Zusammenfassung des vorherigen Kapitels

Severus, voller Selbstvorwürfe, schreibt Hermine einen Entschuldigungsbrief. Er hat das Gefühl, ihr Vertrauen mißbraucht zu haben und ist gleichzeitig völlig erschüttert von dem, was er in ihrem Geist gesehen hat. Um seine Gefühle zu sortieren und zu begreifen, schaut er sich die Erinnerungen an diese Okklumentikstunde noch einmal im Denkarium an und kommt zu einer erhellenden Erkenntnis.

Um Hermine wissen zu lassen, was er begriffen hat, will er ihr eine Patronusnachricht schicken, muss aber zu seinem Entsetzen feststellen, dass seine Hirschkuh keine Gestalt annimmt. Als er fürchtet, sein Patronus könne sich in einen Otter verwandelt haben, wird er von der Erkenntnis erschlagen, dass er Hermine nicht nur mag, schätzt und attraktiv findet, sondern dass er sie liebt.

Von einer Welle des Hochgefühls ergriffen (und sich ergeben damit abfindend, von nun an einen unmännlichen Otter als Patronus zu haben), führt er den Zauber erneut aus, woraufhin ein Adler aus seinem Zauberstab hervorbricht. Glücklich und endlich mit sich selbst im Reinen, mit seinem Verhältnis zu Hermine und ihrer Situation, entschließt er sich, ihr doch keine Nachricht zu schicken. Er weiß jetzt, dass sie von alleine zu ihm kommen wird, wenn sie bereit ist, mit ihm zu sprechen.

A/N: Einige Leser dieser Geschichte auf einer andern Webseite haben mich etwas verwirrt darauf hingewiesen, dass ihnen noch nicht so ganz klar geworden ist, was nun eigentlich Severus überraschende Offenbarung war und warum er nun so sicher ist, dass er und sie perfekt zusammen passen. Es war durchaus meine Absicht, euch darüber ein bißchen rätseln zu lassen. ;) Hermine ist ja auch nicht von alleine darauf gekommen.

Für Romy11.06 mit Dank für Ihre netten Worte!


Hermine

Nach zwei schlaflosen Nächten, in denen sich Hermine in ihrem Bett herumwälzte, und nach zwei unerträglichen Tagen, in denen sie ihm voller Scham aus dem Weg gegangen war, fand Hermine endlich den Mut, Severus in seinem Büro aufzusuchen. Ihr Klopfen war zögerlich, seine Aufforderung einzutreten wie gewöhnlich eher brüsk.

Einen Moment lang fühlte sie sich, als sei sie in der Zeit zurückgereist – zu jenen Abend vor einer gefühlten Ewigkeit, als sie schon einmal so in seinem Büro gestanden hatte: Nervös, weil es galt, eine heikle Angelegenheit zu besprechen, aber entschlossen, es durchzuziehen. Aber an der Stelle endeten alle Ähnlichkeiten.

Kaum, dass sie eingetreten war, verlor sein Gesicht den ungehaltenen Gesichtsaustruck, den er immer zeigte, wenn seine Konzentration unterbrochen wurde. "Hermine...", sagte er sacht, und der Blick, mit dem er sie ansah, war... sie konnte es nur schwer beschreiben, denn sie hatte so einen Ausdruck noch nie zuvor auf seinem Gesicht gesehen. Es war gefasst, ruhig, beinahe abgeklärt. Sie war sich nicht sicher, ob es ein gutes oder ein schlechtes Zeichen war. "Hast du einen Moment Zeit?"

"Natürlich." Severus schob den Stapel eingereichter Hausaufgaben zu Seite und verwandelte den Stuhl in ihren Sessel. Ein wenig steif und mit gesenktem Kopf nahm sie darin Platz. Es war unschwer zu erkennen, dass sie sich sehr unbehaglich fühlte. Fast wie erwartet hob sie zu einer Entschuldigung an, was er aber sofort unterband. "Nicht! Du mußt dich für gar nichts entschuldigen. Ich bin es, der um Verzeihung bitten muss."

Sie hob nur kurz den Blick um ihn anzusehen. "Aber das hast du schon getan", stellte sie fest, ehe sie die Augen wieder niederschlug. "Es ist der Grund, warum ich komme. Ich wollte nicht, dass du denkst, ich würde dir die Schuld geben für das, was passiert ist... Ich weiß, dass du das nicht gewollt hast. Ich habe fühlen können, wie erschrocken du warst und wie du versucht hast, dich wieder aus meinem Geist zu befreien. Ich verstehe, dass du abgestoßen bist." Sie schlug sich in einer Geste der Scham die Hände vors Gesicht. "Oh Gott, ich weiß nicht mal, was ich dir sagen soll oder wie ich dir in die Augen sehen soll... Ich habe mich noch nie in meinem Leben so geschämt."

"Hermine – bitte, hör auf damit!" bat er, vom Bedürfnis erfüllt, über den Tisch zu greifen und ihre Hände zu greifen. "Ich war nicht abgestoßen – denk sowas erst gar nicht! Ich war nur überrascht und verwirrt. Ich hätte nie gedacht... obwohl ich es mir eigentlich hätte denken sollen. Aber ich war die ganze Zeit über so sehr damit beschäftigt, meine professionelle Distanz zu wahren und mir weiterhin etwas vorzumachen, dass ich einfach nicht in Betracht gezogen habe..." Er brach erneut ab, rang um die richtigen Worte für all das, was er erklären wollte. Er wusste einfach nicht, wo er anfangen sollte. "Natürlich hattest du solche Gedanken, und wenn ich nicht so häufig Okklumentik bemüht hätte um zu verdrängen, was ich nicht betrachten wollte, wäre ich nicht so überrascht gewesen, mich selbst darin zu finden."

Sie ließ die Hände wieder in ihren Schoß sinken, wich aber nach wie vor seinem Blick aus. "Tu nicht so, als wäre das alles, was dich schockiert hat."

"Du denkst, ich wäre geschockt gewesen über die Rolle, die ich in deinen Fantasien gespielt habe, nicht wahr?" fragte er ruhig. Sie nickte, und er schüttelte den Kopf. "Das bin ich nicht. Wenn ich darüber nachgedacht hätte, hätte ich es nicht anders erwartet."

"Was?" Jetzt endlich blickte sie auf, die Augen überrascht geweitet.

Er seufzte und erhob sich. "Komm, lass uns das in einem privateren Umfeld besprechen. Ich fühle mich noch befangener, wenn wir dieses Gespräch hier in meinem Büro führen." Er machte Anstalten aufzustehen, hielt aber inne, als er etwas in ihren Augen aufblitzen sah. "Es sei denn, du fühlst dich dabei nicht wohl?"

"Nein, ich bin nur überrascht", beeilte sie sich, den Eindruck zu zerstreuen, sie habe wohlmöglich Sorge, dass er irgendetwas Unangemessenes tun könne. "Dieses Gespräch ist an sich unangenehm, egal, wo wir es führen. Mich in deine privaten Räume einzuladen, ist allerdings eher das Gegenteil von 'Abstand halten', oder?" Sie war sicher, dass kein Schüler je seine privaten Gemächer betreten hatte. Dass er ihr nun anbot, buchstäblich einen Blick hinter seine Fassade zu werfen, war schwer zu fassen. Als hätte er angeboten, sich nackt auszuziehen. Was Hermine nun, da der Vergleich gezogen war, feststellen ließ, wie unangemessen es tatsächlich war. Aber das galt genau genommen für ihren gesamten Umgang miteinander in den letzten Monaten.

