio-Zauber auf das Feuer und fachte es wieder an. Sobald sie sich aus ihrem nutzlosen, komplett durchnässten Mantel geschält hatte, verwandelte er sein Taschentuch in eine dicke Decke, die er ihr über die Schulter warf. Es war der einzige Grund, warum er stets ein Taschentuch mit sich herumtrug – es ließ sich leicht in alles Mögliche verwandeln.

Hermine hüllte sich dankbar in die Decke ein und schob ihren Zauberstab darunter, um einen Trocknungszauber auf ihre Kleider zu richten, egal, ob sie dabei einliefen. Ihr war schon lange nicht mehr so kalt gewesen.

Severus schlüpfte schnell hinüber in seine privaten Räume, um sich ebenfalls trockene Kleider anzuziehen. Als er wieder zurückkam, trug er ein Tablett mit Teegeschirr und einer Flasche Odgen's Finest. Er hatte zwar nicht vorgehabt, vor ihrem offiziellen Abschluss noch einmal Feuerwhisky mit ihr zu trinken, aber dies sah nach einem medizinischen Notfall aus.

Er fand die junge Hexe immer noch nah am Kamin zusammengekauert, einer nassen Katze nicht ganz unähnlich. Ihr Haar schien eine enorme Menge Wasser aufgesaugt zu haben, da es seine Länge fast verdoppelt zu haben schien. Es würde ewig dauern, bis es wieder trocken war.

Hermine hatte seine Schritte gehört und wandte sich zu ihm um, aber ihr Lächeln erstarrte noch ehe es sich gänzlich geformt hatte, als sie sah, wie er seinen Zauberstab hob und auf sie richtete.

"Nein, bitte nicht!" rief sie aus, doch die Worte des Zauberspruchs hatten seine Lippen verlassen, ehe ihr Entsetzen in seiner Wahrnehmung ankam, und ihm blieb nur noch die stumme Frage, was zum Kuckuck sie dachte, das er auf sie werfen würde.

Der Grund für ihre Angst wurde jedoch in dem Moment klar, da sein wohlmeinender Zauberspruch sein Ziel fand. Ihr Haar plusterte sich auf, als hätte sie den Finger in eine Steckdose gesteckt. Sich der Gravität widersetzend stand es in alle Richtungen von ihrem Kopf ab, als hätte jedes einzelne einen Kern aus dünnem Draht.

"Warum haben Sie das gemacht?" jammerte sie, und ihre Hände flogen in den Mop auf ihrem Kopf und versuchten vergebens, ihn zu glätten. Severus versuchte ebenso erfolglos, eine ernste Miene zu bewahren, als er die peinlichst verlegene, verärgerte und verzweifelte Hexe ansah. Ihr indigniertes Stirnrunzeln, das Entsetzen in ihrem nun noch schmaler wirkenden Gesicht, das Medusa-ähnliche Haar – es war einfach zu komisch. Seine Mundwinkel verzogen sich, dehnten Gesichtsmuskeln, die er selten nutzte und sein Zwergfell begann, rhythmisch zu zucken. Er schaffte es gerade noch, das Tablett sicher auf seinem Schreibtisch abzustellen, ehe er es nicht länger schaffte, die rumpelnden Geräusche zu unterdrücken, die aus den Tiefen seiner Brust hochstiegen. Er lachte.

Hermine starrte ihn an, und ihr Ärger verwandelte sich in Erstaunen, dann Ehrfurcht. Severus Snape lachte. Und was für ein wundervoller Klang es war – volltönend, tief, von Herzen kommend. Es verwandelte seine eher strengen und für gewöhnlich mißbilligenden Züge, ließ die Falten auf seiner Stirn verschwinden und ihn gut zehn Jahr jünger aussehen. Zum ersten Mal überhaupt sah er glücklich aus. Wenn es das war, was es brauchte, um diesen Gesichtsausdruck auf sein Gesicht zu zaubern, dann würde sie von nun an gerne jeden Tag ihr Haar mit einem Zauber trocknen.

"Ich... ich entschuldige mich, Granger..." stieß er schließlich hervor. "Ich hatte wirklich keine Ahnung..."

"Nun, es freut mich, dass es Sie so amüsiert", meinte sie verschnupft und versuchte, die Wahrheit dieser Aussage hinter Verdruss zu verbergen. "Ich hatte schon immer dieses Problemhaar. Es ist schrecklich."

"Nein, das ist es nicht", beschwichtigte er und bemühte sich, seine Züge wieder unter Kontrolle zu bekommen. Er hatte nicht gemein sein wollen. Ihre Haare waren wirklich nicht so schrecklich. "Es ist nur... Sie haben so viel davon. Es würde für drei Leute reichen. Ehrlich, es ist in Ordnung – solange Sie keine Trocknungszauber darauf anwenden."

