Hallo ihr Liebe! Wiedermal ein neues Kapitel, viel Spaß beim Lesen! Ich hatte ihn auf jeden Fall beim Schreiben ;)

Unterrichtsstunden und andere Schwierigkeiten

Ich war nun schon zwei Woche wieder in Hogwarts. Es war so wie immer, ich spielte Switchball mit meinen Freunden, spielte Klavier im Musikflügel, lernte und unterhielt mich mit Emily, Lauren und Stephen im Gemeinschaftsraum, machte Hausaufgaben zusammen mit Neville und Tracey in unserem Hauptquartier und verbrachte jede freie Minute draußen auf den Ländereien von Hogwarts, genaugenommen im verborgenen Tal. Die Schulstunden waren herausfordernder, als im letzten Jahr, ausgenommen Lockharts Zirkus.

Es war Montagmorgen und ich stand mit Emily, Lauren und Stephen und den Hufflepuff, mit denen wir zuvor Geschichte gehabt hatten, vor dem Zaubertranklassenraum. Lauren streckte sich ausgiebig und gähnte: „Ah, ist das nicht wunderbar! Nach diesem schönen Schläfchen fühle ich mich nun ausgeruht genug um Snape gegenüberzutreten!" Stephen und wir anderen kicherten, inklusive der Hufflepuffs. Emily meinte gescherzt tadelnd: „Aber Miss Graham, Sie sollen doch im Unterricht aufpassen und nicht schlafen!" Lauren ging auf das Spiel ein und sagte entschuldigend: „Ach, tut mir soooo leid, Professor Binns, aber ihre Stimme hat eine bessere Wirkung, als jeder Schlaftrank!" Alle mussten laut lachen, da ging schwungvoll die Tür auf, sodass sich einige von uns sehr erschreckten. Im nu war die fröhliche Stimmung dahin. Schnell huschten wir alle leise hinein und setzten uns auf unsere Plätze.

„Heute stellen Sie den Aufpäppeltrank her, der letzte Stunde Thema war. Anweisungen stehen an der Tafel, ansonsten im Buch Seite 108. Beginnen Sie!", kam der gewohnte harsche leise Befehl. Ich schlug mein Buch auf und sah auf die Zutatenliste:

5 Blätter Franzosenkraut

20 Hagebutten geviertelt

30 Pfefferkörner zermahlen

1 Salamander Leber in Streifen schneiden

10 Blätter Wiesenschaumkraut - Öl gewinnen

20 g Chilisamen in feines Pulver zermahlen

10 Schlehe matschen

30g Angelikawurzel gehackt

Ich gab Wasser in meinen Kessel und entzündete die Flamme darunter. Dann ging ich zum Vorratsschrank um alle Zutaten einzusammeln. Am Tisch wieder angekommen legte und stellte ich alles hin und sortierte es. Dann las ich im Buch: 5 Blätter des Franzosenkrautes ins kochende Wasser geben und zerkochen lassen. Sofort geviertelte Hagebutten hinzugeben, während langsam im Uhrzeigersinn umgerührt wird. 5 Minuten bei geringer Hitze köcheln lassen. Gemahlene Pfefferkörner löffelweise unterrühren bis das Gebraü leicht rot schimmert. Kurz aufkochen lassen. Salamanderleberstreifen im Abstand von 1 Minute hinzugegen und abwechseln gegen und mit dem Uhrzeigersinn rühren. Der Trank sollte nun eine bräunliche Farbe aufweisen und leicht dicklich. Öl hinzurühren, 10 Minuten kochen. Chilipulver vorsichtig hinzugeben, 25x gegen den Uhrzeigersinn umrühren. Schlehen dazugeben und unter ständigen Rühren im Uhrzeigersinn auflösen. Der Trank muss nun eine tiefrote Farbe haben, flüssig sein mit einem leichten Ölfilm und rötlicher Dampf aufsteigend. Zum Schluss Angelikawuzeln gegen den Uhrzeigersinn unterrühren, einmal kurz aufkochen lassen. Der Trank ist nun magentarot, mit weißem aufsteigenden Dampf.

Danach las ich noch die zusätzlichen Anweisungen an der Tafel, die Snape aufgeschrieben hatte. Und wie immer sind winzige Änderungen im Rezept darin. Also mal sehen….. Aha, nur rote Pfefferkörner…in kleine Stückchen, also kein Pulver? Interessant! Die Leber in gleichmäßige feine Streifen…. Das Franzosenkraut angerissen…. Ich frage mich ernsthaft, wieso diese ganzen kleinen Details nicht auch im Buch stehen? Ich schrieb die Zusatzinformationen an den Rand des Rezeptes. Wahrscheinlich sieht mein Buch am Ende des Jahres aus, wie das des Halbblutprinzen. Ich musste lächeln und Stephen fragte leise: „Was ist so amüsant?" Ich deutete auf meine Anmerkungen im Buch und er lächelte. „Ich verstehe!" In seinem Buch waren ebenso Sanpes Feinheiten notiert.

