Zusammenfassung des vorherigen Kapitels
Während der Ferien kommen Hermine, Harry und Severus überein, sich beim Vornamen zu nennen, wenn sie allein sind. Bedingt durch einen strategisch plazierten Mistelzweig kommt es zu einem zweiten Kuss zwischen Hermine und Severus. Als letzterer sich – wieder zurück in Hogwarts – von ihr wieder distanziert und auch die Okklumentikstunden nicht wiederaufnehmen will, denkt Hermine, sie habe ihn mit dem Kuss zu sehr bedrängt und glaubt, dass es ihre Schuld ist. Severus versucht mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln zu verdeutlichen, was der Grund für die aus seiner Sicht dringend gebotene Zurückhaltung ist. Damit allerdings bringt er Hermine zu der irrtümlichen Annahme, dass er Angst hat, die Kontrolle über sich zu verlieren und vielleicht Linien zu überschreiten, die er selbst gezogen hat. Hermine, die nicht gerade in Angst erstarrt bei dem Gedanken, fürchtet, dass sie ihm nicht allzuviel entgegensetzen würde. Severus mißdeutet ihre Reaktion als Angst und will sie beschwichtigen – es ist nicht seine körperliche Reaktion, die ihm Sorge macht, sondern seine emotionale. Anstatt ihr diese näher zu erläutern, lenkt er ein und beschließt, die Okklumentikstunden fortzusetzen.
Höchst persönlich
Die etwas harsche Art und Weise, mit der Severus ihrer Bitte schließlich nachgegeben und sie gleich darauf fortgeschickt hatte, hatte Hermine nicht weiter bekümmert. Sie war nur froh, dass er eingelenkt hatte. Wenn ihm Schroffheit half, seine Distanz zu wahren, konnte sie gut damit leben. Sie fand sie inzwischen recht unterhaltsam.
Nichtsdestotrotz hatte sie sich seinen 'Ratschlag' zu Herzen genommen und den Rest des Tages damit verbracht, sich Gedanken über ihren Schutzschild zu machen. Als sie vor wenigen Wochen erstmals ihre Eiswand visualisiert hatte, war sie ziemlich stolz darauf gewesen, da sie nicht die typischen Schwächen einer klassischen Ziegelmauer aufwies. Bis Severus ihr gezeigt hatte, dass die Eiswand stattdessen ganz andere Schwachstellen besaß...
Die Erinnerung an seine mentale Berührung ihres Schildes war ihr noch lebhaft im Gedächtnis – es hatte sich angefühlt wie eine federleichte Liebkosung, eine warme Brise, die in ihr eine spontane Hingabebereitschaft ausgelöst hatte. Seine Berührung hatte ihre Eiswand einfach dahin schmelzen lassen, und ehe Hermine überhaupt begriffen hatte, was geschehen war, war er bereits in ihrem Geist gewesen. Wenn seine heutige Demonstration ein Vorgeschmack auf das war, was geschehen würde, wenn er sie statt mit seinem Geist mit seinen Händen berührte, dann wäre ihre Kapitulation mit Sicherheit ebenso umgehend und bedingungslos...
Sich bewusst werdend, wohin ihre Gedanken gedriftet waren, rief sich Hermine innerlich zur Ordnung und zwang sich, sich wieder mit dem anstehenden Thema zu befassen. In Fantasien zu schwelgen war jetzt nicht hilfreich. Sie hatte eine Aufgabe zu bewältigen: ein neues Schild zu finden.
Die Leinwände waren eine spontane Idee gewesen, und sie hatte von Anfang an gewusst, dass sie damit niemandem den Weg in ihrem Geist verbauen würden. Sie brauchte etwas anderes, etwas Solideres, Stärkeres. Hermine war, als sie all die ansonsten wenig hilfreichen Bücher über Okklumentik gelesen hatte, über eine sehr interessante Information gestolpert, die sie für spätere Betrachtungen sorgfältig abgespeichert hatte: Eigentlich war es eher eine Randnotiz gewesen, der zufolge Schilde noch eine ganz anderen Nutzen haben konnte, als einen Legilimentiker aus seinen Gedanken fernzuhalten. Aber um ihr auf diese andere Art von Nutzen zu sein, brauchte es einen sehr starken Schild, der eine große Energiemenge aufnehmen und großem Druck standhalten konnte. Und endlich, als sie während ihres Zaubertrankunterrichts in ihren Kessel starrte, kam ihr die erleuchtende Idee.
Hermine konnte es kaum abwarten, ihre neue Schutzwand zu testen, als sie am Abend das Büro ihres Lehrers betrat. Er schien ihre Vorfreude auf den Unterricht nicht zu teilen, war aber offenbar noch immer entschlossen, die Sache durchzuziehen.