"Danke vielmals, dass Sie mich darauf aufmerksam machen!" entgegnete Hermine sarkastisch. "Ich habe bloß ein paar Jahre gebraucht, um das herauszufinden."

"Wirklich?" fragte er verwundert und reichte ihr den heißen Tee, in den er einen Schuß Whiskey gegeben hatte. "Die Wirkung schien instantan zu sein..."

"Erinnern Sie sich noch daran, wie ich als Kind aussah? Ich dachte lange Zeit, mein Haar wäre einfach von Natur aus so buschig. Mir war nie klar, dass ich es unbewusst immer mit Magie getrocknet habe. Ich hasste nach dem Waschen das Gefühl von Feuchtigkeit auf meinen Rücken, was vermutlich der Grund war, warum meine Magie sich ausgerechnet da zuerst zeigte. Meine Mutter hat sich immer gewundert, wie mein dichtes Haar so schnell trocknen konnte."

Das war allerdings eine ungewöhnliche Manifestation von unkontrollierter Magie bei Kindern. Sie erschien sehr – kontrolliert. Aber schließlich war es Hermine Granger, über die sie sprachen.

"Ich habe meine Haare immer gehasst", sagte sie unglücklich. Sie setzte sich in den Sessel, den sie ans Feuer gezogen hatte und nippte an ihrem Tee. "Es war immer buschig und kraus und ließ mich aussehen, als hätte ich es nie gekämmt. Deshalb hat es mir in den letzten Monaten so viel besser gefallen."

"Ich glaube, es gibt niemanden, der mit seinen Haaren wirklich zufrieden ist", antwortete er, während er mit einem Schwebe-Zauber die Bücher von dem anderen Sessel hinunterbeförderte und ihn ebenfalls näher ans Feuer zog. "Lily hasste, dass ihres rot war, meines ist fettig und Draco nörgelt, weil er seines zu fein und zu hell findet. Und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Potter glücklich ist mit der dauerhaften Unordnung auf seinem Kopf. Ihr Haar scheint sehr empfänglich für Ihre Magie zu sein – für jede Art von Magie, wenn man den Effekt des Trocknungszaubers betrachtet... Und nun, wo Ihre Reserven niedrig sind, ist nichts mehr da, was es aufladen könnte, weshalb es so zahm und kraftlos aussieht."

"Dann muss ein wenig von meiner Magie in letzter Zeit schon zurückgekehrt sein, denn es hat langsam wieder angefangen, widerborstig zu werden", sagte sie, offensichtlich frustriert.

"Sie sollten darüber froh sein. Es ist ein gutes Zeichen. Der Aufbautrank, die Tatsache, dass Sie ein bisschen mehr Schlaf bekommen und dass Ihre magischen Reserven nicht länger durch das ständige hinter-sich-Herziehen einer Tonne Gewicht aufgezehrt werden, scheint langsam Wirkung zu zeigen." Er schmunzelte. "Sie müssen nur noch einen Weg finden, wie Sie mit diesem Vogelnest fertig werden, das ich versehentlich auf Ihren Kopf gehext habe..."

"Damit hilft nur noch eines: Es wieder nass machen", seufzte sie und stellte ihre leere Tasse wieder auf das Tablett. "Ich werde eine schöne warme Dusche nehmen." Sie legte die Decke ab und drehte sich um, um sie zu falten. Er gab ein ersticktes Keuchen von sich und hätte beinahe seinen Tee ausgespuckt. "Gütiger Himmel, Granger – was in Merlin's Namen ist mit Ihrer Kleidung passiert?"

Mit weit aufgerissenen Augen starrte er ihre Uniform an, er konnte einfach nicht anders. Sie sah aus, als gehörte sie einer Drittklässlerin – Bluse und Weste waren mindestens zwei Größen zu klein; sie bedeckten nicht einmal mehr ihren Bauch und waren um die Brust herum viel zu eng. Der Rock war sehr viel kürzer, als es der Anstand erlaubte – er reichte gerade mal auf die Mitte ihrer Oberschenkel. Das einzige Kleidungsstück, das noch normal aussah, waren ihre offenbar sehr dehnbaren Strumpfhosen. Es blieb nichts der Fantasie überlassen. Sie sah sie ihn ihrer Aufmachung aus wie eine Frau, die sich für ein schlüpfriges Rollenspiel in eine schlechte Kopie einer Schuluniform gezwängt hatte. Als ob er diese Bilder gebraucht hätte!

