Hallo ihr Lieben! Ich weiß es ist ein ganzer Monat her. Ich hoffe ihr seit alle gut ins neue Jahr gekommen! Nun denn ein neues Kapitel... Viel Spaß beim Lesen!
Das große Turnier
Die Briefe von Hogwarts kamen am Morgen des 10. August, des ersten Turniertages an. Sie enthielten unsere gesamten Bücherlisten und unsere Prüfungsergebnisse vom letzten Schuljahr.
Miss Anna Hansen
Klasse 1, Ravenclaw
Astronomie schrftl.: A, prakt.: E, gesamt: A
Geschichte schrftl.: O, prakt.: -, gesamt: O
Kräuterkunde schrftl.: E, prakt.: O, gesamt: E
VgddK schrftl.: E, prakt.: E, gesamt: E
Verwandlung schrftl.: E, prakt.: O, gesamt: O
Zauberkunst schrftl.: O, prakt.: O, gesamt: O
Zaubertränke schrftl.: O, prakt.: O, gesamt: O
Ein O in Zaubertränke. Ich dachte das wäre bei Snape gar nicht möglich! Emily hatte ebenfalls 4 O, allerdings den Rest E. „Astronomie war nie dein Lieblingsfach, was?", scherzte Emily. Ich streckte ihr die Zunge heraus. Matthew lachte. Er hatte 6 O und 3 E. Lord und Lady Windsor waren sehr zufrieden. Lord Windsor meinte: „Ich bin stolz auf euch Kinder. Eure Ergebnisse sind hervorragend." Lady Mary-Anne sah die Bücherlisten verwundert durch und meinte am Frühstückstisch: „Das sind alles die gleichen Bücher, obwohl Matthew doch in die fünfte Klasse kommt und die Mädchen in die zweite. Außerdem sind das Schundromane, abenteuerlich geschrieben, das will ich zugeben, aber in keinster Weise Schulmaterial." Lord Richard blickte auf die Listen und runzelte die Stirn, dann antwortete er ihr: „Gilderoy Lockhart ist ein gerissener Zauberer, der seine Tantieme in die Höhe jagen will und der Schulleiter hatte vermutlich keine anderen Bewerber." Voll ins Schwarze getroffen, Sir!
Lady Mary-Anne rief entsetzt aus: „Du glaubst Gilderoy Lockhart ist der neue Lehrer?! Das kann nicht dein Ernst sein!" Lord Richard sah seine Frau verständnisvoll an und antwortete ihr: „Mein Schatz, der letzte der diesen Posten innehatte, ist gestorben. Keiner der bei klarem Verstand ist, würde sich für diesen Posten bewerben. Es sei denn es gäbe einen guten Grund und in diesem Fall ist es das Geld. Über 300 Schüler, 7 Bücher; das rechnet sich, fürchte ich." Lady Mary-Anne seufzte und meinte: „Ich wünschte unsere Kinder würden eine bessere Ausbildung in diesem Bereich erhalten." Lord Richard küsste sie sanft auf die Wange. „Heute ist der Begrüßungstag und die ersten Rennen, lasst uns Hogwarts für eine Weile vergessen und uns auf das Weltmeisterturnier im Flying Derby konzentrieren. Ich erwarte das jeder von euch in die nächste Runde kommt", meinte er gespielt streng. Matthew, Emily und ich sahen einander an und konnten ein Grinsen nicht unterdrücken, als wir wie aus einem Mund antworteten: „Ja, sir!"
Wir begaben uns in den Stall und bereiteten unsere Pferde für das Turnier vor. Es herrschte allgemeine Aufregung und Chaos. Nachdem alles gepackt, gesattelt und vorbereitet war, begaben wir uns zum Turnierplatz. Hier hingen jetzt rund um das Rennfeld des Flying Derbys die Flaggen der einzelnen vertretenen Nationen. Viele Zuschauer hatten sich schon auf den Tribünen versammelt, überall führten Jockeys ihre Pferde herum und Reporter suchten Interviewpatner. Auf dem Nebenplatz wärmten schon einige Reiter ihre Pferde auf. Wir brachten unsere in den Ställen unter und gingen zur großen Tafel auf der die Rennen und Teilnehmer aufgelistet waren.
Es wurden abwechselnd 3 Rennen der Erwachsenen und 1 Rennen der Jugend absolviert, mit je 8 Reitern. Ziel dieses Tages war unter den Top 50% zu sein. Im Jugendbereich traten 80 ReiterInnen an, also mussten Emily, Matthew und ich unter die Top 40 kommen. Bei den Erwachsenen hingegen traten 280 Reiter an. „Nun denn, Kinder. Zu den Ställen und bereitet eure Pferde vor. Vertretet England würdig!", sagte Lord Richard und begab sich dann zur Ehrentribüne.
„Na dann, ihr zwei!", sagte Matthew „lasst uns fliegen! Emily, du bist als erste dran, dann im dritten Rennen ich und Anna du hast bis heute Nachmittag noch Zeit. Du bist im sechsten Rennen dran." Ich nickte und sah den beiden zu, wie sie ihre Pferde warm ritten. Als die ersten Rennen starteten, saß ich neben Lord Richard und Lady Mary-Anne. Matthew und Emily waren die besten in ihren jeweiligen Renne und auch drei der Jockeys vom Gestüt Windsor gewannen. Wir aßen mit einigen der ausländischen Jockeys zu Mittag. Dann machte ich mich und Cuairt-Ghaoth fertig für das Rennen.