"Denk daran", mahnte er in belehrendem Tonfall, "der Sinn und Zweck von Okklumentik besteht darin, den eigenen Geist vor Legilimentik zu schützen. Du bist inzwischen recht gut darin geworden, mein Eindringen zu bemerken, wann immer wir den Schnüffeltrank benutzen. Der nächste Schritt muss sein, mich auch tatsächlich daran zu hindern, eine bestimmte Erinnerung zu sehen."
Er saß ihr gegenüber, mit dem breiten Tisch zwischen ihnen, und schien diese Sitzordnung ganz offensichtlich auch beibehalten zu wollen. Hermine rutschte auf ihrem Stuhl nach vorne, sodass sie ihre Ellbogen auf den Tisch setzen und ihr Kinn abstützen konnte, als sie ihn ansah. "Ich weiß", sagte sie und lächelte. "Diesmal mußt du es aber erstmal schaffen, hineinzukommen."
Severus zog eine Augenbraue hoch. "Da ist aber jemand mächtig von sich eingenommen heute abend..."
Hermine ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. "Ich denke, ich habe einen guten Schild gefunden", erklärte sie zuversichtlich.
"Tatsächlich? Nun, wenn dem wirklich so ist, sollte dir hoffentlich auch klar sein, dass meine Bemühungen, deinen Schild zu durchbrechen demnach umso stärker sein müssen..." In seinem Ton schwang sowohl eine leise Drohung als auch eine deutliche Warnung mit, aber Hermine konnte auch sein Widerstreben heraushören.
"Ja", antwortete Hermine fest und hielt seinem Blick stand. "Und bitte keine falsche Rücksichtnahme von deiner Seite. Ich will wissen – ich muss wissen, dass mein Schild einem Angriff standhält." Sie konnte sehen, dass er sich fragte, warum, und nicht nachvollziehen konnte, warum es so wichtig für sie war. Voldemort war schließlich tot, und sie hatte Bellatrix bereits mit ihrer Wand aus Eis widerstanden.
Aber Hermine verlangte es nach der Gewissheit, dass ihr Schild ihr auch in der Art dienen würde, wie die Bücher es angedeutet hatten – als letzter Ausweg. Die Idee war einfach, aber effektiv: Wenn sie es schaffte, die Magie, die in ihre mentale Schutzwand floss, so beständig zu halten, dass sie auch extremen Druck standhielt, so konnte sie im schlimmsten aller Fälle ihre Wand selbst zum Kollabieren bringen und sich und ihre Geheimnisse darunter vergraben. Es war mentaler Suizid, der den physischen Tod des Okklumentikers zufolge hatte; ein ziemlich drastischer letzter Ausweg.
Hermine wusste, dass sie dem Angriff eines schwächeren Legilimentikers standhalten konnte – das hatte sie schließlich schon einmal geschafft. Aber sie war sich nicht sicher, ob sie auch erneute Folter ertragen könnte. Der Gedanke, sich noch einmal in einer solch hilflosen Situation wiederzufinden, ließ ihr den kalten Schweiß ausbrechen. Die Gewissheit zu haben, es jederzeit beenden zu können und ihr Schicksal selbst in der Hand zu haben, würde ihr Kraft geben, damit auf die ein oder andere Weise fertig zu werden. Wenn sie jemals wieder einen solchen Horror durchleiden würde, dann, weil sie sich dazu entschieden hatte, und nicht, weil ihr keine andere Wahl blieb.
Severus sah sie nachdenklich an. Vermutete er doch etwas? Sicher hatte er eine eigene Exit-Strategie gehabt, wenn er dem größten und skrupellosesten Legilimentiker aller Zeiten in der Absicht gegenübergetreten war, ihn zu belügen und zu hintergehen.
"Ich weiß, dass es weh tun wird", sagte sie, als er sie immer noch mit Zweifeln ansah, und begegnete seinem Blick mit ruhiger Entschlossenheit. "Ich bin darauf vorbereitet. Aber ich brauche Gewissheit."
Er nickte kaum merklich, und Hermine war sich sicher, dass er doch verstanden hatte. "Also gut. Dann lass uns beginnen." Er lehnte sich ein wenig vor, hielt ihren Blick und hob seinen Zauberstab. Seine Hand war ruhig, als er ihn auf sie richtete und seine Stimme fest. "Legilimens!"
Hermine wusste, dass er beeindruckt war, als er vor dem Ergebnis ihrer Ideenfindung stand: einer Wand aus Stahl – nahtlos, glatt, unnachgiebig. Sie konnte auch sein Zögern fühlen, als er sie näher untersuchte, sacht dagegen stieß und versuchte, die Schwäche in der Konstruktion zu finden. Es gab keine, dessen war sie sich sicher. Dieser Schild war stark und robust. Ihm blieb kaum eine andere Wahl, als brutale Gewalt anzuwenden. Hermine wappnete sich gegen seinen Angriff.