"Ich habe mir selbst was vorgemacht", gestand Severus unumwunden ein. "Von dem Moment an, da wir uns zum ersten Mal geküsst haben, war es dumm so zu tun, als wärst du lediglich eine meiner Schülerinnen oder ich einfach nur einer deiner Lehrer. Es war unmöglich, alles das, was aufgekommen ist, zu unterdrücken und einfach so zu tun, als wäre nichts passiert. Ich denke, man merkt meinen Mangel an Erfahrung was Herzensangelegenheit betrifft."

"Nun, der Mangel kann auch nicht größer sein als meiner", sagte Hermine und erhob sich ebenfalls.

"In dem Fall werden wir uns wohl einfach weiter durchwurschteln müssen und nachsichtig miteinander sein. Aber ich versichere dir, ich habe nicht vor, abermals Grenzen zu überschreiten."

"Das habe ich auch nicht angenommen!" protestierte sie. "Ungeachtet dessen, was du gesehen hast... es ist nicht, was ich über dich denke... Ich vertraue dir!"

"Ich weiß, Hermine", versicherte er ihr. "Ich wollte nur sichergehen, dass du dich wohl fühlst."

Er öffnete die Tür an der Rückseite seines Büros und führte sie in sein Wohnzimmer. Oder war es eher ein Lese- oder Arbeitszimmer? Es war schwer zu sagen, mit den Regalen voller Bücher, die bis an die Decke reichten. Der Anblick beruhigte sie sofort, genauso, wie wenn sie die Bibliothek betrat. Als ob das bloße Sich-Umgeben mit in Leder gebundenem Wissen eine geeignete Präventivmaßnahme gegen Fehler und Versagen wäre – gegen die Unsichersicherheit, die entstand, wenn man nicht wusste, was genau zu tun war und nicht alle Antworten parat hatte. Es roch auch genauso himmlisch wie in der Bibliothek – nach Pergament und Leder, mit einer zusätzlich untermalenden Kaminfeuernote.

Letzteres war zweifellos dem riesigen Kamin geschuldet, den Severus nun mit einer Bewegung seines Zauberstabes entfachte. Sofort brannte ein gemütliches Feuer, das zwei einladende, weich gepolsterte Armlehnensessel und einen passenden Schemel beleuchtete, die davor standen. Er setzte auch ein sanft glühendes, magisches Kugellicht in die ansonsten eher muggleartig aussehende Stehlampe, die zwischen den Sesseln stand. Ein dicker Teppich, ein kleiner Beistelltisch mit Stapeln von Büchern und eine leise tickende Kaminuhr rundeten das heimelige Bild ab.

"Du hast es dir hier sehr gemütlich eingerichtet..." sagte sie umherschauend, nicht wissend, was sie sonst sagen sollte.

Er zog die Braue hoch. "Hast du nackte Wände erwartet, düsteres Licht und Gläser voller Abscheulichkeiten – sogar in meinen Privaträumen?" fragte er, sich völlig im Klaren über die lächerlichen Gerüchte, die unter Schülern und Lehrern gleichermaßen kursierten. "Dekorationen, die aus Handschellen, Peitschen und Daumenschrauben bestehen? Ein Sarg in dem ich schlafe? Manchmal frage ich mich, ob ich mit meiner Rolle vielleicht ein wenig über das Ziel hinausgeschossen bin..."

Als er sah, dass sie leicht errötete, frage er sich kurz, ob er mit seiner scherzhaften Bemerkung auch ein wenig über das Ziel hinausgeschossen war. Aber Hermine hatte sich schnell wieder gefangen und schnaubte. "Nichts davon. Aber ich gebe zu, ich habe mehr – Grün erwartet." Das Zimmer war mit zufällig zusammengestellt aussehenden Möbeln und Accessoires ausgestattet und folgte keinem besonderen Farbschema. Dennoch passen die gedämpften Brauntöne, das tiefe Blau und gelegentliche Burgunderrot gut zusammen. Es wirkte warm und gemütlich, und war offensichtlich mit dem Gedanken eingerichtet worden, wohnlich zu sein und nicht repräsentativ.

Er schüttelte den Kopf. "Ich sehe im Slytherin Gemeinschaftsraum genug Grün. Es wird auf die Dauer eintönig."

"Ja, stimmte sie zu. "Mir geht es mit Gryffindor Rot ähnlich."

Er legte seine Professorenrobe ab und hängte sie ordentlich auf einen Mantelhaken neben der Tür. Aus irgendeinem Grund zog die Geste, die vermutlich reine Gewohnheit war, ihre Aufmerksamkeit auf sich. Das war das Maximum an Unverhülltsein, dass sie je an ihm gesehen hatte – und er war noch immer rundum gepanzert in seinem Gehrock mit all den vielen kleinen Knöpfen, die ihre verräterischen Fantasien ans Tageslicht gebracht hatten. Sie hatte erwartet, dass er ohne seine wehende Robe, die jede seiner Bewegungen so effektvoll unterstrich, weniger imposant wirken würde, aber das war nicht der Fall. Er schien schlanker, aber kein bißchen weniger einschüchternd. Obwohl dieser Zustand des Ausgezogenseins bei ihm vermutlich schon als legere galt.

Severus hatte ihren nachdenklichen Blick aufgefangen, und Hermine war sich sicher, dass er sich fragte, ob das blosse Ablegen seiner äußersten Kleidungschicht unangebracht erscheinen mochte. Aber sie verstand, dass er diese Unterhaltung nicht führen wollte, während er noch immer sein Lehrergewand trug, das extra Aufmerksamkeit auf die generelle Unangemessenheit ihrer Situation lenkte.

Hermine wurde sich gewahr, das sie ganz plötzlich wieder wie auf Eiern gingen – wie in jener schicksalhaften Nacht in seinem Büro, als sie beide große Teile ihrer Seelen voreinander bloßgelegt hatten, aber gleichzeitig unsicher gewesen waren, wie sie miteinander umgehen sollten. Wie damals waren sie sich beide sehr ihrer Verletzlichkeit und der delikaten Situation bewusst, und beide unternahmen große Anstrengungen, nicht irgendwas zu sagen oder tun, das weitere Risse verursachen oder gar zum Bruch führen könnte.

Obwohl die Umgebung Ruhe ausstrahlte, fühlte sie sich noch immer nervös und befangen und war dankbar, als er ihr nicht nur einen Sessel, sondern auch eine Tasse Tee anbot. Besonders in Momenten wie diesen waren die magischen Teekessel, die sich mit einem einfachen Antippen des Zauberstabes frisch gebrauten Tee bereit hielten, sehr praktisch. Wenigstens hatte sie mit der Tasse etwas, womit sie ihre Hände beschäftigen und worauf sie ihre Augen richten konnte. Sie war immer noch nicht willens, ihm ins Gesicht zu sehen, aus Angst, was sie dort fortfinden mochte.