Okay, also erstmal die Hagebutten vierteln. Ich nahm das kleine scharfe Gemüsemesser und viertelte gleichmäßig die Hagebutten. Die geviertelten Hagebutten packte ich in eine Schüssel. Das Wasser fing an zu kochen und ich wog auf meiner Waage 20 g Chilisamen ab und füllte sie in eine weitere Schüssel und zählte 30 rote Pfefferkörner ab und füllte diese in meinen Mörser. Inzwischen kochte mein Wasser und ich ließ 5 Franzosenblätter, die ich zuvor kurz anriss, ins Wasser fallen und sah zu wie diese sich langsam auflösten. Jetzt ist noch kurz Zeit, schnell die Pfefferkörner zermahlen. Wie nochmal Schnell las ich nochmal nach. Kleine Stücke, kein Pulver, okay. Als ich damit fertig war, waren die Franzosenblätter vollständig aufgelöst. Ich kippte langsam die geviertelten Hagebutten in den Kessel, während ich langsam umrührte. Dann schob ich die Flamme zur Seite. So jetzt habe ich ein bisschen Zeit. Ich sah auf meine Armbanduhr um die 5 Minuten abzuschätzen. Ich legte die Salamanderleber auf mein Holzbrettchen und begann diese in sehr schmale Streifen zu schneiden. Als ich damit fertig war, nahm ich das Wiesenschaumkraut und presste die Blätter um aus ihnen das Öl zu gewinnen, welches ich in einen kleinen Glaskolben auffing.

Nach den 5 Minuten gab ich den Pfeffer in den Trank bis dieser rot schimmerte und schob dann die Flamme wieder unter den Kessel. Stephen neben mir arbeitete genauso konzentriert. Wir sahen uns kurz an, um uns dann sofort wieder unserer Arbeit zu widmen. Im Klassenraum war es sowieso ziemlich still. Snape ging durch die Reihen und gab hier und da einen Kommentar ab, aber ich ignorierten ihn eigentlich. Es ist schon komisch. Sobald ich anfange zu brauen, blende ich alles andere aus... Zurück zum Wesentlichen! Mein Trank kochte und ich stellte die Flamme wieder weg. Dann gab ich meine Leberstreifen in den Trank. Rührte abwechselnd einmal gegen und dann einmal im Uhrzeigersinn. Ich behielt meine Armbanduhr im Blick, nach einer Minute gab ich einen weiteren Streifen in den Trank. Nach und nach wurde der Trank immer dunkler und dickflüssiger. Sehr gut, wie im Buch!

Insgesamt hatte ich 15 Streifen geschnitten, nach einer viertel Stunde waren diese alle endlich im Trank. Ich nahm den gläsernen Kolben und schüttete das Öl in den Trank und rührte um. Ich stellte die Flamme wieder unter den Kessel und nahm den Mörser zur Hand. Es dauerte eine ganze Weile bis die Chilisamen endlich ein feines Pulver waren. Mir blieben nur noch 2 Minuten um die Angelikawurzeln zu hacken. Ohje, das ist jetzt stressig. Kaum Zeit, aber es muss ordentlich werden. Die zehn Minuten waren um und ich hatte es gerade so geschafft meine Wurzeln zu hacken. Snape kam gerade vorbei und zog eine Augenbraue hoch. Ich sah schnell in meinen Kessel und gab das Chilipulver hinein. So jetzt, 25 mit…oder gegen… Mist, nochmal schnell lesen… Ah gut, gegen. Ich rührte um und wollte dann die Angelikawurzeln hineingeben, als ich die Schlehen auf meinen Tisch noch liegen sah. Oh Gott, habe ich die etwa vergessen?!

Schnell las ich nach. Schlehen dazugeben und unter ständigen Rühren im Uhrzeigersinn auflösen. Wie mache ich das jetzt? Einfach mit den Fingern zerquetschen geht doch auch. Sind ja nur 10 Stück. Ich nahm eine Schlehenbeere zwischen Zeigefinger und Daumen und zerquetschte sie über den Kessel, während ich mit der anderen Hand mit dem Löffel im Uhrzeigersinn umrührte. Zwei, drei, vier,…zehn! Alle drin. Und der Trank ist rot und rötlicher Dampf steigt auf. Jetzt nur noch die Wurzeln, endlich! Ich rührte sie gegen den Uhrzeigersinn ein und seufzte dann erleichtert. Nur noch einmal aufkochen! Ich räumte schonmal meinen Arbeitsplatz auf. Als der Trank dann kochte, nahm ich die Flamme weg und ließ ihn abkühlen. Ich ging zu den Waschbecken und spülte alle Gegenstände ab.