Sein erster Schlag war überraschend schnell und heftig. Er hoffte offenbar, ihren Geist im Sturm einnehmen zu können. Aber Hermine ließ seine Magie über sich hinwegbrechen wie eine Welle und versuchte, soviel von ihrer Kraft wie möglich zu absorbieren. Wie ein dumpfes Dröhnen hallte das Echo in ihrem Kopf. Nach seinem Erstangriff ließ Severus einen Hagel von heftigen Schlägen gegen ihre Wand regnen, wobei er mit jedem einzelnen die Intensität und Frequenz steigerte. Er schien immer noch zu erwarten, dass ihre Wand einbrechen würde. Hermine hielt jedoch unbeirrt dagegen, indem sie mehr Energie in ihr Schild strömen ließ.
Severus steigerte seine Anstrengungen, erhöhte den Druck und hielt ihn konstant gegen ihren Schild gerichtet. Obgleich die rohe Kraft seines Angriffs Hermine zusammenzucken ließ, fühlte sie eine Welle des Stolzes, als er feststellen musste, dass ihr Schild immer noch hielt. Allerdings brach ihr vor Anstrengung der Schweiß aus, und der Druck wurde langsam schmerzhaft. Hermine wurde klar, dass es sie genauso viel Kraft kostete, seinem Angriff zu widerstehen, wie er dabei sinnlos verausgabte. Sie würde höllische Kopfschmerzen bekommen, wenn sie noch lange so weitermachten.
Severus nächster Schlag fühlte sich an, als hätte ein Rammbock ihre Stahlwand getroffen. Alles in ihr erzitterte von der Wucht des Aufpralls, aber ihr Schild hielt. Yes! Endlich hatte sie einen Schutzwall gefunden, der einem mentalen Angriff standhielt. Jetzt nur noch die Frage, wessen Kräfte oder wessen Entschlossenheit eher nachgab – es sei denn, er würde zu anderen Maßnahmen greifen, was Severus natürlich nicht tun würde. Ihr zu beweisen, das jeder Geist letztendlich gebrochen werden konnte, war nicht Sinn dieser Übung.
Ebensowenig war es ihr Ziel, ihn solange aus ihrem Geist fernzuhalten, bis sie ohnmächtig wurde. Um Okklumentik zu lernen, musste sie ihn hereinlassen und lernen, ihm von innen heraus Widerstand zu leisten – indem sie ihn täuschte, belog und in die Irre führte. Hermine wusste nun, dass ihr neuer Schutzschild effektiv war – oder zumindest so effektiv, wie er sein konnten. Gut möglich, dass er doch noch durchbrechen würde, wenn er seine Angriffe mit unverminderter Härte fortsetze, aber das würde zweifellos schmerzhaft für sie. Hermine konnte darauf verzichten zu erfahren, warum man Legilimentik als geistige Vergewaltigung bezeichnete, zumal es sich so gut angefühlt hatte, als er ohne Gewalt eingedrungen war. Es war Zeit, den Kampf einzustellen. Sie würde ihn einfach hereinlassen.
Kaum, dass die Absicht in ihren Gedanken Gestalt angenommen hatten, fühle sie, wie sich ihre Wand veränderte.
Als Severus dieses Mal mit aller Macht gegen sie stieß, durchfuhr es ihn wie ein Schock. Er traf auf keinerlei Widerstand, was bedeute, dass sein Vorstoß viel zu hart gewesen war. Er konnte sehen und hören, wie sie vor Schmerz zusammenzuckte, als er – anstatt gegen festen Stahl zu schlagen – gegen Wände stieß, die sich plötzlich warm und lebendig anfühlten. Im ersten Moment verspannten sie sich gegen sein gewaltsames Eindringen, aber als er sofort erschrocken innehielt und den Druck wegnahm, fühlte er, wie sie sich wieder entspannten, und – beinahe so, als würden sie ihn willkommen heißen – weich und nachgiebig wurden.
Es musste die Art und Weise gewesen sein, in der sie zuvor über Legilimentik gesprochen hatten... die Feststellung, dass ein Eindringen in den Geist eines anderen, wenn es ohne dessen Einwilligung geschah, bestenfalls unangenehm, schlimmstenfalls schmerzhaft war. Der Vergleich drängt sich auf – natürlich rief das Bilder hervor, die sexueller Natur waren. Es erklärte, warum in dem Moment, da sie sich entschloss, ihm ihren Geist zu öffnen, ihre Schutzwälle plötzlich wie aus Fleisch und Blut waren.