Hermine schien jetzt erst den Zustand ihrer Kleidung zu bemerken. Sie wurde tiefrot. "Es tut mir leid! Das war der Trocknungszauber!" sagte sie bestürzt, und versuchte vergeblich, den Rock weiter herunterzuziehen. "Es ist anscheinend nicht nur mein Haar, das nicht gut darauf reagiert. Ich habe keine Ahnung, wie die Hauselfen das machen..."

Oh Gott – und sie hatte geglaubt, ihre Haare seien peinlich! Hoffentlich würde er jetzt nicht denken, sie habe es mit Absicht getan. Sexuelle Aggression lag ihr nicht in den Genen – sie war viel zu schüchtern dazu. Nur, weil sie sich vielleicht gewissen, durchaus frivolen Phantasien hingegeben hatte, hieß das außerdem nicht, dass sie annähernd so weit wäre, diese in die Realität umzusetzen. Hätte sie vorher gewusst, dass sie in den Wald gehen würden, hätte sie sich gar nicht erst ihre Schuluniform angezogen. Aber sie war gleich nach dem Abendessen in den Kerker gekommen und hatte, als er sie über seine Pläne unterrichtete, nur schnell ihren Mantel, ihren Schal und ihre Strickmütze herbeigezaubert.

"Die Hauselfen haben ihren eigenen, speziellen Trocknungszauber für Kleidung..." murmelte er, sie immer noch mit einer Mischung aus Schock, Belustigung und Bestürzung ansehend – aber auch, wie sie peinlich berührt feststellte, mit einer Spur von Erregung. Trotz ihrer eher zierlichen Form ließ ihr Körper sehr weibliche Kurven erkennen, die sich unter den viel zu engen Kleidungsstücken allzu deutlich abzeichneten.

"In dem Aufzug können Sie unmöglich durch das Schloss laufen!" sagte er bestimmt. "Wo ist Ihr Mantel?" Ehe sie sein Dilemma bemerken konnte, stand er auf und griff danach, aber die traurige Entschuldigung eines Wintermantel war noch immer tropfnass.

"Wagen Sie es ja nicht, ihn mit einem Trocknungszauber zu trocknen!" schimpfte Hermine und nahm ihm den Mantel aus der Hand, bevor er seinen Zauberstab heben konnte. "Zufälligerweise hänge ich an dem!"

Severus seufzte ergeben und nahm die Decke wieder auf, die er in ein Stück schwarzen Stoffs verwandelte, das grob einem Schulumhang glich – jedenfalls, solange niemand einen näheren Blick darauf warf. Er war kein Schneider. "Dann, fürchte ich, wird dies hier reichen müssen," sagte er grummelnd und reichte ihr das behelfsmäßige Kleidungsstück.

Gehorsam schlüpfe Hermine in die Robe, nicht ohne einen leicht sehnsuchtsvollen Blick auf die seine zu werfen. Zu dumm. Da ging ihre Chance dahin, an einen Umhang mit frischem Professor-Snape-Duft zu kommen. Es wäre fast die Peinlichkeit wert gewesen, hier wie ein Schulmädchen-Pin-Up vor ihm zu stehen.

Severus bemerke ihren verlangenden Blick und schüttelte entschieden den Kopf. "Oh nein – ich werde Ihnen ganz sicher nicht noch einmal meinen Umhang 'leihen'! Ich habe Angst, ihn nie wiedersehen."

Sie besaß die Unverfrorenheit, darüber zu grinsen. "Dennoch danke. Zu dumm dass wir es nicht geschafft haben, Schneedornbuschsamen zu sammeln."

"Nun, es gibt immer ein anderes Mal." Er räusperte sich. "Nun trödeln Sie nicht, Miss Granger. Es ist die zweite, größere Verwandlung, die ich an demselben kleinen Stück Stoff vorgenommen habe. Sie wird nicht lange halten. Und Sie möchten sicher nicht so in den Gängen gesehen werden – mit praktisch nichts auf der Haut und einem Taschentuch auf der Schulter."

Nein, das wollte sie lieber nicht. Sie wäre für Tage und Wochen Gesprächsthema.

Ihr Lehrer brachte sie zur Tür. "Ich sehe Sie am Montag im Unterricht. Gute Nacht, Miss Granger."

"Gute Nacht, Professor Snape."

Als die Tür hinter ihr ins Schloss gefallen war, beschwor er seine Bannzauber, ließ sich wieder in den Sessel fallen und griff mit einem Stöhnen nach der Flasche mit dem Feuerwhisky.