Stephen kam dazu und sagte leise: „Du hattest die Schlehen fast vergessen, was?" Ich nickte und antwortete leise: „Ja, aber zum Glück nicht so schlimm. Wann hast du sie vorbereitet?" „Ganz am Anfang!" Ich seufzte. Hätte ich auch gemacht, hätte ich es nicht überlesen! Zurück am Platz, beschrieb ich ein Reagenzglas mit meinem Namen, Datum und Trank, dann wartete ich ruhig bis mein Trank genug abgekühlt war, um eine Probe ins Reagenzglas hineinzugeben. Diese stellte ich dann auf dem Gerüst auf Snapes Pult ab. Snape saß an seinem Pult und sah mich kurz an. „Das nächste Mal, lesen Sie konzentrierter! Die Tränke werden komplizierter und ein solcher Trick, wie heute, wird nicht wieder funktionieren und kann schlimme Auswirkungen haben." Ich nickte leicht und meinte beschämt: „Ja, Professor. Entschuldigung!" Er nickte und ich wartete das Ende der Stunde ab. „Geben Sie Ihre Tränke ab. Räumen Sie Ihre Plätze auf. An der Tafel stehen die Hausaufgaben für nächste Woche." Vier Fuß über die Wirkungsweise der Angelikawuzeln in Heiltränken las ich und schrieb mir die Hausaufgaben ab. Dann klingelte es und wir waren entlassen.

Dienstagmorgen traf ich mich mit Neville vor dem Hauptportal um gemeinsam zum Kräuterkundeunterricht zu gehen. „Freust du dich?", fragte ich ihn. „Weswegen denn?", fragte er mich verdutzt. Ich lächelte ihn verschmitzt an und meinte scherzhaft: „Naja, wir haben jetzt Kräuterkunde, dein Lieblingsfach." Neville grinste mich an und meinte: „Solange ich nicht wieder defekte Ohrenschützer bekomme, bin ich okay." „Vielleicht arbeiten wir heute gar nicht mit den Mandragoras", mutmaßte ich. Neville schüttelte seinen Kopf und meinte: „Sie müssen wöchentlich gedüngt werden und gestern waren sie noch nicht gedüngt und es ist eine einfache Aufgabe. Also perfekt für uns." Ich rümpfte meine Nase. Ja, aber eine recht stinkende. Neville sah mein Gesicht und lachte. Ich sah ihn genervt an, aber dann musste ich auch lachen.

„Nun meine Lieben, sammeln Sie sich!", rief uns Prof. Sprout zusammen. „Geben Sie Ihre Hausaufgaben ab und finden Sie sich in dreier oder vierer Teams zusammen." Harry, Ron und Hermine fanden sich sofort zusammen, genauso wie Terry, Anthony und Michael, Lavendar, Pavarti und Padma, Dean, Seamus und Kevin bildeten weitere dreier Teams. Lisa, Sue, Emily und Lauren bildeten ein vierer Team und Stephen schloss sich mir und Neville an. „Gut. Nun denn, in diesem Schuljahr geht es vor allem um die Pflege, Hege und Ernte von magischen Pflanzen. Die Gruppen, die Sie gebildet haben, bleiben so das ganze Semester. Den Gang links entlang befinden sich sechs Beete. Jede Gruppe ist für ein Beet verantwortlich. Es wird ihre Aufgabe sein, diese anzulegen und mit magischen Pflanzen zu besetzen. Über das Semester hinweg kümmern Sie sich gemeinsam um Ihr zugewiesenes Beet. Wöchentlich werde ich mir Notizen über den Zustand des Beetes machen. Ihre Ernte geben Sie ebenfalls bei mir ab. Am Ende des Jahres werde ich für dieses Projekt eine Gesamtnote geben."