Es war dennoch höchst verstörend, und wenn er in der Lage gewesen wäre, den Gedanken zu formulieren, dass er gerade buchstäblich das praktizierte, was man vulgär als 'mind-fuck' bezeichnen könnte, hätte er sich sofort zurückgezogen. Aber er war zu mitgerissen vom Sog der überwältigenden Gefühle, um überhaupt einen klaren Gedanken fassen zu können. Er war nie im Geist eines anderen Willkommen geheißen worden; er hatte nicht gewusst, dass es sich so anfühlen konnte... warm und einladend, einer körperlichen Vereinigung viel zu ähnlich. Zu seiner Schande fühlte er, wie sein Körper reagierte. Verzweifelt versuchte er, sich wieder in den Griff zu bekommen und in Erinnerung zu rufen, dass sie seine Schülerin war – es war ganz und gar inakzeptabel, Erregung zu verspüren, während er in ihren Geist eindrang und ihr Okklumentik beibrachte; er durfte nicht so über sie denken!
Aber ganz offensichtlich hatte sie so über ihn gedacht. Die Gedanken und Gefühle, die er als Erstes vorfand – vermutlich hervorgerufen durch seine eigene Assoziation und seine Erregung – brachten ihn erneut ins Strudeln. Entsetzt zog er eigene Schutzwälle hoch, ehe die flüchtigen Gedanken und vagen Eindrücke sich in klare Bilder verwandeln konnten, was ihm unter Mühe und nur so eben gelang. Er hatte ihr versprochen, nicht in diese Bereiche ihres Geistes einzudringen, und er beabsichtigt, Wort zu halten.
Angesichts der beiden ineinander verwobenen Gedanken- und Gefühlsstränge, die er nun vor sich hatte – dem von sich selbst und den ihrer intimsten Fantasien – blieb ihm keine andere Wahl, als rasch nach dem zu greifen, den er bisher tunlichst vermieden hatte, wenn er in ihren Gedanken gewesen war: Ihre Betrachtungen seiner eigenen Person. Aber im Moment war alles besser, als in die gefährlichen Abgründe ihrer Leidenschaft hinabgezogen zu werden. Selbst, wenn er dafür in einen Spiegel blicken und sich so sehen musste, wie seine Schüler ihn sahen.
Glücklicherweise war die Szene, die nun vor seinen Augen entstand, unschuldig und harmlos, und Severus stieß einen Seufzer der Erleichterung aus. Er fand sich im hinteren Teil seines Klassenzimmers wieder, wo der ziemlich einschüchternde Zaubertranklehrer aus Hermines frühester Erinnerung gerade zur Klasse sprach. Die Schüler saßen mit dem Rücken zu ihm und nahmen keine Notiz von seinem unsichtbaren Zwilling, der sie beobachtete. Mit einer Ausnahme. Ein Kopf mit buschigen Haaren wandte sich zu ihm um, und er blickte ins Gesicht einer elfjährigen Hermine. Sie lächelte ihn an.
Severus war beeindruckt. Dass sie in der Lage war, ihm innerhalb der Erinnerung zu verstehen zu geben, dass sie seine Anwesenheit in ihrem Geist bemerkt hatte, war ein Meilenstein. Sie war wirklich auf gutem Wege, über die Vorgänge in ihrem Geist die Kontrolle zu erlangen.
Hermine dreht sich wieder nach vorn, um der einführenden Ansprache seines anderen Ichs zu lauschen, und Severus bewegte sich in Richtung Pult, um sie besser sehen zu können. 'Ich erwarte von den wenigsten von Ihnen Begeisterung für die schwierige Lehre und exakte Kunst der Zaubertrankbrauerei,' hörte er sein Erinnerungs-Selbst eindringlich und mit prägnanten Pausen intonieren. 'Die wenigen Auserwählten unter euch jedoch, die die entsprechende Veranlagung besitzen, die kann ich lehren, wie man den Kopf verhext und die Sinne auf eine Reise schickt, wie man Glanz und Ansehen brodelnd zusammenbraut, wie man Ruhm auf Flaschen zieht und sogar wie man den Tod verkorkt...'
Es war also Hermines Erinnerung an ihre erste Zaubertrankstunde. Severus hatte ihr damals keine Beachtung geschenkt – seine ganze Aufmerksamkeit hatte Potter gegolten. Nun bemerkte er fasziniert, dass sie wie gebannt an seinen Lippen hing. Sie war völlig hingerissen. Und anstatt zu bemerken, dass da ein Mädchen mit ungeheurem Potential in seiner Klasse saß, hatte er sie herabgewürdigt und gescholten. Nicht ganz und gar unverdient – ihr Über-Enthusiasmus war extrem irritierend und eher abstoßend gewesen, besonders, da sie völlig falsche Wege gefunden hatte, um ihm Ausdruck zu verleihen: die extra langen Essays, in denen sie alles wiederkäute, was sie in zuvor verschlungenen Büchern Wissenswertes gefunden hatte; der Finger, der so aufdringlich in die Luft stach, und ihr dauerndes Einmischen in seinen Unterricht. All seinen scharfen Ermahnungen zum Trotz hatte sie unablässig Longbottom Anweisungen gegeben und ihn korrigiert, als wäre es ihr Job, seine Arbeit zu überwachen, und nicht seiner.