Noch einmal lag ein Moment unbehaglichen Schweigens zwischen ihnen, ehe sich Hermine entschloss, den Stier bei den sprichwörtlichen Hörnern zu packen. Sie war diejenige, die ihn dazu gedrängt hatte, die Okklumentikstunden fortzusetzen, obwohl er deutliche Vorbehalte gezeigt hatte, wieder in ihren Geist einzudringen. Das hier war alles ihre Schuld, aber wie sein Brief deutlich gemacht hatte, machte er sich selbst Vorwürfe. Es hatte sie noch heftiger weinen lassen, denn jede einzelne Zeile hatte auch deutlich gemacht, dass er nicht mal erwartete, dass sie seinen Fehltritt verzeihen würde, obwohl er sich entschuldigt hatte, was ihm ganz sicher alles andere als leicht gefallen war.

"Ich möchte, dass du eines ganz sicher weißt, Severus", sagte sie ihm mit fester Stimme. "Selbst, wenn ich der Meinung gewesen wäre, dass es deine Schuld war, dass du das alles gesehen hast... ich hätte dir dennoch verziehen. Aber ich bin nicht diejenige, die verzeihen muss – ich bin diejenige, die die Grenzen überschritten hat."

Severus sah das aufgewühlte, aber dennoch entschlossene junge Mädchen an. Sie war wirklich eine Gryffindor bis in die letzte Faser ihres Herzens. Egal, wie schlecht sie sich fühle oder wie schwer eine Situation war, sie stahl sich nie feige davon, sondern tat, was getan werden musste, egal, was es ihr abverlangte. Und wie eine typische Gryffindor übernahm sie auch freiheraus alle Schuld für eine Situation, die aus dem Ruder gelaufen war. Er hatte nichts anderes erwartet. Aber dass sie meinte, eine Linie überschritten zu haben... "Warum?" fragte er, verwundert. "Wegen deiner Fantasien? Dir ist sicher bewusst, dass wir alle welche haben..."

"Ja, schon, aber... es ist anders, wenn niemand davon weiß – besonders nicht die Person, die darin eine tragende Rolle spielt. Nun, da du es weißt, fühle ich mich als... als hätte ich mir Freiheiten herausgenommen."

Ungläubig schüttelte den Kopf. Das war lächerlich. Welcher Mann wäre nicht davon angetan sein, in den Fantasien einer attraktiven jungen Frau eine Rolle zu spielen? "Hermine – es steht dir frei, dir in deinen Gedanken jede Freiheit zu nehmen, die du nehmen willst. Es ist der einzige Ort, wo du tun und lassen kannst, was immer dir einfällt – oder besser: was dir gefällt. Ich nehme daran sicher keinerlei Anstoß. Weder daran, dass ich in deinen Fantasien vorkomme, noch an ihrem Inhalt."

Zum ersten Mal hob sie wirklich ihren Blick und sah ihm in die Augen. "Tust du nicht?"

"Nein." Es fiel ihm alles andere als leicht, darüber zu reden, aber er wusste, er musste sich jetzt ebenfalls öffnen, um die Balance wieder herzustellen und ihr begreiflich zu machen, was sie noch nicht verstanden hatte. Seine Verlegenheit machte ihn fahrig, sodass er, anstatt sich zu setzten, langsam vor dem Kamin hin- und herschritt, und lieber seine Füße anstarrte, als sie.

"Du hast gesagt, dass du keine große Erfahrung in sexuellen Dingen hast..." begann er zögerlich. "Nun, ich für meinen Teil schon. Wobei 'groß' sicherlich keine gute Beschreibung ist, da meine Erfahrung sich auf bedeutungslose und kurzlebige Zusammenkünfte mit Frauen beschränkt, die ich größtenteils nichtmal besonders schätzte, und die mich als Person ebenfalls nicht mochten. Sie fühlten sich nur zu mir hingezogen, weil ich ein junger und aufstrebender Zauberer im Kreis des Dunklen Lords war. Es ging nur um Gefälligkeiten, Allianzen und Druckmittel." Und natürlich schlicht um die Erfüllung fleischlicher Bedürfnisse.

"Ich habe mir gedacht, dass es einige Frauen gegeben haben muss, die an dir interessiert waren", sagte Hermine. "Und es lässt sich sicher nicht leugnen, dass deine Todesser-Rolle zu der Faszination beigetragen hat. Aber ich bezweifele stark, dass es ihnen dabei nur um Machtspiele ging."

Severus fragte sich, ob sich ihre Aussage auf die Motivation der Frauen bezog, oder ob sie Machtspiele in einer mehr physischen Form meinte. Es entsprach in beiderlei Hinsicht den Tatsachen, aber es war ihm wichtig, ihr den letzteren Aspekt deutlich zu machen. "Ich versichere dir, es war der einzige Grund, warum ihre Wahl auf mich fiel: Weil ich Macht verkörpert habe, in mehr als einer Hinsicht. Diese Frauen suchten nach Aufregung und Nervenkitzel, nicht nach zärtlichen Gefühlen. Sie wollten genau das, was meine Persönlichkeit versprach – eingeschüchtert werden, dominiert werden, sogar grob behandelt werden. Sie wollten mit dem Feuer spielen. Als ich dich und mich in deinen Gedanken gesehen habe... die Dissonanz hat mich einen Moment lang verwirrt."

"Welche Dissonanz?"

"All das, was du mir gesagt hast und was ich in deinen Erinnerungen gesehen habe, sagt mir, dass du mich für einen grundanständigen, zu Mitgefühl und Geduld fähigen Mann hältst. Und doch schienst du mich in deinen Fantasien so zu sehen, wie diese Frauen auf der Suche nach dem Adrenalinkick, der entsteht, wenn man sich mit jemandem einlässt, den man in Wahrheit fürchtet."

Für einen Moment hatte er nicht mehr gewusst, was sie in ihm sah und ihn ihm suchte. Wäre es der romantisch verklärte, missverstande und ein wenig tragische Held gewesen, als der er sich zum Teil in ihren Gedanken dargestellt fühlte, hätte er sie naiv nennen und zu ihrem eigenen Wohl von der Idee einer Beziehung mit ihr Abstand nehmen müssen. Wäre es sein Alter-Ego gewesen, der skrupellose Todesser mit der dunklen Anziehung, der kalte und sarkastische Fiesling, wäre sie nicht anders gewesen als jene Frauen, die nichts anderes in ihm gesehen hatten, und er hätte definitiv keine Beziehung mit ihr haben wollen.

"Nein!" protestierte Hermine, schockiert über den Eindruck, der bei ihm entstanden war. "Ich habe keine Angst vor dir! So war das nicht!" Sicher, die meisten Szenarien hatten eher weniger mit Romantik zu tun gehabt, und er war tatsächlich ziemlich dominant gewesen, befehlend und sehr durchsetzungsfähig. Es war eine Seite an ihm, die sie zugegebenermaßen anzog und auch erregte. Er hatte Dinge getan, die er im realen Leben nie tun würde: ihr unanständige Strafarbeiten gegeben und beim Nachsitzen seine Autorität auf ziemlich verruchte Art und Weise geltend gemacht; gar nicht erst zu reden von den sehr kreativen Ideen, die er gehabt hatte, um ihren endlosen Redefluss zu stoppen, wenn sie wieder einmal aus Büchern zitierte. Sein Schreibtisch hatte auch eine wichtige Rolle in ihren Fantasien gespielt, genauso wie die Handschellen, die er vorhin scherzhaft erwähnt hatte... Aber dennoch klang es falsch, so wie er es darstellte.