„Heißt das wir müssen uns in unserer Freizeit darum kümmern?", fragte Lavendar entsetzt. Professor Sprout sah sie streng an und sagte: „Ja, unter anderem. Einmal im Monat gebe ich Ihnen meine Stunden, damit sie ausschließlich am Beet arbeiten können. Ansonsten gilt, jeder von Ihnen, der mit seinen zugewiesenen Aufgaben während der anderen Stunden früher fertig ist, kann sich dann um das Beet kümmern und so seine Freizeit retten." Lauren musste bei dem Gesichtsausdruck von Lavendar und Ron lachen. Ich kicherte auch und bald lachte die ganze Klasse. Professor Sprout lächelte und erklärte: „Wir werden in diesem Schuljahr mehr über den Anbau und die Ernte magischer Heilkräuter sprechen. Da dies allerdings sehr trocken ist, hat sich so ein praktisches Projekt seit Jahren gut bewährt. Wer aufmerksam dem Unterricht folgt, der kann schnell bei der Gartenarbeit punkten. Schließlich geht es nicht darum alle Pflanzen bestimmen und ihre Wirkungsweise auswendig aufsagen zu können."

Praktische Arbeit, genau wie bei Verwandlung, Zauberkunst und allen anderen Fächern, ausgenommen Geschichte! Letztes Jahr ging es mehr ums bestimmen und erkennen der Kräuter und Pilze und ihre Wirkungsweise. Allerdings haben wir praktisch meistens nur bestimmt oder mal beschnitten oder gedüngt, nichts Aufregendes. „Na, besser als Düngen der Mandragora?", fragte mich Neville leise. Ich sah ihn mit gerunzelter Stirn an. „Wir werden das Beet wahrscheinlich düngen müssen, also nein!" Neville grinste. Professor Sprout hatte das Wort wiederergriffen und sagte: „Heute können Sie praktisch anfangen. Die Beete müssen vorbereitet werden. Typische Samen und Setzlinge finden Sie dort drüben auf den Tischen. Wenn Sie ausgefallene Ideen haben, bitte kommen Sie zu mir. Ich werde Ihnen mit Rat zur Verfügung stehen." „Siehst du", sagte ich nur.

Neville, Stephen und ich bekamen das vierte Beet, links neben uns hatte Laurens Gruppe ihr Beet und rechts Harrys. Die Beete waren je 2,5mx1,8m groß. Wir gruben das Beet um, damit die Erde gut belüftet war. Dann düngten wir es und säten von jedem Samen und Setzlinge vom Tisch einige in die Erde. Neville hatte zuvor schon geplant, welche Samen und Pflanzen nebeneinander gedeihen sollen. Gartengenie! Professor Sprout half hier und da und gab einige gute Ratschläge bei den anderen Gruppen, jedoch nicht bei uns, Laurens oder Harrys Gruppe. Sie ging nur vorbei und nickte zufrieden. Am Ende sah unser Beet von links nach rechtsfolgendermaßen aus:

Reihe: Beifuß, Nieskraut, Liebstöckel, Löffelkraut, Estragon, Lavendel, Fenchel und Wermut

Reihe: Vogel-Knöterich, Wiesenknöterich, Salbei, Zitronenmelisse, Floh-Knöterich und Wasserknöterich

Reihe: Dill, Sauerampfer, Minze, Plagentinen, Dornrösschenkraut, Koriander

Reihe: Oregano, Zitronenthymian, Thymian, Weinrauten, Ingwer, Currykraut

Reihe: Basilikum, Kapuzinerkresse, Majoran, Affodill, ein Belladonnastrauch und Gänseblümchen

„So", Neville streckte sich. „Später können wir uns noch überlegen, ob wir Flusskraut noch anpflanzen wollen." Ich legte den letzten großen flachen Stein an seinen Platz. Wir hatten diese hin und wieder zwischen den Pflanzen hingelegt, damit sie den Pflanzen Wärme abgeben können und damit wir, um ohne auf die Erde treten zu müssen, die mittleren Reihen gut erreichen konnten. „So für heute sind wir aber fertig. Das Mittagessen beginnt auch gleich, aber ich brauche erst einmal eine Dusche", sagte Stephen und klopfte sich die Erde von den Händen. Neville und ich nickten und räumten alles auf.

Nach der Dusche und dem Mittagessen, stand Verwandlung auf dem Stundenplan. Ich setzte mich neben Tracey und fragte, während ich mein Buch und Pergament herauskramte: „Na, wie war dein Tag bis jetzt?" „Ganz gut. Ich habe gelernt und alle Hausaufgaben fertig. Diese zwei Freistunden jeden Dienstagvormittag sind toll! Wie war Kräuterkunde?" Ich lächelte und meinte: „Freu dich auf morgen!" Tracey sah mich fragend an, aber bevor sie fragen konnte, begann Professor McGonagall ihren Unterricht und keiner wagte es außer der Reihe zu reden. Wir übten weiter die Tiere vor uns in Trinkpokale zu verwandeln. Vor mir saß ein Kakadu. „Tut mir leid", flüsterte ich leise zu ihm. Dann hob ich meinen Zauberstab, tippte das Tier dreimal an und sagte: „Feraverto!" Mein Kakadu wurde ein weißer Trinkpokal. Professor McGonagall nickte zustimmend. Traceys Verwandlung klappte genauso gut. Natürlich, schließlich üben wir das ja schon seit fast zwei Wochen! So allmählich sollte jeder das können. Ich sah Crabbe und Goyle und schüttelte meinen Kopf. Urwaldgorillas ausgenommen!