*'*'*'*'*'*

Severus schritt zwischen den Arbeitstischen umher und beaufsichtigte das Brauen dessen, was eigentlich der 'Trank der Lebenden Toten' sein sollte. Was er jedoch in den meisten Kesseln seiner Siebtklässler vorfand, war eine übelriechende Substanz, die allenfalls geeignet war, Migräne auszulösen. Er konnte bereits das Druckgefühl spüren, das sich hinter seiner Stirn aufbaute, und bemerkte, dass die meisten Schüler bemüht schienen, möglichst wenig zu atmen. Sie sehnten das Ende der Stunde vermutlich ebenso herbei wie er.

Die einzige, die völlig unbeeindruckt war von den ranzigen Dämpfen war Hermine. Wann immer sein Blick den ihren kreuzte, sah sie ihn mit einem heiteren, wissenden Gesichtsausdruck an, der ihn ebenso sehr irritierte wie der Gestank im Klassenzimmer. Was, zum Kuckuck, ging in ihrem Kopf vor?

Er fragte sich, ob ihr Amüsement vielleicht mit ihrem Kleiderunfall am Freitag zusammenhing, fand diese Erklärung aber unwahrscheinlich. Sie war selbst viel zu peinlich berührt gewesen um sich über seine eigene, natürliche Reaktion lustig zu machen. Vorausgesetzt, sie hatte diese überhaupt bemerkt, was er nicht glaubte. Sie war bemerkenswert unschuldig in manchen Dingen. Es war nur seine eigene, traurige Psyche, die ihn noch immer gewohnheitsmäßig in jedem Lächeln, das in seine Richtung ging, Spott vermuten ließ. Auf zweiten Blick wurde ihm auch klar, dass es gar kein amüsiertes Schmunzeln war, das in ihrem Gesicht lag, sondern ein warmes, zuneigungsvolles Lächeln. Es irritierte ihn dennoch, da er keine Erklärung für ihr irrationale Verhalten fand.

"Miss Granger!" herrschte er sie schließlich an. "Hören Sie auf, wie eine Idiotin zu grinsen und konzentrieren Sie sich auf Ihre Arbeit! Falls Sie es vergessen haben sollten: Sie sind hier im Zaubertränkeunterricht. Das ist nicht die Spaßklasse."

"Ja, Sir", sagte sie, bemüht, angemessen zurechtgewiesen auszusehen. Ihre Augen jedoch lächelten immer noch. Sie war wirklich die schlechteste Schauspielerin, die man sich vorstellen konnte. Ein Glück nur, dass Miss Brown nicht mehr in seinem Unterricht war – sie hätte sich nicht für eine Minute täuschen lassen.

"Kommen Sie nach dem Unterricht zu mir", befahl er Hermine, interessiert zu erfahren, was sie in eine so unerträglich gute Stimmung versetzt haben mochte.

"Oi! Warum das denn?" protestierte der Weasley, der ihrem kurzen Austausch mit offenem Mund gefolgt war. "Sie hat nichts weiter gemacht, als zu lächeln! Das ausgerechnet hier zu tun ist zwar echt seltsam, aber weder verboten, noch gefährlich!"

"Schsch, Ron, es ist schon in Ordnung", flüsterte Hermine.

"Nein, Hermine, das ist es nicht! Nur, weil du ihm beim Brauen hilfst, heißt das nicht, dass du auch zulassen mußt, dass er dich so behandelt!"

"Halt die Klappe, Ron", zischte Harry, ehe sie eine Chance hatte, darauf zu antworten. "Hermine ist sehr gut in der Lage, das selbst zu regeln."

Ron öffnete seinen Mund um zu protestieren, aber Severus hatte sich mit besonders effektvoll wehender Robe zu ihm umgedreht und bedachte ihn mit seinem berüchtigten, finsterem Blick. "Mr. Weasley, wenn Sie es darauf anlegen, Mr. Filch heute abend zur Hand zu gehen, dann machen Sie ruhig so weiter. Andernfalls wenden Sie sich lieber wieder Ihrer Arbeit zu. Und ich schlage vor, Sie werfen noch mal einen aufmerksamen Blick auf die Zutaten auf Ihrem Tisch, ehe Sie die Doxyeier zugeben."

Verwirrt glitten die Augen des intellektuell schwer herausgeforderten Jungen über seinen Tisch, dann weiteten sie sich. Er war im Begriff gewesen, zu Schritt fünf des Rezeptes zu schreiten, ehe er das Knotengrass hinzugegeben hatte, was seinen Trank auf ziemlich spektakuläre Weise ruiniert hätte. Er sah wieder zum Zaubertrankprofessor auf, unsicher, ob er nun verärgert, beschämt oder dankbar sein sollte. Zum Glück entschied er sich für letzteres, grummelte etwas Unverständliches in seinen nicht vorhandenen Bart und beeilte sich, seinen Fehler zu korrigieren.