Cuairt-Ghaoth schnaubte nervös: „Die anderen waren wirklich schnell! Hoffentlich schaffen wir das!" Ich kraulte ihm sein rechtes Ohr und flüsterte: „Wir sind zu zweit unschlagbar! Wir sind ein Team! Du wirst sehen, flieg einfach wie immer!" Er nickte und wir ritten zur Rennbahn. Dort wurden wir in die Startboxen geführt. Ich sah hinauf zur Tribüne und sah dort Lord und Lady Winsor, sowie Emily, Lauren, Neville, Tracey und Matthew, die mir zu jubelten.
„Willkommen sehr geehrte Damen und Herren zum 6. Jugendrennen dieses Tages. Am Start sind Hannes Bauer auf Callisto, Marie Loraine auf Belle, Amelie de Bretagne auf Diva Ladina, Amadeus von Graz auf Navaro, Anna Hansen auf Stormy, Esteban de Andora auf Don Fuego, Luis Montagne auf Drago und Xio Yang auf Chin. Alle Reiter auf ihre Startposition. Das Rennen beginnt in wenigen Minuten." Es war ein Knacken zu hören und ich blickte mich um, konnte aber nichts Ungewöhnliches sehen. Die Jungen neben mir waren älter als ich, mindesten drei oder vier Jahre. Sie lächelten mich abschätzig an und der Jungen links neben mir meinte: „Bist du nicht etwas jung, um so ein Pferd zu reiten?" Cuairt-Ghaoth schnaubte ärgerlich. Ich tätschelte ihn beruhigend und antwortete dem arroganten Jungen: „Wir werden im Ziel auf euch warten!" Die beiden Jungen lachten spöttisch auf, aber bevor sie antworten konnten, kam das Startsignal. Ich machte mich bereit und dann ging es los.
Das Licht sprang von rot auf grün und die Pferde galoppierten los. Schneller als die anderen befanden sich Cuairt-Ghaoth und ich uns in der Luft. Hannes Bauer und Esteban de Andorra dicht auf meinen Fersen. Sehr gut, das fängt ja gut an. Wir überflogen die Stange und kamen an die Brücke, die es zu unterflogen galt. Ich legte mich sehr dicht an Cuairt-Ghaoth. Dieser sank nur tief genug um gerade so unter der Brücke durchzukommen. Mann ich könnte schwören, dass ich die Steine der Brücke gefühlt habe! Als wir an der Scheune ankamen, hatte ich Hannes Bauer auf Callisto eingeholt. Wir flogen beide knapp über die Brücke hinweg und waren am Slalom durch die Büsche und Bäume angekommen. Amelie de Bretagne auf Diva Ladina schob sich knapp links neben mich, während Esteban uns von rechts überholte.
Er schnitt kurz vor mir ein und versuchte mich aus dem Gleichgewicht zu bringen, als Cuairt-Ghaoth scharf nach links ausweichen musste. Ich strauchelte leicht „Cuairt nach links beugen", rief ich schnell und Cuairt-Ghaoth reagierte sofort und lenkte gegen. Ich fing mich schnell ab und setzte mich wieder richtig hin, trotzdem hatte uns bei diesem Manöver Hannes und Amelie ebenfalls überholt und waren schon ein ganzes Stück vor uns. So ein Mist! „Halt dich fest, Kleine! Und schmieg dich fest an mich. Wir werden es denen zeigen!", schnaubte Cuairt-Ghaoth. Ich tat es und er umflog die Bäume und Büsche in rasanter Geschwindigkeit. Als wir durch die Reifen flogen, überholte ich Hannes erneut und holte Esteban ein, der an Boden zu Amelie verlor.
Wir flogen durch den Torbogen und dann steil hinauf zum Turm. Ich hielt den Schlägel bereits in der Hand um den Gong zu schlagen und klammerte mich an Cuairt-Ghaoths Bauch fest, der vertikal am Turm hochflog. Wir überholten den überraschten Esteban und ich schlug als zweite den Gong. Dann flog ich schnell und geschwind hinter Amelie her, aber konnte sie leider nicht mehr einholen. Ich flog als Zweite über die Ziellinie. Erst jetzt hörte ich den Stadionsprecher wieder, den ich bislang komplett ausgeblendet hatte. „Lieber Zuschauer, das war ein Rennen! Amelie de Bretagne mit 9.22, Anna Hansen 9.25, Esteban de Andorra 9.34, Hannes Bauer 9.36, Marie Loraine 9.55, Amadeus von Graz 10.01, Luis Montagne 10.03 und Xio Yang 10.04. Damit kann ich fast mit 100% Sicherheit bestätigen, dass alle acht Reiter und Reiterinnen weiterkommen werden. Ladies und Gentleman hier haben wir einige außergewöhnliche Talente bestaunen können! Als nächstes das 7. Rennen der Erwachsenen. Am Start sind…."
Ich hörte das nächste nicht mehr, denn ich war an unseren Boxen angekommen und Emily, Lauren, Neville, Tracey und Matthew kamen auf mich zu und gratulierten mir. „Anna, das war super!", rief Neville begeistert. „Du bist insgesamt auf der sechsten Position." „Ja du hast mich und Emily überholt", bestätigte Matthew und half mir vom Pferd. Emily umarmte mich stürmisch. „Du warst super!" Tracey umarmte mich ebenfalls und hielt mich dann kurz fest. „Mann, Anna! Ich hatte kurz ein Herzstillstand! Von unseren Sitzen sah es aus, als ob du fast vom Pferd gefallen wärst kurz vor dem Slalom." Sah das so gefährlich aus!