Mit Finite wurde mein Pokal wieder ein Kakadu. „Kannst du das eigentlich spüren?", fragte ich den Vogel leise. Tracey sah erstaunt auf, aber da wir in der letzten Reihe alleine saßen, bekam mein Flüstern sonst keiner mit. Der Kakadu krächzte leise: „Du verstehst mich?" Ich nickte und der Kakadu legte seinen Kopf schräg, bevor er antwortete: „Ich spür ein Kribbeln und dann naja wieder. Wenn die Verwandlung komplett ist, aber unvollständige fühlen sich komisch an. Stell die vor, du fühlst deine Krallen direkt am Oh, oder deinen rechten Flügel am Rücken." Ich schauderte und meinte: „Ohje! Das klingt nicht schön." „Es ist okay. Professor McGonagall ist eine freundliche fürsorgliche Frau. Allen Tieren hier geht es gut." Ich nickte erleichtert. „Was hat er gesagt?", fragte Tracey neugierig. Ich erzählte es ihr und sie nickte nachdenklich. „Deine Gabe ist so nützlich!" Ich nickte lächelnd.

Am späten Mittwochnachmittag hatte ich Zauberkunst mit den Gryffindors und wie es in diesem Schuljahr zur Methode geworden war, saß ich neben Neville in der Bank. Professor Flitwick bat um Ruhe und begann mit seiner Lektion. Seit Beginn der Schule hatten wir Haushaltszauber durchgenommen, wie Ratzeputz und Reparo. „Heute werden wir den Reparo-Zauber noch einmal wiederholen. Also nehmen Sie die Schüsseln vor sich, zerdeppern sie Sie auf ihrem Tisch und dann magisch reparieren." Alle grinsten und zerschlugen ihre Teller auf ihren Pulten. Der Lärm war gigantisch. Als ob ein ganzer Porzellanladen zu Bruch geht! Ich sah auf die Scherben vor mir und zeigte direkt mit meinem Zauberstab darauf. „Reparo!" Die Scherben schwebten in der Luft und fügten sich nahtlos zusammen. Im Nu war mein Teller wieder ganz und nur sehr feine Risse waren zu sehen. „Sehr gut, Miss Hansen. Noch einmal und konzentrieren Sie sich auf die Konsistenz", gratulierte Professor Flitwick und ging dann weiter. Ich nickte, zerdepperte den Teller noch einmal und wiederholten den Zauber.

Diesmal fügte sich der Teller ohne Risse zusammen. Geschafft! Zauberkunst ist wirklich mein Lieblingsfach! „5 Punkte für Ravenclaw!", rief Professor Flitwick. Ich lächelte zufrieden. Neville neben mir schnaubte frustriert. Sein Teller hatte noch immer Löcher und Risse. „Zauberkunst ist furchtbar", sagte er. „Probiere es einfach noch einmal. Hast du alle Scherben? Sieht so aus, als ob welche fehlen würden". Meinte ich und sah mich suchend um. „Weiß nicht. Denk eigentlich schon!" Ich schüttelte meinen Kopf. „Neville, wenn nicht alle Teile da sind, ist es noch komplizierter, das Objekt zu reparieren!" „Ich weiß", meinte er genervt. „Sorry", entschuldigte ich mich. Neville lächelte wieder und beugte sich unter den Tisch. „Was machst du da?", fragte ich und sah unter den Tisch. „Ich such nach den fehlenden Scherben!", antwortete Neville. Er kam mit zwei Porzellanscherben wieder hervor. „Jetzt versuch ich es noch einmal!"