"Das ist nicht, was ich in dir sehe!Ich halte dich absolut für einen anständigen, zu Mitgefühl fähigen Menschen!" Als würde er das jetzt noch glauben können. Oh Gott, was hatte sie da angerichtet? Hermine wusste, dass er sanft und geduldig sein konnte und ganz sicher auch zu Zärtlichkeit fähig war. Aber ihre Vorstellungskraft reichte einfach nicht aus, ihn sich in einer intimen, romantischen Situationen vorstellen zu können. Sie hatte es gar nicht erst versucht. Der Mann in ihrer Fantasie war einfach nur das gewesen – eine Fantasie, die sie nach seinem Vorbild ausgestaltet hatte. Obwohl sie ihm die Rolle sozusagen auf den Leib geschrieben hatte, war sie nicht davon ausgegangen, dass sie der Realität entsprechen könnte. Dass es möglicherweise doch so sein könnte, war ein durchaus faszinierender und aufregender Gedanke, aber es war nicht das, was sie in erster Linie in ihm sah.

Der Anflug von Panik in Hermines Stimme ließ ihn sich beeilen, sie zu beruhigen. "Ich weiß, Hermine – ich weiß das", sagte er, und sein Gesichtsausdruck wurde sanfter. "Und glaube mir, es ist für mich ein ganz entscheidendender Unterschied. Ich verstehe jetzt."

Sie erwiderte seinen Blick voller Zweifel. Er verstand, warum sie ihn dafür liebte, dass er ein so anständiger Mensch war, während sie ihn sich gleichzeitig in ihren Fantasien als ganz und gar nicht anständig ausgemalt hatte? Das ergab nicht mal für sie selbst irgendeinen Sinn. "Tatsächlich? Wie denn, wenn ich es selbst nicht verstehe?"

Er lächelte leicht. "Ich denke, das ist der Punkt, an dem diese Sache ins Spiel kommt, die man Lebenserfahrung nennt. Alle Erfahrungen, die wir machen, egal wie schlecht sie sind, sind letztendlich für eines gut: Sie vermitteln Erkenntnisse. Nachdem ich die meinen mit allem, was ich über dich herausgefunden habe, in Relation gesetzt habe, war es ziemlich offensichtlich, was du in mir suchst."

"Und was denkst du, ist das?" fragte sie, besorgt seiner Antwort harrend.

"Leitung", sagte er sanft. Er war stehengeblieben und hielt sie fest im Fokus seines Blickes.

Wie vertraut ihm dieser Wunsch war! Genau so hatte er sich gefühlt, als er sich mit Lily überworfen hatte, bevor er sich den Todessern anschloss. Orientierungslos, unzulänglich, verzehrt von Kummer über seinen Verlust, von Schuld und dem Gefühl, nirgendwo zuzugehören. Er hatte Angst davor gehabt, was die Zukunft bringen mochte, hatte zu dem Zeitpunkt in nichts einen Sinn oder Ziel gesehen. Und er hätte alles gegeben für jemanden, der ihn bei der Hand nahm, der ihn mit all seinen Fehlern und Schwächen akzeptierte, jemand der ihm den Weg wies. Er hatte sich eine Vaterfigur gewünscht, einen Mentor, aber leider war ihm diese Person in der Gestalt von Lucius Malfoy und dem Dunklen Lord erschienen. Der neugefundene Daseinszweck, die Sicherheit und das Gefühl, endlich dazuzugehören, waren sehr kurzlebig gewesen und teuer erkauft. Er würde nicht zulassen, dass ihr ähnliches widerfuhr.

"Du sehnst dich nach jemandem, der dir sagt, was du tun sollst, damit du aufhören kannst, pausenlos zu denken und deinem ständig arbeitendem Verstand Ruhe gönnen kannst. Jemand, der die Last der Verantwortung von dir nimmt, wenn auch nur für eine kurze Zeit, sodass dich keine Schuld trifft für was auch immer passieren mag. Du möchtest nicht noch mehr Entscheidugenen treffen, du möchtest nicht immer alles durchdenken müssen. Wenigstens ab und zu möchtest du, dass jemand anders die Kontrolle übernimmt, jemand, dem du zutraust, sich um alles zu kümmern, sodass du dich sicher genug fühlst, um loslassen zu können."

"Ja..." hauchte sie, ihre Augen geweitet vor Überraschung, sogar Schock. Es war die Wahrheit. Mit ein paar Sätzen hatte er all ihre Verwirrung in Worte gefasst: die widersprüchlichen Gefühle, die sie besonders nach dem Krieg so stark empfand, ihre Frustration und ihre Antriebslosigkeit. Sie war es so leid, sich um andere zu kümmern, wenn sie sich selbst so verloren und unsicher fühlte. Wie oft hatte sie verzweifelt gwünscht, jemand möge einschreiten, alles in Ordnung bringen und sie sich wieder sicher fühlen lassen, besonders während des letzten Jahres? Dass er das alles in nur wenigen Wochen über sie herausgefunden hatte, war unglaublich. Besonders, da er ein Mann war, den alle fälschlicherweise für völlig empathielos hielten.

"Wie kannst du so genau wissen, was ich fühle?" fragte sie mit Staunen in der Stimme. "Doch sicher nicht aus Erfahrung... ich bezweifle stark, dass du dir je gewünscht hast, jemand anders möge das Sagen haben..."

"Nein", kam die umgehende Bestätigung. "Ich war viel zu lange auf der Empfängerseite. Ich möchte nie wieder den Befehlen eines anderen folgen müssen. Ich will für mich selbst denken, meine eigenen Entscheidungen treffen und die Verantwortung für mein Handeln tragen. Kontrolle zu haben ist für mich keine Annehmlichkeit, sondern eine Notwendigkeit. Aber ich war auch einmal jung und unsicher. Unglücklicherweise habe ich mich an die falschen Leute gehalten um meinen Platz im Leben zu finden. Wier waren beide lange Zeit gezwungen, uns auf eine Art und Weise zu verhalten, die in vielen Dingen unserer Persönlichkeit widersprach. Ich war gezwungen, mich unterzuordnen. Du wurdest gezwungen, Kontrolle zu übernehmen. Nichts davon tun wir von Natur aus gerne."

Sie lachte leicht, aber es schwang ein Hauch Bitterkeit darin mit. "Eine Menge Leute würden sagen, dass es meiner Persönlichkeit überhaupt nicht zuwiderläuft, die Kontrolle übernehmen zu wollen."

"Warum – weil sie dich herrisch und eine Besserwisserin nennen? Der menschliche Geist ist eine sehr komplexes Gebilde. Ja, für dich ist Kontrolle essentiell wichtig – du möchtest, dass die Dinge vorhersehbar sind, geordnet und verlässlich. Das Chaos überschäumender Gefühle und Leidenschaften, Situationen, in denen keine Regeln gelten und Logik nicht weiterhilft machen dir Angst. Du magst keine Überraschungen, weil sie deinem Verlangen zuwiderlaufen, auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein."