Der Unterricht ging ohne weitere Zwischenfälle zu Ende. Im Anschluss deutete Hermine ihren Freunden mit einem stillen Nicken, den anderen Schülern aus dem Klassenzimmer zu folgen. Severus konnte sehen, wie Harry den Weasleyjungen mit sich zog und Hermine einen wohlwissenden Blick zuwarf.

"Hätten Sie die Güte mir zu erklären, was los ist, Miss Granger?" fragte Severus, als sie an seinen Schreibtisch herantrat. "Warum, in Merlin's Namen, strahlen Sie mich so an? Ihre Klassenkameraden müssen denken, dass Sie den Verstand verloren haben."

"Sie haben mit Harry gesprochen", sagte sie mit sanfter Stimme, und es schmerzte ihn beinahe zu sehen, wie viel es ihr bedeutete – zu wissen, dass er einen solchen Einfluss auf ihren Seelenzustand hatte. Er war enorm froh, dass er nicht doch im letzten Moment einen Rückzieher gemacht hatte. Mit dem Jungen zu sprechen, mit dem er durch seine Vergangenheit so schicksalhaft verbunden war, hatte schon lange auf seiner Liste gestanden – genau genommen von dem Moment an, in dem die hartnäckig wohlmeinende Hexe es zum ersten Mal angeregt hatte. Aber er war bislang zu feige gewesen, es durchzuziehen – aus vielerlei Gründen.

Er räusperte sich. "Nun ja, ich dachte, ich probiere es mal und nehme mir den Ratschlag eines anderen zu Herzen... nur um zu sehen, ob das Konzept etwas für sich hat."

"Und hat es das?"

"Es war eine völlig neue Erfahrung, so viel ist sicher." Beides – sowohl, auf ihren Vorschlag hin zu handeln als auch einvernehmlich mit Potter zu sprechen. Und es war tatsächlich im Großen und Ganzen sehr einvernehmlich gewesen – wenngleich unbeholfen, heikel und unbehaglich. "Es lief sehr viel besser als erwartet. Aber sicher wussten Sie das bereits... oder irre ich mich, wenn ich annehme, dass Mr. Potter Ihnen unser Gespräch in allen Details geschildert hat?"

"Es ist in Ordnung, wenn Sie ihn Harry nennen, wissen Sie...", sagte sie mit leichter Belustigung. "Er ist schließlich Ihr Patensohn."

"Wir wollen es nicht mit den Vertraulichkeiten übertreiben", antwortete er, halb scherzhaft, halb ernst. Er hätte seinem Patensohn vermutlich anbieten sollen, ihn beim Vornamen zu nennen, aber das war ihm angesichts des bisherigen Verlaufs ihrer Beziehung höchst unpassend vorgekommen. Ganz besonders angesichts der Tatsache, dass er sie immer noch 'Miss Granger' rief, was von Tag zu Tag seltsamer anmutete und immer häufiger zu Patzern führte, wenn seine Gedanken sich um sie drehten. Aber während er zwischen sich und ihr inzwischen eine gewisse Verbundenheit spürte, die unter anderen Umständen rechtfertigen würde, sie bei ihrem Vornamen zu nennen, gab es eine solche Verbindung zwischen ihm und Potter nicht, Patensohn hin oder her. Sie konnten in vielleicht fünf Jahren nochmal darüber nachdenken, abhängig davon, wie sich ihre Beziehung so entwickelte.

"Harry war auf jeden Fall wie vom Donner gerührt nach Ihrer Offenbarung", sagte Hermine, ohne preiszugeben, wieviel ihr Harry über das private Gespräch mit seinem Zaubertränkelehrer erzählt hatte. Sie hatte schließlich auch Harry gegenüber unerwähnt gelassen, dass das meiste dessen, was ihr Zaubertränkelehrer ihm offenbart hatte, ihr schon seit längerer Zeit bekannt war. Es war eine etwas schwierige Situation, in der sie sich da befand – ihre Loyalität geteilt zwischen zwei Menschen, die sich immer gegenseitig verabscheut hatten und ihr nun beide so viel bedeuteten. Es hatte schon lange schwer auf ihr gelastet, dass sie heimlich 'mit dem Feind kollaborierte', wie Ron einmal in Bezug auf sie und Victor Krum gesagt hatte.