Er wiederholte den Zauber. Diesmal klappte es besser. Der Teller hatte zwar immer noch Risse, aber zumindest war er vollständig. „Besser" gratulierte ich ihm. Neville nickte zufrieden. Hermine, die vor uns saß, hatte auch ein perfektes Ergebnis. Sie sah zu uns hinauf und ich lächelte sie an. „Dieser Zauber kann wirklich sehr nützlich werden", meinte sie und ich nickte, aber wand ein: „Ja, aber eine Dauerlösung ist es leider nicht." Hermine nickte und meinte: „Es ist faszinierend! Man kann alle möglichen Dinge magisch reparieren, wenn aber zu oft wiederholt, wirkt der Zauber immer kürzer." „Und der Teller fällt irgendwann im Schrank in seine Einzelteile zusammen", beendete ich ihren Satz und fügte hinzu: „Wäre aber auch sonst nicht besonders gerecht. Ich mein, dann müssten Zauberer und Hexen ja nie etwas neu kaufen, sondern könnten es immer wieder magisch reparieren." Hermine nickte zustimmend. Für den Rest der Stunde halfen wir Neville, Ron und Harry bei ihren Zaubern und gaben hier und da Verbesserungsvorschläge bei der Betonung oder der Zauberstabbewegung.

Kalita und unsere Mentoren im verborgenen Tal lehrten mich, Tracey und Neville weiter unsere Elementarmagie zu verstehen. „Du musst das Wasser spüren, Anna. Von den Haarspitzen bis zu deinen Zehennägeln musst du es spüren", erklärte mir Merelia am Donnerstagnachmittag. Ich saß mit ihr auf dem flachen Stein, der über den großen See hinausragte. Ich schloss meine Augen und versuchte zu fühlen, nicht denken. Leichter gesagt, als getan. Wie soll man aufhören zu denken und nur fühlen?! Das kann ich nicht! Zu viele Gedanken, Lockharts Generve, Snapes Sarkasmus und Harrys gedrückte Stimmung. Er fühlt sich so schlecht, dass er den Weasleys solchen Kummer macht. Ich weiß nicht, wie ich ihn trösten kann! „Anna, nicht denken! Ich kann es in deinem Gesicht ablesen. Du machst dir um irgendwas Sorgen, aber du musst das jetzt zu Seite schieben und dich auf deinen Körper konzentrieren!", ermahnte mich Merelia und holte mich aus meinen Gedanken. Ich seufzte, öffnete die Augen und meinte: „Es tut mir leid, aber mir geht so viel im Kopf herum." Merelia sah mich verständnisvoll an und sagte: „Kann ich dir helfen?" Ich schüttelte meinen Kopf. „Nein, das glaube ich nicht." „Lass es auf einen Versuch draufankommen", ermunterte mich Merelia. Ich legte den Kopf schräg und sah sie nachdenklich an. Schaden kann es eigentlich nicht!

„Es ist ein Freund von mir. Er und ein anderer Freund haben großen Mist gebaut und jetzt hat dessen Vater große Schwierigkeiten bei der Arbeit. Er ist beinahe angeklagt worden und hätte fast seinen Job verloren. Mein Freund fühlt sich ziemlich schuldig und ich weiß nicht, wie ich ihn aufheitern kann. Irgendwo hat er es verdient… ich mein, er hat die Regeln verletzt und großen Mist gebaut, aber auf der anderen Seite wollte er niemals jemand anderem schaden. Die beiden haben einfach nicht nachgedacht, aber naja… wir sind erst zwölf, da macht man manchmal Dummheiten, oder?" Merelia war die ganze Zeit still gewesen und hatte mir aufmerksam zugehört. Jetzt sah sie nachdenklich auf den See und fragte: „Hat er sich entschuldigt?" Ich nickte. „Aber fühlt sich immer noch nicht gut?" Ich nickte abermals. „Nun, das liegt daran, dass er noch nichts unternommen hat, um zu zeigen, dass es ihm leidtut." „Wie meinst du das? Wie kann er zeigen, dass es ihm leidtut?", fragte ich. „Das weiß ich nicht! Das muss er alleine herausfinden. Da kannst du ihm auch nicht helfen. Das Gewissen von jedem einzelnen ist anders und wie man es beruhigt, ist auch bei jedem anders. Dein Freund muss seinen eigenen Weg finden, aber rate ihm doch einfach, dass eine Entschuldigung nicht ausreicht, sondern Taten lauter sprechen. Welche Taten das sind, muss er aber selber herausfinden. Gut?", fragend sah mich Merelia an. Ich lächelte und nickte.