Hermine nickte. Ja, das traf den Nagel auf den Kopf. Harrys und Rons Ungestümheit, die Art, wie sich kopfüber in jede Gefahr gestürzt hatten, ohne vorher einen Plan zu machen und sich vorzubereiten, hatten sie sich oft in Verzweiflung die Haare raufen lassen. Beide waren für ihren Geschmack schon immer viel zu emotional gewesen, was für Ron seit den Krieg ganz besonders galt. Man konnte sich nicht auf jemanden verlassen, der sich ständig von seinen Gefühlen leiten ließ.

"Aber dass es dich nach Kontrolle verlangt bedeutet nicht zwangläufig, dass du diejenige sein willst, die Kontrolle ausübt", setzte Severus seine Analyse fort. "Die meiste Zeit war dir einfach gar keine Wahl geblieben, wenn du nicht wolltest, dass die Dinge den Bach runtergehen. Nicht mit deinen heißköpfigen, dummen und impulsiven Freunden. Es war die Notwendigkeit, die dich gezwungen hat, deinen Teil der Verantwortung zu übernehmen. Du bist kein angeborener Führer. Du hast viel zu viel Angst, Fehler zu machen. Das habe ich seit deinem ersten Unterrichtsjahr gewusst."

"Das hast du schonmal gesagt..." erinnerte sie sich, "als wir über meine Eltern sprachen."

"Ja, und es stimmt auch", sagte er, als er sah, dass sie an seiner letzten Aussage zweifelte und nicht glücklich über die Vorstellung war. "Brauchst du einen Beweis für die Theorie? Dann sag mir: Warum magst du Zaubertränke?"

Hermine dachte darüber nach, etwas zu sagen wie 'weil es ein interessantes Fach ist' oder 'weil mein Lehrer mich herausfordert'. Aber dann dachte sie an das Gefühl, das sie immer überkam, wenn sie nur das Zaubertränkelabor betrat. Sicher, zum großen Teil war es ein Gefühl von Sicherheit, das Severus ihr durch seine Anwesenheit gab. Aber ein anderer, großer Teil war, dass das Zaubertränkebrauen an sich beruhigend war.

"Weil es leicht ist", sagte sie, und begann zu verstehen. "Alles, was ich tun muss, ist dem Rezept zu folgen, und nichts kann schiefgehen."

"Ja, ganz genau", bestätigte er, und diesmal hörte sie die lobende Anerkennung in seiner Stimme, die sie in seinem Unterricht nie bekommen hatte. "Du folgst gerne klaren und präzisen Instruktionen. Deine Zaubertränke waren immer tadellos. Aber ich habe dich ebenfalls immer für deinen Mangel an Kreativität und Originalität getadelt. Du experimentierst nie, traust dich nie, vom Textbuch abzuweichen."

Interessanterweise war es nicht so, als ob sie nie Dinge in Frage gestellt hätte. Das hatte sie, ziemlich oft sogar, und einige ihrer Ideen waren bemerkenswert gewesen. Aber anstatt ihrem Instinkt zu folgen und sie auszuprobieren, wie er und Lily es getan hatten, hatte sie sich in die Bücherei zurückgezogen und die Theorie recherchiert, unterstützende Argumente und dokumentierte Belege gesucht und das alles in ihre Essays gepackt, in denen sie wortreich und mit zahlreichen Quellzitaten darlegte, was sie für ein wahrscheinliches Ergebnis hielt, wenn man eine Zutat gegen eine andere austauschte. Anstatt einfach ihrem Wissen zu vertrauen, ihrer Urteilskraft und ihrem Instinkt, hatte sie ihm Ratschläge gegeben – einem Meister der Zaubertränke – als wäre ihm das alles nicht längst bekannt. Und es war auch nicht so, dass es Sicherheitsbedenken gewesen wären, die sie vom Experimentieren abgehalten hatten. Sie hatte gewusst, dass sie in den meisten Fällen schlimmstenfalls mit einem ruinierten Trank dagestanden hätte. Aber der Gedanke war schrecklich genug gewesen, um jede Idee, selbst die Initiative zu ergreifen und ihrem Instinkt zu folgen, im Keim zu ersticken.

"Du hattest immer Angst, etwas falsch zu machen und zu versagen", sagte er. "Das ist der Grund, warum du so gerne Regeln befolgst. Weil man dir dann nicht die Schuld geben kann, wenn etwas schief geht."

"Und doch habe ich die Regeln viel Male gebrochen, als ich hier in Hogwarts war", gab sie zu Bedenken. "Dafür hast du mich auch oft zurechtgewiesen."

Er grinste. "In der Tat. Aber wie hast du dich dabei gefühlt, im vollen Wissen gegen eine Reihe vernünftiger und langjähriger Regularien zu verstoßen?"

"Schlecht", gab sie widerwillig zu.

"Und du möchtest um jeden Preis ein braves Mädchen sein, Hermine, nicht wahr?"

Sie hob ihren Kopf als sie den leicht zweideutigen Ton in seiner Stimme hörte, der sie angenehm erschaudern ließ. Da war etwas in seinen Augen, das sie nicht definieren konnte. Es machte sie nervös, aber auf eine gute Weise. Ergab das überhaupt Sinn? Wenn man bedachte, worauf er hinauswollte, vermutlich schon. Sie wollte Aufregung und diesen Adrenalinkick, aber in einer sicheren und vertrauten Umgebung, und das war genau das, was er versprach. Er wusste, was sie wollte, und wenn sie nicht völlig daneben lag, war er willens, zu liefern. Sie schluckte, starrte ihn immer noch mit großen Augen an und fragte sich, wie er es schaffte mit einem einfachen Blick und ein paar gesprochenen Worten solche Reaktionen in ihr auszulösen, wenn nichts, was sie und Ron versucht hatten, je ähnlich aufregende Gefühle hervorgerufen hatte.

Severus, der sie eingehend beobachtet hatte und vermutlich genau wusste, was in ihrem Kopf vorging – er schien das immer irgendwie zu wissen – lachte leise und drehte das, was sie kurz in seinen Augen hatte aufblitzen sehen, wieder herunter. Wieder ernst setzte er hinzu: "Du denkst, dein Wert würde durch das definiert, was du alles richtig machst. Du kannst es nicht ertragen, wenn andere wütend auf dich sind oder dich kritisieren, denn du fürchtest es könnte heißen, dass sie dich nicht mögen. Darum wolltest du auch so verzweifelt meine Anerkennung."

"Ich habe dich respektiert und bewundert", argumentierte sie weiter, seine Theorie, so überzeugend sie auch sein mochte, auf mögliche Lücken abklopfend. "Natürlich wollte ich deine Anerkennung."

"Und nicht einmal meine rüdes Verhalten hat daran irgendetwas geändert, obwohl es das eigentlich zu Recht hätte tun müssen. Ich war kaum jemand, der sich anmaßen konnte, über andere zu urteilen. Ich mochte niemanden – oder zumindest gab ich vor, niemanden zu mögen. Aber das ließ dich nicht zweifeln, ob meine Meinung überhaupt eine Rolle spielen sollte. Du hast einen tief verwurzelten Respekt für Autoritätspersonen, weil du ihnen unbewusst größeres Wissen und Macht zuschreibst, was dir Sicherheit und Ordnung vermittelt."