Ich zuckte mit den Schultern und meinte: „Er spielt unfair. In Zukunft bin ich darauf gefasst, nicht wahr, Stormy?" Cuairt-Ghaoth schnaubte bestätigend. Meine Freunde und ich lachten. Ich versorgte ihn und den Rest des Tages verbrachten wir auf der Tribüne und sahen den Rennen zu. Zwischendurch liefen wir auf die Dorfwiese, wo viele Zelte aufgebaut waren und die verschiedensten Speisen angeboten wurden. Am Abend lag ich total erschöpft in meinem Bett und kraulte Tiger am Ohr. „Und welche Chancen hast du? Jetzt wo dein erstes offizielles Rennen geflogen bist." „Keine Ahnung! Ganz gut glaube ich. Ich bin insgesamt auf dem 8. Platz." „Von 80?! Nicht schlecht!", maunzte er. Ich murmelte: „Jaa. Aber jetzt gute Nacht! Morgen muss ich wieder fit sein.
Am nächsten Tag sollte es fünf Rennen bei der Jugend geben und die Top 16 kamen weiter. Der Druck wurde also noch stärker. Neville und Tracey, die wieder gekommen waren um mich zu unterstützen, begrüßten mich fröhlich am Morgen in der Box von Cuairt-Ghaoth. „Morgen, Anna!" „Guten Morgen!" „Guten Morgen, ihr beiden!", antwortete ich erfreut. „Ihr seid auch heute wieder da?" „Natürlich! Schließlich wollen wir dich unterstützen. Dafür sind Freunde da!", sagte Tracey. Ich nickte und schloss die Boxentür. „Dann kommt mit. Ich will euch jemanden vorstellen, den ihr eigentlich schon kennt." „Wer ist es?", fragte Neville neugierig. „Jemand den ich in diesem Sommer kennen gelernt habe und versprochen habe, diesen Ort zu zeigen. Ihr könntet mir helfen und ihm Gesellschaft leisten." Die beiden sahen einander an und nickten zustimmend.
Wir gingen gemeinsam ins Dorf und warteten dort auf dem Platz am Brunnen. Mein Rennen würde erst in 3 Stunden starten. Kurz nach 10 Uhr kam ein junger Reiter auf einem fuchsbraunen Pferd an. „Hallo Oliver!", begrüßte ich ihn. „Hallo Anna. Deine Wegbeschreibung war sehr gut. Ich habe ohne Probleme hier hergefunden." „Das ist toll. Da vorne ist die Gemeindekoppel. Dort kannst du Kobold hinbringen. Keine Sorge, hier patrollieren überall Auroren. Kobold wird bestimmt nicht gestohlen. Ach ja, darf ich vorstellen: Neville Longbottom und Tracey Davis, meine Freunde!" „Freut mich", meinte Neville lächelnd und Tracey nickte kurz den Kopf. „Oliver Rivers", stellte er sich vor und reichte Neville die Hand. Ich zuckte leicht zusammen. Faux pax!
Oliver sah verwirrt von einem zum anderen und fragte: „Was ist?" Neville erklärte: „Ich hätte dir die Hand geben müssen, nicht umgekehrt." „Wieso?" „Wurde dir Hufflepuff nicht die Etikette der Zauberwelt beigebracht?", fragte Tracey. Oliver schüttelte seinen Kopf. Wir brachten Kobold auf die Gemeindekoppel und Tracey gab ihm einen Crashkurs. „Ich kann dir ein sehr interessantes Buch dazu leihen", bot ich ihm an. Er nickte dankbar und wir schlenderten durchs Dorf. Oliver erzählte uns von seinem Zuhause, seiner Mutter und Stiefvater, den er nicht so sehr leiden konnte. Er war in Huffelpuff vor allem mit Justin Finch-Flechtley und Roger Malone befreundet.
Am Mittag fand mein zweites Rennen statt und ich toppte nochmals eine Zeit um 4 Sekunden und lag nun bei 9.21. Am Nachmittag waren wir wieder auf der Festwiese und probierten uns durch all die verschiedenen Gerichte durch. Neville besuchte Lauren auf ihrem Kräuterhof um ein paar Samen für sein Gewächshaus zu kaufen. Tracey, Oliver und ich hingegen schauten uns die letzten vier Rennen des Tages an. Am Abend auf der Tafel konnte man die Ergebnisse aller Rennen ansehen.
Jugend 1992, 11. August
1. Amelie de Bretagne FRAU) 9.14
2. Hannes Bauer (VdL) 9.17
3. Johanna von Orleans (FRA) 9.19
4. Justus Braun (VdL) 9.20
5. Anna Hansen (GBR) 9.21
6. Matthew Windsor (GBR)9.25
7. Esteban de Andorra (ESP)9.27
8. Lilo de Montagne (PHI) 9.30
9. Sofia Lindgren (SWE) 9.34
10. Emily Windsor (GBR) 9.36
11. Max Stetter (POL) 9.41
12. Ayumi Yoshi (JPN) 9.42
13. Tom Baker (USA) 9.44
14. William Sullivan (AUS) 9.45
15. Marie Loraine (SUI) 9.48
16. Amadeus von Graz (AUT) 9.51
*VdL= Vereinigte deutsche Lande
Bin auf dem fünften Platz. Um morgen weiter zu kommen muss ich mich echt anstrengen. Hoffentlich schaffe ich das. Ich will Cuairt-Ghaoth befreien. Er soll endlich glücklich werden!