„Gut! Sonst noch etwas, dass dich beschäftigt?" „Nur ein bescheuerter Lehrer, der mich einfach nicht in Ruhe lässt. Er nervt und ist ein Witz!" „Na, na Anna, Respekt, wenn ich bitten darf!", ermahnte mich Merelia. „Aber es stimmt. Seine Bücher sind bescheuert. Er hat uns bis jetzt keinen einzigen Zauber beigebracht. Wir spielen immer nur Theater und er will das ich oder mein Freund ihm als Komparsen zur Seite stehen. Es ist lachhaft. So jemanden soll ich respektieren?! Respekt muss man sich verdienen!", wiedersprach ich heftig. Merelia sah mich nachdenklich an. „So inkompetent kann er doch gar nicht sein. Sonst hätte euer Schulleiter ihn doch nicht engagiert", warf Merelia an. Ich schnaubte und meinte: „Nein, er war der einzige, der sich gemeldet hatte. Diese Stelle ist verflucht. So heißt es zumindest." „Verflucht?" Ich nickte und bestätigte: „Ja, laut Gerüchten schon seit Dekaden. Niemals hat es einen Lehrer mehr als ein oder zwei Jahre auf der Position gehalten. Der letzte ist sogar gestorben." „Das klingt nicht gut. So etwas dürfte es nicht geben. Hogwarts sollte gegen Flüche geschützt sein." Ich zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung! Es wird so erzählt."

„Wie auch immer, Anna! Du solltest ihm trotzdem Respekt und Höflichkeit entgegenbringen. Sei der größere Mensch!" Ich rollte leicht genervt die Augen. Merelia sah mich streng an. „Entschuldigung", sagte ich leise. Merelia nickte und fuhr fort: „Meide ihn, aber sei, wenn du ihm begegnest, höflich und respektvoll und ignoriere seine Idiotie." „Ja, Merelia!", antwortete ich. „Gut und nun lass uns mit der Übung fortfahren. Es wird schon dunkel. Du musst bald zurück. Schließe deine Augen und konzentriere dich auf deinen Körper. Fühl die Magie und das Wasser!", forderte Merelia. Ich nickte, schloss meine Augen, versuchte mich zu entspannen und zu fühlen. Es klappte besser. Über seine Probleme zu sprechen, hilft wirklich!

Es war Freitagvormittag und ich saß wieder neben Neville im Klassenzimmer für Verteidigung gegen die dunklen Künste und sah zu, wie Lockhart, wie ein Gockel, vor uns auf und ablief und wieder eine seiner Geschichten zum Besten gab. „Nun denn, wer meldet sich freiwillig um mir bei der Demonstration zu helfen, wie ich heroisch die wilde Hexe von Gaszu vertrieb?" Stille. Sonderbar alle Mädchen himmeln ihn an, aber melden tut sich trotzdem keiner. „Miss Hansen, wie wäre es mit Ihnen? Sie spielen die wilde Hexe!" Ich schüttelte meinen Kopf und meinte: „Nein, danke, Professor. Ich bevorzuge meine Magie zu beherrschen und mit Wildheit habe ich wirklich nichts am Hut. Ich könnte die Hexe niemals glaubhaft rüberbringen. Ich habe kein schauspielerisches Talent, so wie Sie!" Neville neben mir musste sich das Lachen verkneifen, als ich den Professor unschuldig anlächelte. Lockhart kam näher und sagte selbstherrlich: „Ja, natürlich, Miss Hansen. Ich bin ziemlich gut, aber das bedeutet nur, dass Sie von mir lernen können." „Ich bevorzuge nicht, Dankeschön!", entgegnete ich prompt.

Lockhart lächelte mich weiter an und sagte ermutigend: „Ich bin sicher, Miss Hansen, ich kann Sie noch überzeugen. Dieses Lächeln, er ist irgendwie süß! „Nun, Miss Hansen, was meinen Sie?" Und seine blauen Augen, wie zwei… Neville stupste mich hart in die Rippen und ich sah ihn fragend an. Er nickte nur zu Lockhart und ich drehte mich wieder zu diesem und sagte entschieden: „Professor, ich möchte nicht und lehne dankbar ab, mit Ihnen eine Theateraufführung zu veranstalten. Wenn Sie uns allerdings echte Zaubersprüche mit Wirkung lehren wollen, stelle ich mich für ein Probeduell gerne zur Verfügung." Lockhart nahm wieder Abstand und versuchte sein Lächeln, das verloren gegangen war während meiner Ansage, wieder aufzusetzen. „Oh, nun gut, Miss Hansen. Auf das Angebot komme ich bestimmt zurück!" Ja, wenn Ostern und Weihnachten aufeinander fallen! Blöder Hammel! Lockhart lief wieder nach vorne und nahm auf dem Weg einfach Harry mit, der zwar protestierte, aber von Lockhart einfach vor die Klasse gestellt wurde. Sorry, Harry!