"Ja, " sagte ihr Professor trocken. "Sein offenhängender Mund, der nackte Schock in seinen Augen und die Tatsache, dass er erstmal nicht in der Lage war, einen zusammenhängenden Satz zu formen, hatten mich das vermuten lassen."

"Aber er hat es dann doch recht gut aufgenommen, nachdem der erste Schock verflogen war?" fragte Hermine, die gerne seine Sicht der Geschichte hören wollte. Sie wünschte sich nichts mehr als dass Harry, den sie wie einen Bruder liebte, und ihr Professor, von dem sie sich gut vorstellen konnte, ihn als Mann zu lieben, ihre schwierige und belasteste Vergangenheit überwinden würden und zu einem besseren, gegenseitigen Verständnis fänden, wenn nicht gar zu einer Aussöhnung.

"Ich gebe zu, ich war einigermaßen überrascht." Der Junge hatte sich sogar bei ihm entschuldigt – dafür, ihn all die Jahre falsch beurteilt zu haben. Als hätte er einen Grund gehabt, das nicht zu tun. Severus hatte Vorwürfe und Anschuldigungen erwartet, nicht nur, weil er indirekt mitverantwortlich für den Tod seiner Eltern war, sondern auch, weil er ihn all diese Jahre miserabel behandelt hatte. Es war besonders schmerzvoll gewesen, ihm die Gründe für sein Verhalten darzulegen, aber er dachte, dass er es Harry schuldig war. Severus war sich der Tatsache bewusst, dass er die Hauptschuld für ihre grottenschlechte Beziehung trug. Ja, Harry war ein Regelbrecher gewesen und er hatte stets die Unverblümtheit und das Draufgängertum an den Tag gelegt, das allen Gryffindors zu eigen war. Und ja, er hatte sich oft respektlos verhalten und die für Teenager typische, aggressive Aufsässigkeit gezeigt. Aber Severus hatte es allzu bereitwillig als Arroganz, Dreistheit und Selbstüberschätzung missdeutet. Es war das, was er hatte sehen wollen. Es hatte seine Verachtung für den Jungen gerechtfertigt, die in Wahrheit nur der Mantel gewesen war, in den er seinen eigenen Kummer, seinen Verlust, sein Versagen und seine Schuldgefühle gekleidet hatte.

Das zu erklären war mit das Schwerste gewesen, das er je getan hatte – er war nicht der Typ Mensch, der über seine Gefühl sprach. Glücklicherweise war es der Junge auch nicht. Und überraschenderweise hatte Potter ihn verstanden, ohne dass Severus ihm all das tatsächlich in schonungslosen Einzelheiten hätte darlegen müssen. 'Es ist nicht nötig, dass Sie um Vergebung bitten', hatte er gesagt, und – ehe Severus erwidern konnte, dass er keineswegs diese Absicht hegte – hinzugesetzt: 'Sie haben sie schon vor langer Zeit verdient.' Severus war wie vor den Kopf geschlagen gewesen. Er war von Leuten umgeben, die anscheinend in voller Überzeugung die christliche Botschaft lebten. Als nächstes würde man von ihm erwarten, dass er seine Feinden liebte. 'Ich bin nicht sicher, ob ich an Vergebung glaube', hatte er steif und ein wenig perplex geantwortet, weil ihm Absolution angeboten wurde, die er weder erwartete noch erbeten hatte.

Der Junge hatte nur mit den Schultern gezuckt. 'Ich schon. Es ist das, was Dumbledore immer so beschworen hat. Er nannte es Liebe, aber ich glaube, was er meinte, war Vergebung als einen Aspekt davon. Wie Hermine sagte: Ohne sie gewähren oder empfangen zu können, ist kein Neuanfang möglich.'

Severus hatte etwas gegrummelt, aber in Wahrheit war er beeindruckt gewesen. Die Personifikation seines Feindbildes klang plötzlich reif und weise. Wie war es dazu gekommen? Hermine musste auf ihn abgefärbt haben. 'Miss Granger hat eine sehr spezielle Sicht auf viele Dinge... revolutionäre Ideen gepaart mit Intelligenz und sturer Entschlossenheit. Sie ist – gefährlich.'

Harry hatte sehr ernst dreingeschaut und genickt. 'Ja, Ron findet sie auch beängstigend. Aber das sind Sie auch. Ich denke also, das wird funktionieren.'

Hier hatte Severus alarmiert aufgesehen. Was hatte Hermine ihrem Freund erzählt? Wusste Potter Bescheid? Das konnte nicht sein – er würde nicht hier sitzen und sich so gefasst mit ihm unterhalten, wenn das der Fall wäre. 'Was genau meinen Sie damit?' hatte er ein wenig zu scharf gefragt.