Der dritte Tag kam und ging. In der Jugend gab es zwei Rennen. Ich musste unter die ersten acht kommen. Ich ritt zusammen mit Matthew und Emily warm, denn wir mussten heute gegeneinander antreten. Das Rennen begann und ziemlich schnell kämpfte ich mit Matthew, Hannes Bauer und Johanna von Orleans um die Führung. Es war ein harter Kampf, aber schließlich konnte ich als zweite hinter Hannes Bauer durchs Ziel reiten. Allerdings hatte sich meine Zeit um eine Sekunde verschlechtert. Am Abend zeigte sich der Tafel folgende Ergebnisse.
Jugend 1992, 12. August
1. Justus Braun (VdL) 9.17
2. Hannes Bauer (VdL) 9.19
3. Anna Hansen (GBR) 9.22
4. Amelie de Bretagne (FRA)9.23
5. Johanna von Orleans (FRA) 9.24
6. Matthew Windsor (GBR) 9.26
7. Ayumi Yoshi (JPN) 9.30
8. Esteban de Andorra (ESP) 9.31
*VdL= Vereinigte deutsche Lande
Am nächsten Tag hatten die Jugend frei und die letzten Rennen der Erwachsen fand statt. Am Abend fand ein großes Galaessen für die Champions, die Vertreter der teilnehmenden Länder und dem britischen Zauberminister. Ich zog mich um und Lady Windsor frisierte mich. Sie und Lord Windsor würden auch anwesend sein, als Gastgeber. „Ich bin ein wenig nervös", gab ich leise zu, als wir nach unten gingen um die Gäste zu begrüßen. Matthew, der neben mir lief, sagte leise: „Kopf hoch, Schultern zurück und das wichtigste überhaupt, lächeln! Keine Angst und außerdem ist das hier eine gute Übung." „Wieso denn das?" „Wenn du morgen unter die Top drei kommst, wirst du auf der Titelseite von jeder magischen Zeitung, Zeitschrift oder Magazin sein. Anna, ist dir noch nicht bewusst, dass du dabei bist eine Weltmeisterschaft zu gewinnen und das als Newcomer!" Ich stockte kurz und sah ihn geschockt an. So habe ich es wirklich noch nicht betrachtet. War das vielleicht doch eine dumme Idee? Ich will doch keine große Aufmerksamkeit!
„Kommt ihr beiden!", sagte Lady Windsor, die hinter uns gegangen war. „Anna, tief durchatmen und lächeln. Mein Mann und ich werden dich schon abschirmen von den Papparazzi so gut es geht und in zwei Wochen seit ihr schon wieder in Hogwarts." Wir gingen in den großen Ballsaal in dem schon verteilt einige kleine Grüppchen standen. Ich gesellte mich zu Emily, die mit Amelie de Bretagne und Johanna von Orleans zusammenstand. „Bon soir!", begrüßte ich sie und knickste leicht. Die beiden taten es gleich und wir unterhielten uns leise miteinander. Emily und die beiden kannten sich schon seit Jahren. Die Flügeltüren zum Esssaal wurden geöffnet und das Galaessen begann.
Lord Windsor erhob sich, klopfte gegen sein Glas und alle wurden leise. „Guten Abend, meine Damen und Herren! Herzlich willkommen auf dem Gestüt Windsor! Dieses Galaessen ist seit jeher Tradition um Freundschaften und Bindungen zwischen allen Ländern zu festigen. Auf dem Rennplatz sind wir Konkurrenten, aber ansonsten Bekannte, Freunde und Kollegen. Lasst uns gemeinsam den Abend genießen!" Alle applaudierten höflich und die erste Vorspeise erschien. Cornelius Fudge saß neben Lord Windsor und dem Botschafter von Frankreich, der zusammen mit seiner Gemahlin ebenfalls eingeladen worden war.
Ich saß zwischen Amelie und Hannes Bauer, der aus den deutschen Lande kam. Er war 14 Jahre alt, hatte dunkelblondes Haar und braunen Augen. „Du bist wirklich ein Talent!", gratulierte er mir. „Dankeschön, aber das Kompliment kann ich getrost zurückgeben." Er lächelte. „Stammst du von der Hansenfamilie aus meinem Land? Dein Akzent lässt darauf schließen", fragte er interessier. Ich schüttelte meinen Kopf. „Ich glaube kaum. Mein Ur-Großvater war der erste Hansen und er war ein Muggel, also glaube ich gibt es keine Verbindung, aber mit meinem Akzent hast du Recht. Ich stamme aus Deutschland und bin vor einem Jahr hier nach England gekommen nachdem meine Eltern gestorben sind." Oh, mein herzliches Beileid!", sagte er mitfühlend. Ich nickte ihm dankbar zu.