Inzwischen war es Freitagabend und ich saß an meinem Schreibtisch in meinem Zimmer um meine Hausaufgaben zu machen. Ich hatte die Aufsätze für Snape und McGonagall schon fertig und saß nun über denen von Lockhart. Das ist ein Witz! Wieso in Merlins Namen muss ich den überhaupt schreiben, als ob Professor Flitwick mich bestrafen würde, wenn er die Aufgabenstellung lesen würde. „Schreibe ein Gedicht über den heroischen Auftritt von Gilderoy Lockhart im Dorf Gaszu". Genervt schmiss ich die Pergamentrolle weg und warf mich auf mein Bett. Mein Blick fiel auf meinen Schrank. Ich stand auf, öffnete ihn und holte Riddles Tagebuch hervor. Lockhart dieser Stümper lehrt mich nichts! Nicht, wie ich mit schwarzer Magie umgehen sollte oder woran man sie erkennt. Geschweige denn, wie man sie bekämpft. Und davon hängt so viel ab!

Ich drehte das Tagebuch hin und her und dann setzte ich mich zurück an meinen Tisch und klappte es auf. Wenn ich nur einmal darin schreibe, wird schon nichts Schlimmes passieren. Ginny hatte Monate darin geschrieben, bevor sie unter seiner Kontrolle stand! Nur einmal! Ich nahm meine Feder und schrieb „Hallo!"

Dann wartete ich und tatsächlich nach ein paar Sekunden antwortete das Buch. „Hallo, ich heiße Tom! Wie heißt du?" Ich saß ein paar Sekunden da. Mhm, was nun? Es antwortet tatsächlich. Irgendwie ist das unheimlich! Trotzdem schrieb ich zurück. „Anna. Was bist du? Ein antwortendes Tagebuch?" „*lacht, so was in der Art. Hallo, Anna! Es freut mich dich kennenzulernen!" „Gleichfalls." Ich wartete, aber nichts passierte. Ich seufzte und schrieb wieder rein. „Du bist ein magisches Buch. Davon habe ich noch nie gehört. Hier in Hogwarts bewegen sich zwar die Bilder, aber keine Bücher!" „Du bist eine Hogwartsschülerin?" „Ja" „Welches Haus?" Ich kratzte mir am Kopf. Diese blöde Häusereuphorie! Wieso fragt er das als erstes? Wieso nicht, welches ist dein Lieblingsfach oder in welchem Jahr bist du? Nein! In welchem Haus bist du!

Ich schrieb: „Ist das wichtig?" „Nicht unbedingt" „Dann antworte ich nicht!" „Warum?" „Darum!" „*lacht, entweder bist du in Slytherin oder Ravenclaw." „Wie kommst du darauf?" „Ein Gryffindor würde mir voller Stolz antworten, ein Hufflepuff einfach so." Ich runzelte die Stirn und schrieb: „Das klingt so, als würdest du Mitglieder dieser Häuser, als dumm bezeichnen." „Je nach dem" „Erkläre!" „Es ist leichtsinnig jemanden, den man überhaupt nicht kennt, alles über einen zu erzählen! Ich habe es erlebt, dass ein Gryffindor nicht darüber nachdenkt und ein Hufflepuff ist der Welt sehr offen und freundlich gesinnt und antwortet deswegen frei heraus. Ein Ravenclaw ist klug und handelt dem entsprechend. Ein Slytherin würde einer unbekannten Person keinen Vorteil verschaffen wollen und hält deswegen seine Karten bedeckt." „Ich stimme zu und lehne gleichzeitig ab!" „In wie fern?" „Du bist ein Slytherin" „Wie kommst du darauf?" „Du erzählst viel, aber ich weiß trotzdem nichts über dich! Du hältst dich bedeckt! Und du hast eine negative Einstellung den Gryffindors gegenüber. Ich weiß um den Streit, der hier herrscht." „Korrekt in beiden Punkten und damit ist auch geklärt, dass du in Ravenclaw bist. Nur jemand, der selbst nicht von dem Streit betroffen ist, würde so reden." „Stimmt."

Damit schloss ich das Buch und atmete tief durch. Er klingt höflich und auch wenn er ein paar Spitzen gegen Gryffindor abgefeuert hat, hat er nicht gelogen. Das klingt nicht, wie ein Monster! Ich atmete weiter durch und nahm dann das Tagebuch und legte es zurück in meinen Schrank ins oberste Fach.

Hat es euch gefallen? Mir haben die Unterrichtsstunden Spaß gemacht. Übrigens hätte ICH selbst den Trank brauen müssen, wäre er bestimmt explodiert! Musste beim Schreiben oft das Rezept wiederholt nachlesen :)

Bis zum nächsten Mal!

Eure Melody

PS: konstruktive Kommentare sind gerne erwünscht, was gefällt euch, was nicht, wünscht ihr euch etwas, etc. etc. ;)