'Ich meine mit Ihrer und Hermines Zusammenarbeit', hatte Harry ohne Argwohn geantwortet, und Severus hatte erleichtert aufgeatmet. Potters Ansichten über Vergebung würden sicher sehr herausgefordert werden, sollte Severus je einige der Dinge in die Tat umsetzten, die er nur zu gerne mit der Freundin seines Patensohnes anstellen würde...

"Professor?" unterbrach das betreffende Mädchen seine stillen Überlegungen. "Haben Sie Harry auch von Ihren und Dumbledore's Plänen erzählt, wie sie Harry zum Meister des Elderstabes machen wollten?"

"Nein. Seine ableitenden Fähigkeiten sind nicht so ausgefeilt wie die Ihren. Er denkt immer noch, es wäre allein darum gegangen, Dumbledore einen raschen und schmerzfreien Tod zu gewähren, mir eine gefestigte Position innerhalb der Ränge des Dunklen Lords zu verschaffen und Dracos Seele vor den Konsequenzen eines kaltblütigen Mordes zu bewahren. Und ich glaube, der letzte Punkt hatte durchaus Gewicht in der Liste guter Gründe für mein Handeln. Er schien beeindruckt, dass ich meine Verpflichtung als Dracos Pate so ernst nahm. Und vermutlich ist er auch dankbar, dass sein potentieller, zukünftiger Liebhaber noch immer eine vollständige Seele besitzt."

"Ich bin sicher, das ist er. Es ist vermutlich besser, dass er es nicht herausgefunden hat. Es wäre ein Schock für ihn zu erfahren, wie weit Dumbledore im Dienst der guten Sache zu gehen bereit war. Harry hat ihn bewundert. In seinen Augen war er beinahe allwissend und beinahe ein Heiliger."

Severus schnaubte. "Kaum. Er war nur aufmerksamer als die meisten, und wusste, wie man Menschen beeinflußt. Es war ein Talent, das er mit dem Dunklen Lord teilte."

Hermine sah ihn ungläubig an.

"Was?" fragte er. "Bezweifeln Sie, dass Dumbledore wusste, wie man Leute manipuliert, oder dass ein schlechter Mensch wie der Dunkle Lord gut darin war, herauszufinden, was seine Anhänger begehrten?"

"Ich zweifle an keinem von beidem, wenn ich darüber nachdenke. Ich hatte mir nur nicht klargemacht, dass 'gut mit Menschen umgehen zu können' nicht unbedingt gleichbedeutend ist mit 'gut zu Menschen zu sein'. Dumbledore herrschte nie mit Angst, sondern appellierte an das eigene Gewissen und das übergeordnete Wohl – im Grunde nichts anderes als emotionale Erpressung."

"Sie wussten beide, wie man Leute am besten dazu bewegt, das zu tun, was sie wollten. Aber denken Sie nicht, der Dunkle Lord hätte mit Angst und Böswilligkeit geherrscht. Angst bringt einen nur bedingt weiter – man riskiert, die Leute gegen sich aufzubringen, wohlmöglich bis zum Punkt der Rebellion. Nein, der Dunkle Lord nutzte seine Fähigkeiten um herauszufinden, was die Menschen wollten, und bemühte sich nach Kräften, es ihnen zu geben. Viele seiner Anhänger wollten Status und Macht, andere verlangte es nach irdischen Reichtümern. Dann gab es ein paar, die einen sadistischen Zug hatten, und auch ihnen gab er die Möglichkeit, ihr Verlangen zu stillen."

"Was hat er Ihnen geboten?" Es war eine sehr intime Frage, und Hermine war fast sicher, dass er ihre Unterhaltung an dieser Stelle beenden würde. Aber zu ihrer Überraschung antwortete er: "Kameradschaft. Respekt. Die Möglichkeit, einen Meister in der Zaubertrankbraukunst zu erlangen. Rückblickend sieht es aus, als hätte ich meine Seele für sehr wenig verkauft." Damals war es ihm vorgekommen, als hätte seine Seele überhaupt nur einen sehr geringen Wert. Sein mangelndes Selbstwertgefühl als Heranwachsender, seine ärmliche Erscheinung und seine soziale Unbeholfenheit hatten ihn zu einem leichten Opfer von Spott und Häme gemacht. Der Dunkle Lord hatte seine Talente erkannt und ihm die Möglichkeit geboten, sie zu perfektionieren. Er hatte ihn in die Gesellschaft von Leuten eingeführt, die ihn aufgrund seines Könnens wertschätzten. Severus war der jüngste Zaubertrankmeister gewesen, den Großbritannien in den letzen Jahrhunderten gesehen hatte – und er war zu ehrlich, um nicht stolz darauf zu sein.