„Seit wann reitest du?", fragte ich nun neugierig. „Eigentlich seit ich klein war. Seit meiner Schulzeit hat es sich intensiviert. Ich will später mal in diese Profession einsteigen." „Du willst Jockey werden?" „Ja und irgendwann mal mein eigenes Gestüt. Meine Eltern sind Farmer, aber mein Bruder wird den Hof weiterführen. Was ist mit dir?" „Ich? Keine Ahnung, ehrlich gesagt. Irgendetwas mit Tieren bestimmt. Es scheint ein Talent von mir zu sein gut mit ihnen zurecht zu kommen." Er nickte und fragte dann: „Seit wann reitest du?" „Mhm, seit diesem Jahr." Hannes, der gerade einen Schluck Traubensaft trank, verschluckte sich und hustete. Ich klopfte ihm leicht auf den Rücken. Er dankte mir und wischte sich seinen Mund an der Stoffservierte ab. „Entschuldige, aber sagtest du gerade, dass du erst in diesem Jahr reiten gelernt hast?" Ich nickte und er sah mich ungläubig an. „Du bist auf dem dritten Platz! Wahnsinn! Du bist wirklich ein Naturtalent!" Ich wurde rot und nahm ein Schluck Wasser, während mich Hannes weiter ungläubig anstarrte.
Nach dem Essen wurde getanzt. Hannes forderte mich zuerst auf und ich stimmte unsicher zu. Ist eine Weile her, dass ich Tanzstunden hatte. Na hoffentlich geht das gut. Es ging gut. Hannes war ein sehr guter Tänzer. Es ist wie Vater immer gesagt hatte, wenn der Mann führen kann, kann jede Frau tanzen. Ich tanzte im Anschluss noch mit Matthew, Justus Braun und einmal mit Esteban de Andorra, der mich mit einem falschen Lächeln aufforderte. Eigentlich wollte ich ablehnen, aber Matthew flüsterte mir ins Ohr, dass ich zumindest einmal zustimmen muss. Also tanzte ich einen Tanz mit ihm.
Während wir tanzten sagte er: „Ich muss zugeben, Senorita Hansen, Sie haben mich überrascht, aber morgen wird ihr Erfolg enden!" Ich lächelte ihn süffisant an, sowie ich Snape öfters lächeln gesehen habe und meinte: „Ich glaube Señor, dass Sie mich schon einmal herausgefordert haben und ich habe damals gewonnen und auch jedes andere Mal. Ich denke wir werden morgen sehen, wer gewinnt." Der Tanz endete und ich knickste leicht, bevor ich mich umdrehte und ging. Hannes trat mir in den Weg und bat um einen weiteren Tanz. Ich stimmte zu und zog mich auf die Tanzfläche. „Geht es dir gut?", fragte er leise. Ich nickte nur. „Ja, danke. Kennst du de Andorra?" „Ja, er war schon immer ein verbissener Konkurrent. Sein Vater besitzt ein Gestüt und er blickt auf alle hinab, die nicht von Adel oder Reinblüter sind. Mein Tipp, ignoriere ihn." „Das werde ich!" „Aber sei morgen vorsichtig. Du weißt er kämpft unfair." Ich nickte, er drehte mich und nahm mich wieder in den Arm. Tanzen mit ihm macht Spaß!
Der nächste Tag kam und damit der letzte Turniertag. Am Morgen hielt Cornelius Fudge eine Rede bei der ich beinahe einschlief. Ich bereitete mich und Cuairt-Ghaoth vor und um 11 Uhr waren wir zusammen mit Justus Braun, Hannes, Bauer, Amelie de Bretagne, Johanna von Orleans, Matthew Windsor, Ayumi Yoshi und Esteban de Andorra auf der Rennbahn und wurden in die Startboxen geführt. „Okay Cuairt-Ghaoth jetzt geht es um alles! Wenn wir gewinnen, bist du frei!" „Wir sind ein Team, Kleine! Wir schaffen es!" Das Signal ertönte und alle Helfer verschwanden von der Rennbahn. Ich achtete auf das Startlicht und machte mich bereit. Das Licht wechselte von rot auf grün und das Rennen begann.
Ich stürmte mit Cuairt-Ghaoth voran mit Hannes auf Callisto und Matthew auf Shadow. Als wir über die Latte flogen und im Sturzflug in Richtung Brücke rasten waren alle acht Reiter relativ nah beieinander. Wieder flog ich so dicht unter der Brücke hindurch, dass ich schwören könnte die Steine spüren zu können. Wir müssen noch ein Zahn zulegen. An der Scheune war ich Nase an Nase mit Hannes und Esteban. „Vorsicht!", flüsterte ich schnell, als de Andorras fieses Grinsen sah. „Keine Sorge, wir gehen über links", antwortete Cuairt-Ghaoth. Ich nickte und er wich nach links unter Hannes aus, gerade rechtzeitig, als Esteban wiedermal versuchte mein Ritt zu hindern. Ich sah nach hinten und konnte ein kurzes Lachen nicht verhindern. De Andorra hing schief auf seinem Pferd und alle anderen versuchten nach links, rechts, oben oder unten auszuweichen. Hannes wurde nicht gestört von dem Ganzen, aber alle anderen hinter uns mussten abbremsen. Amelie konnte noch schnell über dem Chaos hinweg fliegen.
Ich nahm die Kurven im Slalom wieder sehr eng, aber Hannes blieb mir hartnäckig auf den Fersen. Schnell ging es durch den Torbogen und im Steilflug den Turm hinauf. Ich schlug den Gong, kurz vor Hannes und Amelie. Auf der Endstrecke holten mich Amelie und Hannes ein und wir ritten Nase an Nase in Richtung Ziellinie. Ich beugte mich weit über Cuairt-Ghaoth wir schoben ein Stückchen nach vorne. „Komm schon, noch ein bisschen schneller!", feuerte ich ihn an. Er schlug noch kräftiger mit seinen Flügeln. Die Zielgrenze kam näher und näher und das Publikum war aufgesprungen und feuerten lautstark. Ich konzentrierte mich auf Hannes, der gerade wieder ein Stückchen vor mir war und schob mich noch etwas weiter vor. Die Zielgrenze kam noch näher und im letzten Moment überholte ich Hannes und gewann buchstäblich um eine Nasenlänge.