Aber ungeachtet der Feindseligkeit, die er ihr gegenüber an den Tag gelegt hatte – aufgrund ihres Verhaltens, weil sie eine Gryffindor und zudem mit Potter befreundet war, und aus dem einfachen Grund, dass er selbst gemein, bissig und unfreundlich war – hatte sie in ihm lediglich einen strengen, unfreundlichen, aber auch unglaublich klugen Lehrer gesehen. Ja, sie war oft wütend auf ihn gewesen, meist wegen der Art, wie er Longbottom behandelt hatte, der in ihm eine Verkörperung des Teufels zu sehen schien. Nicht mal Hermine hatte verstanden, dass Longbottom die wahre Bedrohung war. Ihn mit vollzähligen Gliedern durch seine EULEn Prüfungen zu bekommen, war eine Herausforderung gewesen, die Severus oft den kalten Schweiß auf die Stirn getrieben hatte. Er hatte frühzeitig gewarnt, dass man diesen Jungen keinesfalls in die Nähe eines Kessels lassen durfte, aber niemand hatte sich für seine Einschätzung interessiert.
Mit Verwunderung sah er nun, wie sich Hermines Wahrnehmung seiner Person über die Jahre verändert hatte. Der aufkeimende Verdacht, dass er nicht war, was er zu sein vorgab, hatte ihn ins Zentrum ihrer Aufmerksamkeit gerückt. Die wachsende Überzeugung, dass er ein anständiger Mann war, der lediglich alle zum Narren hielt, ließ aus der Wertschätzung, die sie stets für seinen Intellekt empfunden hatte, Respekt für seine Person werden. Sie war seinetwegen bekümmert gewesen, oft sogar besorgt, und hatte eine tiefe Dankbarkeit empfunden für das, was sie ihn im Verdacht hatte, zu tun. Es war alles zusammengebrochen in der Nacht, in der er Dumbledore getötet hatte.
Schock, Ungläubigkeit und Verwirrung waren rasch umgeschlagen in Wut, vor allem über sich selbst, weil sie so dumm gewesen war, ihm zu vertrauen. Dem Zorn folgte ein so schwerwiegendes Gefühl von Enttäuschung, dass es ihn förmlich niederdrückte, als er ihm weiter durch die Erinnerungen folgte. Hermine hatte ein paar Tage gebraucht, um zu verdauen, was passiert war, um zusätzliche Informationen zu sammeln und sich aus dem, was sie in Erfahrung bringen konnte, einen Reim zu machen – besonders auf die Widersprüche in seinem Verhalten. Es gelang ihr nicht wirklich – die Verwirrung blieb, aber zu ihr gesellte sich die feste Überzeugung, dass es eine andere Erklärung geben musste als die offensichtliche, und dass sie sich nicht in ihm geirrt hatte. Wie sie ihm vor ein paar Monaten gesagt hatte – sie hatte ihren Glauben an ihn nicht verloren. Während alle anderen vor ihm bangten, hatte sie um ihn gebangt.
Die Unsicherheit und Ängstlichkeit, die an so vielen Stellen ihren Geist beherrschte, war nirgendwo mit ihm selbst verknüpft. In welche Erinnerung seiner eigenen Person er auch blickte: Das einzige, was sie je gefürchtet hatte, war, sein Mißfallen zu erregen. Hinter ihrem neunmalklugen Verhalten, das sie all die Jahre in seinem Unterricht an den Tage gelegt hatte, verbarg sich das tiefe Verlangen, anerkannt zu werden, ganz besonders von ihm. Sie hatte seine Wertschätzung gewollt, seinen Respekt – sie wollte von ihm gemocht werden. Warum, fragte er sich, verwirrt über diese Erkenntnis. Warum war es ihr so wichtig, was die fiese Fledermaus aus dem Kerker über sie dachte?
Aber selbst die unfreundlichen Spitznamen schienen in ihrer Gedankenwelt nicht zu existieren – lediglich in Erinnerungen, in denen sie ihre Freunde zurechtwies, wenn sie solche respektlosen Ausdrücke benutzten. Fasziniert suchte er nach Betrachtungen seiner Person, die mit Gefühlen von Respektlosigkeit verbunden waren, da er kaum glauben konnte, dass es diese nicht gab. Und schließlich, nach langem Suchen, wurde er fündig – in einer einzigen Erinnerung. Er spürte, wie sich Widerstand in ihr regte – ganz offensichtlich wollte sie verhindern, dass er hinging, wohin der Pfad führte, was ihn natürlich nur umso entschlossener machte. Zu ihrem Pech wusste sie noch immer nicht, wie sie ihn gezielt vom Kurs abbringen konnte, sodass er sich relativ unbehindert auf dem Weg hinunter zum Quidditchfeld wiederfand. Der Pfad war wohl ein wenig steiniger und schmaler als in der Realität, und in Wahrheit wuchsen auch keine Disteln darauf. Aber diese schwachen Versuche, ihn am Erreichens seines Ziels zu hindern, glichen denen eines Kindes, das vergeblich an den Ärmeln eines Erwachsenen zog. Und so lief er unbeirrt in die Erinnerung hinein, von der sie gehofft hatte, dass er sie nicht finden würde: Jene, in der sie während eines Quidditchspiels in ihrem ersten Hogwartsjahr seine Robe in Flammen setzte.