Er hatte auch Gelegenheit bekommen, die Dunklen Künste zu studieren, ein Fachgebiet, das ihn immer fasziniert hatte. Nicht, weil er begierig gewesen wäre, noch perversere Wege zu finden, Schmerzen zuzufügen oder den Tod herbeizuführen, sondern weil er jede Art Wissens schätzte, besonders das, was verboten und deshalb um so verführerischer war. Aber selbst als er jung und naiv gewesen war, so war er doch auch schon immer intelligent genug gewesen, diese gefährliche Verlockung der Dunklen Künste zu erkennen, und sie immer mit respektvoller Vorsicht zu behandeln.

Seine Errungenschaften und die Anerkennung, die er dafür bekommen hatte, hatten ihm Selbstvertrauen gegeben. Und je mehr Selbstvertrauen er hatte, um so mehr schienen ihn die Menschen zu respektieren, aber auch zu fürchten. Sein Selbstvertrauen hatte ihn nicht unbedingt umgänglicher gemacht hatte. Er war noch immer nicht das gewesen, was man 'angenehme Gesellschaft' nennen würde, noch nicht einmal in Todesserkreisen. Aber im Umgang mit den Anhängern des Dunklen Lords war seine eigene, unerquickliche Art Kalkül, nicht das Ergebnis von Kummer und Elend.

Nichts ahnend von seiner inneren Seelenschau antwortete Hermine auf seine Behauptung, sich zu billig verkauft zu haben: "Da Sie immer noch im Vollbesitz Ihrer Seele sind, haben Sie sie gar nicht verkauft. Voldemort hat Sie nie besessen."

"Hat er das nicht?" fragte er zurück, und fragte sich, ob ihre Unschuld es ihr unmöglich machte, seine dunkle Seite zu verstehen – die Motivation, die ihn dazu getrieben hatte, an den völlig falschen Stellen nach Anerkennung zu suchen.

"Nein", sagte sie im Brustton der Überzeugung. "Selbst, als Sie noch bei ihm waren, bevor Sie die Seiten wechselten und Dumbledore die Treue schworen, versprachen Sie Lily, ihren Sohn zu beschützen – in Gedenken an die Freundschaft und die Liebe, die Sie einmal für sie empfunden haben. Das sind nicht die Taten eines seelenlosen Mannes."

Einen Moment lang wusste er nicht, was er dazu sagen sollte. Irgendwie schaffte sie es immer wieder, seine tiefstverankerten Überzeugungen herauszugreifen, sie einmal ordentlich durchzuschütteln um sie dann mit fröhlicher Leichtigkeit auf den Kopf zu stellen. Er war sich nicht sicher, was er davon halten sollte.

"Sie haben einen sehr großzügigen Betrachtungswinkel, was Menschen anbelangt, Miss Granger", sagte er schließlich. "Und obwohl ich nicht sicher bin, ob ich mit Ihren Aussagen übereinstimme...", er machte eine kurze Pause, ehe er entschieden hinzusetzte: "Sie sollen wissen, dass ich sie dennoch zu schätzen weiß."

Instinktiv griff sie nach seiner Hand und drückte sie fest. "Darüber bin ich froh", sagte sie. "Und Sie sollten wissen, dass ich das, was Sie getan haben – das, was Sie für mich tun – ebenfalls sehr schätze. Nur, falls Sie es noch nicht wussten."

Ihm war klar, dass sie nicht über seine Rolle im Kampf gegen Voldemort sprach, sondern darüber, dass er ihrem engsten Freund ein Friedensangebot gemacht hatte, dass er sich bemühte, über seinen Schatten zu springen und dass er versuchte, ihr zu helfen – auch, wenn es bedeutete, sich auf eine Art und Weise zu öffnen, die ihm absolut nicht leicht fiel. Für die Dauer von drei Herzschlägen erwiderte er den Händedruck, und als er sah, wie sich ihre Augen mit Emotionen füllten, war er sicher, dass es all seine Mühe wert war.

"Sie werden zu spät zum Mittagessen kommen", sagte er dann und nahm seine Hand zurück. "Ich hätte Sie nicht so lange aufhalten dürfen."

"Kein Problem. Ich bin nicht sehr hungrig. Ich werde einfach heute abend ein wenig mehr essen."

"Essen Sie, Miss Granger!" befahl er streng. "Wenn ich Sie heute abend zu Ihrer nächsten Okklumentikstunde sehe, werden Sie Ihre Kräfte brauchen."