„Wir haben gewonnen! Wir haben echt gewonnen!", rief ich aus und flog eine Kurve mit Hannes und Amelie zusammen über die Tribüne. „Ladies und Gentlemen wir haben eine neue Jugend-Weltmeisterin, Anna Hansen auf Stormy!" Es wurde laut gejubelt und ich winkte zu Neville und Tracey, die wieder dabei waren und wie verrückt klatschten und jubelten, zusammen mit Emily und Lauren. Lord und Lady Windsor klatschten ebenfalls anerkennend. Ich landete mit Stormy in der Mitte auf einem erhöhten Podest. Hannes landete rechts neben mir und Amelie links. Wir stiegen ab und gratulierten uns gegenseitig. Die Menge jubelte und wir winkten ihnen. Ein Siegeskranz wurde um den Hals unserer Pferde gelegt und Cornelius Fudge schüttelte uns allen drei die Hände.
Lord und Lady Windsor kamen auf den Platz und gratulierten ebenfalls. Lady Windsor umarmte mich leicht und flüsterte. „Ich bin stolz auf dich, Anna!" Ich wurde leicht rot, aber konnte nicht aufhören zu lächeln. Kameras blitzen und Reporter riefen durcheinander. Lord Windsor ergriff das Wort: „Ladies und Gentleman der Presse bitte warten Sie mit ihren Fragen auf die Pressekonferenz am Ende des Turniers. Vielen Dank!" Ich brachte Cuairt-Ghaoth in seine Box, traf Matthew und gratulierte ihm. Er war fünfte geworden. „Danke, Anna. Aber heute ist dein Tag. Dieser Ritt war fantastisch! Herzlichen Glückwunsch!" Bevor ich antworten konnte, rief eine bekannte Stimme laut: „Anna!" Matthew machte gleich: „Schhhh, die Pferde!" Neville wurde leicht rot und entschuldigte sich schnell. Dann nahm er mich fest in den Arm und sagte: „Herzlichen Glückwunsch, Anna! Du bist Junior-Weltmeisterin! Das ist der absolute Wahnsinn!" Er ließ mich um und grinste von Ohr zu Ohr. Ich musste lachen und sagte dann: „Danke, Nevile. Aber mir ging es bei diesem Turnier um etwas anderes." Er sah mich fragend an. Ich zeigte auf Cuairt-Ghaoth. „Seine Freiheit. Mit diesem Sieg und dem Geld kann ich ihn kaufen und dann freilassen."
Neville folgte meinem Blick. Tracey schüttelte den Kopf und umarmte mich. „Weißt du, Anna, das ist typisch du! Gewinnst eine Weltmeisterschaft, aber es ist dir egal. Du schaffst das unmögliche nur um einem Freund zu helfen. Du bist herzensgut!" Ich lächelte sie an und dankte ihr. Emily und Lauren gratulierten mir ebenfalls. Dann trocknete ich Cuairt-Ghaoth Fell, striegelte ihn, tränkte und fütterte ihn. Als ich mit all dem fertig war, gingen wir zur Tribüne um das letzte Rennen der Erwachsene anzusehen. Auf dem Weg dorthin, wurden wir öfters angehalten, weil jemand ein Foto wollte oder um mir zu gratulieren. Das Turnier der Erwachsenen gewann Nicolas Garniera von Spanien.
Anschließend gab es eine Pressekonferenz bei der ich anwesend sein musste. Fudge übergab die Urkunden, Pokale und die Preisgelder. Die Reporter stellten viele Fragen, aber ich antwortete nur auf Fragen zum Turnier und meine Vorlieben. Persönliche Fakten über meine Familie oder Freunde gab ich nicht preis. Ich bin schließlich kein Lockhart. Es wurden viele Fotos gemacht, sodass ich am Ende fast das Gefühl hatte blind zu sein. Am Abend wurde ein riesiges Fest gefeiert. Es wurde getanzt und gegessen. Ich stellte Hannes meine Freunde vor und er stellte mir seine Eltern vor. Der Abend wurde sehr lustig und am Ende gab es sogar ein fantastisches Feuerwerk! Diesen Abend werde ich lange in Erinnerung behalten!
Teil 2: Winkelgasse
Cuairt-Ghaoth gehörte nun offiziell mir. Ich hatte ihn Lord Richard abgekauft, aber noch wollte er nicht gleich weg. Ich war darum sehr froh, denn er war wirklich mein Freund geworden und mit durch die Luft zu reiten war ein Stückchen Freiheit für mich. Vor allem jetzt, denn seit meinem Sieg konnte ich nicht mehr in Ruhe durch das Dorf oder an den Strand gehen ohne das mich irgendjemand ansprach und nach einem Autogramm oder Foto fragte. Andere blieben stehen, zeigten auf mich und flüsterten. Das! Kann! Noch! Nervig! Werden! Und eigentlich sollten die Probleme ja eigentlich erst beginnen.