Es war im Lichte dieser Erkenntnis völlig klar, warum sie sich zu ihm hingezogen fühlte – geradezu logisch. Sie würde niemals mit einem jungen Mann ihres Alters zusammen sein. Abgesehen von der Tatsache, dass es schwer werden würde, jemanden zu finden, der sie herausfordern konnte und ihr intellektuell das Wasser reichen konnte, deutete alles, wonach sie suchte, auf jemanden Älteren hin, jemand mit mehr Erfahrung, jemand, zu dem sie aufschauen konnte.

"Ich hatte nie Respekt für Umbridge!" protestierte Hermine. Sie war nicht obrigkeitshörig!

Severus schnaubte. "Ich rede von natürlicher, eingefleischter Autorität, nicht von einer Ministeriumsposition oder einer Ernennungsurkunde. Umbridge war keine Autoritätsperson. Lockhart übrigens auch nicht, aber das hast du ja schlußendlich selbst herausgefunden. Aber nimm deine anderen Lehrer – Minerva, Remus, Dumbledore, mich selbst..."

"Autorität, Wissen, Macht, Sicherheit und Ordung..." wiederholte sie nachdenklich. "Ich habe all das immer mit dir verbunden."

"Ich weiß", sagte er, und fügte leicht süffisant hinzu: "Und das ist auch der Grund, warum du mich immer noch so gerne 'Sir' nennst."

Sie errötete leicht. "Ich nenne dich so, wenn du mir als mein Lehrer gegenüberstehst, und ich mag die Anrede, weil es ein Ausdruck von Respekt und Wertschätzung ist. Ich respektiere dich. Und ich wollte, das du mich auch respektierst, und mich nicht für einen deiner vielgescholtenen Dummköpfe hältst."

"Dafür habe ich dich nie gehalten. Und du hast meine Respekt, und meine Wertschätzung."

"Immer noch?" Wieder hob sie den Blick um in seinem Gesicht zu lesen, als wolle sie sichergehen, dass er ehrlich antworten würde.

"Ja, natürlich. Warum sollte sich daran etwas geändert haben?"

"Weil so zu sein, wie du es beschrieben hast, weil das, was du in meinem Kopf gesehen hast und was ich jetzt die meiste Zeit fühle... ist das nicht jämmerlich? Nicht mal in der Lage zu sein, die einfachsten Entscheidungen zu treffen? Nicht mehr nachdenken zu wollen? Sich wünschen, dass jemand mir einfach sagt, was ich tun soll, damit ich ihm notfalls die Schuld geben kann für Dinge, die schieflaufen? Ich möchte, dass du mich als Erwachsene siehst, aber so wie die Dinge tatsächlich sind, benehme ich mich wie ein Kind."

"Warst du gerne eine Kind?" fragte er, scheinbar ein wenig am Thema vorbei.

"Nun, ich mochte nicht alles daran, aber generell – ja", antworte Hermine, nicht wissend, worauf er hinauswollte. "Warum?"

"Was war gut daran?"

"Sich behütet zu fühlen, umsorgt zu werden. Immer jemanden zu haben, auf den man sich uneingeschränkt verlassen kann. Das Leben war so einfach, früher. Nur schwarz und weiß, keine Verwirrungen. Keine Verantwortung. Und das ist jetzt für immer weg, weil ich keine Eltern mehr habe."

Ja, der Verlust ihrer Eltern hatte viel zu ihrem jetztigen Seelenzustand beigetragen. Er bedeutete auch den Verlust ihrer Kindheit. Es war ihre Entscheidung gewesen, aber das machte es nur schlimmer. In dem Moment, als sie ihren Eltern jede Erinnerung an sich nahm, hatte sie ihr inneres Kind getötet und ihren sicheren Hafen aufgeben – Erwachsene, auf die sie immer vertrauen konnte, die sich immer um sie kümmern würden, sie beschützen würden und für sie da sein würden. Wie er es verstand, brauchten Menschen wenigsten eine solche Person in ihrem Leben, um emotional stabil zu sein. Wie sein eigenes Negativbeispiel unter Beweis stellte.

"Es ist nichts falsch daran, sich zu wünschen, das sich jemand um einen kümmert", sagte er sanft. "Es ist nichts falsch daran, sich zu wünschen, dass jemand anders ein paar Entscheidungen trifft, wenn man sich selbst unsicher fühlt oder Angst hat, man könne versagen – egal, wie unbegründet diese Angst sein mag."

Sie schien nicht überzeugt.

"Hermine, du bist eindeutig kein Kind mehr. Du hast eine Last auf deinen Schultern getragen, die die meisten Erwachsenen zu schwer gefunden hätten, und du hast es durchgezogen. Du hast mehr Wissen, ja sogar Weisheit, als man es in deinen Alter erwarten würde. Du hast dich selbst oft genug bewiesen. Jeder weiß, was für eine fähige, clevere und starke Hexe du bist. Ich habe gar keinen Zweifel daran, dass du in der Lage bist, eigene Entscheidungen zu treffen, selbst, wenn du dich zur Zeit nicht dazu imstande fühlst. Du bist immer stark gewesen. Und diese Stärke wirst du wiederfinden, mit der Zeit. Also nochmal – niemand, ganz sicher nicht ich – wird schlecht von dir denken, wenn du dir wünschst, ab und an auch mal Verantwortung abgeben zu können. Ich wäre froh, sie tragen zu dürfen."

Sie wussten beide, das sie über mehr sprachen als das, was sie in den letzten Monaten bedrückt hatte – die Dinge, mit denen sie in Folge des Krieges zu kämpfen hatte. Das hier ging tiefer. Ihre Persönlichkeit war von frühster Kindheit an in diese Form gefeilt worden. Ihre kürzlich gemachten Erfahrungen hatten lediglich ihre grundlegenden Bedürfnisse verschärft.

"Wirklich?" fragte sie, und klang überrascht, aber erleichtert und – hoffnungsvoll.

Merlin – allein der Gedanke, dass sie ihm einmal so vertrauen würde... Er wusste, es war erbärmlich, aber für ihn war das der Heilige Gral. Er war es nicht gewohnt, das man ihm vertraute. Dumbledore hatte zwar immer getönt, er habe vollstes Vertrauen in ihn, aber er hatte dennoch so viele Dinge von ihm geheimgehalten. Seine Schüler hatten ihm immer misstraut, und alle seine Kollegen, obwohl er ihnen kaum die Schuld dafür geben konnte. Selbst die meisten Ordnensmitglieder waren misstrauisch geblieben. Lily hatte ihm zwar Harry's Leben anvertraut, aber nur, weil sie keine andere Wahl hatte und weil die Lebensschuld gegenüber James sicherstellte, dass er sein Versprechen halten würde. Der Dunkel Lord hatte ihm nie wirklich vertraut, und auch nicht die Todesser. Nicht mal Draco.

Er konnte sich wirklich nicht an eine einzige Person erinnern, die ihm je mit irgendwas wirklich vertraut hatte – nicht, ohne Sicherheiten zu fordern. Und ganz sicher nicht zu einem Grad, an dem sie sich ihm gegenüber völlig verletzlich machten. Schlimmer noch, er war gezwungen gewesen, jedem, der ihn für halbwegs anständig hielt, eines Besseren zu belehren, wieder und wieder. Es bestand kein Zweifel, dass das Narben auf seiner Psyche hinterlassen hatte. Er hatte sich selbst nie die Frage gestellt, warum er sich nur wohl fühlte, wenn er die volle Kontrolle inne hat – sogar im Schlafzimmer – aber vermutlich hatte es genau damit zu tun: Er musste wenigstens sich selbst beweisen, dass er vertrauenswürdig war, dass man ihm Macht in die Hände legen konnte, weil er sie nicht auf fundamentale Weise missbrauchen würde. Nicht wie sein Vater oder die anderen Todesser. Nicht mal wie Dumbledore.