Oh, diese Frechheit! Sie hatte ihn im Verdacht gehabt, Harrys Besen verhext zu haben, während er in Wahrheit genau das Gegenteil getan hatte. Später, nachdem sie herausgefunden hatte, dass er versucht hatte, den Stein der Weisen zu sichern und nicht, nicht ihn zu stehlen, hatte sie sich wegen ihres Mißtrauens und ihre daraus resultierende Tat schrecklich schuldig gefühlt. Es war ein Wendepunkt in ihrer Einschätzung seiner Person gewesen. Die Feststellung, dass all ihre Verdachtsmomente sich als falsch herausgestellt hatten und er in Wahrheit Harry die ganze Zeit über nach besten Kräften beschützt hatte, hatte die Grundlage für das Vertrauen geschaffen, das über die Jahre nur noch stärker geworden war.
Da er Gedanken, die in die Richtung von 'wachsenden Gefühlen' und 'Vertrauen' gingen, lieber nicht folgen wollte, nahm er stattdessen den Strang mit den Schuldgefühlen auf, der zu einer weiteren Erinnerung führte, die sie panisch versuchte, vor ihm zu verbergen: Die von einer Hermine Granger, regelorientierte Musterschülerin, die aus seinem privaten Vorratsschrank Zaubertrankzutaten stibitzte! Er war damals noch nicht durch so starke Zauber geschützt gewesen, wie er es jetzt war, da Severus es nie für möglich gehalten hatte, dass ein Schüler so dreist sein könnte, ihn zu bestehlen. Er hatte immer geglaubt, dass Potter der Dieb gewesen war, obwohl zweifelsohne Hermine anschließend den Trank gebraut hatte.
Ihr schlechtes Gewissen führte ihn direkt in Myrtes Waschraum, wo sie sich über einen dampfenden Kessel beugte und gleichzeitig krampfhaft versuchte, diesen vor seinen Augen zu verbergen. Um ganz ehrlich zu sein, fand er es ziemlich amüsant. Ihre Braukünste hatten ihn schon damals schwer beeindruckt, auch, wenn sie es durch das Hinzufügen des falschen Haares in einen ansonsten fehlerhaften Trank geschafft hatte, sich Fell, Schnurrhaare und einen Schwanz anzuzaubern.
Er hoffte, einen Blick auf sie in ihrer Katzenform werfen zu können, da er damals lediglich von ihrem Mißgeschick gehört, sie aber nicht zu Gesicht bekommen hatte. Aber als er nun versuchte, in die Toilettenkabine zu linsen, in der sie sich nach Einnahme es Trankes versteckt hatte, knallte sie ihm die Tür ins Gesicht. Er hätte beinahe aufgelacht. Sie wurde wirklich besser im Okkludieren. Er verzichtete darauf, mehr Nachdruck an den Tag zu legen, obwohl das sicher zum Erfolg geführt hätte.
Es war auch nicht seine Absicht, in ihren peinlichsten Momenten herumwühlen, aber das Gefühl von Scham war noch immer so beherrschend, dass er kein Problem hatte, den Faden wiederaufzunehmen. Abgesehen davon hatte er den starken Verdacht, dass der andere, ebenso leicht greifbare Gefühlstrang, der Gedanken über seine Person mit Schuldgefühlen verband, ihn zur Heulenden Hütte geführt hätte – entweder zu jenem Moment in ihrem dritten Schuljahr, als sie ihren Zauberstab gegen ihn erhoben hatte, oder zu seinem Beinahe-Ableben während der Schlacht um Hogwarts. Keine der beiden Erinnerungen wollte er wiedererleben.
Die Erinnerung, die nun in den Fokus rückte, war gestochen scharf und lebendig in ihren Gedanken, obwohl seine eigene Erinnerung an den Vorfall schon halb vergessen war. Sie unternahm diesmal keinen Versuch, ihn daran zu hindern, die Szene erneut abspielen zu sehen. Es war in ihrem vierten Jahr passiert – ein Vergrößerungszauber, der nicht mal auf sie gezielt gewesen war, hatte ihre Vorderzähne wachsen lassen, bis sie ihren Kragen erreicht hatten. Die boshafte und gedankenlose Bemerkung, die er darüber gemacht hatte – 'ich sehe keinen Unterschied' – hatte sie tief verletzt. Die Intensität ihres Schmerzes, ihrer Scham und ihrer Enttäuschung traf ihn wie ein Messerstich.