Ich hatte stundenlang überlegt, aber ich mich dann doch schließlich dazu entschieden. Dieses Jahr einzugreifen und das Tagebuch nicht in Umlauf zu bringen. Wenn Harry nicht dazu gezwungen sein wird Ginny zu retten, erfährt Prof. Dumbledore jetzt noch nichts von den Horkruxen und ich konnte vielleicht eine Möglichkeit finden, sie zu zerstören ohne den Behälter oder das Lebewesen zu vernichten. Hoffentlich muss Harry dann nicht durch diese Qual gehen sich selbst zu opfern. Erstmal sammele ich sie alle und dann sehen wir weiter! Und so hatte ich mir den Platz zurecht gelegt Ginny das Tagebuch wegzunehmen bevor sie der schwarzen Magie verfallen konnte.
Ich hatte es geschafft, dass Lord und Lady Windsor uns genau an dem Tag, an dem Lockhart seine Autogrammstunde gab, in die Winkelgasse mitnahmen. Die Flying Derby Weltmeisterschaft war seit Tagen vorbei, die Gäste der Windsors waren abgereist und bis zu Beginn des neuen Schuljahres waren es nur noch 12 Tage. Matthew, Emily und ich hatten alle restlichen Hausaufgaben erledigt und konnten unsere Restferien nun in Ruhe genießen. Na zumindest je nach dem, wie man Ruhe definiert! Bescheuerte Papparazzi!
Es war nun Mittwoch und wir liefen vom tropfenden Kessel aus, in den wir gefloht waren, die Winkelgasse entlang. Ein kurzer Trip nach Gringotts und ich hatte genug Geld in meinem Beutel um meine Einkäufe zu tätigen. Wir kauften bei Madame Malkins wieder unsere Schulkleidung ein, sowie neue Unterwäsche, Nachtwäsche und einige Kleider, Röcke und Pullover. Denn aus den anderen war ich endgültig herausgewachsen. Ist schon merkwürdig ständig neue Kleidung kaufen zu müssen, weil man aus ihr herauswächst. Mädchen haben wirklich eine leichtere Ausrede als Frauen, warum sie immer shoppen gehen! Danach füllten wir unsere Zaubertrankzutaten in der Apotheke auf und kauften in Feder&Kiel neue Pergamentrollen, Federn, Tinte und Hefte für das kommende Schuljahr. Als all diese Einkäufe getätigt waren, liefen wir schließlich zu Flourish&Blotts. Ich sah schon von weitem die Weasley Familie, sowie Hermine mit ihren Eltern. Sehr gut! Wir sind genau im Zeitplan!
Wir begrüßten sie höflich und Hermine umarmte mich stürmisch. „Anna, wie schön dich wieder zu sehen und herzlichen Glückwunsch zu deinem Sieg. Ich habe darüber im Tagespropheten gelesen. Du musst so aufgeregt sein. Das war spektakulär!" Ich lachte und antwortete ihr: „Hallo Hermine. Es ist auch schön dich wieder zu sehen. Danke und nein ich bin ganz ruhig. Mir gehen nur die ganzen Reporter auf die Nerven." Hermine nickte verständig. Mr. und Mrs. Weasley waren reichlich nervös, da Harry sich verfloht hatte. Sie wären noch nervöser, wenn sie wüssten wohin.
Lady Windsor nahm höflich Anteil und schlug den „Zeig-mir"-Zauber vor. Mr. Weasley schlug sich an den Kopf und meinte hektisch: „Ja, natürlich! Schatz, geh schon hinein. Es scheint ein ganz schöner Andrang zu sein. Ich finde Harry!" Mrs. Weasley nickte und scheuchte ihre Kinder in den Buchladen. Lord und Lady Windsor folgten, während ich mit Hermine vor dem Laden stehen blieb. Auf Lockhart war ich wirklich nicht versessen. Allerdings war die Alternative nicht besser.
Ich sah Hagrid aus der Menge herausragen. Gott sei Dank! Wie im Buch. Harry ist sicher…. Aber total verdreckt! Himmel! Hermine, die mit dem Rücken zur Straße stand und deswegen weder Hagrid noch Harry sehen konnte, sah mich fragend an und ich nickte in Harrys Richtung. „Schau da drüben ist Harry, Hermine." Hermine drehte sich um und rief erleichtert aus: „Harry!" Sie rannte zu ihm und umarmte ihn stürmisch. Wie im Film! Ich musste lächeln. Harry und Hermine kamen auf mich zu und ich umarmte ihn auch. Hermine reparierte magisch Harrys Brille. „Hallo Harry! Wie war dein Sommer?", fragte ich ihn. Er zuckte mit den Schultern und meinte: „Jetzt gut! Ich wohn jetzt bei den Weasleys. Sie haben ein geniales Haus! Wie war deiner? Ach ja, danke für das Quidditchbuch über Suchermanöver!" „Gern geschehen", aber bevor ich weiter antworten konnte, fiel mir Hermine ins Wort. „Harry, sag bloß du hast nichts darüber gelesen?!" „Was denn?", fragte dieser verdutzt. Da kam eine weitere, aber unbekannte, Stimme ins Gespräch: „Miss Hansen, hat die Flying Derby Weltmeisterschaft der Junioren gewonnen! Eine hervorragende und gleichsam überraschende Leistung! Meinen Glückwunsch, Miss Hansen!"