"Wie kannst du das fragen, nach allem, was du über mich weiß?" fragte Severus ruhig zurück. Natürlich konnte Hermine nicht ahnen, wie sehr es ihn nach dem Vertrauen einer anderen Person verlangte und dass er ein solches Geschenk mit beiden Händen greifen würde, wie ein Ertrinkender ein Stück Treibholz. Aber sie musste doch wissen, dass er nicht abgeneigt wäre, die Regie zu übernehmen, wenn sie das von ihm wollte. "Du weißt, was für ein Mann ich bin, Hermine. Es ist nicht alles eine Rolle gewesen. Ich sagte dir ja, dass es mich – im Gegensatz zu dir – nach Kontrolle verlangt, und ich habe keinerlei Probleme damit, sie auszuüben."

Eigentlich sollte sie das beängstigend finden. Die meisten Menschen, die er kannte, würden niemals überhaupt auch nur in Erwägung ziehen, sich selbst – ihren Körper, ihren Geist und ihre Seele – in seine Hände zu legen. Aber sie war nicht verängstigt. Sie war entrüstet.

"Das ist nicht alles, was du bist!" widersprach sie mit Nachdruck. "Ich weiß, dass du geduldig sein kannst, sanft und verständnisvoll. Du hast mir diese Seite von dir in den letzen Wochen gezeigt. Luna hatte völlig Recht mit ihren Trübkleblern – ich fühle mich so viel besser mit dir in meiner Nähe. Du gibst mir das Gefühl, wieder ganz zu sein, mehr ich selbst. Es wäre schrecklich, wenn du dich darauf reduziert fühltest, dominant, kontrollierend und einschüchternd zu sein. Und ich würde es noch mehr hassen, wenn du denken würdest, dass ich dich auf das reduzieren könnte."

"Ich weiß, dass dem nicht so ist, Hermine. Ich habe gesehen, was du in mir siehst und was du empfindest, und du kannst mir glauben: Es war eine Offenbarung." Allen Widrigkeiten zum Trotz hatte sie ihm stets Vertrauen entgegengebracht. Es war ein berauschendes Gefühl, und er konnte sich gut vorstellen, dass es seine neue Droge werden könnte. "Mir ist völlig bewusst, dass du diese Fantasien überhaupt nie gehabt hättest, wenn du dich mit mir nicht sicher fühlen würdest."

Das war die wohl verblüffendste Erkenntnis gewesen. Bei der erneuten Betrachtung aller Eindrücke und Erinnerungen, die sie von ihm hatte, hatte er im Denkarium das ganze Bild vorgefunden: seine 'gute' Seite – die, die er immer vernachlässigt und unterdrückt hatte – und seine 'dunkle' Seite, auf die er seine ganze Selbstwahrnehmung reduziert hatte. Zuvor, ehe er sich in ihre Fantasien hatte hineinreißen lassen, hatte ihn der ungute Verdacht beschlichen, dass sie seine Handlungen und seinen Charakter auf freundliche Art missdeutete, sodass sie genau das Bild zeichneten, das sie sehen wollte. Er hatte gefürchtet, dass sie in ihrer Unschuld und Güte einfach nicht in der Lage war, den anderen Teil seiner Persönlichkeit zu begreifen. Aber sie hatte das sehr gut begriffen. So, wie sie ihn kannte, hatte sie ihn sich in ihren Fantasien sehr dominant und einschüchternd vorgestellt, aber ihre Erregung, ihre Lust und ihre Verletzlichkeit waren zu jeder Zeit mit dem Gefühl der Sicherheit und des Beschütztseins einhergegangen. Es schien widersprüchlich, da es gegen alle seine Erfahrungen und Überzeugungen ging.

Kurz gesagt hatten ihn seine Erfahrungen dazu gebracht, anzunehmen, dass Nettsein, Offenheit und Sensibilität einen Menschen zum Opfer machten und nirgendwohin brachten, während Stärke, Arroganz und ein gewisses Maß an Aggressivität ihm Respekt und Bewunderung eintrugen, ihn aber auch mit einem seltsamen Gefühl schmerzhafter Leere zurückließen. Aber Hermine wollte offensichlich alles an ihm. Diese Erkenntnis hatte an seiner Überzeugung gerüttelt, dass bestimmte Eigenschaften einander rigoros ausschlossen. Stark sein hieß nicht, niemals Schwäche zeigen zu dürfen. Unwirsch und schroff zu sein, bedeutet nicht, dass einem Mitgefühl grundsätzlich fremd war. Und Macht und Autorität zu haben führte nicht zwangläufig zu deren Missbrauch. Er war von einem Extrem ins andere gefallen – zum Teil aufgrund der Umstände, aber wenn er ehrlich war auch, weil er einfach nicht gewusst hatte, wie ein gesunder Mittelweg aussehen könnte.

Es würde eine Weile dauern, diese neugewonnenen Erkenntnisse in sein Verhaltensmuster und sein Selbstbild zu integrieren, aber er konnte sich immerhin inzwischen vorstellen, dass es machbar war. Er war erst 39 Jahre alt – sicher jung genug, um sein Verhalten zu ändern und von einer besseren Zukunft zu träumen. Und er konnte sich sogar eine Zukunft vorstellen, in der Hermine ein wichtiger Bestandteil war.

Allerdings sah sie noch immer aus, als würde sie zweifeln. "Einer der Gründe, die du mir gegeben hast, warum wir zum jetztigen Zeitpunkt nicht zusammen sein können, ist das Ungleichgewicht in unserer Beziehung aufgrund meines Alters und der Tatsache, dass du mir gegenüber in der machtvolleren Position bist", sagte sie, und klang entmutigt. "Wie kann ich je hoffen, ein ebenbürtiger Partner für dich zu sein, wenn ich gar nicht will, dass sich das ändert?"

Wieder schüttelte Severus den Kopf. So unfähig er war, sich selbst klar zu sehen, war er doch immer noch überrascht, dass andere anscheinend mit den gleichen Schwierigkeiten zu kämpfen hatten. "Ich glaube nicht, dass du jemals in einer Beziehung unterwürfig wärst oder irgend jemandem erlauben würdest, dich wie ein Kind zu behandeln", sagte er, völlig überzeugt. "Du bist viel zu eigenwillig und willensstark dafür. Du kannst sehr gut für dich selbst denken, und ich habe keinerlei Zweifel, dass sogar versteckte Kreativität in dir schlummert, die, wenn so je das Selbstvertrauen findest, ihr freie Bahn zu lassen, dich ganz außergewöhliche Dinge vollbringen lassen wird. Abgesehen davon hat dich meine Autorität nie davon abgehalten, mir deine Meinung zu sagen oder mir zu widersprechen, wenn du der Ansicht warst, dass es verdient war. Wir sprechen doch hier nur von einem einzigen Aspekt in einer Beziehung – ein Gebiet, in dem du dich unerfahren und unsicher fühlst, und wo dich frühere Erfahrungen – ich vermute stark, dass ein gewisser Rotschopf daran die Hauptschuld trägt – dich an dir selbst hat zweifeln lassen. Als ich unseren Altersunterschied hervorgehoben habe, wollte ich nie damit sagen, dass du zu jung für mich bist. Es ist genau andersherum. Ich dachte, ich wäre zu alt für dich – zu kaputt, zu sehr in meinen Gewohnheiten festgefahren."