Severus konnte es nicht begreifen. Ein Kommentar wie dieser – ausgerechnet von einem Mann wie ihm kommend, mit seinen eigenen schiefen Zähnen – warum hatte sie ihn sich so zu Herzen genommen? Obschon ihre Vorderzähne ein wenig zu groß geraten waren für ihr schmales Gesicht in dem Alter... wer war er, sich anzumaßen, über die leichten Schönheitsfehler anderer Leute zu urteilen? Es war lächerlich. Sie hätte seine Bemerkung empörend, unverschämt, lachhaft finden sollen – sie hätte wütend auf ihn sein müssen, weil er sich wie ein Arschloch benahm. Das war jedenfalls seine Absicht gewesen. Er war für seine Garstigkeit bekannt; dafür, dass er in allen Situationen stets Slytherins bevorzugte und dafür, dass er allen anderen gegenüber ein boshafter, sadistischer Bastard war. Ganz besonders gegenüber Gryffindors, und noch spezieller gegenüber Harry Potter und dessen Freunden. Er hatte immer gedacht, wenn er die Rolle, die er zu spielen hatte, übertriebe, sie zu einer Karikatur entstellte, würde er dadurch die Wirkung seiner Schmähungen, seiner Ungerechtigkeit und Boshaftigkeit mildern. Niemand konnte irgendwas davon ernst nehmen oder glauben, dass die Art, wie sie von ihm behandelt wurde, mit ihnen persönlich zu tun hatte.
Aber sie hatte es persönlich genommen, sehr sogar. Wieder spürte er das ganze Gewicht ihrer Enttäuschung. Schließlich konnte man nur von jemandem enttäuscht werden, an den man zuvor noch Erwartungen gehabt hatte. Und sie hatte, allen gegenteiligen Beweisen zum Trotz, noch immer geglaubt, dass er ein grundsätzlich anständiger Mensch war und erwartet, dass er in der Situation entsprechend reagierte. Hatte sie lediglich darauf vertraut, dass er sich in einer verantwortlichen Art und Weise verhielt, weil seine Position als Lehrer und Autoritätsperson es gebot? Oder war ihr Vertrauen in ihn aus unerfindlichen Gründen schon damals so ausgeprägt gewesen?
Sie hatte über seinen gemeinen Kommentar bittere Tränen vergossen. Das nun zu sehen ließ ihn einen beklemmenden Druck in seiner eigenen Brust spüren. Er wünschte, er könnte seine Worte zurücknehmen. Er hatte keinen so starken Drang mehr verspürt, sich für etwas zu entschuldigen, seit er Lily ein Schlammblut genannt hatte. Diese Verfehlung wog schwerer.
Und dennoch, trotz ihres Gefühls, im Stich gelassen worden zu sein, trotz seines Verrates an fundamentalen, moralischen Werten, hatte sie nicht einen einzigen Gedanken an seine eigenen Fehler und Mängel verschwendet. Was er jeden Morgen im Spiegel erblickte, war nicht das, was er in ihren Erinnerungen sah, besonders nicht in den aktuelleren. Seine unscheinbaren dunklen Augen waren schwarze Teiche von unendlicher Tiefe in ihrer Wahrnehmung. Sein strähniges Haar war rabenfarben und seidig, seine ziemlich große Nase war stolz und an einen Adler erinnernd. In ihren Augen war er beinahe ansehnlich. Die Dissonanz war irritierend.
Aber es waren nicht seine Äußerlichkeiten, denen sie viel Aufmerksamkeit schenkte. Wie sie schon einmal gestanden hatte, war es seine Gesamterscheinung, die sie anzog: Seine Art sich zu bewegen, die sie eindrucksvoll fand; seine Stimme, die in ihren Ohren gleichzeitig sexy und beruhigend klang; die Bewegungen seiner Hände, die auf sie anmutig wirkten – sie war sogar von seinen Tischmanieren beeindruckt. Sein grollender, finsterer Blick, der normalerweise Leute davonlaufen ließ, schüchterte sie nicht ein, sondern faszinierte sie. Sie fand stilles Vergnügen darin, sein Gesicht zu studieren und anhand der Bewegungen seiner Augenbrauen herauszufinden, was wohl gerade in ihm vorging.