Ich drehte mich langsam um und vor mir stand Lord Malfoy in einem teuren dunkelgrünen Satinanzug, passender Robe und seinen schwarzsilbernen Gehstock in der Hand. Draco stand neben ihm und knurrte Harry an, der ihm ebenfalls eine Grimasse zog. „Draco, benimm dich!" „Ja, Vater!", sagte dieser missmutig. „Lord Malfoy", ich knickste leicht und sagte: „Vielen Dank für die Glückwünsche!" Lord Malfoy lenkte seine Aufmerksamkeit wieder auf mich und lächelte leicht, aber mir zog sich ein Schauer über die Arme und Rücken. Lord Windsor war wieder aus dem Bücherladen herausgetreten und rief mich zu sich. Lord Malfoy nickte ihm zu und auch er spiegelte diese Geste. Harry und Hermine folgten mir in den Laden. Dort mitten im Gang vor der Kasse stand ein riesengroßer Tisch auf dem sich alle Bücher von Lockhart stapelten. Im Vordergrund vor allem sein neuestes Machtwerk „Zauberisches Ich".
Ich musste meine Augen verdrehen. Dieser Affe du wir müssen ein Jahr mit ihm auskommen! Ich spüre eine Katastrophe bevor sie beginnt. Schnell verzog ich mich nach oben in den zweiten Stock um in Ruhe durch die Regale zu schlendern und Malfoy senior nicht aus den Augen zu lassen. Unsere Bücher hatten wir schon vorbestellt und konnten sie später einfach an der Kasse abholen, aber sowohl Emily, Matthew und ich wollten noch privat nach Büchern suchen. Gilderoy Lockhart trat in den Raum und sofort brach begeisterter Jubel aus. Lockharts babyblauer Anzug und Robe sahen elegant, aber lächerlich aus und sein Lächeln war so künstlich, dass ich mein Gesicht verzog. Aber ich bemerkte, wie ich jeden seiner Bewegungen verfolgte.
Lockhart entdeckte Harry und zerrte ihn nach vorne und das ganze peinliche Schauspiel von den Büchern nahm seinen Lauf. Armer Harry! Du musst lernen, dich zu ducken oder unsichtbar zu werden. Die Reporter hatten mich nicht bemerkt und ich wollte, dass es so blieb. Matthew tippte mich an der Schulter und ich erschrak und wendete meinen Blick von Lockhart. „Sag bloß nicht, dass du jetzt auch ein Fan von diesem Idioten wirst?!" „Natürlich nicht!" „Und wieso hast du ihn dann so verträumt angesehen?" „Das habe ich nicht!", entgegnete ich entrüstet. „Sah, aber so aus und nicht nur du auch Emily und Mutter da unten." Er deute auf die beiden und ich musste zugeben, es sah aus, als ob sie ihn anhimmeln würden. Komisch! Lady Mary-Anne ist doch genauso wenig von ihm überzeugt, wie ich, Matthew oder Lord Richard. Aber Matthew hat Recht.
„Und ich habe genauso geguckt?", fragte ich verblüfft. Matthew nickte. „Nun ich kann dich beruhigen, Matthew. Ich werde nie ein Fan von ihm." Aus dem Augenwinkel sah ich Lord Malfoy, der Lockharts Auftreten mit spöttischem Gesichtsausdruck verfolgte. Ich verzog mein Gesicht. Kaum zu glauben, dass er und ich vermutlich einer Meinung sind! Schrecklicher Gedanke! Harry war wieder zu den Weasleys zurückgekehrt und Mr. Weasley dirigierte seine Kinder und Harry in Richtung Ausgang. „Entschuldige mich mal kurz, Matthew. Ich wollte noch schnell ein paar der Magazine durchgehen." Er nickte und wand sich den Regalen über Schutzzauber und Runenmagie zu. Ich nahm schnell meine Bücher und ging nach unten. Gerade rechtzeitig um mitzubekommen, wie Lord Malfoy Mr. Weasley beleidigte und das Buch in Ginnys Kessel fallen lies.
In dem Moment versetzte Mr. Weasley Lord Malfoy einen Kinnhaken. Zugegeben ich war doch geschockt und warf meine Hände vor den Mund um meinen erschrocken Ausruf zu unterdrücken. Ich hatte es noch nie erlebt, dass zwei erwachsene nicht betrunkene Männer sich prügelten, wie kleine Jungs auf dem Spielplatz. Aber meinen Schock überwand ich schnell und glitt hinter Ginny. Alle waren im Moment abgelenkt von der Rauferei und ich zog das Tagebuch unbemerkt aus Ginnys Kessel und lies ein harmloses ähnliches leere Tagebuch stattdessen in ihren Kessel gleiten. Wenn es ihr hilft ihre Gedanken zu ordnen, dann werde ich sie nicht daran hindern. Schnell steckte ich das andere Tagebuch in meine Roben und ging wieder in den Buchladen.
Das Spektakel hatte inzwischen viele Schaulustige angezogen und der Reporter von eben, machte eifrig Fotos. Das wird Malfoy eine Menge Schmiergeld kosten, damit die nicht morgen in allen Zeitungen erscheinen. Wäre aber eine schöne Ablenkung und Lockhart würde es nicht auf die Titelseite schaffen. Ein schöner Bonus!
Wäre doch ne Idee, oder ;) Das war es mal wieder. Das neue Kapitel ist schon in Arbeit, aber versprechen kann ich wie immer natürlich nichts! Bitte Kommis, wenns euch gefallen hat oder ihr Anmerkungen habt. Vielleicht auch Wünsche... vlt passen sie mit meinen Ideen. Bis dann ihr Lieben!