"Und das denkst du nun nicht mehr?"

"Lass mich dir etwas zeigen, was dir die Frage besser beantwortet." Er zog seinen Zauberstab aus dem Ärmel. "Expecto Patronum!" Seine Stimme klang fest und klar, als er den Zauberspruch sprach. Sofort brauch aus der Spitze seines Zauberstabes ein helles, silbriges Licht hervor, und nahm körperliche Gestalt an.

"Ein Adler!" stieß Hermine überrascht hervor, als sie den prächtigen Raubvogel mit trägen, aber machtvollen Flügelschlägen durch den Raum gleiten sah. "Aber ich dachte... dein Patronus war doch immer eine Hirschkuh?"

"Er hat sich verändert. Das passiert nur, wenn sich etwas in einem Zauberer fundamental verändert hat." Erneut von Feierlichkeit und Ruhe erfüllt, sah er zu, wie sein Adler mit trägen, mächtigen Schwingen seine Kreise zog.

Hermine zog ebenfalls ihren Zauberstab hervor und sagte den Spruch auf. Ihr vertrauter Otter sprang aus ihrem Zauberstab hervor, leuchtend und lebhaft. Er schwam verspielt durch die Luft, schaute neugierig in alle Richtungen und warf intressierte Blicke auf sie, als fragte er sich, ob sie wohl etwas von ihm wollten. Obwohl Severus das nie offen ausgesprochen hätte: Das freundliche kleine Tierchen war recht possierlich.

"Es ist immer noch der gleiche", sagte Hermine, nicht sicher, was sie davon halten sollte. Sie hatte ihren Otter immer gemocht, aber auch sie hatte das Gefühl, dass der Krieg sie nachhaltig verändert hatte. Sie fühlte sich nicht mehr sorglos, neugierig und heiter, folglich hätte ihr Patronus sich auch in etwas anders verwandeln müssen – in etwas Ernsthafteres, Getrageneres.

"Siehst du", sagte Severus nur, und lächelte sie an als hätte ihr Otter einen Punkt untermauert. "Trotz allem, was du erlebt hast und was du zur Zeit fühlen magst – du bist immer noch das gleiche penetrante, willsensstarke, unerträgliche Fräulein Neumalklug das du immer gewesen bist. Nicht einmal der Dunkle Lord mit all seinen Gefolgsleuten hat das ändern können – wohingegen meine Selbstwahrnehmung komplett über den Haufen geworfen wurde durch ein Mädchen, das gerade mal halb so alt und halb so groß ist wie ich. Nun sag mir: Wer ist der Stärkere in dieser Beziehung?"

Als sie ihn diesmal ansah, lag ein Lächeln in ihrem Gesicht. "Danke. Ich nehme an, das bedeutet, du kannst dir uns beide endlich in einer Beziehung vorstellen?"

"Ich habe immer noch Zweifel an mir selbst, sicher hast du das bemerkt. Wir alle haben unsere Probleme, und meine Sicht von mir selbst ist lange Zeit sehr negativ gewesen. Aber ich bin intelligent genug um zu erkennen, dass meine Selbstwahrnehmung nicht sehr gesund ist und eine Überholung braucht. Du sprichst immer von zweiten Chancen... und vielleicht beginnt das, auf mich abzufärben, denn ich fange an zu glauben, dass die Dinge und Menschen sich ändern können, sogar ich selbst."

Sie stand auf und ging auf ihn zu, Schloss ihre Arme fest um seine Mitte und drückte ihr Gesicht an seine Brust. "Ich bin froh", flüsterte sie. "Mehr als froh, um die Wahrheit zu sagen. Wenn irgendjemand ein Leben unter besseren Umständen verdient, als die, mit denen du klarkommen musstest, dann du."

Er schlang vorsichtig ebenfalls die Arme um sie und drückte sie einen Moment lang fest an sich. Sein Kinn auf ihren Kopf legend – sie passte genau darunter – atmete er den blumigen Duft ihres Haares ein. Dann nahm er sanft ihre Schultern und schob sie beide wieder auseinander, ohne sie jedoch loszulassen. "Hermine – das heißt nicht, dass diese Beziehung schon jetzt beginnen kann..." fühlte er sich genötigt, klarzustellen, und hoffte, dass er nicht die falschen Signale sendete.

"Ich weiß, versicherte sie ihm, und lächelte, obwohl ihre Augen leicht feucht waren. "Aber bis dahin können wir Freunde sein, oder?"

"Freunde? Nein", sagte er, da ihn der Ausdruck an Potter und Weasley denken ließ, und er keinen Wunsch verspürte, in der gleichen Liga zu laufen wie diese beiden, wenn es um Hermines Zuneigung ging. "Ich würde unser Verhältnis eher als platonische Beziehung zweier Menschen beschreiben, die einander mehr bedeuten als das." Er würde ihr nicht jetzt und hier seine Liebe gestehen. Wenn der Moment kam, an dem er das tat, würde er die Freiheit haben wollen, sie zu küssen, in den Arm zu nehmen und sie so zu berühren, wie er es jetzt nicht konnte. Aber er wusste, dass sie es ohnehin wusste. Manche Dinge mussten nicht ausgesprochen werden, um gesagt zu sein.


A/N: Vierzehn Seiten – wow! Das war sicher kein leicht verdauliches Kapitel, aber ich hätte daraus nicht gut zwei machen können. Von hier an wird es aber wieder leichter, bis hin zu den ganz 'fluffigen' Epilogen.

Ich hoffe, ich konnte rüberbringen, wie ich die Beziehung zwischen Severus und Hermine sehe. Sicher nicht 'everybody's cup of tea', aber für mich war es eine logische Konsequenz. Obwohl sich jeder natürlich vorstellen kann, was er mag, denke ich bei den beiden nicht an eine Sado-Maso Beziehung wie bei 'Shades of Grey' mit Peitschen und all dem. Es geht überhaupt nicht um Schmerzen, sondern allein um Vertrauen und Kontrolle, was für beide, so wie ich die Charaktere angelegt habe, ganz zentrale Themen sind.

Da ich keinen expliziten Smut schreibe, wird das ganze ohnehin nur noch in Ansätzen vorkommen (bis vielleicht auf eine Mini-Szene im Epilog), wobei aber das grundlegende Thema weiterhin eine Rolle spielt. (Ich trage mich aber mit dem Gedanken, dazu später ein etwas gewagteres Kapitel zu veröffentlichen, das in die Weihnachtsgeschichte fällt, aber da hole ich mir vorher lieber noch eine zweite Meinung ein :) )

Ich hoffe jedenfalls sehr, dass alle für die nächsten vier Kapitel bis zu den zwei Epilogen dennoch dabei bleiben werden. :) Romantik gibt es jedenfalls auch noch reichlich!