Zu seiner Überraschung mochte sie sogar seine eher steife und formelle Kleidung, die sie als kleidsam und elegant erachtete und von der sie fand, dass sie zu seiner Persönlichkeit passte. Sie schien eine besondere Faszination für die vielen Knöpfe auf seinem Mantelrock zu haben, und hatte mehr als einmal darüber nachgedacht, ob er sie wohl alle jeden Morgen und Abend per Hand auf- und zuknöpfte. Sie konnte nicht entscheiden, ob sein sehr spezieller, zugeknöpfter Look ihn unberührbar erscheinen lassen sollte oder ob es eine physische Manifestation seines Bedürfnisses war, sich selbst einzuschließen und in Schach zu halten.
Und, oh, wie sehr es sie danach verlangte, ihn aufzuknöpfen... Sie fragte sich, was er wohl unter seinem Mantelrock trug und durch wie viele Lagen Stoff man sich hindurcharbeiten musste, um seine Haut zu erreichen; ob seine Brust glatt war oder mit dunklen Haaren überzogen und ob sie sich weich anfühlen würden unter ihren Fingerspitzen... Sie stellte sich vor, wie es sein mochte, seine talentierten Hände auf ihrer Haut zu spüren, wenn er ihr dabei das gleiche Geschick und die gleiche Behutsamkeit angedeihen ließ, mit der er zarte Mondblumenzwiebeln für seine Zwecke präparierte. Sie dachte daran, wie sich seine Lippen – so oft verächtlich gekräuselt – verwandelten, wenn er lächelte; wie warm und weich und fest sie sich an die ihren schmiegten, wenn er sie küsste, und wie wundervoll sie sich an anderen Stellen ihres Körpers anfühlen würden...
Gütiger Gott! Severus keuchte überrascht auf. Das unerklärliche Anziehungsgefühl, dem er zuletzt durch ihre Erinnerungen gefolgt war, hatte sich an irgend einer Stelle, ohne dass er es bemerkt hatte, mit Lust verwoben, sodass er unabsichtlich in ihre Fantasien hineingeraten war – genau das, was er um jeden Preis hatte vermeiden wollen! Es war, als habe er einen Stopfen aus einem zum Bersten gefüllten Wasserbassin gezogen. Nachdem der Damm einmal gebrochen war, war die Flut nicht mehr zu stoppen.
Die Bilder, die von allen Seiten auf ihn einstürzten, waren gestochen scharf und detailreich, was bedeutete, dass Hermine sie häufig betrachtet haben musste. Sie waren auch absolut nicht das, was er erwartetet hatte. Wie ein ertrinkender Mann in einer aufgewühlten See griff er in Panik um sich, um etwas zu finden, woran er sich festklammern konnte, irgendein anderes Gefühl, das er greifen konnte und das ihn hier herausbringen würde. Aber nirgends war auch nur etwas ansatzweise Unschuldiges in dem Wirbel aufblitzender Bilder und Emotionen zu finden, die ihn tiefer und tiefer hinunterzogen. Schuldgefühle, Begehren, Scham, Angst, Verlangen, Lust... nach was er auch griff, es warf ihn sofort wieder hierher zurück, hielt ihn gefangen in diesem Wirbel aus Emotionen, die sie so lange so sorgsam eingedämmt gehalten hatte.
Schlimmer noch, er fühlte, wie er selbst ebenfalls davon ergriffen wurde, wie seine eigenen Empfindungen außer Kontrolle gerieten und den ihren immer wieder neue Nahrung gaben. Das kurze Erregungsgefühl, das er empfunden hatte, als er in ihren Geist eingedrungen war, kehrte mit voller Wucht zurück, als er mit einer Art entsetzter Faszination ihre Fantasien vor ihm ablaufen sah und ihre Reaktion darauf spürte. Einen Moment lang war es, als gäbe es überhaupt keine Trennung mehr zwischen seinem Geist und dem ihrem.
Er konnte auch ihre Panik spüren und war unendlich dankbar, dass sie es schließlich irgendwie schaffte, hastig ihre Leinwände vor ihm aufzuspannen. Sie waren papierdünn und fast durchsichtig, ermöglichten es ihm aber, seinen eigenen Schutzschirm wieder hochzuziehen und das Durchsickern seiner eigenen Gefühle in ihren Geist zu unterbinden. Endlich, nachdem seine eigenen Schutzwälle wieder standen, gelang es ihm, genug Kontrolle zurückzuerlangen, um sich selbst aus diesem Strudel zu befreien und ihrem Geist zu entfliehen.
Schwer atmend und völlig aufgelöst fanden sie sich beide in seinem Büro wieder und starrten einander mit weitaufgerissenen Augen an. In den ihren stand vor allem Schock, und seinem eigenen, heftig schlagenden Herzen, der Wärme, die er überall spürte, und seiner ungewollten körperlichen Reaktion nach zu schließen, hatte auch er die Kontrolle über seine Züge verloren.
Mit einem Ausdruck blanken Entsetzens im schamroten Gesicht und einem erstickten Laut der Bestürzung sprang Hermine von ihrem Stuhl auf und rannte aus seinem Büro.
